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Serie Piper, Bd.1, Macht und Gewalt Hannah Arendt Taschenbuch, Februar 2008 Verkaufsrang: 64500 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Sehr gute Begriffsklärung 5 von 5 Punkten Der längere Essay "Macht und Gewalt" klärt, ausgehend von den Studentenunruhen Ende der 60er Jahre, die beiden genannten Begriffe als voneinander getrennte Phänomene unseres politischen und gesellschaftlichen Lebens. Die Definitionen, die Hannah Arendt mittels ihres präzisen und scharfsinnigen Denkens findet, gehen über die Studentenrevolte hinaus und sind grundlegender Natur. Für jeden, der sich mit Macht als Phänomen und Gewalt als Mittel zum Zweck auseinandersetzen möchte, ist mit diesem einführenden Band als Grundlegung bestens bedient. Mithin gewinnt man en passant einen sehr guten Einblick in Hannah Arendts Denkungsweise, die sprachlich und intellektuell ein Hochgenuss ist. Die Klarheit ihres Denkens und die Qualität ihrer Aussagen bestechen auch heute noch und heben sich wohltuend vom heutigen verquasten und oft inhaltsarmen Diskurs ab.
Ironie, Scharfsinn und Wahrheitsliebe 5 von 5 Punkten Dieses Buch hat Hannah Arendt unter dem Eindruck der Studentenrevolten 1968 und dem Vietnamkrieg geschrieben. Für uns heute ist dieses relativ kleine Bändchen ein wichtiges Zeitzeugnis einer intelligenten Frau, die ihr Leben lang nichts anderes wollte als verstehen ("Ich will verstehen!").Warum der Titel "Macht und Gewalt"? Es geht zuerst um die klare Unterscheidung der Begriffe Macht, Gewalt, Kraft, Autorität, Stärke. Auch Gehorsam und Zwang kommen am Rande vor. Darüber hinaus beschäftigt sich die Autorin mit der Frage, in wieweit der Verlauf des Vietnamkriegs oder der Studenten"revolution" vorauszusehen waren - und was noch viel wichtiger ist: was wir daraus lernen können. Darin enthalten ist auch eine Abrechnung mit Sartre, dem sie (zu Recht vermutlich) eine gewisse mangelnde Begriffschärfe und sogar Naivität vorwirft. Außerdem die Zusammenfassung einiger wichtiger (damals) aktueller Werke zum Thema Gewalt, Revolution, Macht und Krieg. Wem kann man dieses Buch empfehlen? Jedem Studenten der Fächer Soziologie, Politik, Psychologie, Pädagogik. Und darüber hinaus allen Menschen, die sich im Gebrauch der Sprache üben und entwickeln möchten. Es ist ein sehr angenehm zu lesenes, fast unterhaltsames Buch, obwohl es das Thema in sich hat. Dennoch reicht es nicht an Hannah Arendts "Vita activa" heran. Hier erkennen wir weniger Hannah Arendt, die Philosophin oder Theoretikerin. Mehr die Zeitzeugin und Journalistin. Und auch in diesen Rollen bleibt sie eine unvergessliche Autorität. |
Gesellschaftstheorie und Kulturkritik Theodor W. Adorno Taschenbuch, April 2008 Verkaufsrang: 70855 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
anstachelung zum MUT 5 von 5 Punkten von der ersten seite ("die hierarchie war von je zwangsorganisation zur aneignung fremder arbeit. das natürliche recht ist verjährtes historisches unrecht.") bis zur letzten seite ("soll soziologie, anstatt bloß agenturen und interessen willkommene informationen zu liefern, etwas von dem erfüllen, um dessentwillen sie einmal konzipiert ward, so ist es an ihr, das ihre, sei's noch so bescheidene, beizutragen, dass der bann sich löse.") - dieses büchlein hält nach fast 30 jahren immer noch, was es verspricht. ich bin zufrieden, es auf meinem schreibtisch seit je liegen zu haben. "während bach als subalterner kirchenbeamter, der junge haydn als bedienter existierte, gewannen die musiker soziale geltung erst, als ihre produkte der unmittelbaren gebrauchsfähigkeit sich entäußerten, der komponist der gesellschaft als selbstherrliches individuum sich entgegensetzte: mit beethoven..." - schreibt adorno u.a. - für den gegenwartsmenschen, der sich nunmehr vielleicht weder für bach noch für beethoven erwärmen kann, jedoch mehr für blues oder rap, ließe sich die denkstruktur dennoch nutzen: das erfreuliche der auf sich selbst besinnenden kreativität bleibt betonenswert. überhaupt ist alles, was adorno schreibt, zu verstehen als aufforderung zum mut, nicht mit der herde herumzutapsen, sondern individuelle distanz zu riskieren. "gegenwärtig gedeiht weniger der kritische intellektuelle als der, welcher die mittel des intellekts zur verdunkelung benutzt" - schlagartig treten alle aktuellen parteigänger, alle höhnischen cliquen-bevollmächtigten, alle mit beförderung bestochenen vor unser inneres auge, die, die wir täglich im fernsehen ertragen dürfen - und die kennenzulernen adorno durch die gnade des frühen todes erspart blieb. ertragen können wir das ganze aber besser: mit diesem büchlein im gepäck ... |
Lektürehilfen Albert Camus: L'Etranger: Texte et documents Albert Camus Broschiert, September 2005 Verkaufsrang: 59642 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
super inhalt, anspruchsvolle Sprache 4 von 5 Punkten Diese Lektürenhilfe ist für Schüler der Oberstufe besonders zu empfehlen, wenn sie im Fach Französisch Abitur machen möchten. In diesem Falle bietet die Lektürenhilfe ausgezeichnete Zusammenfassungen und Interpretationsansätze! Was ein wenig fehlt, sind Grafiken und Veranschaulichungen (wie z.B. in der Lektürenhilfe von Stark). Auch das Leben von Camus ist gut dargestellt, die Lektüre einer zusätzlichen Biographie wäre für Abiturienten dennoch zu empfehlen. Gerade weil die Sprache sehr anspruchsvoll ist, kann der Schüler noch davon lernen, sollte sich allerdings hüten, Sätzte wortwörtlich zu übernehmen... Was ein wenig zu kurz kommt sind die Charakteristiken der Personen (außgenommen Meursault, der natürlich immer im Mittelpunkt steht).
Inhaltlich vielseitig, sprachlich sehr anspruchsvoll 4 von 5 Punkten Mit seinem Debütroman „L’Etranger“ (dt. „Der Fremde“) schuf Camus eine literarische Antwort auf die Zeitströmungen während und nach dem zweiten Weltkrieg. So überrascht es nicht, dass das Werk von einem tief pessimistischen Grundzug durchdrungen ist. In einer sinnfreien absurden Welt ohne Gott ist das um Moral kämpfende Individuum ohnmächtig dem herrschenden Gesellschaftsdiktat ausgeliefert – bis in den Tod. Die vorliegende Interpretation gliedert sich in drei Teile: 1. Allgemeine Informationen zu Autor und Werk, 2. Inhaltliche Repetition und Textinterpretation, 3. Formale Interpretation (Sprache, Textstruktur, Einflüsse). Ein Lexikon mit interpretatorischem Fachvokabular ergänzt den Band. Inhaltlich handelt es sich bei dieser Lektürehilfe um ein sehr verdichtetes und sprachlich anspruchvolles Buch. Auch unter Zuhilfenahme der Worterklärungen sind die Texte von Pierre Sauvage sehr schwierig zu verstehen aufgrund sehr gehobener Formulierungen. Gelingt dies, dann lernt man den hohen Informationsgehalt schnell schätzen. Ein zweiter Kritikpunkt ist der Aufbau: Mehr Übersichten und Tabellen hätten für einfacherer Handhabung gesorgt. Wünschenswert wären ausführliche Charakterisierungen: Gerade einmal 1,5 Seiten mit Stichworten sind definitiv zu wenig für eine Interpretation. Als Fazit kann gesagt werden: Eine informative, jedoch sprachliche anspruchsvolle und formal nicht immer übersichtliche Interpretation. Im Bezug auf die Lektüre aber definitiv Referenz.
