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| NS-Zeit | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Goebbels` Mann beim Radio: Der NS-Propagandist Hans Fritzsche (1900-1953) Max Bonacker Broschiert, 1. Mai 2007 Verkaufsrang: 628846 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Millionen von Deutschen war in den Jahren des Zweiten Weltkriegs die Stimme Hans Fritzsches vertraut. Er war der bekannteste Kommentator im deutschen Rundfunk, doch darin erschöpfte sich seine Rolle nicht: Schon seit 1933 übte der Journalist, der seine ersten Erfahrungen im Medienkonzern des Deutschnationalen Alfred Hugenberg gesammelt hatte, Schlüsselfunktionen in der Nachrichtenpolitik des Propagandaministeriums aus. Im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess stellvertretend für seinen Chef Goebbels angeklagt, wurde er zwar freigesprochen, anschließend jedoch von einer Spruchkammer zu neun Jahren Arbeitslagerhaft verurteilt. 1950 vorzeitig entlassen, starb er 1953 an Krebs. Max Bonackers Biographie von Hans Fritzsche schildert nicht nur den Lebensweg eines Propagandisten, sondern bietet zugleich eine Analyse zentraler Aspekte der Presse- und Rundfunkpolitik des NS-Regimes.
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Der Frankreich-Komplex Bernhard Brunner Broschiert, Mai 2007 Verkaufsrang: 648175 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Während der Besetzung Frankreich wurden 162 000 Menschen deportiert, darunter 75 721 Juden. Verantwortlich waren rund 75 Männer, die die Terrorpolitik durchsetzten. Brunner rekonstruiert die Lebensläufe dieser Funktionselite bis in die Nachkriegszeit und zeigt, warum die Verbrechen sowohl in Frankreich, als auch in der BRD so gut wie nicht geahndet worden sind. Dabei kommt heraus, dass die deutsche Justiz schon in den sechziger Jahren gut informiert war und mit dem "Frankreich-Komplex" ein großes Ermittlungsverfahren angestrengt hatte. Massive politische Einflussnahmen eines Netzwerks von ehemaligen Nazis, die inzwischen wieder zu Ämtern und Würden gekommen waren, verhinderten jedoch längst fällige Anklagen. Den Ermittlern der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Verfolgung von NS-Verbrechen" in Ludwigsburg wurden viele Steine in den Weg gelegt. Aber auch auf französischer Seite gab es aus innenpolitischen Gründen kein Interesse an einer systematischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Erst als die französischen "Nazijäger" Beate und Serge Klarsfeld zu drastischen Mitteln griffen und einen der Ex-Kommandeure zu entführen versuchten, konnte endlich das lange verschleppte deutsch-französische Zusatzabkommen durchgesetzt werden. Dieses führte zu dem damals aufsehenerregenden Lischka-Prozess in Köln, in dem 1980 drei Angeklagte zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Die übrigen Täter blieben jedoch nach wie vor unbestraft.
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Hjalmar Schacht: Aufstieg und Fall von Hitlers mächtigstem Bankier Christopher Kopper MP3 CD, Juni 2007 Verkaufsrang: 793224 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Hjalmar Schacht war der mächtigste deutsche Bankier des 20. Jahrhunderts. Kein anderer Notenbankpräsident hatte je eine solche Machtfülle wie er. In der Weimarer Republik zwang er Finanzminister zum Rücktritt im »Dritten Reich« waren die Vorstandsmitglieder der Großbanken von ihm abhängig. Er finanzierte Hitler die Aufrüstung. Wer war dieser widersprüchliche Mann, dieser »Magier« und »Zauberer« des Geldes, wie er von Bewunderern wie Kritikern genannt wurde? Sensationelle Funde in einem russischen Archiv zeigen: Er war keineswegs der uneigennützige Verteidiger jüdischer Unternehmen, sondern beteiligte sich an einem lukrativen Arisierungsgeschäft. Dies ist die erste Biographie über einen der mächtigsten Männer des Dritten Reiches, die wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird. Erstmals werden alle relevanten Quellen über sein Leben und Handeln gründlich ausgewertet. 28-seitiges Booklet mit Fotos inklusive.
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Aufzeichnungen aus dem Versteck: Erlebnisse eines polnischen Juden 1939 - 1946 Frederick Weinstein Gebundene Ausgabe, August 2006 Verkaufsrang: 696835 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Ein einzigartiges Zeitdokument aus Privatbesitz wird nach mehr als sechzig Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht - die Aufzeichnungen eines jungen Mannes über seine Verfolgungdurch die Nazis im deutsch besetzen Polen. Schonungslos beschreibt der jugendliche Autor in seinen Aufzeichnungen die eskalierende, den Betroffenen oftmals widersprüchlich erscheinende judenfeindliche Besatzungspolitik, die brutalen Exzesse Einzelner, denen er als Zwangsarbeiter ausgesetzt ist, die großen und kleinen Nutznießer der Judenverfolgung, die Konflikte der Verfolgten untereinander und die Spannungen innerhalb seiner ganz auf sich selbst zurückgeworfenen Familie. Frederick Weinstein hat überlebt. Aus heutiger Sicht schildert er in einem Anhang sein weiteres Schicksal bis zur Emigration in die USA 1946.
