|
| Philosophie | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Martin Heidegger: Sein und Zeit: Ein einführender Kommentar (Uni-Taschenbücher S): Ein einführender Kommentar Andreas Luckner Taschenbuch, 1. April 2001 Verkaufsrang: 77361 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Sein und Zeit" ist das philosophische Hauptwerk Martin Heideggers. Der Radikalität seiner fundamentalontologischen Fragestellung meinte Heidegger durch eine eigentümliche Sprache entsprechen zu müssen. Doch erschwert diese Sprache das Verständnis des Textes ganz erheblich. Deshalb ist gerade dieser Text kommentierungsbedürftig. Der vorliegende Kommentar bespricht den Text Paragraph für Paragraph und unterstützt den Leser beim Verständnis zentraler Textstellen. Zugleich aber rekonstruiert er die methodischen Argumentationsschritte und die gedankliche Architektonik des Gesamttextes.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Teilweise unzureichende Hilfe... 3 von 5 Punkten Wer gerade damit anfängt sich durch schwierige philosophische Texte zu arbeiten (so wie ich), der benötigt teilweise noch Hilfe um alles verstehen zu können. Für all diese Menschen ist dieses Buch konzipiert worden, doch die Hilfe die es anbietet ist teilweise unzureichend. Positiv anzumerken ist, dass der Aufbau sehr gelungen ist. Paragraph für Paragraph wird das Werk Heideggers durchgearbeitet. Somit ist es für den Leser gut möglich parallel das Originalwerk und die Hilfe durchzugehen. Allerdings ist diese Hilfe teilweise so kompliziert geschrieben, dass man den Nutzen infrage stellen muss. Wenn ich mir eine Hilfe für ein schwieriges Werk zulege erwarte ich von dieser, dass ich sie auch gut verstehen kann, um somit das Werk zu verstehen. Daran hätte der Autor mehr arbeiten müssen, um dem Leser das Verständnis zu erleichtern. Das soll nicht heißen, dass das Buch dadurch völlig unverständlich wird, liest man einzelne Sätze zwei bis dreimal ist es nachzuvollziehen, doch trotzdem hätte es leichter geschrieben werden können. Auch die Interpretationsansätze, die der Autor aus Heideggers Werk entnimmt sind teilweise fragwürdig und sollten geprüft werden.Alles in allem ist dieses Buch zwar schwer verständlich, doch trotzdem eine Hilfe für jeden, der Heidegger, aufgrund seiner verwirrenden Sprache, nicht sofort verstehen kann.
Ein Kratzen an der Oberfläche 4 von 5 Punkten Das Buch ist für Neueinsteiger ein guter Leitfaden zum Einstieg in Heideggers außerordentlich schwer zu lesendes Werk "Sein und Zeit". Dafür ist das Buch konzipiert und geeignet. Jeder Paragraph von "Sein und Zeit" wird nachvollzogen und charakterisiert. Allerdings macht das Buch die Lektüre von "Sein und Zeit" nicht überflüssig. Nicht einmal für ein SOLIDES Grundverständnis Heideggers reicht die Interpretation aus. Einige Interpretationsansätze sind mit großer Vorsicht zu genießen. |
Symposion: Neuübersetzung Platon Broschiert, August 2006 Verkaufsrang: 11016 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Tischgespräch über den Eros 5 von 5 Punkten Das Gastmahl (Symposion) ist eine Art Zusammenkunft, mit dem Ziel, sich einem Thema ausgiebig zu nähern. Rede und Gegenrede dienen der Erhellung und Klarstellung. Plutarch verwendete diese Form, wie auch Petronius im alten Rom, dieser jedoch mit satirischer Nuance. Dieses Gastmahl Platons dient dem Wirken des Eros.
Zurück zu Platon. Aus dem Kreise der Männer sind die Reden von Aristophanes, Agathon und Sokrates, letzter nur indirekt, deutlich hervorzuheben. Während Aristophanes die bekannte Geschichte des Urmenschen, genau des Mannweibs, erzählt, der rund und in allem viergliederig war, Zeus verletzte und dieser die Menschen teilte, so dass sie aufrecht gehen mussten. Die Fassung war noch falsch, die Geschlechtsorgane am falschen Platze, so dass ein Aussterben notwendige Folge war. Die zweite Fassung des Menschen sorgte dafür, dass Nähe notwendig zur Erregung und zur Zeugung führte. Dieses Bild ist ein Bild, das die Sehnsucht gebiert, nämlich insofern, dass der Mensch sich immer ein Ganzes sucht und so sein Leben lang sich auf die Suche nach der der zweiten Hälfte begibt. Ist sie nicht mit Sicherheit auffindbar, so wird die Herzens-Entsprechung das Ganze bewirken, der Mensch findet sein Herzens-Du (wunderbarer Begriff aus einer Rezension von Helga König).
Agathon weiß sich dem Eros zu nähern in der Form, dass er das absolut Schöne preist, er dem Eros das Schaffen des dichtereichen Triebs unterstellt, er sagt: "er nimmt von uns, was uns entfremdet, und spendet in Fülle, was uns einander vertraut macht."
Sokrates weiß sich auf Grund der Rede Agathons an Gorgias erinnert, der mal sagte: " eine Rede, die einen Geist überzeugt hat, zwingt den Geist, der überzeugt hat, an die Worte zu glauben und den Taten zuzustimmen." Nur ist Sokrates' Ansinnen nicht Zustimmung, sondern seine Fragetechnik führt zu der Bestimmung des Eros im reinen Sinne. Noch überraschender ist, dass er sich der Überzeugung einer Frau, Diotima, bedient, die ihm lehrte, was Eros ist. Und so beginnt die Überzeugung der indirekten Art, so dass Widerspruch nahezu ausbleibt und Hinführung zu dem einzig wahren, der Urliebe, dem Ur-Eros, die Unterscheidung von Begierde und Liebe, von Schönen, Guten, Liebe, die nicht auf die zweite Hälfte geht, sondern auf das Ganze, auf das Gute, auf den Besitz des Guten, auf den dämonischen Besitz und letztendlich wird Liebe zur "Erzeugung und Hervorbringung im Angesicht des Schönen". Zeugung wird damit Ewiges und Unsterbliches, das Urschöne. Eros, entstanden aus Poros, dem Reichtum an allem, und Penia, der Armut. Und von beidem geerbt ist Eros der ewig Suchende. Ihm ist es beschieden, "ein Gottgeliebter zu werden und der Unsterblichkeit teilhaftig, wenn anders sie sonst einem Menschen zuteil wird."
Ein wunderbare, verständliche Ausführung, angereichert durch mannigfaltige Anmerkungen. Und wenn Sie das Wirken des Eros erleben möchten, dann lesen Sie die einmalige Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe. |
Vom Geist der Gesetze Charles de Montesquieu Taschenbuch, Dezember 1994 Verkaufsrang: 74698 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Montesquieu geht in seinem Werk von der antiken Lehre der drei Staatsformen aus: Demokratie, Monarchie und Despotie. Jede dieser Formen untersucht er in ihrer Abhängigkeit von natürlichen, insbesondere geografischen Bedingungen. Er bejaht die Verschiedenheit der Staatsformen, weil er sie auf ein wechselndes Naturverhältnis der gesetzlichen Institutionen zu den lokalen und sozialen Bindungen zurückführt. Darüber hinaus entwickelt er eine Fülle...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Liebe zur Demokratie bedeuet Liebe zur Gleichheit (Montesquieu) 5 von 5 Punkten " Vom Geist der Gesetze" (De l'esprit des loix) ist das Hauptwerk des französischen Staatstheoretikers Charles de Secondat, Baron de Montesquieu( 1889-1755) .
Dieser untersucht , ausgehend von der antiken Lehre der drei Staatsformen( Demokratie, Monarchie, Despotie) , jede dieser Formen in ihrer Abhängigkeit vor allem von natürlichen , besonders geographischen und klimatischen Bedingungen.
Montesquieu geht davon aus, dass das entscheidende Moment in der Geschichte , von dem das Wohl und Wehe der Völker abhängt, nicht etwa Wille und Willkür einzelner herrschender Persönlichkeiten ist, sondern das Wesen der gesellschaftlichen und staatlichen Zustände an sich.
Der Staatstheoretiker konstatiert , dass Staat und Gesetze nichts willkürliche Gemachtes und nichts willkürlich Veränderliches sind, sondern sie vielmehr erwachsen aus den natürlichen Bedingungen, wie Boden, Klima, Sitte, Bildung, Religion.
Für Montesquieu ist das richtige Gesetz dasjenige, das dem Charakter und dem geschichtlichen Entwicklungsstand des betreffenden Volkes am besten angepasst ist. Insofern gibt es kein abstraktes und überall passendes Ideal oder Schema des besten Staates.