Feste Stütze für philosofisch geprägte Interpretationen 4 von 5 Punkten Die Lektürehilfe enthält nicht nur eine gelungene Gliederung und Wertsetzung, sie vermittelt auch ausgewählte Informationen und Zitate bezüglich der Philosofie Camus, die nicht gerade einfach zu begreifen ist. Die Komplexität seiner Ansichten wird im Vergleich zu "Etranger" zum Beispiel bei "Les Justes" deutlich, wo sich Aktivität und Idealismus der Passivität und dem Mangel einer Werteskala bei "Etranger" entgegensetzt. Der wohl wichtigste Begriff, den man aus "Etranger" und der Lektürehilfe entnehmen kann, ist der der "Absurdität". Dieser wird immer wieder aufgegriffen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, so zum Beispiel in Bezug auf die theatralisch-ironisierte Gerichtswelt, deren Absurdität der Protagonist Meursault durch seine kindliche Naivität unbewusst dem Leser offenbart. Sehr aufschlussreich in Bezug auf die Gestalt des Meursaults sind hierbei verschiedene Verweise auf andere Lektüren und deren Gestalten, besonders der auf den "Mythos von Sisyphus" (ebenfalls von Camus), der sich sehr gut auf die letzten Seiten des Buches "Etranger" beziehen lässt und nicht nur die Person Meursault, sondern auch eine Anschauungsweise des Lebens allgemein erläutert. Die Lektürehilfe erörtert zudem genau einzelne Motive des Buches und hilft, den zugegebenermaßen schwer zu verstehenden Protagonisten in einem neuen Licht erscheinen zu lassen, das auch vollkommen neue Perspektiven und Interpretationsansätze eröffnet. Mich als angehende Abiturientin mit Französisch-Lk hat diese Lektürehilfe auf jeden Fall weitergebracht und mir in meiner Verzweiflung gegenüber der Philosofie Camus' sehr geholfen. Das Einzige, was mir gefehlt hat, waren stärkere Vergleiche und Bezüge zu anderen französischen Büchern, denn die meisten wurden nur kurz angesprochen, von Bezügen zu anderen Schriften Camus' selbst abgesehen. Denn der Vergleich zu Jean-Paul Sartre, mit dem viele "Unwissende" Camus in einen Topf werfen, wäre doch noch sehr interessant gewesen. Somit muss man sich dies mühselig mit Stapeln von Büchern erarbeiten. Doch wer nicht gerade für das Abitur tiefgründige Vergleiche zu anderen Philosophen benötigt, sondern sich einfach nur über das Buch selbst klar werden und zudem ein paar grundlegende Denkansätze Camus' in seiner ersten großen Schaffensperiode kennenlernen will, ist mit dieser Lektürehilfe auf jeden Fall gut bedient. |
Philosophie des Abendlandes Bertrand Russell Taschenbuch, Dezember 2004 Verkaufsrang: 19290 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieser Klassiker der Philosophiegeschichte ist bis heute nicht übertroffen worden. Niemals trocken, sondern immer im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen und politischen Hintergründen erzählt Bertrand Russell die Geschichte der abendländischen Philosophie: von den Vorsokratikern und der mittelalterlichen Scholastik, der Philosophie der Neuzeit und von den großen Denkern des 19. und 20. Jahrhunderts.
»Das Buch ist als erste Einführung in die Philosophie anhand der Geschichte nicht zu überbieten; Voltaire hätte es nicht besser machen können.« Frankfurter Allgemeine Zeitung
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
die beste Philosophiegeschichte ... 5 von 5 Punkten ... die ich bisher gelesen habe. Russell versteht es wie kein Anderer, 2000 Jahre philosophischer Probleme und Gedankenentwicklungen in einem Guss zu präsentieren. So sollte eine Philosophiegeschichte aussehen, ich nenne fünf Vorzüge, die seine Philosophiegeschichte von vielen anderen Werken unterscheidet:
1. Russell schreibt interessant, anschaulich und verständlich (was leider nicht alle Philosophen beherrschen). 2. Er stellt die Bezüge her zwischen den einzelnen Denkern und der politischen Entwicklung. So kann man sich auch erklären, wie so mancher Philosoph zu bestimmten, z. T. absurden Ideen kam. 3. Russel beweist logischen Scharfsinn. Im Gegensatz zu anderen Darstellungen, werden nicht einfach alle möglichen Thesen eines Philosophen paraphrasiert, sondern die Argumente für die wichtigsten Thesen logisch rekonstruiert. 4. Jeder Denker wird kritisch aber fair gewürdigt. Russel weist sehr clever bei vielen zunächst erscheinenden Argumenten die logische Denkfehler auf - der Teufel steckt wie so oft im Detail. Jedoch bleibt es nicht bei reiner Kritik, es werden auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie man gewisse Denkfehler konstruktiv weiterentwickeln oder aber besser begründen könnte. 5. Russel traut sich, die einzelnen Philosophen zu bewerten. Das ist meiner Meinung nach ein Vorzug. Nach der Lektüre vieler Philosophiegeschichten stellt man sich die Frage: Und was ist nun wichtig? Was ist heute noch gültig? Wer hat meiner Meinung nach Recht? Natürlich bewertet Russel die Denker vom Standpunkt der analytischen Philosophie aus, er wird jedoch jedem Denker gerecht, weil er erstens ihre Gedanken stets im Lichte ihrer Zeit betrachtet und sich zweitens dogmatischer Urteile enthält.
Kurz: Russel weist objektive logische Fehler nach und nennt seine eigene Position zum entsprechenden Sachverhalt. So kann sich der Leser selber eine begründete Meinung bilden. Manche Rezensionen stellen dieses Vorgehen als einseitig dar. Wer dieses Werk als einseitig analytische Interpretation der Philosophiegeschichte bezeichnet, hat es offensichtlich nicht genau gelesen oder verstanden. Natürlich kann man Philosophiegeschichte auch anders darstellen. Manche setzen jeden Philosophen auf einen Thron und zwingen den Leser durch schillernde Metaphern, seine Gedankengänge zu bewundern - ob das wirklich dem philosophischen Anspruch von Kants sapere aude genügt, sei dem Leser überlassen. Wer lieber eine etwas nüchternere Darstellung bevorzugt, dem würde ich Störigs Philosophiegeschichte empfehlen.
Noch ein Punkt, an dem andere Rezensionen unfair verfahren: Russells Buch stammt aus dem Jahre 1950. Naturgemäß können daher Philosophen, die nach 1950 geschrieben haben, nicht erfasst sein - wer deshalb einen Stern abzieht, macht sich unglaubwürdig. Wer sich für die Philosophen nach 1950 interessiert, dem sei Höffes zweibändige Ausgabe "Klassiker der Philosophie" empfohlen. Hier schreiben eben viele Autoren mit, d. h. einige können sich verständlich ausdrücken, andere wieder nicht.
Fazit: Eine rundum gelungene Philosophiegeschichte aus einem Guss, die zu Recht auch 50 Jahre nach ihrem Erscheinen noch gelesen wird.
