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Vom Glück, vom Schmerz und von der Seelenruh. CD: Eine Auswahl aus Senecas Schriften Seneca Audio CD, Oktober 2006 Verkaufsrang: 235201 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Alltag, der Beruf, die Familie, die Liebe, die Sexualität, kurz das Leben scheint das Schwierigste auf der Welt zu sein. Warum sonst erscheinen diese unzähligen Ratgeber, die für alle Lebenslagen Hilfe anbieten? Dabei könnte alles so einfach sein. Seneca wusste schon vor 2000 Jahren so viel über den Menschen und die Gesellschaft, dass die Lektüre seiner Schriften die meisten Ratgeber überflüssig macht.
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Die Kunst des Lügens: Eine sprachliche Fähigkeit und ihr moralischer Wert Simone Dietz Taschenbuch, Juli 2003 Verkaufsrang: 216625 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wer einen anderen als Lügner bezeichnet, weiss, dass dies eine Beleidigung ist, die man nicht leichtfertig von sich geben darf. Auch wenn in den Augen vieler eine Notlüge bisweilen gerechtfertigt sein mag, legt doch die Betonung besonderer Umstände nahe, dass Lügen "an sich" schlecht seien. So selbstverständlich die moralische Verurteilung der Lüge im Alltag aber auch ist, so unklar ist ihre Begründung: Ist das Lügen ein Missbrauch der Sprache? Zerstören Lügen das zwischenmenschliche Vertrauen? Sind Lügen generell ein Angriff auf die Freiheit der Belogenen? Dieser Essay prüft die Einwände, die gegen das Lügen sprechen, und kommt zu dem Ergebnis, dass eine prinzipielle Verurteilung des Lügens nicht zu rechtfertigen ist. "An sich" ist das Lügen vielmehr eine besondere sprachliche Kunstfertigkeit, deren Einsatz in bestimmten Situationen durchaus angemessen ist. Insofern wendet sich dieses Buch an alle interessierten Lügner und Belogenen, die ihre Praxis besser kennen lernen wollen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Lügen als Angriff und Verteidigung 5 von 5 Punkten Normalerweise werden Lügen als moralische Angriffe gegen das zu Grunde liegende Prinzip der Kommunikation: Sie wäre unmöglich, wenn alle Lügen würden. Damit war die Sache bei Kant und Augustinus erledigt. Dass Lügen an sich nicht schlecht sind, beweist die Autorin durch eine raffinierte und gelungene Sprachanalyse: Als sprachliche Fähigkeit ist das Lügen moralisch neutral, d.h., es kann schaden oder helfen, hat aber mit dem herkömmlichen Sinn der Moral (Wahrhaftigkeit) wenig zu tun, sondern eher mit einer Frage nach der Freiheit. Die Sprechakte-Theorie von Austin und Searle einerseits und die Kommunikationstheorie von Jürgen Habermas andererseits liegen der Methode von Simone Dietz zu Grunde.
Ich kann als Philosoph und Leher das Buch nur empfehlen. |
Weltfremdheit Peter Sloterdijk Broschiert, Oktober 1993 Verkaufsrang: 214700 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das schöne, vielleicht ein wenig zu deutsch klingende Wort Weltfremdheit benennt eine so ursprüngliche wie unvermeidliche Stellung antiker Minderheiten und neuzeitlicher Mehrheiten zu einem Ganzen, dessen Liebenswürdigkeit den Test der Geschichte nicht unbeschädigt übersteht. Folglich könnte man das Buch als eine Expertise zur Strukturreform im Weltaufenthaltsraum bezeichnen. Seinem Grundzug nach gehört es nicht zur Kulturkritik, zur Moralphilosophie noch weniger. Worum es in ihm geht, ist eine Phänomenologie des weltlosen oder weltabgewandten Geistes. Diese entfaltet gleichsam ein großes Welttheater unter dem Aspekt des Fernseins von der Bühne. Wird das Interesse dieser Studien als ein anthropologisches beschrieben, so ist dies nur mit einer Einschränkung korrekt. Nicht die Menschen sind die Helden der Geschichte, sondern die Rhythmen und Gewalten des Weltaufgangs und -untergangs, in denen Menschen vorkommen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Versuch über das Wachwerden im scheinbar Unbekannten 5 von 5 Punkten Weltfremdheit, Peter Sloterdijk
Versuch über das Wachwerden im scheinbar Unbekannten
Beginnen wir mit einer entlarvenden Feststellung, dass sich die heutige Philosophie mit keinem Wort zu aktuellen historischen Ereignissen und Trends wie z.B. der Globalisierung äußert außer P.Sl. selbst (Der Weltinnenraum des Kapitals). Die Auswirkungen von Medien und Telekommunikation scheinen an dieser Zunft vollständig vorbeigerauscht zu sein, was P.Sl. auf intellektuellen Hochmut, vereint mit Weltfremdheit, zurückführt. Nun ist P.Sl. medienerprobt und Nutzer dieser Plattform für die Sichtweisen auf diese unsere Welt, so wie sie der Fall ist. Weltfremdheit, das Wort ist Titel und Programm und meint hier, dass die Menge der Zusätze in dieser Welt durch Erkenntnis die Sichtweisen auf diese Welt zwar erweitert haben, aber abhängig vom jeweiligen Intellekt das Fremde zur Welt zugenommen hat. Die Welt ist nicht immer der Fall; was der Fall ist, ist nicht immer die Welt. Damit müssen wir uns nicht mit dem Freudianischen Todestrieb aus der Bredouille stehlen, sondern sollten uns dem „durch die Gattung als ganze dringende Ernst des Abenteuers Intelligenz“ widmen. Ich höre ein deutliches Sapere aude! des an sich kritischen Interpreters Kants.
