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Werte: Von Plato bis Pop - Alles, was uns verbindet - Peter PrangeWerte: Von Plato bis Pop - Alles, was uns verbindet
Peter Prange

Gebundene Ausgabe, September 2006
     Verkaufsrang: 153617      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 25,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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In gewisser Weise hat es Johannes Thiele mit seinem Buch der Deutschen vorgemacht, Peter Prange geht einen Schritt weiter und zeigt mit seinem Kompendium, wes Geistes Kind wir nicht als Deutsche, sondern als Europäer sind: Welche Werte, Welt- und Lebensanschauungen verbinden uns, prägen dieses „alte Europa“?

„'Ubi Europa, ibi patria' oder Ein Kontinent in unserer Seele“ hat Prange seinen einleitenden Aufsatz überschrieben, in dem er uns anschaulich vor Augen führt, dass die Europäer tatsächlich nicht den geringsten Grund dazu haben, sich „vor anderen Kulturen zu verstecken“: „Immerhin haben wir Hímmel und Erde entdeckt, das Universum und die Kontinente der Welt. Wir haben die Demokratie und den Rechtsstaat erfunden, den Humanismus und die Menschenrechte, die Gleichheit von Mann und Frau, die Evolution und die Entropie, den Leistungssport und die soziale Marktwirtschaft, die perspektivische Malerei und den Goldenen Schnitt, die Polyphonie und die Popmusik, das Absolute und die Relativitätstheorie.“ Ja, selbst Papsttum und Reformation, den wissenschaftlichen Gottesbeweis und den wissenschaftlichen Atheismus habe Europa hervor- und unter einen Hut gebracht. Alles, was uns verbinde, seien unsere Gegensätze - und eben darin bestünde die Einmaligkeit Europas.

In zwanzig Kapiteln führt uns Prange entlang prägender Begriffspaare wie - um nur einige wenige herauszugreifen -- „Leben und Sinn“, „Natur und Kultur“, „Glaube und Vernunft“, „Eros und Agape“, „Idealismus und Realismus“ oder „Nation und Union“ mithilfe klug ausgewählter Texte, die er ebenso knapp wie kundig einleitet, durch die europäische (Geistes-)Geschichte -- von der Antike bis in die Gegenwart. Auch wenn unvermeidlich wohl jeder Leser einen bestimmten Autor oder einen bestimmten Text vermissen wird: Auswahl und Zusammenstellung der Texte von Heraklit über Aristoteles, Epikur, Machiavelli, Hobbes, Kant, Shakespeare bis hin zu Tzvetan Todorov („Die verhinderte Weltmacht“) überzeugen insgesamt ebenso, wie die Kommentare und auch das Fazit der Autoren am Ende des Bandes, die „unseren Wertekosmos“ in der Gesamtschau sehr überzeugend als ein „dynamisches Koordinatensystem für das Projekt Europa“ resümieren. Ein schönes Buch, dem wir viele Leser wünschen. -- Andreas Vierecke

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Ein europäisches Lesebuch der besonderen Art      5 von 5 Punkten
Werte Von Plato bis Pop Alles, was von uns verbindet ist ein großes Buch, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Die Aufgabe, einen Überblick und mehr als das über die europäischen Werte zu schaffen, ist Peter Prange mit diesem Werk ganz ausgezeichnet gelungen! Mit Hilfe von 20 Wertepaaren, deren Gegensätzlichkeit bzw. Verbundenheit an sich schon Diskussionsstoff und Grundlage für vielfältigen Austausch bietet, breitet sich ein umfassendes Kaleidoskop wichtiger, interessanter, wegbereitender, diskussionswürdiger, wunderschöner Texte aus, die sich in eines oder mehrere der Kapitel einordnen lassen.

Jedes Kapitel, das sich mit einem der 20 Wertepaare beschäftigt, folgt dem gleichen Aufbau: Ein einleitender Text führt in verständlicher Sprache in das Thema ein, Alltagsbeispiele finden hier genauso Eingang wie persönliche Erlebnisse und große Dichter und Denker, die einen zusammenfassenden Überblick und Vorgeschmack auf die folgende Textauswahl bieten. Die Textauswahl ist spannend und vielfältig, Bekanntes und Neues ist hier zu entdecken, antike Redner und Philosophen finden sich ebenso wie die Beatles oder politische Verträge. Gerade die Vielfalt und die Kombination der Ansätze machen den überaus beeindruckenden Reiz dieses Buches aus. Dabei ist es kein Buch zum schnellen Von-Vorne-bis-hinten-Durchlesen nebenbei, nein es handelt sich eher um eine Art Lesebuch, ein Buch zum Blättern, zum Herauspicken, zum Immer-wieder-Hervorholen und nochmaligen Lesen, wobei es unerheblich ist, in welcher Reihenfolge man die einzelnen Kapitel liest, jeder einzelne Text spricht für sich und kann je nach Blickwinkel oder aktueller persönlicher oder politischer Situation anders wahrgenommen und beurteilt werden.

Das Lesen ist bei diesem Buch nur der Ausgangspunkt, denn die thematischen Einführungen und die ausgewählten Texte regen zum Nachdenken an, und zwar nicht nur über europäische Werte und Kultur, sondern auch über die eigenen, persönlichen Werte und Einstellungen und darüber, wie jeder Einzelne in seinen Wertvorstellungen von den europäischen Werten geprägt wurde. Zudem inspirieren sie zu weiterführender Literatur, entweder weil der Textauszug selbst Appetit auf mehr aus dem Gesamtwerk oder von dem Autor gemacht hat, oder weil man einfach noch tiefer in einen Themenkomplex einsteigen möchte.

