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Seite 17

Augustin: Einführung in sein Denken - Kurt FlaschAugustin: Einführung in sein Denken
Kurt Flasch

Broschiert, Oktober 2003
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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Augustin in philosophiegeschichtlicher Sicht      5 von 5 Punkten
Kurt Flasch untersucht textorientiert das Denken Augustins und dessen Wandel im Laufe seines Lebens. Er möchte weder eine neuscholastische, noch eine existenzphilosophische, weder eine marxistische, noch eine strukturalistische Analyse bieten. In seiner Untersuchung erscheint Augustins Werk nicht als monolithisches System, sondern in seiner sich wandelnden Entwicklung, die nachfolgenden Denkern oft ganz divergierende Ausgangspunkte ermöglichte. Eine traditionelle "Heiligenbiographie" wird ausdrücklich nicht geboten, sondern eine wissenschaftlich-philosophische Analyse, der es um die Wahrheit geht. Dabei wird Augustin als herausragender Theologe in einer Zeit des Umbruchs und kulturellen Verfalls hinreichend gewürdigt, aber auch sachlich in seinem Wirken und Werken kritisiert. Dabei kommt etwa seine in der Auseinandersetzung mit Pelagius entstandene spätere Gnadenlehre gar nicht gut weg. In einem abschließenden Kapitel behandelt dann der Autor noch den "Zwiespalt Augustins", in dem er noch einmal kurz die divergierenden Elemente und Strömungen in Augustins Denken aufweist.
Mir persönlich hat dieses nüchtern geschriebene Buch sehr gut gefallen und es hat mein Interesse geweckt, mich einmal direkt mit Augustins Werken zu befassen (der Autor gibt in der Einleitung Empfehlungen für weiteres Studium direkt aus den Quellen). Das Buch ist verständlich und gut lesbar geschrieben, allerdings auf hohem (wissenschaftlichen) Niveau.


Geschichte der Moralphilosophie: Hume, Leibniz, Kant, Hegel - John RawlsGeschichte der Moralphilosophie: Hume, Leibniz, Kant, Hegel
John Rawls

Taschenbuch, September 2004
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John Rawls ist fraglos der bedeutendste amerikanische Philosoph im Bereich der politischen Philosophie und der Moralphilosophie. Seine Geschichte der Moralphilosophie, die als Manuskript lange unter der Hand zirkulierte und einen fast mythischen Ruf hatte, vereinigt seine Vorlesungen an der Harvard University, durch deren Schule eine ganze Generation amerikanischer wie kontinentaler Philosophen gegangen ist. Rawls verbindet darin eine Relektüre der Klassiker der Moralphilosophie mit einer Neubestimmung der Moralphilosophie als solcher. In subtilen Interpretationen kanonischer Texte von Hume, Leibniz, Kant und Hegel profilieren sich sowohl eine Geschichte der Moralphilosophie als auch eine Perspektive auf aktuelle Fragen und Probleme.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Großer Denker über vier große Denker!      5 von 5 Punkten
Der Tod von John Rawls im Jahre 2002 hinterließ in der Wissenschaftsdisziplin Moralphilosoph einen äußerst tiefen Einschnitt, galt er doch als deren herausragender Vertreter der Gegenwart. In der "Geschichte der Moralphilosophie" finden wir eine zusammenfassende Übersicht von Beiträgen und Vorlesungen, welche der Autor in den 60er bis 90er Jahren an der Harvard Universität erarbeitete. Der Veröffentlichung dieses gewichtigen Teils seines Schaffens ging der Wunsch seiner Studenten voraus, denen der heutige Leser zu größtem Dank verpflichtet ist. Denn Rawls, als stets kundenorientiert eingestellter Dozent bekannt, kam dieser Bitte letztlich sehr wohlwollend nach. Das Buch orientiert sich im Stil stark an der mündlichen Rede einer Vorlesung, was seinen Verständnisgrad -besonders für interessierte Nicht-Experten- deutlich erhöht. Es besticht durch eine eingängige Gliederung und unterteilt sich in vier Abschnitte, die den großen Denkern Hume, Leibniz, Hegel, und Kant gewidmet sind. Es geht hierbei weniger um ein Kompendium der neuzeitlichen Moralphilosophie, sondern darum, die wichtigsten Grundthesen eingehend und leicht nachvollziehbar darzulegen, um den Leser zum eigenständigen Nachdenken und weiterführenden Studium entsprechender Literatur anzuleiten. Rawls gesteht den betrachteten Persönlichkeiten eine, auch für ihn, unerreichbare Kraft und wissenschaftliche Leistung zu. Sollte es dem Leser gelingen, sich in die Denkmuster dieser Künstler bzw. Komponisten der Philosophie auch nur annähernd hineinversetzen zu können, wäre Großes gelungen. Unabdingbar ist es dafür, den Denkern Respekt und Ehrgefühl entgegenzubringen.

Rawls zeichnet stets die Verbindung von Moralphilosophie und politischer Philosophie. Das Gefühl der Gerechtigkeit, welches jedem Individuum innewohnt, reicht allein nicht aus. Es muss durch eine allgemein anerkannte und manifestierte Ethik bzw. Regelbindung zementiert werden. Jeder rationale Mitbürger wird vor dem so genannten "Schleier des Nichtwissens" (also der Unvorhersehbarkeit zukünftiger Konsequenzen aus gesellschaftlichen Veränderungen) einer solchen Verfassung zustimmen, auch wenn sie ihm zunächst Nachteile bringen mag. Orientierung findet Rawls hinsichtlich des Gerechtigkeitsproblems in Kants Kategorischem Imperativ als Brücke von Ethik hin zur Politik. Pragmatisch wird der Bogen von individuellen Freiheitsrechten hin zur kollektivem Regelbindungsverpflichtung geschlagen. Diese schränkt das Individuum einerseits im Handeln ein, ermöglicht ein freiheitliches Handeln im akzeptablen Rahmen aber andererseits überhaupt erst. Ohne Zwang auf die Gruppe ist die Freiheit des einzelnen nicht möglich. Was wie ein Widerspruch erscheint, wird durch Rawls Argumentationskette rasch nachvollziehbar. Erst so ist eine kollektive Gerechtigkeit dauerhaft zu verfestigen, die der einzelne als "fair" akzeptieren wird. Die großen Denker vergangener Jahrhunderte liefern Rawls eine Vielzahl von Basisargumenten, aus denen er eine gerechte Gesellschaftsordnung herausschälen kann. Die Grundtypen der Analyse sind hierbei:

der Utilitarismus (Hume)
der Perfektionismus (Leibniz)
der Intuitionismus (Hegel)
der Konstruktivismus (Kants)

Dass Rawls den Ansichten Kants besonders nahe steht, räumt der Autor offen ein. Kant verbindet das moralische Denken viel intensiver mit dem Begriff der Individualität als alle anderen Philosophen zuvor. Dies erklärt auch zu einem guten Teil seine erneut auflebende Popularität; verträgt sich seine Sichtweise doch besonders gut mit dem Gesellschaftsbild des 20. und 21. Jahrhunderts, in dem gerade die Wirtschaftstheorie die Wichtigkeit eines nutzenorientierten homo oeconomicus propagiert.

Spannend ist das Buch eben auch dadurch, dass es heute jedermann zur Verfügung steht. Erschienen ist die "Geschichte der Moralphilosophie" im Suhrkamp Verlag, der das Werk in gewohnt hoher Qualität auf den Markt brachte. Gleiches gilt selbstredend für das gesamte Hauptwerk von Rawls, welches bei Suhrkamp in exzellenter Übersetzung vorliegt. Bislang kamen lediglich Studenten der amerikanischen Eliteuniversität in den Genuss der Vorlesungstexte. Für die Erschließung "der neuzeitlichen Tradition des europäischen Moraldenkens vor dem Hintergrund der liberalen amerikanischen Tradition" gebührt dem Suhrkamp-Verlag Dank und Anerkennung. Breite deutsche Studentenkreise, auch von Nicht-Elite-Universitäten (sollte es sie denn hierzulande je geben) werden das Buch mit nachhaltigem Gewinn lesen. Gerade in einer Gesellschaft, in der wirtschaftlicher Erfolg und moralisches Handeln oft diametrale Gegensätze zu bilden scheinen, leistet Rawls einen Beitrag zur Versöhnung und zeigt uns ein perspektivreiches Gesellschaftsbild auf, welches individuelle Freiheit absichert, moralisches Handeln ermöglicht, ja sogar ökonomisch zwingend erforderlich macht und gleichzeitig eine stabile Gesellschaftsordnung manifestiert. Das Werk entlässt den Leser mit großer Hoffnung und die ist derzeit leider oft viel zu wenig erfahrbar. Es ist damit weit mehr als nur eine Weiterführung von Rawls berühmtem Hauptwerk "Eine Theorie der Gerechtigkeit".