Beginnend mit den Formen nervtötender Berieselung und Abkehr von der Welt durch psycho-akustische Dröhnung, hin zu einer Alternative der Oasen der Ruhe wie Wüste und Kloster versucht P.Sl. im „Prinzip Wüste“ die Heimat zu finden, die ohne Welt eine Gott-Seele Einheit Augustinscher Herkunft bildet. Die „souveräne Leere“ ist nichts anderes als Aufbruch und Flucht nach vorn in die Welt, die es in der alten Metapher zu verlassen gilt. Die westliche Umleitung ist die Zurückdrängung der Wüste als kontemplative Phase hin zur Medien- und Selbstvermittlungszeit in der Kommunikation. „Kann denn Westen Sünde sein“ fragt Sten Nadolny in der CICERO Ausgabe Mai 2006 und folgt der verabsolutierten Form der Kommunikation zum In-die-Welt-gehen, um diese nun Kennen zu lernen und die Weltfremdheit abzustreifen. „Mobilmachung in Permanenz“ ist gefragt, um den Strom der Einheit nicht abreißen zu lassen. Der Mensch ist solange in der Welt, wie der Vermittlungsstrom tätig ist. Der Mensch muss Held werden, in dem er dem eigenen Untergang entgegenwirkt und sich selbst befreit in die Abhängigkeit des neuen Daseins. Sich selbst Anschluss geben im Vita activa (Arendt) ist gefragt, mitgenommen wird nur derjenige, der im Kommunikationsstrom schwimmt. Veränderung kommt durch Unzufriedenheit, nach Bloch der Motor der Geschichte.
In dieser Weise behandelt P.Sl. die Welt im Sinne von Flucht oder Sucht, eine dialektische Betrachtung über Drogen, deren illuminativen Auswirkungen und sog. vernünftigen Ekstasen, über die Bestimmung des Menschen im Sinne Fichtes und Nietzsches und über den Verlust des Selbst an die Macht des Faktischen, als Empfindung, „von der Pfeife geraucht zu werden“ (Baudelaire).
Seelische Endabsichten finden sich wieder in den schönen Wagnissen manischer Jenseitshoffungen und erliegen der Erlösung als Überhöhung der Verzweifelung, ohne sie erreicht zu haben. Die Notwendigkeit der eigenem Mündigkeit wird nach Kantschen Vorbild assoziiert, dem Weg der Aufklärung folgt ein aufgeklärter Mensch, der, trotz ungefragt in die Welt geworfen zu sein, eine nachträgliche Bejahung der Zeugung und der Geburt im Sinne der Selbst-Verantwortung und ‚Mut zum Sein’ abliefern muss. Dieser Mensch muss sich selbst übernehmen, die Welt wird seine, das Fremde entweicht.
Allem Individualen folgt der koinos, der Sinn für Gemeinschaft, den Heraklit in den Fragmenten schon beschrieb, Buber übernahm und alles münden muss in einen luziden Traum, der Glücklich sein zur Pflicht macht und die Erwartung der Intelligenz nicht abweichend stellt von dem Verlangtem.
Insgesamt nennt P.Sl. sein Werk ein freies Assoziieren. Freies Assoziieren ist u.a. eine Freudsche Therapieform, die auch hier den Autor wie vielleicht dem Leser hilft, die Sichtweisen auf die Welt in einen wenn auch nicht allumfassenden doch in einen erweiterten Kontext zu bringen und sich selbst das In-der-Welt-sein als Weltfremdheit endgültig auszureden.
21.05.2006
Die Idee des Helden 5 von 5 Punkten Weltfremdheit ist ein Werk Sloterdijks, das sich mit den inneren Formen der Seeele beschäftigt. Ein Mensch ist auf dem Weg zu seinem Inneren, wenn er den Weg der Erkenntnis sucht. Dabei wird er zwangsläufig ‚Fremdem' begegnen. Je weiter sein Weg nach oben in der Gesellschaft geht umso fremder wird ihm seine Welt erscheinen. Das zu einem solchen Unterfangen Rückrat und Mut gehört ist klar. Sloterdijk vertritt die Meinung, dass ein jeder einen gewissen ‚Seelenstriptease' durchführen muss um seine Position in der Gesellschaft zu erhalten. Je offener ein Mensch damit umgeht, umso weiter kann er es bringen. Das ganze spiegelt sich in folgendem Zitat wider: ‚Der Held ist der Mann, der aus dem Meer der Verzweifelung an Land geht. In ihm beginnt das Abenteuer der Zivilisation als Kolonialisierung des ichhaften Festlands - das Wohnen und Thronen auf neuem Kontinent: Eigenmacht, Können, Wollen, Wissen. Darum sind die Helden die psychologischen Pioniere der Kultur; sie roden den Dschungel der Ohmacht und der Konfusion.' |
Die philosophische Hintertreppe Vol.1, 11 grosse Philosophen im Denken und Alltag Wilhelm Weischedel Audio CD, Oktober 2002 Verkaufsrang: 61030 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Hintertreppe benützt man dort, wo man Zugang hat und sich zu Hause weiß. Die Hintertreppe ist, so sagt Weischedel, 'der Zugang zum unmittelbar Menschlichen'. So lernen wir in diesem Hörbuch die Philosophen als die Menschen kennen, die sie sind. Weischedel läßt uns am Privatleben jener Männer teilnehmen, die den Gang der europäischen Geistesgeschichte bestimmt haben. Er zeigt uns aber gleichzeitig, daß das Anekdotische Fragen aufwerfen kann, die an das Wesen des Philosophierens rühren.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 32 Bewertungen)
Philosophie ist sich selbst genug. 4 von 5 Punkten "Wer danach fragt, was das wahrhaft Seiende ist, der darf sich nicht an die uns umgebende Wirklichkeit halten und auf diese starren; er darf sich nicht an die vergänglichen Dinge halten. Er muss vielmehr auf das Ewige und Immerseiende blicken, das über alle Wirklichkeit steht, ja, das in all unserer Wirklichkeit das einzige wahrhaft Wirkliche ist."
(Parmenides, 5. JH v.Chr.)