Ein großartiges Buch, das in seiner Komplexität und Tiefe bei so guter Verständlichkeit seinesgleichen sucht, und das ich wirklich JEDEM nur empfehlen kann!


 Weitere Lesermeinungen



Von der Kürze des Lebens - SenecaVon der Kürze des Lebens
Seneca

Taschenbuch, November 2005
     Verkaufsrang: 128638      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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»Das Leben ist lang, wenn du es zu gebrauchen verstehst.«
Wie soll der Mensch richtig leben, wenn er weiß, dass sein Leben kurz ist? Diese grundlegende Frage der Lebenskunst beantwortet der Philosoph Seneca mit Maximen und Einsichten, die nichts von ihrer Gültigkeit eingebüßt haben. Wenn wir das Wesen der Zeit verstanden haben, so lehrt er uns, dann haben wir den wichtigsten Schritt zu einer gelingenden Lebensführung getan. Der Text nimmt sich auch für heutige Leser auf verblüffende Weise aktuell aus. Was er thematisiert, ist die Klage vieler Menschen darüber, dass das Leben allzu kurz sei. Seneca behandelt hier die Frage nach dem gelingenden Leben aus der Perspektive des subjektiven Zeiterlebnisses. Niemand vor ihm hat dies mit einer vergleichbaren Eindringlichkeit getan.
Mit einem Nachwort von Christoph Horn.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Stoische Gelassenheit für Gehetzte      5 von 5 Punkten
Eine 2000 Jahre alte Kurzanleitung für die schwer Beschäftigten, doch endlich zur Ruhe zu kommen. Die konsequent logische und rationale Begründungsführung macht "De Brevitate vitae" zum Lesevergnügen, Existenz- und Sinnfragen inklusive. Als Bonbon noch unverständliche lateinische Vokabeln, die ohne schulischen Kontext ihre zwanghafte Langweiligkeit überwinden können.

Nichts für Yuppies      3 von 5 Punkten
In dieser kurzen Schrift spiegelt sich die zentrale These des stoischen Philosophen Seneca eindeutig wider: innere Seelenruhe angesichts der Widrigkeiten des stürmischen Lebens ist das höchste Gut. Seneca mahnt eindringlich zu einem bewußten und sparsamen Umgang mit der Zeit, diesem uns nur begrenzt zur Verfügung stehenden Gastspiel auf Erden. Die wesentliche Ursache für die allseits zu hörende Klage über mangelnde Zeit macht Seneca nicht in dem Umstand aus, daß uns zu wenig davon gegeben sei. Nein, Zeit haben wir genug, doch verschwenden wir sie mit allerlei nichtigem Treiben, wie der Jagd nach Geld, Macht, öffentlichem Ansehen, kurzfristigen und flüchtigen Genüssen. All dies sind für den römischen Philosophen nur zweitrangige, bestenfalls nicht schädliche Dinge: eine Feststellung, die gerade in unserer Zeit, die sich fast nur noch um Geld und Karriere zu drehen scheint, befremdlich anmutet, aber doch vielleicht ernsthaft in Betracht gezogen werden sollte. Statt dessen propagiert Seneca die Beschäftigung mit der Philosophie. Sie allein weist den Weg zur Weisheit, damit zur Seelenruhe und folglich zu einem langem Leben voller Zufriedenheit und Muße.

Fazit: Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die dem stressigen Alltagstrubel einen Kontrapunkt zu setzen suchen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)



Die Antwort auf das Böse - Omraam Mikhael AivanhovDie Antwort auf das Böse
Omraam Mikhael Aivanhov

Taschenbuch, Dezember 2002
     Verkaufsrang: 39459      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Das Böse ist eine Tatsache, mit der wir im inneren und äußeren Bereich täglich konfrontiert werden und mit der wir umzugehen lernen müssen. Es wäre unnütz oder sogar gefährlich, das Böse bekämpfen zu wollen, denn der Kampf wäre allzu ungleich. Wichtig ist aber, die Methoden zu kennen, mit denen man es beherrschen und umwandeln kann.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ein wunderbares Buch      5 von 5 Punkten
In diesem gut geschriebenen Buch beschäftigt sich der Autor mit dem Bösen, woher es kommt, wieso es existiert, wo wir ihm täglich begegnen und wie wir es durch Liebe und Licht ausgleichen können. Er erzählt auch von den drei großen Versuchungen, die jeder Mensch ausgesetzt ist und wie wir uns davor schützen können. Ein einzigartiges Buch, ein Stück zur Meisterschaft!


Aristoteles - Otfried HöffeAristoteles
Otfried Höffe

Broschiert, März 2006
     Verkaufsrang: 142666      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Aristoteles gebührt selbst im kleinen Kreis der großen Denker ein besonderer Rang. Die Spätantike spricht vom "göttlichen Aristoteles" (Proklos). Das Mittelalter nennt ihn, von al-Farabi über Albert den Großen bis Thomas von Aquin, schlicht "den Philosophen". Und noch Leibniz sagt von den Aussagen über die naturphilosophischen Grundbegriffe, sie seien "zum großen Teil vollkommen wahr". Daß Hegel ihm große Achtung zollt, ist bekannt; ähnliches gilt für Brentano und Heidegger, für Lukasiewicz und für die Analytische Philosophie. Und während bis vor kurzem die Kritik an Aristotelischen Positionen - vom Essentialismus über die Teleologie bis zum Prinzip Glück - vorherrschte, gibt es neuerdings Aristoteles-Freunde in der philosophischen Handlungstheorie und der Ethik, in der Topik und Rhetorik, der Politischen Philosophie, der Sozialtheorie, selbst der Ontologie. "Alle Menschen streben von Natur nach Wissen. Dies zeigt ihre Liebe zu den Sinneswahrnehmungen. Denn sie leiben diese Wahrnehmungen unabhängig vom Nutzen."

