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Das Handwerk der Freiheit: Über die Entdeckung des eigenen Willens Peter Bieri Gebundene Ausgabe, August 2001 Verkaufsrang: 79913 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie sind ein freier Mensch! Sie können dieses Buch jetzt bestellen oder aber nicht. Was so einfach klingt, ist in Wahrheit eines der kniffligsten Probleme der Philosophie, an dem sich schon geniale Köpfe wie Immanuel Kant abgearbeitet haben. Der Berliner Philosophieprofessor Peter Bieri geht scheinbar unbekümmert an das Thema der Willensfreiheit heran und beschließt, "kein akademisches Buch" zu schreiben, das "den Leser über die Schlachtfelder der Fachliteratur schleift". Auf den über 420 Seiten Text findet sich tatsächlich keine Zitat, kein Name eines anderen Philosophen. Und was er im Vorwort ankündigt -- "über ein zum Verzweifeln komplexes Thema in einfacher, mühelos fließender Sprache schreiben" --, ist Bieri hinreißend gut gelungen. Der Grund dafür ist wohl in der zweiten Leidenschaft des aus der Schweiz stammenden Philosophen zu suchen -- dem Schreiben von Romanen (zuletzt Der Klavierstimmer unter seinem Pseudonym Pascal Mercier). Analytische und erzählerische Passagen sind miteinander verwoben. Und die vielen Beispiele und Gedankenexperimente sind nie bloße Illustrationen für etwas, das begrifflich und gedanklich bereits entschieden ist. Das "Stellen Sie sich vor..." am Anfang vieler Absätze lädt den Leser ein, unterschiedlichste Situationen des Erlebens von Freiheit oder Unfreiheit mit dem Autor gedanklich durch zu spielen. In bester phänomenologischer Tradition muss sich das Denken, das an allgemeinsten Begriffen wie Freiheit, Handeln, Entscheiden oder dem Unterschied zwischen Wollen und Wünschen ansetzt, in konkreten Alltagssituationen beweisen und festmachen lassen. Warum aber ist die Freiheit des Willens ein Handwerk? Weil sie uns nicht in die Wiege gelegt ist oder wir qua Menschsein zur Freiheit verurteilt sind, wie Sartre meinte. Vielmehr müssen wir sie uns erarbeiten, brauchen Fantasie, Selbstreflexion, Engagement und Verantwortung um die Freiheit unseres Willens zu entdecken und zu verfeinern. Also schon fast eine Kunst -- so wie es bestimmt eine Kunst ist, solche Bücher zu schreiben, bei denen philosophische Tiefe und Genauigkeit mit sprachlicher Eleganz und Lesbarkeit eine wundervolle Verbindung eingehen. --Christian Stahl
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
Labyrinth und Ariadnefaden im Wechselspiel 5 von 5 Punkten Sie sind ein freier Mensch! Sie entscheiden, ob Sie diese Rezension lesen und sich auf eines der bemerkenswertesten Themen der Philosophie einlassen. Sie werden einen brillanten Bieri erleben.
"Frei ist, was nur den Gesetzen seines eigenen Wesens gemäß handelt und von nichts anderem weder in noch außer ihm bestimmt ist" (Schelling) Weder solche Art von Herleitung noch die Fragen des Determinismus im Widerspruch zur Freiheit sind Bieri wichtig. Er leitet sein Bestreben einzig aus der Fülle der Gedanken über die Jahrtausende ab, mit dem Wissen, nichts Neues bringen zu können außer genau die Transparenz, die dem Leser ein gesellschaftliches Verständnis von Freiheit und Willen ermöglicht. Er möchte zu einer begründeten Entscheidung kommen in einer verwirrenden Sache. Eloquent und eben bestens verständlich leitet er die aus den Begriffen und Schriften von Platon, Aristoteles, über Kant, Fichte, Schelling, Wittgenstein und den anderen Freiheitsphilosophen und -dichtern gewonnene Erkenntnisse in ein flüssiges Leseerlebnis, weil er auf Fußnoten und sonstige Literaturverweise im Text verzichtet. Lassen Sie sich also entspannt in ein Labyrinth der philosophischen Verwirrung führen, bedenken Sie mit Bieri die Möglichkeiten und die Gründe weiterer Wege, um am Ende zu wissen, was Erkenntnis und Entscheidung ist und mit welchen rationalen Mitteln Sie zur angeeigneten Handlungsfreiheit kommen, die aus dem gedanklichen Irrgarten hinausführt. Er spielt gelassen mit Labyrinth und Ariadnefaden zur selben Zeit.
Verständlichkeit als Prämisse legt nahe, Beispiele (z. B. der Literatur) zu verwenden, da hier jeder den Zugriff und eine Vorstellung gewinnen kann. Dostojewski zeigt in "Verbrechen und Strafe" (Schuld und Sühne) die Hintergründe eines Mordes und reibt sich an der Frage, ob Schuld vorliegt, wenn nicht selbst gewählte Bedingungen diesem Vorschub leisten. So erreicht Bieri schnell den Kontext, in dem "Freiheit von" und "Freiheit zu" diskutiert und beleuchtet werden. Freiheit, die zu Handlungen führt, zur Verantwortung der Handlung und zu bedachten Möglichkeiten zukünftiger Art oder rückwirkender Reflexion zur Klärung der Schuldfähigkeit und Verantwortung. Aufgezeigt wird somit der Spielraum von Möglichkeiten, der von inneren Motiven (aktuelles Außen, gespeicherte Erfahrung, Herkunft) beeinflusst wird. Dostojewskis Roman ist die Schnur, Raskolnikov die Figur, an der Bieri jede Idee, jeden Gedanken in seiner Verzwirbelung entdeckt.
Wunsch, Wille, Handlung - real oder in der Phantasie grenzt er ab. Er spürt den Voraussetzungen nach wie Fähigkeit, Mittel oder Gelegenheit; er klärt die Wege zur Entscheidung auf Grund der Voraussetzungen, die zu Handlungen führen, sei es widerwillig oder willenlos. Nur dort wo Wille ist, ist Urheberschaft, ist Ich. Dort ist Entscheidung, diese wiederum bezeugt die Urheberschaft des eigenen Willens. Das gilt ebenso in der Spekulation: "Ich könnte auch anders wollen", denn nur in dieser Überlegung bekräftigt man das erste, Wille ist nicht beliebig und die Freiheit des Willens damit sinnvoll gebunden, nämlich in der Folge des Urteils über das Richtige. Da wo eigene Entscheidung ist, ist eigener Wille, wo Manipulation die Entscheidung scheinbar als eigene girlandet, wird man in der Nachträglichkeit des Überlegens zum "Lakai eines fremden Gedankens", wie Dostojewski es treffend formulierte. Und doch sind wir Menschen aus dem Kontext der Kernfamilie gebunden an Regeln und Vorstellungen, an Gedanken und moralischen Werten. Diese Familie ist wie eine "sanfte Sekte", deren Gedankengut wir in Übereinstimmung oder in kritischer Distanz überblicken und vielleicht in einigen Provinzen des Denkens zur Freiheit verhelfen. Ganz sicher jedoch gelingt dieses nicht, wenn der Wille ein erzwungener ist.
Bieris Brillanz ist sehr einfach und damit umso bemerkenswerter: er lockt nicht gleich mit bündigen Thesen, sein Buch gleicht vielmehr einem Übungsbuch. Der Meister führt Regie und damit das Denken in die unterschiedlichen (Sack-)Gassen des Irrgartens, in denen uns die verschiedenen, nicht selten überraschend andersgearteten Intuitionen der Freiheit entgegenkommen. Bieri bemüht die sokratesschen Methoden des Dreischritts zur Auflösung. (1) Widerspruch erzeugt er in der Idee der "bedingten Freiheit". Dass "frei" und "bedingt" nicht zusammen passen, scheint so offensichtlich, dass sein Bemühen höchste Aufmerksamkeit des Lesers bekommt; und man erkennt, dass gerade die Freiheit des Willens ihre Bedingtheit verlangt. (2) So folgt er Sokrates zweiter Methode, in der der Beweis an seinem Widerspruch erhärtet werden muss. Die Idee einer "unbedingten Freiheit" kann, wie Bieri scharfsinnig dekonstruiert, nur unbeherrschbar, rätselhaft oder verrückt sein. Da wo alles "unbedingt" ist, wird keine Entscheidung möglich, die Frage Warum? gälte als Unverschämtheit, der Wille stürbe im Dilemma zwischen allem Gleichwertigen wie Buridans Esel. Die Unbedingtheit löscht ihn als Wille aus. (3) Die dritte Rede bringt die Synthese in der Idee einer "angeeigneten Freiheit". Aneignen ist eine Tätigkeit, sie macht etwas persönlich. Damit muss persönliche Willensfreiheit mit Engagement erkämpft werden im Strom des Lebens, zwischen seinen Widerständen, Hemmnissen und Passagen. Sie kann kommen und gehen, erreicht werden und wieder verloren gehen. Spätestens hier steht fest, dass Bieri dem Determinismus mikrophysikalische Unbedeutendheit zumisst. Das "Handwerk der Freiheit" so betrachtet lässt vermuten, dass Sie alles bekommen, was sich zu wünschen lohnt. Wünschen Sie sich dieses Buch. Diese Lese-Erfahrung formt ihr Selbstbild, genau wie Bieri selbst die Philosophie einstuft.