W. Weischedel (1905-1975) zeigt in anschaulicher, einführender Weise den Kreislauf der Philosophie. 34 starke Philosophen zieht er zusammen, die erklären, was die Welt im Innersten zusammenhält, wie der Mensch sich in ihr bewegt und wie die Fragen an diese Welt die Menschen bewegt.
Thales, der erste Vorsokratiker und Urvater der Philosophie führt den Weischedelschen Reigen an, zurecht, denn die erste Frage vor 2500 Jahren ist so aktuell, dass sie heute noch die Gemüter und Geister berührt, wenn nicht gar trennt: Was ist das Wesen von alledem? Woher kommt, woher entspringt das alles? was ist der Ursprung von allem? Was ist das eine, das Umfassende, das Prinzip, dass macht, dass alles wird, ist und besteht?
Weil Thales diese Fragen als erster stellte, wird er zum Urvater der Philosophie. Parmenides und Heraklit folgen als Zwillinge im Geiste, die beide auf unterschiedlichen Wegen erkennen, dass alles eins ist und wie erschrak einst Parmenides, als er dieses entdeckte. Ein ewig Stirb und Werde durchzieht die philosophischen Gedanken und so ist der Gehende der Platzmachende für Neues, damit dem Ganzen eine Ewigkeit und Unendlichkeit gegeben ist. Da, wo nichts geht und alles bleibt, ist Tod. Die Welt wird in der Tiefe des ewigen Seins zu ergründen sein. Denkt man diesen Dualismus weiter von Sein und Nichtsein als Frage, so findet Parmenides die Wirklichkeit in der Verbindung von Sein und Nichts. Dieser Dualismus wird bei Sokrates in Fragen verwandelt und in einer dritten Stufe zu einer erhöhten, vielleicht göttlichen Synthese geführt. Doch die Götter sind vielfältig, sie unterstützen das Suchen und es findet sich alles wieder im Menschen. So sehen wir den Menschen wachsen in der unendlichen Liebe eines Platon und der teleologischen Perspektive des Einswerden mit der Gottheit, wie Aristoteles das der Welt immanente letzte Ziel definiert.
Uns so vergehen die Jahrhunderte, doch die Frage des Thales bleibt, es ändern sich die Versuche einer Antwort und die Erklärungen aus dem Mehrwissen kommen hinzu. Die Naturwissenschaft prägt den Logos, den Heraklit schon aufzeigte, die Einzigartigkeit oder das Eine wird zur Monade, der Mensch, das Ich zur Fixierung bei Fichte und der Pessimismus zur Grundfeste bei Schopenhauer oder gar zum Nihilismus bei Nietzsche, aber das Streben des Anfangs von Thales und Parmenides, zu werden als Mensch im Sinne des göttlichen Seins wird zur Atheismusdefinition bei Feuerbach, der den Menschen zum Schöpfer Gottes macht.
Das Sein und das Nichts der ersten Philosophen befruchtete 2500 Jahre später u.a. Heidegger und Sartre und mit Russel verfällt die Philosophie in die Philosophie des Protestes bis dann Wittgenstein den Untergang des Redens ankündigt, weil die Beschreibung des Ists völlig ausreiche.
Weischedel gelingt es bestens, den Umfang des Philosophischen Denkens dem Leser näher zu bringen, bestens im Sinne von neugierig machend. Dieses Werk ist nicht angelegt auf tiefe Analyse der einzelnen Vertreter. Mehr geht es um einen Überblick mit Zusammenhängen. Sehr schade finde ich die kurzsichtige Art des Verlages wie des Verfassers, nicht eine Liste von Referenzwerken aufzulisten. Die Hauptwerke hätten es vielleicht getan. Dieses als Mangel in einem ansonsten sehr verständlichen Werk.
Dass Raffael es begriff, was die philosophische Schule in Athen ausmachte, was ihr eigentliches Zentrum war, sehen wir in seinem berühmten Bild, was zugleich Titelbild des Buches ist. In der Mitte sehen wir Platon und Aristoteles, Platon, die Hand nach oben weisend und seinen Timaios unter dem Arm, Aristoteles, die Hand gen Betrachter weisend mit der Ethik. Die Verbindung von pythagoreerischem Vernunft-Denken des Timaois und aristotelischer Ethik erzeugen eine Ganzheit.
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Die Sprache und der Tod: Ein Seminar über den Ort der Negativität Giorgio Agamben Broschiert, 22. Februar 2008 Verkaufsrang: 199549 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. Obgleich die abendländische Philosophie seit jeher den Menschen als sowohl sprechendes wie sterbliches Wesen bestimmt, ist nach Heidegger »das Wesensverhältnis zwischen Tod und Sprache noch ungedacht«. In diesem frühen philosophischen Werk dokumentiert Giorgio Agamben den Lektüreverlauf eines Seminars, das ebendieses »Wesensverhältnis« zu denken versuchte: acht Tage (und sieben Exkurse) intensiver Auseinandersetzung mit Hegel und Heidegger, Benveniste und Jakobson, Aimeric de Peguilhan und Leopardi, Leonardo und Aristoteles, die immer wieder auf jene andere Stimme stößt, in der die bedeutungslosen, tierischen Stimmen »aufgehoben« sind. Sie erweist sich als die ursprüngliche ethische Dimension, in der der Mensch der Sprache sein Jawort, ihrem Stattfinden seine Zustimmung gibt. Sollte also, der Behauptung ihres notorischen Phonozentrismus zum Trotz, die Metaphysik schon immer Grammatologie betrieben haben? Und wird man den metaphysischen Horizont, in dem Logik und Ethik, Sprache und Tod ununterscheidbar werden, nur überschreiten können, wenn man einen infantilen Gebrauch von der Sprache zu machen versteht?
