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Die Kunst, Recht zu behalten: In achtunddreißig Kunstgriffen dargestellt - Arthur SchopenhauerDie Kunst, Recht zu behalten: In achtunddreißig Kunstgriffen dargestellt
Arthur Schopenhauer

Taschenbuch, Juni 1995
     Verkaufsrang: 16830      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Kunst, Recht zu behalten: Schopenhauers Argumentationstechnik, die einzig dem Zweck dient, ohne Rücksicht auf die Wahrheit aus Streitgesprächen siegreich hervorzugehen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Eine polternde Selbsterkenntnis      5 von 5 Punkten
Die alten Griechen hatten ja für alles Götter, und so war Eris die Göttin der Zwietracht. Insofern macht Schopenhauers Vorspann „Eristische Dialektik" zu seinen „Kunstgriffen", ein Streitgespräch für sich zu entscheiden, einen besonderen Sinn. Er definiert den Begriff Eristische Dialektik als „die Kunst zu disputieren, und zwar so zu disputieren, dass man Recht behält, also [mit rechten wie mit unrechten Mitteln]".

Überhaupt ist für Schopenhauer "Dialektik" ohnehin schon nichts anderes, als eben eine Methode, die dazu dient, Recht zu behalten, auch wenn man gar nicht Recht hat, dafür aber um jeden Preis. Somit ist „eristische Dialektik" beinahe als Tautologie zu fassen. Scharf trennt er damit seinen Begriff der Dialektik von denen der anderen Philosophen wie Aristoteles, Kant und Hegel und natürlich auch Marx. (Hier muss ich aber Schopenhauer Abbitte tun, indem ich den ihm verhassten Hegel einen „Philosophen" nenne - gewiss würde er sich mit einem gewaltigen Rumpeln im Grabe umdrehen, könnte er dies lesen...)

In seinem Werk „Die Kunst, Recht zu behalten" eröffnet uns Schopenhauer eine ganz eigene Welt des Disputierens - des Rechthabens auf Teufel komm raus, wie wir heute sagen würden. Dieser eigenwillige Gedankenkünstler, oft zu Unrecht als greiser Polterer unter den Philosophen abgetan, führt uns in aller Kürze eine Fülle von Techniken vor Augen, mit denen der Kontrahent eines Streitgesprächs zunächst gnadenlos als Gegner ausgemacht, als solcher unerbittlich in die Enge getrieben und schließlich (in jedem - ausgenommen dem physischen Sinn) „vernichtet" wird. Mit seinem scharfen Urteil kategorisiert er diese Kniffe und belegt sie teilweise mit Beispielen aus eigenen Streitgesprächen.

Dies alles klingt ziemlich militant; hätte Schopenhauer aber auch nur im Entferntesten ahnen können, in welchem Übermaß diese 38 Kunstgriffe in unserer heutigen medienlastigen Zeit bewusst oder unbewusst bis zum Erbrechen Anwendung finden, dann bin ich mir nicht sicher, ob er sich darüber gefreut hätte, in wie weit er selbst (mal wieder) Recht hatte, oder ob er sich eher darüber ereifert hätte, dass auch jeder andere immer nur selbst Recht haben will. Wahrscheinlich beides.

Schopenhauer will uns aber insofern etwas beruhigen (vielleicht auch sich selbst), indem er die Rechthaberei in den Bereich „zur menschlichen Natur gehörig" rückt und dabei das Hobbes-Zitat anführt: „Alle Herzensfreude und alle Heiterkeit beruht darauf, dass man Menschen habe, im Vergleich zu welchen man hoch von sich denken kann." Also können wir gar nicht anders? Vielleicht - aber Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich die Grundvoraussetzung zur Besserung...

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Philosophie der Technik. Eine Einführung - Peter FischerPhilosophie der Technik. Eine Einführung
Peter Fischer

Broschiert, Mai 2004
     Verkaufsrang: 7434      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Von der Wiege bis zur Bahre – das war einmal eine Wendung, die unsere Zeit auf Erden beschrieb. Heute könnte es heißen: vom Genzeugnis der Eltern bis zum Ganzkörperplastinat. Zugleich wird durch Satellitenkommunikationstechnik und E-Commerce das globale Dorf geschaffen. Die Technisierung der Lebenswelt ist selbstverständlich geworden. Der Autor thematisiert als Philosophie den Begriff der Technik, Gestaltung des Technischen, Technik und Gesellschaft sowie Technik und Moral.



Zur Genealogie der Moral: Eine Streitschrift - Friedrich NietzscheZur Genealogie der Moral: Eine Streitschrift
Friedrich Nietzsche

Taschenbuch, Januar 1988
     Verkaufsrang: 16396      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Übermenschlich      5 von 5 Punkten
Einen besseren Einstieg in Nietzsches Denken kann man sich gar nicht träumen lassen. Zwar ist der Zarathustra sein Hauptwerk, doch habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass man den Zarathustra nur mit seinen anderen Werken im Hinterkopf so richtig verstehen kann.
Für diesen Preis sollte man sich das Werk auf jeden Fall zulegen, zumal man es sicherlich nicht nur einmal lesen wird.
Oft lese ich Nietzsche einfach nur, um mich an seinem ihm ganz eigenen, unverwechselbaren Sprachstil und seiner Suggestionskraft zu ergötzen. Vor allem dieses Buch ist zu solchem Zwecke gleich zur Hand.
Inhaltlich legt er eine kühne Moralgeschichte und Moralwertung vor, die an Sprengkraft seinesgleichen sucht.

für nietzsche-liebhaber ein muss, für einsteiger empfehlenswert      5 von 5 Punkten
die genealogie der moral ist ein ausgezeichneter einstieg in nietzsches werk, da hier die grundlegenden aspekte seiner philosophie angerissen und beleuchtet werden. der überaus gelungene stil verleitet leicht dazu, das werk als bettlektüre zu "missbrauchen" und wesentliche gedanken zu überlesen, da man oft von der amüsanten sprache hingerissen wird. dabei steckt sehr viel mehr hinter den worten, als man beim ersten lesen vermutet. interessant ist es auch, wenn man die gedanken der genealogie mit späteren werken vergleicht.
fazit: für philosophiestudenten und -interessierte eine basislektüre, aber auch für "normalsterbliche" empfehlenswert!

Der Einstieg in Nietzsches Denken      5 von 5 Punkten
Die Genealogie zur Moral ist, abgesehen von Nietzsches Debut-Werken, das einzige Buch in welchem seine Aphorismen gegliedert und geordnet geschrieben sind. Ob Gilles Deleuze recht hat in dem er sagt, dass dieses Buch eine Antwort auf Kants "Kritik der reinen Vernunft" sei, das mag dahingestellt sein, doch scheint mir dieses Buch der bestmöglichste selbstständige Einstieg in Nietzsches Denken zu sein.


Authentische Körpersprache - Stefan SpiesAuthentische Körpersprache
Stefan Spies

Gebundene Ausgabe, Dezember 2004
     Verkaufsrang: 18562      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Unser Körper redet mit: Unsere Wirkung auf andere hängt zu 55 Prozent von unserer Körpersprache, zu 38 Prozent von unserer Stimme und nur zu 7 Prozent von dem ab, was wir sagen. Deshalb ist es so wichtig, die verschiedenen nonverbalen Signale – eigene und die anderer – zu erkennen und zu verstehen. Sie ermöglichen uns, Schlüsselsituationen des beruflichen Alltags wie Meetings, Verkaufsgespräche, Verhandlungen und Vorstellungsgespräche erfolgreich zu meistern, verborgene Hierarchien und Machtkämpfe zu verstehen, gezielter/sensibler auf Mitarbeiter und Kunden zu reagieren sowie andere mit unserem Vortrag zu begeistern. Dieses Buch hilft, die eigene Präsenz durch den gezielten Einsatz von nonverbaler Kommunikation zu erhöhen und so stets souverän und überzeugend aufzutreten. Dabei ist es dem Autor besonders wichtig, dass die Menschen authentisch wirken und nicht auf ihre äußere Wirkung hin „dressiert“ werden. Zahlreiche Beispiele, Übungen und Fotos erleichtern die Anwendung in der Praxis.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Praxisgerecht und anschaulich      5 von 5 Punkten
Auch von mir 5 Sterne für "Authentische Körpersprache". Grundlage des Buches ist, daß die Körpersprache die innere Haltung wiederspiegelt. Anschaulich, praxisgerecht für den beruflichen Alltag, eingängig und logisch aufgebaut, kommt also viel Hintergrundwissen zu Gruppendynamik und Soft Skills. Das Buch macht eigene und fremde Verhaltensweisen im Beruf bewußt - der erste Schritt um Körpersprache als Kommunikationsmittel zu begreifen. Darüber hinaus liefert es auch konkrete Empfehlungen für den weiteren Umgang mit vielen typischen Kommunikationssituationen. Quer- oder durchgelesen - immer ein Gewinn!