Pragmatik: Eine Einführung - Jörg MeibauerPragmatik: Eine Einführung
Jörg Meibauer

Taschenbuch, April 2001
     Verkaufsrang: 65123      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 15,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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In den neun Kapiteln dieses Bandes werden einerseits die klassischen Kerngebiete der Pragmatik dargestellt und diskutiert (Deixis, Implikatur, Präsupposition, Sprechakt und Konversationsstruktur). Andererseits werden Gebiete wie Satztypen und Satzmodus, Indirektheit, Informationsstruktur sowie Spracherwerb und Pragmatik behandelt, welche der Erweiterung des pragmatischen Spektrums Rechnung tragen. Zwei weitere Kapitel reflektieren den Standort der Pragmatik innerhalb der Linguistik im Verhältnis zu Grammatik und Kognition.In dieser Einführung werden einschlägige Grundbegriffe und theoretische Fragestellungen anschaulich und klar erläutert, sprachliche Daten exemplarisch analysiert und mögliche Weiterentwicklungen der Pragmatik skizziert (ergänzt durch gezielte Literaturhinweise, Übungen, Glossar fürs Selbststudium).

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

DAS Pragmatik-Standardwerk für Studienanfänger!      5 von 5 Punkten
Jörg Meibauers "Pragmatik. Eine Einführung" ist ein hervorragender Überblick über ebendieses linguistische Teilgebiet und sowohl für Studienanfänger als auch für interessierte Laien bestens geeignet.

Zwischen einer Einleitung, welche den Gegenstandsbereich der Pragmatik erläutert, die Pragmatik zur Semantik und zur Grammatik i.A. abgrenzt und einen Überblick über den Aufbau des Buches verschafft, und einem knappen, aber mit Hinweisen auf weitere Einführungen gespickten Schlussteil stecken neun Kapitel zu den wichtigsten Teildisziplinen der Pragmatik: Deixis und Referenz, Implikatur, Präsupposition, Satztyp und Satzmodus, Sprechakt, Indirektheit, Konversationsstruktur und Informationsstruktur. Außerdem fügt Meibauer zwei "Intermezzi" zu "Grammatik und Pragmatik" sowie "Pragmatik und Kognition" ein.

Die Einführung zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass sie ausgesprochen gut lesbar und verständlich ist, sondern auch durch die der Selbstüberprüfung sehr dienlichen Übungen sowie die Literaturhinweise am Ende eines jeden Kapitels: Diese reihen nicht nur stupide von ihm zitierte Werke auf, sondern liefern dem Leser und der Leserin vielmehr Ansatzpunkte zur Vertiefung des Stoffes, indem Meibauer Hinweise auf Lesbarkeit oder "Wichtigkeit" der Literaturtipps gibt. Daher greift man im Verlaufe des weiteren Studiums immer wieder gern auf das Buch zurück und gewinnt darüber hinaus Anknüpfungspunkte, um sich mit dem eigenen oder anderen Gebiet näher zu beschäftigen und relevante Forschungsergbnisse zu rezipieren.

Mein Fazit: Wer sich im Rahmen seines Linguistik-/Germanistik-Grundstudiums mit Pragmatik beschäftigen muss oder möchte, dem sei die Einführung Jörg Meibauers wärmstens ans Herz gelegt. Sie ist eine gute Anschaffung, die man im Verlaufe des Studiums immer wieder gern in die Hand nimmt. Aufgrund der verständlichen Schreibweise und der vielen Beispiele ist sie auch für den interessierten Nicht-Linguisten durchaus geeignet.

Einführung in die Pragmatik      4 von 5 Punkten
Jörg Meierbauer:
Pragmatik. Eine Einführung.
2., verb. Aufl., Tübingen: Stauffenburg-Verl. 2001. 208 S.
ISBN 3-86057-284-9. EUR 15,50.

Jörg Meibauer wird 1953 in Köln geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft promoviert er in germanistischer Linguistik und nimmt im Jahre 1998 den Ruf auf die Professur für Sprachwissenschaft des Deutschen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz an. Sein Fachgebiet erstreckt sich von Grammatik und Pragmatik, über Wortbildung, bis zu Spracherwerb und Sprachwandel.
In den 13 Kapiteln dieses Bandes behandelt Meibauer einerseits die klassischen Kerngebiete der Pragmatik dargestellt und diskutiert, nämlich Deixis und Referenz, Implikatur, Präsupposition, Sprechakt und Konversationsstruktur, andererseits Gebiete wie Satztyp und Satzmodus, Indirektheit, Informationsstruktur sowie Spracherwerb und Pragmatik, welche der Erweiterung des pragmatischen Spektrums Rechnung tragen. Zwei weitere Kapitel, und zwar zum Verhältnis von Grammatik und Pragmatik und zum Verhältnis von Grammatik und Kognition, reflektieren den Standort der Pragmatik innerhalb der Linguistik.
In dieser Einführung erläutert Verf. systematisch einschlägige Grundbegriffe und theoretische Fragestellungen anschaulich, analysiert sprachliche Daten exemplarisch und skizziert mögliche Weiterentwicklungen der Pragmatik.
Am Anfang jedes Kapitels macht Verf. durch eine evidente Definition bedeutende Fachtermini klar. So widmet er sich in Kapitel 2 dem Thema Deixis und Referenz, indem er die Begriffe genau erläutert und zeigt, dass diese pragmatischen Prinzipien unterliegen. Neu eingeführte Termini wiederholt er in Folgesätzen kontinuierlich, wodurch er einen effektiveren Lernprozess ermöglicht.
In den Unterkapiteln, geht Verf. vertiefend auf die Materie ein, wie in Kapitel 8, Indirektheit, in dem er zunächst in 8.1 die Theorie der indirekten Sprechakte bespricht und sich in 8.5 dem Gebiet der Höflichkeit widmet.
Im Anschluss an jedes Kapitel dienen gezielte Übungen und Literaturhinweise dem Selbststudium. Die Länge der einzelnen Kapitel hält Verf. im Rahmen von 12-14 Seiten, die er in 5-7 Unterkapitel teilt.
Ein Sachregister sowie das Glossar verdeutlichen den Inhalt von zentralen Begriffen.
„Ich habe mich bemüht“, sagt Verf., „das Buch so verständlich zu schreiben, dass es für Studierende etwa im 3. Semester geeignet ist.“ Die Rezensentin, die sich gerade im dritten Semester befindet, hält diese Bemühung für gelungen, denn das Werk ist für den Anfänger hinreichend elementar und für den Fortgeschrittenen hinreichend interessant. Anhand gut gewählter und einleuchtend erklärter Beispiele sowie in verständlicher und präziser Diktion führt Verf. gründlich in zentrale sprachpragmatische Gegenstandsbereiche und Fragestellungen ein und vertieft pragmatische Grundkenntnisse.
Insgesamt vermittelt Verf. einen guten Überblick über die Grundprinzipien der Pragmatik und fasst die derzeitigen Forschungskenntnisse geschickt zusammen. Er stellt die elementaren Bereiche und Probleme der Pragmatik gekonnt und einleuchtend in einem gut lesbaren Stil dar. Die Rezensentin hat durch die Lektüre dieses klar strukturierten Werkes eine essentielle Prüfung bestanden und kann dieses Werk als Arbeitsmaterial für das Selbststudium und als Begeleitwerk für die Lehre empfehlen.



Sprachen der Kunst: Entwurf einer Symboltheorie - Nelson GoodmanSprachen der Kunst: Entwurf einer Symboltheorie
Nelson Goodman

Taschenbuch, Mai 1997
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'Sprachen der Kunst' hat auf dem Gebiet der Kunsttheorie eine revolutionäre Wirkung entfaltet. In diesem inzwischen als Klassiker geltenden Werk untersucht Goodman unter anderem die Konventionalität der Perspektive; er formuliert eine Theorie der Metapher und ermöglicht vor dem Hintergrund seiner Theorie der Notation die Festlegung eines strengen Werkbegriffs. Das Neue in seiner Kunstphilosophie besteht jedoch in der Erkenntnis der bedeutenden Rolle der Exemplifikation; sie ist eine der wichtigsten Weisen, in denen Kunstwerke funktionieren. Das Verfahren der Exemplifikation ist nicht nur von entscheidender Bedeutung etwa für das Verständnis abstrakter Kunst, es hat inzwischen auch scheinbar 'entlegene' Disziplinen wie die Anthropologie erreicht, wo es zusammen mit der Denotation zur Beschreibung und Klassifikation rituellen Verhaltens erprobt wird.



Königs Erläuterungen und Materialien, Bd.61, Der Fremde - Albert CamusKönigs Erläuterungen und Materialien, Bd.61, Der Fremde
Albert Camus

Taschenbuch, Dezember 2006
     Verkaufsrang: 216971      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Sie brauchen für Ihre Schullektüre sofort eine ausführliche Inhaltsangabe, ohne womöglich Zeit gehabt zu haben, das entsprechende Werk zu lesen? Sie müssen sich noch ganz schnell über den Aufbau eines Werkes informieren? Bei Königs Erläuterungen bekommen Sie klare und universelle Informationen!
159 Bände umfasst die Reihe Königs Erläuterungen und Materialien, von antiken über klassische bis hin zu zeitgenössischen modernen Werken, allesamt wichtige Schullektüren und Schlüsselwerke. Königs Erläuterungen bieten Band für Band verlässliche Lernhilfen für Schüler und weiterführende Informationsquellen für Lehrer und andere Interessierte, sie sind verständlich und prägnant geschrieben. Mit Königs Erläuterungen und Materialien bieten wir von Allende bis Zweig die umfangreichste Sammlung von Interpretationen in deutscher Sprache.
Was steckt in diesem Heft?
Autor: Leben und Werk. Text: Entstehungshintergrund, Quellen, Inhaltsangabe, Personengefüge, Aufbau/Struktur, Erläuterungen, Aspekte zur D iskussion
Stimmen der Kritik
Literaturauswahl