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Agambens Wurzeln. Ein frühes Seminar zur ethischen Problematik der menschlichen Stimme. 4 von 5 Punkten Eins vorweg, dieses Buch ist kein neues Werk von Agamben und gehört keineswegs zum "Homo Sacer Projekt". Es gehört eher in die Reihe von Schriften, die Agamben in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren publiziert hat. In dem Abschnitt "Experimentum linguae" aus Kindheit und Geschichte" weist Agamben auf den inneren Zusammenhang dieser Schriften hin: In der Tat bezeugen viele Zettel aus den Jahren zwischen der Niederschrift von Kindheit und Geschichte (1977) und von Die Sprache und der Tod (1982) das Projekt eines hartnäckig ungeschrieben gebliebenen Werkes. Sein Titel lautet Die menschliche Stimme, oder gemäß anderen Notizen, Ethik über die Stimme" (7).
In diesen Kontext gehört also auch dieses Werk. Es ist ein sehr schweres und grüblerisches Werk geworden, das höchste und allerhöchste Ansprüche an den Leser stellt. Es zeigt sowohl einen Agamben, der noch ganz unter dem Einfluss der letzten Grossmeister des Denkens steht (Bataille, Heidegger, Hegel, Derrida) , als auch einen Agamben, der es wie später versteht mittelalterliches Denken und gnostische Esoterik (hier: Valentinus statt Basilides) zu einem aufregenden Denkweg zusammenzubringen.
Strukturiert ist das Buch ähnlich wie sein Messianismus-Büchlein über Paulus", das heißt ein Seminar wird hier nachträglich ausgeschritten und die wesentliche Gedankenschritte werden referiert. Das Buch setzt Spotlights bei Heidegger (Erster Tag, Sechster Tag, Exkurs 7), schreitet weiter zur Porblematik von Hegels Negativitätsdeutung und ihrer Interpreten (etwa Bataille, Kojève) (Zweiter Tag, Fünfter Tag, Exkurs 7). Die restliche Abschnitte beschäftigen sich mit dem Begriff der sige in der Gnosis, und anderen mystischen Abhandlungen (etwas über die Namen Gottes). Der achte Tag öffnet die Perspektive zur ethischen Problematik der Stimme und der Problematik der Ereignisses bei Heidegger und dem Absoluten Hegels.
Fazit: Ein sehr schweres Buch, das sich noch nicht so souverän von den Vorbildern befreit hat, wie sonst bei Agamben. Eine Empfehlung für Leser, die eine gründliche Verankerung des Werks von Agamben in seinen früheren Schriften unternehmen wollen. Leser, die Kindheit und Geschichte schon besitzen, sollten wohl das Buch erst einmal ansehen, da sich vieles doppelt. Leser, die eher von den neueren Schriften Agambens angetan sind sollte auf den nächsten Teil des Homo Sacer Projekts warten. Für Kenner 4 Sterne, für Anfänger 3 Sterne, das als Einstieg viel zu schwierig.
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Ontologie und Dialektik.: 1960/61 Theodor W. Adorno, Rolf Tiedemann Broschiert, 18. Juni 2008 Verkaufsrang: 50292 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Adornos Vorlesung von 1960/61 kann für jenes Buch über Heidegger stehen, das Adorno nicht geschrieben hat - und nicht schreiben wollte. Es ist zugleich die verspätete Ausführung eines Projekts, das Walter Benjamin schon um 1930, bald nach dem Erscheinen von Sein und Zeit, verfolgt hatte, ohne es je auszuführen: "den Heidegger zu zertrümmern", wie er formulierte. Für Adorno bedurfte es nicht der Erinnerung an den Plan des Freundes; wie dieser hatte er bereits unmittelbar nach Erscheinen von Sein und Zeit, also längst vor Heideggers berüchtigter Rektoratsrede, reagiert und die Fundamentalontologie abgelehnt. In Heidegger sah er einen eher bescheidenen, darum freilich um so gefährlicheren Denker, der nach dem Zweiten Weltkrieg zu seinem intellektuellen Gegenspieler wurde. Adorno hat Heideggers Denken vielfach der Kritik unterzogen, niemals und nirgends jedoch in der Form der politischen Denunziation, sondern indem er den Zusammenhang des philosophischen Gehalts mit dem politischen aufzeigte: als Plädoyer für Aufklärung und Rationalität.
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Wissenschaftstheorie: Ein Studienbuch
Broschiert, Oktober 2007 Verkaufsrang: 171398 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Werk bietet eine umfassende und fundierte Einführung in die Theorie der empirischen Wissenschaften. Nachdem in den ersten beiden Kapiteln die Entwicklung der Wissenschaftstheorie sowie die Dynamik wissenschaftlicher Theorien im Vordergrund stehen, werden in einem zweiten Teil zentrale Problemfelder wissenschaftstheoretischer Reflexion systematisch behandelt: Wissenschaftliche Erklärung, Kausalität, Induktion und Bestätigung, Naturgesetze, die Rolle des Experiments in den Wissenschaften, Reduktion und Emergenz sowie Wissenschaftlicher Realismus. Im dritten Teil des Buches werden Erträge der wissenschaftstheoretischen Analyse einzelwissenschaftlicher Theorien vorgestellt: Raum-Zeit-Theorien, Quantentheorie, biologische Evolutionstheorie, der Funktionsbegriff in der Biologie sowie Theorien komplexer Systeme. Die verschiedenen Kapitel wurden von ausgewiesenen Kennern der betreffenden Teilgebiete verfasst, was die nötige fachliche Tiefe und Aktualität gewährleistet, ohne dass der einführende Charakter verloren ginge. Das Buch richtet sich an Studierende der Philosophie und der empirischen Wissenschaften, vor allem der Naturwissenschaften, an Lehrende in Universität und Schule, sowie an alle, die an der Frage interessiert sind, wie wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung funktioniert. Die einzelnen Kapitel können unabhängig voneinander studiert werden, am Ende jedes Kapitels werden Literaturhinweise zur vertiefenden Beschäftigung mit dem Thema gegeben. Ein Glossar und ein Sachregister runden das Buch ab.
