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| NS-Zeit | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Der Nationalsozialismus und die slawische Welt Helmut Schaller Gebundene Ausgabe, Oktober 2002 Verkaufsrang: 413092 Die slawisch-deutschen Beziehungen haben über Jahrhunderte hinweg einen wesentlichen Bestandteil europäischen Zusammenlebens ausgemacht. In der Epoche des National-sozialismus, ganz besonders aber während des Zweiten Weltkrieges, haben diese Beziehungen eine katas-trophale Gestalt angenommen. Bedingt vor allem durch Houston Stewart Chamberlains Rassebegriff, erfuhren die slawischen Völker, ihre Sprachen und Kulturen eine extreme Abwertung. Die wissenschaftlichen und ideologischen Hintergründe dieser äußerst negativen Entwicklung werden nun erstmals anhand von weitgehend unbekanntem Archiv-material und zeitgenössischen Ver-öffentlichungen dargestellt. Erfasst wurden dabei auch Verordnungen, Sprachregelungen und Pläne zur Um-siedlung und Ausrottung slawischer Völker. Ein wichtiges Buch für alle, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus befassen.
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Bauen unterm Hakenkreuz: Architektur des Untergangs Helmut Weihsmann Gebundene Ausgabe, Oktober 1998 Verkaufsrang: 508112 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein faktenreicher Architekturführer über die baugeschichtlichen Zeugnisse der wohl dunkelsten Epoche unseres Jahrhunderts, der erstmals die Gesamtheit der Bau- und Planungstätigkeit nach Typologien und Standorten aufarbeitet und begehbar macht. In Form von ausführlich dokumentierten und mit Modellen und Plänen versehenen Beschreibungen stellt Helmut Weihsmann die brutale Wucht des dritten Reiches baugeschichtlich dar. In der Typologie dieser kritischen Bestandsaufnahme...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Nachschlagewerk mit Rechercheschwächen 4 von 5 Punkten Ein Nachschlagewerk sowohl nach örtlichen - leider fast nur Großstädte - wie nach systematischen Gesichtspunkten (die verschiedenen Stilrichtigungen im Nazi-Bausteil) geordnet. Sehr umfassender Wälzer. Viele Abbildungen, leider dünnes Papier und schlechte Bildwiedergabe. Einen Schwerpunkt bildet natürlich die Reichshauptstadt ("Germania") - Hitler's "Wort aus Stein"...
Ich fand den Untertitel unsachlich und abwertend, aber die Dokumentation selbst ist es erstaunlicherweise nicht. So schlecht oder häßlich waren viele dieser Bauten doch gar nicht, vor allem verglichen mit dem was wir in unsere vom Krieg zerstörten Städte zwischen 1950 und 1980 hineinstellten! Allerdings sprechen Argumente dafür dass letztlich auch der größenwahnsinnige Bauhunger und die dafür benötigten immer größeren Zwangsarbeiterheere Deutschland in den Abgrund trieben. Das wird hier nur nebenbei deutlich.
Weil es ein einmaliges Werk ist hat es einen Bonus verdient, trotzdem der Abzug wegen Recherchefehlern. Als Frankfurter fielen mir böse Schnitzer auf, über den Rhein-Main-Flughafen (auch so ein 3.Reich-Projekt und -Name)
Dennoch sehr informativ, erhellend und zum Weiterdenken anregend für den der sich mit dem Thema ohne Vorurteile oder schluckfertig vorgekaute "political correctness" informieren möchte
wichtiges Buch, leider schlecht recherchiert. 3 von 5 Punkten Ein Werk von diesem umfassenden Anspruch ist einmalig und von lobenswertem Anspruch. Leider sind zahlreiche Texte fehlerhaft, teilweise sogar mangelhaft recherchiert und redigiert. Zahlreiche vorgestellte Bauten existierten so nie, sind von anderen Architekten oder keinesfalls in der NS- Zeit entstanden. Für den Benutzer also unbedingt mit Vorsicht zu genießen. |
Was geschah mit den Kindern?: Erfolg und Trauma junger Flüchtlinge, die von den Nationalsozialisten vertrieben wurden
Broschiert, Juli 2008 Verkaufsrang: 797704 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Annähernd 30.000 Kinder und Jugendliche waren unter den Flüchtlingen, die sich vor der nationalsozialistischen Verfolgung in Zentraleuropa während der 30er und 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten in Sicherheit bringen konnten. Obwohl diese jungen Flüchtlinge unter ungünstigen und bedrückenden Umständen ankamen -ohne Geld, Sprachkenntnisse, oft ohne Eltern und von schlimmsten Erinnerungen geplagt -gelang es ihnen, im Durchschnitt betrachtet, ausserordentlich erfolgreich zu werden und bedeutende positive Beiträge in ihrem neuen Heimatland zu leisten. Sonnert und Holton dokumentieren die Erfolge der Flüchtlinge und bieten Erklärungen für sie an. Gleichzeitig gehen sie aber auch auf die psychischen Traumata ein, die bei vielen der ehemaligen Flüchtlinge noch als Nachwirkung ihrer Verfolgung während ihrer jungen Jahre vorhanden sind. Gerhard Sonnert arbeitete von 1988 bis 2007 als Wissenschaftsoziologe am Institut für Physik der Harvard Universität. Seither ist er am Harvard-Smithsonian Zentrum für Astrophysik tätig. Ausserdem lehrt er Soziologie an der Lesley Universität in Cambridge, Massachusetts. Ein Schwerpunkt seiner Forschungen sind die Karrieren von Frauen in den Naturwissenschaften. Gerald Holton ist Mallinckrodt Forschungsprofessor der Physik und Forschungsprofessor der Wissenschaftsgeschichte an der Harvard Universität. Seine hauptsächlichen Forschungsinteressen sind Hochdruckphysik, die Geschichte und Philosophie der Naturwissenschaften und die Karrieren junger Wissenschaftler.