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Zuverlässige Lektürehilfe!      5 von 5 Punkten
Die Königs Erläuterungen sind zuverlässige Hilfen, wenn es um Lektüren im Schulunterricht geht: sie liefern schnell und präzise die wichtigsten Hintergrundinformationen zu klassischen Werken der Literatur. Sie sind besonders für Schüler zu empfehlen, da die behandelten Fragestellungen im Deutschunterricht ähnlich gestellt werden. Aber auch anderen Lesern dienen sie als wunderbaren Einstieg in und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Klassikern!
Durch eine knappe Einführung in die Biografie, das Werk des Autors und den zeitgeschichtlichen Hintergrund wird die Einordnung des erläuterten Buches ins Gesamtwerk und in die Geschichte erleichtert. Die Quellen, der Inhalt und der Aufbau des Werkes werden ausführlich beschrieben. Die Inhaltsangabe enthält auch eine Tabelle mit den zahlreichen Nebenfiguren, wodurch man mit einem Blick eine Übersicht erhält. Zusätzlich zu den sachliche und sprachliche Erläuterungen und der Analyse von Stil und Sprache wird die Rezeptionsgeschichte erläutert. Neben den verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten werden zahlreiche Aufgaben und Fragestellungen mit Lösungstipps und eine Reihe von Materialien aufgeführt. Da alle Königs Erläuterungen ähnlich aufgebaut sind, findet man sich schnell zurecht und erhält bei Hausaufgaben sofort die benötigten Infos. Die Königs Erläuterungen sind problemlos zu lesen und erheben gleichzeitig wissenschaftlichen Anspruch! Meiner Meinung nach eine unerlässliche und zuverlässige Lektürehilfe!


Aristoteles. Die Nikomachische Ethik - Aristoteles. Die Nikomachische Ethik

Broschiert, Juni 2006
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Niklas Luhmann hat sich einmal mit der ihm eigenen Ironie über die regelmäßig am Ende eines Jahrhunderts auftretenden Ethikwellen mokiert. Auch am Übergang ins 21. Jahrhundert rollt wieder eine Ethikwelle über die philosophische Szene. Man mag darüber spotten. Offensichtlich besteht aber eine Erwartungshaltung der Philosophie gegenüber, Orientierungshilfe bei der Bewältigung grundlegender ethischer Fragen zu bieten.

Das mutmaßlich nach dem Sohn des Aristoteles, Nikomachos, dem Herausgeber dieser Ethikvorlesung, benannte Werk bietet in diesem Zusammenhang einen Ansatz, der bis heute nicht an Attraktivität eingebüßt hat. Aristoteles formuliert keinen Normenkatalog, sondern beschreibt, ausgehend vom menschlichen Streben nach dem Guten, verschiedene Lebensweisen, die es erlauben, dieses Ziel, nämlich das höchste Gut zu erreichen. Dieses liegt nach Aristoteles im tugendhaften Leben. So entwirft auch die Aristotelische Ethik letztlich erstrebenswerte Idealvorstellungen. Ihre Verbindlichkeit ergibt sich aus der Angemessenheit der Tugenden an das Wesen des Menschen. Dem Menschen ist es nämlich gemäß, im Normalfall seines Verhaltens stets die Mitte zu halten zwischen den Extremen. Ferner ist es ihm gemäß, sich in seinen Handlungen von Verstand und Einsicht und nicht von Emotionen leiten zu lassen.

Die Aristotelische Methode, den alltäglichen Umgang mit ethischen Grundbegriffen zu reflektieren und dabei ihrer Vielfalt Rechnung zu tragen, bildet, wie die Debatte um den Kommunitarismus gezeigt hat, weiterhin eine theoretische Alternative zu Versuchen, im Anschluss an Kant ein universal gültiges, formales Moralprinzip auszuweisen und zu begründen. --Jens Kertscher

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Unternehmens Ziele erreicht man durch gute Handlungen.      5 von 5 Punkten
Unternehmensziele sind nur durch gut durchdachte Handlungen erreichbar. Die Disziplin der Betriebwirtschaftslehre gibt wenig Anregungen, was eine Handlúng zu einer solchen macht und was gute Handlungen von schlechten Handlungen unterscheidet. Nikomachische Ethik (Nikomachus hiess der Vater von Aristoteles)beschreibt vermutlich auch den Einfluss des Vaters auf Aristoteles über das, was er tun sollte um seine Ziele zu erreichen. Egal, wie abstarkt Aristoteles auch den Zusammenhang zwischen Absicht (Intention), der Kraft einer Aktion diese Absicht zu erreichen (Intentionalität und Teleologie) und dem tatsächlichen Realitätseintritt beschreibt, als Manager kommunizieren müssen Aktionen designen, kommunizieren und durch andere exekutieren lassen - und hier finden Sie das Basiswissen über die Zusammenhänge. Auch die Frage: "Was sind richtige Ziele" wird mit guten Anregungen durch Aristoteles versehen. Vermutlich wird Sie der Text sprachlich etwas anstrengen, aber dies erhöht das Verständnis durch hohe Konzentration und wiederholtes Lesen eher als es dies verhindert.
Anspruchsvoll, wertvoll, auch unter dem Kofkissen vor dem Einschlafen gut plaziert.



Baruch de Spinoza - Wolfgang BartuschatBaruch de Spinoza
Wolfgang Bartuschat

Broschiert, September 2006
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Baruch de Spinoza (1632-1677) hat ein philosophisches System entworfen, das wie kein anderes einem absoluten Rationalismus verpflichtet ist. Es ist sein Ziel, über eine vollständige Begründung von Weltzusammenhängen dem Menschen zu einer vernünftigen Weltorientierung zu verhelfen. Das gelingende menschliche Leben hängt demnach von klarer und deutlicher Erkenntnis ab. Spinoza hat deshalb sein Hauptwerk, das sein philosophisches System enthält, unter den Titel "Ethik" gestellt. Dieses zentrale Werk steht im Mittelpunkt von Wolfgang Bartuschats Darstellung, doch werden auch die übrigen Werke Spinozas dem Leser vorgestellt. Eine Leitfrage ist dabei, in welcher Weise für Spinoza theoretische Begründungen eine zugleich praktische Bedeutsamkeit haben. "Ich erhebe nicht den Anspruch, daß ich die beste Philosophie gefunden habe, sondern ich weiß, daß ich die wahre begreife. Wenn Sie aber fragen, woher ich das weiß, werde ich antworten: geradeso wie Sie wissen, daß die drei Winkel eines Dreiecks gleich zwei rechten sind. ... Denn das Wahre ist der Probierstein seiner selbst und des Falschen." Baruch de Spinoza.

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Gegen die Windmühlenflügel parteilicher Religiosität ...      5 von 5 Punkten
Spinoza hat wie ein niederländischer Voltaire mit seinem Schreiben für die Einführung der Neuzeit gekämpft - in einem noch stärkstens von Religionen und diktatorischen Gemütern beherrschten Land.
Amsterdam war zu Lebzeiten Spinozas zwar wohl die lebendigste, freieste und vielleicht erste wirklich multikulturelle Großstadt Europas - die wahrhaftige Mutter Nieuw Amsterdams / New Yorks. So frei allerdings, dass man ungestraft philosophieren konnte, wohin einen der Gedanke nur trieb - so frei war Amsterdam damals noch nicht.
Viele der notgedrungen heimlichen Unterstützer Spinozas (Verleger, Buchhändler, Schreibende) landeten im Gefängnis oder in der Verbannung. Am krassesten erging es den Brüdern Johan und Cornelis de Witt, die am stabilsten für Spinozas materielle und juristische Unterstützung gesorgt hatten: Ein aufgebrachter Pöbel aus Monarchisten und Calvinisten holte sie aus dem Gefängnis und vollzog ein Lynch-Gericht im damaligen Stil: Man zerfleischte die Körper und hielt voller Triumph ein herausgerissenes Herz in die Höhe. Eine basisdemokratische Abart aztekischer Sitten. Die Aristokratie sah in Kutschen sitzend genüsslich zu. Nur mit Mühe konnte Spinoza von seinen Betreuern davon abge-halten werden, anderntags am Tatort ein Schreiben aufzuhängen mit der Überschrift "Ultimi barbarorum" (allerletzte Barbaren, ihr!).
Spinozas Familie, jüdisch, war der Zwangskatholisierung in Spanien entflohen - Richtung Stadtstaat Amsterdam. Spinozas erste Denkergebnisse, welche die Bibel als historische Schriftensammlung verschiedener Menschen ansah (also keineswegs als von Gott verfasst), - sie brachten ihm den unerbittlichen Bannspruch seiner eigenen jüdischen Gemeinde ein:
"Nach dem Urteil der Engel und der Aussage der Heiligen verbannen, verfluchen, verwünschen und verdammen wir Baruch de Spinoza. Hütet euch: dass niemand mündlich noch schriftlich mit ihm verkehre, niemand ihm die geringste Gunst erweise, niemand eine von ihm gemachte oder geschriebene Schrift lese..."
Wie eine frühe Vorstufe der Amsterdamerin Anne Frank versteckte sich Spinoza fortan zumeist in kleinen Grabkammern von Zimmern, verlor den Reichtum seines Familiengeschäftes, wurde von Freunden heimlich unterstützt, verdiente sich sein Zubrot durch Schleifen optischer Gläser [frühe Todesursache: Glas-Staub in der Lunge] - und schrieb beharrlich und lästig weiter, von der Richtigkeit seines Denkens überzeugt, - allerdings anonym. Wie ein Giordano Bruno in Rom wollte er nicht enden. Spinoza war vom Pantheismus Giordano Brunos fasziniert und definierte, seine Thesen ausbauend, Gott als in aller Natur (und in jedem Menschen) waltende Kraft.
Weder die damaligen Juden noch die Christen waren bereit, solcherlei gedankliche Änderungen in ihr Weltbild aufzunehmen oder dergleichen wenigstens zu tolerieren. Eine Großstadt ist - heute wie damals - gekennzeichnet durch die Ungleichzeitigkeit der auf verschiedenen Entwicklungsstufen stehenden soziologischen Teilstücke. Das aristokratische, bürgerliche, intellektuelle, belesene Lager, welches mit Spinoza sympathisierte, war schon auf einem anderen Entwicklungsstand als die dogmatischen Konfessionsapparate jüdischer oder calvinistischer Prägung.
Da Spinoza sich, von Hobbes inspiriert, auch an die Formulierung demokratischer Staatsideen heranwagte, geriet er unverzüglich auch in Konflikt mit der herrschenden Oranier-Sippschaft. Der ungebildete Pöbel, von Predigern genauso wie von Prinzen zu Marionetten gemacht, war durch die sensiblen Überlegungen Spinozas nicht sehr abbremsbar.
Für Spinozas Beharrlichkeit müssten wir uns, wenn wir es denn könnten, zutiefst bei ihm bedanken. Durch ihn geschult, könnte unser Verstand zügiger die restlichen Wurmfortsätze seines Jahrhunderts auch in unserem gegenwärtigen Zeitalter schneller identifizieren: New York, das legale Kind Amsterdams, wurde am 11. September 2001, scheinbar fern von jedem Religionskrieg, zum Zielpunkt islamistischer Indoktrination, welche genau weiß, wie auch heute noch Marionetten mit ultimativem Barbarismus in Gang zu bringen sind - nur technologisch ist man erheblich besser ausgerüstet als die marodierenden Horden des Mittelalters...
Trotz all seiner Beharrlichkeit ist Spinoza jedoch schon fast in Vergessenheit geraten - über die Grenzen Hollands wurde sein Denkgebäude kaum hinaustransportiert. In islamische Länder scheinbar überhaupt nicht. Wer überhaupt von den westeuropäischen Philosophen? Die Macht der Religionsversprechungen auf ein ruhmvolles Jenseits als Belohnung für Kamikaze-Heroismus hat alle Jahrhunderte allerdings unangekratzt überstanden und - sie expandiert…