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Wasserthron und Donnerbalken. Eine kleine Kulturgeschichte des stillen Örtchens Daniel Furrer Gebundene Ausgabe, März 2004 Verkaufsrang: 193664 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Launige Einfürhung in ein "anrüchiges" Thema 4 von 5 Punkten Was uns heute selbstverständlich erscheint, ist selbst heute noch nicht überall einheitlich geregelt, wie wir besonders auf den letzten Seiten des Buches erfahren dürfen. So ist das Dusch-WC bis heute nur sehr wenig verbreitet und fast nur in Japan hat man gerne beheizte Klobrillen und musikalisch unterlegte Spülungen.
Ausgehend von den Gepflogenheiten im alten Griechenland, in Ägypten und Rom mit seinen Provinzen zeigt uns Furrer, dass das Wasserklosett insbesondere als öffentliche Einrichtung schon eine sehr sehr lange Tradition hatte.
Dieses Buch ist kurzweilig und stellenweise sehr überraschend, wenn auch die Problematik der Geruchsbelästigung manchmal ein wenig zu ausgiebig betont wird. Das Ausscheidungen übel riechen muss nicht erwähnt werden. Ansonsten allerdings ein nettes Kuriosum.
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Grosses Wörterbuch Philosophie Grundwissen von A-Z
Broschiert, Juni 2006 Verkaufsrang: 74927 In rund 1.300 Stichwörtern werden neben allgemeinen Grundlagen der Philosophie Begriffe aus den folgenden Rubriken besprochen: Logik, Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ontologie, Ethik und Ästhetik.
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Philosophische Vitamine Theo Roos Audio CD, 24. September 2007 Verkaufsrang: 117492 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Auf kluge und unterhaltsame Weise erzählt Theo Roos von einigen der wichtigsten Philosophen der Lebenskunst, ihren Lebensweisen und Lebensweisheiten. Von Epikur und Jesus, Kierkegaard, Nietzsche und Freud bis hin zu Foucault veranschaulicht er deren zentrale Erkenntnisse und lebenspraktischen Nährwert und liefert philosophische Nahrung, die den Hunger nach Sinn und Lebensglück stillt!
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Gute Idee mit viel zu vielen englischen Sequenzen 3 von 5 Punkten Positiv: Philosophie wird knackig-schmissig und mit gelegentlichen Musikeinlagen unterlegt vorgebracht.
Negativ: Immer und immer wieder werden irgendwelche englischen Aussagen eingestreut, die man ganz ohne Probleme ins Deutsche hätte übersetzen können (es aber in der Regel nicht tut!). Zudem ist ZU viel Musik vorhanden, da ganze Lieder (ebenfalls in englischer Sprache) eingebaut sind, ohne dass es dem Verständnis entscheidend zuträglich ist.
Fazit: Gute Idee, aber (längst) nicht "perfect done"..... Ich habe im Abitur durchweg gute Noten in Englisch gehabt, aber dennoch konnte ich manches an diesem Hörbuch nicht verstehen.
Schade drum - der Ansatz war so vielversprechend. |
Handbüchlein der Moral und Unterredungen Epiktet Gebundene Ausgabe, Januar 1984 Verkaufsrang: 167741 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die eindringliche Anleitung zum glücklichen Leben im stoischen Sinn, die immer wieder an die engen Grenzen des in unserer Macht Stehenden erinnert, hat über die Jahrhunderte hinweg bis in die Gegenwart hinein ihre Wirkung als "Trostbüchlein" behalten.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
"Was ist nun mein? Der Gebrauch der Vorstellungen." (nach Diogenes) 5 von 5 Punkten Neben den Gedanken zur Moral (siehe unter ISBN: 3150087880) sind die kurzen Auszüge über die Epiktetschen Unterredungen von ebensolcher Bedeutung. Seine profunden Gedanken über den Weltbürger, Freiheit und Verantwortung, die Welt in ihrer großen Einheit, über Phantasien und deren verführerisches Gut, über Verseinsamung und Verlassenheit und in allem steckt die Botschaft: "Verstecke dich nicht vor dir selbst!"
Und in "Zweck und Mittel" fragt er in diesem Sinne recht einfach: " [...], wenn du dich von den [äußeren] Dingen nicht hinreißen läßt, was brauchst du dann noch?"
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Epiktet wurde im Jahr 50 n. Chr. geboren. Wie mit Platon und Aristoteles metaphysische Spekulation und wissenschaftlich-systematische Erkenntnis ihren Höhepunkt hatten, dient die Stoa und vor allem bei Epiktet der Sittlichkeit und Religiosität. Die Trias Logik, Physik und Ethik ist Bestandteil dieser durch Zenon im Jahre 300 v. Chr. begründeten Denkrichtung. Zenon suchte Anschluss an Heraklit, Sokrates und den Kynikern, ebenso bei Aristoteles. Neben Epiktet sind Seneca und der Cäsar Marc Aurel (siehe Rezension Weg zu sich selbst) die bekannten Vertreter des stoischen Denkens. Auswirkungen hatte die Philosophie der Stoa vor allem im Neuen Testament, bei den Schriften der Kirchenväter wie Augustinus, bei Spinoza und Goethe.
Stoiker sind von Grund auf monisthisch, sie sehen im leitenden Prinzip alles, sie gelten als die konsequentesten Pantheisten des Altertums. Dieses leitenden Prinzip, der Gott Zeus, die Weltenseele ist alles, durch ihn, mit ihm und in ihm sind alle Dinge. Und so ist das stoische Weltbild eines des Neuen Testamentes. Seneca führt bereits seine Form des Pantheismus auf einen Gott zurück, so dass man schon von Theismus reden kann. Die ewige Wiederkehr, die Verknüpfung von Ursache und Wirkung zu einem, das All und die Vorsehung sind Elemente einer absoluten Logik. Wirklich frei in diesem Felde ist derjenige, der sich den Gesetzen der Natur unterordnet, sagt Spinoza in Anlehnung und diesem Sinne meinte Seneca Gott und Nietzsche den ewigen Mittag.