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Der Gigant der Antike      5 von 5 Punkten
Das vorliegende Buch ist eine souveräne und geschickt strukturierte Einführung in das Werk des Aristoteles, die ganz unprätentiös daherkommt. Doch nach den knapp 300 Seiten hat mein einen guten ersten Eindruck dieses immensen Werkes, das Aristoteles vor über 2300 Jahren verfasste.

Der Autor, Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie der Eberhard Karls Universität Tübingen, breitet das ganze Spektrum von Wissenschaftstheorie, Naturwissenschaften, Logik, Metaphysik und Ethik bis hin zur Sprachphilosophie aus. Die Schriften des Aristoteles beeinflussten etliche römische Denker, dann die Neuplatoniker, überlebten sogar die vielfältigen Umarmungen der Scholastik und bildeten einen dauerhaften Quell der Inspiration für die Renaissance. Kant stellte den Aristoteles dann jedoch ins Archiv der Geschichte, einzig die Sprachphilosophie scheint noch Aristotelischem Gedankengut verpflichtet zu sein.

Trotz allen Lobes verschweigt der Autor auch das teils bedenkliche Menschenbild des Aristoteles nicht, der gegenüber Barbaren, Frauen, Sklaven aber auch beispielsweise Handwerkern ein völlig unakzeptables Gedankengut vertrat. Auch seine Staatstheorie wirkt merkwürdig unvollkommen, da sie an den Grenzen der damaligen Polis endete - regional-nationale oder gar globale Ansätze fehlen.

Die Rezeptionsgeschichte des Aristotelischen Werkes hätte ich mir persönlich etwas umfangreicher gewünscht. Abaelard scheint dem Aristoteles teils recht nahe gekommen zu sein, liest man bei Clanchy, doch hier fehlt Abaelard - ein Hinweis auf ihn steht in einem anderen Zusammenhang.

Ein Anhang hält eine Zeittafel bereit, Bibliographie, Personen- und Sachregister. Die Quellenverweise sind in den Text eingearbeitet.

Trotzdem stellt dieses Buch einen hervorragenden Einstieg zu Aristoteles dar.


Umfassender Überblick      5 von 5 Punkten
"Aristoteles" von Otfried Höffe ist eine Vorzeige-Einführung in die aristotelische Philosophie. Nein, mehr: Auch seine nicht-philosophischen Schriften werden behandelt (Poetik, Zoologie). Der Schwerpunkt liegt aber doch klar bei der Philosophie, vom Organon über die drei Ethiken hin zur Metaphysik, Kosmologie, etc., wobei hinter jedem Kapitel das aristotelische Denken auf seine heutige Haltbarkeit überprüft, bzw. es einer Kritik unterzogen wird. Und auch wenn es viel Kritik gibt, die Bedeutung von Aristoteles zeigt sich doch sofort, wenn Kant von Kategorien spricht, im Thomismus natürlich, bei Heideggers vielen Zitaten, sogar in der Schule wenn Dramen auf dem Unterrichtsplan stehen.

Insgesamt eine absolut überzeugende Einführung in einfacher Sprache, die mit den griechischen Begriffen(wie telos, tyche, praxis, techne, theoria etc. pp.) vertraut macht.



Warum? Von der Obszönität des Fragens - Aron Ronald BodenheimerWarum? Von der Obszönität des Fragens
Aron Ronald Bodenheimer