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Über die Kriegskunst: Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft - Sun TsuÜber die Kriegskunst: Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft
Sun Tsu

Gebundene Ausgabe, Februar 2005
     Verkaufsrang: 16679      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Rund 500 Jahre vor Christi Geburt schrieb der chinesische General Sun Tsu für seinen Kaiser eine wissenschaftliche und gleichzeitig philosophische Abhandlung über die Kunst des Krieges. Seine Ansichten gliederte er in 13 Kapitel und innerhalb dieser Kapitel legte er zwischen 14 und 68 Thesen dar. Über sein Leben ist so gut wie nichts bekannt. Fest steht jedoch, dass der Mann, der seine Erkenntnisse auf Bambusstäben niedergeschrieben hatte, kein Freund des Krieges war. Gleichzeitig jedoch war er sich seiner schieren Unvermeidlichkeit bewusst. Sun Tsus Thesen beeinflussten die asiatische Kriegsführung über Jahrhunderte hinweg. Im 20. Jahrhundert entdeckte auch der Westen die Weisheiten des Generals aus der Provinz Ghi. Hier jedoch wurden sie weniger für bewaffnete Konflikte herangezogen, als vielmehr für die "Schlachten des Alltags" - für die Geschäftswelt beispielsweise.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Ein philsophischer Ratgeber für aggressive Konfliktbewältigung      5 von 5 Punkten
Dieses über 2500 Jahre alte Werk des Philosophen und Generals Sunzi gehörte einst zu den Grundlagen für Maos Schriften über die Prinzipien der chinesischen roten Armee und war schon Jahrhunderte zuvor in Russland erhältlich. Es ist ein Werk dass kaum an Wert verloren hat. Der philosophische General beschäftigt sich darin mit allen Aspekten der Kriegsführung und tut dies in einer kompetenten und verständlichen Weise. Wer Die Kunst des Krieges liest wird verstehen dass sein Schreiber mehr vom Kriegshandwerk verstanden hat, als viele der heutigen Generäle. Napoleon höchstpersönlich soll sich sogar mit Sunzis Kunst des Krieges befasst haben, doch auch er beging einen Fehler, als sich den Prinzipien dieser Kriegsphilosophie widersetzte. Bei Waterloo bekam er dann dafür die Rechnung präsentiert.

Mit diesem Buch wurden unumstößliche Grundsätze zur effizienten und erfolgreichen Kriegsführung geschaffen. Würde man sich ähnlich wie bei anderen philosophischen Schriften an den Inhalt halten und die vorgegeben Regeln einhalten, so könnte man sich zahlreiche Verluste an Menschenleben und Material ersparen.

Die Philosophie des Sunzi ist die eines der großen weisen Meister, wie Konfuzius, jedoch auf die Kriegsführung bezogen und durchführbar. Seine Ratschläge würden sich ohne weiteres auch heute noch einsetzen lassen und es wäre möglich dadurch Debakel wie sie die amerikanischen Truppen sehr häufig erleben zu verhindern (alleine indem man mehr Informationen sammelt und sich nur auf Schlachten einlässt in denen man den Gegner kennt und die Schlachtfelder selbst wählen kann). Jedenfalls ist diese Schrift noch immer aktuell, da Kriege nicht mehr bloß auf dem Schlachtfeld geführt werden. Die grundlegenden Prinzipien Sunzis lassen sich im gesamten Leben und damit auch alltäglichen Konflikten verwenden. Wie es bei philosophischen Schriften eben so ist, so gilt auch hier über die Lektionen nachzusinnen, um sie zu verstehen und richtig einsetzen zu können.

Fazit:
Ein überzeugendes Werk und hervorragender Ratgeber für aggressive Konfliktbewältigung, mit strengen Prinzipien.


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Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? - Rudolf SteinerWie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?
Rudolf Steiner

Broschiert, 2005
     Verkaufsrang: 5633      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)

Geduld, Übung, Stärkung des höheren Selbst      5 von 5 Punkten
Ich habe die Ausgabe 1920 gelesen. Rudolf Steiner zeigt hier durch eine klare Sprache auf wie der Schüler der Geheimwissenschaft seinen Weg zu gehen hat. Welche Hürden zu nehmen sind und wozu die Vorbereitung für den Eintritt in die höheren Welten erforderlich ist.

In klaren Worten werden die Voraussetzungen definiert, die der Schüler mitbringen soll um erfolgreich zu sein. Es werden Parallelen zu den Lehren der anderen Weltreligionen aufgezeigt und die Zusammenhänge leicht gestreift.

Ebenso werden Bilder aufgezeigt von den Schwellen, die der Schüler auf seinem Weg in diese höheren Welten durchschreiten muss.

Als Ziel kann zusammenfassend angegeben werden. Verlasse das Ego, erkenne in allen mit Leben durchflossenen deine "Brüder und Schwestern" und stehe diesen in Ihrer Entwicklung in die höheren Welten bei. Willst Du den Weg nur mit deinem Ego beschreiten so wirst Du einen bestimmten Punkt der Entwicklung nicht überschreiten können. (Ähnliches tat auch Sri Aurobindo in einer Selbstreflexion kund).

Fazit: für alle Menschen, die an einer Entwicklung Ihres Selbst arbeiten/interessiert sind der für mich klarste und beste Wegbeschreiber in deutscher Sprache.


Unvoreingenommenheit üben      3 von 5 Punkten
Das Buch stellt einen ausgezeichneten Gegenstand dar, um mit Steiners Übung der Unvoreingenommenheit zu beginnen und vorschnelles Urteilen und Kritisieren einzustellen. Denn was Steiner einem zumutet, braucht ein ordentliches Maß dieser Fähigkeit. Sonst landet das Buch schnell ungelesen in der Ecke.

Steiner beschreibt eine Reihe von Übungen und Schulungen, denen man sich unterziehen muss, wenn man Einblicke in höhere Welten erlangen möchte. Diese Übungen sind zunächst noch gut nachzuvollziehen, man kennt sie in ähnlicher Form zum großen Teil auch aus anderen spirituellen Schulen. Steiner weist auf die Notwendigkeit hin, das Seelen- und Gedankenleben auszubilden und zu veredeln, indem man beispielsweise Duldsamkeit, Gleichmut, Verehrung, Beharrlichkeit, Konzentrationsfähigkeit und eine ganze Reihe anderer Dinge übt. Das kann auch dann interessant sein, wenn man keine gezielten Ambitionen auf Einblicke in höhere Welten hat. Dieser Teil ist weitgehend unmittelbar einsichtig, gut und leicht lesbar geschrieben.

Anstrengend wird dagegen der zweite Teil, in dem Steiner in esoterischen Bildern von der Ausbildung und Veränderung von Farbauren, Lotusblumen und den Hütern der Schwelle erzählt, wie sie seiner Auskunft zufolge im fortgeschritteneren Einweihungsstadien anstehen. Dieser zweite Teil ist des Buches ist bei aller aufzubietenden Offenheit etwas befremdlich und anstrengend zu lesen. Man kann das, was Steiner sagt, glauben oder nicht oder erstmal die niederen Stufen der Einweihung in Angriff nehmen, um sich schließlich selbst davon zu überzeugen. Zumindest auf das uneingeweihte Bewusstsein auch des unvoreingenommensten Lesers wirken diese Beschreibungen und Bilder, auch wenn sie in sich einigermaßen stimmig sind, spekulativ.

Ich habe da »Die Philosophie der Freiheit« vom gleichen Verfasser mit weitaus mehr Gewinn gelesen. Hier versucht Steiner eine philosophische Begründung für seinen stark erweiterten Realitätsbegriff, die mehr auf Nachvollziehbarkeit angelegt ist.