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Einführung in die Logik. (De Gruyter Studienbuch) (De Gruyter Studienbuch) Ansgar Beckermann Taschenbuch, 22. September 2003 Verkaufsrang: 42583 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieses Buch enthlt die Grundlagen der ÷konomischen Analyse des Rechts und ihrer Anwendung auf das deutsche Zivilrecht. Es ist eine umfassende Darstellung dieser Forschungsrichtung, in der die Normen und Regelungsprobleme mit den Mitteln ÷konomischer Theorie analysiert und bewertet werden.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Logik zur Einführung: klar und verständlich. 5 von 5 Punkten Nach meinen ersten Logik-Vorlesungen begann ich mir um das Bestehen der
kommenden Klausur ernsthafte Sorgen zu machen...dieses Buch hat sie mir
genommen! Vorher hatte ich mir bereits vier andere Werke mit ähnlichen Titeln gekauft, aber mit Ausnahme von Wesley C. Salmons "Logik" waren
sie alle zu "mathematisch" und erklärten nicht, wozu Logik überhaupt nütze sei.
Ansgar Beckermann beginnt ganz von vorne, erklärt in Ruhe und ausführlich die Grundlagen, um dann über die Sprachenlogik und deren Anwendung zum
formalen Teil der Aussagen- und Prädikatenlogik zu gelangen. Die "Mengenlehre" sowie die Themen "Relationen" und "Funktionen" werden auch im notwendigen Umfang dargestellt. Jedes Kapitel endet mit einer Reihe Übungsaufgaben, deren Lösungen sich im hinteren Teil des Buches finden.
Leider fehlt diesem Buch im Anhang ein Glossar, damit man Fachausdrücke
schnell nachschlagen kann. Dafür müsste ich eigentlich einen Punkt abziehen, tue es aber dennoch nicht, weil der komplette Stoff auch und gerade zum Selbststudium hervorragend beschrieben ist.
Verständlich und informativ 5 von 5 Punkten Ich benutze dieses Buch gerade im 1. Semester des Philosophiestudiums. Vor dem Logikkurs hatte ich die meiste Angst, aber dank der kompetenten Art, mit welcher Beckermann anhand einfacher Beispiele die logische Sprache entschlüselt, dürfte dieser Kurs nicht besonders problematisch werden. Danke dafür, Herr Beckermann |
Die 68er: Schlüsseltexte der globalen Revolte
Broschiert, März 2008 Verkaufsrang: 45143 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die politischen und sozialen Protestbewegungen der 68er entstanden weltweit lange vor dem Jahr 1968 und ebbten erst Ende der 1970er Jahre ab. Sie waren ein internationales Phänomen und reichten von den antikolonialen Befreiungsbewegungen der drei Kontinente über die Sozialbewegungen der Schwellenländer bis in die Metropolen des kapitalistischen Weltsystems. Das Jahr 1968 war zudem auch für die Länder des Staatssozialismus folgenreich. Die Texte, die hier vorgestellt werden, haben das globale 1968 geistig vorbereitet und beeinflusst. Die Auswahl beschränkt sich auf die Zeit bis 1968. (Die 1970er Jahre sind einem weiteren Band vorbehalten.) Neben politisch-programmatischen Texten finden sich theoretische Beiträge, die weltweit gelesen wurden, aber auch Flugblätter und Songs, die das Lebensgefühl dieser Jahre wiedergeben.
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Philosophie für Nonkonformisten. Kleine Anleitung zur Lebenskunst Theo Kars Taschenbuch, Juli 2004 Verkaufsrang: 209885 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Philosophie für Nonkonformisten ist ein eigenwillig-nachdenkliches Buch über die Frage, wie ein glückliches Leben gelingen könnte. Inspiriert durch den Satz des Epikur, daß die Vernunft unser höchstes Gut sei, beobachtet Theo Kars die Gebräuche und Eigentümlichkeiten unseres modernen Lebens, gibt kleine Charakterstudien unseres Handelns, läßt mit wenigen Strichen Alternativen zu unserem Verhalten aufscheinen. Kars Buch knüpft an die lange Tradition der Maximen und Reflexionen, der moralischen Handbüchlein oder Handorakel an, die vor allem ein Ziel verfolgen: ihre Leserinnen und Leser zum Gebrauch der eigenen Vernunft zu verführen, das Alltägliche hin und wieder gegen den Strich zu bürsten. Ein aufklärend-anregendes, gelegentlich auch provozierendes Buch zum vernünftigen, glückhaften Leben, das einem zudem neue Begegnungen mit den Großen der philosophischen Lebensbetrachtung verschafft (Gracian und Anatole France, La Rochefoucauld, Seneca und einige mehr) - eben philosophische Lebenskunst für alle Nichtphilosophen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Diese Buch hätte man vor 30 Jahren lesen sollen! 5 von 5 Punkten Ich habe schon viele Bücher über die Lebenskunst gelesen. Aber dies ist das Beste! Hätte mir in meinen 60 Lebensjahren viel Suche und Ärger erspart, wenn es so etwas schon vor 30 Jahren gegeben hätte. Einiges (aber wirklich nur wenig) entspricht nicht meiner Lebensmaxime; so z.B. seine Gedanken als Hedonist über gewollte Kinderlosigkeit (aber vom egoistischen Standpunkt hat er Recht!). Und sein Rat, "sein Maul zu halten", wenn man etwas als Unrecht oder Ungerecht empfindet. ("die Schneeflocke schmilzt im Dreck und ändert nichts!"). Seine Gedanken über Tod und Suicid sind sehr hilfreich. Dieses Buch ist für "Glück-Suchende" unbedingt zu empfehlen!!
Weitere Lesermeinungen |
Über menschliche Freiheit Julian Nida-Rümelin Taschenbuch, April 2005 Verkaufsrang: 85943 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Julian Nida-Rümelin - Professor für politische Theorie und Philosophie in München - widmet sich in fünf Kapiteln einem der großen klassischen Themen der Philosophie: Warum die Annahme menschlicher Freiheit begründet ist - Warum Entscheidungen notwenig frei sind - Warum es keine Verantwortung ohne Freiheit gibt - Warum der Zufall moralisch irrelevant ist - Warum Menschenwürde auf Freiheit beruht.