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Die Vertreibung aus der Hölle Robert Menasse Taschenbuch, September 2004 Verkaufsrang: 86838 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Portugal des frühen 17.Jahrhunderts: Religiöser Fanatismus im Zeichen des Kreuzes, die Scheiterhaufen brennen. Hier lebt Manoel Dias Soeiro, das jüngste Kind einer Familie von Marranen, geheimen Juden unter der ständigen Bedrohung, entdeckt und an die Inquisition verraten zu werden. Manoel weiß noch nichts von seiner Herkunft und beteiligt sich an den grausamen Spielen der Kinder, die sich schon früh im Denunziantentum üben. Doch dann fallen seine eigenen Eltern den Inquisitoren in die Hände. Manoel, auch Mané gerufen, was soviel heißt wie "der Naive", ist das Kind mit den vielen Namen. Nach einer abenteuerlichen Flucht wird er schließlich in Amsterdam als der jüdische Gelehrte Samuel Manasseh ben Israel in die Geschichte eingehen. Das heutige Wien: Der Historiker Viktor Abravanel, geboren 1955, besucht 25 Jahre nach Schulabschluss ein Klassentreffen und provoziert bereits beim Aperitif einen Eklat, als er die anwesenden Lehrkräfte beschuldigt, ehemalige NSDAP-Mitglieder zu sein. Nachdem sich die Gesellschaft fluchtartig aufgelöst hat, lässt Viktor im Gespräch mit seiner Jugendliebe Hildegund die überwiegend tragikomischen Ereignisse seiner Schüler- und Studentenzeit wiederaufleben. Fast vier Jahrhunderte liegen zwischen diesen beiden Biografien. Im Roman bilden sie zwei so eng ineinander gewobene Handlungsstränge, dass die Übergänge fließend zu sein scheinen. Immer wieder zeigen sich deutliche Parallelen: Samuels Familie entkam nur knapp der Inquisition, Viktors jüdischer Vater musste vor den Nazis nach England flüchten. Aber auch alltägliche Zwänge und Grausamkeiten in Familie, Ausbildung und Beziehungsleben scheinen als das immer Gleiche wiederzukehren, als private Höllen, die wir immer erst rückblickend erkennen: nachdem wir aus ihnen vertrieben wurden. Robert Menasse hat mit Die Vertreibung aus der Hölle bereits seinen vierten Roman vorgelegt. Wie schon in der Trilogie der Entgeisterung zeichnet er, nun vor historischem Hintergrund, ein düsteres Bild unserer Zeit -- ohne Larmoyanz, aber mit viel Sarkasmus, Wortwitz und Sinn für Groteskes. Die autobiografischen Züge an der Figur Viktors werden durch die Namensgleichheit mit ihrem geschichtlichen Alter Ego noch pointiert. (Ein von Rembrandt gemaltes "Portrait des Rabbi Menasse" ziert auch das Buchcover.) Die historischen Passagen versteht Robert Menasse mit viel Fantasie und Einfühlungsvermögen packend zu schildern: die von religiösem Fanatismus aufgeheizte Stimmung auf den Straßen Lissabons, das mörderische Spektakel eines Autodafés, die Angst der Verfolgten, ihre Flucht in die Freiheit und die nie endende Qual der Erinnerung. Die narrative Engführung mit der letztendlich als Farce erscheinenden Lebensgeschichte Viktors geht dabei aber nicht ganz auf. Der groß angelegte Roman verliert durch den Anschein, primär eine vergleichende Fallstudie zu sein, ein wenig an innerer Kraft. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass sich die Geschichte insofern wiederholt, als wir uns selbst in ihr wiedererkennen: unsere ratlosen Gesichter, unsere verzerrten Fratzen. --Mathis Zojer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Wechselspiele 5 von 5 Punkten 25 Jahre nach der Matura kommt es bei einem Klassentreffen, bei dem auch viele ehemalige Lehrer anwesend sind, durch den Geschichtsprofessor Viktor zu einem Eklat. In geselliger Runde verliest er plötzlich die NSDAP - Mitgliedsnummern der anwesenden Lehrer, worauf diese empört das Restaurant verlassen. Nur Viktor und seine ehemalige Schulkollegin Hildegund bleiben. Zwischen ihnen entspinnt sich im Laufe des Abends ein Austausch an Erinnerungen, Geständnissen, Erklärungen, den sie als Schüler nie haben konnten.Die Parallelhandlung erzählt von Máne, einem jüdischen Kind im Portugal des 17. Jahrhunderts. Seine Eltern werden von der Inquisition verfolgt, Máne soll als Jesuit aufwachsen, doch nach vielen Mühen gelingt ihnen die Flucht nach Amsterdam, wo Juden eine Bleibensberechtigung haben. Máne geht in die Rabbinerschule und soll schon bald der Lehrer Spinozas werden. Was auf den ersten Blick nicht zusammen gehen kann, weil die Zeit zu weit auseinander ist und die Gesellschaften sich in nichts ähneln, wird bald zu einem Vexierspiegel indem man Viktor und Máne wiederfindet. Menasses erzählerischer Stil schafft es eine spannende Geschichte zu formen, die das Aufwachsen zweier Männer erzählt und deren Handlungen und Erlebnisse sich trotz der wenigen Gemeinsamkeiten, die sie haben, immer mehr verstricken und bald ist die Jugendgeschichte Mánes ein Vorläufer der von Viktor. Sachen, die im 17. Jahrhundert den sicheren Tod bedeutet hätte, werden im 20. zu Peinlichkeiten und genauso umgekehrt. Immer deutlicher kommt aber der Machtwahn des Menschen heraus. Máne und Viktor sind Mitläufer, Ausgegrenzte, die nur zu gerne dazugehören wollten. Ihr gesellschaftliches Manko versuchen sie mit Fleiß wegzumachen, doch müssen sie immer wieder einsehen, dass der größte Fleiß und willenloseste Anpassung nichts nützen, wenn die Gesellschaft nicht will, dass sie dazugehören. Ein sehr erschreckender Roman, der jedoch leicht und locker erzählt wird, das macht die großen Qualitäten Menasses aus.
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Gerechtigkeit: Eine philosophische Einführung Otfried Höffe Taschenbuch, September 2001 Verkaufsrang: 72483 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Diese kulturen- und epochenübergreifende Einführung in Begriff und Geschichte der Gerechtigkeit reicht von der Frühzeit des Menschen bis in das heutige Zeitalter der Globalisierung. Höffes historisch und systematisch kompetente Darlegung behandelt einen zentralen Grundsatz des menschlichen Zusammenlebens.
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Ein Bewußtsein von dem, was fehlt: Eine Diskussion mit Jürgen Habermas
Broschiert, April 2008 Verkaufsrang: 4953 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Mit seiner Friedenspreisrede eröffnete Jürgen Habermas 2001 die Auseinandersetzung mit Vertretern der katholischen Kirche: Er traf sich mit Joseph Kardinal Ratzinger. Unter dem Titel "Ein Bewußtsein von dem, was fehlt" führte er nun ein Gespräch mit renommierten Philosophen der Hochschule für Philosophie der Jesuiten. Habermas betont, daß die moderne Vernunft sich selbst nur verstehen könne, wenn sie ihre Stellung zum religiösen Bewußtsein kläre. Hintergrund für seine Argumentation ist u.a. auch die Verhältnisbestimmung von Glaube und Vernunft, die Papst Benedikt XVI. in seiner Regensburger Rede formuliert hatte. Der Band versammelt den Essay sowie die Beiträge der Debatte. Die Einleitung gibt einen Überblick über Habermas' religionsphilosophische Interventionen.
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Ästhetik der Existenz: Schriften zur Lebenskunst Michel Foucault Broschiert, Juni 2008 Verkaufsrang: 69318 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. In der letzten Phase seines Schaffens hat sich Michel Foucault mit Passion und Akribie dem Studium antiker Texte gewidmet und die klassischen Modelle einer lebenspraktischen »Sorge um sich« und »Ästhetik der Existenz« der historischen Vergessenheit entrissen. In den kleinen Texten und Interviews derselben Zeit, die der Auswahlband versammelt, unternimmt Foucault den riskanten und faszinierenden Versuch einer Aktualisierung dieser antiken Denkfiguren. Die alles entscheidende Frage für Foucault ist dabei: Kann es heute eine Lebensform geben, die nicht vom Wissen und von der Norm bestimmt wird, sondern die ein Experiment ist und das Leben als Kunst versteht?