Der ästhetische Imperativ. Schriften zur Kunst (FUNDUS, Bd. 166) - Peter SloterdijkDer ästhetische Imperativ. Schriften zur Kunst (FUNDUS, Bd. 166)
Peter Sloterdijk, Peter Weibel

Gebundene Ausgabe, 15. August 2007
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Schriften von Peter Sloterdijk wecken stets höchste Erwartungen, weil die elaborierte Sprache des Autors sowie seine Kunst des Positions- und Perspektivenwechels oft ebenso überraschende wie überzeugende Einsichten und Durchsichten eröffnen. Umso mehr darf der Leser von der hier erstmals vorgelegten Auswahl von Sloterdijks Schriften zur Kunst Außergewöhnliches erwarten. Indem Sloterdijk die ihm eigene Methode der Diskursverfremdung auf die Betrachtung von Kunstwerken und -gattungen ausweitet, erscheinen die neu beschriebenen Objekte unter einem jäh veränderten Licht. Die Grenzen zwischen Philosophie und Literatur, Argumentation und Erzählung werden verflüssigt; auch die Kunstobjekte selbst scheinen in Bewegung zu geraten. Unter Sloterdijks Blick wandeln sich bekannte ästhetische Phänomene zu Quellen von Überraschung. Durch ihre Rekontextualisierung gewinnen sie eine zweite Existenz. Wie unbekannte Wesen treten die Gegenstände seiner theoretischen Prosa vor den Leser; zugleich zeigen sie sich in einer Nähe und Vertrautheit, wie nur ein neuer Blick sie gewähren kann. In seinen Erkundungen berührt Sloterdijk alle klassischen und modernen Gattungen der Künste, von der Architektur bis zur Musik, von der Malerei zum Film, vom Design zur Typographie. Er durchstreift alle Felder des Sichtbaren und Unsichtbaren, des Hörbaren und Unhörbaren die historische Spannweite seiner Beobachtungen reicht von Delphi bis Hollywood. Er reflektiert über die Bedingungen aktueller Kunstproduktion, vom Sponsorenwesen bis zum Museumssystem, von der Entwicklung der Medien bis zu den Metamorphosen ästhetischer Subjektivität. Entscheidend ist aber immer die unnachahmlich überraschende Gangart, dank welcher sich der Autor von den ausgetretenen Pfaden des Kunstkommentars entfernt. Durch die Prismen von Sloterdijks Denken wahrgenommen wird die Kunst als eine heterodoxe Form des Wissens erfahrbar.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Geburtstagsgeschenk eines alten Freundes      5 von 5 Punkten
Alles, was paradox ist, sei ganz normal, sagt der große Niklas Luhmann sinngemäß. Stoße man bei einer persönlichen Beobachtung der WELT oder bei der Beobachtung eines BEOBACHTERS (also: bei einer Beobachtung 2. Grades) auf eine Paradoxie, so sei man vollkommen und gerechtfertigt auf dem richtigen Wege des Verständnisses. In diesem Sinne paradox ist alles, was mit dem Autor Peter Sloterdijk zusammenhängt: Von den 82 Millionen Deutschen kennen ihn persönlich gewiß nur wenige, aber dennoch ist er uns allen so bekannt wie ein Bunter Hund: Wer hat nicht schon mindestens einmal das "Philosophische Quartett" gesehen!; wer hat nicht, sofern er sich überhaupt für Bücher interessiert (solch ein Wesen würde dies hier gar nicht zu Gesicht bekommen), mindestens einmal eines seiner vielen Bücher in der Hand gehabt beim Stöbern in seiner Stammbuchhandlung!; selber habe ich die Reihe seiner Bücher in meinen Regalen eben durchgezählt und bin bis dreißig gekommen; und dennoch wäre es falsch und oberflächlich, zu sagen, er sei so etwas wie ein Vielschreiber, das ist er keineswegs. Für mein Bauchgefühl schreibt er eher selten; jedenfalls muß ich immer viel länger auf ein neues Buch von ihm warten, als mein inneres Wünschen es hartnäckig fordert. Die Zahl der Bücher, auf die ich gerne verzichten würde für jedes Buch, das ich mir von ihm noch wünsche, bevor ich als Leser abtreten muß (viel wird daran nicht mehr fehlen, mit meinen 78 Jahren), diese Zahl ist Legion. Und zu den Paradoxalitäten, die sich mir sofort beim Aufklingen seines Namens aufdrängen, gehört auch, daß man ihm, als gewöhnlicher Leser, nichts zu seinem 60. Geburtstag schenkt oder schenken kann, nein, er selber geht hin und schenkt seinen Lesern etwas: Dieses neue, wunderbar (haptisch) aufgemachte kleine Buch, das so bescheiden daher kommt und dennoch 522 Seiten auf die Waage bringt. Ich sage bewußt "Waage" und meine diesen metaphorischen Vergleich tatsächlich Inhaltsschwer: Diese 22 Essays wird niemand, der sie liest, auf die leichte Schulter nehmen können und dürfen. Sie wiegen wirklich und tatsächlich schwer: Inhaltlich und formal. Dieser Autor hat wieder getan, was eigentlich gar nicht geht: Er hat sich selber wieder übertroffen. Er ist im formulieren nicht nur so gut wie immer: Er ist besser. Er hat nicht nur wieder Themen an Land gezogen, die wenige anpacken, nein, es sind Themen, denen die Meisten gar nicht gewachsen wären. Das sei Lobhudelei, werden Sie, verehrter Leser, jetzt sagen; ich sage dazu nur: Fangen Sie, bitte, an mit Lesen, und Sie werden mir ganz kleinlaut zugeben: Bis hierher sei kein Wort übertrieben gewesen.