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Griff nach dem Westen: 2 Bdn Burkhard Dietz, Helmut Gabel, Ulrich Tiedau Gebundene Ausgabe, März 2003 Verkaufsrang: 877985 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Als sogenannte "germanische Randstaaten" gerieten die Niederlande, Belgien und Luxemburg nach dem Ersten Weltkrieg verstärkt ins Visier völkisch-nationaler Wissenschaften. Der vorliegende Sammelband bietet erstmals eine umfassende, auf den Benelux-Raum konzentrierte Übersicht dieser nicht nur auf deutscher Seite zu beobachtenden Forschungsbemühungen, die als regionale Variante der "Westforschung" nach 1945 keineswegs abbrachen.Die Beiträge des zweibändigen Werks setzen an einem wesentlichen Punkt die nach wie vor aktuelle Diskussion über die Rolle der Wissenschaften im Nationalsozialismus sowie das Problem personeller und inhaltlich-methodischer Kontinuität fort - eine Debatte, die seit dem Frankfurter Historikertag von 1998 mit besonderer öffentlicher Intensität geführt wird. In ihrer detaillierten und für die NS-Forschung insgesamt innovativen Erörterung der Wege und Irrwege der Beschäftigung mit "Kulturraum" und "Volkstum" leisten die Autorinnen und Autoren auch ein gewichtiges Stü ck "Vergangenheitsbewältigung" zu einem bislang vernachlässigten Aspekt der Beziehungen Deutschlands zu seinen nordwestlichen Nachbarn. Die Publikation ist das Ergebnis einer interdisziplinären Zusammenarbeit belgischer, deutscher, französischer und niederländischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
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1938. Auftakt zur Shoah in Österreich: Orte Bilder Erinnerungen
Broschiert, März 2008 Verkaufsrang: 785546 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Die Broschüre '1938. Auftakt zur Shoah in Österreich. Orte - Bilder - Erinnerungen' von Dieter M. Hecht, Eleonore Lappin, Michaela Raggam-Blesch, Lisa Rettl und Heidemarie Uhl zeichnet die Erfahrungen von Jüdinnen und Juden vom Anschluss im März 1938 bis zum Ende dieses Jahres nach. Zahlreiche Abbildungen, Dokumente und autobiografische Erinnerungen geben Auskunft über den antisemitischen Terror und die schrittweise Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, die den Auftakt zu den kommenden Massenmorden bilden sollten.
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Der "Volkskörper" im Krieg: Gesundheitspolitik, Gesundheitsverhältnisse und Krankenmord im nationalsozialistischen Deutschland 1939 - 1945 Winfried Süß Gebundene Ausgabe, 1. April 2003 Verkaufsrang: 713070 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Studie verknüpft zwei für das NS-Regime zentrale Aspekte: den globalen Krieg als Voraussetzung der nationalsozialistischen "Lebensraum"-Utopie und Gesundheitspolitik, der als Instrument biologistischer Formung des "Volkskörpers" zentrale Bedeutung für die Gesellschaftspolitik des "Dritten Reiches" zukam. Winfried Süß untersucht den Krieg als intervenierenden Faktor innenpolitischer Entscheidungen und sozialer Verhältnisse. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Funktion, Handlungsspielräume und Wirkungen der Gesundheitspolitik seit dem September 1939 veränderten. Dabei werden bislang unverbundene Erkenntnisebenen zusammengeführt: zeit- und medizingeschichtliche Fragestellungen, gesundheitspolitische Prozesse und ihre sozialgeschichtlichen Folgen, zentralstaatliche, regionale und lokale Handlungsarenen. Erstmals wird das Handeln Karl Brandts, einer gesundheitspolitischen Schlüsselfigur der Kriegsjahre, umfassend dargestellt. Hitlers Begleitarzt und Generalkommissar für das Sanitäts- und Gesundheitswesen agierte an der Schnittstelle zwischen den "heilenden", ausgrenzenden und vernichtenden Elementen nationalsozialistischer Gesundheitspolitik - ausgestattet mit weitreichenden Kompetenzen sowohl für den Krankenmord als auch die medizinische Versorgung der Wehrmacht und Zivilbevölkerung.