Grundsätzlich gilt für Montesquieu, dass die Vernunft vor aller Gesetzesbildung steht.- Die Gesetze sind die Bezüge , die sich zwischen ihr und den unterschiedlichen Wesen finden, sowie die Bezüge dieser unterschiedlichen Wesen zueinander.-
Der Philosoph weist darauf hin , dass in der Monarchie Tugend nicht das Prinzip der Regierung ist. Der Charakter der Höflinge ist gekennzeichnet durch Ehrgeiz mitten im Müßiggang, Niedertracht mitten im Streben, Gier , ohne Arbeit reich zu werden, Wahrheitsscheu, Schmeichelei, Verrat, Falschheit, Vernachlässigung aller eingegangenen Verpflichtungen, Verachtung der Staatsbürgerpflichten, Furcht vor der Tugend des Herrschers, Hoffnung auf seine Schwächen und noch mehr als das die dauernde Spöttelei über die Tugend, so der große Franzose.
Das Benehmen bei Hofe besteht in der Verleugnung der eigenen Größe zugunsten der entlehnten Größe, gibt Montesquieu zu bedenken.
Bei depotischen Regierungen herrscht als Prinzip der Terror.
Despotische Herrscher lassen sich von Wut und Herrschsucht leiten. Frieden im eigentlichen Sinne gibt es in Despotien nicht, es gibt stets nur Ruhe kurz vor der nächsten feindlichen Besetzung, so der Denker.
Montesquieu präferiert, trotz allgemeiner Überzeugungen, die mit seiner Vorliebe nicht unbedingt im Einklang stehen, sobald er auf die politische Freiheit in Beziehung zu Verfassung zu sprechen kommt, seine Neigung für bestimmte Staatseinrichtungen deutlich zu artikulieren, unter den alten Völkern für die römischen und unter den neueren für die Staatstheorie und Verfassungspraxis der Engländer.
Hier ist es vor allem die der politischen Freiheit günstige, in England zu diesem Zeitpunkt mehr als anderswo verwirklichte Teilung der Gewalten, die Montesquieu in den Mittelpunkt rückt.
Bleibt anzumerken, dass Montesquieu die theoretische Gewaltenteilung nicht geschaffen , sondern sie aus John Lockes Staatstheorie entnommen hat ( vgl. Rezension Helga König : John Locke " Zwei Abhandlungen über die Regierung)).
Montesquieu hat sie lediglich modifiziert. Sein eigentliches Werk ist es die dritte Gewalt ( Judikative) gleichberechtigt neben die Legislative und Exekutive zu platzieren. Es geht ihm dabei in erster Linie darum , dass die richterliche Unabhängigkeit gegenüber den andern beiden Gewalten im Staat gewahrt bleibt.
Er weiß, wenn dies nicht geschieht, so ist Despotie und Vernichtung der Freiheit die unausbleibliche Folge.
Der Begriff der Gewaltenteilung kommt in seinem Werk allerdings noch nicht vor.
Empfehlenswert! |
Philosophische Untersuchungen Ludwig Wittgenstein Gebundene Ausgabe, September 2003 Verkaufsrang: 73482 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ludwig Wittgenstein (18891951) schrieb zwei Hauptwerke, früh die strenge Logisch-philosophische Abhandlung (BS 1322), spät die offeneren, lebendig in immer neuen Anläufen vorgetragenen Philosophischen Untersuchungen, mit denen der Begriff des »Sprachspiels« in die Welt gekommen ist: »Man kann für eine große Klasse von Fällen der Benützung des Wortes Bedeutung wenn auch nicht für alle Fälle seiner Benützung dieses Wort so erklären: Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache.« In der Bibliothek Suhrkamp erscheint nun die erste Leseausgabe der Philosophischen Untersuchungen, die sich nach der definitiven, 2001 von Joachim Schulte herausgegebenen »kritisch-genetischen« Edition richtet.
»Es ist ziemlich sicher, daß sowohl Wittgensteins Werk als auch seine Persönlichkeit in der Zukunft zu wechselnden Beurteilungen und unterschiedlichen Interpretationen Anlaß geben werden. Der die Sätze schrieb Das Rätsel gibt es nicht und Was sich überhaupt sagen läßt, läßt sich klar sagen, war seinerseits ein Rätsel
Man hat gesagt, er sei zugleich Logiker und Mystiker gewesen. Keiner dieser beiden Ausdrücke ist angemessen, aber jeder von ihnen deutet auf etwas Wahres
Ich habe manchmal gedacht, daß das, wodurch das Werk eines Menschen klassisch wird, oft nichts anderes ist als ebendiese Vielfältigkeit, die unser Verlangen nach klarem Verständnis erregt und sich ihm zugleich widersetzt.« Georg Henrik von Wright
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Wittgensteins spätes Hauptwerk 5 von 5 Punkten Als Ludwig Wittgenstein die "Philosophischen Untersuchungen" schrieb, war er durch seinen "Tractatus logico-philosophicus" in Fachkreisen bereits ein berühmter Mann. Nach jahrelanger Abstinenz vom philosophischen Denken wandte er sich ab 1929 wieder der Materie zu - um schließlich in 693 Paragrafen seine frühere Theorie zu korrigieren. Sein Interesse richtete sich nun nicht mehr auf eine formal logische, konstruierte Idealsprache, sondern auf die normale, gesprochene Alltagssprache. Was macht das Wesen unserer Sprache aus? Woran lässt sich die Bedeutung eines Wortes oder Satzes erkennen? Wie lernen Kinder ihre Muttersprache? Aufgrund welcher Regeln und Vereinbarungen gelingt es Menschen überhaupt, miteinander zu kommunizieren? In immer neuen Anläufen umkreist Wittgenstein diese Fragen, leidenschaftlich, akribisch und ohne dabei fertige Antworten zu liefern. Die vielen Beispiele und Situationen aus dem Alltag, mit denen er seine Argumentation untermalt, sind gerade durch ihre Banalität erhellend und dabei sogar oft erheiternd. Wittgensteins Spätwerk ist ein schwieriges, aber sehr lohnenswertes Buch, weil es zum Nachdenken über etwas für uns so Selbstverständliches wie unsere Sprache anregt.
Weitere Lesermeinungen |
anders denken-das rätsel bewusstsein
Audio CD, Januar 2008 Verkaufsrang: 118578 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zwischen Gehirn und Gefühl - was das Leben bestimmt Keine andere Teildisziplin der Philosophie hat in den letzten Jahrzehnten eine so stürmische Entwicklung durchlaufen wie die Philosophie des Geistes. Thomas Metzinger, Professor für Philosophie an der Gutenberg-Universität in Mainz, fragt im ersten Teil dieses Hörbuchs, warum das Bewusstsein für Philosophen ein Rätsel ist. Im zweiten Teil geht er der Frage nach, ob unsere Sinnesempfindungen die Welt adäquat widerspiegeln - oder ob sie am Ende nur subjektive Phänomene sind.