Peter Bieri, (1944 -) aus Bern, ist Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin. Unter dem Alter Ego Pascal Mercier erschienen der bekannteste Roman "Nachtzug nach Lissabon" und der aktuelle "Lea".
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Derrida und ich: Das Problem der Dekonstruktion Alexander García Düttmann Broschiert, August 2008 Verkaufsrang: 186833 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieses Buch ist ein Versuch, sich mit dem Werk eines der bedeutendsten Philosophen der vergangenen Jahrzehnte als einer Einheit zu beschäftigen.Es soll darin vor allem um das Ich gehen, um den Gebrauch, den ein Philosoph, der sich um ein Verständnis der Gedanken Derridas bemüht, von der Ichform machen kann, zum Beispiel im Verhältnis zu Anderen. Das Ich ist der Leitfaden, der dazu dient, die philosophische Idee der Dekonstruktion so genau wie möglich zu umreißen, und die Tragweite der umrissenen Idee an vier Denkmodellen so weit wie möglich aufzuzeigen. Das Ich ist aber ebenfalls der Leitfaden, der dazu verhelfen soll, die Erinnerung des Autors an Jacques Derrida so lebendig wie möglich zu gestalten.
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Die catilinarischen Reden Marcus Tullius Cicero Taschenbuch, September 1998 Verkaufsrang: 180406 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die vier Reden dokumentieren die Absicht Ciceros, ein ausgehöltes, unmittelbar vor dem Zusammenbruch stehendes Staatsgefüge durch die Meisterschaft des Wortes zu retten. Zu Recht gelten sie als Höhepunkt seiner rhetorischen Eloquenz. Gleichzeitig treten die Grenzen und Schwächen des Autors deutlich hervor: das maßlose Selbstlob und die kolossale Überschätzung eines eher episodischen Ereignisses, des Putschversuches von Catilina am Ende des Konsulatsjahres Ciceros (63 v. Ch.).
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Schilderung eines epochalen Ereignisses 5 von 5 Punkten Cicero (106 - 43 v. Chr.) gehört sicherlich zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Antike, die insgesamt vier Catilinarischen Reden, die in diesem Buch aufgeführt werden, bilden sein vermutlich berühmtestes Werk. Der hauptsächliche Gegenstand dieser Reden ist Lucius Catilina, ein aus vornehmen Verhältnissen stammender römischer Politiker, der mit allen Mitteln versucht, das Konsulat in der römischen Republik zu erreichen, allerdings immer knapp scheitert. Nachdem alle seine Versuche fehlgeschlagen sind, dieses Amt ohne Einsatz von Gewalt zu bekleiden, fasst er schließlich den Entschluss, sich diese Position gewaltsam anzueignen. Dieser Plan scheitert jedoch ebenfalls, Catilinas Mitverschwörer werden auf Befehl Ciceros hingerichtet, Catilina selbst versucht über die Alpen nach Gallien zu entkommen und fällt, nachdem er im letzten Augenblick noch zu den römischen Werten (Tugend, Tapferkeit und Pflichtgefühl) zurückgefunden hat, in der Schlacht. Cicero schildert in seinen Reden, warum er Catilina und dessen Anhänger als große Bedrohung für die römische Republik betrachtet und nennt auch die Gründe dafür, warum gegen diese Personen Maßnahmen zu ergreifen sind. Der Text ist selbst für Leute, die mehrere Jahre Lateinunterricht hatten, schwierig, da die Sätze durchgängig lang und schwer verständlich sind. Dennoch handelt es sich bei den "Catilinarischen Reden" neben Sallusts "Die Verschwörung Catilinas" definitiv um das wichtigste Werk zu diesem interessanten Ereignis.
Ein gute Hilfe für Schüler!! 5 von 5 Punkten Dieses Buch ist sehr gut für Schüler geieignet, da man sich damit sehr gut auf Lateinschulaufgaben vorbereiten kann!! Es ist ungemein hilfreich, den ungefähren Inhalt eines zu übersetztenden Textes zu kennen um ihn gut übersetzen zu können!! Denn selbst wenn man dann einige Wörter oder einzelne Satzpassagen nicht genau übersetzen kann, hat man immer noch die Möglichkeit, den Inhalt aufgrund seiner Vorkenntnisse über den Inhalt zu erschliessen. |
Denkpause: Wie mich Seneca aus der Krise holte Jean-Louis Cianni Gebundene Ausgabe, Februar 2008 Verkaufsrang: 208074 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Jean-Louis Cianni wird mit 49 arbeitslos. Der ehemalige PR-Chef droht den Boden unter den Füßen zu verlieren - bis er Trost in der Philosophie findet. Statt jeden Tag ins Büro geht er in die Bibliothek seiner alten Universität, wo er die Schriften der großen Denker studiert. Kurzum: Er nutzt Seneca, Sokrates und andere Denker als Coach. Spinoza lehrt ihn, im Abseits zu überleben und Montaigne bringt ihm bei, die Faust zu ballen. Während er dank Schopenhauer über abtrünnige Freunde hinweggkommt, inspiriert ihn Augustinus zu einem neuen Umgang mit der Zeit.
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Grenzgänge der Ästhetik Wolfgang Welsch Taschenbuch, Oktober 1996 Verkaufsrang: 129156 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wolfgang Welsch beleuchtet neue Szenarien des Ästhetischen, Ästhetisierungsprozesse, ethische Implikationen der neuen Ästhetik; er stellt Diagnosen aufgrund markanter Phänomene der Gegenwartskunst und untersucht Konstellationen der Wahrnehmung; er eröffnet Ausblicke, die sich vor allem durch die Anwendung der neuen Medien ergeben. Ästhetik, einst eine exklusive Spezialdisziplin, avanciert zur universalen Philosophie am Ende des 20. Jahrhunderts.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
sehr kluge sammlung 5 von 5 Punkten welsch hat die gabe, schwierige philosophische sachverhalte anschaulich und verständlich zu präsentieren. das macht ihn zu einem guten lehrer und seine schriften zu gutem lehrstoff. sehr empfehlenswert. |
anders denken-das rätsel bewusstsein
Audio CD, Januar 2008 Verkaufsrang: 56107 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zwischen Gehirn und Gefühl - was das Leben bestimmt Keine andere Teildisziplin der Philosophie hat in den letzten Jahrzehnten eine so stürmische Entwicklung durchlaufen wie die Philosophie des Geistes. Thomas Metzinger, Professor für Philosophie an der Gutenberg-Universität in Mainz, fragt im ersten Teil dieses Hörbuchs, warum das Bewusstsein für Philosophen ein Rätsel ist. Im zweiten Teil geht er der Frage nach, ob unsere Sinnesempfindungen die Welt adäquat widerspiegeln - oder ob sie am Ende nur subjektive Phänomene sind.
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Eves Welt. Liebe in Zeiten des Klimawandels Maik Hosang Gebundene Ausgabe, 7. Mai 2008 Verkaufsrang: 173156 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Will Richtung Bern und 100 Euro für Greenpeace. Biete dafür eine Nacht mit mir!" Mit diesem Schild in der Hand geht eine junge Frau auf Reise zu den uralten Geheimnissen und neuesten Erkenntnissen vom Glück und Sinn des Daseins. Begleitet von der mystischen Philosophin Diotima entdeckt Eve ihre Welt – als eine Welt der Liebe, in der das menschliche Herz nicht nur Blut transportiert, sondern auch den Sex mit der Seele und beides mit dem Kosmos verbindet. Ein vielschichtiger Einblick in menschliche Möglichkeiten, lebendiger und intensiver mit sich, anderen und letztlich allem verbunden zu sein. Ein Ausblick auf Chancen, die drohenden Klimakatastrophen zu mildern – und ein großes erotisches Abenteuer.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Wissen, Liebe und Mut 5 von 5 Punkten Hin und wieder gibt es Bücher, die einem nicht nur auf wunderbare Weise die Zeit vertreiben, sondern in gewisser Weise auch neue Welten eröffnen. Dieses Buch ist mir ein solches. Erstaunlich ist nicht nur das darin gekonnt integrierte Wissen über die verschiedenen Dimensionen der Liebe - quantenphysikalische und erotische, philosopische und spirituelle, politische und psychologische, kosmische und persönliche -, sondern auch die Poesie und Spannung der Erzählung, in die es verwoben ist. Das Buch macht Lust auf Zukunft und darauf, seine eigenen und der anderen Potenziale und Sehnsüchte viel mehr als bisher zu erkennen, zu leben und zu lieben.