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Kunstgeschichte im Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte einer Wissenschaft zwischen 1930 und 1950. Katalogbuch zur Ausstellung in Bonn
Taschenbuch, März 2005 Verkaufsrang: 728628 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Erstmals werden in diesem Band die Forschungsgegenstände und Praxisfelder, Institutionen und Akteure der Kunstgeschichte im Nationalsozialismus miteinander in Beziehung gesetzt. Zwanzig Beiträge widmen sich intensiv dem Spannungsfeld von Fachwissenschaft, individuellen Verhaltensweisen und zeitgeschichtlichem Kontext: War die Kunstgeschichte während des "Dritten Reiches" ein unpolitisches, weil schöngeistiges Fach? Die Einzelstudien erschließen zum größten Teil bisher unbekannte Dokumente aus zahlreichen Archiven, um diese in die wissenschaftsgeschichtliche Diskussion einzubringen. Auf dieser Grundlage werden Stereotypen der disziplingeschichtlichen Historiographie untersucht, wobei insbesondere die Analyse individueller Karrieremuster ein neues Licht auf die Wiederformierung des Faches nach 1945 wirft. Indem die Autorinnen und Autoren wesentliche Aspekte der Geschichte der Kunstgeschichte im Nationalsozialismus herausarbeiten, können bisherige Vorstellungen hinsichtlich der Strukture n und Mechanismen geisteswissenschaftlicher Arbeit in einer Diktatur revidiert werden.
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Bauen im Nationalsozialismus: Braunschweig, die "Deutsche Siedlungsstadt" und die Mustersiedlung der "Deutschen Arbeitsfront" Braunschweig-Mascherode. Ursprung - Gestaltung - Analyse Markus Mittmann Gebundene Ausgabe, Dezember 2003 Verkaufsrang: 737273 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Während der Zeit des Dritten Reiches besaß Braunschweig die Rolle der zentralen Großstadt innerhalb eines riesigen Zentrums der Rüstungsindustrie. In einem ganz besonderen Umfang musste Wohnraum für die Ansiedlung von Rüstungsbeschäftigten und Militärangehörigen geschaffen werden. Als allgemeingültiges Beispiel für das Bauen im Nationalsozialismus stellt das vorliegende Buch äußerst faktenreich und mit umfangreichem Bildmaterial erstmals eine Stadt in ihrer Gesamtheit dar. In der damaligen Hauptstadt des Staates Braunschweig wurde Architektur, nicht nur im Siedlungs- und Wohnungsbau, in besonderer Weise zu einem Instrument politischer Bestrebungen. Auch repräsentative Parteibauten, städtebauliche Planungen, Kasernen oder Bunkeranlagen waren Teil einer Gesamtbautätigkeit, die erst aus der vollständigen Betrachtungsweise verständlich wird. Neben vielen unterschiedlichen Projekten, z. B. der ersten deutschen Großsiedlung nach 1933, entstand in der Deutschen Siedlungsstadt das bedeutsamste realisierte Beispiel für die Siedlungsvorstellungen der Nationalsozialisten: die unter Julius Schulte-Frohlinde und der Oberaufsicht von Albert Speer errichtete DAF-Mustersiedlung Braunschweig-Mascherode. Anschaulich erklärt und analysiert der Autor anhand einer breiten Materialbasis die im Dritten Reich charakteristischen Merkmale der Gebäudegestaltung, Haustypen sowie die Phasen des nationalsozialistischen Siedlungs- und Wohnungsbaus und erläutert darüber hinaus die Städtebaulehre der auch nach 1945 wirkenden Stuttgarter Schule.