|
Philosophie der Mathematik
Taschenbuch, Juli 2005 Verkaufsrang: 122150 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Besonderheiten der Gegenstände und Beweisverfahren der Mathematik haben schon immer das Interesse der Philosophen erregt. Sind die Zahlen - wie andere Begriffe - aus der Erfahrung abstrahiert worden, oder handelt es sich dabei um ideelle Gegenstände im Sinne Platons? Welche Erkenntnisgewißheit besitzen die mathematischen Axiome, und welche Sicherheit vermitteln die auf ihnen beruhenden Beweise? Die ausgewählten Texte machen die wichtigsten Fragen, die von philosophischer Seite aus an die Mathematik gerichtet worden sind, verständlich und geben eine Einführung in einflußreiche Theorien, die dazu im Laufe der Philosophiegeschichte entwickelt worden sind.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Hervorragendes Lesebuch 5 von 5 Punkten Das ist eines der seltenen Bücher, von denen man sagen kann: „Warum gibt es dieses Buch nicht schon lange?". Es enthält Originalarbeiten von 13 Mathematikern und Philosophen (Platon, Aristoteles, Pappos, Leibniz, Kant, Mill, Carnap, Hilbert, Dummett, Bourbaki, Lorenzen, Lakatos, Shapiro), mit behutsamer Hand vom Herausgeber leicht gekürzt. Dazu eine fachkundige Einleitung auf 34 Seiten, die die Texte in Beziehung zueinander setzt, und ein vorzügliches Literaturverzeichnis für den, der noch mehr wissen will. Man findet Erklärungen von Kernpunkten heutigen Mathematikverständnisses (Formalismus, Intuitionismus, Konstruktivismus), Kants Aussagen über die Mathematik und viele andere Außerungen, die sonst nicht leicht zu erhalten sind, schon gar nicht in so konzentrierter und gut kommentierter Zusammenstellung. Ich kann dieses Buch ohne jedes Wenn und Aber jedem empfehlen, der an den Grundlagen und der Philosophie der Mathematik interessiert ist.Peter Rechenberg |
Thomas Hobbes zur Einführung Wolfgang Kersting Taschenbuch, Juli 2005 Verkaufsrang: 59230 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Thomas Hobbes (1588-1679) steht für die revolutionäre Neubegründung der politischen Philosophie in der Moderne. Seine individualistische vertragstheoretische Staatsrechtfertigung ist bis heute das vorherrschende legitimationstheoretische Modell in der politischen Philosophie. Wesentlich sind dabei die Aspekte des Naturzustandes und des Vertrags. Wolfgang Kersting skizziert zunächst die traditionelle politische Philosophie, um vor diesem Hintergrund kontrastierend Hobbes' Theorie zu erläutern. Er stützt sich dabei insbesondere auf das politische Hauptwerk, den 'Leviathan'.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf 5 von 5 Punkten Der Autor Wolfgang Kersting ist Prof. für Philosophie und Direktor am Philosophischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Das Buch umfasst 230 Seiten und wartet mit Anmerkungen, Literaturhinweisen sowie einer Zeittafel auf.Thomas Hobbes wurde 1588 als Pfarrerssohn in der Nähe von Bristol geboren. Er wird Privatlehrer im Dienste der Earls of Devonshire und ist auch oft mit seinen Zöglingen auf langen Auslandsreisen. Er lernt Francis Bacon kennen und trifft Descartes und Galilei. 1651 erscheint sein Hauptwerk Leviathan. Thomas Hobbes stirbt 1679. Sein offen publizierter Atheismus brachte ihn natürlich schon zu Lebzeiten in beträchtliche Schwierigkeiten und so werden sogar vier Jahre nach seinem Tod seine Schriften von der Universität Oxford verbrannt. Ebenso wie Machiavelli vor ihm leugnet Hobbes die Sittlichkeit des Menschen und hält ihn schlicht für maßlos, unersättlich und eine Gefahr für seine eigene Spezies: homo homini lupus (der Mensch ist dem Menschen ein Wolf). In dem durchaus im menschlichen Naturell liegenden Krieg sieht er das größte vermeidbare Übel der Menschheit. Der einzige Ausweg liegt in einem Vertrag jedes mit jedem, der einem künstlichen Staat das ausschließliche Gewaltmonopol zuerkennt. Denn nur in einem Gefühl persönlicher Sicherheit kann ein Mensch gedeihen. Beeindruckt durch die wissenschaftlichen Methodiken, wie sie beispielsweise in der Geometrie zur Anwendung kommen, möchte er die philosophischen Begriffe auch messbar und somit vergleichbar machen. Er definiert seine Philosophie in "De Corpore" wie folgt: "Philosophie ist die rationale Erkenntnis der Wirkungen oder Erscheinungen aus ihren bekannten Ursachen oder erzeugenden Gründen und umgekehrt der möglichen erzeugenden Gründe aus den bekannten Wirkungen." Nur das lässt sich also erkennen, was aus Ursachen entstanden ist. Damit war die Theologie aus den wissenschaftlichen Disziplinen verschwunden. WISSENschaft beschränkt sich auf die kontingente Welt und klammert transzendente oder göttliche Prinzipien aus. Anders als die Welt Descartes ist die des Hobbes autonom und bedarf keines Gottesbeweises. Hobbes' Gesellschaft hat aber auch ihre Schwächen, denn die gewählte Regierung ist niemandem Rechenschaft schuldig und auch keinen Gesetzen verpflichtet, weil dort die Gefahr schlummert, dass eine unglückliche Formulierung den Absichten des Gesetzgebers zuwider laufen könnten. Und dann wäre die Gesellschaft an das Gegenteil dessen gebunden, was sie eigentlich haben wollte. Das System des Leviathan züchtet also potenzielle Despoten und wurde natürlich von allerhand wirklichen Despoten als politische Rechtfertigung genutzt, wie man sich denken kann. "Die zeitgemäße Adaption des Leviathan liegt in dessen Zähmung.", schreibt Kersting. "Denn wer sagt, dass man die Gedanken des Thomas Hobbes nur am Stück erhält?" möchte ich ergänzen.
Weitere Lesermeinungen |
Geschichte der Moralphilosophie: Hume, Leibniz, Kant, Hegel John Rawls Taschenbuch, September 2004 Verkaufsrang: 182011 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden John Rawls ist fraglos der bedeutendste amerikanische Philosoph im Bereich der politischen Philosophie und der Moralphilosophie. Seine Geschichte der Moralphilosophie, die als Manuskript lange unter der Hand zirkulierte und einen fast mythischen Ruf hatte, vereinigt seine Vorlesungen an der Harvard University, durch deren Schule eine ganze Generation amerikanischer wie kontinentaler Philosophen gegangen ist. Rawls verbindet darin eine Relektüre der Klassiker der Moralphilosophie mit einer Neubestimmung der Moralphilosophie als solcher. In subtilen Interpretationen kanonischer Texte von Hume, Leibniz, Kant und Hegel profilieren sich sowohl eine Geschichte der Moralphilosophie als auch eine Perspektive auf aktuelle Fragen und Probleme.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Großer Denker über vier große Denker! 5 von 5 Punkten Der Tod von John Rawls im Jahre 2002 hinterließ in der Wissenschaftsdisziplin Moralphilosoph einen äußerst tiefen Einschnitt, galt er doch als deren herausragender Vertreter der Gegenwart. In der "Geschichte der Moralphilosophie" finden wir eine zusammenfassende Übersicht von Beiträgen und Vorlesungen, welche der Autor in den 60er bis 90er Jahren an der Harvard Universität erarbeitete. Der Veröffentlichung dieses gewichtigen Teils seines Schaffens ging der Wunsch seiner Studenten voraus, denen der heutige Leser zu größtem Dank verpflichtet ist. Denn Rawls, als stets kundenorientiert eingestellter Dozent bekannt, kam dieser Bitte letztlich sehr wohlwollend nach. Das Buch orientiert sich im Stil stark an der mündlichen Rede einer Vorlesung, was seinen Verständnisgrad -besonders für interessierte Nicht-Experten- deutlich erhöht. Es besticht durch eine eingängige Gliederung und unterteilt sich in vier Abschnitte, die den großen Denkern Hume, Leibniz, Hegel, und Kant gewidmet sind. Es geht hierbei weniger um ein Kompendium der neuzeitlichen Moralphilosophie, sondern darum, die wichtigsten Grundthesen eingehend und leicht nachvollziehbar darzulegen, um den Leser zum eigenständigen Nachdenken und weiterführenden Studium entsprechender Literatur anzuleiten. Rawls gesteht den betrachteten Persönlichkeiten eine, auch für ihn, unerreichbare Kraft und wissenschaftliche Leistung zu. Sollte es dem Leser gelingen, sich in die Denkmuster dieser Künstler bzw. Komponisten der Philosophie auch nur annähernd hineinversetzen zu können, wäre Großes gelungen. Unabdingbar ist es dafür, den Denkern Respekt und Ehrgefühl entgegenzubringen. Rawls zeichnet stets die Verbindung von Moralphilosophie und politischer Philosophie. Das Gefühl der Gerechtigkeit, welches jedem Individuum innewohnt, reicht allein nicht aus. Es muss durch eine allgemein anerkannte und manifestierte Ethik bzw. Regelbindung zementiert werden. Jeder rationale Mitbürger wird vor dem so genannten "Schleier des Nichtwissens" (also der Unvorhersehbarkeit zukünftiger Konsequenzen aus gesellschaftlichen Veränderungen) einer solchen Verfassung zustimmen, auch wenn sie ihm zunächst Nachteile bringen mag. Orientierung findet Rawls hinsichtlich des Gerechtigkeitsproblems in Kants Kategorischem Imperativ als Brücke von Ethik hin zur Politik. Pragmatisch wird der Bogen von individuellen Freiheitsrechten hin zur kollektivem Regelbindungsverpflichtung geschlagen. Diese schränkt das Individuum einerseits im Handeln ein, ermöglicht ein freiheitliches Handeln im akzeptablen Rahmen aber andererseits überhaupt erst. Ohne Zwang auf die Gruppe ist die Freiheit des einzelnen nicht möglich. Was wie ein Widerspruch erscheint, wird durch Rawls Argumentationskette rasch nachvollziehbar. Erst so ist eine kollektive Gerechtigkeit dauerhaft zu verfestigen, die der einzelne als "fair" akzeptieren wird. Die großen Denker vergangener Jahrhunderte liefern Rawls eine Vielzahl von Basisargumenten, aus denen er eine gerechte Gesellschaftsordnung herausschälen kann. Die Grundtypen der Analyse sind hierbei: der Utilitarismus (Hume) der Perfektionismus (Leibniz) der Intuitionismus (Hegel) der Konstruktivismus (Kants) Dass Rawls den Ansichten