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Der Goldzug Sabine Stehrer Gebundene Ausgabe, April 2006 Verkaufsrang: 135738 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieg schickten die Nationalsozialisten 24 Waggons mit Raubgold ungarischer Juden Richtung Westen. Der Großteil blieb bis heute verschwunden. Mit 3. November 1944 datiert einer der Höhepunkte des ungarischen Holocaust. Der Ministerpräsident erlässt das Dekret Nummer 3840. Es bezeichnet alles jüdische Eigentum als Eigentum der Nation, also Eigentum der Regierung und öffnet Beschlagnahmungen Tür und Tor. Im Dezember soll das Raubgut in den Westen geschafft werden, möglichst weit weg von der heranrückenden Roten Armee. Geladen sind Kisten mit Gold, Goldstaub, Eheringe, Diamanten, Silberbarren, silberne Kandelaber aus Haushalt und Synagoge, Münzen, Gemälde, Briefmarkensammlungen, Bücher, Uhren, Kameras, Violinen
So gut wie nichts davon hat seine rechtmäßigen Eigentümer je wieder erreicht. Zum einen, weil die meisten von ihnen 600.000 ungarische Juden ermordet worden sind, zum anderen, weil sich entlang der Route, die der Goldzug und seine Ladung über Ungarn, Österreich, Frankreich, Deutschland und die USA nahm, unzählige begehrliche Hände an dem Schatz bedienten.
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Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas
Gebundene Ausgabe, Dezember 2000 Verkaufsrang: 582798 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Noch immer - über 50 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches - müssen die Zeugen Jehovas, ähnlich wie Sinti und Roma oder Homosexuelle, im Bewußtsein einer breiteren Öffentlichkeit als vergessene Opfergruppe gelten. Erst in jüngster Zeit wenden sich vermehrt Historiker und KZ-Gedenkstätten dem Thema und dieser Häftlingsgruppe zu, die in den Konzentrationslagern mit einem eigenen, dem lila Winkel, gekennnzeichnet und stigmatisiert wurden. Der Sammelband faßt in 22 Beiträgen von 19 Autoren das facettenreiche Bild der Verfolgung und des Widerstandes der Zeugen Jehovas zusammen. Zugleich werden die neuesten Forschungsergebnisse über diese Häftlingsgruppe in den KZ Wewelsburg, Sachsenhausen und Moringen vorgelegt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verfolgung der weiblichen Mitglieder der Zeugen Jehovas, die unter den Insassinnen der Frauenkonzentrationslager bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs mitunter die größte Häftlingsgruppe stellten. Zwei zusätzliche Beiträge befassen sich erstmals mit der bislang weitestgehend unbekannten Verfolgungsgeschichte der Zeugen Jehovas in der DDR. Etwa 120 - zum überwiegenden Teil erstmals veröffentlichte - Dokumente und Fotos runden den umfangreichen Band ab.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Weiteres Standardwerk neben Garbes Dissertation 5 von 5 Punkten Hesse gibt in seinem Sammelband einen detaillierten Überblick über den aktuellen Forschungsstand über die Verfolgung dieser "vergessenen Opfer" (Garbe) des Holocaust.Der erste Teil des Buches enthält eine Zusammenfassung über die deutsche Geschichte der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas (oder Bibelforscher, wie sie bis in die 30er Jahren genannt wurden). Auffallend ist dabei, daß die Zeugen Jehovas während der über 100 Jahre ihrer Tätigkeit in Deutschland sowohl unter dem Nationalsozialismus als auch unter dessen "antifaschistischen Erben" in der DDR verboten und verfolgt wurden. Zu letzterem Thema beginnen zwei Beiträge in Hesses Zusammenstellung eine Aufbereitung der Geschichte. Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit dem Bemühen der Religionsgemeinschaft, ihre eigene Geschichte aufzuarbeiten und die Gesellschaft auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Dies tun die Zeugen Jehovas seit 1996 mit der Videodokumentation "Standhaft trotz Verfolgung - Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime" und einer gleichnamigen Wanderausstellung, zu deren Entwicklung der Pressesprecher der Wachtturm-Gesellschaft, der gemeinnützigen Verlagsgesellschaft der Religionsgemeinschaft, in Hesses Werk Stellung nimmt. Hesse stellt dabei von Beauftragten der Amtskirchen geäußerte Kritikpunkte den Stellungnahmen von Sprechern der Zeugen Jehovas gegenüber. Das Buch wird durch die Veröffentlichung des Briefwechsels eines KZ-Häftlings sowie einiger von einem ehemaligen KZ-Hdftling gemalter Aquarelle, die die Stadien seiner Verfolgung zeigen, komplettiert. Die damals