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"gegen die Verhexung unseres Verstandes..." Ludwig Wittgensteins Philosophie. 2 CDs Thomas Schärtl Audio CD, August 2008 Verkaufsrang: 158248 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Von außen betrachtet wirkt Ludwig Wittgenstein (18891951) wie ein Logiker auf Ab- und Umwegen wie jemand, der das formale Instrumentarium seiner Zunft nach einiger Zeit aus der Hand gelegt hat, um über den Sinn seiner Instrumente, ja generell über den Sinn seines Tuns nachzudenken. Wittgensteins Werk ist fragmentarisch geblieben, es wirkt unübersichtlich, aber in sich doch wohl durchdacht. Es ist voller Sprünge und Brüche, aber nicht ohne einen fein gewebten Zusammenhang. Auch die großen Säulen dieses Werkes datiert nach Entstehungszeit als Früh- und Spätwerk werden von einem großen Grundthema zusammengehalten: der Sehnsucht nach Klarheit der Sprache, Reinheit der Argumente, Ungetrübtheit der Verständigung. Das ist die Melodie im Denken Wittgensteins. Gegenstand dieses Denkens ist die Sprache, die mit ihren Verhexungen für die Klarheit des Denkens Hindernis und Angriffsfläche zugleich ist. Das vorliegende Hörbuch will in die Biographie, die Themen, aber vor allem in den denkerischen Stil Wittgensteins einführen und dazu ermuntern, diesem Denkstil auch dort nachzugehen, wo Wittgenstein selbst keine Pfade mehr ausgesteckt hat.
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LogOut: Warum Computer nichts im Klassenzimmer zu suchen haben und andere High-Tech-Ketzereien Clifford Stoll Taschenbuch, August 2002 Verkaufsrang: 58315 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Clifford Stoll macht sich Sorgen. Große Sorgen. Ihm macht eine Kultur Gänsehaut, in der Computer wie Heiligtümer verehrt werden. "Ich sehe meine Rolle darin," so der Autor, "zu den utopischen Träumen einer digitalen Wunderwelt einige skeptische Anmerkungen beizutragen. Ich möchte eine breitere Diskussion darüber anregen, was Computer uns versprechen und was sie uns nehmen." Seine Skepsis entsteht dabei aus dem Wunsch, unsere technologische Welt menschengerechter zu machen anstatt die Menschen maschinengerechter. Rot sieht er, wenn es um Computer im Klassenzimmer geht. Für Schüler sei es wichtiger, sich grundlegende Fertigkeiten anzueignen. Denn: "Kinder, die nicht kritisch denken können, sitzen ahnungslos vor dem Monitor und verwechseln Form mit Inhalt, Sinn mit Sinnlichkeit und aufgeblasene Wörter mit gewichtigen Gedanken." Auch angeblich unterhaltsame Lernprogramme machen die Situation in seinen Augen nicht besser. Denn "interaktive Sofortbelohnung, mit denen die Edutainment-Produkte locken, fordert die geistige Trägheit und treibt Schülern jegliche Ausdauer, Geduld und Lust am Probieren aus." Und so nimmt seine Kritik ihren Lauf: Da geht es um die liebe Mühe mit der PC-Hotline, über die Vereinsamung durch das Internet und die "Power-Point-Pest". Doch Clifford Stoll spricht nicht als Feind: Er gehört zu den Pionieren des Internets und war schon 1972 am Aufbau des "Arpanet" beteiligt. "Ich glaube, dass auch wir Anhänger der Technologie verpflichtet sind, gegen aufgeblasene Versprechungen und maßlose Übertreibungen vorzugehen", so der Autor. Ein Buch also für alle, die sich kritisch mit Sinn und Zweck der schönen neuen Datenwelt auseinandersetzen möchten. --Gabriele Hilchenbach
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Ein Augenöffner für jeden Computerfreak 5 von 5 Punkten Clifford Stoll regt mit seinem Buch "LogOut" nicht nur zum kritischen Nachdenken über die Rolle der Informationstechnologie in unserer Gesellschaft an, sondern vermag den Leser dabei auch noch zu unterhalten, ja zu fesseln. Der Untertitel "Warum Computer nichts im Klassenzimmer zu suchen haben und andere High-Tech-Ketzereien" macht bereits deutlich, dass der Autor die Polemik nicht verschmäht; doch bleibt er aufgrund seines umfassenden Fachwissens stets präzise und glaubwürdig.Das Buch gliedert sich in zwei große Abschnitte: im ersten Teil geht es um die Rolle des Computers in der Schule, während der zweite Teil die ausufernde Allgegenwart von PC und Internet im alltäglichen Leben unter die Lupe nimmt. Ein mir sehr wichtig erscheinender Kritikpunkt von Stoll ist der oft unterschätzte Zeitdiebstahl der Rechenmaschinen: die Zeit, die ich vor dem Monitor verbringe (z.B. um neue Programme zu installieren oder um diese Rezension zu schreiben), fehlt mir anderswo, und wirkt sich letztendlich auch auf mein Sozialverhalten aus. Stoll möchte mit seinem Buch niemanden dazu animieren, seinen Computer gleich aus dem Fenster zu werfen, aber er liefert eine Vielzahl von überzeugenden Beispielen dafür, dass der Einsatz der neuesten Technologie nicht automatisch einen Fortschritt bedeutet.
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Timaios Platon Taschenbuch, Oktober 2003 Verkaufsrang: 214757 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Zwischen Spekulation und Weisheit 5 von 5 Punkten Zum Glück ist die Zeit vorbei, als man sich auf Theorien stützte, die rein spekulativ waren. So ein Werk ist auch der Timaios. Heute lesen wir das Werk unbefangen, als Freizeitlektüre. Timaios selbst bezeichnet seine Gedanken als reine Spekulation!
Es ist ein Wunder!, dass das Werk als wissenschaftliche Pflichtlektüre jahrhunderte lang gegolten hat.
Was trotzdem wichtig ist: zu entdecken wie damals gedacht wurde und noch mehr, noch weiter in die Geschichte zu gelangen, zu der Weisheit Solons und der alten Ägypter. Platon ist doch anzuerkennen, dass er nicht nur seine Überzeugungen sondern auch die Gedanken der anderen weitergegeben hat!
Cäsar hätte bloss die Bibliothek in Alexandria nicht angezündet! Man kann nur erahnen wieviel an Weisheit verloren ging!
Was Raffael in seinem Bilde offenbarte. 5 von 5 Punkten "Es ist nun also meiner Meinung nach zuerst folgendes zu unterscheiden:
was das immer Seiende ist, das kein Entstehen hat,
und was das immer Entstehende, niemals Seiende;
daß das eine, durch Denken mittels des Begreifens zu erfassen, immer sich gleich ist;
das andere dagegen durch Anschein mittels der Wahrnehmung begriffslos anzunehmen ist,
als entstehend und vergehend, niemals aber wirklich seiend;
daß alles Entstehende jedoch gemäß einer Ursache aus Notwendigkeit entsteht,
denn gänzlich unmöglich sei es, daß es ohne Ursache eine Entstehung habe."
(Platon, Timaios)
Es ist angesagt, sich mit Religion zu beschäftigen. Spaemann entdeckt den letzten Beweis Gottes, Dawkins erkennt gar den Gotteswahn. Seine (Dawkins, 2007) Argumentationen zielen darauf ab, warum man mittels Religion nichts erklären kann, dafür aber jeglichen Erkenntnisfortschritt verweigert. Aber es ist nicht nur die Verleugnung naturwissenschaftlicher Modelle, die von der Religion vorgenommen werden, es ist auch die negative Beeinflussung des Menschen, die von ihr ausgeht und die Dawkins angreift. Der Autor bezeichnet die Religion als das größte Übel für die Menschheitsentwicklung. Religionen indoktrinieren, sie lehnen kritisches und selbstständiges Denken ab und erziehen Menschen zu hörigen Wesen, die all zu schnell Autoritäten glauben. So seine Vorurteilsrede.