Dieses Buch ATMET      5 von 5 Punkten
Als ich "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten" nach ein paar Jahren mal wieder in die Hand nahm, fiel mir erst recht eigentlich auf, wie wenig es sich dabei um eine philosophische Abhandlung handelt und wie sehr nur um Ratschläge und Hinweise dazu, wie man in eine zufriedene und ausgeglichene Gemütslage kommt. Und zwar, wie mir jetzt (wiederum ein paar Jahre danach) dämmert, in eine Gemütslage, die dazu geeignet ist, dass einem im nüchternen Zustand begeisternde innere Erkenntnisse zuteil werden. Womöglich hätte ich meine notorische Ruhe (die mir aus rauschhaften Glücksmomenten zu quellen begonnen hat) ohne Steiners "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?" gar nicht bekommen. Aber die Frage ist müßig, denn so ein Buch fällt einem nicht zufällig in die Hand.

Nur der wirklich Suchende erlagt höchste Erkenntnisse      5 von 5 Punkten
Wer wirklich mit dem Herzen und dem Verstand beim Lesen zuhört, der wird feststellen, daß Rudolf Steiner recht hat. Die Erleuchtung kann nicht durch geistiges Lustwandeln erreicht werden, sondern erfordert Disziplin in allen Bereichen des Lebens.

Ja, Steiner's Buch hat mich auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Darüber freue ich mich. Und ich habe das Gefühl bekommen, daß ich mir damit Zeit lassen kann, "Buddha" zu werden. ;-)

Steiner sagt, dass erst alle Ebenen des Lebens geordnet sein müssen, damit der Suchende in der Lage ist, die große Verantwortung, die eine wahre Erleuchtung mit sich bringt, übernehmen und auch tragen zu können.

Nein, eine Anleitung in herkömmlichen Sinne liefert dieses Buch nicht. Wer es aber sorgfältig liest bekommt auch die richtigen Antworten.
Ich möchte jedem, der nach der "schnellen Erleuchtung" sucht, dieses Buch sehr ans Herz legen.

Der Weg ist das Ziel      5 von 5 Punkten
Wer dieses Buch zur Hand nimmt, sollte sich zu allererst darüber klar sein, daß der Autor vor nun schon fast 100 Jahren gelebt und gearbeitet hat. Dementsprechend scheint sein Stil etwas ungewohnt. Bei ernsthafterer Vertiefung indes werden dem Leser die bewußt veranlagten "Umständlichkeiten" klarer.

Der trotzdem sachliche und zurückhaltende ( eben geistes-WISSENSCHAFTLICHE ) Stil ist bei genauer Betrachtung trotz allem ermunternd und liebevoll. So wird z.B. bereits in den ersten Absätzen daraufhingewiesen, daß "JEDER " bei entsprechendem Bemühen zu diesen Erkenntnissen gelangen kann, da bei "JEDEM" die Veranlagungen dazu vorhanden sind.

Wie ein Ingenieur genau sagen kann, wann z.B. eine Brücke einstürzen MUSS, so sagt auch Steiner als Fachmann, welche Bedingungen der Adept absolut einhalten MUSS, wenn er den erstrebten Erfolg erreichen will. Dabei steht er Trieb und Genuß nicht absolut asketisch sondern durchaus flexibel - eben SELBSTverantwortlich gegenüber wenn er sagt, "...durch den Verzicht sich etwas von dem Genuß offenbaren lassen..." -

Steiner weist vor allem auch daraufhin, daß gerade durch eine korrekte und sorgfältige Schulung/Übung alle zunächst unberechtigten, nicht geläuterten Wahrnehmungen und Sensibilitäten, Spiritismen usw. verschwinden werden bzw. müssen und geht detailliert auf Änderungen z.B. im Traumverhalten usw. ein. Dies ist nur konsequent im Sinne einer geistesWISSENSCHATLICHEN Schulung. Auch sonst wird von dem Schüler bei genauer Lektüre einiges an Willensaufwand verlangt, wie bestimmte Wahrnehmungen loszulassen, um eine höhere Wahrnehmung zu erlangen usw.

Wer dennoch befürchten muß, von derartig klar formulierten Gesetzmäßigkeiten durch bestimmte Vokabeln, wie "muß", in seiner "freien Selbstbestimmung" abgeschreckt zu werden, dem seien zunächst die Philosophisch-erkenntnistheoretischen Werke Steiners ermpfohlen, wie, "Die Philosophie der Freiheit, Wahrheit und Wissenschaft, Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung", die weit über die Banaltität und archaische Primitivität eines Kant'schen kategorischen Imperativs hinausgehen. Leider wird allzuoft übersehen, daß gerade die "Philosophie der Freiheit" Steiners erster Versuch war die Wahrnehmung und Würdigung der Menschen untereinander auf eine neue Stufe zu heben.

Dieser weltweit vernachlässigte Mangel, entpuppt sich leider allzuoft als eine Pandora-Büchse der Missverständnisse und Missinterpretationen Steiners, frei nach Goethe ".. Du gleichst dem Geist den Du begreifst, nicht mir!" ( Faust I, Studierzimmer, Erdgeist )

Wer sich in der Lage fühlt die aufgezeigten kleineren Widrigkeiten, die ja nur der Klarheit dienlich sind zu überwinden, dem sei dieses Buch als täglicher Begleiter uneingeschränkt ans Herz gelegt.

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Ecce Homo: Wie man wird, was man ist - Friedrich NietzscheEcce Homo: Wie man wird, was man ist
Friedrich Nietzsche

Gebundene Ausgabe, 1. Januar 2007
     Verkaufsrang: 21239      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 2,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Ecce homo" ist ein Rückblick Nietzsches Leben. Kapitelüberschriften wie "Warum ich so weise bin ", "Warum ich so klug bin" und "Warum ich so gute Bücher schreibe", charakterisieren den euphorischen Tenor des Buches.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Trostreich      5 von 5 Punkten
Wer mal wieder von der Unfähigkeit seiner Umwelt und der Verderbtheit der Gesellschaft die Schnauze voll hat, der greife zu Nietzsche. Und hier am besten zu Ecce Homo, denn hier breitet der Philosophendichter nochmal seine gesamte Gedankenwelt aus.
Die Stimme des Sprechers ist gut, genüsslich die Betonung der aphorismenreichen Prosa. Die Aussatttung des Hörbuchs ist ein Traum: vollständige Fassung, edelste Verpackung.


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Nietzsche: Biographie seines Denkens - Rüdiger SafranskiNietzsche: Biographie seines Denkens
Rüdiger Safranski

Taschenbuch, November 2002
     Verkaufsrang: 21053      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Am Anfang der Biografie Friedrich Nietzsches steht der Versuch, dem eigenen Leben auf die Schliche zu kommen. Zwischen 1858 und 1868 entstanden neun autobiografische Skizzen, mit denen der "Abenteurer und Weltumsegler der inneren Welt" die eigene Existenz ergründen wollte. Ein unglückliches Unterfangen, schreibt Rüdiger Safranski in seinem neuen Buch, da "er sich dennoch ein Geheimnis" und terra incognita geblieben sei.

In Nietzsche. Biographie seines Denkens nun hat der 55-jährige Essayist, der bereits durch Bücher zu E. T. A. Hoffmann (1984), Schopenhauer (1987) und Heidegger (1994) glänzte, das sprachliche Abenteuer gewagt, dem Lebensweg von Nietzsches Philosophie nachzuspüren. Mit Exkursen etwa auf Wagner, Hegel, Stirner oder Eduard von Hartmann entdeckt er den denkerischen Entwicklungsgang des "Luft-Schifffahrer des Geistes" und erschließt dem Leser so einen Panoramablick auf Nietzsches philosophische Welt. Abgerundet wird die gut lesbare Einführung durch ein Kapitel zur Rezeption des Philosophen, die rechtzeitig zum Nietzsche-Jahr mit Büchern wie Nietzsche und der Faschismus von Bernhard Taureck, Nietzsche in Weimar von Manfred Riedel oder Nietzsche und die Deutschen von Steven E. Aschheim bereits recht unterschiedlich -- und zumeist weniger differenziert -- aufbereitet wurde.