Kants besonders nahe steht, räumt der Autor offen ein. Kant verbindet das moralische Denken viel intensiver mit dem Begriff der Individualität als alle anderen Philosophen zuvor. Dies erklärt auch zu einem guten Teil seine erneut auflebende Popularität; verträgt sich seine Sichtweise doch besonders gut mit dem Gesellschaftsbild des 20. und 21. Jahrhunderts, in dem gerade die Wirtschaftstheorie die Wichtigkeit eines nutzenorientierten homo oeconomicus propagiert. Spannend ist das Buch eben auch dadurch, dass es heute jedermann zur Verfügung steht. Erschienen ist die "Geschichte der Moralphilosophie" im Suhrkamp Verlag, der das Werk in gewohnt hoher Qualität auf den Markt brachte. Gleiches gilt selbstredend für das gesamte Hauptwerk von Rawls, welches bei Suhrkamp in exzellenter Übersetzung vorliegt. Bislang kamen lediglich Studenten der amerikanischen Eliteuniversität in den Genuss der Vorlesungstexte. Für die Erschließung "der neuzeitlichen Tradition des europäischen Moraldenkens vor dem Hintergrund der liberalen amerikanischen Tradition" gebührt dem Suhrkamp-Verlag Dank und Anerkennung. Breite deutsche Studentenkreise, auch von Nicht-Elite-Universitäten (sollte es sie denn hierzulande je geben) werden das Buch mit nachhaltigem Gewinn lesen. Gerade in einer Gesellschaft, in der wirtschaftlicher Erfolg und moralisches Handeln oft diametrale Gegensätze zu bilden scheinen, leistet Rawls einen Beitrag zur Versöhnung und zeigt uns ein perspektivreiches Gesellschaftsbild auf, welches individuelle Freiheit absichert, moralisches Handeln ermöglicht, ja sogar ökonomisch zwingend erforderlich macht und gleichzeitig eine stabile Gesellschaftsordnung manifestiert. Das Werk entlässt den Leser mit großer Hoffnung und die ist derzeit leider oft viel zu wenig erfahrbar. Es ist damit weit mehr als nur eine Weiterführung von Rawls berühmtem Hauptwerk "Eine Theorie der Gerechtigkeit". |
Sphären Bde.1-3: Eine Trilogie: 3 Bände Peter Sloterdijk Taschenbuch, Dezember 2007 Verkaufsrang: 132419 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Bände sind auch einzeln erhältlich
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Belastbare erzählerische Darstellung 5 von 5 Punkten Peter Sloterdijk erzählt mit atemberaubender Entwicklung das nach seiner Meinung Wesentliche in bezug auf lebendes Sein hier auf unserer Insel, der Erde als Globus.Daß dabei Wisssen, Humor und die Bezüge hin zu unseren Gebilden wie Stadt, Staat, Religion bis zum Erklärungsversuch der konservativen europäischen "Revolutionen" der zwanziger und dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts gestreift werden, ist ein besonderer Aspekt und entbehrt nicht der Verwunderung. Ja, hier in seinen drei Bänden SPHÄREN, deren dritter Band SCHÄUME eben erschienen ist, wird ein philosophisch-psychologisch-ästhetischer und barocker Bildungsroman entwickelt, der Seinesgleichen sucht und die "Schäume", in denen wir hier leben, die Erwärmungen und vielleicht durchaus positiven Erwartungen (Hoffnung!), die wir hegen, werden uns evtl. auch zu Positiven machen können, hinleiten dazu, denn Peter Sloterdijk scheint mir ein Positiver zu sein, der die Entwicklung sucht und die Diskussion nicht scheut. Im Abspann des dritten Bandes wägt er seine Theorie anhand fiktiver Personen, eines Makrohistorikers, eines Literaturwissenschaftlers und eines Theologen hin und her, wobei er auch Humor beweist und selbst die Erkenntnis von sogen. "Dyaden" zur Verfügung stellt. Stellen wir uns diesem großartigen Bildungsroman und warten wir also ab. |
Einführung in die Logik: Argumentation und Folgerung Axel Bühler Taschenbuch, Januar 2000 Verkaufsrang: 70861 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Eine der besten Einführungen in die Logik 5 von 5 Punkten Das vorliegende Buch unterscheidet sich in etlichen wichtigen Punkten von vielen vergleichbaren Publikationen: Es beginnt nicht mit Aussagenlogik und öden Wahrheitstafeln (diese kommen erst später, in Kapitel III), sondern mit Argumenten und Argumentationen, z. B. der Argumentskizze »In einer Demokratie haben die Armen mehr Macht als die Reichen, weil es mehr Arme gibt und der Wille der Mehrheit ausschlaggebend ist.« Dieser Satz läßt sich als ein explizites Argument darstellen: P1: In allen Staaten, auch in demokratischen Staaten, gibt es mehr Arme als Reiche. P2: In allen demokratischen Staaten herrscht das Mehrheitsprinzip. P3: Gemäß dem Mehrheitsprinzip hat die Mehrheit mehr Macht als die Minderheit. C: In einem demokratischen Staat haben die Armen mehr Macht als die Reichen. Auf diese Weise wird den Novizen der Logik gleich zu Beginn erklärt, wozu diese philosophische und wissenschaftliche Disziplin gut ist: Es geht in der Logik, wie auch schon der Untertitel signalisiert, im wesentlichen um Argumentation und Folgerung. Das Buch konzentriert sich innerhalb dieses damit vorgegebenen Programms auf zwei Fragen: »Was ist logische Folgerung?« und »Wie läßt sich feststellen, ob eine logische Folgerung vorliegt?«. Und obwohl die Philosophie der Logik nicht explizit behandelt wird (mit Ausnahme einiger Bemerkungen in Kapitel VI), ist das Buch doch unverkennbar von einem philosophischen (und sprachwissenschaftlich inspirierten) Standpunkt aus geschrieben. Dies erweist sich auch dadurch, daß an geeigneten Stellen diskutiert wird, ob z. B. bestimmte Methoden oder Definitionen der Logik gegenüber bestimmten philosophischen Auffassungen neutral sind oder nicht. Im zweiten Kapitel werden Grundlagen der logischen Grammatik natürlicher Sprachen insoweit behandelt, als die drei Prinzipien der Kontextinvarianz, der Wahrheitsfunktionalität und der Extensionalität nicht verletzt werden. (Das Prinzip der Kontextinvarianz schließt die mehrdeutige Verwendung von Ausdrücken aus, das Prinzip der Wahrheitsfunktionalität stellt sicher, daß der Wahrheitswert eines Satzes funktional von den Wahrheitswerten seiner Komponenten abhängt, und das Prinzip der Extensionalität garantiert, daß der Wahrheitswert eines Satzes funktional von den Gegenstandsbezügen der in ihm vorkommenden Ausdrücke abhängig ist.) Es werden Kategorien der logischen Grammatik (Aussagen, Aussageoperatoren, singuläre und allgemeine Terme und Quantitätszeichen) eingeführt. Sodann wird gezeigt, auf welche Weise man mit diesem Instrumentarium Sätze der natürlichen Sprache analysieren und angemessenerweise ’übersetzen' kann. Das dritte Kapitel befaßt sich mit Systemen logischer Formen. Es geht der Frage nach, von welcher Art die Formen von Sätzen des Teils der natürlichen Sprache sind, in dem die Beziehungen der logischen Folgerung auf dem Prinzip der Wahrheitsfunktionalität und dem Prinzip der Extensionalität beruhen. Der Verfasser führt logische Konstanten, nämlich wahrheitsfunktionale Satzoperatoren (»oder«, »und«, »es ist nicht der Fall, daß« und »wenn, dann«) und Quantitätszeichen (»Für alle --- gilt«, »Es gibt (mindestens) ein ---, so daß«) ein, erläutert ihre (partiellen) Entsprechungen in der deutschen Sprache und vertieft die Behandlung des Extensionalitätsprinzips im Zusammenhang mit der logischen Folgerung. Die Darstellung zweier Systeme logischer Formen, nämlich des syntaktischen Systems der Aussagenlogik und des syntaktischen Systems der Prädikatenlogik, folgt auf eine nützliche Vorstellung syntaktischer Systeme und der induktiven Definition und des induktiven Beweises. (Beide sind – trotz ihres Namens – deduktive Verfahren.) Es wird auch noch einmal – vertiefend – das Verhältnis zwischen Sätzen der natürlichen Sprache und ihren logischen Formen angesprochen. Das Thema des vierten Kapitels lautet »Wahrheit und Folgerung« und ist, zusammen mit dem fünften, zentral für das Buch. (Auch nehmen formale Mittel in beiden Kapiteln deutlich mehr Raum ein als in den übrigen.) Es geht dabei vor allem um die Präzisierung des Folgerungsbegriffes. In der ersten Hälfte werden die aussagenlogischen, in der zweiten die prädikatenlogischen Aspekte behandelt. Geht es einerseits um Belegung (d. h. um Zuweisung von Wahrheitswerten zu Leerstellen), so geht es andererseits um Interpretation (d. h. um Zuweisung von Elementen aus einem Bereich und der aus ihm gebildeten Mengen und Relationen zu Individuen- und Relationsbuchstaben). Das fünfte Kapitel heißt »Ableitung und Folgerung«. Hauptsächlich geht es hier um das Problem, ob und wie die Relation der prädikatenlogischen Folgerung festgestellt werden kann. Kapitel VI bringt abschließende Bemerkungen, die freilich etwas zu disparat geraten sind: Im ersten Teil kommt der Autor noch einmal auf Argumente und Fragestellungen der Logik zurück, wobei er auch auf die Pragmatik des Argumentierens eingeht und dabei den Begriff des Argumentierens sehr dezidiert und scharf bestimmt: Personen argumentieren genau dann, wenn sie Sätze äußern und davon überzeugt sind, zwischen S1, ..., Sn-1 und Sn liege die Relation der logischen Folgerung vor. Im zweiten gibt er – durchaus wertvolle – Hinweise auf ergänzende und weiterführende Literatur. Der erste Teil hätte gewonnen, wenn er umfangreicher ausgefallen wäre, der zweite Teil hätte wohl besser in die Anhänge gepaßt. Zwei nützliche Anhänge, der eine über einige Grundbegriffe der Mengenlehre, der andere mit Übungsaufgaben, sowie ein Sachregister und ein Verzeichnis der verwendeten Symbole bilden den Abschluß. Das Buch zeichnet sich durch einen sehr klaren Aufbau und erhebliche didaktische Qualitäten aus, ohne daß die wissenschaftliche Seriosität Schaden litte. Vor allem wird nicht nur über Argumente und Argumentationen gesprochen, sondern es wird tatsächlich auch argumentiert. Mit einer rein rezeptiven Haltung ist die Lektüre jedenfalls nicht zu bewältigen. Wohltuend ist ihm anzumerken, daß es nicht nur eine Frucht langjähriger Forschung, sondern auch langjähriger Lehre ist.