Doch was ist Religion, dass verschweigt der Herr und letztendlich führt er nicht zurück zu dem Denken. Religion gleich zu setzen mit Gott ist eine Art, doch jede Doktrin und Beeinflussung bedient sich gleicher Mittel zu unterschiedlichen Zwecken, meist vermeintlich höheren. Diese Zwecke und diese Mittel sind Ausgeburt menschlichen Geistes, nicht mehr und nicht weniger auch bei der Religion. Diese gibt "guidance from above" wie Katie Melua singt, oder übernimmt eine selbst definierte Elternrolle nach Schmidbauer während deren Entstehung und Erklärung Platon (ca. 400 v. Chr.), der bereits den Monotheismus denkt, in seinem Timaios hintergründig durchblickend beschreibt.
Timaios ist Pythagoreer, sein Lebensinhalt ist das Wissen von der Natur des Alls, von der Entstehung der Welt und dem Ursprung des Menschen. Ein Pythagoreer ist Naturwissenschaftler, der Zahlentheorie mehr verhaftet als den Träumen. Und so schließt er seine Rede an Sokrates, der das Staatswesen aus der Politea rekapituliert und an Kritas, der den ägyptischen Ursprung Athens reflektiert, an. Timaios Rede zeigt (1) das Wirken der Vernunft im Sinne des teleologischen Prinzips, er geht (2) auf das Wirken der Notwendigkeit (ananke, vgl Freud am Beispiel Eros und Ananke) des kausalen Prinzips ein und befasst sich schließlich (3) mit dem Zusammenwirken beider ursächlichen Prinzipien im Leben des Kosmos. Als Weltschöpfer wendet er sich zunächst dem Bau des Weltkörpers zu, der mit der Weltseele vereinigt wird und erzeugt so die Notwendigkeit, die tatsächliche und ursprünglich genetische frühere Seele aus dem Hintergrund des Geschaffenen hervorzuholen und seinsmäßig nachzutragen. So ist Körper und Seele verbunden durch Sein. Sein und Werden unterscheidet er grandios (siehe obiges Zitat), verfolgt das Sein im Gleichklang des Werdens zum Sein-Werden in der Zeit. Substanz und Zahlenstruktur, Gestalt und Bewegung sind Funktionen der Vernunft, die sich mit der Notwendigkeit von Sinneswahrnehmungen sinn-voll ergänzen.
Die Schöpfung erscheint bei ihm im Sinne von unsichtbaren, vorgestelltem Urbild und Abbild (Erinnerung), das vorgestellt ästhetisch Schöne wird kopiert und erweitert zu einer Welt, die dem Seinsursprung ähnlich werden will und so im Werden zum Ursprung Ewigkeit erlangt. Zeit des Werdens ist nichts mehr als ein bewegtes Abbild der Ewigkeit.
Anders als Dawkins hat Platon längst auf den Weg gegeben, dass Vernunft und Seele eine Dualität im Sein verknüpft. Beides gehört immanent zum Menschen bei aller Trennung und Zwiespalt gegenüber der Religion oder der fundamentalistischen Betrachtung der selbigen. Platon weiß bereits zu trennen zwischen dem Werden und dem Sein, Cicero folgte ihm im Begriff des "relegere", der diese Trennung auf ewig im Begriff Religion bannte (vgl. bei G. Agamben, Profanierungen) Mit dem Wissen um diese Trennung kann der Mensch dem Werden zum Sein folgen oder es unterlassen. Religion ist damit nichts, was Dawkins dort feststellt, er ist Erzähler in einer Zeit der Beliebigkeit, die Unachtsamkeit des Geistes honoriert. Vor nahezu 2500 Jahren war es Sokrates, der wachsam im Geiste sich den Dingen stellte.
Der Timaios ist ein Lese-Muss. Raffael in seiner "Schule von Athen" (ein wohlbekanntes Bildnis) stellte Platon, gen Himmel weisend, und Aristoteles, gen Betrachter weisend, in den Mittelpunkt des Bildes. Platon trug seinen wissenschaftlichen Timaois unter den Arm, Aristoteles seine Ethik. Zwei Denkrichtungen, die in der Gesamtheit das Menschenbild prägen.
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Wege zum glücklichen Handeln Epiktet Taschenbuch, Mai 2004 Verkaufsrang: 194807 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
"Die Philosophie kann auf uns achtgeben, aber nicht nähren." (Kierkegaard) 5 von 5 Punkten Es ist nicht erstaunlich, dass Epiktets praxisorientierte Philosophie in einer unsicheren Zeit entstand. Philosophie wird zum Mittel der Krisenbewältigung, zur Lebenshilfe, zu einem irdisches Glück verheißenden Religionsersatz.
Epiktet ist der Vertreter der Stoa. Als Sklave gelebt hat er früh erkannt, dass man selbst seinen höchsten Wert darstellt. Aus diesem Grunde empfiehlt er folgerichtig, auf die Wünsche und Begierden zu achten, damit nicht Unzufriedenheit über einen kommt. Unabänderliches versuche nicht durch Wünsche zu verbessern, Unerreichbares nicht durch falsche Begierde. So bleibe dem Sichtbaren, Realen treu und verliere dich nicht in Vorstellungen und Phantasien, die zu Vorwürfen gegenüber anderen führen. Wolle das, was geschieht klingt schon wie eine neurologische Erkenntnis der Jetztzeit. Achte darauf, was Gut und Böse ist, ist eine Maxime des Epiktetes, aber suche es nur in dem, was in deiner Macht steht. Handeln und Bewusstsein machen den Menschen aus, das reine Überleben und Vermehren ist ebenso die Bestimmung vernunftloser Wesen. Demjenigen, dem Vernunft und Bewusstsein gegeben, hat sich in der rechten Art und seinem Wesen gemäß zu verhalten.
Epiktet wurde im Jahr 50 n. Chr. geboren. Wie mit Platon und Aristoteles metaphysische Spekulation und wissenschaftlich-systematische Erkenntnis ihren Höhepunkt hatten, dient die Stoa und vor allem bei Epiktet der Sittlichkeit und Religiosität. Die Trias Logik, Physik und Ethik ist Bestandteil dieser durch Zenon im Jahre 300 v. Chr. begründeten Denkrichtung. Zenon suchte Anschluss an Heraklit, Sokrates und den Kynikern, ebenso bei Aristoteles. Neben Epiktet sind Seneca und der Cäsar Marc Aurel (siehe Rezension) die bekannten Vertreter des stoischen Denkens. Auswirkungen hatte die Philosophie der Stoa vor allem im Neuen Testament, bei den Schriften der Kirchenväter wie Augustinus, bei Spinoza und Goethe (vgl Dichtung und Wahrheit, II/6). Auch finden wir in den Werken Shakespeares Gedankengut der Stoa wieder.
Stoiker sind von Grund auf monisthisch, sie sehen im leitenden Prinzip alles, sie gelten als die konsequentesten Pantheisten des Altertums. Dieses leitenden Prinzip, der Gott Zeus, die Weltenseele ist alles, durch ihn, mit ihm und in ihm sind alle Dinge. Und so ist das stoische Weltbild eines des Neuen Testamentes. Seneca führt bereits seine Form des Pantheismus auf einen Gott zurück, so dass man schon von Theismus reden kann. Die ewige Wiederkehr, die Verknüpfung von Ursache und Wirkung zu einem, das All und die Vorsehung sind Elemente einer absoluten Logik. Wirklich frei in diesem Felde ist derjenige, der sich den Gesetzen der Natur unterordnet, sagt Spinoza und diesem Sinne meinte Seneca Gott und Nietzsche den ewigen Mittag in der Wiederkehr desselben. Freiheit und Notwendigkeit demnach sind ein Paar. Denn größte Freiheit, größtes Glück und Weisheit erlangt der, der die Notwendigkeit, das Unvermeidbare in Würde trägt.