"Das ganze Leben wäre möglich, ohne dass es sich gleichsam im Spiegel sähe", heisst es einmal bei Nietzsche, "wie ja thatsächlich auch jetzt noch bei uns der bei weitem überwiegende Theil dieses Lebens sich ohne diese Spiegelung abspielt." Safranski ist es geglückt, der inneren Welt des Philosophen reflektierend den Spiegel vorzuhalten. Seinem Leser jedenfalls hat er das Gefühl geschenkt, mit dem rätselhaften Philosophen etwas vertrauter geworden zu sein.--Thomas Köster

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Biographie seines Denkens      5 von 5 Punkten
Dieses Buch von Safranski ist wieder eine ganz ausserordentlich einfuehlsame Zusammenstellung der verschiedenen gedanklichen Entwicklungsschritte, die Nietzsche in seinem Leben gegangen ist. Das Buch stellt zunaechst keine gewoehnliche Biographie dar. Zwar erfahren wir nebenher von seiner Familie, seiner strengen Mutter und der eifersuechtigen Schwester, von den Freunden und den Streitigkeiten, von seinem Zerwuerfnis mit Wagner... aber hauptsaechlich geht es Safranski doch um Nietzsches gedankliche Schritte, mehr als seine biographischen Stationen.
Mit Safranski folgen wir als Leser zugrundeliegenden Fragen nach den Beweggruenden und Empfindungen Nietzsches: Welche Ereignisse, welche Literatur brachte ihn von einer gedanklichen Phase in die naechste, wie haben wir uns sein Innenleben vorzustellen?
In akribischer Feinarbeit erleuchtet Safranski uns die Berge und Taeler in Nietzsches Seele und laesst den interessierten Leser miterleben und nachvollziehen, was in Nietzsche vorgegangen sein mag und welche Gedankenberge er erklomm, um zu neuen und weiteren Einsichten zu gelangen. Nietzsches ueberbaendige Freude am Gedanken, sein Ringen um Wahrheit und Werte begleitet den Leser als Rahmen der philosophischen Gedanken.
So erleben wir Nietzsches drei grossen gedanklichen Perioden noch einmal mit: die dionysische tragisch-musikalische Periode, die Naturwissenschaft in ihrer kalten Schaerfe und schliesslich den Uebergang zum Uebermenschen.

Ergaenzt wird diese 'Biographie seines Denkes' durch einen Anhang, in dem noch einmal mit Jahreszahlen in einer Uebersicht Nietzsches Leben zusammengefasst wird.
Safranski vermag es, eigene Erfahrungen und Erkenntnisse sensibel auf das Leben anderer Denker anzuwenden, um uns Lesern ein Fenster in eine fremde Seele zu eroeffnen. Wieder gilt, was auch fuer seine Schopenhauer-Biographie galt: Fuer Leser, die eine knappe Nietzsche-Biographie suchen, seien zunaechst einmal die rororo-Biographien (Frauen um Nietzsche / Nietzsche) empfohlen. Wer aber Zeit und tieferes Interesse mitbringt, Nietzsche noch einmal nachzuspueren, der moege einerseits Lou Salomes sehr persoenliche Nietzsche-Biographie lesen und andererseits Safranskis Biographie seines Denkens.
Ausserordentlich lesenswert.


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Poetik - AristotelesPoetik
Aristoteles

Taschenbuch, Januar 1982
     Verkaufsrang: 33107      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Die Tragödie besteht nach Aristoteles aus den sechs qualitativen Elementen Handlung (Mythos), Charakter (Ethe), Sprache (Lexis), Schau (Opsis), Gedanke / Absicht (Diánoia) und Gesang (Melopoiia). Die Handlung besteht aus einer Verknüpfung von Begebenheiten zu einem einheitlichen Ganzen. Innerhalb des Handlungsverlaufs des Dramas muss ein Wendepunkt, die Peripetie, eintreten. Dieser Umschlag vom Glück ins Unglück wird durch das Handeln des Protagonisten erzeugt, der ein...

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Eines der wichtigsten Werke überhaupt      5 von 5 Punkten
Die aristotelische Poetik ist eines der wichtigsten Werke der westlichen Kulturgeschichte und sicherlich das wichtigste, weil grundlegende theoretische Werk der westlichen Literaturgeschichte. Daß der aristotelische Text dabei eine "dornige Lektüre" sei, wie Manfred Fürmann im ansonsten sehr gelungenen und informativen Nachwort schreibt, ist allerdings so nicht zutreffend. Tatsächlich läßt Aristoteles sowohl in den vermittelten Inhalten als auch im Modus der Vermittlung, in seiner Art der Argumentation, eine den Leser immer wieder überraschende Modernität erkennen. Freilich hat diese Modernität zwei Seiten: Unter Umständen kommt uns der Text heute noch so modern vor, weil sich auch heutzutage Literaten und Autoren, Dramaturgen und Drehbuchautoren auf den griechischen Text berufen und somit unsere gesamte Kultur, sei es nun in den Formen Roman, Film und Fernsehen oder Theater oder den anderen, von der Aristotelischen Poetik durchwirkt ist und der Originaltext so immer durch diese Medien modern gehalten wird. Das zeigt aber gleichzeitig, wie wichtig dieses Werk für das Verständnis unserer heutigen Kultur ist. Dafür, daß wir hingegen den antiken Text selbst verstehen, dafür sorgt das bereits angesprochene vorzügliche Nachwort. Mit anderen Worten: Die aristotelische Poetik ist Weltliteratur und selbst unter der restlichen Weltliteratur sticht sie hervor, da sie gerade erst die Grundlage geschaffen hat für diesen Rest. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


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Der Mönch und der Philosoph: Buddhismus und Abendland. Ein Dialog zwischen Vater und Sohn - Jean Francois RevelDer Mönch und der Philosoph: Buddhismus und Abendland. Ein Dialog zwischen Vater und Sohn
Jean Francois Revel, Matthieu Ricard

Taschenbuch, März 2003
     Verkaufsrang: 5752      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Wer bin ich? Was ist die Welt? Woher kommt das Leid? Über diese und ähnliche Fragen führt der Dialog zwischen dem französischen Philosophen Jean-Francois Revel und seinem Sohn Matthieu Ricard, einem buddhistischen Mönch, den Leser in die Tiefe östlicher Lebensweisheit und abendländischer Philosophie zugleich.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Hervorragend      5 von 5 Punkten
Ein wunderbares Buch, das meinen Blickwinkel auf den Buddhismus sehr positiv verändert hat. Die Gespräche zwischen Vater und Sohn sind sehr tiefgründig und immer auf hohem Niveau.
Die Bemängelung eines Rezensenten, dass zu viel auf die Bücher von Jean-Francois Revel verwiesen würde, ist schlichtweg falsch. Es wird an einigen Stellen auf Revels Schriften verwiesen, aber auch auf andere wissenschaftliche Texte, was meiner Meinung nach nichts weiter als reine Quellenangaben sind.


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Upanishaden - Upanishaden

Taschenbuch, 1986
     Verkaufsrang: 12310      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Toleranz der Gedanken: Die Suche nach der Wahrheit      5 von 5 Punkten
Entstanden 2000 Jahren vor Christus sind die Upanischaden die ersten Versuche der menschlichen Vernunft sich mit den ewigen Fragen auseinanderzusetzen. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Was ist die Seele? Was ist die Wahrheit?
Bis heute können diese Fragen nicht beantwortet werden. Die Suche nach dem Sinn des Lebens droht für immer unbeantwortet zu bleiben. Wissenswert wie die Gedanken, die hier entstanden, auch später in allen Weltreligionen zu finden sind. Es ist interessant zu sehen wie mancher dieser Gedanken Zugang z.B. ins Christentum gefunden hat. Der ungeborene Gott führt zu der sophistischen Konstruktion eines geborenen Gottes: Jesus. Wenn man den Gedanken weiter führt, kann man sehen, dass Christus nur eine gedankliche Konstruktion ist. Zum Beispiel: In den Upanischden glaubte man an die magischen Kräfte der Wahrheit. Wer die Wahrheit wisse sei unsterblich. Analog: Jesus sagte: Ich bin die Wahrheit, der Weg und das Leben. Wer zu mir kommt wird ewiges Leben haben. Usw.
In den Upanischaden gibt es allerdings auch Beweise, die das Leben nach dem Tode leugnen, wie die moderne Philosophie und Psychologie behaupten: Das Selbst ist nur eine Funktion des Gehirns. Ohne Gehirn und ohne Sinne, um das Selbst zu erfassen, kann man nicht mehr über ein Selbst reden.
Was auffällt ist die Toleranz der Meinungen: man sucht nach der Wahrheit. Eine Meinung wird nicht dogmatisch verteidigt oder aufgezwungen. Es wird auch kein Gott verehrt sondern das Wissen selbst.