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Das Menschengeschlecht Robert Antelme Taschenbuch, April 2001 Verkaufsrang: 492958 Im Juni 1944 wird Robert Antelme, der Ehemann Marguerite Duras, als Mitglied der Résistance verhaftet und nach Deutschland deportiert. Er landet zunächst im KZ Buchenwald, wird aber wenig später in das Außenlager Gandersheim bei Hannover verlegt und gegen Kriegsende ins KZ Dachau verbracht, von wo aus er im Mai 1945 nach Paris zurückkehrt; Antelme wiegt 35 Kilogramm, doch wider Erwarten überlebt er. Antelmes detaillierte Beschreibung dieses fast einjährigen Martyriums, gehört zu den zentralen literarischen Zeugnisse über die Konzentrationslager. Mit beeindruckender Nüchternheit dokumentierte er darin, was die Deutschen ihm und Millionen anderen angetan hatten: Die systematische Enteignung der Persönlichkeit, um aus Menschen gesichtslose Zombies zu machen, deren Vernichtung keine Probleme hervorruft, ja, die an ihrer eigenen Vernichtung mitarbeiten. Gandersheim war kein Vernichtungslager. Es gab weder Gaskammer noch Krematorium. "Das Schreckliche hat hier nichts Gigantisches", erinnert sich Antelme. "Das Schreckliche bestand hier in der Ungewissheit, in dem völligen Mangel an Anhaltspunkten, in der Einsamkeit, der ständigen Unterdrückung, der langsamen Vernichtung." Die Häftlinge wurden "weder erschossen noch aufgeknüpft", sie wurden in der Rüstungsproduktion gnadenlos ausgebeutet. "Die SS will, dass wir durch die Arbeit sterben", erkennt Antelme. Doch er und seine Kameraden kämpften verbissen gegen den Tod und darum, am Leben zu bleiben. Allein der Wille zu überleben und "bis zum Ende Menschen zu bleiben", wie Antelme es ausdrückt, war ein Akt des Widerstands gegen ein System, das sich die totale Entmenschung der Häftlinge zum Ziel gesetzt hatte. Es war ein Kampf, den "die Besten von uns nur auf individueller Weise" führen konnten, denn im Lager starb auch noch der letzte Rest menschlicher Solidarität. --Stephan Fingerle
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Das Menschengeschlecht by Robert Antelme 5 von 5 Punkten Ein einzigartiges Zeugnis, das in der französischen Literatur als Standardwerk über die Lager, die Deportation und die systematische Menschenvernichtung gilt. Robert Antelme, ein Gefährte von Maguerite Duras, berichtet über Leben und Sterben im deutschen Konzentrationslager. Sein Retter war der junge Francois Mittcrand, der spätere französische Staatspräsident. Der Text verweigert jene Betroffenheit, die beim Leser die Illusion des Mitleidens und damit ein gutes Gewissen zu erzeugen vermag, letztlich aber bloß eine Form der Abwehr ist. |
Unwertes Leben?: Zwangssterilisation in den Kästorfer Anstalten zur Zeit des Nationalsozialismus Steffen Meyer Broschiert, März 2008 Verkaufsrang: 924123 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Auffällig, nicht angepasst oder geistig zurückgeblieben - es brauchte nicht viel, um im Rahmen des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" von 1933 zwangssterilisiert zu werden. Die "Ausmerzung" sogenannter Erbkrankheiten gehörte zu den obersten Anliegen der nationalsozialistischen Machthaber. Und in den weit überwiegenden Fällen traf es diejenigen, die eigentlich eines besonderen Schutzes bedurft hätten: Kinder aus kaputten Familien, Alkoholabhängige, Arme... Für diese Menschen gab es Heime in kirchlicher Trägerschaft, die Arbeit, Obdach und Fürsorge boten - und die häufig nur zu bereit waren, die Pläne der Nationalsozialisten zu unterstützen. Steffen Meyer hat anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Diakonischen Heime in Kästorf in den Archiven geforscht. Seine Untersuchung macht an einem Beispiel deutlich, wie Seelsorger und Ärzte zu dem Versuch beigetragen haben, die "Rassenhygiene" zu vollstrecken.
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Erinnern und Gedenken. Das Mahnmal Weißenau und die Erinnerungskultur in Ravensburg Andreas Schmauder, Paul-Otto Schmidt-Michel, Franz Schwarzbauer Gebundene Ausgabe, 1. Februar 2007 Verkaufsrang: 797210 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Auch 60 Jahre nach Ende des Dritten Reiches ist der Mord an über 70.000 psychisch kranken und geistig behinderten Menschen nicht ausreichend aufgearbeitet. In Ravensburg hatte die »Aktion Gnadentod« 691 Patienten der damaligen Heilanstalt Weißenau das Leben gekostet. Ihren Opfern gedenken die Stadt und das Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau mit einem Mahnmal der Künstler Andreas Knitz und Horst Hoheisel. Das Buch zeigt die Entstehung des Mahnmals, beschreibt die Geschichte der »Euthanasie«-Aktion in Ravensburg und untersucht die Formen des Gedenkens in dieser Stadt seit 1945.
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Entscheidungen der Schiedsinstanz für Naturalrestitution 1
Gebundene Ausgabe, Juni 2008 Verkaufsrang: 924122 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die zweisprachige Reihe Entscheidungen der Schiedsinstanz für Naturalrestitution dokumentiert einen wesentlichen Teil der jüngsten österreichischen Entschädigungsmaßnahmen im Umgang mit den Folgen der NS-Zeit. Für öffentliches, im Nationalsozialismus entzogenes Vermögen wurde im Entschädigungsabkommen von Washington vom 17. Jänner 2001 die Möglichkeit der Naturalrestitution, also eine tatsächliche Rückgabe, vorgesehen. Über Rückgabeanträge entscheidet die beim Allgemeinen Entschädigungsfonds in Wien eingerichtete Schiedsinstanz für Naturalrestitution. Die Anträge betreffen zumeist Im-mobilien, die in den Jahren 1938 bis 1945 entzogen wurden, zum Stichtag des Abkommens (17. Jänner 2001) in öffentlichem Eigentum standen und die in vielen Fällen nach 1945 Gegenstand von Rückstellungsverfahren gewesen sind.Seit 2003 hat die Schiedsinstanz zahlreiche Anträge entschieden und in einigen Fällen die Rückgabe von Liegenschaften an die RechtsnachfolgerInnen der einstigen EigentümerInnen empfohlen. Sie hat dabei eine Rechtsprechung entwickelt, die vermögensrechtliche Nachwirkungen der NS-Zeit in Österreich beispielhaft aufrollt. Die Entscheidungen der Schiedsinstanz sind Bestandteil der aktuellen Debatte über Vermögensentziehung während der NS-Zeit und die Rückstellungspraxis nach 1945 geworden. Band 1 enthält Entscheidungen der Schiedsinstanz aus den Jahren 2003 und 2004 jeweils im deut-schen Original und in englischer Übersetzung.