Nichts der Vernunft zuwider tun, macht weise. Übe dich in dem Möglichen, verzichte auf alles, was nicht in deiner Gewalt ist. So die einfache wie verständliche Botschaft. "Die Philosophie kann auf uns achtgeben, aber nicht nähren." Mit dieser Erkenntnis Kierkegaards findet man vielleicht die Stellung und Bedeutung der Philosophie insgesamt für das eigene Leben.
kluges büchlein 5 von 5 Punkten Die griechischen Philosophen haben sich schon vor einigen 1000 Jahren tiefschürfende Gedanken gemacht - nix neues insofern. Einen solchen Klassiker zu "bewerten" mag etwas anmaßend sein, aber sagen wir mal, die fünf Sterne sind für die tadellose, lesefreundliche Übersetzung. Und mit den meisten Lebensberatungsbüchern aus der Esoterikecke kann#s der gute alte Grieche allemal aufnehmen. |
Bekenntnisse Aurelius Augustinus Taschenbuch, 1985 Verkaufsrang: 194252 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Augustinus beginnt mit harscher Kritik an den Bildungsinhalten, die er in der Schule erlernte, die ihn aber nur von Gott entfernten. Ebenso scharf geht er mit sinnlichen und körperlichen Vergnügungen ins Gericht. Ausführlich beschreibt er seine fehlgeleitete Leidenschaft, die er auf körperliche Genüsse und materiellen Reichtum zurückführte, anstatt sie als eine Sehnsucht nach Gott zu verstehen. Mit Verachtung schildert er seine Jugendzeit voller Irrtümer,...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)
Ein Klassiker von dem man viel lernen kann!! 5 von 5 Punkten Bei den Bekenntnissen des Aurelius Augustinus handelt es sich um eine Autobiographie des Augustinus. In 13 Büchern (besonders in den ersten 10) schildert er, von seiner Kindheit angefangen, seinen Weg zum Christsein. Die Bekenntnisse des Augustinus sind auch gleichzeitig eine Werbeschrift für das Christentum, da er sie schreibt, als er bereits Christ ist. Das Spannende ist sein Lebensweg, der sich als Suche nach dem christlichen (augustinischen) Gott gestaltet, obwohl er von Geburt an in einer christlich geprägten Familie aufwächst. Besonders seine Mutter Monica ist für ihn der Inbegriff einer Christin. Auf seinem Weg begegnet Augustinus den verschiedensten religiösen und philosophischen Strömungen seiner Zeit. Dazu gehören u. a. die Manichäer, die Skeptiker und die Platoniker. Alle diese Strömungen lassen Augustinus, der wiederum als Prototyp des Fragenden und Suchenden erscheint, unbefriedigt. Letztlich findet er den Gott nach dem er sucht, auch wenn seine Suche nicht endgültig zufriedengestellt erscheint. In seinen Bekenntnissen bleibt Augustinus stets selbstkritisch und das macht auch das Besondere an dieser Schrift aus, da hier geradezu ein "moderner" Charakter-/ Wesenszug erkennbar wird. Augustinus hinterfragt und zwar ständig, er gibt sich nicht leichtfertig zufrieden, sondern bastelt vielmehr stets an seiner Identität (Patchwork-Identität). Er ist keineswegs indifferent gegenüber bestehenden gesellschaftlichen und religiösen Mustern und Normen. Neben dem reflexiven Charakter des Augustinus, in dem man manchmal auch sich selbst wiedererkennt, bekommt man besonders viele Eindrücke über eine ganze Epoche. Besonders von den bereits erwähnten phil. Strömungen und deren Lehre und Wahrnehmung in der spätantiken Gesellschaft erhält man einige Eindrücke.
Die Lektüre lohnt sich also, Augustinus bleibt immer "Kind" seiner Zeit - wie sollte es auch anders sein - und deshalb sollte man auch vorschnell keine modernen Deutungsmuster an seine Sinnwelt herantragen. Am besten ein jeder macht sich ein eigenes Bild. 5 Sterne, absolut empfehlenswert!!!
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Nietzsche für Anfänger. Ecce homo: Eine Lese-Einführung Rüdiger Schmidt, Cord Spreckelsen Taschenbuch, Juni 2000 Verkaufsrang: 120137 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Meine Formel für die Größe am Menschen ist amor fati [lat.: Liebe des Schicksals]: dass man Nichts anders haben will, vorwärts nicht, rückwärts nicht, in alle Ewigkeit nicht. Das Nothwendige nicht bloss ertragen, noch weniger verhehlen - aller Idealismus ist Verlogenheit vor dem Nothwendigen -, sondern es lieben ...«(Friedrich Nietzsche, Ecce Homo)Die autobiographisch-philosophische Spätschrift Ecce homo entstand in den Jahren 1888/89 und erschien posthum 1908. Sie ist die aufschlußreiche Selbstinterpretation Friedrich Nietzsches, bedeutsam vor allem auch durch den eingeschobenen Rückblick auf seine Werke. Der euphorische und apodiktische Ton des Textes erfordert jedoch besondere Kennerschaft, ein Vorwissen über die Person wie über die Werke gleichermaßen. Dieses Buch bietet sich als Wegbegleiter für eine sinnvolle Lektüre an. Dass Rüdiger Schmidt und Cord Spreckelsen kompetente Hilfestellung geben können, haben sie bereits mit ihrer Lese-Einführung zu Zarathustra (30124) erfolgreich unter Beweis gestellt. Rüdiger Schmidt promovierte über Nietzsches Frühwerk und ist seit 1999 Leiter des Kollegs Friedrich Nietzsche in Weimar. Cord Spreckelsen studierte Physik und Philosophie in Heidelberg. Seit 1996 arbeitet er an der RWTH Aachen. Er leitet dort die Abteilung Wissensbasierte Systeme am Institut für Medizinische Informatik.Weitere Werke von Friedrich Nietzsche bei dtvFriedrich Nietzsche bei dtv
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Ideen: Eine Kulturgeschichte von der Erfindung des Feuers bis zur Moderne Peter Watson Gebundene Ausgabe, Oktober 2006 Verkaufsrang: 173162 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Vom Abenteuer des Denkens, Entdeckens und Erfindens. - Die große Kulturgeschichte der Menschheit. Leseschmöker und Denkabenteuer, Fundgrube und Ideen-Kompendium Peter Watson bietet nach »Das Lächeln der Medusa« erneut Geistesgeschichte zum Anfassen. Beginnt die Ideengeschichte der Menschheit, als die Frühmenschen erstmals Feuer machen, vor ca. 1,8 Millionen Jahren? Oder schon mit dem ersten Faustkeil vor etwa 2,5 Millionen Jahren? Warum entwickelte sich vor 40 000 Jahren eine komplexe Sprache? Wie kamen das Minus- und das Plus-Zeichen in die Vorstellungswelt, und wie entstand das Bild vom Paradies? Peter Watson lädt ein zu einer Expedition durch die abenteuerliche Welt menschlicher Ideen. Vom ersten Feuer, dem ersten Werkzeug und den ersten Worten über die Geburt der Götter, die ersten Gesetze und die Entwicklung großer Zentren von Wissen und Weisheit bis hin zu den umwälzenden Ideen der Moderne: das Größte und das Kleinste, das Selbst-Bewusstsein des Individuums und die Entdeckung des Unbewussten. Dabei ordnet Watson die riesige Materialfülle nach drei zentralen Ideen, die für ihn die Geschichte der Menschheit prägen: die Seele, mehr als die Idee von einem Gott, Europa, mehr als das Gebiet auf der Landkarte, und das Experiment als Motor aller Entwicklung. Wie schon in seinem erfolgreichen Standardwerk »Das Lächeln der Medusa« über die Ideen des 20. Jahrhunderts gelingt es dem begnadeten Wissensvermittler, den Leser in den Kosmos des Denkens und Erfindens zu locken. Voller Staunen verfolgt man das Auftauchen und Verschwinden von Ideen, Denkern und Kulturen, erkennt ungeahnte Zusammenhänge und sieht schließlich die eigene Welt als Produkt eines gewaltigen Prozesses aus Mut, Erfindungsgeist und Erkenntnislust. Das Standardwerk zur Ideen- und Kulturgeschichte Ideales Geschenk für Bildungshungrige
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Gigantisches Werk 5 von 5 Punkten Dieses Buch ist ein Konzentrat der menschlichen Kulturgeschichte, der Geschichte der Ideen. Auf jeder Seite wird eine Fülle von Informationen geliefert, dass das Leserhirn fast überlastet ist. Es wird nicht reichen, dieses Buch nur einmal durchzulesen, sondern man wird es immer wieder gerne zur Hand nehmen, um Entwicklungen und Strömungen besser zu verstehen. Trotz aller Abzweigungen und Nebenwege gelingt es dem Autor in der komplexen Materie einen roten Faden beizubehalten und dem Leser die Entwicklung der menschlichen Ideen nahe zu bringen. Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die Interesse an Geschichte haben.