Spüre die Weisheit und Erfahre diese      5 von 5 Punkten
in wenigen Worten alte Weisheit leicht zugängig gemacht. Ein Gefühl der Einfachheit und Klarheit des Lebens entsteht. Eine sehr gute kurze Basisliteratur für den Bereich der indischen Philosophie. Für jeden der göttliche" Bilder in sein Leben in der komplexen globalen Kapitalistischen Gesellschaft schaffen will. Kann helfen Ruhe und Überblick für sich zu erfahren.

Nur kleine Auswahl...      5 von 5 Punkten
Dieser Text bietet nur eine kleine Auswahl an Texten aus den Upanischaden. Den Inhalt könnt Ihr anderen Rezensionen entnehmen. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass der Text meines Erachtens recht gut kommentiert ist. Ausserdem lernt man, dass dieser heilige Text des Hinduismus nicht etwa ein Monolith ist sondern genauso einer historischen Entwicklung unterworfen war wie etwa die Bibel. Beispielsweise der Wandel der Jenseitsvorstellungen von einer Art Himmel zum Konzept der Wiedergeburt. Der Übergang vom Konzept der "Hauchseele" zur "Lichtseele" (oder so ähnlich). Auch bemerkenswert ist, dass im Lehrtext des Yajnavalkya die Behauptung aufgestellt wird "nicht gibt es ein Bewusstsein nach dem Tode...". Zwar wusste ich auch schon vorher, dass "Hinduismus" nur ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche philosophische Standpunkte und Schulen ist, aber dass man nach Ansicht zumindest eines Ausschnitts der Upanischaden auch gewissermaßen automatisch durch den Tod erlöst werden kann (aus der leidhaften Welt), war mir neu.

Kleiner Überblick über die Upanischaden      5 von 5 Punkten
Diese kleine Reclam Büchlein bietet einen kleinen Überblick über die Upanischaden Litaratur. Verschiedene Themen sind in einzelen kurzen Kapiteln zusammengefasst worden:

- Die Kraft der Wahrheit und Erkenntnis
- Der Brahmane, die Wahrheit und ihre Verkündigung
- Das Geheimnis der heiligen Silbe om
- Das Geheimnis des Brahman
- Das Geheimnis des Selbst (Atman)
- Prajapatis Lehre
- Die Erlösung
- Aus den Gesprächen des Uddalaka Aruni mit seinem Sohn Svetaketu
- Wiedergeburt und Erlösung
- Seelenwanderung und Erlösung
- Antworten des Yajnavalkya
- Das Gleichnis vom Baum
- Yajnavalkya über das Selbst und die persönliche Unsterblichkeit
- Die Isa-Upanisad

Die Upanischaden bilden die Grundlage der Literatur des Buddhismus und Hinduismus.



Musil, Gödel, Wittgenstein und das Unendliche - Rudolf TaschnerMusil, Gödel, Wittgenstein und das Unendliche
Rudolf Taschner

Gebundene Ausgabe, September 2008
     Verkaufsrang: 19443      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Treffen im Unendlichen      5 von 5 Punkten
"Wären die Tore der Wahrnehmung freigelegt,
erschiene dem Menschen alles, wie es ist: unendlich."
(William Blake)

Das Anliegen der Wiener Vorlesungen ist eine Schärfung des Blicks auf die Differenziertheit und die Widersprüchlichkeit der Wirklichkeit.
Allein dieser Satz des Vorwortes macht neugierig auf eine Vorlesung Taschners, der es auf 40 Seiten schafft, einen Bogen zu spannen, der die Fragen der frühen Griechen nach Logik am Beispiel eine Musiltextes aufgreift, mit Worten Paulus und Ciceros anreichert und mit einer literarischen Vorstellung über Unendlichkeit am Beispiel Musils Törleß beantwortet. Dieser Bogen ist wie ein Kreis mit Durchmesser eins, der abgerollt auf einem Lineal zu einem Punkt kommt, der in der Annäherung der Arithmetik nicht zu fassen ist, weil er eben im Nachkommastellenbereich unendlich ist; Arithmetik trifft Geometrie. Diese Unendlichkeit der Möglichkeiten wie in der Behauptung eines Kreters, >Alle Kreter lügen<, und dessen Wahrheitsfindung ist die Suche nach wahrer Logik, nach einer wahren Aussage, die in der Verbindung von Geometrie und Arithmetik nicht zu finden war, die Cantor im Rahmen der Mengenlehre suchte, Hilbert ebenso im Hypothesenkontinuum nicht finden konnte und bei Gödel letzte Ruhe fand, in dem er den Unvollständigkeitssatz bewies. Wittgenstein dagegen sieht dieses Problem allein auf den Versuch, durch Sprache (Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.) alles bildhaft zu machen und verzichtet nahezu darauf getreu seiner Logik im Tractatus: Was gesagt werden kann, sollte gesagt werden, was nicht gesagt werden kann, darüber müsse man schweigen. Letztendlich finden wir mit Musil die Sichtweise auf die Unendlichkeit, die dem jungen Törleß widerfährt. Sie zu sehen macht sie bedrohlich, er schließt die Augen, damit sie ihn nicht quält.

Eine bravouröse Vorlesung Taschners, ein äußerst interessantes Thema, beleuchtet aus der der Sicht der Philosophie, der Mathematik und der Literatur. Ein wahrer Beitrag zur Schärfung des Blicks auf die Wirklichkeit. Eine demnach logische Empfehlung.

Gelungene Vorlesung      5 von 5 Punkten
Das kleine Büchlein (der eigentliche Text umfasst ca. 40 Seiten, die man locker in einer halben Stunde lesen kann) ist der Nachdruck einer öffentlichen Vorlesung über das Unendliche in der Mathematik und dessen Rezeption in Literatur und Philosophie. Der Autor schlägt einen Bogen von den klassischen Antinomien der Mengenlehre bis zum Versuch ihrer Auflösung durch Cantor und Gödel im 20. Jh. (soweit dies auf den besagten 40 Seiten möglich ist). Es gelingt ihm, die Probleme klar heraus zu arbeiten, ohne dass dem Leser zu deren grundsätzlichem Verständnis mathematische Vorkenntnisse abverlangt würden. Als "Appetithappen" durchaus lesenswert und dies ganz besonders im Hinblick darauf, dass einige hübsche Anekdoten über Gödel und Wittgenstein wiedergegeben werden, die ich sonst bisher nirgends gefunden habe.


Lass dich vom Tao leben: Wu wei in der Praxis - Theo FischerLass dich vom Tao leben: Wu wei in der Praxis
Theo Fischer

Taschenbuch, Mai 2000
     Verkaufsrang: 7856      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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In seinem neuen Buch zeigt Theo Fischer, wie man die Prinzipien des Tao im alltäglichen Leben anwenden kann, denn wir brauchen einen Weg, der uns hilft, die vielschichtigen Probleme unseres Lebens und Alltags zu lösen. Und dieser Weg ist ganz einfach. Wir müssen uns nichts antrainieren, ermeditieren oder durch Lustverzicht und strenge Disziplin verdienen. Ernsthaftes Interesse und die Bereitschaft zum Ausprobieren genügen völlig. Wagen Sie den Versuch !

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Ein wirklich lesenwertes Buch!      5 von 5 Punkten
Dies ist das erste Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe. Nach der Lektüre stand für mich schnell fest, dass ich mir nun noch weitere von ihm bestellen werde. Zwar habe ich mich zuvor noch nicht allzu intensiv mit dem Daoismus und Wu Wei beschäftigt, die Art und Weise, in der Theo Fischer diese Thematik jedoch darstellt, ist sehr angenehm zu lesen. Er beschränkt sich nicht (wie viele andere Autoren) auf Zitate aus chinesischen Werken, sondern gibt auch praktische Anwendungsbeispiele und zeigt einfache Experimentiermöglichkeiten auf. Alles in allem ist dieses Buch sehr empfehlenswert!


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Vom Schlechten des Guten oder Hekates Lösungen - Paul WatzlawickVom Schlechten des Guten oder Hekates Lösungen
Paul Watzlawick

Taschenbuch, Februar 2005
     Verkaufsrang: 5543      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Paul Watzlawick, der Meister des "Unglücklichseins", führt mit vielen wunderbaren Beispielen vor, wie wir, ferngelenkt von der finsteren Schicksalsgöttin Hekate, unermüdlich den scheinbar hundertprozentigen Lösungen aufsitzen, weil ein ehrbares Prinzip oder das Streben nach Sicherheit und Glück übersehen lassen, daß die Lösung eines Problems oft nur ein Trugschluß ist.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Mehr als eine Fortsetzung      5 von 5 Punkten
Das Buch ist keine Weiterführung der Gedanken aus dem Vorgänger "Anleitung zum Unglücklichsein". Im vorliegenden Buch werden ganz neue Aspekte aufgeworfen.