ca. 25.000 Zeugen Jehovas (oder Ernsten Bibelforscher) wurden bereits 1933 verboten. Sie verweigerten konsequent "Hitlergruß" und Kriegsdienst. Schätzungsweise 10.000 wurden direkt verfolgt, 2.000 wurden in Konzentrationslagern inhaftiert. Zu den 1.200 Todesopfern gehörten über 250, die wegen Kriegsdienstverweigerung hingerichtet wurden. Den Häftlingen aus den Reihen der Zeugen Jehovas wurde oft ein Revers vorgelegt, durch den sie ihrem Glauben abschwören und in die Freiheit gelangen konnten - doch kaum jemand unterschrieb. Hesses Werk "Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas." wird sich sicherlich neben Detlef Garbes mittlerweile in der dritten Auflage erschienenen Abhandlung "Zwischen Widerstand und Martyrium - Die Zeugen Jehovas im 'Dritten Reich'" zum Standardwerk auf diesem Gebiet entwickeln. |
Rom 1943-1944: Besatzer, Befreier, Partisanen und der Papst Robert Katz Gebundene Ausgabe, Januar 2006 Verkaufsrang: 726356 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Rom im September 1943: Zwei Monate nach dem Sturz Mussolinis besetzen die Deutschen die Stadt. Unter dem wachsenden Druck der Besatzer kommt es in Rom zu verzweifelten Aktionen unterschiedlichster Parteien: Agenten des alliierten Geheimdienstes, die inmitten des Feindes agieren; deutsche Diplomaten, die Roms Juden retten wollen; Papst Pius XII., der versuchte, seine geliebte Stadt vor der Zerstörung zu bewahren. Von außen nähern sich die Truppen der Alliierten und machen den Vormarsch auf Rom zu einem Wettlauf um historischen Ruhm. In der Stadt wagen die Widerstandskämpfer immer kühnere Anschläge. Wie Paolo und Elena. Mitten im umkämpften Rom wandeln sie auf einem schmalen Grat zwischen Liebe und Tod.
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Rasse, Siedlung, deutsches Blut. Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS und die rassenpolitische Neuordnung Europas Isabel Heinemann Gebundene Ausgabe, 31. März 1999 Verkaufsrang: 589225 Isabel Heinemann analysiert eine der Schlüsselinstitutionen des SS-Imperiums und deren Rolle bei der NS-Bevölkerungspolitik während des Zweiten Weltkriegs. Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS (RuSHA) war im NS-Staat zuständig für die rassische Überprüfung von SS-Angehörigen sowie ab 1939 von sogenannten Volksdeutschen, von Polen, Russen, Slowenen, Elsässern und Lothringern. Weit mehr als eine Million Menschen aus ganz Europa wurden diesen...
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Versuchungen der Unfreiheit: Die Intellektuellen in Zeiten der Prüfung Ralf Dahrendorf Audio CD, September 2006 Verkaufsrang: 776573 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Warum sind so viele Intellektuelle des 20. Jahrhunderts Faschismus und Kommunismus in die Arme gelaufen? Das Spektrum der Antworten auf diese oft gestellte Frage reicht von Opportunismus und Karrierestreben bis hin zu von Idealismus motivierter Überzeugung. Doch die Frage lässt sich auch umkehren: Warum haben manche allen Versuchungen der Unfreiheit widerstanden? Was besaßen sie, was anderen fehlte? Ralf Dahrendorf lotet in diesem Hörbuch eine Fülle von beispielhaften Biographien aus, um die Ursachen für die Unversuchbarkeit des liberalen Geistes freizulegen. Das Resultat ist eine Tugendlehre der Freiheit, eine brillante Analyse des «liberal mind» und zugleich eine politische Ethik - nicht nur für Intellektuelle. 6 Audio-CDs, 1 Bonus-CD im MP3-Format, Laufzeit 7:20 Stunden.
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Versuchungen der Unfreiheit: Die Intellektuellen in Zeiten der Prüfung Ralf Dahrendorf Audio CD, September 2006 Verkaufsrang: 776573 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Warum sind so viele Intellektuelle des 20. Jahrhunderts Faschismus und Kommunismus in die Arme gelaufen? Das Spektrum der Antworten auf diese oft gestellte Frage reicht von Opportunismus und Karrierestreben bis hin zu von Idealismus motivierter Überzeugung. Doch die Frage lässt sich auch umkehren: Warum haben manche allen Versuchungen der Unfreiheit widerstanden? Was besaßen sie, was anderen fehlte? Ralf Dahrendorf lotet in diesem Hörbuch eine Fülle von beispielhaften Biographien aus, um die Ursachen für die Unversuchbarkeit des liberalen Geistes freizulegen. Das Resultat ist eine Tugendlehre der Freiheit, eine brillante Analyse des «liberal mind» und zugleich eine politische Ethik - nicht nur für Intellektuelle. 6 Audio-CDs, 1 Bonus-CD im MP3-Format, Laufzeit 7:20 Stunden.