Weitere Lesermeinungen |
Die Antwort auf das Böse Omraam Mikhael Aivanhov Taschenbuch, Dezember 2002 Verkaufsrang: 59697 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Böse ist eine Tatsache, mit der wir im inneren und äußeren Bereich täglich konfrontiert werden und mit der wir umzugehen lernen müssen. Es wäre unnütz oder sogar gefährlich, das Böse bekämpfen zu wollen, denn der Kampf wäre allzu ungleich. Wichtig ist aber, die Methoden zu kennen, mit denen man es beherrschen und umwandeln kann.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein wunderbares Buch 5 von 5 Punkten In diesem gut geschriebenen Buch beschäftigt sich der Autor mit dem Bösen, woher es kommt, wieso es existiert, wo wir ihm täglich begegnen und wie wir es durch Liebe und Licht ausgleichen können. Er erzählt auch von den drei großen Versuchungen, die jeder Mensch ausgesetzt ist und wie wir uns davor schützen können. Ein einzigartiges Buch, ein Stück zur Meisterschaft! |
Gesammelte Schriften: Philosophie der neuen Musik: Bd 12 Theodor W. Adorno Taschenbuch, Mai 2003 Verkaufsrang: 167903 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
grotesk, anmaßend, demagogisch, unsachlich 2 von 5 Punkten
Der/die mir vorangegangene Rezensent(tin) M.Geyer spricht mir aus der Seele, was die Äußerungen des Theodor Adornos betrifft.
Ich möchte dem noch etwas sehr ausführlich hinzufügen. Adornos Befürwortung der 12 - Tonmusik Schönbergs, die Atonalität, die neue, serielle Musik allgemein, darf keinesfalls als unantastbar im Raum stehen gelassen werden, so, als sein sie als allgemeingültig in irgendeiner Weise akzeptabel.
Adorno verherrlicht nämlich im Grunde den Ausdruck einer neurotisch gewordenen Generation, die sich in Wahrheit vom Klang weg hin zur Krachkultur entwickelt hat und proklamiert, dass sie den wahren ehrlichen Klang gefunden habe. Was es mit der Behauptung auf sich hat ist schon rein physikalisch sehr schnell widerlegt.
Hier die Erläuterungen dazu:
Die tonale Grundton bezogene Musik ist- ob man zu ihr einen Bezug hat oder nicht- das was man als "absolute" Musik bezeichnen muss. "Absolut" ist nicht nur ein Gegenbegriff zur so genannten "Programmmusik", sondern "absolut" ist für sich interpretiert ein Wort für vollkommen, göttlich, naturhaft oder für kosmische, universale Realität.
Das 7 tönige (stufige) Dur und damit die tonale Grundton bezogene Musik ist durch ein Naturgesetz begründet, das nicht nur in der Musik, sondern übrigens ebenso im Licht herrscht. Lichtfarben kann man bekanntlich in Töne herunter transponieren und im Licht bestehen 3 Hauptstufen (die Primärfarben Rot, Grün und Blau).
Die Zwölftöner meinen das wesentlichste Naturgesetz überhaupt, die Naturtonreihe, bzw. die Obertonreihe, die den periodischen Schwingungsaufbau eines Tones ausdrückt, kappen zu können, indem sie den Unterbau, das Gerüst der Obertonreihe ignorieren und sich nur noch ihrer Krone, ihres Daches bedienen - die chromatische Tonleiter mit ihren 12 Tonstufen . Das ist so, als ob man einen Baum ohne Stamm und Zweige definieren könnte, nur noch das Blätterdach im Zusammenhang mit dem Baum erwähnen würde oder ein Haus über das Dach definieren könnte. Das ist ausgemachter Blödsinn!
Man muss sich vergegenwärtigen, dass die Dissonanzen dann keine mehr sind, wenn sie im natürlichen Gefüge der Obertonreihe aufgefangen werden.
Dazu zeige ich allen Zweiflern hier ein Experiment auf dem Klavier auf. Aber vorher sei kurz der Obertonreihenaufbau eines Tones für nicht so informierte Laien erläutert.
Spielen wir einen Ton, so erklingt messbar im Obertonaufbau in der 3. Lage der Durdreiklang. Dann folgen durch weitere Intervallteilungen allmählich alle 12 Töne im Obertonspektrum. Ein Ton zeichnet sich durch ein periodisch geordnetes Schwingungsgemisch aus.
Zum Grundton schwingt gleichzeitig immer die Oktave im Verhältnis 1:2 (also schwingt der Okatvton doppelt so schnell wie der Grundton mit.) Es folgt die Teilung der Oktave in der nächsten Tonlage in zwei Intervalle- Quinte und Quarte, wobei das Schwingungsverhältnis nun von der Oktave zur Quinte 2: 3 und das Verhältnis von Quinte zur Quarte 3: 4 ist. Die Quinte schwingt dreimal so schnell wie die Grundschwingung, die Quarte viermal so schnell mit. In der nächsten, 3. Tonlage werden beide Intervalle wieder geteilt. Zunächsst die Quinte im Terzton. So erklingt jetzt der natürliche Durdreiklang mit großer und kleiner Terz. Die Quarte teilt sich in kleine Terz und die große Sekunde. In der nächsten, 4. Lage werden die Intervalle weiter geteilt, immer in einem periodischen- geraden- Zahlenverhältnis. Man braucht also mehrere Lagen, um das Obertonspektrum mit allen 12 Tönen des Oktavraumes darstellen zu können. Das Geheimnis ist also, dass in einem Ton immer alle anderen Töne mitschwingen, was wir so nicht bewusst, sondern nur als einstimmiges Klangerlebnis wahrnehmen.
Eine einzelne Schwingung kann man nur synthetisch herstellen. Der Obertonreichtum eines Tones auf einem Instrument oder in der Stimme unterscheidet Klangfarben aber keine Tonhöhen.
Dass sich auch im Zusammenklang aller 12 Töne keine Disharmonie in der Obertonreihenfolge einstellt, beweist nun dies Experiment:
Man spiele auf dem Klavier mit Pedal von einem Grundton aus in der Reihenfolge der Obertonreihe durch 5 Lagen die Obertonreihenfolge: Grundton-Oktavton -Quinte- Quarte-große Terz- kleine Terz-große Sekunde, kleine Sekunde bis man bei allen schwarzen und weißen Tasten der chromatischen Tonleiter angekommen ist. Einen Augenblick abwarten und hinhören, was nach wenigen Augenblicken als Nachklang übrig bleibt: Und man hört, dass die Dissonanz der chromatischen Tonleiter völlig im Grundton verschmilzt- er allein bleibt hörbar als Nachklang übrig.
Nun ein weiteres Experiment:
Man spiele einen Grundton, drücke das Pedal und verlasse die Obertonfolge und spiele gleich das Endprodukt, die chromatische Tonleiter in einer Lage darüber. Der Nachklang wird tonlos, denn jetzt ist nur noch ein diffuses dissinantes Cluster, ein Rauschen hörbar.
Musik ist Klang und Klang besteht physikalisch definiert aus Tönen und nicht aus Geräuschen. Dem Klang liegt ein periodisches Schwingungsgemisch zugrunde, weshalb Töne entstehen, die man sauber intoniert nachspielen, nachsingen kann. Im Gegensatz dazu liegt dem Geräusch ein unperiodisches Schwingungsgemisch zugrunde, das man nicht nachsingen oder spielen kann.
Isoliert man die chromatische Tonleiter von ihrem Stamm-Aufbau wird sie im Zusammenklang nachweislich zum Geräusch. Damit hat die Atonalität und die 12- Tonmusik im Grunde keinen Anspruch mehr Musik genannt zu werden, denn sie verwandeln Klang in ein Rauschen, indem sie das Grundtongefüge verbannen. Sie lassen das Fundament des Hauses weg und bedienen sich nur mehr des Daches, der chromatischen Tonfolge.
Das Dach steht psychologisch gesehen für den Intellekt, aber nicht für den ganzen Menschen- geschweige denn, für den ganzen Kosmos!
Was in der Bewertung der Moderne, in der atonalen Musik - nicht nur von Adorno-außer Acht gelassen wird, ist, dass das tonale System naturhaft in der Obertonreihe verankert ist. Die Zwölftonmusik und alle anderen atonalen Techniken sind hingegen willkürlicher Art, künstliche Tonsysteme, die sich der Teilaspekte des Ganzen bedienen und das Ganze damit aus dem Blickwinkel verlieren.
Bei der Zwölftönmusik besteht das Gesetz, niemals einen Dreiklang - überhaupt eine Konsonanz- erklingen zu lassen. Im Ablauf eines Musikstückes darf kein Ton wiederholt werden, bevor alle Töne der Reihe im Spiel waren- sei es akkordlich oder melodisch untergebracht.