Ich fand es etwas kurzweiliger und besser zu lesen als die "Anleitung zum Unglücklichsein", da hier ein durchgehender Faden deutlicher zu erkennen war.


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Praktische Ethik - Peter SingerPraktische Ethik
Peter Singer

Taschenbuch, 1994
     Verkaufsrang: 9588      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Das vieldiskutierte Buch erscheint in einer durchgehend revidierten und erheblich erweiterten Neuausgabe. Singer hat im einzelnen vieles präzisiert und neu akzentuiert. Zwei für die praktische Ethik wichtige Kapitel sind neu hinzugekommen: Die drinnen und die draußen (u. a. Asylproblematik) und Die Umwelt (ökologische Fragen). Im Anhang erscheint eine Zusammenfassung der »Singer-Debatte« aus der Sicht des betroffenen Autors.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)

Eine höchst vernünftige und wissenschaftliche Ethik      5 von 5 Punkten
"Auschwitz beginnt da, wo jemand im Schlachthof steht und denkt: >Es sind ja nur Tiere<" - Theodor Adorno

Der australische Philosoph Peter Singer hat den Begriff "Speziesismus" populär gemacht und ist im anglosächsischen Raum in erster Linie wegen seines Engagements für eine vernünftige Tierethik bekannt. Im deutschsprachigen Raum hingegen ist er seit Erscheinen seines Buches in den 80ern sehr umstritten und wurde wegen seiner Forderung nach Liberalisierung von Euthanasie von einigen Organisationen auf schärfste verurteilt. Vorlesungen und Seminare über sein Buch wurden vehement gestört, Behindertenverbände starteten enorme Protestaktionen gegen ihn, auch Nazi-Vergleiche waren und sind in gewissen, christlich-konservativen Kreisen üblich.

Im Buch kommt Singer nach einer kurzen Definitionen seines Ethikbegriffs und Gleichheitsbegriff auch schon im dritten Kapitel auf die Diskriminierung und Ausbeutung von Tieren zu sprechen.
Die "Heiligkeit menschlichen Lebens" verwirft er als religiöse Methapher und zeigt auf, dass es für einen aufgeklärten, die Evolution begreifenden Menschen keinerlei Sinn macht, an diesem Dogma festzuhalten. Singer hält die theologisch begründete Anmaßung, frei nach Genesis 1,28 mit Gottes Segen die Ressourcen der Erde und alles nichtmenschliche Leben rücksichtslos ausbeuten zu dürfen, für zutiefst unethisch. Daher tritt er für gleiche Interessenabwägung ein, das heißt, die Interessen von Tieren (Streben nach Glück, Vermeiden von Schmerz) sollen in Hinblick auf ihre Behandlung berücksichtigt werden. Wenn dies nicht geschiet, heißt das, der Bewusstseinszustand und die Interessen eines Lebenwesens werden bewusst ignoriert, wofür es nach Singer keine moralische Rechtfertigung geben kann.

Ob Töten eines Lebewesens, ob menschlich oder nicht-menschlich vertetbar ist, macht Singer vom Bewusstseinszustand eines Lebewesens abhängig, nicht von seiner Spezies. Lebewesen zu töten, die ein Interesse am Weiterleben zeigen, ist demnach Unrecht. Wenn man nun ein wenig abstrahiert, wird man feststellen, dass sich daraus konkrete Implikationen für die Themen Abtreibung, Infantizid und Sterbehilfe ergeben. Außerdem versucht Singer ein gewissenhaftes Bewusstsein zu schaffen für die Verantwortung, die wir in Bezug auf Armut, Asylproblematik und Umwelt tragen.

Auch heute noch ist Singers radikal konsequentialistischer Ansatz umstritten. Zu groß sind die Angste vor und Bedenken gegenüber Stammzellenforschung, Abtreibung, Infantizid und (willkürlich selektierender) Euthanasie. In der Tat wirkten Singers Forderungen nach einer Liberalisierung auf einen katholisch geprägten Menschen wie mich zunächst sehr verstörend. Ist menschliches Leben wirklich erst dann wertvoll genug, unbedingt erhalten zu werden, wenn das Individuum sich seiner Existenz in der Zeit bewusst wird?

Als Fazit möchte ich festhalten: Singers Schreibstil ist sehr klar und eindringlich, er argumentiert immer logisch und verwendet phantasievolle Beispiele, um seine Thesen zu illustrieren. Ich empfand das Buch als sehr bereichernde Lektüre, es zwingt einen, das eigene Verhalten und seine persönliche Ethik zu überdenken und gegebenenfalls zu revidieren und reformieren.


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Gesammelte Schriften: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Bd 4 - Theodor W. AdornoGesammelte Schriften: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben: Bd 4
Theodor W. Adorno

Taschenbuch, April 2008
     Verkaufsrang: 14744      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Ein sehr persönliches Buch.      5 von 5 Punkten
Man soll das Buch unvoreingenommen lesen. Vor allem so lesen als würde der Autor recht haben. Erst danach kommt die Kritik, wenn möglich eine konstruktive. Erst dann kann man sagen, ob die Lektüre gelohnt oder nicht hat oder ob man etwas daraus gelernt hat.
Adorno analysiert das Leben und stellt dem Leben moralische, humanistische Anforderungen. Wenn das Leben keinen Schutz bieten kann, gegen Grausamkeiten aller Art, ist es dann noch lebenswert?
Nur die Menschen können diese Frage beantworten.
Die Aphorismen Adornos stellen die Realität fest und zugleich werfen sie Fragen auf. Die Realität ist formbar, so wie der Mensch, der sie immer neu schafft. Eine humanere Welt ist möglich. Ein sehr persönliches Buch. Hat mich sehr bewegt.


Zeitgebundenheit      1 von 5 Punkten
Sprache und Inhalt sind nur aus der Zeit heraus verständlich! Unter dem Eindruck der NS-Zeit muss man wahrscheinlich so schreiben. Sonst bringt das Buch wirklich nur für Adorno-Exegeten was, die ihren Meister vergöttlichen. Man beginnt zu ahnen, warum Habermas (als erklärter Feind der Adornoadepten) die Deutungshoheit errungen hatte: Er jammerte weniger und bot - wie immer man seine Theorie einschätzt - den Linken eine Methode an die Hand, konkret zu werden in der Gesellschaft und nicht im Kellerloch sitzen zu bleiben wie Adorno.

das ist Adorno!      5 von 5 Punkten
Mit "leichter" und vernichtend präziser Hand geschriebene kurze Reflexionen, die man sich gut einteilen sollte, über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des täglichen Lebens, das Adornos Meinung nach in jedem kleinen Winkel durchtränkt ist von latenter Gewalt, Herrschaft und Absolutismus. Der vergesellschaftete Mensch kann diesem negativen Leben nicht entfliehen aber er kann es erkennen und vermöge der Erkenntniss wiederum Kraft beziehen um die Aufgabe Leben zu meistern. Mehr als nur empfehlenswert.

Feinschliff      5 von 5 Punkten
In aus allen Fugen geratenen Zeiten ein solches Buch zu schreiben, ist bereits eine Meisterleistung. Theodor W. Adorno sind hier über Jahre latent bewußtwerdende Gedanken zum Zeitgeschehen, zum Verlust einstmaliger zivilisatorischer Werte, zum Leben unter Bedingungen, die das individuelle Leben zur privaten Angelegenheit verkümmern lassen, zu Textminiaturen verdichtet, die zum besten zählen, was überhaupt je veröffentlicht wurde. Sprachlich und inhaltlich ein Meisterwerk!