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Der Ordnung verpflichtet: Deutsche Polizei 1933 - 1949: Der Fall Flensburg Stephan Linck Gebundene Ausgabe, März 2000 Verkaufsrang: 774156 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Fakten, Fakten, Fakten! 4 von 5 Punkten Man merkt es dem Werk an: Dies ist eine (leicht überabeitete) Dissertation. Äußerst sorgfältig recherchiert und genauestens aufgelistet findet sich hier der kontinuierliche Weg der deutschen Polizei, am Beispiel der Flensburger Polizei, durch die Zeit des Nationalsozialismus. Nun sind Schicksale meist schwer in Zahlen und Fakten zu fassen, ich hätte mir gewünscht, dass der Autor im Rahmen der Überarbeitung zumindest hin und wieder einmal auch eine Geschichte erzählt. Aber das ist offenbar nicht die Intention dieses Buches. Trotzdem: Wer die Polizei von heute verstehen will, muss dieses Buch gelesen haben. Ganz deutlich wird erkennbar, dass die Polizei sich nicht auf die Seite der NSDAP stellen musste, weil die Nazis mit ihren Maßnahmen (vorbeugende Verbrechensbekämpfung, Kampf gegen das Zigeunerunwesen, Maßnahmen gegen sittlichen Verfall, etc.) die innerhalb der Polizei vorherrschende Meinung ziemlich genau traf. Beeindruckend auch der Teil, der beschreibt, wie die Polizei es schaffte, sich ab 1945 allen Anweisungen der Alliierten Truppen zu widersetzen. In dieser Zeit wurde sichergestellt, dass die "zweite Garde" der Nazipolizei auch im Nachkriegsdeutschland aktiv ihre undemokratische Arbeit fortsetzen konnte. Hier wird insbesondere die Untersuchung der Flensburger Polizei wichtig, da fast alle Größen der Polizei-SS sich bei Kriegsende in Flensburg aufhielten. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch. |
Die Abrechnung mit dem Faschismus in Italien 1943 bis 1948 Hans Woller Gebundene Ausgabe, 30. Juli 1996 Verkaufsrang: 735017 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Lynchjustiz, Volkstribunale, Säuberungswellen - die Abrechnung mit dem Faschismus in Italien war ein unerhört dramatischer Prozeß. Sie richtete sich nicht, wie im besetzten Deutschland nach 1945, gegen einen bereits überwundenen Gegner, der für seine Verbrechen büßen und von künftigen Abenteuern abgehalten werden sollte, sondern zunächst und vor allem gegen einen aktuellen Feind, den es erst noch niederzuringen galt - in einem zweijährigen Bürgerkrieg, der in einen Klassenkrieg einzumünden drohte. Niergends sonst im westlichen Europa hat der Vergeltungsfuror so viele Opfer gefordert, nirgends sonst haben die Gerichte so rasch und unerbittlich auf die Herausforderung der Abrechnung reagiert, nirgends sonst hat man danach freilich auch so schnell eine Generalamnestie erlassen und damit für längere Zeit jede weitere Auseinandersetzung mit der faschistischen Vergangenheit unterbunden.