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Ästhetische Theorie Theodor W. Adorno Taschenbuch, 13. Dezember 2005 Verkaufsrang: 64597 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Quantensprung vom Unwissen im Wissen der Wissenschaft. 5 von 5 Punkten Kann es eine Ästhetische Theorie aus wissenschaftlicher Sicht geben? Oder ist eine Theorie der Ästhetik selbst immer nur ästhetisch, also ein Kunstwerk? Ist demnach also die Wissenschaftssprache keine Sprache, die der Kunst und damit der Ästhetik beikommen kann? Gibt es also eine Fachsprache der Ästhetik überhaupt? Überhaupt der Wissenschaft, wie die Erkenntnistheorie von Carnap über Popper zu Thomas S. Kuhn durchaus bezeugt? Was ist, wenn nicht? Wird die Wissenschaftssprache damit nicht selber ästhetisch, also Kunst? Sozusagen lart pour lart als die einzig wirklich mögliche Form von Wissenschaft? Was sagt uns Quantentheorie und Relativitätstheorie dazu, wo uns das Kartesianische Weltbild aus den Fugen gerät und keiner mehr weiß, ob Zeit und Raum in der Form, wie wir sie kennen und Kant sie als eherne Formen der Wahrnehmung bestimmt hatte, überhaupt noch universale Gültigkeit haben? Ist dann nicht alles irgendwie nur noch lart pour lart? Und zu welchem Zweck? Welchem Endziel? Welchem Telos? Adornos Ästhetische Theorie ist eine Theorie der Ästhetik, die selber ästhetisch oder zu Kunst sich längst schon zerstoßen hat. Sie ist freies Fließen von Begriffen (Heraklit) und reiner Vorgriff auf das, was wir heute wissen oder wissen können: dass wir nichts sicher wissen, also alles immer wieder nur offen ist. Sie ist damit mehr, als sie scheint und weniger, als sie sein könnte. Sie ist ein unüberholbares Monumentalwerk, das sich aus dem Kenntnisreichtum und der Sprachkunst eines der großen Philosophen unserer Zeit nährt. Daher sollte niemand glauben, dass er dieses Buch wirklich lesen oder verstehen kann. Aber er kann es genießen. Zumal er es kaufen kann. |
Kraft aus der Stille: Vom Wachsen des Bewußtseins Joachim-Ernst Berendt Taschenbuch, April 2003 Verkaufsrang: 113632 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die radikale Kraft der Stille In diesem Buch vollendet Joachim-Ernst Berendt den Schritt vom Klang über das Hören zum Sein. Nur in der Stille, sagt er, können wir ganz bei uns sein, nur in der Stille wächst unser Bewusstsein. Auf das Lauschen nach innen kommt es an. Joachim-Ernst Berendts letztes Werk ist eine intensive Auseinandersetzung mit der inneren und der äußeren Welt. Ein Weg zu sich selbst und damit zur Veränderung der Gesellschaft.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Die Stimme ist die Seele des Wortes 5 von 5 Punkten Stille, Stille laß uns lauschen!Wahrlich, in diesem Buch sind die Wörter so schmackhaft wie reife Früchte zum Beissen einladen... Im tiefen Herzen spüre ich aus jeder Zeile die Verbindung von Seele zu Seele... Die Wörter blühen kann ich förmlich vor mir sehen... DANKE-Joachim-Ernst-Berendt
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Was war, was bleibt . Die 68er und ihre Theoretiker Franz M Sonner Audio CD, 5. März 2008 Verkaufsrang: 161762 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 1968 war da was? Und ob. Auch wenn die Einschätzungen, inwiefern die Studentenbewegung die bundesrepublikanische Gesellschaft verändert hat, auseinandergehen dass eine kulturelle Revolution das Land verändert hat, ist unbestritten. In diesem Audiopaket kommen die wichtigsten Theoretiker, mit und an denen sich die so genannten 68er gemessen haben, zu Wort. Essays, für den Rundfunk geschrieben und gesprochen. In diesen legendären Tondokumenten wird die Faszination der großen Denker des letzten Jahrhunderts und ihre Wirkung auf die Jugend unmittelbar erfahrbar. Theodor W. Adorno spricht über »Kultur und Verwaltung«. Max Horkheimer erklärt, wie die Freiheit und das Vermögen, sich seines Verstandes zu bedienen, vom Kampfbegriff der bürgerlichen Aufklärung zum Denkverbot der Nachkriegsgesellschaft gerieten. Ernst Bloch diskutiert in »Karl Marx heute« den Marxismus. Herbert Marcuse liefert in »Der Mensch in einer sozialisierten Welt« einen Abriss seines philosophischen Denkens. Alexander Mitscherlich setzt sich in »Ansichten zur Psychoanalyse« mit Freud auseinander. Rudi Dutschke erläutert in einem berühmten Interview mit Günter Gaus die Haltungen und Ziele der Bewegung. Und in einem vierteiligen Feature »Die 68er« sind Zeitzeugen von Daniel Cohn-Bendit, Joschka Fischer, Ulrike Meinhof bis Rainer Barzel zu hören. In einer Zeit, die »Geist hartnäckig mit Schlauheit verwechselt« (Horkheimer), ist diese anregende Zusammenstellung ein unverzichtbares Vademecum.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Wir haben sie so geliebt, die Revolution! - Kurze Geschichte einer Kulturrevolution ... 5 von 5 Punkten Fest steht: 1968 ist ein schwieriger, ein schillernder, ein umstrittener Erinnerungsort, in den sich längst "das Imaginäre eingenistet hat".
Die 68er: Natürlich nahm die Bewegung schon früh in den sechziger Jahren ihren Ausgangspunkt, 1968 allerdings kulminierten die Ereignisse: Der Vietnamkrieg eskalierte, Martin Luther King wurde ermordet, Rudi Dutschke angeschossen, der Pariser Mai schien die Verhältnisse in Frankreich kippen zu können, in Deutschland wurden Notstandsgesetze auf die Tagesordnung gesetzt. Die damalige CSSR schien einen demokratischen Sonderweg gehen zu können, bis der "Prager Frühling" von den Truppen des Warschauer Pakts gewaltsam beendet wurde. Antikolonialismus sowie der Kampf gegen Diktaturen und Unterdrückung prägten die politische Idee eines weltweiten Aufbruchs. Daher waren die Proteste, woran sie sich auch entzündeten, Ausdruck globaler Konflikte, auch wenn sie in Deutschland als Abrechnung der jungen Generation mit ihren Eltern ausgefochten wurden und in der Nazivergangenheit der Väter ein spezielles Thema hatten. Nicht nur Politik, auch Musik, Kleidung, Lebensstil und Sexualmoral wurden neu und dem Alten entgegengesetzt definiert.
Mag die 68er-Bewegung auch ihre selbst gesteckten Ziele verfehlt haben, ihr großer Einfluss prägt dennoch bis heute viele Lebensbereiche.
In dem vorliegenden Audiopaket kommen die wichtigsten Theoretiker, mit und an denen sich die so genannten 68er gemessen haben, zu Wort: in Essays, für den Rundfunk geschrieben und von ihnen selbst gesprochen. In diesen legendären Tondokumenten wird die Faszination der großen Denker des letzten Jahrhunderts und ihre Wirkung auf die Jugend unmittelbar erfahrbar.
Zum Inhalt:
CD 1: Theodor W. Adorno (11.09.1903 - 06.08.1969)
"Kultur und Verwaltung" (1959) 54:21
CD 2: Max Horkheimer (14.02.1895 - 07.07.1973)
"Philosophie als Kulturkritik" (1965) 58:26
CD 3: Ernst Bloch (08.07.1885 - 04.08.1977)
"Karl Marx heute" (1968) 60:22
CD 4: Herbert Marcuse (19.07.1898 - 29.07.1979)
"Der Mensch in einer sozialisierten Welt" (1966) 47:13
CD 5: Alexander Mitscherlich (20.09.1908 - 26.06.1982)
"Der Standort der Psychoanalyse" (1975) 28:48
"Normal - Abnorm" (1975) 28:32
CD 6: Rudi Dutschke (07.03.1940 - 24.12.1979) & Günter Gaus
"Zu Protokoll: Rudi Dutschke" (1967) 40:18
CD 7 & 8: Die 68er: Kurze Geschichte einer Kulturrevolution.
Feature von Anselm Weidner mit: Rainer Barzel, Daniel Cohn-Bendit, Rudi Dutschke, Iring Fetscher, Joschka Fischer, Hajo Funke, Herbert Marcuse, Ulrike Meinhof, Bahman Nirumand, Bernd Rabehl, Eva Rühmkorf, Gaston Salvatore, Alice Schwarzer, Christian Semler, u.a.m.
Teil 1: Demokratie - jetzt oder nie! 27:39
Teil 2: Trau keinem über 30! 27:24
Teil 3: Ho-Ho-Ho Chi Minh! 25:29
Teil 4: Frauenpower macht Männer sauer! 29:03
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"Es gibt kein richtiges Leben im falschen." Dieser Satz des Philosophen Theodor W. Adorno beschreibt ein Grundgefühl der 68er-Generation. Da musste es noch etwas anderes geben hinterm Horizont, eine andere Welt jenseits ausgetretener Pfade - ohne Ausbeutung, Zwang und Unterdrückung. Wie diese Welt genau aussehen sollte - befreite Gesellschaft, Sozialismus, Anarchie -, darüber gab es sehr unterschiedliche Vorstellungen. Aber dass eine "konkrete Utopie" nötig war, darin waren sich die Rebellierenden weltweit einig. [Reinhard Mohr]
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Die 68er-Bewegung im Originalton! = Eine höchst empfehlenswerte 8-CD-Box!