Das Insistieren auf dem Brutalen      5 von 5 Punkten
Es sind zwei Fundamentalwerke, um die man nicht umhin kommt, wenn man sich sowohl literarisch als auch theoretisch auf den Weg machen möchte - eine lange Reise, die viel Geduld erfordert -, herauszufinden, was das denn ist, die Kritische Theorie: Diese beiden Werke sind die "Dialektik der Aufklärung" und die "Minima Moralia" Adornos. Sie ergeben die Achse, an der die Theorie sich wendet, das Frankfurter Schiff eine andere Richtung einschlägt - nämlich die des ungewissen Ausgangs, wo dem Theoretiker und seinem System nur noch übrig bleibt, "das Schlimmste zu verhindern" (Horkheimer) und dazu beizutragen, "dass Auschwitz nicht noch einmal sei" (Adorno). Eine Richtung also, die nicht mehr sich durch die Kritik des Bestehenden ermächtigt fühlt, auch eine Alternative, was das bessere Leben sei, an dessen Stelle zu setzen, sondern in die Einsicht einkehrt, dass einzig Kritik als unendlicher Prozess und unermüdliche Aufgabe sich am wenigsten der Verlogenheit "des Ganzen" unterwerfe.
Diese "Achse" in der Geschichte der Kritischen Theorie hatte zugleich ein Schisma zur Folge, demnach Theoretiker wie Marcuse oder Fromm nicht mehr im selben Wasser wie Adorno und Horkheimer fuhren. Nach der "Dialektik der Aufklärung" ist auch zugleich eine Spannung zwischen Adorno und Horkheimer zu spüren. Die "Dialektik der Aufklärung" öffnet - und das macht sie so schwierig zugänglich, insbesondere was den Versuch einer hemdärmelig soziologisierten Rezeption angeht - Kritische Theorie zur Geschichtsphilosophie hin, skizziert den anthropologischen Gang der Vernunft gegenüber dem Mythos, der Herrschaft über die Natur gegenüber dem menschlichen Bedürfnis, sich an diese anzuschmiegen von den griechischen Mythen bis zur Gegenwart der Kulturindustrie und des Faschismus.
Adornos "Minima Moralia" setzen in dieser Gegenwart ein: Die aphoristische Gegenwartsdiagnose geht beschreibend an die kleinsten Alltagsdetails, die gewöhnlichsten Unauffälligkeiten des verstädterten Zusammenlebens heran, wendet den Blick so häufig und aufwendig wie nötig, bis das Prinzip der Verdinglichung, der Unterwerfung des Besonderen unter die Sachzwänge des Allgemeinen, der zivilisatorische Prozesses der "Auslöschung des Inkommensurablen" herausgearbeitet ist.
An diesem Buch wird klar, was Alexander Kluge meinte, als er das Werk Adornos mit den Worten charaktisierte: "Es ist ein Insistieren auf dem Brutalen." Es wird hier mit einer geradezu schmerzhaften Präzision und Unermüdlichkeit geleistet, was bis dahin noch nicht geleistet worden ist: Die moderne, bürgerliche und hochtechnologisierte Gesellschaft - eine Form der Organisation des geballten Zusammenlebens, die noch jung, aber zur Bedingung der Möglichkeit des menschlichen Überlebens geworden ist, aber bereits in ihrem frischen Alter die Menschen zwingt, ihre Vorstellungskraft der menschlichen und zivilen Katastrophen, die ja von ihnen selbst hervorgebracht werden, radikal zu erweitern - kennt das Individuum nur noch als Zweck, das Subjekt als entkernte technoökonomische Größe; die Menschen in ihr sind sich selbst und den anderen gegenüber fremd, erscheinen sich nur noch anonym, nehmen sich als Objekte wahr. Und: Sie sind sich selbst so fremd, dass sie das noch nicht einmal mehr erfahren können, was die Möglichkeit, kritisch Position dazu zu beziehen, ihnen verwehrt, sie "unmündig" im besten Kantischen Sinne macht!
Adorno legt mit den "Minima Moralia" in Wahrheit und entgegen dem, was der Titel sagt, einen Koloss vor, der die Lupe auf das Detail, das Systemelement des Alltags richtet, um vorzuführen, was er mit seinem Diktum meint, dass "die Gesellschaft in ihrer gegenwärtigen Form" eine "Zusammenrottung von Erkalteten" sei, die "ihre eigene Kälte nicht ertragen, aber auch nicht sie ändern können." Jeder Mensch heute, fährt er am selben Ort in "Erziehung nach Auschwitz" fort, könne "zu wenig lieben, weil er sich selbst zu wenig geliebt" fühle. Dies - also diese Unfähigkeit zur Identifikation - sei eines der wesentlichen Momente gewesen, was es ermöglicht hatte, dass so etwas wie Auschwitz "sich inmitten einigermaßen zivilisierter Bürger" habe abspielen können.

Adorno macht es einem nicht leicht und wollte das auch nie. Die "Minima Moralia" sind sicherlich das herausragende Beispiel hierfür. Es wäre illusorisch anzunehmen, dass man sich das Buch, wie man es seinerzeit auch mit Foucaults "Ordnung der Dinge" getan hatte, mit an den Strand nimmt, es liest und einen Begriff von Kritischer Theorie gewinnt. Aber frei nach Adorno sind die Dinge derart verstellt und für den Menschen undurchdringlich, dass es des größten denkerischen Kraftaufwandes bedarf, um kurz sich dies nichtidentische Moment zu erhaschen, das in jenem Augenblick seiner Erkenntnis eine unreglementierte Erfahrung ist - frei von seiner Unterwerfung unter die Herrschaft des Zwecks und von Autorität in dieser Sekunde unangetastet. Dann trifft auch zu, was in einer anderen Rezension hier belächelt worden ist: "Wahr sind nur die Gedanken, die sich selbst nicht kennen."

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Das Buch der Menschlichkeit: Die neue Ethik für unsere Zeit - Dalai LamaDas Buch der Menschlichkeit: Die neue Ethik für unsere Zeit
Dalai Lama

Taschenbuch, November 2002
     Verkaufsrang: 16927      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Wer wäre berufener als der Dalai Lama, »eine der faszinierendsten Gestalten des 20. Jahrhunderts«, uns zu Beginn des neuen Jahrtausends Perspektiven für ein erfülltes Leben aufzuzeigen? Denn trotz des Wohlstands sind viele Menschen gerade in der westlichen Welt mit ihrem Leben unzufrieden, suchen eine neue innere Ruhe, die mit Konsum und Luxus nicht zu erlangen ist. Schritt für Schritt zeigt der Dalai Lama, wie man sich auf positive menschliche Eigenschaften und...

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)

Für jeden Menschen empfehlenswert      5 von 5 Punkten
Meine Vorgänger haben schon alles gesagt.
Der Dalai Lama behandelt hier beinahe alle Themen, so ist dieses Hörbuch für jeden Menschen empfehlenswert, der sich mit dem Thema "Ethik", "Buddhismus", oder einfach "warum bin ich da?" beschäftigt.
Also.. für jede/n :-)
Die meisten Inhalte bringen keine durchbrechenden Erkenntnisse, aber immer wieder neue Blickwinkeln, die kleinen, neuen Fenster im Kopf und im Herzen öffnen (können). Doch, etwas für mich komplett Neues gab es: dass die Tibeter das typisch westliche "Schuldgefühl" nicht kennen!

Nur Eines möchte ich ergänzen: die CDs kann man wohl ins MP3 konvertieren, dazu ist nur die richtige Software notwendig (zB, CDEX).


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Wittgenstein: Eine Einführung - Joachim SchulteWittgenstein: Eine Einführung
Joachim Schulte

Taschenbuch, Januar 1989
     Verkaufsrang: 7215      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Sehr gut für den Einsteiger      4 von 5 Punkten
Meine Anforderungen an ein Buch über Wittgenstein waren die Folgenden: (i) Es soll einfach zu lesen sein, sozusagen "Zuglektüre", (ii) es soll nachvollziehbar bleiben trotzdem es "schwere" Themen darstellt und (iii) es soll günstiger als ein durchschnittliches Fachbuch sein.

Alle diese Kriterien hat das Buch erfüllt und dazu ist es noch klein und passt in die Hosentasche (typisch Reklam eben). 4 Sterne deshalb weil der Autor einen eigenwilligen Schreibstil hat, der nicht immer konsistent bleibt. Das tut aber dem Inhalt nicht weh, der wird trotzdem auf angenehme Weise transportiert.

Einsicht durch Übersicht      5 von 5 Punkten
Jede Darstellung sollte nach Wittgenstein so übersichtlich angeordnet sein, dass man möglichst auf einen Blick erkennen könne, worum es sich handle. Allerdings hätte bei einem derart komplexen Gegenstand wie dem eigenen Gesamtwerk selbst der strenge Wittgenstein sicherlich einen zweiten Blick durchgehen lassen.