Taschenbuch, Januar 1984
     Verkaufsrang: 129647      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Fragen sind harmlos!      1 von 5 Punkten
B's These lautet: Alles Fragen ist obszön, gleichgültig um welchen Fragetyp es geht, um die Erkundigunsfrage oder die rhetorische Frage, um die Begründungsfrage oder die Rückfrage, allesamt sind sie obszön, weil sie Herschaffstausübung des Fragenden über den Befragten sind.
„obszön", so finden wir es im Duden-Wörterbuch erklärt, heißt entweder "in das Schamgefühl verletzender Weise auf den Sexual-, Fäkalbereich bezogen" (das kann B. ja wohl nicht meinen) oder „moralisch-sittliche Entrüstung hervorrufend" (Das muß er meinen!)
B. ist also über das Fragen sittlich-moralisch entrüstet und nimmt sich nicht weniger als 300 Seiten um dieser Entrüstung Ausdruck zu verleihen.
Also: mich hat seine Entrüstung nicht angesteckt. Ich kann sie auch nur schwer nachvollziehen. Ich schätze, daß ca. 30 % aller unserer sprachlichen Handlungen Fragen oder frageähnliche Äußerungen sind. Sollen wir denn ständig, vielmals täglich Dinge tun, die zur moralischen Entrüstung Anlaß geben? Ich mag das einfach nicht glauben. Auch die Annahme einer Position der Dominanz des Fragenden ist keine für alle Fragen charakteristische Eigenschaft. Ganz im Gegenteil. Durch eine Frage gibt der Fragende in den meisten Fällen zu erkennen, daß er die Antwort nicht weiß. Er gibt also seine Unwissenheit zu, eine Position der Schwäche und nicht der Dominanz.
Fragen ist ein an sich völlig harmloser und wertneutraler Sprechakt, wie viele andere auch, nicht schlechter und besser als das Behaupten, Danken, Bitten, Loben, Mitteilen, Warnen oder Vorwerfen. Fragen können natürlich von fiesen Sprechern hinterhältig und perfide eingesetzt werden; das ist dann aber den Sprechern anzulasten, nicht dem sprachlichen Handlungstyp als solchem.
B. entwickelt seine Thesen durchaus in einem lockeren leicht lesbaren Stil. Etwas zu locker, denn er glaubt auf sämtliche Fachliteratur zum Thema Frage bei seinen Ausführungen verzichten zu können, ob das Chuzpe ist, oder Naivität sei dahingestellt. Das Problem der Fragen wurde in der Wissenschaft mit einigem Erfolg in folgenden Disziplinen erörtert, der Logik, der Sprechakttheorie, der Linguistik und der soziologischen Konversationsanalyse. Wer sich für Fragen interessiert, sei auf diese Beiträge verwiesen. Wissenschaftlich ist das Buch von B. belanglos und stellt nur eine laienhafte, wenig reflektierte Ausbreitung einer Abneigung gegen das Fragen dar, das B. als Psychiater vielleicht selbst zu lange betrieben hat.
Als neuere linguistische Untersuchung zu Fragen sei z.B. hingewiesen auf: Yang, Y. (2003): Aspekte des Fragens - Frageäußerung, Fragesequenzen, Frageverben. Niemeyer. Tübingen.

Was für ein Verhältnis hat der Autor zur Sprache?      1 von 5 Punkten
Diese Frage sei - bei aller Obszönität - erlaubt.
Ich fand den Titel recht spannend, außerdem scheint es ein Klassiker
zu sein - RECLAM - die werden es doch gelesen und dieser
Bezeichnung für würdig befunden haben.
Es ist tatsächlich ein beachtliches Kompendium aller möglicher
sprachlicher Unanständigkeit, das hier ausgebreitet wird. Aber
zuletzt fragt man sich: Fragen sind also prätentiös? Ja bitteschön
was denn sonst, wenn doch eine reine Aussage genauso prätentiös,
beschämend oder sonstwas sein kann. Das liegt doch an Charakter
und Absicht des Fragestellers, da kann doch die Sprache nichts
dafür. Nach meiner Ansicht besteht dieses Buch zu 90% aus seltsam
überspannter Hypochondrie und inspiriert nicht wirklich dazu, dem
tatsächlichen Wesen des Fragens auf die Spur zu kommen.

Denn Fragen kann sehr wohl unprätentiös sein, und das kann man
sehr wohl von Kindern lernen, Künstlern oder Wissenschaftlern.

Dieses Buch hingegen stiftet mehr viel mehr Verwirrung und Suspektion
als es zu Aufklärung und Befähigung beiträgt.
Es kann lange dauern, um sich von diesem Buch wieder zu erholen.
Ich kann einfach nicht empfehlen.

Es gibt nichts schöneres auf der Welt, als eine wirklich gute Frage.
Bitte - obszön oder nicht - Hören Sie nie auf zu Fragen!

Fragen als Ablenkung von der eigenen Verantwortung      4 von 5 Punkten
Dieses Buch beschreibt eine besondere Form des menschlichen Umgangs: die Beschähmung, welche durch Fragen im Befragten erzeugt werden kann. Die Obszönität welche vielen Fragen anhaftet wird meiner Meinung nach in diesem Buch sehr treffend beschrieben. Dieses Buch empfehle ich allen Lesern die ihre Gesprächsführung weiterentwickeln möchten und auf diesem Gebiet ob privat oder geschäftlich erfolgreich sein möchten. Der Tiefgang einiger Abschnitt eröffnet sich erst beim zweiten lesen, was aber einem zugeleich auch dem erfolgreichen Einsatz von Fragen in der Praxis näher bringt.



Judith Butler zur Einführung - Hannelore BublitzJudith Butler zur Einführung
Hannelore Bublitz

Taschenbuch, April 2005
     Verkaufsrang: 83546      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Judith Butler (geb. 1956) ist eine der profiliertesten Vertreterinnen poststrukturalistischer Theorie. Bekannt geworden ist sie mit ihrem Buch "Das Unbehagen der Geschlechter" (Gender Trouble, 1990), das zum Schlüsselbuch der neueren feministischen Theorie wurde. Wie keine zweite Denkerin übt Butler Wirkung auf die Debatten über Körper, Subjekt und Macht aus. Die Einführung von Hannelore Bublitz behandelt sowohl das sprach- und diskurstheoretische Programm als auch die feministische und die politische Theorie. Ein Interview, das sie für diesen Band mit Butler geführt hat, beschließt das Buch.