Ein hervorragendes Lehrbuch zu Argumentation und Logik 5 von 5 Punkten Dieses Lehrbuch geht von der Praxis des Argumentierens in der natürlichen Sprache aus und entwickelt von dorther die formale Logik. Im Mittelpunkt der Darstellung steht die logische Folgerung, die das Argumentieren und beweisende Denken ermöglicht. Zunächst werden die Begriffe der aussagenlogischen und prädikatenlogischen Folgerung entwickelt, anschließend der Baumkalkül (nach Jeffrey & Smullyan) eingeführt. Das Buch ist eine ideale Hilfe für jeden Anfänger des Logikstudiums und auch für das Selbststudium hervorragend geeignet, da es keine Vorkenntnisse voraussetzt. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um die (insbesondere didaktisch) beste Logikeinführung in deutscher Sprache. "Die didaktische Qualität des Buches ist hervorragend." (Information Philosophie, März 96)
Ein hervorragendes Lehrbuch zu Argumentation und Logik. 5 von 5 Punkten Dieses Lehrbuch geht von der Praxis des Argumentierens in der natürlichen Sprache aus und entwickelt von dorther die formale Logik. Im Mittelpunkt der Darstellung steht die logische Folgerung, die das Argumentieren und beweisende Denken ermöglicht. Zunächst werden die Begriffe der aussagenlogischen und prädikatenlogischen Folgerung entwickelt, anschließend der Baumkalkül (nach Jeffrey & Smullyan) eingeführt. Das Buch ist eine ideale Hilfe für jeden Anfänger des Logikstudiums und auch für das Selbststudium hervorragend geeignet, da es keine Vorkenntnisse voraussetzt. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um die (insbesondere didaktisch) beste Logikeinführung in deutscher Sprache. "Die didaktische Qualität des Buches ist hervorragend." (Information Philosophie, März 96) |
Poetik des Raumes Gaston Bachelard Broschiert, Juni 2001 Verkaufsrang: 84956 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Bachelards Interesse gilt den einfachen poetischen Bildern, die den Leser eines Gedichts oder eines Romans beunruhigen, ihn nicht mehr loslassen, »in ihm Wurzeln schlagen«. Woher rührt diese Macht des Bildes? Die Psychoanalyse hat - z. B. mittels der Traumdeutung - versucht, das Bild intellektuell aufzulösen und auf einen verborgenen Wunsch zurückzuführen. »Der Analytiker erklärt die Blume aus dem Dünger«, hält Bachelard dem entgegen; seiner Auffassung nach ist das poetische Bild etwas absolut Ursprüngliches, die Einbildungskraft daher eines der tiefsten menschlichen Vermögen. Um diese These zu untermauern, untersucht Bachelard einfache, zumeist positiv besetzte Bilder des Raumes, die in den Dichtungen aller Sprachen häufig wiederkehren. Zunächst Bilder intimer Räumlichkeit: das Haus, der Schlupfwinkel, die Höhle; sodann die »Häuser der Dinge«: Schubladen, Truhen, Nester und Muscheln; schließlich der Gegensatz von Drinnen und Draußen und das Bild der Rundheit. In unakademischer, selbst wiederum bildhafter Sprache begründet damit Bachelard ein Verfahren vergleichender Literaturwissenschaft, das prinzipiell von jedem Leser nachvollziehbar ist: eine Theorie des »Widerhalls« von Literatur im Geiste des Lesers.
|
Bacon Luigi Ficacci Taschenbuch, November 2003 Verkaufsrang: 37746 Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar! Francis Bacon (1909-1992) besass die seltene Gabe, unbewusste Zwänge in figurative menschartige Formen zu verwandeln. Indem er Realismus und Abstraktion mischte, gelangte er tief unter die Oberfläche der Dinge. Den menschlichen Körper gleichsam öffnend, legte er das darin herrschende Chaos frei. Bacon's Werk ist erotisch und auf groteske Weise schön. Seine verstörenden und disproportionierten Figuren haben Generationen von Malern dazu verführt, seinen höchst originellen Stil nachzuahmen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Das Leben und Werk eines genialen Psychopaten. 5 von 5 Punkten Dieses Buch ist für kunstinterssierte Menschen sowie Neueinsteiger sehr geeignet. Mit den bedeutendsten Werke seines Lebens und sehr interessanten Texte ausgestattet, bietet dieses kleine Buch einen tollen Einblick in die Welt des wohl ausdrucksstarksten und wahrscheinlich psychisch kranksten Künstler des 20. Jahrhunderts. Der gebürtige Ire hat einzigartige bilder erschaffen, die die dunkelsten und schlimmsten Seiten der menschlichen Seele preisgeben. Tolle Bilder, gute Texte, einzigartiger Preis, was will man mehr?!
Viele Bilder und Interpretationsansätze 4 von 5 Punkten Habe mir das Buch für den Kunstunterricht bestellt, da sich jeder aus meinem Kurs mit einem Künstler auseinandersetzen soll. Ich wollte das Buch als eine Unterstützung zur Interpretation, Hintergründe und Absichten der Bilder Bacons verwenden. Hab es jetzt einigermaßen studiert und bereue den Kauf auf gar keinen Fall. Hatte erst Zweifel, ob es das ist, was ich suche. Der Autor des Buches beschreibt viele der dargestellten Bilder in Form, Farbe und Raum und erlaubt sich Interpretionsansätze. Dadurch bekommt ihr als Leser und Betrachter einen durchaus guten Einblick in die Mittel, die Bacon für seine schockierende und makaberen Bilder benutzt. "Nur" 4 von 5 Punkte, weil man vielleicht noch etwas genauer auf die Absichten, sowie mehr auf das "Innere" des Bildes, hätte eingehen können. |
Das Buch vom geglückten Leben
Gebundene Ausgabe, Juni 2007 Verkaufsrang: 82635 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Epiktets "Handbuch" weist den Weg zur wahren inneren Freiheit. Ein Meisterwerk der stoischen Philosophie
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
"Die Philosophie kann auf uns achtgeben, aber nicht nähren." (Kierkegaard) 5 von 5 Punkten Es ist nicht erstaunlich, dass Epiktets praxisorientierte Philosophie in einer unsicheren Zeit entstand. Philosophie wird zum Mittel der Krisenbewältigung, zur Lebenshilfe, zu einem irdisches Glück verheißenden Religionsersatz.
Epiktet ist der Vertreter der Stoa. Als Sklave gelebt hat er früh erkannt, dass man selbst seinen höchsten Wert darstellt. Aus diesem Grunde empfiehlt er folgerichtig, auf die Wünsche und Begierden zu achten, damit nicht Unzufriedenheit über einen kommt. Unabänderliches versuche nicht durch Wünsche zu verbessern, Unerreichbares nicht durch falsche Begierde. So bleibe dem Sichtbaren, Realen treu und verliere dich nicht in Vorstellungen und Phantasien, die zu Vorwürfen gegenüber anderen führen. Wolle das, was geschieht klingt schon wie eine neurologische Erkenntnis der Jetztzeit. Achte darauf, was Gut und Böse ist, ist eine Maxime des Epiktetes, aber suche es nur in dem, was in deiner Macht steht. Handeln und Bewusstsein machen den Menschen aus, das reine Überleben und Vermehren ist ebenso die Bestimmung vernunftloser Wesen. Demjenigen, dem Vernunft und Bewusstsein gegeben, hat sich in der rechten Art und seinem Wesen gemäß zu verhalten.