Joachim Schulte stellt sich der Herausforderung einer übersichtlichen Einführung in das Denken des exzentrischen Philosophen mit Bravur; man merkt, dass hier ein Kenner schreibt. Klar und verständlich vermittelt Schulte, der übrigens Mitherausgeber des Nachlasses ist, dem Leser sowohl Leben und Persönlichkeit Wittgensteins als auch die Grundzüge dessen philosophischer Begrifflichkeit: Was versteht L.W. unter einem Sprachspiel? Oder einem Weltbild? Ist Logik transzendental? Der Verfasser drückt sich auch nicht um eine anschauliche Beschreibung der Übergangszeit von der Früh- zur Spätphilosophie (Kapitel III: Zwischenglieder).
Vor allem aber bietet das Büchlein einen prägnanten Lektüreschlüssel für den „Tractatus" (und teilweise sogar für die „Philosophischen Untersuchungen"). Dabei wird kein detailliertes Vorwissen vorausgesetzt, denn „viel guter Wille und die Bereitschaft, einen Satz auch zweimal zu lesen, helfen oft mehr als die Kenntnis von Schlagworten oder philosophiegeschichtlichen Etiketten", wie Schulte schon im Vorwort bemerkt.

Natürlich könnte man - trotz aller Klarheit und Übersichtlichkeit - mit philosophischer Penetranz fragen: Wenn Wittgenstein genau das sagen wollte, was in Schultes „Aufschlüsselung" steht, warum hat er es dann nicht genau so gesagt? Allerdings hat nach Wittgenstein ein Satz oder ein Text, der streng genommen unsinnig ist, dennoch seine Berechtigung, wenn er auf etwas Nichtsprachliches verweist, das es zu erkennen gilt.



Seneca. Der Lebensmeister: Daseins-Überlegenheit durch Gelassenheit. Ein Brevier - Karl O. SchmidtSeneca. Der Lebensmeister: Daseins-Überlegenheit durch Gelassenheit. Ein Brevier
Karl O. Schmidt

Broschiert, Februar 2001
     Verkaufsrang: 15284      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der römische Philosoph, Staatsmann und Schriftsteller Lucius Annaeus Seneca (4 vor Chr. - 65 nach Chr.) war der bedeutendste Stoiker und Lehrer der Lebensmeisterung durch Gelassenheit - in Übereinstimmung mit der Natur und in Harmonie mit dem Unendlichen. Seine Philosophie vermittelt unmittelbar hilfreiche praktische Lebensweisheit, die auf geistige Höherentwicklung des Menschen abzielt. Glück ist für ihn weder "Glücksache" noch "Glückhaben", sondern "Glücklichsein von inner her", das durch äußere Umstände nicht erschüttert werden kann. Was Seneca der Menschheit an zeitloser Wegweisung zu sinnerfülltem Leben geschenkt hat, ist im vorliegenden "Seneca-Brevier" komprimiert zu einem 69 positive Kurzanleitungen umfassenden "Intensiv-Kurs weiser Lebenskunst" - nicht zuletzt für die vielen, die mit dem Leben nicht zurechtkommen - , der wachsenden inneren und äußeren Gewinn bringt.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Ein Pflichtwerk!      5 von 5 Punkten
Wenn es ein Buch gibt, welches lesenswert ist, dann dieses! Es bedarf keinerlei Vorkenntnisse der Philosophie, um Senecas Aussagen folgen zu können und sie zu verstehen.

In meinen Augen ist das Werk nicht nur ein Pflichtwerk für Philosophen (oder sagen wir 'mal besser Hobby-Philosophen. Das Buch ist eine hervorragende Zusammenfassung von Senecas Lebensüberzeugung und seiner Lehren), sondern auch für alle andern, die nichts mit der Philosophie am Hut haben. Wie würde die Welt sich nur rasch verbessern, wenn jeder Mensch Senecas Werke zu Gemüte ziehen würde! Dieses Buch ist ein guter Anfang und schafft es, aus jedem der sich Seneca nur ein bisschen öffnet, einen weisen und edlen Menschen zu machen!

5 Sterne für diese Glanzleistung =)


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Die Geschichte der Häßlichkeit - Umberto EcoDie Geschichte der Häßlichkeit
Umberto Eco

Gebundene Ausgabe, 15. September 2007
     Verkaufsrang: 30268      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 39,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Zu allen Zeiten haben Philosophen und Künstler Definitionen des Schönen gesucht. Das Hässliche dagegen ist meist nur als Gegensatz zum Schönen verstanden worden, fast nie wurde es für sich selbst betrachtet. Umberto Eco hat nun in seiner Geschichte der Häßlichkeit ein wunderbares Panoptikum versammelt: von Hölle und Teufel zu Monstern und Märtyrern, von den Hexen zu den Satanisten, vom Grotesken zur Obszönität, von der Apokalypse bis zum modernen Kitsch. Ein phänomenales Buch, das mit einem überwältigenden Reichtum an Abbildungen und Textstellen die faszinierende Nachtseite jener Schönheit zeigt, in welcher sich die abendländische Kultur so gerne sonnt.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Was ist hässlich?      5 von 5 Punkten
Nachdem die "Geschichte der Schönheit" eins der Bücher ist, die ich oft zur Hand nehme, musste ich Ecos "Geschichte der Hässlichkeit" auch besitzen. Wieder sind hier viele Texte versammelt, die dem Wesen der Hässlichkeit auf die Spur kommen, es gibt Bilder zum Anschauen, und Eco nähert sich der Hässlichkeit von vielen Seiten. Ein wertvolles Buch, das zu besitzen sich lohnt.

Was nicht schön ist...      4 von 5 Punkten
Nach der Geschichte der Schönheit, die im Jahr 2004 ein überraschender Erfolg wurde, kommt nun ein vom Format her identischer Band über das Gegenteil in die Buchläden: Die Geschichte der Hässlichkeit, wieder herausgegeben von Umberto Eco, der sein enzyklopädisches Wissen über die menschliche Kulturgeschichte erneut präsentieren darf. Dabei sind die von Eco geschriebenen, kurzen Texte über das Thema Hässlichkeit allerdings fast schon etwas Nebensache. Denn eigentlich fällt es schwer, Hässlichkeit wirklich überzeugend zu beschreiben. Ist es nicht viel mehr die bloße Abwesenheit von Schönheit, also nur die Negation von etwas anderem? Und dann fällt ja noch auf, dass sich Schönheit und Hässlichkeit im Lauf der Jahre wandeln. Ist die Schönheit von gestern nicht der Kitsch, und damit die Hässlichkeit, von morgen? Vieles wird hier relativiert.

Eco beantwortet die Frage nach dem Wesen der Hässlichkeit mit Synonymen. Er erläutert Hässlichkeit durch Krankheit, als Kennzeichen des Bösen und des Teufels, als körperliche oder sexuelle Deformation, als Element wider die Natur und damit als Begleiter der Industrialisierung oder auch als Witz, der das Opfer der Lächerlichkeit preisgibt. Aber letztendlich haben seine Texte - wie im Band über die Schönheit auch - etwas Theoretisches, Verkopftes. Und noch schlimmer: Oft scheinen sie durch die abgebildeten Kunstwerke auch noch widerlegt zu werden. Denn diese erscheinen fast ausnahmslos als ästhetisch faszinierend und oft genug als schön.

Stark sind auch die Texte, die hier auch aus der Literatur zum Thema versammelt sind. Lovecraft beschreibt seine Ungeheuer. Gläubige schreiben über die Hölle. Kafka schreibt über die Hässlichkeit des Lebens. Wir lesen von Folter, hässlichen Frauen, Dekadenz, von Tod und Krankheit und natürlich von Kitsch. Der Leser begibt sich hier auf eine Reise quer durch die Weltkunst und Weltliteratur. Oft sind die Texte und Bilder so eindringlich, dass der begleitende Text des Herausgebers dagegen völlig untergeht. Viele Texte stellen Gewalt und Sex explizit dar, das Buch ist also nicht gerade jugendfrei. Insgesamt hat man am Ende den Eindruck, dass die dem Hässlichen gewidmete Kunst aber möglicherweise die stärkeren Gefühle auslöst, als dies die Kunst der Idealisierung, des Schönen jemals erreichen kann. Und so ist auch dieser Band der spannendere der beiden Bände von Eco.

Wie beim anderen Band auch frage ich mich allerdings, warum man für die Darstellung der vielen, schönen Werke nicht ein größeres Buchformat gewählt hat. Viele der Bilder hätten hier schlicht mehr Platz verdient.


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