Es grüßt -- Reinhard Busse |
Wissenschaftstheorie: Eine philosophische Einführung Hans Poser Taschenbuch, Juli 2001 Verkaufsrang: 37859 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
gute Einfuehrung fuer Naturwissenschaftler 4 von 5 Punkten Hans Posers Wissenschaftstheorie ist weniger ein Buch der eigenen Gedanken des Authors, sondern vielmehr eine kompakte Nachzeichnung der Entwicklung dieses Gebietes im 20. Jahrhundert. Der Ausgangspunkt bildet die analytische Wissenschaftstheorie und hier insbesondere das Hempel-Oppenheim-Schema. Die einzelnen Begriffe werden detailliert eingefuehrt und gleichzeitig die Grenzen dieses Ansatzes aufgezeigt. Der Mittelteil ist der Kuhnschen und post-Kuhnschen Wissenschaftstheorie gewidmet, es wird vor allem herausgearbeitet, wie trotz dem scheitern des streng analytischen Ansatzes doch einige Grundideen davon gerettet werden koennen. Im letzten Teil werden schliesslich hermeneutische, dialektische und evolutionaere Ansaetze diskutiert, wobei hier manches (etwa die kritische Theorie und Juergen Habermas) sehr knapp gehalten bleibt. Aufgrund dieses Inhaltsschwerpunktes duerfte das Buch vor allem fuer naturwissenschaftlich interessierte Leser geeignet sein. Es bietet in diesem Bereich einen sehr guten Ueberblick, wobei weder die Grenzen der Moeglichkeiten negiert werden noch ein destruktiver Relativismus betrieben wird. Schwachpunkte: Vor allem in der Einfuehrung zur analytischen Wissenschaftstheorie fehlt der rote Faden. Manche Gedanken werden hier mehr zufaellig aneinandergereit. Vor allem im zweiten Teil wuenschte ich mir mehr Beachtung der reflexiven Anwendung (Wissenschftstheorie als Wissenschaft). |
Das Leben ist kurz. Vita brevis Jostein Gaarder, Gabriele Haefs Taschenbuch, Dezember 1999 Verkaufsrang: 48559 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Was ist das für ein Brief, den Jostein Gaarder in einem Antiquariat in Buenos Aires entdeckt? Eine Fälschung? Oder eine Enthüllung? Wahr ist, daß der berühmte Kirchenvater Augustinus, an den der Brief gerichtet ist, viele Jahre lang eine Frau namens Floria liebte, einen Sohn mit ihr hatte und ihr dann plötzlich für seine Liebe zu Gott den Laufpaß gab. Wie mußte sich Floria da fühlen? Das erzählt der aufgefundene Brief, der ihren Namen als Absender trägt. Floria fragt Augustinus: Warum ist alles, was zwischen uns war, plötzlich Sünde in deinen Augen? Warum ist die Frau diejenige, die verführt, und der Mann der Verführte? Warum schließt deine Liebe zu Gott jede Leidenschaft für eine Frau aus? In ihrer provokanten Argumentation rüttelt Floria an einer Moral, mit der sich die Männer bis heute nicht nur in der Kirche über die Frauen erheben. Jostein Gaarder, geboren 1952, lebt als freier Schriftsteller in Oslo. Außerdem bei dtv erschienen: Das Kartengeheimnis, Sofies Welt und Der seltene Vogel.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)
Vielleicht... 5 von 5 Punkten ... eines meiner Lieblingsbücher. Ein ganz anderes Buch von Jostein Gaarder. Einfach wunderbar und ein Genuss für Menschen die die Kirche kritisch betrachten. Ein Buch für Menschen die starke Frauen mögen. Ein Buch für Menschen die gute Bücher lieben. Ein Buch für Menschen die sich für Philosophie begeistern.
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Im Weltinnenraum des Kapitals: Für eine philosophische Theorie der Globalisierung Peter Sloterdijk Broschiert, Dezember 2007 Verkaufsrang: 52082 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Peter Sloterdijk hat von sich gelegentlich gesagt, er funktioniere "wie ein Schriftsteller, der sich einen Denker ausdenkt, dem immer wieder andere Gedanken zustoßen". In seinem Essay Im Weltinnenraum des Kapitals, den der Popstar unter Deutschlands Philosophen vorab als eine Art Anhang zum dritten Band seiner Trilogie (Sphären angekündigt hat, stößt diesem Denker allerlei Assoziatives zu beinahe sämtlichen Themen zu, die sich rund um die so genannte Globalisierung auftun. Wie in den meisten bisherigen Arbeiten Sloterdijks kommt der Denker mit all dem -- zur Freude zumindest des geneigten Lesers -- spielerisch zurecht. Und wer Spaß hat an der wieder einmal "großen Erzählung", als die Sloterdijk sein Dichten und Denken insgesamt und für sich genommen auch jedes seiner Teile begriffen wissen möchte, kann aus dem Strom der sprudelnden Assoziationen tatsächlich eine ganze Menge lernen. Etwa über die Zusammenhänge von Kapitalismus und Telepathie, worüber (unter anderem natürlich) das Stück über "Wahn und Zeit" handelt, oder über "nautische Ekstasen", "terranes und maritimes Denken", "Kartographie und imperialen Namenzauber", "Bordgeistliche" oder darüber, was dabei herauskommen mag, wenn man in Gedanken (beinahe) Rainer Maria Rilke auf Adam Smith treffen lässt
Was soll man sagen? Wer als Leser in den Fluten solch fabulierenden Denkens nicht auf Anhieb freudig mit zu schwimmen vermag, ist für das Sloterdijkprojekt, sich in einer als Deutung zu deutenden Welt deutend heimisch zu machen, immer schon verloren. Jene aber, die des freudigen Deutens des Deuters kundig sind, können bei jedem neuen Buch aus seiner Feder sicher sein, dass er sie nicht enttäuschen wird. Und das ist gut so! Und vielleicht vermag die den Glücklichen daraus erwachsende Freude ja sogar jenen Hoffnung zu machen, die sie nicht teilen können. Denn: "Die Kreativen, so heißt es hin und wieder, sind jene, die das Ganze daran hindern, in schädlichen Routinen zu versinken. Vielleicht ist die Zeit gekommen, die Phrase beim Wort zu nehmen." -- Andreas Vierecke
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Globalisiert wird nur das, was liquidationsfähig ist. 5 von 5 Punkten Narrative Philosophie, mit Metaphern angereichert, ist das Genre des philosophischen Mediengurus Peter Sloterdijk, bekannt aus dem philosophischen Quartett. Er zeigt wieder einmal auch hier seine umfassende Kenntnis psycho-historischer Zusammenhänge und vor allem deren Lichtspiele in der allgemeinen wie in der philosophischen Literatur. Der Umschlag zeigt bereits den Beginn der Erzählung: es ist das Jahr 1851, der Londoner Kristallpalast als geschlossenes System zur ersten Weltausstellung ist abgebildet und auch Dostojewskis "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" (sehr empfehlenswert!!) greift dieses Gebäude symbolhaft auf. Globales zeigt sich also schon in der einfachen Darstellung des Baus, da eine Halb-Kugel (Himmel) als abschirmender Baldachin das neue Welt-Wirken mit den alten ptolemäischen Erinnerungen und Denkmustern (Austellungs-Erdfläche) verbindet. Doch der wirkliche und tatkräftige Beginn der Globalisierung ist mit Kolumbus, Amerigo Vespuci und Magellan zu verzeichnen, da hier die Eroberung der Welt über den Ozean begann.
"Ich begebe mich einfach an Bord", für Herman Melville in Moby Dick die Flucht des Einzelnen aus seiner terranen Depression. Maritimes Denken gewann die Überhand und hat in Folge das Leben der Menschen aus der bisherigen Enge geführt. "Expansion ist alles." Feudale Landstrukturen und Besitzverhältnisse waren mit einem Mal nicht mehr Einzig und die Möglichkeit, schneller als jedes Grundbuch ein Teil der Neuen Welt sein Eigen nennen zu können, war im Auge der Entdecker (Cuius carta, eius regio).
Kopernikus hatte seinen Anteil an dem neuen Denken, da das heliozentrische Weltbild das bisherige geozentrische ablöste. Die Erde eine Kugel im Weltraum, der Mensch nicht mehr im Zentrum, sondern an die Peripherie gerückt, nach Außen. Die Umrundung der Erde gewann mit zunehmender Technik und Nautik an Schnelligkeit, 80 Tage nach Jules Verne sind nur nötig zur Umrundung der Welt. Christliche Seefahrt führte zur Vereinnahmung und sprachlichen Neuidentität der okkupierten Völker. Menschen, die ihr Außen-Sein begriffen, benahmen sich dort gesetzlos und bar jeder kulturellen Erziehung, sodass P. Sl. nicht haltmacht vor der Kritik an Kant, dass sein kategorischer Imperativ eine Erhabenheit darstellt, jedoch Unanwendbarkeit sicherstellt. "Die Zerstörung des Bestehenden im Namen des Besseren", sodass mit dem Progressismus Alt nach Neu nur das Mitmachen des Einzelnen oder sein Abdanken Platz findet.