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Farbsysteme in Kunst und Wissenschaft Narciso Silvestrini, Ernst Peter Fischer Gebundene Ausgabe, September 2002 Verkaufsrang: 185032 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Präzise und verständlich beschreibt Ernst Peter Fischer die wichtigsten Theorien und entwickelt dabei den Spannungsbogen, den die Geschichte der Farbsysteme zwischen Kunst und Wissenschaft schlägt. Zusammen mit der gelungenen grafischen Umsetzung der Theorien durch Narciso Silvestrini ensteht ein anschauliches Kompendium unterschiedlicher Farbordnungen, aus dem sich ein kulturgeschichtlicher Diskurs zwischen Kunst und Wissenschaft entwickelt
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Farbenblind? 5 von 5 Punkten Da gibt es Präsysteme, Farbsysteme und Metasysteme...mein Ziel nach den Wurzeln der Farbenleere zu forschen und nicht nur irgendwelche "officetaugliche" Systeme zu kennen und etwas über den Tellerrand zu schauen ist erreicht. Wunderschönes Buch mit tollen Darstellungen und Systemen aus allen Ecken der Welt genauso wie aus allen Zeiten...ausgeprochen gut beschrieben und neben den "wissenschaftlichen" Aspekten inspirierend und unterhaltsam. Achtung: unterhaltsam ist nicht mit einfach oder sueffig gleichzusetzen. Es ist ein Buch für ernsthaft Interessierte, nicht für Oberflächenkratzer...dazu ist es dann doch wieder zu komplex.
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Die Rückseite des Spiegels. Versuch einer Naturgeschichte menschlichen Erkennens Konrad Lorenz Taschenbuch, 1983 Verkaufsrang: 102410 Konrad Lorenz stellt hier nicht nur die komplexe Funktionsweise der menschlichen Erkenntnisfhigkeit dar, sondern er geht einen entscheidenden Schritt weiter: Ist der Unterschied zwischen menschlicher und tierischer Erkenntnis tatschlich so gravierend?
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Erstklassige Zusammenschau 5 von 5 Punkten Konrad Lorenz - Arzt, Biologie, Professor auf dem Lehrstuhl Immanuel Kants, Verhaltensforscher, Erklärer par excellence.Sein "Versuch" ist ihm meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Lorenz baut Stueck fuer Stueck und Schritt um Schritt vor dem Leser sein gewaltiges Gedankengebaeude auf. Die Kapitel sind sehr informativ, dabei stets kurz und knapp und immer auch verstaendlich, ja vergnueglich zu lesen. Lorenz beherrscht die Kunst, Wissen "mundgerecht" zu servieren. Er fasziniert den Leser, ohne zu blenden, bildet, ohne eingebildet zu sein. Statt nur fertige Ergebnisse zu praesentieren, gibt er auch Einblick in die Forscherwerkstatt, zeigt Irrwege Sackgassen auf dem Weg zur Erkenntnis auf. Man erfaehrt, wie er mit anderen Forschern und Denkern zusammenarbeitete. Besonders fasziniert hat mich die Verquickung von Biologie, Mathematik und Physik mit Psychologie, Philosophie und Poesie. Erst wenn man die Erkenntnisse aller Wissenszweige miteinander verquickt - statt sie gegeneinander auszuspielen - kommen wirklich tiefe Einsichten in das "Wunder Mensch" zustande. Lorenz regt durch seine packende und provozierende Darstellung zum Mitdenken an und deckt erstaunliche Paradoxien auf, die man im Alltag gerne als gegeben und "wahr" sieht: Gefahren von Demagogie und Werbung, Verantwortung des Menschen, Gefaehrdung der Menschheit eben durch ihre Faehigkeit zum schoepferischen Denken und ihren beispiellosen Erfolg als Spezies. Ein wichtiges Buch, das ich jedem homo sapiens empfehle. |
Von Larven und Puppen. Soll man Kinder wie Menschen behandeln? Midas Dekkers Gebundene Ausgabe, September 2003 Verkaufsrang: 44608 Die meisten Bücher über Kinder werden von Menschen eschrieben, die viel für Kinder übrig haben und von Biologie wenig wissen, sagt Midas Dekkers, und das Ergebnis ist allerlei pädagogischer Unsinn. Ich bin jemand, der mit einer gewissen Distanz auf Kinder blickt, aber viel von Biologie versteht. Und so habe ich eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Die hat er in der Tat äußerst anregend und sehr amüsant, erhellend und gelegentlich vielleicht sogar erschreckend, denn sein Blick auf Kinder ist nicht durch die rosafarbene Brille der Rührung getrübt. Dekkers wendet die Metamorphose, wie sie uns in der Natur vor allem aus dem Insektenreich vertraut ist, als Denkmodell auf den Menschen an: Das Kind unterscheidet sich vom Erwachsenen so sehr wie die Raupe vom Schmetterling es liegen Welten zwischen diesen Wesen, deren Interessen sich manchmal decken, aber meistens eben nicht. Alle 50-Jährigen beispielsweise haben mehr miteinander gemeinsam als jeder Einzelne mit dem Kind, das er einmal war. Ein Kind ist kein kleiner Mensch, sondern eine Larve, die ihre wesentlichen Aufgaben - (fr)essen und wachsen - perfekt beherrscht. In der Natur folgt auf das Larvenstadium die Ruhephase der Verpuppung, beim Menschen die Katastrophe der Pubertät. Ob man Larven und Puppen erziehen kann? Kaum. Aber man kann ihnen dabei helfen, sich zu Menschen zu entpuppen.