Gesamtausgabe: Gesamtausgabe 06. Philosophie des Geldes: Bd 6 - Georg SimmelGesamtausgabe: Gesamtausgabe 06. Philosophie des Geldes: Bd 6
Georg Simmel

Taschenbuch, Mai 2006
     Verkaufsrang: 138132      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 18,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Simmels Hauptwerk präsentiert eine Deutung der Kultur des Geldes, die angesichts des Börsen- und Finanzbooms heute mehr denn je an Brisanz gewonnen hat. Es gilt einen Theoretiker der Moderne wiederzuentdecken, der "aufregend einfallsreich, verdächtig brillant" (Der Spiegel) die Kultur der Moderne kritisch durchleuchtet. Anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Philosophie des Geldes ist eine schön ausgestattete Sonderausgabe erschienen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Zentrales Werk zum Geld      5 von 5 Punkten
In Zeiten, in denen die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Geld auf die normativ-ökonomischen Funktionen des Geldes verengt sind,ist es eine logische Folge, dass die nicht-ökonomischen Faktoren (die Ereignisse im Umfeld der Euro-Einführung dienen als Musterbeispiel) nicht hinreichend verstanden werden können. Ausgerechnet der Blick rund 100 Jahre zurück bringt die benötigte Aufklärung: Simmel ist es wie keinem anderen gelungen, die gesellschaftliche, kulturelle Funktion des Geldes zu umreissen. Ein absolut zentrales Werk, das heute nicht minder aktuell ist als damals.

Wie Geld funktioniert und was es bewirkt:      5 von 5 Punkten
Georg Simmel erweist sich in dem 1900 erstmals veröffentlichten Buch als ein hervorragender Beobachter von sozialen Phänomenen und Zusammenhängen. Seine Beobachtungen sind verblüffend zeitlos.
Georg Simmel erörtert im ersten Kapitel seines Werks die Grundvoraussetzungen des Handels im allgemeinen und des Gelds im besonderen und legt die Entwicklung des Handels von der Tauschwirtschaft bis zum Aktienhandel dar. Im weiteren Verlauf des Buchs geht es um die Eigenschaften des Geldes in sozialer Hinsicht und um die gesellschaftlichen Konsequenzen, die die Geldwirtschaft mit sich bringt.
Es handelt sich zwar um ein umfangreiches Buch, in dessen Sprache man sich erst ein wenig einlesen muß, dann jedoch entfaltet sich eine Faszination an der Denkweise und Beobachtungsgabe Simmels.
Ich kann dieses Buch, dessen Überschrift zunächst an etwas trocken Theoretisches denken läßt, nur wärmstens allen empfehlen!


Sein und Zeit - Martin HeideggerSein und Zeit
Martin Heidegger

Broschiert, Januar 2008
     Verkaufsrang: 100476      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Ohne Martin Heideggers Sein und Zeit von 1927 läßt sich weder die Philosophie des 20. Jhs. noch die philosophische Gegenwartsdiskussion verstehen. Wie kam es, daß sein bahnbrechender, innovativer Zugang zur Welt und zur menschlichen Existenz, sein neues Verständnis von Zeit und Geschichte, Sorge und Tod, Alltäglichkeit und Verstehen sowie seine grundsätzliche Kritik an traditioneller Ontologie und Bewußtseinsphilosophie bereits die erste Schülergeneration zu wegweisenden Entwürfen inspirierte? Warum blieb das Werk Fragment? Wodurch ermöglichte es dennoch Rezeptionen, die bis in die Gegenwart Epoche machten? Wie konnte das Werk seine tiefgreifenden Wirkungen auf ev. wie kath. Theologie, auf Psychologie und Literaturwissenschaft ausüben? Schließlich: Wie verhält sich Heideggers späteres Denken zu Sein und Zeit?Die einzigartige Zwischenstellung von Sein und Zeit zwischen Ontologie, Transzendentalphilosophie, Phänomenologie, Existenzanalyse und Hermeneutik sowie die überaus kontrovers
e Interpretationsgeschichte machen eine gründliche einführende Kommentierungunverzichtbar, die mit diesem Band auf dem neuesten Stand der internationalen Heidegger-Forschung vorgelegt wird und in der die ganze Bandbreite gegenwärtiger Deutungsansätze zur Geltung kommt.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Sehr schöne Ergänzung zum Werk      3 von 5 Punkten
Dieses Buch ist eine sehr gute Ergänzung zum Werk von Heidegger. Heideggers Werk selbst, ist sehr schwer zu lesen, deshalb kann ich dieses Buch als Unterstützung zum Verständnis sehr empfehlen. Es kommen zu den einzelnen Artikeln verschiedene Autoren zu Wort, was das Verständnis etwas erleichtert. Dieses Buch war eine gute Hilfe für mich, setzte ich mich doch erstmals mit dem Werk "Sein und Zeit" auseinander.

Der rote Faden durch die philosophische Geschichte      5 von 5 Punkten
Martin Heidegger war/ist ein ebenso bekannter wie wichtiger Philosoph des 20. Jahrhunderts. Das Hauptwerk "Sein und Zeit" ist dementsprechend gewichtend für den Bereich der Philosphie. Jedoch ist das Lesen dieses Werkes nicht unbedingt als leicht zu bezeichnen, man quält sich durch einen Fülle von bereichsspezifischen Ausdrücken und als Laie ist das Werk nur schwierig zu bewältigen.
Das Lesen hat mich ein wenig an "Das Sein und das Nichts" von Sartre erinnert, auch dieses ist entsprechend schwierig zu lesen und vor allem zu verstehen.

Hinzufügen möchte ich, dass ich selbst ein Laie bin, also nie Philosophie studiert habe, deshalb so meine Probleme bei der Lektüre hatte und nicht als Maßstab gelten kann.