Zur See fahren wird zur grandiosen Beherrschung der Oberfläche, zu vermeiden ist, auf Grund zu gehen, eher sind die flexiblen Reaktionen des Navigierens von Vorteil. (mir scheint, als wenn die elektronische Revolution der Modernen vom Menschen nichts anderes fordert) Wie die Schiffe um die Welt gingen, ist es Hauptsache der Neuzeit, dass das investierte Geld um die Welt läuft. Vermehrt kommt es wieder, wenn es gut geht, denn das Wiedersehen, das revenue, ist der eigentliche Zweck im Glücksspiel des Börsenzeitalter. In diesem Spektakel der Expansionen lag es zum Beginn des 20. JH nahe, dass neue innere Bereiche des Menschen erforscht werden mussten. Nichts anderes ist für P.Sl. die konsequente Fortführung des Handels durch Sigmund Freuds Eroberungen der menschlichen Tiefe.
Im globalen Zeitalter, dass wir nun erreicht haben und in dem wir leben, sind aber weiterhin alle Dinge und Kulturen ortsstabil, solange sie sich nicht einer Liquidation unterwerfen lassen. Somit erkennt Sloterdijk folgerichtig, dass nicht die Vergangenheit, gemeint ist das kulturelle Basislager eines jeden einzelnen sich der Globalisierung unterwerfen wird und kann. Er führt an: "Die große Mobilmachung durch das Kapital muss stehenlassen, was sich der Liquidierung widersetzt. Sie kann lokale Kulturen nicht per Auslandsüberweisung transferieren, sie kann die generativen Prozesse modifizieren, aber nicht ersetzen."
Sloterdijk lobt damit die nationalen Eigenarten, das sich widersetzende Lokale und bemitleidet (vor allem amerikanische) Globalisierungsstrategen ob ihrer erworbenen Unfähigkeit, elementare Tatsachen einer verdichteten und vernetzten Welt zu erkennen.
Die Zukunft muss eh neu definiert werden, denn das Schmiermittel einer sich schnell drehenden Welt wird zu Ende gehen. Die Resource: Energie wird die Zukunft bestimmen, insbesondere die Absenz von Öl.
Insgesamt sind 415 anregende Seiten Grundlage zum Weiterdenken und ebenso zur Diskussion.
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Tao Te Puh: Das Buch vom Tao und von Puh dem Bären Benjamin Hoff Taschenbuch, Januar 1984 Verkaufsrang: 50138 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Was für ein Puh? Was für ein Tao? Das Tao Te Puh, in dem uns enthüllt wird, daß einer der größten chinesischen taoistischen Meister nicht etwa ein Chinese ist - auch kein altehrwürdiger Philosoph, sondern wirklich und wahrhaftig kein anderer als der absichtslos in sich ruhende, stille, einfältige kleine Bär.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Unterhaltsame Philophie und brauchbare Orientierungshilfe 5 von 5 Punkten Erst war ich etwas erstaunt, als mir eine Arbeitskollegin in China dieses Buch anlaesslich einer Diskussion ueber das Nebeneinander von Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus in China zu lesen empfohlen hat. Und beim Lesen entdeckte ich den unterhaltsamen Ansatz Bejamin Hoff's zu schaetzen, einem das so schwierige Thema des Taoismus wenn schon nicht verstehen, so doch zumindest erahnen zu lassen. (Vorsicht: wer behauptet das Wesen des Taoismus so einfach verstehen zu keonnen, macht sich ohnedies bereits verdaechtig es nicht verstanden zu haben, weil sich der Taoismus wohl in sich einer solchen einfachen Erklaerung verschliesst.)
Und Hoff, auch wenn er das Buch sehr lustig und in fast kindlicher Sprache geschrieben hat, die einen zeitweise an Mira Lobe's "Das kleine Ich bin Ich" erinnert, erweist sich als gruendlicher Kenner Chinesischer Literatur und Philosophie und das zentrale Anliegen des Taoismus, naemlich das Eins sein mit seinen Faehigkeiten und das Leben nach seinen Moeglichkeiten um zu einer groesseren Zufriedenheit zu gelangen, bringt er in dem Buch sehr gut zum Ausdruck. Puh der Baer, der einfach seine authentische Identitaet im Einklang mit der Welt wie sie ist leben will, im Gegensatz zur rationalen Eule , dem schlauen Kaninchen, dem aengstlichen Ferkel und dem muerrischen Esel, repraesentiert diese Lebenseinstellung im Buch sehr ueberzeugend. (Uebrigens scheint sich wohl auch L. Seiwert in seinem Bestseller "Die Baerenstrategie" da eine Vorlage genommen zu haben - vielleicht ist das aber auch nur purer Zufall.)
So ganz nebenbei erklaert Hoff anhand der "Essigkoster Allegorie" auf die mir beste und kuerzeste bekannte Art und Weise die wesentlichsten Unterschiede zwischen Konfuzianismus, Buddhismus und dem Taoismus vor allem in ihrer unterschiedlichen Einstellung zum Leben und es fasziniert mich immer wieder, begleitend zur wiederholten Lektuere dieses Buches dieses (friedliche) Nebeneinander dieser drei Lebensorientierungen/Religionen/Philosophien in China zu beobachten.
In einer Zeit, wo es immer spitzere Ellbogen zur Erreichung von Zielen - ja welchen Zielen eigentlich - zu beobachten gibt, tut diese Besinnung auf den Weg, der ein oder vielleicht das Ziel des Taoismus ist, sehr gut.
Das Buch ist kein "Einmal-schnell-lese-Buch". Es ist fast wie ein Muss in der literarischen Hausapotheke und ist immer wieder eine Fundgrube zur eigenen Reflexion und Weiterentwicklung. Und falls Sie sich auf die Suche nach jenem chinesischen Rollbild der Essigkoster Allegorie in China machen wollen, von der Puh der Baer spricht: das wird nicht ganz einfach, aber meine Frau hat es geschafft - der Weg ist das Ziel.