Epiktet wurde im Jahr 50 n. Chr. geboren. Wie mit Platon und Aristoteles metaphysische Spekulation und wissenschaftlich-systematische Erkenntnis ihren Höhepunkt hatten, dient die Stoa und vor allem bei Epiktet der Sittlichkeit und Religiosität. Die Trias Logik, Physik und Ethik ist Bestandteil dieser durch Zenon im Jahre 300 v. Chr. begründeten Denkrichtung. Zenon suchte Anschluss an Heraklit, Sokrates und den Kynikern, ebenso bei Aristoteles. Neben Epiktet sind Seneca und der Cäsar Marc Aurel (siehe Rezension) die bekannten Vertreter des stoischen Denkens. Auswirkungen hatte die Philosophie der Stoa vor allem im Neuen Testament, bei den Schriften der Kirchenväter wie Augustinus, bei Spinoza und Goethe (vgl Dichtung und Wahrheit, II/6). Auch finden wir in den Werken Shakespeares Gedankengut der Stoa wieder.
Stoiker sind von Grund auf monisthisch, sie sehen im leitenden Prinzip alles, sie gelten als die konsequentesten Pantheisten des Altertums. Dieses leitenden Prinzip, der Gott Zeus, die Weltenseele ist alles, durch ihn, mit ihm und in ihm sind alle Dinge. Und so ist das stoische Weltbild eines des Neuen Testamentes. Seneca führt bereits seine Form des Pantheismus auf einen Gott zurück, so dass man schon von Theismus reden kann. Die ewige Wiederkehr, die Verknüpfung von Ursache und Wirkung zu einem, das All und die Vorsehung sind Elemente einer absoluten Logik. Wirklich frei in diesem Felde ist derjenige, der sich den Gesetzen der Natur unterordnet, sagt Spinoza und diesem Sinne meinte Seneca Gott und Nietzsche den ewigen Mittag in der Wiederkehr desselben. Freiheit und Notwendigkeit demnach sind ein Paar. Denn größte Freiheit, größtes Glück und Weisheit erlangt der, der die Notwendigkeit, das Unvermeidbare in Würde trägt.
Nichts der Vernunft zuwider tun, macht weise. Übe dich in dem Möglichen, verzichte auf alles, was nicht in deiner Gewalt ist. So die einfache wie verständliche Botschaft. "Die Philosophie kann auf uns achtgeben, aber nicht nähren." Mit dieser Erkenntnis Kierkegaards findet man vielleicht die Stellung und Bedeutung der Philosophie insgesamt für das eigene Leben. |
Illuminationen Walter Benjamin Taschenbuch, 19. Januar 2006 Verkaufsrang: 97736 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
literarische Lüster 4 von 5 Punkten "Beachte, Wanderer, diese lichten Schläge,
Damit der Mut dir höher schwillt."
(Arthur Rimbaud, 1872)
So wie Rimbaud seine Gedichte der Londoner Zeit "painted plates" nannte, im Französischen dann: "Les Illuminations" hat Walter Benjamin mit seinen Aufsätzen eine Sammlung bereit gestellt, die Licht ins Dunkle des Denkens bringt. Illuminationen daher der beredte Titel seiner aufklärenden ausgewählten Schriften, aufgeteilt in 1. Kritik und Kommentar; 2. Lesestücke und 3. Literarische Essays.
Benjamin widmet sich in erster Gruppe den schoenen Dingen des Lebens in kritisch-konstruktiver Form, der Poesie bei Hölderlin und Goethe, auch über Baudelaire und hat in dieser Rubrik die beiden herausragenden!! Essays integriert: "Das Kunstwerk im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit" (vgl separate Rezension)und "Über den Begriff der Geschichte".
Die Lesestücke sind ausgewählte Denkbilder, die auch einige Passagen aus der Berliner Kindheit enthalten.
Der Abschluss enthält Essays von Karl Kraus, Robert Walser und Proust.
Insgesamt ein brillanter Einstieg in das Denken Walter Benjamins, da es alle Hauptstücke streift. Anregende und bildende Literatur eines Denkers mit hohem Einfluss auf seine und spätere Generationen.
Illuminationen 4 von 5 Punkten "Illuminationen. Ausgewählte Schriften 1" bietet einen guten Einstieg in das Werk von Walter Benjamin.
Klapptext: "Diese Auswahl will Walter Benjamin, den großen Denker, Deuter, Kritiker und Literator, ins Bewußtsein einer breiteren Öffentlichkeit bringen. Sie umfaßt alle für Benjamins Denk- und Schreibstil charakteristischen Hauptwerke, die in ungekürzter Form vorgelegt werden."
Im Buch sind u.a. die Aufsätze "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" und "Über den Begriff der Geschichte" enthalten. |
Sokrates: Eine Einführung Ekkehard Martens Taschenbuch, April 2004 Verkaufsrang: 157778 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Martens, Sokrates, eine Einführung 3 von 5 Punkten Der historische Sokrates ist für die Philosophiehistoriker, aber auch die Philologen "schon immer" ein Problem gewesen. - Die entscheidenden Auseinandersetzungen mit dieser Frage nach der authentischen Gestalt des Lehrers Platons finden sich bei Olof Gigon, Sokrates, 1947 und Bertrand Russell in seiner "History of Western Philosophy", 1960.
Martens steht mit seiner Sokrates - Einführung in dieser Tradition. An entscheidenden Stellen seines Buches wird der Leser das Gefühl haben, nach der Lektüre nicht viel mehr als zuvor zu wissen. Das Grundproblem lautet: Können wir den historischen Sokrates von diversen Sokratesbildern, wie sie bei Platon, Xenophon und anderen Sokratesschülern vorliegen, unterscheiden und zu einem authentischen Kern gelangen?
Martens grenzt das Problem jedenfalls gut ein, gibt jedoch keine definitiven Antworten, wohl wissend, dass Skepsis in dieser Frage angebracht ist.
Gut ist die Diskussion über Schriftlichkeit und Mündlichkeit im öffentlichen Leben Athens - dies in der Nachfolge des Buches von Havelock.-
Die Person, die nichts Schriftliches publizierte, Philosophie nur im mündlichen Dialog praktizierte, bleibt auch nach diesem Buch eines der großen Rätsel der abendländischen Philosophiegeschichte. Wir können uns diesem Mythos Sokrates, so scheint es, immer wieder nur annähern - vielleicht aber auch ihn ab und zu verstehen.
Die Sache des Sokrates 3 von 5 Punkten Dieses Einführungsbuch ist der Versuch, die Philosophie des Sokrates v.a. von der platonischen Einfärbung zu lösen und eine eigenständigere Position herauszukehren. Die Materiallage hierzu ist ausgesprochen schwierig und häufig kommt man über Vermutungen nicht hinaus. Seltsamerweise erweckt dieses Buch für meinen Geschmack zu oft den Eindruck, als wüsste der Autor ganz sicher, dass dies Sokrates' Sicht der Dinge gewesen sei. Eine genauere Analyse, wie die Sache des Sokrates zu der Platons steht fehlt. Gerade aber eine Einführung sollte sich meines Erachtens ohne falsche Scheu dafür entscheiden müssen, doch eher die platonische Seite zu wählen. Das Ringen mit der schwierigen Quellenlage treibt indikativerweise auch Martens zu einer mystifizierenden (Um)-Interpretation der sokratischen Dialektik, bei der einfach nicht wirklich klar wird, was genau Sokrates erreichen wollte. Diese Mystik ist Ausdruck dafür, dass hier einfach nicht gewusst wird, was die konkrete Sache des Sokrates ist. Bei Platon bekommt man zwar auch keine Weisheiten an die Hand, aber doch Andeutungen. Mir ist nicht klar, wie Sokrates dieses wenig einfordernde, da schon mystifizierende platonische System noch unterbieten könnte - es sei denn, er war wirklich nicht mehr als ein Sophist und er hat sich einzig darin von Platon unterschieden, dass er nur die Tugend/Ethik im Blick hatte.
Letztlich hat mich das Buch nicht im Wesentlichen davon abbringen können, dass Sokrates "nur" der performative, implizierende Vordenker und -leber von Platons Ideenpostulat ist - alles andere darunter liegende wäre philosophisch auch ohne systematischen, höchstens von philosophie-historischem Wert. Dabei hat es dann bei der Lektüre natürlich gestört, wie vehement hier versucht wird zu suggerieren, dass Platon Sokrates von allen Nachfolgern fast schon am wenigsten verstanden habe. Aber was soll man denn für ein Urteil über eine Philosophie fällen, die nichts an schriftlichen Nachlässen hinterlassen und die Fortsetzung den Schülern überlassen hat? Wenn man der Sache des Sokrates also gerecht werden will, lässt man sie ruhen und wendet sich den Dingen zu, über die mehr Klarheit bestehen, Platons Dialogen ewa.