Eines kann man allerdings mit Sicherheit behaupten: Liest man Heidegger kommt man weg von der allseits bekannten oberflächlichen "Geplapper"-Philosophie und hin zu einer ernsthaft betriebenen Geisteswissenschaft. Gerade das ist fazinierend und lässt einen so manche Schwierigkeiten überwinden.



Foucault - Gilles DeleuzeFoucault
Gilles Deleuze

Taschenbuch, September 1992
     Verkaufsrang: 131380      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Meisterwerk!      5 von 5 Punkten
Was passiert, wenn ein Meisterdenker einen anderen Meisterdenker begegnet?
Im Fall von Deleuze und Foucault ist vielleicht das beste und präziseste Buch über das Denken von Foucault herausgekommen. Deleuze versucht das Denken Foucault in seinen eigenen Denkwegen zu reformulieren ohne sich dabei im eigenen Denken zu verlieren.
Heraus gekommen ist ein Brühwürfel des Denkens. Eines Denkens des Denkens von , mit und über Foucault. Es stimuliert dazu, sich wieder einmal näher mit Deleuze und Foucault auseinander zu setzen und zeigt, wie eine Werk-Interpretation nicht zum Nacherzählen verkommt, sondern als Begegnung des Denkens mit dem Gedachten zu einem Orkan des eigenen Denkens werden kann. Absolut großartig, einzigartig und unbedingt lesenswert!

unerreicht      5 von 5 Punkten
man wird derzeit kein besseres buch zu foucault in deutschland finden, und das wird wohl auch eine weile noch so bleiben. deleuze und foucault verfolgten in ihrem denken denselben weg, nur mit unterschiedlichen instrumenten. daher das tiefe verständnis für foucaults denken an der grenze, das deleuze hier eindrucksvoll unter beweis stellt und das dem deutschen philosophieprofessor in der regel völlig abgeht. man lasse sich nicht von dem essayistischen stil täuschen, die gedanken sind sehr knapp formuliert, haben es aber in sich. man sehe sich z.b. die stellen an, in denen deleuze foucault zu kant in beziehung setzt...


Die Kunst Recht zu behalten: Praktische Rhetorik mit einem Leitfaden zum Überleben im Alltag und im Internet. Mit vielen praktischen Anwendungsbeispielen ... Anwenden der Schopenhauerschen Kunstgriffe - Arthur SchopenhauerDie Kunst Recht zu behalten: Praktische Rhetorik mit einem Leitfaden zum Überleben im Alltag und im Internet. Mit vielen praktischen Anwendungsbeispielen ... Anwenden der Schopenhauerschen Kunstgriffe
Arthur Schopenhauer

Broschiert, September 2007
     Verkaufsrang: 78850      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Was meinen Sie zu diesem Artikel?: 

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Sorgenfrei in Foren talken      5 von 5 Punkten
Endlich mal was Hilfreiches für alle, die sich gern in Foren tummeln.
Man kennt das da ja zur Genüge. Alle haben die besten Absichten, aber Trolle machen einem so manches Gespräch kaputt und die rhetorischen Tricks von Stänkerern blickt man auch nicht immer. Mich hat das so manches Mal davon abgehalten, einen Beitrag zu posten. Rhetorik habe ich immer für eine schwierige Sache gehalten. Jeder hat wohl ein intuitives Gespür dafür, wenn ein anderer einen rhetorischen Trick benutzt, aber so recht kann man den Finger nicht drauf legen und weiß auch längst nicht immer, wie man darauf am besten antwortet.
Jetzt weiß ich es aber dank dieses Buches hier. Philosophen wird's jetzt wohl etwas mulmig, wenn ich sage, dass für mich das Wichtige an der Kunst Recht zu behalten nicht der Schopenhauertext ist. Der ist sicher wichtig und hier auch vollständig abgedruckt, aber für Laien ist Schopenhauer schon nicht gerade leicht zu lesen und erst recht nicht umzusetzen. Ne, was hier echt richtig gut ist, das sind die vielen Beispiele zu den rhetorischen Kunstgriffen von Gitta Peyn. Endlich verstehe ich das besser, was ich vorher nur erahnen konnte. Begeistert haben mich die einfachen Beschreibungen der Kunstgriffe und dass man sie wirklich erkennen kann. Mit so einem Buch wird's easy, auf miese Tricks zu reagieren, Trolle auszuhebeln und Stänkerern Paroli zu bieten. Aber, das ist nicht alles. Jeder wendet rhetorische Tricks an, und meistens sind die ziemlich simpel gestrickt. Da so ziemlich jeder darauf mit einem mulmigen Gefühl reagiert und schnell mal sauer wird, driften vielversprechende Gespräche schnell mal in belanglosen Schlagabtausch ab. Wenn man aber weiß, was man tut und weiß, was der andere tut, kann man einfach besser reagieren. Man muss sich nicht mehr ärgern, sondern kann wirklich etwas tun, um die Forenatmosphären zu verbessern. Ich finde, die Autorin hat vollkommen Recht damit, Forenadministratoren den Schopenhauer ans Herz zu legen. Wenn die wissen, wie man die Leute zu besseren Gesprächen motiviert, fühlt man sich doch gleich besser.
Also kann ich das Buch echt allen Internetusern empfehlen. Auch beim mailen oder chatten wirds hilfreich, die rhetorischen Kniffe zu kennen!