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Paracelsusmedizin: Altes Wissen in der Heilkunde von heute. Philosophie, Astrologie, Alchimie, Therapiekonzepte Olaf Rippe, Margret Madejsky, Max Amann, Patricia Ochsner, Christian Rätsch Gebundene Ausgabe, 1. April 2001 Verkaufsrang: 125151 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Paracelsus (1493-1541), eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Medizingeschichte, hat die abendländische Heilkunst für alle Zeiten geprägt. Homöopathie, Spagirik, anthroposophische Medizin sind ohne ihn undenkbar, aber auch die moderne Pharmazie und Chemie verdanken ihm viel. Nach einer einführenden Darstellung der Grundlagen des paracelsischen Weltbilds geht es in diesem Buch in erster Linie um die praktische Umsetzung seiner Denkansätze in der modernen Naturheilpraxis. Anhand typischer Krankheitsbilder werden die überlieferten Therapieverfahren wie Entgiftung, Immunstimulation und Konstitutionstherapie dargestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei Metallpräparate, aber auch Arzneien aus der Pflanzen- und Tierwelt. Ein besonderes Kapitel befasst sich mit Quecksilber als Heilmittel und Gift. Entgiftungskonzepte zeigen, wie aktuell sein Wissen heute noch ist. Beachtung finden auch die überlieferten Wege der Heilmittelerkenntnis wie die Signaturenlehre und die alchimistischen Vorstellungen zur Herstellung der «wahren Arznei». Zahlreiche Fallbeispiele, botanische Beschreibungen, Tabellen und Rezepte machen das Buch zu einem wertvollen Nachschlagewerk für die tägliche Praxis, aber auch für jeden, der an überliefertem Heilwissen Interesse hat.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Parcelsuswissen, Kräuterkunde und Alchemie 5 von 5 Punkten Ein unglaubliches Werk, dass die Denkweise und Vorangehensweise der paracelsischen Heilkunst dem Leser näher bringt. Denn Parcelsus hatte viele Ansatzpunkte um an den Kern einer Krankheit zu gelangen. Dazu unterschied er fünf mögliche Ursachen von Krankheiten, die der Arzt nicht nur als Kenner der körperlichen Mißstände, sondern auch als Alchemist, Magier und Astrologe deuten musste. Und das hat Olaf Rippe in diesem Buch wunderbar umgesetzt, wie man die einzelnen Entien des Paracelsus in der heutigen Sprache deuten kann und zeigt so neue Wege auf, sich dem alten Paracelsuswissen zu nähern.Ein großes Kapitel über Pflanzensignaturen und wie man intuitiv, das Potential einer Pflanze erkennt, zeigen auf, wie man in früheren Zeiten, als es die moderne Analytik und ein botanisches Erkennungssystem noch nicht gab, sich den Pflanzen näherte. Denn durch die Beschäftigung mit den Pflanzensignaturen und dem Einfühlen in die Pflanze öffnen sich neue Erkenntnisse über Heilwirkung und Anwendungsmögichkeiten in der Kräuterkunde. Eine weiteres Spezialgebiet Paracelsus war die Alchemie und die Beschäftigung mit Metallen. In der Alchemie wird durch Umwandlung wirkungsvolle Arznei hergestellt. Heute wird oft über den "Stein der Weisen" gelächelt. Aber es gibt immer noch Firmen, die nach alten alchemistischen Regeln arbeiten, und die sehr wirkungsvolle Arkana zur Behandlung von Krankheiten herstellen. Und so werden einige dieser Firmen auch in diesem Buch mit ihrer ganz speziellen Arbeitsweise vorgestellt. Ein sehr fundiertes Buch, das nicht nur über Paracelsus und sein Wissen berichtet, sondern dieses in die heutige Zeit überträgt und paracelsisches Wissen für jeden erfahrbar macht. Dabei ist es randvoll mit Therapiekonzepten, homoöpathischen und Kräuterrezepturen zur Behandlung verschiedenster körperlicher und seelischer Ursachen, die einen praktischen Umgang mit dem Wissen von Paracelsus ermöglichen.
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Was bedeutet das alles?: Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie Thomas Nagel Gebundene Ausgabe, August 2008 Verkaufsrang: 81261 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Nagels kleine Einführung in die Philosophie gibt in verständlicher Form Antworten auf die großen Fragen des Lebens: Woher wissen wir etwas? Wie hängen Körper und Geist zusammen? Was bedeuten Wörter? Gibt es Willensfreiheit wirklich? Was ist Recht und was ist Unrecht? Was ist der Tod? Und worin könnte der Sinn des Lebens bestehen?
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Exzellent 5 von 5 Punkten Für jemanden der keine Ahnung von Philosophie hat, sich aber eine aneignen will, der ist hiermit richtig beraten.
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Die fabelhaften Heldentaten des weisen Narren Mulla Nasrudin Idries Shah Taschenbuch, Oktober 2001 Verkaufsrang: 114199 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Hintergründige Geschichten mit den schönsten Narrheiten des großen Meisters verdeckter Spiritualität.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Mehr Weisheit als in jedem anderem Buch 5 von 5 Punkten Kurze auf den ersten Blick sehr plakative Geschichten die wie ein guter Wein erst reifen muessen. Die Tiefe entwickelt sich nach der Lagerung in den eigenen grauen Zellen. Weisheit hat noch nie so viel Spass gemacht. Wer Kommentare zu den Geschichten braucht dem empfehle ich das Buch "Der Kaufman und der Papagei" das es ebenfalls hier bei Amazon gibt.
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Das Buch vom geglückten Leben Epiktet Taschenbuch, November 2005 Verkaufsrang: 77146 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Du willst Philosoph sein mach dich darauf gefasst, dass man dich auslacht.« Der griechische Denker Epiktet (ca. 50 bis 138 n. Chr.) gilt als wichtiger Vertreter der stoischen Philosophie. In seinem Handbüchlein weist er einen zeitlos modernen Weg, sich von jenen zweifelhaften Werten und Überzeugungen freizumachen, die den Menschen versklaven. Wer sich unter Epiktets Anleitung wahre innere Freiheit erwirbt, den wird nichts und niemand mehr hindern können, glücklich und zufrieden zu leben. Es ist nicht erstaunlich, dass Epiktets praxisorientierte Philosophie in einer unsicheren Zeit entstand. Philosophie wird zum Mittel der Krisenbewältigung, zur Lebenshilfe, zu einem höchstes irdisches Glück verheißenden Religionsersatz. Mit einem Nachwort von Bernhard Zimmermann.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ein wenig sauertöpfisch, der Herr Epiktet! 5 von 5 Punkten Der griechische Philosoph Epiktet lebte von etwa 50 -138 und gilt als wichtigster Vertreter der späten Stoa.
Wie man dem Nachwort entnehmen kann, ist der Mensch nach stoischer Philosophie ein von der Vernunft( logos ) geleitetes Lebewesen.
Alle Dinge im Kosmos sind nach stoischer Auffassung durch rationale Kausalität miteinander verbunden. Wenn ein Mensch wirklich glücklich sein möchte, muss er im Einklang mit der vernünftigen Natur leben.
Erreichbar ist dieser Glückszustand nach Epiktet dadurch, dass der Mensch sich von allen Affekten frei macht. ( Dieser Gedanke hat mich an die Lehren des Dalai Lama erinnert, der auch davon spricht, dass man sich von Anhaftungen jedweder Art frei machen soll, um glücklich zu werden.)
Epiktet reflektiert den Wert der äußeren Dinge und macht klar, dass man sein Herz nicht an dererlei Geschichten hängen soll, weil diese mithin nicht wirklich glücklich machen. Sie können nie wirkliches Eigentum, sondern stets nur vorübergehender Besitz sein, der einem natürlich genommen werden kann.
Auch gilt es Begehrlichkeiten zu überwinden, weil sie letztlich die Gemütsruhe - sie ist die Grundvoraussetzung für ein geglücktes Leben, nach Epiktet - empfindlich zu tangieren scheinen.
Der Philosoph weist darauf hin, dass man bei allem, was man tut, bedenken möge, welche Dinge erforderlich sind, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen und welche Folgen sich daraus ergeben.
Bevor man handelt, sollte man stets überlegen, ob man eines angestrebten Handlungszieles wegen seine Gelassenheit, Freiheit und Gemütsruhe aufs Spiel setzen möchte.
Epiktet ermahnt zur Sittlichkeit ,- auch im Reden -. Er rät in der Folge schlechte Gesellschaft zu meiden, weil diese, selbst wenn ein Mensch rein ist, am Ende Persönlichkeitsveränderungen nach sich zieht.
Dass Epiktet das Lachen mit Skepsis sieht, lässt ihn etwas dröge erscheinen.
Zwischen intellektueller Ernsthaftigkeit und heiterem, ausgelassenem Lachen sehe ich keinen Widerspruch. Schade, dass man den Denker nicht mehr fragen kann, was ihm bei diesem sauertöpfischen Gedanken durch den Sinn gegangen ist.
Epiktet rät zur Mäßigung in allen Bereichen des Lebens und sagt etwas Hochinteressantes zum Thema Frau, das ich an dieser Stelle zitieren möchte:" Die Frauen werden sogleich vom vierzehnten Jahre an von den Männern Herrinnen genannt. Wenn sie nun sehen, dass sie kein anderes Verdienst haben, als dass sie mit den Männern schlafen, fangen sie an, sich schön zu machen und hierauf all ihre Hoffnungen zu setzen. Es wäre nun wohl der Mühe wert, sie merken zu lassen, dass man sie nur dann ehrt, wenn sie sich bescheiden und sittsam aufführen."
Die Sätze wollen mir nicht gefallen! Was bezweckt Epiktet mit dieser Aussage? Hier kommt der Philosoph schmallippig, gleichwohl auch berechnend daher. Hier spricht kein Plutarch, der überzeugt ist, dass die Basis einer guten ehelichen Gemeinschaft: Austausch im Gespräch, Übereinstimmung im Charakter und vertrautes Beisammensein ist, sondern ein Mann, der nicht den Dialog mit seinem weiblichen Gegenüber sucht, sondern es stattdessen bevormunden will.
Wollen wir ihm diesen Satz großzügig nachsehen, nicht jeder ist ein Plutarch!