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Der Mut zum Überleben. Jüdische Frauen und ihre Familien in Nazideutschland Marion Kaplan Broschiert, Juli 2003 Verkaufsrang: 694467 Eine bahnbrechende Studie zur Judenverfolgung Wie Goldhagen stellt auch dieses Buch die Frage: Was wußten die »ganz normalen« Deutschen von den Verbrechen der Nazis? Die renommierte Autorin Marion Kaplan erzählt diese Geschichte erstmals aus der Sicht der Opfer: mit den Worten jüdischer Frauen, anhand zahlreicher bislang kaum ausgewerteter Briefe, Tagebücher, Erinnerungen und Interviews.
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..und morgen die ganze Welt...: Erdkundeunterricht im Nationalsozialismus Henning Heske Gebundene Ausgabe, Januar 2008 Verkaufsrang: 1019233 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 8 Tagen. Heskes Recherchen fördern eine Fülle von unbekanntem Material ans Licht, das auf eindrucksvolle Weise belegt, dass die übereifrig betriebene Anpassung des Erdkundeunterrichts an den Nationalsozialismus weit mehr war als nur eine Anpassung. Auf der Grundlage der NS-Ideologie entwickelten Erdkundelehrer und Fachdidaktiker einen vornehmlich auf Indoktrination ausgerichteten Erdkundeunterricht, in dessen Zentrum eine neuartige völkische Lebensraumkunde stand, die sich auf eine Blut und Boden-Heimatkunde gründete und Rassenkunde, Geopolitik, Kolonialgeographie sowie Wehrgeographie miteinander verband.
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Blitzkrieg gegen den Krebs: Gesundheit und Propaganda im Dritten Reich Robert N. Proctor Gebundene Ausgabe, März 2002 Verkaufsrang: 505071 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. War die Moral der Nationalsozialisten doch vielschichtiger, als wir glauben? Kann gute und nützliche Forschung aus einem Terrorregime kommen? Was könnte dies über die Gesundheitspolitik in unserer heutigen Gesellschaft verraten? Proctor ist der Ansicht, dass wir das Dritte Reich differenzierter betrachten müssen, als wir dies bisher taten. Aber das bedeutet auch, dass die fortschrittliche und weitblickende Gesundheitspolitik der Nationalsozialisten im Grunde derselben Ideologie entstammte wie ihre medizinischen Verbrechen: dem Ideal eines rassisch reinen Utopia, das nur den gesunden Deutschen vorbehalten war. Nach der Veröffentlichung einer früheren bahnbrechenden Arbeit über die Greueltaten der Nazi-Ärzte verfasste Proctor dieses Buch, denn er hatte Dokumente entdeckt, wonach die Nationalsozialisten die aggressivste Anti-Raucher-Kampagne in der modernen Geschichte führten. Weitere Forschungen ergaben, dass die Regierung des Dritten Reiches eine breite Palette von Massnahmen zur Volksgesundheit beschloss, darunter gegen Asbest- und Strahlenbelastung, Pestizide und Lebensmittelfarben. Die Gesundheitsbehörden erliessen strikte Vorschriften für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz und förderten bestimmte Nahrungsmittel wie Vollkornbrot und Sojabohnen. Diese praktischen Massnahmen gingen Hand in Hand mit Gesundheitspropaganda, die zum Beispiel den Körper des Führers und dessen Lebensstil als Nichtraucher und Vegetarier zum Ideal erhob. Proctor zeigt auf, dass 'Krebs' auch zur gesellschaftlichen Metapher gewählt wurde. Die Nationalsozialisten zeichneten die Juden und andere 'Volksfeinde' als 'Krebsgeschwür', das aus dem deutschen Volkskörper herausgeschnitten werden musste.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Keine Verklärung, keine Verdrängung - Geniale AUFKLÄRUNG ! 5 von 5 Punkten Im Zuge der schlagzeilenträchtigen US-Prozesse gegen die dortige Zigarettenindustrie kam - wenn auch nur am Rande - eine bis dato selbst in Fachkreisen vergessene Tatsache ans Licht: Dass nämlich der ursächliche Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs schon Anfang der 1940er Jahre nachgewiesen wurde. Das geschah in Nazi-Deutschland, im Zuge der Kampagne zur "Stärkung der Volksgesundheit", eindeutig im Kontext der nationalsozialistischen Ideologie. Es waren deutsche Wissenschaftler, die diese Pionierleistung vollbrachten, die meisten davon überzeugte Nazis.