Entscheidend, für mich jedenfalls, ist aber die Heuristik dieses Mannes bei seinem Schreiben. Um diesen Satz zu begründen muß ich etwas ausholen: Als ich im Sommer '83 in Wiesbaden an den beiden Schaufenstern der ehrwürdigen Buchhandlung Vaternahm vorbeiging, dachte ich, es trifft mich der Schlag wegen der offensichtlichen Unverschämtheit eines mir vollkommen unbekannten Autors. Hatte der Buchhändler doch mit Hilfe zweier Gummisauger die beiden Suhrkampbände eines Peter Sloterdijk an seine Scheiben gehängt, auf denen der, für meine Begriffe, schier unüberbiertbar unverschämte Titel prangte: "Kritik der zynischen Vernunft". Das Weitere kann ich mir hier ja schenken; Sie kennen es ja auch. So ging das dann Jahr um Jahr: Man kam an den Büchern dieses Mannes intellektuell einfach nicht mehr vorbei. Als er sich dann auch noch outete (auf welcher Seite welchen Buches weiß ich gar nicht mehr), daß er ein Anhänger und ein Gedankenverwerter des (damals) größten lebenden deutschen Soziologen sei, da kannte meine Gier, neues von ihm in die Finger zu bekommen, wirklich keine Grenzen mehr. Ich Rede von den Gedankenwelten Niklas Luhmanns. Dieser Peter Sloterdijk hat wie wenige Wissenschaftler begriffen, was es mit dem gewaltigen Paradigmenwechsel in der Soziologie (und Philosophie) auf sich hat, den der ursprüngliche Jurist, der sich konsequent zum Soziologen gewandelt hatte, nämlich dieser Niklas Luhmann, bewirkt hatte mit seinem Denken, seinem Schreiben und mit dem Erschaffen seiner grundlegend neuen Gesellschaftstheorie. Sieht man nämlich einmal von den unmittelbaren Schülern des Niklas Luhmann ab (die selbstverständlich die Gedanken ihres Meisters vertreten und weiterentwickeln), so tun sich die Vertreter anderer Wissenschaften, als gerade der Soziologie, ziemlich schwer in der Aufnahme und der konsequenten Umsetzung Luhmannscher Denk- und Beobachtungsweisen. Ich möchte hier nur ein Beispiel nennen für das Gegenteil: So wie Dietrich Schwanitz die umstürzenden Gedanken Luhmanns in seine Literaturwissenschaft eingebaut hat und damit und dadurch viel neues zu sehen bekam und seinen Lesern nahebringen konnte, genau so hat Sloterdijk gezeigt, das ein jeder, der wirklich die Moderne neu denken will, es tatsächlich nur kann, wenn er die hochkomplexe Fülle Luhmannschen Denkens und Luhmannscher Begrifflichkeiten anzuwenden und umzusetzen weiß.

Und damit bin ich auf dem Punkt dessen, was ich hier bekräftigen möchte: Sloterdijk ist dieser moderne Denker, der bei aller unübersehbaren Eigenständigkeit klar davon ausgeht: Ohne Luhmann im Hinterkopf läuft bei der Beschreibung unserer Wirklichkeiten gar nichts mehr. Nehmen Sie dies, lieber Leser, als die gewichtige Grundlage meiner Empfehlung an Sie, das neue Buch von Peter Sloterdijk "Der ästhetische Imperativ" zu lesen.
Rudi K. Sander


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Eine Kultur ohne Zentrum: Vier philosophische Essays und ein Vorwort - Richard RortyEine Kultur ohne Zentrum: Vier philosophische Essays und ein Vorwort
Richard Rorty

Taschenbuch, Oktober 1993
     Verkaufsrang: 211414      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 4,10 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Metaphysik der Beziehung zwischen Mensch und Natur      5 von 5 Punkten
Philosophie, Religion, Naturwissenschaft und Kunst in der Versuchung, Zentrum einer Kultur zu werden, dieses ist das Kernthema vier bravouröser philosophischer Essays. Wie die Religion im 17. Jahrhundert beginnend die Vorherrschaft und das Zentrum der Kultur verloren hat, schickte sich die Naturwissenschaft erfolglos im 19. Jahrhundert an, diesen Platz zu übernehmen. Wo nun Klarheit herrscht über den Verlust und das Scheitern bleibt Platz für die offene Kultur ohne Zentrum, oder vielleicht noch für die Kunst, ist sie doch Ort offener Gedankenströme und damit gleich einer zentrumslosen Kultur. Eine Kultur ohne Zentrum ist notwendige Grundlage der Befruchtung aller und fördert die Interdependenzen der vier vorherrschenden Fakultäten. Diese wiederum zeigen Auswirkungen auf das Individuum in seiner gegenwärtigen wie zukünftigen Entwicklung. Wie bereits im 20. Jahrhundert diskutiert, wird aus einer Ich Bestimmung Fichtes oder einer Bestimmung religiöser Prägung gerade durch die Aufhebung der Vorherrschaft einer Fakultät, das Ich zu einem narrativen Ich (Sartre), welches in der Erzählung über die jeweilige aktuelle Situation sich einen Raum und in ihm die Gelegenheit schafft, Idee und neue Position in einander fließen zu lassen zu einer neuen Identität. Rorty erinnert mich hier sehr stark an die Identitätskonstruktionen aus der Forschung Keupps im gleichnamigen Buch, letztendlich an die Erfindung des Ichs im Geiste der Neurologie.

Identität im Sinne von Rolle und Besonnenheit ist der Willkommensgruss des Orakels von Delphi. Apollons Spruch: Erkenne Dich selbst! wird zu einer Allgemeingültigkeit, da er jeden Besucher gleichermaßen meint. Damit wird nach Platon (Charmides) auch des Menschen Sophrosyne (Besonnenheit) angesprochen, nämlich zu begreifen, was sein Wissen oder seine Erkenntnis im eigentlichen Sinne, das Erkennen der Erkenntnis ist. Mit diesem Wissen erkennt Rorty folgerichtig eben auch die Identitätszyklen des Menschen und sagt die Demokratie des Ich-Wechsels voraus. Damit wird der Prozess der Selbstbeschreibung und der Selbstbejahung zur notwendigen Selbsterschaffung im wechselnden Prozess des Lebens, der auch bei Sloterdijk in der Auflösung der "Weltfremdheit" sich wiederfindet. Vorhandenes wird in Vorgängerbeziehungen einbezogen und damit zum Zuhandenen (Heidegger), etwas was zur Hand ist im Kontext. Die Errungenschaften der Kultur werden nicht mehr als Autoritäten gehandelt, sondern als Hilfsmittel zur Neubeschreibung und Neugestaltung seiner selbst, des Ichs und der Umwelt. Damit wird Kultur nicht mehr mit Unbehagen betrachtet sondern als Verlängerung der Evolution mit narrativen Mitteln.

Naturwissenschaft, Kunst (Literatur), Philosophie (Religion) sind die Zweige des einen Baumes, auf dem Rotry sich bewegt. Viele Wegbegleiter des Geistes und des Denkens nimmt er mit auf seinen Weg. Ein wenig erinnert er mich an Schmidt-Salomon und seinem säkularen Humanismus, dem er ein Manifest gewidmet hat. (vgl. Rezension)

Rortys Zauberkräfte liegen außerhalb der Metaphysik und doch glaubt man, in ihnen gefesselt zu sein. So wie er selbst sagt, dass Erzählungen die Bestimmungen des Ichs verändern, fördert seine Erzählung zum Leser eine mögliche Veränderung der Identität, zumindest des Schwerpunktes. "Denk dir alles so, als sei es durch seine Beziehungen zu allem anderen konstituiert; hör auf zu fragen, was [...] in allem Wandeln konstant bleibt." (Whitehead)

Empfehlenswert als Einführung zu Rorty...      5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist a.) preiswert b.) einigermaßen kurz. Dennoch lernt man Rorty, seine ihm eigene Art zu denken und zu philosophieren recht gut kennen. Es sind vier kurze Abhandlungen über verschiedene Gebiete der Philosophie; der Tenor ist, das Rorty eine allgemeingültige philosophische Wahrheit ablehnt, dies einsehbar begründet und darüber hinaus die Kulturabhängigkeit philosophischer Paradigmen und Schlüsse anerkennt, weshalb er für eine möglichst offene Gesellschaft eintritt (in bester angloamerikanischer Tradition, die mit einem süffisanten Lächeln und guten Argumenten die großen Systemerrichter und Absolutheitsansprüchler der kontinental-europäischen Philosophie „auseinandernimmt). Eine gute, leicht lesbare, relevante Einführung in die Philosophie Rortys!

Das Dilemma der Postmoderne: Die Metapher      5 von 5 Punkten
‚Die Kultur ohne Zentrum' ist eine Diskussion über Heidegger und Derrida geführt von Derrida-Experte Richard Rorty. Er beschreibt das Dilemma der Postmoderne; das ist die Frage ob es eine einzige Metapher gibt, die den Sinn des Lebens beschreibt. Rorty deutet, meiner Meinung nach, an das es nicht möglich ist eine philosophische Darstellung oder Erklärung der Welt zu bekommen; die Existenz des Begriffs ‚Metapher' charakterisiert das Dilemma eindeutig. Eine Metapher beschreibt etwas was nie zuvor exisitiert hat mit Worten die schon bekannt sind und gibt somit schon ein neues Rätsel auf. Der Roman ist eine Exklusion des Lebens; er lässt sich nicht auf allgemeine Formeln zurückführen. Schriftsteller sind am Puls der Zeit, während Philosophen dieser Puls fehlt. Letztere betrachten den Archai und den Telos; Vergangenheit und Zukunft. Somit sind die Metaphern, die die Moderne hervorgebracht hat, im wesentlichen historisch und starr hierarchisch. Der Mensch ist allerdings nur in der Lage hierarchisch zu denken. Der Fluß der Zeit, die Veränderung ist ein Phänomen, dass den Künstlern vorbehalten bleibt. Sie erleben das Glück und die Leiden der Gegenwart und drücken sich dahingehend aus. Melancholie und Euphorie sind prinzipiell in die Vergangenheit und die Zukunft gerichtet. Rorty bezeichnet Dickens als den Visionär, den Schriftsteller am Puls der, seiner, Zeit. Andere wären Henry James, meiner Meinung nach, oder Kundera. Die Exklusivität des Einzelschicksals zählt somit mehr als das der gesamten Masse der Bevölkerung. Das ist es, was jeden Mensch bewegt; das ist es was Veränderungen in der Gesellschaft hervorruft und was die Menschen dazu anregt Veränderungen hervorzurufen. Das ist der Standpunkt von Sloterdijk in ‚Schäume: Sphären III.' Die Explikation ist die Triebfeder der Zeit nicht die Revolution. Die Explikation ist eine Revolution, die unter dem Mikroskop - dem Zeitgeist, den der Künstler beschreibt - anfängt und sich wie ein Lauffeuer - mehr oder weniger schnell - ausbreitet. Der Puls der Zeit, die Gegenwart - ist im wesnetlichen, absolut gesehen, exklusiv für jeden Menschen und daher nicht auf eine allgemeine Metapher übertragbar. Und wenn sie übertragbar ist, dann durch ein ganzes Buch, einen Song(-text) oder ein Bild, dass für jeden eine bestimmt eigene Metapher darstellt, denn jeder Mensch ist einzigartig.