 Weitere Lesermeinungen


Also sprach Zarathustra I - IV. Herausgegeben von G. Colli und M. Montinari - Friedrich NietzscheAlso sprach Zarathustra I - IV. Herausgegeben von G. Colli und M. Montinari
Friedrich Nietzsche

Taschenbuch, März 1966
     Verkaufsrang: 21646      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Friedrich Nietzsche bei dtv

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 31 Bewertungen)

Ein mutiges Buch      5 von 5 Punkten
Es gibt keine ewigen Werte, nur relative. Wozu sich noch an diese realitven Werte halten, wenn man sie und ihre Bedingungen doch durchschaut (oder dies zumindest meint) hat? Um diese Weisheit ganz zu ihrem Recht kommen zu lassen, geht Zarathustra (es mag darum Streitigkeiten geben; ich denke, man kann Zarathustra und Nietzsche durchaus gleichsetzen)in die Berge, ganz allein, nur begleitet von zwei Tieren. Nach 10 Jahren hat er genug davon - so sehr ist er dann doch noch Mensch - und will zu den anderen hinab (also von seiner Höhe und Höhle herunter). Nur es versteht ihn niemand. Wie auch? Das ist gar nichts Besonderes. Jedem, der ansatzlos aus dem Nichts kommt, wird erstmal auf die Finger geschaut. Niemand nimmt Zarathustra ernst. Nietzsche hat um diese Tragik gewusst, aber sein Wille war doch so stark, trotzdem diese seine Lehren aufzustellen und an ihr festzuhalten. Überhaupt ist es wirklich bewundernswert, wie selbstbewusst und sprachgewaltig Zarathustra daherkommt, obwohl er niemanden findet, der ihm ebenbürtig wäre. Das Buch ist ein einziger riesiger Monolog - Nietzsche hat seinem Helden eine Welt gebaut, aber der will gar nicht in ihr leben, nur reden.

Das Ideal vom Übermenschen zeigt, dass Nietzsche doch noch Transzendenz nötig hatte. Liebte er keinen Menschen, so hatte er doch wenigstens sein Ideal, das für ihn offensichtlich - und das ist quasi-religiös - sehr lebendig war. Es scheint mir verkehrt zu sein, Fragen wie "Gab es den Übermenschen? War Goethe einer?" usw. zu stellen. Dieser Wunsch und solche Sehnsucht ist allein in Nietzsche ganz echt gewesen - wir tappen, jeder für sich, im Dunkel. Was nicht heißen muss, dass diese Irrlichterei nicht auch etwas Schönes sein kann.

Das Buch kann vieles, zum Beispiel Ekeln und Verzücken. Das zeigt schon, dass es eher ein seelisches Abenteuerbuch, als eine solide philosophische Abhandlung ist. Nicht zuletzt die Sprache trägt ihren Anteil daran (das Buch lebt vor allem von ihr). Es ist ein sehr klares Deutsch, das wir hier lesen, man könnte fast meinen, Deutsch in Urformen ... so quellensprudelig und stark ... Es ist schwach, einfach zu sagen, Nietzsche hätte den Bibelstil kopiert.

Es ist ein wichtiges und mutiges Buch, das zu lesen sicher nicht verkehrt ist. Ich finde es nur schade, dass viele in Sachen Philosophie so oft schon beim diesem Buch stehenbleiben ...


 Weitere Lesermeinungen


Die Technik und die Kehre - Martin HeideggerDie Technik und die Kehre
Martin Heidegger

Taschenbuch, Oktober 2007
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Unter dem Titel "Einblick in das was ist" hielt Martin Heidegger am 1. Dezember 1949 im Club zu Bremen vier Vorträge, die im Frühjahr 1950 (25. und 26. März) auf Bühlerhöhe unverändert wiederholt wurden. Die Titel lauteten: Das Ding. Das Gestell. Die Gefahr. Die Kehre. Die vorliegende Schrift gibt zwei dieser Vorträge unverändert wieder: "Die Frage nach der Technik" und "Die Kehre".



Das Kunstwerk: Über das Lesen von Bildern - John BergerDas Kunstwerk: Über das Lesen von Bildern
John Berger

Gebundene Ausgabe, August 2005
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Acht Kurzkurse des bedeutenden englischen Kunstkritikers über das vergleichende Sehen, die Augen der Maler und die Einsamkeit des Betrachters.



Vom Denken: Einführung in die Philosophie - Konrad LiessmannVom Denken: Einführung in die Philosophie
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Sondereinband, August 2007
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Eine überarbeitete und gestraffte Neufassung des bewährten Philosophiebuches und eine fundierte Einstiegslektüre in die Welt der Philosophie. Jeder Problemkreis wird anhand exemplarischer Fragestellungen samt historischer und systematischer Einbindung vorgestellt und mit Denkanstößen und einer sorgfältigen Auswahl an Primärtexten abgerundet. Ein Begriffs- und Philosophenlexikon ergänzt die Darstellung.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Eine gute Einführung (besonders für Jugendliche)      5 von 5 Punkten
"Vom Denken" gibt einen guten Überblick über fast alle Bereiche der Philospohie. Dabei Findet man am Anfang eines jeden Kapitels einen lockeren Einstieg, meist in Form einer alltäglichen Situation, die dann philosophisch hinterfragt wird. In der "Annäherung" wird dann der semantische Bereich abgesteckt und kurz vorgestellt. Im Hauptteil eines Kapitels folgen dann einzelne Texte der beiden Autoren, wo sie einzelne Aspekte näher ansprechen. Im Anschluss an jeden Text findet man mehrere "Denkanstöße", vergleichbar mit den Aufgaben aus einem Schulbuch, die den Leser eine Starthilfe und eine Orientierung zum Weiterdenken geben sollen. Am Ende des Buches findet man dann noch knapp 100 Originaltexte, die meiner Meinung nach sehr gut gewählt sind und in den philosophischen Kontext des jeweiligen Kapitels gut passen, obwohl sie thematisch unterschiedlich erscheinen. Die Autoren haben diese Quellen vorweg nach ihrem Anspruch bewertet, ich stimme im Großen und Ganzen mit dieser Bewertung überein. Im Glossar befinden sich viele Fachbegriffe und Philosophen und ein historischer Überblick. Es ist eine rundum gelungene Einführung in die Welt der Philosophie.