- "Ausgerechnet die?!" möchte man fragen ... - Wenn man Robert N. Proctors ausgewogene, sorgfältig recherchierte Analyse der NS-Sozialmedizin gelesen hat, lautet die reichlich erschütternde Antwort: "JA, ausgerechnet DIE!" Denn wie der Autor auf spannende und sympathische (weil bisweilen auch seinen Selbstzweifeln Raum gebende) Art ausführt, waren die häufig verdrängten *Erfolge* der NS-Medizin untrennbar mit den übrigen (Schatten-)Seiten des Nazisystems verbunden - oder um einen treffenden Ausdruck aus dem Buch zu verwenden: Die mitunter heute noch "vorzeigbaren" Resultate der damaligen Wissenschaft bilden die "B-Seite des Nationalsozialismus". Damit leistet Proctor einen unschätzbaren Beitrag zur Richtigstellung des verständlichen, historisch aber unhaltbaren Grundfehlers gängiger Deutungen. Denn es gab (natürlich!) nicht die "bösen Nazis" auf der einen Seite und die "schweigende Mehrheit" der Nation (hier: der Wissenschaftler) auf der anderen. Statt dessen waren die Übergänge mindestens fließend, und etliche hochrangige Personen vereinten beide Seiten in sich - es könnte sogar gut sein, dass dies praktisch auf ALLE deutschen Forscher jener Jahre mehr oder weniger zutraf. Nicht im Sinne von "außen vorsichtshalber Nazi, innen Wissenschaftler" - auch mit dieser Fiktion rechnet Proctor ab - sondern als Gemeinschaft Gebildeter, die sich großenteils durch NS-Gedankengut bzw. -überzeugungen definierte! Man muss bedenken, dass dies bestimmt in ähnlicher Art und Weise auf die gesamte Gesellschaft zutraf. Dabei war das Spektrum breit gefächert: Von Naturheilkunde-Anhängern über Gesundheitserziehungs-Pioniere und Tabakgegner ... bis eben hin zu den Euthanasie-Verfechtern. Es gab real *KEINE* "typische Nazi-Medizin" oder durchgängig angewandte NS-Gesundheitspolitik; folglich gab es keine abgegrenzte, "beschränkte NS-Forschung" (-> obwohl viele Akteure nach dem Krieg zwecks persönlicher Entlastung bewusst Fakten verzerrten; ein Beispiel: die behauptete "Nazigegnerschaft" von Medizin-Außenseitern, "Heilern" etc., weil NS-Führer - z.B. Goebbels - zeitweise gegen "Scharlatane" vorgingen || das Gegenbeispiel: der Geistheilungs-, Erdstrahlen-Wahn usw. von Heß und anderen). - Vielmehr galt der Nationalsozialismus den allermeisten Menschen, d.h. auch der deutschen Medizin-Elite, als "Sieg der Vernunft", als "höchste Stufe der Aufklärung" (= daher der Name des Goebbels-Ministeriums!). Eine gruslig-faszinierende Parallele zur offiziellen "Weltanschauung" des späteren SED-Staats DDR: Die Ideologie galt v.a. wegen ihrer *Wissenschaftlichkeit* als ZWINGENDE Anleitung zum umfassenden Handeln, individuell und im Kollektiv (= der Volksgemeinschaft, deren "Volkskörper" die NS-Medizin zuvorderst zu sanieren suchte). Ich werde gewiss nicht der einzige Leser sein, der nach dieser Lektüre Proctors Argumentation folgt - denn der Autor weiß zu überzeugen. Und das völlig ohne den "erhobenen Zeigefinger", der bei NS-Themen oft ins Spiel kommt, speziell wenn hiesige Autoren sich der Dinge annehmen. Interessant ist, dass die erwähnte Verkürzung der deutschen Gesellschaft (und Forschung) jener Zeit auf "Nazis vs. unbeteiligte Mehrheit" wohl auch in den USA üblich ist. Denn anders lässt sich Robert N. Proctors Motivation nicht erklären, wenn er an einem berühmten Beispiel (das angesichts des Themas naheliegt) diese Mechanismen nachweist: Nämlich an den Schattengefechten um die "mit barbarischen Methoden gewonnenen Erkenntnisse der NS-Medizin", worunter sich die Öffentlichkeit (evtl. in Amerika mehr als hierzulande?) "bedeutende Resultate" vorzustellen scheint, die "wegen der Umstände ihres Zustandekommens" - z.B. durch Menschenexperimente in KZs - nicht verwendet werden (dürften). Dazu Proctors nüchterne Bilanz: Es gibt einige wenige Fälle, wo solche inhumanen Versuche tatsächlich Erkenntnisse erbrachten, die sich auf irgendeine Art verwerten ließen. Das Entscheidende daran: Sie WURDEN nach 1945 auch verwertet! Das betrifft z.B. die "flugmedizinischen Untersuchungen" in Dachau, derer sich Engländer und Amerikaner bedienten, oder andere Forschungen, die (Stichwort "Operation Paperclip") ins Arsenal der CIA und anderer Geheimdienste einflossen. Ein Beispiel aus dem deutschsprachigen Raum ist die aufgedeckte Entstehungsgeschichte des mittlerweile berüchtigten "Pernkopf-Atlas" der Anatomie, welcher unter Verwendung der Leichen von Naziopfern erstellt wurde. Dass der Autor weitere unentdeckte Fälle (verständlicherweise) nicht ausschließen kann - was er mit entwaffnender Direktheit formuliert - mutet ggf. wie ein Fehler seiner Argumentation an. Doch gäbe es gemessen an der Dimension der allgemein bekannten Nazi-Verbrechen schwerlich Raum für Spekulationen, welche Grausamkeiten "noch in Archiven schlummern" sollten oder ggf. der "Verwertung" harren. Proctor erörtert also diese wenigen, halbwegs populären Fälle - und bald zwangsläufig kommt der Leser zur selben Frage wie der Autor: Da mit diesen speziellen Verbrechen nicht etwa die "Spitzen eines Eisbergs" bekannt wurden, sondern eher konkrete Auswüchse, was hat dann die NS-Medizinforschung sonst in jenen 12 Jahren getrieben? Die Antwort sollte nun klar sein: Die NS-Mediziner verfolgten die damals üblichen Ansätze - oft *Fehlentwicklungen* (bspw. begann die "Rassenlehre" ihren Aufstieg beileibe nicht 1933, sondern fand dann ihre radikale _Umsetzung_ ... durch NS-fanatisierte Wissenschaftler (!) im Verein mit Polit-Verbrechern, die sich ebenso auf die vermeintliche "Wissenschaft" beriefen). Im Endeffekt liefert uns Robert N. Proctor mit diesem jederzeit exzellent lesbaren Werk, seiner bestechenden Argumentation, den unzähligen (> gekonnt eingesetzten) Fußnoten mit streckenweise einzigartigen Quellen eine unvergleichliche und fraglos sehr empfehlenswerte Darstellung eines perfiden totalitären Systems. Dieses erschien weder "plötzlich" auf der Bildfläche noch existierte es "neben"/"außerhalb" der deutschen Bildungselite, sondern nahm diese wie wohl fast das gesamte Volk für sich ein - weil sich die Ideologie aus den Wünschen der Masse nach "Gewissheit", "Klarheit" und den brutalen, aber scheinbar unausweichlichen Antworten der schon zuvor nie hinterfragten Technokratie speiste. Somit ermöglichte nicht nur das gesellschaftliche Klima der 1930er Jahre, sondern zumindest ebenso das Selbst-Bewusstsein der Deutschen als damals "führende Wissenschaftsnation der Welt" die fatale Machtergreifung der Nazis samt der absehbaren Vereinnahmung aller Lebensbereiche durch rücksichtslose, fanatische - totalitäre - Maßnahmen im Namen des "Fortschritts". Genauso brach sich der im Rückblick schier unfassbare Führerkult Bahn, und in der Konsequenz gleichfalls die noch unfassbareren Greueltaten - darunter quasi *folgerichtig* die industrielle Menschenvernichtung ab ca. 1939 ("Euthanasie") bzw. 1941/42 ("Endlösung der Judenfrage"). Für ein Buch, das sich primär mit der NS-Krebsbekämpfung befasst, sind das absolut frappierende Einsichten. Sie schälen sich schlussendlich klar heraus, ohne dass der Verfasser dozierte oder gar einen allseitigen Erklärungsanspruch verträte. Diese Meisterleistung von Robert N. Proctor wird durch den leider misslungenen deutschen Titel nicht wirklich geschmälert. |
Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945 Ernst Klee Gebundene Ausgabe, September 2003 Verkaufsrang: 538823
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Wenig ausgewogen 1 von 5 Punkten Die Stärken dieses Personenlexikons liegen auf Klees ureigenem Arbeitsgebiet, der Medizingeschichte und den Natur- und Humanwissenschaften. Es gibt kaum einen Arzt, Internisten, Physiologen, Chirurgen, Psychiater, Biologen, Chemiker, Physiker und Pharmakologen, dessen Wirken im NS-Staat Klee nicht nachzeichnet. Deutlich unterrepräsentiert ist der deutsche Widerstand gegen Hitler. Einträge zu vielen Personen, die im Kampf gegen den Nationalsozialismus ihr Leben ließen, wird man in diesem Personenlexikon vergeblich suchen. Andere Mitglieder des Widerstands werden viel zu knapp abgehandelt. Oftmals belässt es Klee dabei, Daten zur Kooperation dieser Personen mit dem NS-Staat zuzammenzutragen, ohne deren Rolle im Widerstand angemessen zu würdigen. Ähnliche Lücken bestehen im Bereich von Film, Theater, Fernsehen und Propaganda, also beim Kulturapparat des NS-Staates. Dies sind beileibe keine Einzelfälle in diesem wenig ausgewogenen Lexikon. Vielmehr zeigt sich darin, dass Klee die einzelnen gesellschaftlichen Funktionsbereiche - also Politik, Wirtschaft, Justiz, Wissenschaft, Kunst, Religion, Erziehung und Medien - sehr ungleichgewichtig behandelt. Darüber hinaus ist eine große Zahl der Personeneinträge inhaltlich von schlechter Qualität. Viele Angehörige der SS werden in wenigen Zeilen abgehandelt, die nur rudimentärste Angaben zu Berufsstationen