Judith Butler zur Einführung - Hannelore BublitzJudith Butler zur Einführung
Hannelore Bublitz

Taschenbuch, April 2005
     Verkaufsrang: 19130      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Judith Butler (geb. 1956) ist eine der profiliertesten Vertreterinnen poststrukturalistischer Theorie. Bekannt geworden ist sie mit ihrem Buch "Das Unbehagen der Geschlechter" (Gender Trouble, 1990), das zum Schlüsselbuch der neueren feministischen Theorie wurde. Wie keine zweite Denkerin übt Butler Wirkung auf die Debatten über Körper, Subjekt und Macht aus. Die Einführung von Hannelore Bublitz behandelt sowohl das sprach- und diskurstheoretische Programm als auch die feministische und die politische Theorie. Ein Interview, das sie für diesen Band mit Butler geführt hat, beschließt das Buch.



Physik und Philosophie - Werner HeisenbergPhysik und Philosophie
Werner Heisenberg

Taschenbuch, Mai 2007
     Verkaufsrang: 203291      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 18,40 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Bei dem Buch Physik und Philosophie von Werner Heisenberg handelt es sich um eine intensive Betrachtung der von Heisenberg selbst entscheidend mitgeprägten und gestalteten Veränderung des physikalischen Weltbildes der Menschheit. Hervorgegangen aus den Gifford-Vorlesungen, die eine natürliche Theologie im Focus der Themenstellungen hatten, enstand dieses Werk in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Heisenberg, als Physiker und durchaus auch als Philosoph einer der größten Denker der Neuzeit, beschreibt in teilweise sehr intensiven Einzelbildern und Gedankenexperimenten sowohl Entwicklung als auch tatsächliche und potentielle Auswirkungen der Quantenphysik. Die von Heisenberg wahrgenommene Einheit von Naturwissenschaft und Philosophie wird untrennbarer Bestandteil des Werkes.

Das Buch erschließt sich am ehesten naturwissenschaftlich ausgebildeten Lesern, verzichtet jedoch weitestgehend auf mathematische Überfrachtung und sei somit auch jedem Nichtnaturwissenschaftler wärmstens empfohlen. --Dr. Frank Zehren

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Ein Buch, das die Introspektion fördert      5 von 5 Punkten
Ich möchte zunächst präzisieren, daß meine Rezension sich auf die fünfte Auflage bezieht. Dieses Buch vermittelt dem Leser einen unerläßlichen Überblick über die betörende Welt der Mikrophysik und der zusammenhängenden Philosophie. Die Unschärferelation und der Begriff der Komplementarität sind m. E. der Punkt, an dem Physik und Philosophie zu einem faszinierenden Ganzen verschmelzen. Fast ohne es spüren zu können, versank ich in die Entwicklung neuer Gedanken, die meinen Anreiz erhöhen, die Voraussetzungen, auf denen meine Denkweise beruht, zu hinterfragen.


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Mentopolis - Marvin MinskyMentopolis
Marvin Minsky

Gebundene Ausgabe, Januar 1994
     Verkaufsrang: 162151     

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Marvin Minsky, einer der Pioniere der Computerwissenschaft, macht sich Gedanken über die Selbsterkenntnis des menschlichen Geistes: "Mit diesem Buch will ich zu erklären versuchen, wie Geist funktioniert. Wie kann Intelligenz aus Nicht-Intelligenz entstehen? Um diese Frage zu beantworten, werde ich zeigen, wie man Geist aus kleinen Teilen zusammensetzen kann, die jedes für sich ohne Geist sind. Ich nenne diesen Entwurf 'Mentopolis', von lateinisch mens und griechisch polis, wörtlich 'Die Geistesgesellschaft', da ihm zufolge jeder Geist aus vielen kleinen Prozessen entstanden ist . . ."

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Sprich nie klarer, als Du denkst      5 von 5 Punkten
Das Buch ist auf den ersten Blick recht groß, ein wenig unhandlich und der Untertitel eher mutig mit „Vielleicht der entscheidende Schritt über die letzte Grenze der Wissenschaft". Nach dem Lesen ist der Blick klarer. Das Buch ist mehr als ein Sachbuch über das Denken; es ist ein Denkmal, ein Kunstwerk über seinen eigenen Inhalt.

Autor Minsky's Buch untersucht das Denken. Er geht dabei umfassend und umsichtig vor. Das macht bereits das Inhaltsverzeichnis dem Leser deutlich. Insgesamt dreißig Kapitel, mit teilweise über zehn Unterpunkte werden da aufgereiht. An alles wurde gedacht, zahlreiche Punkte erregen Neugier und man ist versucht gleich an jene Stelle im Buch zu springen, wäre man nicht dazu erzogen ein Buch von vorne nach hinten zu lesen. Hier sei angemerkt, es schadet nicht dieses Buch nach eigenem Gutdünken zu durchstreifen und aufzunehmen. Die Kapitel sind in sich geschlossen, stehen zwar in Beziehung zu den anderen, aber ebenbürtig nicht über- und untergeordnet.

Das Denken wird von allen Seiten betrachtet, sowie von innen und außen. So ist nicht zu verhindern, das der an diesem Thema interessierte Leser auf bereits bekanntes stößt, aber sicher ist auch für jene eine gute Portion neuer Information dabei.

Jedem Kapitel ist eine gut gewählte Aussage eines Prominenten vorweggestellt. Zudem enthält das Buch einen Anhang, ein Glossar und Bibliographie, sowie ein Register.

Bücher dieser Art gibt es zahlreich am Markt, warum also noch eins? Die Antwort lautet einfach: Das Buch bietet dem Leser deutlich mehr, als das Herunterbeten neuester Erkenntnisse. Deshalb ragt es aus der breiten Masse heraus. Kenner räumen ihm bereits Kultstatus ein.

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Philosophie der Mathematik - Philosophie der Mathematik

Taschenbuch, Juli 2005
     Verkaufsrang: 86815      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 16,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Besonderheiten der Gegenstände und Beweisverfahren der Mathematik haben schon immer das Interesse der Philosophen erregt. Sind die Zahlen - wie andere Begriffe - aus der Erfahrung abstrahiert worden, oder handelt es sich dabei um ideelle Gegenstände im Sinne Platons? Welche Erkenntnisgewißheit besitzen die mathematischen Axiome, und welche Sicherheit vermitteln die auf ihnen beruhenden Beweise? Die ausgewählten Texte machen die wichtigsten Fragen, die von philosophischer Seite aus an die Mathematik gerichtet worden sind, verständlich und geben eine Einführung in einflußreiche Theorien, die dazu im Laufe der Philosophiegeschichte entwickelt worden sind.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Hervorragendes Lesebuch      5 von 5 Punkten
Das ist eines der seltenen Bücher, von denen man sagen kann: „Warum gibt es dieses Buch nicht schon lange?". Es enthält Originalarbeiten von 13 Mathematikern und Philosophen (Platon, Aristoteles, Pappos, Leibniz, Kant, Mill, Carnap, Hilbert, Dummett, Bourbaki, Lorenzen, Lakatos, Shapiro), mit behutsamer Hand vom Herausgeber leicht gekürzt. Dazu eine fachkundige Einleitung auf 34 Seiten, die die Texte in Beziehung zueinander setzt, und ein vorzügliches Literaturverzeichnis für den, der noch mehr wissen will.
Man findet Erklärungen von Kernpunkten heutigen Mathematikverständnisses (Formalismus, Intuitionismus, Konstruktivismus), Kants Aussagen über die Mathematik und viele andere Außerungen, die sonst nicht leicht zu erhalten sind, schon gar nicht in so konzentrierter und gut kommentierter Zusammenstellung.
Ich kann dieses Buch ohne jedes Wenn und Aber jedem empfehlen, der an den Grundlagen und der Philosophie der Mathematik interessiert ist.

Peter Rechenberg



Die Hauptwerke - Michel FoucaultDie Hauptwerke
Michel Foucault

Broschiert, November 2008
     Verkaufsrang: 94159      Noch nicht erschienen.