Prägnant und kompakt 5 von 5 Punkten Prägnant, kompakt, auf das Wesentliche bedacht, aber nichts davon übergehend - so sollte eine Einführung zu Sokrates sein. Ekkehard Martens, Doktor der Philosophie und Professor für Didaktik der Alten Sprachen, ist gleichzeitig Übersetzer einiger Platondialoge in Reclams Universalbibliothek (Charmides, Theatet, Parmenides). Zunächst stellt sich der Autor die Frage: Was wissen wir über den historischen Sokrates? Xenophon, Aristophanes und Platon werden als Quellen herangezogen, wenn es um die „Sache des Sokrates" geht. Dabei muss man sich stets des Unterschiedes zwischen der Person Sokrates selbst und dem Sokratismus seiner Anhänger bewusst sein, will man der Wahrheit einigermaßen auf die Spur kommen. Im Folgenden stehen Bilder und Porträts des Philosophen auf dem Prüfstand. Doch was kann man aus ihnen über sein Leben und seine Gedanken erfahren? Ist es möglich, sich auf diese Weise den wesentlichen Merkmalen des wirklichen Sokrates anzunähern? Die überlieferten Porträts beruhen weder auf einer individuellen Charakterzeichnung noch auf einer allgemeinen Typisierung. Es kristallisiert sich bereits früh die Deutung als „weiser Silen" heraus: Silen, der Ziehvater und Erzieher des Dionysos, der nicht zuletzt durch den Midas-Mythos zu unsterblicher Berühmtheit gelangt ist. Eine Statue aus dem British Museum zeigt Sokrates in der typisch bürgerlichen Tracht seiner Zeit, wie er mit der Rechten am unteren Mantelsaum nestelt - eine Geste, die seine prüfende, abwägende Denkart ausdrücken könnte. Die römische Marmorkopie einer Sitzstatue des Chrysipp wiederum stellt Sokrates dar, der im Gespräch seine Argumente an den Fingern aufzählt. Bemerkenswert ist in jedem Fall, dass sein Erscheinungsbild (dicker Bauch!) dem griechischen Schönheitsideal der Kalokagathia widersprach. Sokrates, der bekanntlich keine Schriften hinterlassen hat, war - wie im Übrigen auch sein großer Schüler Platon - davon überzeugt, dass sich die wirkliche Philosophie letztlich nicht in geschriebenen Sätzen mitteilen lasse. Die Gefahr des schriftlich fixierten Wissens besteht vor allem darin, dass es sich oft im konkreten Einzelfall als nutzlos oder sogar irreführend erweisen kann; es verkommt ohne Anwendung auf die konkrete Situation zu einem Scheinwissen. Stattdessen bevorzugt Sokrates den Vergleich seiner Tätigkeit mit der eines Bildhauers und einer Hebamme. In der „Was ist das"-Frage sieht Martens den Kernpunkt der sokratischen Tätigkeit. Schon Aristoteles erkennt das Ringen des Sokrates um Definitionen als eine seiner größten Leistungen, denn erst darauf aufbauend könne man logische Schlüsse ziehen. Gerade für die frühen Dialoge Platons trifft dies in der Tat zu: Sokrates wendet sich in diesen vor allem der Definition ethischer Begriffe wie Gerechtigkeit, Besonnenheit, Frömmigkeit oder Tapferkeit zu. Aber auch in den späteren Dialogen wird beispielsweise danach gefragt, wie nun der ideale Staat bzw. der ideale Staatsmann beschaffen sein müssen. Dennoch ist die „Was ist das"-Frage in der Auslegung, Bewertung und Wirkung umstritten, und die Frage nach dem Wissen ist auch immer eine Frage nach dem sokratischen Nichtwissen. Schmerzlich vermissen wird der Leser dieser gelungenen Einführung höchstens ein Register der Eigennamen und Sachbegriffe. Dafür entschädigen die gewissenhaft recherchierten Zitate mit genauen Stellenangaben aus der Primärliteratur, die zu einer noch intensiveren Beschäftigung mit dem großen Denker der griechischen Antike einladen. |
Kritik der ethischen Gewalt Judith Butler Broschiert, Juli 2007 Verkaufsrang: 143271 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Im November 2002 hat Judith Butler mit überwältigendem Erfolg die Adorno-Vorlesungen an der Universität Frankfurt gehalten, die nun in einer deutlich erweiterten Fassung als Taschenbuch erscheinen. In ihrer Kritik der ethischen Gewalt geht sie der Frage nach, wie man angesichts einer Theorie des Subjekts, dessen Entstehungsbedingungen sich nie restlos klären lassen, dennoch die Möglichkeit von Verantwortung und Rechenschaft bewahren kann. In Auseinandersetzung mit Adorno, Cavarrero, Foucault, Lévinas und der Psychoanalyse zeigt Butler, daß jede dieser Theorien etwas ethisch Bedeutsames enthält, das sich aus den Grenzen ergibt, die jedem Versuch gezogen sind, Rechenschaft von sich selbst abzulegen: Noch in demjenigen, das wir »ethisches Scheitern« nennen, steckt eine ethische Wertigkeit und Bedeutsamkeit, und die Frage der Ethik erscheint genau an den Grenzen unserer Systeme der Verständlichkeit.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Durchschaubar undurchschaubar 4 von 5 Punkten Meines Wissens wusste schon Sokrates, dass er nichts wusste. In ihrem Buch ?Kritik der ethischen Gewalt? nähert sich Judith Butler, weiser geworden, dieser menschlichen Ureinsicht an, nachdem sie uns bisher vor allem hat glauben machen wollen, alles sei Sprache, alles ? Ich, Geschlecht und jedwede andere Zurichtung ? sei also verstehbar als Wirkung hegemonialer Diskurse, die ihrerseits restlos aufklärbar und dann durch spielerischen Nichtgehorsam auch aushebelbar seien. Dem scheint nun also doch nicht so zu sein. Denn in ihren Frankfurter Vorlesungen kommt sie - nach gelehrten oder möglicherweise auch konfusen (wer wollte das beurteilen?), jedenfalls suhrkampkompatiblen Abhandlungen zu den Subjektkonstitutionstheorien Nietzsches, Hegels, Adornos, des späten Foucault, Laplanches, Cavareros, Lévinas? ? refrainartig darauf zurück, ?dass wir von Anfang an in einer Art von Beziehungshaftigkeit verstrickt sind, die sich nicht voll thematisieren, nicht voll der Reflexion unterwerfen und kognitiv erkennen lässt.? (137). Aha. Wusste ich das nicht schon? Als Theologin habe ich es natürlich leichter: ich nenne einfach alles, was ich nicht kapiere, ?Gott?, entscheide mich dann dafür, meinen frommen VorfahrInnen zu vertrauen, die mir versichern, Gott sei gut (z.B. Lk 18,19), und lebe fröhlich los, ohne mich um die moderne, tatsächlich leicht in Gewalt kippende Neurose, vor dem Handeln erst alles, vor allem aber sich selbst, lückenlos durchschaut haben zu müssen, weiter zu kümmern. Judith Butler aber ist keine Theologin, und deshalb hat sie es schwer. Bis zum Schluss verrät sie mir nicht, wie denn nun die Moraltheorie oder ?der Sinn der Verantwortung?(113) auf der Grundlage solch prinzipieller ?Undurchsichtigkeit? (116) ? ... neu zu denken ist?(113). Dabei hat sie so viel gelesen. Erstaunt hat mich, dass sie recht unkritisch mit Subjekttheorien umgeht, die das ganze Leben zum Trauma machen (Nietzsche, Laplanche), hingegen Arendts Ansatz der Geburtlichkeit nur ganz am Rande, vermittelt über Cavarero, thematisiert. Ist Butler, wie den meisten ihrer philosophischen Kollegen bis heute, etwa peinlich, dass Menschen nicht nur aus Diskursen, sondern aus Menschen kommen? Angesichts dieser unabschaffbaren Tatsache wirkt der Satz, mit dem Butler mich auf der viertletzten Seite ihrer Abhandlung überrascht, wo ich eigentlich erwartet hätte, dass endlich des Rätsels Lösung anhebt, geradezu grotesk weltfremd: ?Nicht jede Bedingung, unter der das Subjekt steht, kann revidiert werden, da nicht alle Bedingungen der Subjektbildung eingeholt und erkannt werden können, obwohl sie auf rätselhafte Weise in unseren ureigenen Impulsen fortleben.?(177). Wie gesagt: Schon Sokrates wusste, dass er nichts wusste. Aber dass wir geboren werden, und dass es dann erstmal eine Weile dauert, bis wir unserer selbst so bewusst werden, dass wir Rechenschaft über uns ablegen können, das wusste er meines Wissens. Schliesslich hat er das Denken von Diotima gelernt. Und auch Judith Butler wird noch drauf kommen. In diesem Sinne lässt ihr neues Buch hoffen.