Zwölftöner und alle Atonalen isolieren die Dissonanz von der Konsonanz. Das ist- wie wir sehen- widernatürlich und so etwas wird in unserem Sprachgebrauch auch als neurotisch bezeichnet. - Es bedarf bekanntlich einer Therapie, um Neurosen zu heilen. Sie aber als Fortschritt für das menschliche Bewusstsein zu deklarieren, ist nichts als eine Schutzbehauptung und deshalb muss dem sehr deutlich widersprochen werden.
Mir scheint, als ob ein solcher Musikverfechter vergleichbar die Botaniker dazu aufrufen würde, blaue- oder lila Bäume zu züchten, statt die ewig grünen Blätter beizubehalten, weil er der natürlichen Farbe Grün überdrüssig geworden ist.
Im Blattgrün schwingt nämlich natürlich der Dreiklang!
Die Sehnsucht nach einer besseren Welt auch musikalisch ausdrücken zu wollen, wo es gleichberechtigt und gerecht zugeht, ist natürlich immer legitim. Leider bleibt sie aber nur als Illusion bestehen, weil die Welt nun einmal hierarchisch aufgebaut ist. Die Steine- die Pflanzen- die Tiere und zuletzt der Mensch ist die Grund-Hierarchie, die nicht wegzudenken ist. Jede wieder für sich unterscheidet sich an Größe und Struktur. Es gibt keine Gleichmacherei, aber es gibt etwas zwischen Ungleichen was man mit Kommunikation bezeichnet! Das Große und das Kleine- alle haben die Möglichkeit harmonisch miteinander umzugehen und das ist was Musik bewirken soll: Verständigung, Harmonisierung in uns selbst, mit den Anderen und dem Kosmos, damit es uns gut geht, wir froh und gesund sind und bleiben.
Wir selber sind jeder ein Musikstück, das hat bereits Pythagoras gewusst wenn er sagte: Bevor der Mensch Musik machte, hat die Musik ihn gemacht. Oder : Ein Fels ist zu Stein gewordener Gesang.
(Schauen sie im Internet auf meine "Astro-Musikuhr", dort wird der Zusammenhang zwischen Musik, Farbe und Kosmologie deutlich gemacht)
Es bedurfte einer ganzen Menschheitsgeschichte, um den Kosmos musikalisch zu ergründen, seine Gesetze begreifen zu können, ihn sinnlich spürbar wahrhaftig zu spiegeln. Die Kadenz und weiter alle 12 Tonarten in einem temperierten System genannt der Quintenzirkel untergebracht, d.h. in einem großen Ganzen fassbar zu ordnen, ist eine einzigartige Errungenschaft des bewussten Menschen des Abendlandes, in dem sich Natur und menschliche Ratio versöhnend in einem guten Kompromiss treffen. Nun konnte sich der Musiker ganz in die kosmische Ordnung einbringen und authentisch wirken. Von nun an bekommt die Musik immer stärker ihren Stellenwert in der Kunst zugewiesen, bis sie sich dann bald zur Königin aller Künste gemausert hatte.
Vergessen wir nicht: Die Terz war Jahrhunderte lang als "unkeusch" verboten in der Kirche zu musizieren. Endlich war sie da, die zugelassene Mitte, das persönliche, verinnerlichte Gefühl, das Individuum, der ganze Mensch- und schon ängstigen wir uns wieder davor, wie einst die Kirchenpatriarchen es taten, sie zuzulassen. Es ist in Wahrheit regressiv und nicht progressiv den Dreiklang und damit die Tonalität verleugnen zu wollen, wie es die Avantgarde allgemein im Sinn hat und vor allem Adorno mit seinen Beschwörungen uns lehren will.
In der Quintessenz meine ich zu Recht sagen zu können : Die Zwölftonmusik, allgemein die atonale moderne serielle Musik, kann allenfalls als Protest gegen das Natürliche, ja, gegen Gott Geltung haben, weil sie unbeseelt ist.
Dass man in der Kunst so etwas ausdrücken kann und muss, ist richtig und Aufgabe. So hat das eine bitter enttäuschte Generation, die so furchtbare Kriege und Zerstörungen erlebt hat, auch vorgenommen. (Diese Erklärung habe ich von derart Komponisten persönlich gehört.)
Wer die Zwölftonmusik und atonale Moderne aber als Idealfall für das Erhabenste in der Musik preist, wendet sich gegen den universalen Schöpfergeist, und das ist vermessen!
Die Atonalen mögen sagen, dass wir uns das gute harmonische Gefühl im Dreiklang einbilden, es nur anerzogen sei und wir uns nur an Disharmonie gewöhnen müssten... dagegen spricht aber die Zeit. Seit etwa 100 Jahren versucht, wird sie von einem normal empfindenden musikalischen Menschen als zerstörerisch empfunden und daher total abgelehnt.
Vielleicht protestierten die meisten Zwölftöner nicht wirklich gegen das Göttliche, das Absolute im Tonalen, sondern gegen den Missbrauch desselben, mit dem man Kitsch und Gefühlsduselei allmählich immer mehr verband und Menschen manipulierte. Aber es gibt nichts Gutes, was nicht auch missbraucht werden könnte.
Komponisten müssen auch heute so schreiben, wenn sie in ihren Kreisen ernst genommen werden wollen. Es wird nach neuen Hörerlebnissen, Reizen immer wieder in der neuen Musik verlangt, sonst kann man offensichtlich nicht mit Aufmerksamkeit rechnen. Sie werden zu Produzenten einer Krachkultur und nicht einer der des Klanges, die Gültigkeit hat und Menschen verhelfen kann in ihrem Grundtongefüge verankert sein zu können. Das alles hat wie gesagt mit Musik - mit Klang, nichts mehr zu tun!
Einmal alles Gewohnte wegwischen, einmal total alles Harmonische in Frage stellen, ist absolut richtig und gesund. Es dient zur Bewusstseinsschärfung zweifellos. Aber dabei bleiben wollen, ist destruktiv, ist krank!
Da können Adorno und seine Weggefährten noch so wortgewandt versuchen zu überzeugen, es wird ihnen niemals gelingen, dass man unnatürliche Dissonanz auf Dauer akzeptiert.
Schaut man in die Natur, sieht man, wie sich alles natürlich gegen Dissonanz verwehrt. Man weiß, dass letztlich jeder Grashalm eine eigene Grundschwingung hat und eine Wiese mit all den vielen Halmen total dissonant klingen würde, gäbe es da nicht das Konsonanzbestreben eines jeden Halmes, weshalb man sich auf eine Grundschwingung auf der Wiese einigt. Dort passt sich jeder Halm ganz selbstverständlich auf der Suche nach Übereinkunft an, wobei man wie von selbst sozusagen zur Einigung, zur Konsonanz kommt. Alles strebt natürlich aus der Dissonanz nach Konsonanz, nach Einigung, nach Harmonie, d.h. nach Tonalität, nach "Erlösung" aus Dissonanz.
Es hat die Moderne, das Atonale, eine Reinigungsfunktion für alle, da besteht kein Zweifel. Aber sie ist im Kern destruktiv, Ausdruck von Zerstörung und Degenration, das sollte man einfach mal zur Kenntnis nehmen!
Damit hat diese neue so genannte Musik sicherlich etwas geleistet, zumal man durch sie den Geistes- und Seelenzustand einer kranken Gesellschaft sichtbar, spürbar gemacht bekommen hat.
Dazu ist sicherlich Kunst da, Zustände bewusst zu machen. Aber wie der Musiker und Philosoph Theodor W.Adorno meint, dass die Zwölfton- Musiker zu vollkommeneren Werken gekommen sein als Beethoven oder die großen Romantiker wie Brahms und Wagner beispielsweise, ist wirklich total subjektiv gewertet, absurd, und nur so zu verstehen, dass er zu der schwerbeschädigten Kriegsgeneration gehörte.
Es ist bedauerlich, dass es so weit so schnell gekommen ist, dass in der ernsten Musik die Tonalität verbannt wurde. Lange genug hatte es doch gedauert, bevor der Mensch überhaupt zur Mehrstimmigkeit gekommen war (um das 1. Jahrtausend herum entstand die erste Mehrstimmigkeit in der Menschheitsgeschichte), geschweige denn zur Tonalität. Es dauerte lange- nach vielen Formen dissonanter Polyphonie- von der "ars antiqua" bis hin zu den Burgundern, der "Franko-Flämischen Epoche"- weiter über die unterschiedlichen Modi (Kirchentonarten), bis der Mensch endlich zum dualen Tonsystem von Dur und Moll im 17.Jahrhundert durchgedrungen war. Zwei der alten griechischen 7 stufigen Tonleitern (Modi) stellten sich als zusammengehöriges Paar heraus: das Ionische - die natürliche Tonfolge der 7 Stammtöne auf C gebaut- wurde zu Dur (männl.Pol) und das Äolische, die 7 Stammtöne auf A - wurde zu Moll (weibl.Pol). Durch die "Temperierung" der natürlichen Intervalle wurde daraus der Quintenzirkel mit den 12 Tonarten möglich. So schließt sich der Kreis. Der alte Grieche hat zur gültigsten Musikform die Grundlagen geschaffen. Endlich war man in der Musik nun auch da angekommen, anzuerkennen, dass die Dualität (Polarität) das Prinzip des Daseins ausmacht. Erst jetzt bekam sie auch langsam ihren Stellenwert in der Kunst, den sie bis dato nicht hatte.