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Köln im Zweiten Weltkrieg: Alltag und Erfahrungen zwischen 1939 und 1945 Martin Rüther Gebundene Ausgabe, Oktober 2005 Verkaufsrang: 476243 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wie sah der Alltag an der Kölner »Heimatfront« während des Zweiten Weltkrieges aus? Welche Erfahrungen machten die Menschen in Köln? Wie war es überhaupt mög-lich, unter den Bedingungen eines unvorstellbaren Bombenhagels das private, öffentliche und wirtschaftliche Leben aufrechtzuerhalten? In dem neuen Band der Schriftenreihe des NS-Dokumentationszentrums »Köln im Zweiten Weltkrieg« stellt Martin Rüther dar, wie die Bewohner den Zweiten Weltkrieg erlebt haben, ihren Alltag, ihre Erfahrungen, Motive, Ängste, Überlebensstrategien und durchaus auch ihr Versagen. Auf neue, ungewöhnliche Art ist diese Darstellung eine Chronologie des Zweiten Weltkrieges in Köln. Sie beschreitet den langen Weg von 1939 bis zum Kriegsende und beschreibt die gesamte Bandbreite der Geschehnisse in ihrer Komplexität und Differenziertheit nachvollziehbar und detailreich. Kriegsgeschehen und damit verbundene Erfahrungen werden dabei aber bewusst nicht auf die Auswirkungen der schweren Luftangriffe reduziert. Vielmehr wird der Alltag der gesamten Bewohnerschaft Kölns in den Blick genommen. Hierzu zählen auch die Mitglieder der großen jüdischen Gemeinde, Sinti und Roma, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, Alte und Kranke, in die KLV verschickte Kinder wie die 16-jährigen Luft-waffenhelfer. Erleben und Leiden der Bevölkerung waren durch eine "Gleichzeitigkeit" geprägt, die durch die streng chronologische Darstellung unterstrichen wird. Der umfangreiche Quellenteil enthält Feldpostbriefe und Tagebücher, versehen mit einer Kommentierung ihrer Entstehungsgeschichte und der Biographie der Verfasser. Zahlreiche Fotografien bebildern die Quellen. So erhalten die Dokumente eine Lebensnähe, die den Leser stark berührt. Das Buch schildert die Kriegsjahre in einer für eine einzelne Stadt einmaligen Dichte und Tiefe. Martin Rüther legt damit ein Standardwerk zur Erforschung des Zweiten Weltkrieges - nicht nur in Köln - vor.
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Geschichte des Faschismus Stanley G. Payne Gebundene Ausgabe, 2001 Verkaufsrang: 644071 Jedermann führt ihn im Munde, doch keiner kann ihn erklären. Was Faschismus eigentlich genau bedeutet, darüber streiten selbst die Experten. War er der gewalttätige Agent des bürgerlichen Kapitalismus, der radikalisierten Mittelklassen oder eine Abart des Sozialismus? War er eine Kulturrevolution gegen die als dekadent empfundene Moderne oder nur ein Auswuchs derselben? War er die Folgeerscheinung einzigartiger nationaler Geschichtsabläufe, oder bleibt er als Archetypus totalitärer Herrschaft global virulent? Ordnung in das babylonisch anmutende Sprachgewirr über diese letzte nennenswerte ideologische Innovation seit dem Marxismus bringt Stanley G. Payne in seinem 1995 erschienenen Buch A History of Fascism 1914-45, das nun auch in deutscher Übersetzung vorliegt und eine popularisierte Erweiterung seiner theorielastigen Schrift Fascism: Comparison and Definition darstellt. Der an der Universität Wisconsin lehrende Historiker stellt die von einer vitalistisch-idealistischen Philosophie und einer ausgeprägten Metaphysik des Willens geleitete Bewegung trotz ihres Irrationalismus und Antiegalitarismus in die Tradition von 1789 und zieht dabei eine Linie vom Jakobinertum über den Bonapartismus, Garibaldis autoritärem Patriotismus und Lenins Bolschewismus zu Mussolinis stilprägendem Faschismus und Hitlers Nationalsozialismus, dessen mörderische Entartung er freilich für einzigartig auf der Ultrarechten erachtet. Von D'Annunzios Operettenrepublik von Fiume bis zu Paradiesvögeln wie den ungarischen Pfeilkreuzlern oder rumänischen Legionären des Erzengels Michael behandelt er die zahlreichen Vorreiter und Epigonen und grenzt sie sorgfältig von -- oberflächlich betrachtet -- ähnlichen rechtsradikalen und rechtskonservativen Strömungen ab, die seinerzeit zusammen mit dem Faschismus oder in dessen Windschatten weite Teile Europas im Würgegriff hielten und selbst in etablierten Demokratien Sympathisanten fanden. Und in Erweiterung des "faschistischen Minimums" Ernst Noltes arbeitet der Autor einen ganzen Katalog weiterer typologischer Merkmale heraus, mit denen der einigermaßen beliebig verwendete Sammelbegriff "Faschismus" beträchtlich an Konturen gewinnt. Trotz formaler Mängel wie dem fehlenden Sachregister ist Stanley Paynes ebenso unprätentiöses wie analytisch brillantes Werk, das auch eine Einschätzung aktueller Spielarten des Neofaschismus nicht vermissen lässt, ein absolutes Muss für jeden politisch und zeitgeschichtlich Interessierten. --Roland Detsch