Generell haben mich die Reflexionen des ungern lachenden Philosophen beeindruckt, deshalb 5 Sterne, obgleich man mancherlei mit ihm noch ausdiskutieren müsste.
Um offen zu sein, für Plauderstündchen bei einem Glas Wein wäre mir Plutarch als Gegenüber allerdings lieber!
Empfehlenswert!
Freiheit und Notwendigkeit 5 von 5 Punkten sind ein Paar. Denn größte Freiheit, größtes Glück und Weisheit erlangt der, der die Notwendigkeit, das Unvermeidbare in Würde trägt. Epitket hat in der Zeit nach 50 n. Chr. gelebt und in der hellenistische Zeit, wo Individuen nach Verfall einer Gemeinschaft auf Sinnsuche waren, seine Philosophie gelehrt. Parallel zu Epikur sieht er die Einsicht in die Vernunft als herrschendes Merkmal eines zufriedenen und glücklichen Lebens. Nichts der Vernunft zuwider tun, macht weise. Übe dich in dem Möglichen, verzichte auf alles, was nicht in deiner Gewalt ist. Dieses Buch ist erschienen – und wie könnte es dann anders sein – in der Reihe der Weltweisheiten. Es ist klein, überschaubar und von schöner, nahezu asketischer Klarheit. |
Epikur Malte Hossenfelder Broschiert, März 2006 Verkaufsrang: 92434 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Epikur (341-270 v. Chr.) zählt zu den meistverkannten Philosophen; seit der Antike steht sein Name stellvertretend für "jemanden, der die materiellen Freuden des Daseins unbedenklich genießt" - zu unrecht. Zwar ist Epikur der Schöpfer des ersten großen hedonistischen Systems - also der Lehre, die das Streben nach Lust zum obersten ethischen Prinzip macht -, aber für ihn geht es nicht etwa darum, Genuß auf Genuß zu häufen: Das Ziel seiner Philosophie liegt vielmehr in der Befreiung des einzelnen von Unlust und damit von Angst, damit er - unempfindlich gegen alle Schicksalsschläge - sein Glück finden möge in innerer Ruhe und Gelassenheit. Damit ist Epikur einer der Begründer des abendländischen Individualismus; indem er die Beherrschung des eigenen Innenlebens lehrt statt Herrschaft über die Natur, bietet er eine echte Alternative zu unserer gegenwärtigen Lebensform. "Wenn wir also sagen, Lust sei höchstes Gut, dann meinen wir nicht die Lüste der Prasser und des Genießens, wie einige Unwissende und Andersdenkende oder Mißverstehende glauben, sondern das Freisein von körperlichem Schmerz und seelischer Aufregung." Epikur.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Vorzügliches Portrait eines großen Geistes 5 von 5 Punkten Malte Hossenfelder ist ein inzwischen emeritierter Philosoph, Gräzist und Latinist, der sich der Philosophie der griechischen Antike verschrieben hatte.
Epikur, 341 auf Samos geboren und 270 in Athen verstorben, war einer der Vordenker der hellenistischen Epoche, die sich geistesgeschichtlich insbesondere durch die Entdeckung und Kultivierung des Individuums auszeichnete. Der Mensch, ausgestattet mit einem freien Willen, betrat die Bühne der Philosophie. Dieser Wille nun gestattete ihm die Formulierung und die Verfolgung seiner eigenen Ziele. Begrifflich geschah dies durch "hedone", die Lust, der Epikur jedoch eine andere Bedeutung verlieh. Lust ist nach Epikur die Freiheit von Unlust, wobei Unlust stets ein Mangel ist wie Schmerz, Unruhe oder Angst. Mit dem modern verstandenen Hedonismus hat das übrigens nichts zu tun. Die Götter (oder das göttliche Prinzip) verbannte Epikur als geistige und ewige Wesen außerhalb der belebten Welten, in denen auch kein göttliches Wirken existiere. Und Aufgabe der Wissenschaften sei es, naturwissenschaftliche Erklärungsmodelle zu entdecken, die Aberglauben und Angst (Gottes-Furcht?) beseitigen sollen und die Götter nach und nach aus dem Alltag zu entfernen.
Man kann sich nun vorstellen, dass diese Ansätze sich im Gegensatz zu den platonischen und aristotelischen Lehren nun absolut nicht von den sich entwickelnden Groß-Religionen vereinnahmen ließen und so entstand in Folge das Zerrbild, das heute noch oft mit dem epikureischen Hedonismus in Verbindung gebracht wird. Historisch verständlich, aber falsch.
Der Autor präsentiert einen spannenden Querschnitt epikureischen Denkens, der natürlich auch die Schwächen seiner Ideen aufzeigt. Doch es ergibt sich ein sich gegenseitiges bedingendes philosophisches und naturwissenschaftliches Modell, das eine hohe Aktualität besitzt. Und so scheut sich der Autor nicht, diese Aktualität aus seiner Sicht zu formulieren und auch aufzuzeigen, wo uns Epikur heute noch etwas zu sagen hat. Das steht ein wenig außerhalb der gängigen Praxis philosophischer Portraits, aber diesem Autor über sein Kathederwissen hinaus Aufmerksamkeit zu schenken und seine Meinung zu vernehmen, empfand ich als Bereicherung.
Da harrt ein großer Denker noch seiner Wiederentdeckung und dieses Buch ist ein ausgezeichneter Einstieg.
religionskritik - seit 2.300 jahren überhört ... 5 von 5 Punkten das schäbige handwerk der religionen und religionsbürokratien, - nämlich dass sie immer wieder mit infiltrierter götter- und jenseits-furcht verhexte menschen erzeugen: dieses marionettenwerk wollte ein epikur durchschneiden. bis in die heutigen tage ("im himmel", so wird dem taliban-selbstmord-attentäter versprochen, "bekommst du sieben frauen zur belohnung") wissen fundamentalistisch-religiöse verhetzungsnetze aberwitzige terroristen zu produzieren, die das betreten des lebens nach dem tode kaum noch abwarten können. der kampf der konfessionen hat sich seit dem 11. september 2001 eminent hochgeschaukelt - zweitausenddreihundert jahre nach epikur und völlig unbeeinflusst von jeglichen erkenntnissen der griechischen philosophie. man könnte an der aufklärungsfähigkeit von philosophie generell zweifeln, sähe man nicht teilströmungen in den gesellschaften durchaus epikuräisches gedankengut aufgreifen. epikur suchte nämlich nicht nur mit großer beharrlichkeit die furcht vor göttern zu entkräften, sondern riet auch zur distanz gegenüber dem politischen leben, das allzuleicht den involvierten korrumpieren könne. stattdessen seien kleine freundeszirkel seelisch gesündere kontaktformen als das ringen um politische posen und hohle parolen. "ein freies leben vermag nicht viel geld zu erwerben, weil die sache nicht leicht ist ohne knechtsdienst beim pöbel oder den mächtigen..." schreibt epikur und ist über das angesprochene besitzdefizit nicht sonderlich entsetzt. "des fleisches stimme: nicht hungern, nicht dürsten, nicht frieren!" - formuliert er andernorts - und da machen uns in der tat manche nicht-westeuropäischen länder beharrlich vor, worauf man alles verzichten kann - und dabei dennoch nicht in kompletter würdelosigkeit versinkt. selbst was epikur von den saboteuren seines ehrlichen denkbemühens immer vorgeworfen wird, die hinneigung zu erotischen genüssen, war ihm zumindest als gefahr völlig bewußt: er predigte als ziel, sich eben gerade nicht in masochistische erbärmlichkeiten hineintreiben zu lassen durch abhängigkeiten von süchten. nicht ein selbstverlust im verfallensein war das ziel, sondern eine in sich ruhende zufriedenheit als gelassenheit. die erreicht man schwerlich im hemmungslosen ausleben von begierden - allerdings auch nicht in giftiger, selbstaggressiver, nonnenhafter, selbstverschuldeter körperfeindlichkeit. eine würdige, angemessene, vielleicht auch durchaus beharrliche gratwanderung, welche vernünftige annehmlichkeiten klug abzuwägen weiß, war epikurs zielrichtung - und insofern ist er immer noch hoch-aktuell und viel zu wenig wirklich bekannt... spöttisches schlusswort (epikur): "man muss erfassen, dass eine lange und eine kurze darlegung auf dasselbe abzielen." ob eine kurze darlegung aber genauso wirkt? wir wollen es hoffen... |
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