"Ausgesetzt an den Anderen" 5 von 5 Punkten Die in Berkeley lehrende Philosophin Judith Butler ist seit ihrem ersten Hauptwerk Gender Trouble (deutsch: Das Unbehagen der Geschlechter 1991) hierzulande vor allem als Vertreterin eines radikalen Feminismus bekannt. Ihre Behauptung, dass der weibliche Körper keine vordiskursive objektive Tatsache ist, sondern „Effekt des kulturellen Konstruktionsapparates" hat bisher mehr Unverständnis und Ablehnung als Begeisterung ausgelöst. Spätestens mit ihren jüngsten Adorno-Vorlesungen zur Kritik der ethischen Gewalt im November 2002 am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main dürfte jedoch klar geworden sein, dass es Butler über die Gender Studies hinaus um den umfassenden Entwurf einer Theorie der Anerkennung geht. In Anleh-nung an Adornos Probleme der Moralphilosophie (1997) versucht sie sich einer Dimension des ethischen Lebens zu nähern, die sich nicht auf reine Vorschriften reduzieren lässt und die das „Ich" mit seinen Fragen: „Was soll ich tun?" und „Wer bist du?" unter der Voraussetzung gesellschaftskritischer Überlegungen untersucht. Die gesellschaftliche Macht, so Butler, nötigt den Einzelnen zwar, nach Anerkennung seiner eigenen Existenz in nichtgewählten Kategorien, Begriffen und Namen zu trachten, doch Macht sei immer auch die Bedingung für die Möglichkeit des Subjekts, sich reflexiv, d.h. auf sich selbst, auf die eigene Lebenserhaltung gerichtet, gegen die Normen zu wenden, die eine Selbstanerkenntnis verhindern. Früh schon hat sie darauf hingewiesen, dass die normative Zuschreibung nie vollends ist, dass die menschlichen Körper sich nie völlig den Normen fügen, mit denen ihre Materialisierung erzwungen wird und dass das Individuum über Möglichkeiten verfügt, solchen Zwängen Widerstand entgegen zu bringen. Den „Anruf der Anerkennung" definiert sie einerseits als performativen Akt innerhalb eines Geflechtes von „diskursiven Gesten der Macht", auf der anderen Seite sucht sie nach einem erweiterungsfähigen Vokabular der Anerkennung jenseits identifizierender Zuschreibungen, das die partizipatorische Basis des demokratischen Lebens verbreitern soll. Mit ihrem neuen Buch verändert Butler ihr bisheriges Theoriedesign erheblich. Der späte Foucault wird entdeckt, um die Subjektbildung nunmehr als eine Art „Poiesis" zu begreifen. Das eigentlich Neue ist aber nicht so sehr, dass sie Foucaults Theorie der Subjektformierung in ihre Analysen einbezieht, sondern dass sie mit Hegel und Lévinas zugleich über die Grenzen seiner Ethik hinausgeht. Foucault frage zwar was ich sein kann angesichts des Wahrheitsregimes, das mich in meinem Sein festlegt, aber er stelle nicht die Frage: „Wer bist du?" und verfolge auch nicht den Weg, auf dem sich aus dieser Frage eine kritische Perspektive auf Normen ableiten ließe. Butler öffnet sich dem Gedanken, dass es ein ursprüngliches Ausgesetztsein vor dem Anderen gibt, dem wir uns nicht verschließen können und das uns zur Verantwortung nötigt. Butler geht nach wie vor davon aus, dass Wahrheitsregime die Bedingungen bieten, unter denen die Selbstanerkennung möglich ist. Sie entscheiden zwar darüber, welche Form die Anerkennung annehmen kann, aber sie legen diese Form nicht vollständig fest. Anerkennung kann also nicht ohne Bezug auf diesen Rahmen stattfinden, doch die Normen der Anerkennung können in diesem Bezug in Frage gestellt und verändert werden. Das ethische Subjekt der Anerkennung bleibt so gesehen für sich bis zu einem gewissen Grad undurchschaubar und in einer Erklärungsnot, wenn es sagen soll, warum es so und nicht anders gehandelt hat. Es kann sich auch nicht für seine Selbstidentität in der Zeit verbürgen. Die ethische Gewalt wird für Butler dort sichtbar, wo ethische Systeme oder Moralcodes von einer Selbsttransparenz des Subjekts ausgehen und ihm die Verantwortung für eine uneingeschränkte Selbsterkenntnis zuschreiben. Im Zentrum der Überlegungen Butlers steht die Konzeption einer „nach-hegelianischen Darstellung der Anerkennung, die nach einer sozialen Basis für die Rechenschaft von sich selbst sucht." Die Frage lautet nun: Wo und wer ist dieser Andere, von dessen Bezugsrahmen, von dessen normativem Rahmen der Vergabe von Anerkennung ich so grundlegend abhänge? Für Hegel führt der Weg zur Selbsterkenntnis über eine Vermittlung, die sich außerhalb des Selbst in einer Konvention oder Norm vollzieht. Anerkennung existiert für ihn jedoch nicht als reine Gabe, son-dern aus einem wechselseitigen Erkennen im Anderen. Für Lévinas dagegen gibt es eine Begegnung mit Alterität, die sich nicht im Gestus der Aneignung auf Selbigkeit reduzieren lässt. Auch verfällt das „Ich" in seinem Ausgesetztsein gegenüber dem Andern nicht dem Allgemeinen, sondern bildet eine unvertretbare singuläre Differenz, die jeder Stellvertretung und damit Delegation von Verantwortung Grenzen setzt. Nach Butler haben alle bisherigen Anerkennungstheorien mehr über die Beziehung des Subjekts zur Moral nachgedacht und weniger darüber, inwieweit die Moral qua institutionalisierter Normen bei der Hervorbringung des Subjekts verantwortlich ist. Sie setzen voraus, dass Anerkennung bereits unversehrte Identität garantiere und Schutz vor deren Verletzung ermögliche. Erst die Macht sozialer Normen erzeuge jedoch die Bedingungen für Identität und soziale Anerkennung. Die Verhältnisse unter denen wir für uns soziale Anerkennung erlangen und soziale Existenz gewinnen, seien zugleich auch die Verhältnisse, die uns reglementieren. Nur eine Theorie der Anerkennung, die diese Grenzen der Selbsterkenntnis akzeptiert, könne im Dienste einer Konzeption der Verantwortung stehen. Die Einwände der hier gemeinten aber namentlich nicht genannten Anerkennungstheoretiker Nancy Fraser, Charles Taylor oder Axel Honneth werden vielleicht lauten, dass sich mit Judith Butlers Begriff einer machtdurchtränkten Anerkennung keine Freiheit in der freiwilligen Bindung an allgemein verfasste Prinzipien des Rechts und der Solidarität mehr denken lässt. |
Ästhetische Praxis in der Sozialen Arbeit: Warnehmung, Gestaltung und Kommunikation
Broschiert, Oktober 2004 Verkaufsrang: 123624 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ästhetische Praxis in der Sozialen Arbeit kann eine Videoproduktion von Jugendlichen über ihre Lebenssituation im Stadtteil, Theaterarbeit in der Sozialpsychiatrie oder ein Kunstprojekt in einem Altersheim sein. Ästhetische Erfahrungsebenen ergänzen aber auch kognitive Zugänge zur Problembearbeitung in psychosozialen Gesprächsgruppen oder sind Teil des professionellen Repertoires in der Bildungsarbeit. In unterschiedlichsten Arbeitsfeldern hat ästhetische Praxis das Ziel, Differenzerfahrungen zum Alltag, zum Selbstverständlichen zu ermöglichen. Dabei geht es sowohl um die Überprüfung gewohnter Wahrnehmungs- und Deutungsmuster als auch um die Erweiterung von sprachlichen Ausdrucksebenen in Gestaltungsprozessen und -produkten. Gestaltungen sind aber auch die vielschichtig anregende Grundlage für Bewusstseinserweiterung in intersubjektiven Kommunikationsprozessen. Die AutorInnen zeigen die spezifische Bedeutung von Bildender Kunst, Literatur und Schreiben, Musik, Neuen Medien, Spiel, Tan z und Theater auf. Darüber hinaus wird ästhetische Praxis als Antwort auf die gesellschaftlich geprägten Formen der Ästhetisierung und Mediatisierung thematisiert. Das Buch ist als Grundlagentext für die Ausbildung und als Hilfsmittel zur Praxisreflexion für Fachkräfte der Sozialen Arbeit konzipiert. Mit Beiträgen von Birgit Dorner, Lisa Ehm, Thomas Grosse, Burkhard Hill, Jutta Jäger, Ralf Kuckhermann, Alfons Limbrunner, Frank Matzke, Birgit Mayer, Peter Scheiner.
|
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Hans-Georg Gadamer Broschiert, Januar 1977 Verkaufsrang: 54110 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
| Wirtschaft und Ethik
Taschenbuch, April 1992 Verkaufsrang: 80841 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
|
Phänomenologie der Lebenswelt: Ausgewählte Texte, 2 Edmund Husserl Taschenbuch, Januar 1986 Verkaufsrang: 118268 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
| |
|

|