Jürgen Habermas zur Einführung - Detlef HorsterJürgen Habermas zur Einführung
Detlef Horster

Broschiert, Oktober 2006
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Seit den frühen Jahren der Bundesrepublik hat Jürgen Habermas (geb. 1929) als politischer Intellektueller eine breite Öffentlichkeit erreicht und zugleich gewaltige wissenschaftliche Stoffmassen verarbeitet. Die Gesamtanlage seines Werks ist nicht leicht zu überblicken. Diese Einführung legt ihren Schwerpunkt auf die Schriften der neunziger Jahre und zeigt, dass Habermas' Grundintention sich trotz aller An- und Umbauten in der Theoriearchitektur durchgehalten hat. In seinem Engagement geht es Habermas darum, die Diskrepanz zwischen Sein und Sollen sichtbar zu machen, in seiner Theorie um die Erschließung jenes normativen Horizonts, vor dem diese Diskrepanz erst ermittelt werden kann.



Versuch über den Menschen: Einführung in eine Philosophie der Kultur - Ernst CassirerVersuch über den Menschen: Einführung in eine Philosophie der Kultur
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Broschiert, Januar 2007
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Preis: € 19,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Angeregt von Freunden und Kollegen, hat Ernst Cassirer im amerikanischen Exil mit diesem Werk eine Summe seines Denkens vorgelegt, in der seine Philosophie der symbolischen Formen in ihren Hauptgedanken fortgeführt wird, und zwar in einer Weise, die auch einem breiteren Kreis interessierter Leser zugänglich ist. Cassirer stellt die alte Frage nach dem Wesen des Menschen neu und beantwortet sie, indem er die klassische Antwort mit weitreichenden Folgen abwandelt: Er bestimmt den Menschen als ein Wesen, das Symbole schafft und sich durch Symbole mit seinesgleichen und der Welt verständigt. "Der Begriff der Vernunft ist höchst ungeeignet, die Formen menschlicher Kultur in ihrer Fülle und Mannigfaltigkeit zu erfassen [...]. Alle diese Formen sind symbolische Formen. Deshalb sollten wir den Menschen nicht als animal rationale, sondern als animal symbolicum definieren."



Ich denke, aber bin ich?: Phantastische Reisen durch die Philosophie - Michael HauskellerIch denke, aber bin ich?: Phantastische Reisen durch die Philosophie
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Broschiert, Mai 2008
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Dieses Buch ist eine Sammlung philosophischer Merkwürdigkeiten. Davon ist die Geschichte der Philosophie so reich, daß man leicht den Eindruck haben kann, diese sei nichts weiter als eine Unterart der phantastischen Literatur. Aber phantastisch sind die Ansichten der Philosophen oft nur deshalb, weil sie Antworten auf Rätsel suchen, die uns, wenn wir uns näher mit ihr beschäftigen, die Wirklichkeit selbst aufgibt.



Über die Verbesserung der guten Nachricht: Nietzsches fünftes 'Evangelium' - Peter SloterdijkÜber die Verbesserung der guten Nachricht: Nietzsches fünftes 'Evangelium'
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Taschenbuch, Januar 2001
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Am 25. August 2000 hielt Peter Sloterdijk in Weimar eine Rede zum 100. Todestag von Friedrich Nietzsche. In diesem brillanten Vortrag beschreibt er Nietzsche als eine Katastrophe in der Geschichte der Sprache und entwickelt die These, daß seine literarische Intervention einen Einschnitt in die alteuropäischen Verständigungsverhältnisse darstellt. In dieser Tradition wird Sprache als ein Medium des Mangels und der Entstellung beschrieben, erscheinen die Sprache und das Gesprochene als Symptom und Problem, das es zu analysieren gilt. Für Nietzsche hingegen ist das Bekenntnis zum eigenen Leben, dessen Lobpreisung, der vornehmste Sprechakt. Diese Sprachidee Nietzsches greift Peter Sloterdijk von einem zeitgenössischen Standpunkt aus auf und verlängert sie in die Zukunft.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Nietzsche      5 von 5 Punkten
als Markenname. Die Idee des "Sponsoring" als Lebensform der Ich-AG. Ich AG, d.h. ich investiere, ich konsumiere, ich tausche, ich verkaufe, ich beauftrage, ich nehme Aufträge an.
Worin, sonst besteht unser Leben?


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Rudolf Steiner

Taschenbuch, Januar 1986

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Das Seminar, Buch.7, Die Ethik der Psychoanalyse - Jacques LacanDas Seminar, Buch.7, Die Ethik der Psychoanalyse
Jacques Lacan

Taschenbuch, Januar 1996

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