Preis: € 30,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Michel Foucault, Philosoph und Historiker, politischer Aktivist und Professor am Collège de France, verband die Arbeit im Archiv mit unmittelbarem politischem Engagement und verstand es wie kein zweiter, die historisch-philosophische Analyse unserer Kultur für eine kritische Diagnose der Gegenwart fruchtbar zu machen. Seine Analysen der neuzeitlichen Ordnungen der Sexualität und des Wissens, der modernen Biomacht und der Gouvernementalität haben das theoretische Terrain abgesteckt, auf dem die aktuellen Debatten um eine Neubestimmung der condition humaine geführt werden. Vor allem seine diskurs- und machttheoretischen Schriften haben eine ganze Generation von Intellektuellen geprägt. Der Band versammelt die einschlägigen Hauptschriften Foucaults, die nach wie vor den Königsweg zu seinem Denken darstellen: Die Ordnung der Dinge, Archäologie des Wissens, Überwachen und Strafen und die drei Bände der Studien über Sexualität und Wahrheit: Der Wille zum Wissen, Der Gebrauch der Lüste und Die Sorge um sich.



Die Ethik, Schriften und Briefe - Baruch de SpinozaDie Ethik, Schriften und Briefe
Baruch de Spinoza

Gebundene Ausgabe, Januar 1982
     Verkaufsrang: 54607      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Hier liegt das Hauptwerk des philosophischen Pantheismus in vollständiger Übertragung vor, ergänzt um eine Auswahl der Abhandlung über die Läuterung des Verstandes und die wichtigsten Briefe.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

"Dasselbe aber ist Denken und des Gedankens Gegenstand." (Parmenides)      5 von 5 Punkten
Parmenides gilt als der geistige Vater von Spinoza. Dem Vorsokratiker folgen die Stoiker, die von Grund auf monistisch denken, sie sehen im leitenden Prinzip alles, sie gelten als die konsequentesten Pantheisten des Altertums. Dieses leitenden Prinzip, der Gott Zeus, die Weltenseele ist alles, durch ihn, mit ihm und in ihm sind alle Dinge. Und so ist das stoische Weltbild eines des Neuen Testamentes. Seneca führt bereits seine Form des Pantheismus auf einen Gott zurück, so dass man schon von Theismus reden kann. Die ewige Wiederkehr, die Verknüpfung von Ursache und Wirkung zu einem, das Alles und die Vorsehung sind Elemente einer absoluten Logik. "Wirklich frei in diesem Felde ist derjenige, der sich den Gesetzen der Natur unterordnet", so Spinoza.

Baruch de Spinoza (1632-1677) lebte im Einfluss von Hobbes, Descartes und Leibniz, wie von den alten Griechen. Gleichzeitig vom Zeitgeist des Barocks, in dem das Sprengen von Grenzen durch Fülle und Raumillusion immanent war. Descartes Dualismus von Leib und Seele spielte eine große Rolle im Denken Spinoza, seine Ambition war die Auflösung dieser Dualität zu Gunsten der Substanzlehre. Doch in der Reihe der Großen nimmt Spinoza eine besondere Stellung ein, hat doch seine besondere geistige Fähigkeit Konflikte mit Familie und Religion heraufbeschworen. Ausgestoßen aus der jüdischen Gemeinschaft Portugals verbrachte er sein Leben in Holland. Er tauschte nicht seine Gesinnung, nur den Ort, der ihm mehr Freiheit gab, sich seiner Wissenschaft (zusätzlich zum Linsen schleifen als Opticus) zu widmen. Seine Sicht auf die Religion brachte ihm die Bezeichnung Atheist ein, später wurde dieser Begriff mit Spinozist gleichgestellt. Doch das große Denken der Freiheit des Geistes im 18. Jahrhundert inspirierte Lessing, Herder, Goethe posthum aus Spinozas Ideen, Spinoza hatte gar Einfluss im nachkantischen Idealismus, von dort auf Nietzsche und Freud.

Spinozas Hauptwerk ist die hier besprochene "Ethik", aufgeteilt in fünf Büchern (I) Von Gott, (II) Von der Natur und dem Ursprunge des Geistes), (III) Von dem Ursprunge und der Natur der Effekte, (IV) Von der menschlichen Knechtschaft oder von der Macht der Affekte, (V) von der Macht de Erkenntnis oder von der menschlichen Freiheit. Die Bücher I und II gründen die Metaphysik, III die Psychologie der Affekte und IV, V die eigentliche Ethik. Metaphysik, Affekte und deren Kontrolle und die Ethik fordern die Befriedung der Vernunft durch steigende Einsicht in den Weltlauf.

"Deus sive natura" - Gott ist für Spinoza gleichbedeutend mit Natur und so beginnt sein Werk mit dem Titel "Von Gott" und definiert ihn insbesondere in I, 11 und 15 als das "einzig Seiende", das wahrhaft von sich aus ist und von nichts abhängt. "Causa sui" - eine Substanz, die singulär ist, doch mit Attributen versehen alle Erscheinung der Natur und des Menschen in sich vereint. Spinoza überwindet so vordergründig den Dualismus Descartes und zeigt, dass die Seinsweisen des Bewusstseins (Geist) wie der Ausdehnung (Körper) in Beziehung gedacht werden können. Beide Formen sind bei ihm nicht Substanz (wahrhaftes Sein), sondern in Anlehnung an die modernen Wissenschaft nur gesetzmäßig wechselnde Attribute, die zu erkennen dem menschlichen Verstand obliegt Bis in den Begriff der "Affektionen" (Erscheinungen bei Galilei) folgt er der Naturwissenschaft, die nichts anderes tat, als den Seinsanspruch zu reduzieren zu Gunsten dessen Berechnung und Erklärung. Selbst sein Werk unterliegt dieser formelhaften Notwendigkeit, endliche Bestimmtheiten in der unendlichen Welt Gottes zu platzieren. "more geometrico" meint letztendlich eine Beweisführung im Sinne Euklids ELEMENTE aus dem Jahre 300 v. Chr. Spinozas Aufbau der Beweisführung schließt damit regelmäßig mit einem "quod erat demonstrandum" (w.z.b.w.) und ist ein in sich geschlossenes System mit Axiomen, Definitionen Grundsätzen, Lehrsätzen und Folgesätzen. Folglich beruhen die Beweisführungen auf selbst getroffene, im Werk bewiesene Annahmen.

Spinozas Lehre spiegelt die von Hobbes insofern, dass er glaubt, dass die Menschen die Dinge nach einer "ewigen Ordnung" selbst erzeugen, in dem sie sie in der Vorstellung gedanklich verknüpfen und zwar vorrangig die "festen und ewigen Dinge". Der Verstand folgt wie die Natur einer "wahren Idee" und ihr Bild ist in der Vorstellung so unverfälscht wie die Geometrie auf Seiten der Mathematik. So sieht Spinoza im Gegensatz zu Descartes die Affekte im Zusammenhang mit den Naturgesetzen. Sein Vorwurf, Handlungen zu belachen und zu verabscheuen, sei nicht die richtige Methode, vielmehr sei es "Verstehen wollen" und so beendet er die einleitenden Worte zu (III) damit: "[...] werde ich die menschlichen Handlungen und Begierden ebenso behandeln, als ob von Linien, Ebenen oder Körpern die Rede wäre". Spinoza versteht unter Affekt die Affektionen des Körpers, durch welche dessen Fähigkeit zu handeln geschwächt oder gestärkt wird, und zugleich die Vorstellungen dieser Affektionen gem. II, 17 E. Diese Betrachtung in (III) irritiert insofern, da der Körper den Geist und vice versa nicht bestimmen vermag (III, 2). Jedoch mit (I), (II, 6, 7) sollte klar sein, dass die Attribute verschieden sein können beim Betrachten derselben Sache (Substanz). Und hier führt Spinoza bereits aus, was hochmoderne Wissenschaft gerade erst erforscht, nämlich das Freiheit nur in der Einbildung besteht, insofern, dass man glaubt, frei zu handeln, da die Handlungen im Bewusstsein (Denken) sind, die Ursachen, von denen die Handlungen bestimmt werden, jedoch unbekannt sind. (III, 2, E)

Über Wille, Begierde, Lust, Trauer und andere kommt er zur Aufzählung der Affekte, die dann in die Grundlehren (IV) münden. Gerade hier definiert er, Ethik sei nicht mehr als angewandte Psychologie. Wie in (I) schon propagiert, wird jede Teleologie abgelehnt. Gott und Natur sind nicht zweckorientiert im Handeln, sondern Gott handelt aus Notwendigkeit, damit niemals in Sünde oder unter Fehlern. Dieses vorausgesetzt, sagt, dass alle Begriffe zur Beurteilung menschlichen Geistes entspringen. Ein Urteil setzt zu vergleichendes voraus, damit ist es nicht einzig und in der Folge niemals rein positiv. Sich selbst im Ansatz widersprechend, verbleibt Spinoza jedoch bei den urteilenden Adjektiven gut und böse im Hinblick auf das Streben zur Vollkommenheit. Da niemand in der Natur erwarten kann, nichts Höheres über sich zu haben, gilt dieses auch für den Menschen, der - dieses so betrachtet - unter die "Knechtschaft" oder "Macht der Affekte" fällt und sich nur rettet, indem "Erkenntnis" zu einem stärkeren Affekt wird. Letztendlich strebt Spinoza zum Wesen des Menschen und dieses wieder nur nach der bekannten Methode unter der Ägide der Vernunft (IV, 24) und in dem Sinne auch IV, 18. Hiermit fällt Spinoza in die Denkmuster von Descartes: Vernünftig leben, heißt Intelligenz besitzen. Frei ist, der von der Vernunft geleitet ist (IV, 68) und freier, der in einem demokratischen von der Vernunft geführten Staate lebt. (IV, 73). Spinoza endet mit dem Wunsche nach Glückseligkeit. (V,42) Aus der Erkenntnis des Geistes allein wird sie entstehen. "Doch alles Vortreffliche ist ebenso schwierig wie selten".