Es handelt sich dabei um einen Bewusstseins-Quantensprung, den man nicht hoch genug schätzen kann! Er war mindestens so bedeutend wie andere physikalische Erkenntnisse in der Zeit wie z.B. die, dass sich nicht die Sonne um die Erde, sondern die Erde um die Sonne dreht.
Ganz besonders am allgemeinen Geschmack der Musik wird in der Zukunft deutlich werden, ob die Degeneration unserer abendländischen Kultur noch aufgehalten werden kann, oder nicht. Mit der Atonalität auf der einen Seite und der stereotypischen Popkultur auf der anderen Seite haben die Degenerationstendenzen ihren Ausdruck gefunden.
Eine Jugend, die trotz Musikunterrichts in der Schule nicht Dur und Moll auseinanderhalten kann, noch eine Dur-oder Moll-Tonleiter oder einen Dreiklang ganz selbstverständlich intonieren kann, lässt tief blicken... In unseren höheren Schulen glaubt man nämlich bei den intellektuellen Schulmusikern immer noch an die Möglichkeit der Wegrationalisierung des Dreiklangbewusstseins und übt das alles nicht mehr. Im Resultat fördern diese Pädagogen nichts anderes als Unmusikalität und damit absolute Orientierungslosigkeit und Destruktivität.
Monika Piper-Albach (München)
Hoch interessant aber auch höchst problematisch 4 von 5 Punkten Es lohnt sich unbedingt dieses Buch zu lesen. Was Adorno über Schönberg und Strawinsky, aber auch so nebenher über viele andere Komponisten schreibt, ist immer hoch interessant und ungemein anregend, man mag ihm in der Sache zustimmen oder nicht. Das paradoxe dabei ist oft, dass er gerade auch über Komponisten wie Wagner, den er aus ideologischen Gründen eher ablehnt, höchst einsichtige Dinge zu schreiben weiß (es sei in diesem Zusammenhang auch auf sein Buch über Wagner verwiesen). Seine kritischen Anmerkungen sind hier oft erhellender als so manches apologetische Buch über denselben Gegenstand.
Was das Buch jedoch so problematisch macht, ist sein ideologisch demagogischer Charakter. Adorno bietet seine ganze rhetorische Brillanz auf, um mit apodiktischer Schärfe die "Zwölftontecknik" als historisch konsequente, ja gar als Ziel- und Kulminationspunkt der ganzen Musikgeschickte zu etablieren. Das ist die Methode Demagogen eine Sache mit unerschütterlicher Überzeugung wieder und wieder zu wiederholen, bis die Zuhörer letztendlich tatsächlich daran glauben. Manchmal klingt es wirklich grotesk, wenn er Werke von Beethoven oder Wagner als unvollkommene Vorstufen zu Schönbergs Werken abtut.
Bei Licht besehen ist die "Zwölftontechnik" ein völlig willkürliches und schon beim Schritt von der Ein- zur Mehrstimmigkeit sich in Widersprüchlichkeit verwickelndes oder eben in Beliebigkeit auflösendes System. Wenn einige Komponisten daraus für sich eine produktive Selbstbeschränkung beziehen, ist das legitim, doch darin den einzig wahren Weg der musikalischen Entwicklung zu sehen, ist hanebüchen. Dabei ist Adorno zu intelligent, um nicht auch genau diese Schwächen selber zu sehen. Doch auch hier wendet er die Mittel des demagogischen Rhetorikers an, indem er die Einwände der Kritiker vorwegnimmt, um ihnen damit von vorneherein den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Überhaupt leidet Adorno unter der Schwäche vieler brillanter Rhetoriker, die sich von ihrer eigenen Rede davontragen lassen. Adornos Theoriengebilde sind tatsächlich keineswegs wirklich konsequent und kohärent. Seine Argumentationsweise hat viel mehr prozessualen Charakter, seine quecksilbrige Intelligenz ist eher sprunghaft.
Adornos größte Schwäche ist, dass er nicht von Musik als Material abstrahieren kann oder besser gesagt, dass ihm alle Musik, die mit einer laxen Haltung zu dieser für ihn so zentralen Frage des Zusammenhangs zwischen Material und Erscheinungsform geschrieben wurde, zuwider ist. Genau aus diesem Grund ist ihm auch die Musik Strawinskys, deren handwerklich hohes Niveau er durchaus anerkennt, ein Dorn im Auge. Seine ganze Argumentation ist aus einem tief verwurzelten moralisch hygienisch Antrieb gespeist, der das Wesen der Kunst viel zu eng fasst. Kunst ist in Wahrheit viel widersprüchlicher und inkonsequenter, Missverständnisse dort oft weit produktiver als stringente Logik.
Ihre Einseitigkeit und Intolleranz macht Andornos Ästhetik aber auch historisch gesehen prekär. Dass sie in ihrer Apodiktik und ihrer Tendenz zur "Gleichschaltung" auf unheimliche Weise den diktatorischen System des 20. Jahrhunderts ähnelt, wird mit historischen Abstand immer deutlicher.
Thomas Mann hat das wohl schon zu seiner Zeit hellsichtig erkannt. Er war bereits während des 1. Weltkrieges mit seinen "Betrachtungen eines Unpolitischen" durch das Fegefeuer der ideologischen Verblendung gegangen. Dass sein "Adrian Leverkühn" im "Dokter Faustus" eben nicht das heldenhafte widerständige Genie ist, sondern im Gegenteil auf ideologischer Ebene denselben Versuchungen des Teufels wie das deutsche Volk verfällt und daran zu Grunde geht, wurde damals noch gar nicht so wahrgenommen. In einigen beiläufigen ironischen Bemerkungen lässt Thomas Mann das in seinen Tagebüchern anklingen. Mit wissendem Schmunzeln hat er dann auch Schönbergs und Adornos begierige Wünschen, als geistige Urheber von Leverkühns Ästhetik gewürdigt zu werden, genüge getan.
A tour de force of the dialectical method 5 von 5 Punkten Often misunderstood, often misinterpreted, often abused: So is Adornos philosophy of the new music. Presented via its to protagonists, Arnold Schoenberg and Igor Stravinsky, Adornos manages to present his difficult and controversial idea of the musical materials historical imperative. The reader should not be put off by the form, extremely long sentences and a concentration af ideas often overwhelming, but rather try to let Adornos enthusiasm take its effect and then read the book again and perhaps again once more allowing his ideas to become still clearer. And so it will be evident that the book is not so much a speech for or against either Schoenberg or Stravinsky but rather a study of these two composers' - according to Adorno the two must talented of their generation - way of dealing with the material, a process leading to defeat are you doing "the right thing" or adjusting to circumstances, so Adorno comtemplates. |
Leben, Wissenschaft, Verantwortung: Ausgewählte Texte Hans Jonas Taschenbuch, Dezember 2004 Verkaufsrang: 163762 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Philosoph und Religionswissenschaftler Hans Jonas (1903-93) gehört zu den größten Denkern des 20. Jahrhunderts. Er widmet sich gleichermaßen den Geisteswissenschaften wie den Naturwissenschaften und weist der Verantwortung eine zentrale Rolle zu. Die Textauswahl deckt die für Jonas repräsentativen Themengebiete ab, unter anderem: Die Evolution und die Möglichkeit der Freiheit - "Das Prinzip Verantwortung" - Vom Sinn des Todes.
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Kunst als Erfahrung John Dewey Taschenbuch, 24. Mai 2006 Verkaufsrang: 169609 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
| Mimesis. Kultur - Kunst - Gesellschaft Gunter Gebauer, Christoph Wulf Broschiert, April 1992 Verkaufsrang: 177706 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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Werke in 20 Bänden mit Registerband: Werke in 20 Bänden und Register, Bd.15, Vorlesungen über die Ästhetik III.: Bd 15 Georg Wilhelm Friedrich Hegel Taschenbuch, Mai 2008 Verkaufsrang: 177275 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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