und Dienstgraden beinhalten. Manche dieser Einträge muten so an, als habe Klee sie aus Personenglossaren der einschlägigen Sekundärliteratur abgeschrieben. In anderen finden sich wiederum Unwichtiges oder gar Unrichtiges. Theodor Oberländer wird als rechtsstaatlich verurteilter NS-Täter präsentiert, obwohl er letztinstanzlich 1998 von allen Anklagepunkten freigesprochen wurde. Wenig gehaltvoll sind auch einige Einträge zur politischen Elite. Adolf Hitler widmet Klee ganze 18 Zeilen und damit in etwa denselben Umfang wie Werner Köster, dem Fachspartenleiter Nichteisenhaltige Metalle in der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Beim Eintrag zu Joseph Goebbels erfährt man einiges über die luxuriösen Herrensitze des Propagandaministers, wenig hingegen über seine rastlosen Aktivitäten während des Krieges. Ähnliches gilt für Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop sowie für Reichsfinanzminister Lutz Graf Schwerin von Krosigk. Zu oft hat Klee kein Gespür dafür, welche Informationen wichtig (und daher mitteilenswert) sind und welche nicht. Ein weiteres Problem ergibt sich auch aus dem Anspruch des Lexikons, die Nachkriegskarrieren der NS-Eliten nachzuzeichnen. Unklar bleibt, wie viele der von Klee porträtierten Personen nach 1945 keine beruflichen Nachteile erlitten oder gar besser dotierte berufliche Stellungen erklommen, obwohl sie vorher zu den NS-Eliten gezählt hatten. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn Klee diese Frage in einem einleitenden Beitrag aufgegriffen und eine kritische Synthese der einschlägigen Literatur zum Thema versucht hätte. Dadurch wäre dem Leser zu vermitteln gewesen, welche NS-Eliten denn eigentlich nach dem Zweiten Weltkrieg Karriere machten und welche nicht. Bei Klee entsteht der Eindruck, die gesamte Trägerschicht des NS-Staates sei nach 1945 ungeschoren geblieben oder habe sich nahtlos in die beiden neuen deutschen Staaten eingefügt. Das vorliegende Personenlexikon ist deshalb nur sehr eingeschränkt zu empfehlen, da es eben oft nur einen verzerrten Blick auf die Lebensgeschichte der Porträtierten erlaubt. Es gibt eine ganze Reihe von Nachschlagewerken, die weitaus informativer und ausgewogener sind.
Hoher Nutzwert - fundiertes Nachschlagwerk zu Personen im NS 4 von 5 Punkten Ernst Klee, bekannt geworden mit bahnbrechenden Studien zur Euthanasie, dem Behindertenmord im Dritten Reich, hat ein Werk vorgelegt, zu dem die etablierte Geschichtswissenschaft bisher nicht in der Lage war: Kurzbiografien zu 4300(!) führenden Persönlichkeiten im Nationalsozialismus. Angegeben wird jeweils die Funktion, der Dienstgrad (incl. SS-Karriere), die wichtigsten Tätigkeitsbereiche sowie die Stellung des Betreffenden nach 1945. Recherchiert hat Klee in verschiedensten Archiven, ganz besonders in den Akten der ehemaligen Ludwigsburger Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen, der heutigen Außenstelle des Bundesarchivs. Ein besonderer Service sind soweit möglich akribische Literaturangaben unter die tausendfachen Kurzbiografien, die weitere Recherchen ermöglichen. Dass bei einer solchen Sisyphus-Arbeit Fehler nicht ausbleiben, versteht sich. Einige hochrangige Funktionsträger des NS-Regimes fehlen, z.B. Paul Karl Schmidt, Pressechef im NS-Außenministerium 1940-1945, der nach 1945 als Bestsellerautor "Paul Carell" zu Hitlers Russlandfeldzug reüssierte. Eine weiter Schwäche ist die Überrepräsentiertheit von Medizinern und die Unterrepräsentiertheit von Offizieren im Lexikon. Dies schmälert den überaus hohen Nutzwert des Personenlexikons jedoch nicht, zumal jeder kurze Artikel nicht nur eine hohe Dichte an Sachinformationen enthält, sondern Klee zudem ausgesprochen lesbar schreibt. |
Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945. Das Buch zur ARD-Fernsehserie Norbert Frei Taschenbuch, Januar 2001 Verkaufsrang: 459287 Dieselbe Person macht Karriere im Terrorregime der Nazis und im rechtsstaatlichen System der Bundesrepublik? Wie das -- gab es nach dem Zusammenbruch des NS-Systems nicht umfassende Entnazifizierungsbemühungen? Die historische Realität sah allzu oft anders aus: Viele erfolgreiche Karrieren wurden nahezu nahtlos vom Dritten Reich ins Nachkriegsdeutschland überführt. Dies ging meist einfacher als man es sich heute vorstellt. Der bekannte Historiker Norbert Frei (Der Führerstaat) beschreibt in Karrieren im Zwielicht "die Nachgeschichte des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik". Im Zentrum seiner ernüchternden Studie stehen fünf gesellschaftspolitisch relevante Gruppen und ihre berufliche Situation nach 1945: Mediziner, Offiziere, Juristen, Unternehmer und Publizisten. Sie hatten alle ihre ganz eigenen Wege der "Vergangenheitsbewältigung", selbstkritische Auseinandersetzung blieb dabei die Ausnahme. Die Regel war ein Geflecht aus Vertuschen, Totschweigen, Schönreden und angeblichem Befehlsnotstand. Dies sicherte angesichts einer halbgaren alliierten Entnazifizierungspolitik sowie langwährendem bundesrepublikanischen Justizstillstand Laufbahn inklusive Vermögen, etwa bei den Familien Krupp oder Neckermann. Der Leser kann sich nur angewidert schütteln angesichts von Karrieren wie der eines bis 1960 unbehelligt arbeitenden Universitätsprofessors für Kinderheilkunde, der behinderte Patienten als "Monstren" oder "seelenlose Wesen" ansah. Frei und seine Mitautoren (nur das Schlusswort stammt von Frei selbst) öffnen den Giftschrank der deutschen Geschichte -- herausgekommen ist ein Buch, das den "Nachkriegskonsens der Schweigekartelle" endgültig brechen dürfte. Eine große Leistung für einen Band, der "nur" Begleitmaterial einer TV-Dokumentation ist. Die Autoren vermieden jedoch das genretypische Anheften ihrer Erkenntnisse an wenige plakative Einzelschicksale, sie erstellten einen aussagekräftigen Gesamtüberblick. Dessen schieres Erscheinen belegt eine zentrale -- und ermutigende -- Aussage des Buches: "Trotz kollektiven Beschweigens und Vertuschens erfüllte sich die Hoffnung auf das große Vergessen nicht". --Joachim Hohwieler
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Unbedingt empfehlenswert 5 von 5 Punkten Wissenschaftlich fundiert UND verständlich, sachlich UND fesselnd verfasste Geschichtsliteratur - gibt es die? Ja! Prof. Dr. Norbert Frei und seinen CoAutoren gelingt dies beeindruckend. Beispielsweise bei der Schilderung von Unternehmerkarrierien vor und nach 1945 oder Journalisten, die den Vernichtungskrieg propagierten und nach dem Ende des Nationalsozialismus als "Verteidigungskrieg" verharmlosten. So z.B. der NS-Pressesprecher Ribbentrops und SS-Obersturmbannführer Paul Karl Schmidt alias Paul Carell, der noch 1944 Tipps für die propagandistische Rechtfertigung der Deportation und Vernichtung der Juden in Ungarn gab (S.268ff.). Aber auch alle anderen Fallbeispiele sind lesens- und nachdenkenswert. Das Werk ist unbedingt zu empfehlen!Wigbert Benz |
Die Nazis in Chile Victor Farias Broschiert, Juli 2002 Verkaufsrang: 903541 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Victor Farias führt in "Die Nazis in Chile" auf exemplarische Weise die außenpolitische Expansionsstrategien des NS-Staates vor. Neben der ausführlichen Erörterung zahlreicher Aspekte der Verflechtung nationalsozialistischer und chilenischer Interessen geht Farias auch auf die politische Glaubwürdigkeit Salvador Allendes ein, mit dessen Wissen Chile über Jahre international gesuchte Naziverbrecher vor ihrer Auslieferung und Verurteilung beschützte. Dass das Buch darüber hinaus weiteren Zündstoff für eine Diskussion in Deutschland bietet, belegen auch die Enthüllungen hinsichtlich der Rolle, die das renommierte Iberoamerikanische Institut in Berlin seinerzeit spielte, oder die Tatsache, dass einige der in Farias' Buch genannten Anthropologen ihre Karriere nach 1945 unbehelligt an deutschen Hochschulen fortsetzen konnten.
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Deutsche Soldaten, nationalsozialistischer Krieg? Kriegserlebnis - Kriegserfahrung 1939-1945 Klaus Latzel Gebundene Ausgabe, August 1998 Verkaufsrang: 607631
| Der Reichstagsbrand: und der Prozess vor dem Reichsgericht
Gebundene Ausgabe, Dezember 2005 Verkaufsrang: 626288 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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Der Faschismus und seine demokratische Bewältigung Konrad Hecker Nicht gebunden, 1996 Verkaufsrang: 782187
| Wegbereiter des deutschen Faschismus. Die Jungkonservativen in der Weimarer Republik Joachim Petzold Broschiert, 1983 Verkaufsrang: 926549
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