Ein kritischer Blick auf die Ethik, losgelöst von der Metaphysik wäre noch wünschenswert. Was bliebe der heutigen Nachwelt, die dem Denken der Metaphysik nichts abgewinnen kann? Spinoza hatte zu Lebzeiten einen schweren Stand gegen Descartes und Leibniz, doch sein Denken der Ethik blieb auch heute sehr beachtenswert. Daher eine Empfehlung


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Hannah Arendt und Martin Heidegger: Geschichte einer Liebe - Antonia GrunenbergHannah Arendt und Martin Heidegger: Geschichte einer Liebe
Antonia Grunenberg

Broschiert, April 2008
     Verkaufsrang: 164518      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Eine jüdische Philosophiestudentin trifft in Marburg auf einen rebellischen Philosophen, einen späteren Vordenker der NS-Bewegung. Zwischen Hannah Arendt (1906-1975) und dem verheirateten Martin Heidegger (1889-1976) entwickelt sich eine stürmische Liebesbeziehung. Zehn Jahre später haben die Nazis, von denen Heidegger die nationale »Erweckung« erwartet, die Jüdin ins Exil getrieben. 1950 begegnen sich beide wieder. Die alte Liebe bricht erneut auf, und es beginnt ein kontroverser Dialog über ein Jahrhundert der Zerstörung. Antonia Grunenberg entwirft in ihrer Doppel­biographie ein großes Panorama der Zeit. Sie hat Zeitzeugen befragt und neue Quellen erschlossen. Politik, Geschichte, Philosophie, Arendts Doktorvater und Heideggers Kollege Karl Jaspers: Vor diesem Hintergrund erzählt sie die Geschichte des umstrittensten Liebespaares des 20. Jahrhunderts.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Geschichte von was?      2 von 5 Punkten
Martin Heidegger, einer der einflussreichsten deutschen Philosophen und Hanna Arendt, die maßgeblich die Totalitarismusforschung anregte, verbindet im Jahre 1925 eine kurze Liaison, als Arendt Philosophiestudentin in Marburg bei Professor Heidegger ist.

Antonia Grunenberg oder der Verlag macht daraus "Die Geschichte einer Liebe",
aber auch "Eine unmögliche Liebe".

Grunenberg schildert den persönlichen und politischen Kontext der Begegnung von
Arendt und Heidegger in einem sachlichen Ton, der nicht dazu einlädt, sich von der
eigentlich spannenden Konstellation faszinieren zu lassen.

Es ist sicher kein Zufall, dass nur die Briefe von Heidegger an Arendt erhalten sind.
Diese werden als Quelle herangezogen, um die Leidenschaft Heideggers zu belegen,
sind aber dazu gar nicht geeignet.

Wesentlich leidenschaftlicher und leider auch kopfloser ist Heideggers Liaison mit dem
Nationalsozialisten. Während Heidegger als Rektor der Universität Freiburg auf der Grundlage von Erlassen der Nationalsozialisten Juden aus dem Dienst entfernen lässt und das Hausverbot für seinen ehemaligen Lehrer und Förderer Husserl durchsetzt, muss Arendt aus Deutschland flüchten. Die Autorin des Buches Antonia Grunenberg vermeidet eine klare Bewertung von Heideggers Versagen und zitiert diverse Quellen, um Heidegger zu entlasten. Die Ungenauigkeit und Unbestimmtheit der Darstellung in diesem Punkt ist
ein wesentlicher sachlicher Mangel des Buches. Möglicherweise war diese
Zurückhaltung eine Voraussetzung dafür, um bestimmte Quellen nutzen zu können.
Auch darüber hinaus leidet das Buch an einer fehlenden Distanz der Autorin zu den Protagonisten.

Man kann nicht behaupten, dass die Darstellung der Geistesgeschichte den Leser intellektuell überfordert. Niveau und Stil werden durch einen Plauderton geprägt, der dem Gegenstand selten gerecht wird. Dem Buch fehlt eine tragende Idee ein roter Faden.
Mit welchem Ziel wurde das Buch eigentlich geschrieben?







Philsophiegeschichte einmal anders      5 von 5 Punkten
Antonia Grunenberg Hannah Arendt und Martin Heidegger
Piper Verlag ISBN: 3492044905


Hannah Arendt und Martin Heidegger ist der Titel des Buches von A. Grunenberg.
Genau genommen aber geht es um die Geschichte der Philosophie zum ausgehenden 19. Jahrhundert bis weit in das 20. Jahrhundert hinein.
AG liefert mit diesem Buch eine breite Entwicklungsgeschichte über die philosophischen und politischen Richtungen zur Zeit des ausgehenden Wilhelminischen Zeitalters über die Weimarer Republik, den zweiten Weltkrieg und den Nationalsozialismus des dritten Reichs bis in die Zeit danach.
Mit Karl Jaspers und Martin Heidegger betraten um 1915 -20 zwei Vertreter einer neuen philosophischen Denkrichtung die Bühne der Wissenschaft. Sie waren befreundet, später verfeindet, immer aber im Denken auch mit einander verbandelt. Es ging ihnen um das Denken und das Sein und die Zeit. Sie waren Vorläufer und Begründer der Existenzphilosophie.

In diese Welt der Denkumbrüche geriet die intelligente, begabte und in großer Freizügigkeit des Denkens erzogene Hannah Arendt. Dass sich zwischen ihr und Heidegger eine leidenschaftliche Liebesbeziehung entwickelte, entsprach wohl mehr den äußeren Umständen einer gegenseitigen Anziehung als einer wirklichen inneren Verbundenheit. Sie wechselte später von ihrem Lehrer Heidegger in Marburg zu Jaspers nach Heidelberg, bei dem sie ihre Doktorarbeit schrieb.

Der erste Teil des Buches ist den verschiedenen Denkrichtungen gewidmet, die jedoch zeitgleich mit der politischen Geschichte zu sehen sind. Viele bekannte Namen der Philosophie und Sozialgeschichte finden Eingang in diese Darstellung.

Es folgen die Entzweiungen, übrigens auch zwischen Heidegger und Jaspers. Letzterer hatte eine jüdische Frau und verlor 1937 seine Professorenstelle. Heidegger wurde ein strammer Nazi, der sich erst später innerlich von der Politik wieder etwas distanzierte. Er bleibt in der Darstellung ein unsympathischer Mensch, der sich den heraufkommenden Zeiten mit Verve angeschlossen hat, wenngleich seine Wissenschaft weiterhin von Bestand war.
Hannah Arendt zog es früh in die Emigration. Sie war zuerst mit Günter Stern, der sich später Anders nannte, dann mit Heinrich Blücher verheiratet. Sie ging ihre ganz eigenen Wege in Amerika: kontaktfreudig, organisatorisch begabt, immer denkend, arbeitend und lebendig ihrer eigenen Profession folgend.

AG hat mit großer Detailkenntnis eine Unmenge von Zeugnissen zusammengetragen, die sie zu dieser Biographie verarbeitet hat. Das Buch ist genau recherchiert, mit vielen Anmerkungen im Anhang versehen und ergibt ein abgerundetes Bild der Philosophie- und Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts. Dass sie daneben auch die menschlichen Bezüge in die Darstellung dieses Buches mit einbezogen hat, ist ein großer Verdienst.


Nietzsche und die Philosophie - Gilles DeleuzeNietzsche und die Philosophie
Gilles Deleuze

Taschenbuch, 1. März 2008
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Nietzsche ist für das Verständnis der wichtigen zeitgenössischen Philosophen Grundlage. Mit den Begriffen der Genealogie, der Macht und der Wahrheit hat er das moderne Denken beeinflusst, ob Michel Focault, George Bataille, Maurice Blanchot oder Jacues Derrida. Für alle, die sich diesem ungebrochen attraktiven Denker annähern wollten, ist die mittlerweile klassisch gewordene Darstellung von Gilles Deleuze unverzichtbar.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Bejahen, würfeln, fröhlich sterben.      4 von 5 Punkten
Ein ausgesprochen verständlicher Deleuze bringt den LeserInnen Nietzsche, fröhliche Wissenschaft und die Kunst, die Würfel nur einmal zu werfen nahe. Ein schönes Buch für alle, die sich für die Grundzüge der Gedanken Nietzsches interessieren, durch die Philosophenbrille von Deleuze gesehen freilich - sehr abstrakt, doch umso interessanter.


Werke in 20 Bänden mit Registerband: Werke in 20 Bänden und Register, Bd.13, Vorlesungen über die Ästhetik I.: Bd 13 - Georg Wilhelm Friedrich HegelWerke in 20 Bänden mit Registerband: Werke in 20 Bänden und Register, Bd.13, Vorlesungen über die Ästhetik I.: Bd 13
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Taschenbuch, Dezember 1986

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Werke in 20 Bänden mit Registerband: Werke in 20 Bänden und Register, Bd.14, Vorlesungen über die Ästhetik II.: Bd 14 - Georg Wilhelm Friedrich HegelWerke in 20 Bänden mit Registerband: Werke in 20 Bänden und Register, Bd.14, Vorlesungen über die Ästhetik II.: Bd 14
Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Taschenbuch, Februar 2008

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Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen - Rudolf SteinerGrundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen
Rudolf Steiner, Ita Wegman

Taschenbuch, August 1991

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