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Besprechung der ersten englischsprachigen Ausgabe von 1995 5 von 5 Punkten Paynes umfangreiches Buch ist fraglos die bisher bedeutendste monographische Darstellung der verschiedenen Spielarten des klassischen Faschismus der Zwischenkriegszeit und ein Meilenstein in der vergleichenden Zeitgeschichtsschreibung generell. Es liefert nicht nur detaillierte Darstellungen des Aufstiegs und Niedergangs der wichtigsten europäischen Faschismen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges (Italien, Deutschland, Österreich, Spanien, Ungarn und Rumänien, S. 7l-289) sowie einen prägnanten Überblick über die Entwicklung der kleineren klassisch faschistischen Parteien in- und außerhalb Europas (Japan, China, Südafrika, Lateinamerika, USA, S. 290-354). Einleitend stellt der Autor ebenfalls eine erhellende Typologie des rechten antidemokratischen politischen Spektrums des Zwischenkriegseuropas vor (S. 3-19) und skizziert facettenreich den spezifischen sozialen, kulturellen und politischen Hintergrund des Aufkommens protofaschistischen Denkens um die Jahrhundertwende sowie die Entstehung von organisiertem Faschismus als ein Ergebnis des Ersten Weltkrieges (S.23-79). Zudem faßt ein kürzerer, zweiter Teil, "Interpretation" (S. 441-495), den heutigen Stand in der Faschismusforschung, insbesondere in bezug auf die Beziehung von Faschismus zu Modernisierungsprozessen, die im Laufe der Jahrzehnte entwickelten verschiedenartigen Konzeptionalisierungen und kausalen Erklärungen, zusammen und stellt kurz Paynes "retrodiktive Theorie des Faschismus" vor. In einem Epilog überfliegt der Autor abschließend die Entwicklung des deutschen, italienischen und französischen Neofaschismus und bespricht kurz einige Spielarten von heutigem afrikanischen, japanischen, mittelöstlichen, indischen und russischen Ultranationalismus (S. 469-520). Payne kommt zu dem Schluß, daß zwar "der spezifische historische Faschismus niemals wiedererschaffen werden kann. Jedoch wäre es möglich, daß wir am Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts Zeugen eines Aufstiegs neuer und teilweise ähnlicher Formen von autoritärem Nationalismus, insbesondere in Osteuropa, Afrika und Asien, werden". (S. 520). Wie anschließend noch einmal in der über fünfzigseitigen Bibliographie deutlich wird, stellt dieses Buch die eindrucksvolle Bilanz der jahrzehntelangen Studien eines der bedeutendsten Faschismustheoretiker und Erforschers des südeuropäischen Faschismus dar. Der Leser verfügt damit über "eine Art Enzyklopädie des Faschismus" (A. James Gregor), die noch lange die wissenschaftliche Diskussion entscheidend mitbestimmen wird.
Trotzdem Payne alle wichtigen Aspekte von Faschismus und seiner bisherigen Historiographie erschöpfend bespricht, erscheinen einige seiner Ausführungen insofern nicht voll befriedigend, als deren Interdisziplinarität, Umsicht und Vielseitigkeit teilweise mit einem Mangel an Konkretheit, Präzision und Falsifizierbarkeit erkauft werden. Ein Beispiel ist Paynes knappe, jedoch umfassende "retrodiktive Faschismustheorie". Der Autor listet zwar offenbar lückenlos sämtliche kulturellen, politischen, sozialen, ökonomischen und internationalen Faktoren, die Faschismus begünstigen, auf (S.489). Allerdings hätte die Theorie noch an Informationsgehalt gewonnen, wenn notwendige und ausreichende Bedingungen hierarchisiert, gemäß ihrer funktionalen Äquivalenz klassifiziert und in einem explanatorischen Schema synthetisiert worden wären.
An anderer Stelle hat der Autor die zuvor schon in seiner kurzen, früheren richtungsweisenden Monographie "Fascism: Comparison and Definition"(l980) entwickelte Checkliste zur Identifizierung von Faschismus um eine kürzere Definition ergänzt. Faschismus ist demnach "eine auf nationale Wiedergeburt zielende Form von revolutionärem Ultranationalismus, die sich auf eine primär vitalistische Philosophie stützt, durch extremen Elitismus, Massenmoblisierung und das Führerprinzip strukturiert wird, Gewalt sowohl als ein Ziel als auch als ein Mittel positiv bewertet und dazu tendiert Krieg und/oder militärische Tugenden zu normativieren (to normatize)" (S.14). Damit scheint der Autor teilweise einem Ansatz des von ihm häufig affirmativ zitierten britischen Faschismustheoretiker Roger Griffin zu folgen (was in einer Fußnote hätte bemerkt werden können). Obwohl diese Definition die wichtigsten Charakteristika von Faschismus beispielhaft komprimiert, wäre eine ergänzende, explizit definierte Taxonomie betreffs solcher Ultranationalismen, die nicht alle, jedoch einige wesentliche der aufgeführten Kriterien erfüllen, zu begrüßen gewesen. In diesem Falle hätte, zusätzlich zu den klassfikatorischen Schemata für das rechte Zwischenkriegsspektrum und die faschistischen Regime, eine weitere nomothetische Typologie von Prä-, Proto, Semi-, Krypto-, Quasi-, Post- und/oder ParaFaschismen beziehungsweise von ideologischen Hybriden entwickelt werden können. Dies hätte zum Beispiel Paynes Betrachtungen zu Neofaschismus mehr Klarheit verliehen. So bleiben seine Einschätzungen von nicht-neonazistischem Nachkriegsrechtsextremismus, unter anderem der französischen "nouvelle droite" (S. 510) oder von Saddam Husseins Regime (S. 516-517), stellenweise vage.
Unverständlich ist, daß Payne an einer Stelle ausdrücklich eine scharfe Trennlinie zwischen Variationen von rechtem (rightist) Autoritarismus einerseits und Faschismus andererseits zieht (S. 18). Wenn Payne dabei "rightist" als Synonym für "konservativ" versteht, wäre seine Zwischenkriegskategorie "Conservative Right" eine Tautologie. Wenn er auf der anderen Seite die quasi-linken (leftist) Elemente in der faschistischen Ideologie, wie Kollektivismus und Pseudosozialismus, im Auge hat, so wäre darauf zu verweisen, daß beispielsweise russischer Konservatismus spätestens seit dem Aufkommen des Slawophilentums ebenfalls derartige scheinbar "linken" Züge trägt. (Die Konstruktion "linker Konservatismus" wiederum ist - zumindest außerhalb eines wohlfahrtsstaatlichen Kontexts - ein contradictio in adjecto.) Faschismus sollte als eine spezielle Form von Rechtextremismus konzipiert werden, wie unter anderem die von Payne beschriebenen häufigen Allianzen zwischen faschistischen und anderen antidemokratischen rechten Gruppierungen und deren gelegentliche Verschmelzung zu indizieren scheinen.
Insbesondere aus deutscher Sicht schließlich ist zu kritisieren, daß Payne seine Beschreibung und Interpretation des Holocaust auf weniger als drei Seiten beschränkt (S. 380-382). Zwar könnte der Autor auf die in seinen Fußnoten aufgeführte umfangreiche Sekundärliteratur verweisen. Es wäre jedoch auch aus faschismustheoretischer Sicht sinnvoll gewesen, hier mehr Raum zu opfern. Das, wie Payne selbst andeutet, enorme militärische und andere Ressourcen verschlingende Vernichtungsprogramm stellt eine schauerlich klare Illustration dafür dar, welche Bedeutung Ideologie für das einzige voll entwickelte faschistische Regime bis in die letzten Tagen seiner Existenz hatte.
Skizierung und Analyse des Faschismus 4 von 5 Punkten Bei der Lektüre von Paynes Arbeit wird einem klar dass die verschiedenen Varianten des Faschismus nicht eine Erfindung von irgendwelchen Sonderlingen war, sondern eine relevante Strömung des politischen Empfindens in der Bevölkerung von allen europäischen Ländern.Hierzu ist zu bemerken dass Hitler lediglich einer Strömung aufgesessen ist ,sie keineswegs schöpferisch bestimmt hat.Des weiteren deckt Payne Querverbindungen auf, die bestehen zwischen Faschismus und populistischen, völkischen,konservativen sogar christlichsozialen Ideen nach dem I Weltkrieg,interessant wird es wenn er auf die Anleihen von ideologischen Gegner den Sozialisten hinweist.Seine Einführung betreffend der Athmosphäre des "fin de siècle"am Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhundert vermitteln dem Leser ein Stimmungsbild des Denkens ,welches damals tiefschichtig in der Bevölkerung gärte.Der Abschied von autokratischer Staatsführung in vielen Ländern ,ihre Wendung zu parlamentarischer Demokratie verunsicherte viele Menschen in ihrem Bedürfnis nach autoritativer Anleitung so, dass das Verlangen nach erneuter autoritärer staatlicher Führung sich artikulierte.Unbeholfen und wenig präzis erscheinen bei Payne die politologischen Begriffe mit denen er die verschiedenen Schattierungen der politischen Rechten zu charakterisieren sucht.Insgesamt eine umfassend recherchierte Arbeit die den Faschismus in seiner Bedingheit in einer interessanten Weise charakterisieren kann,kritisch hervorzuhaben bleibt der Mangel seiner politologischen Begriffe. |
Der Niedergang des Faschismus in Portugal. Zum Verhältnis von Ökonomie, Gesellschaft und Staat /Politik in einem europäischen 'Schwellenland' Marcelino Passos Broschiert, 1987 Verkaufsrang: 874596
| Geschichte Italiens vom 16. Jahrhundert bis zu den Anfängen des Faschismus Rudolf Lill Gebundene Ausgabe, 1986 Verkaufsrang: 682258
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Arisierung in Köln. Die wirtschaftliche Existenzvernichtung der Juden 1933-1945 Britta Bopf Gebundene Ausgabe, Mai 2004 Verkaufsrang: 748531
| Die Rede über den ' Raum': Zur semantischen Karriere eines deutschen Konzepts. Studie zur epistemologischen Einbettung des Schlagwortes vom 'Volk ohne ... Geopolitik) dieses anzutreffen war Werner Köster Taschenbuch, Januar 2002 Verkaufsrang: 832264 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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