"`Von Larven und Puppen' ist kein kinderfeindliches Buch. Der Autor plädiert nur für andere Formen des Umgangs mit den Nachkommen." Nürnberger Zeitung "Man wird an Dekkers verflixt brillantem, spannendem Stil seine helle Freude haben." Die Welt "Sein Wissen serviert er subtil und beiläufig. Dekkers entführt auf eine Achterbahnfahrt kreuz und quer über den Jahrmarkt der Verpuppung." Süddeutsche Zeitung
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Super! Sieben Sterne und keinen weniger... 5 von 5 Punkten ... hat dieser populärwissenschaftliche Schmöker verdient!Kennen Sie viele Biologiebücher über die Entwicklung des Menschen oder gar über Insektenkunde, bei dessen Lektüre Sie bei jeder zweiten Seite laut auflachen? Bei dem Sie immer wieder jemanden im Haus suchen, dem Sie unbedingt eine Stelle laut vorlesen wollen? Wenn doch nur Schulbücher so großartig geschrieben worden wären! Es gäbe keinen Nachwuchsmangel mehr unter deutschen Biologen und anderen Naturwissenschaftlern. Auch unsere Erziehungsmethoden und unser Schulsystem sähen vielleicht längst anders aus! Aber nun mal ganz ruhig und abgeklärt das Buch besprechen: "Von Larven und Puppen" mit dem provokativen Untertitel "Soll man Kinder wie Menschen behandeln?" ist zunächst eine Art Bio-Buch. Ausgehend vom Wachsen der Eizelle im Mutterleib bis zum Überwinden der Pubertät und dem endgültigen Erwachsenwerden wird darin die Entwicklung des Menschen beschrieben. Midas Dekkers erklärt uns, daß Kinder sich vom Erwachsenen unterscheiden, wie Raupen und Larven von Schmetterlingen. Dabei unternimmt er im Laufe des Buches zur Erklärung dessen, was er meint, immer wieder Seitenexkursionen in andere wissenschaftliche Gebiete: in das Insektenreich in die Evolutionstheorie, in die Psychologie samt Verhaltensforschung, in die Mythologie und natürlich in die Wissenschaftsgeschichte. "Von Larven und Puppen" ist ein großartiges Querdenkerbuch mit ausgewogener und vielfältiger Nahrung für den geistig Hungrigen. Es ist auch ein Buch, das dem Leser die Augen öffnen kann. Bittere Wahrheiten über unser Schulsystem und andere Auswüchse im Umgang mit Kindern werden mit Humor aufgezeigt. Midas Dekkers gibt seinen Lesern das geistige Rüstzeug, Kinder richtig - nämlich kindgemäß - zu behandeln. So eine aufregende, witzige, kluge, menschliche und intelligent aufgemachte wissenschaftliche Breitseite findet man selten. Hinzu kommt noch, daß Dekkers phantastisch anschaulich über komplizierte biologische Vorgänge schreiben kann und über einen genialen schwarzen Humor verfügt. Außerdem hat er das Talent, seine Heimat (die Niederlande), und sich selbst (als ehemaliger Jugendlicher und erwachsener Biologe) auf die Schippe zu nehmen. Die 327 in den Text eingearbeiteten Schwarzweiß-Abbildungen, sind teilweise so ungewöhnlich und packend, daß sogar der Leseunwillige dieses Buch wie einen Krimi verschlingen wird. Sie zeigen aber auch, daß Midas Dekkers nicht nur über den objektiven und streng wissenschaftlichen Kanal spricht, sondern seinem Publikum auch einen intuitiv künstlerischen Zugang zu seinem Thema verschaffen kann. Sogar über die Poesie gelingt es Dekkers, seinen Stoff zu vermitteln. Ich empfehle das Buch jedem, der Kinder hat, jedem, der überlegt, ob er sich welche zulegen will und jedem, der bereits erfolgreich Kinder großgezogen hat. Außerdem ist es ein prima Geschenk für den wissenschaftlich Interessierten.
Mit Charme, Witz und scharfen Verstand... 5 von 5 Punkten ...belegt Midas Dekkers seine provokante Aussage "Soll man Kinder wie Menschen behandeln?" Selbstverständlich gehören Kinder zu einer Sorte Mensch, aber sie sind es noch nicht ganz, eher kleine menschenähnliche Lebewesen, die wie ferngesteuert agieren, um ihr Überleben zu sichern. Dabei schildert Dekkers, wie sie rücksichtslos und eigensinnig ihr komplettes Arsenal an Manipulationsversuchen jahrelang einsetzen, um den mühsamen Weg zu einer etwas größeren Menschart zu bestreiten. Diejenigen, die das nicht wahr haben wollen, werden auf wissenschaftlich fundierte Weise eines besseren belehrt. Diejenigen, die sich bestätigt fühlen, dass Kinder kleine Monster sind, werden überzeugt, dass es nur ein unausweichliches Stadium zum wirklichen Monster, nämlich dem erwachsenen Menschen ist. Diejenigen, denen dieses Thema schon immer gleichgültig war, zieht der Biologe mit geistreichen Ausflügen in das Reich der Natur in seinen Bann. Auch wenn man nicht Dekkers Meinung sein mag, man kann viel in diesem Buch über sich selbst und das Leben erfahren und lernen. Midas Dekkers schafft dies im Stile eines kurzweiligen augenzwinkernden Entertainers. |
Wo Engel zögern: Unterwegs zu einer Epistemologie des Heiligen Gregory Bateson, Mary Catherine Bateson Taschenbuch, November 2005 Verkaufsrang: 113749 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nach Geist und Natur. Eine notwendige Einheit hat Gregory Bateson an dem vorliegenden Buch gearbeitet, das er zu Lebzeiten aber nicht mehr zum Abschluß bringen konnte und das von seiner Tochter Mary Catherine fertiggestellt wurde. Ausgehend von dem, was wir über die biologische Welt wissen, sowie davon, was wir über das »Erkennen« zu begreifen vermögen, möchte Bateson erklären, was unter »dem Heiligen« zu verstehen sein könnte. Neben dem »Heiligen« spielen zwei weitere »integrative Erfahrungsdimensionen« eine wichtige Rolle: die des »Ästhetischen« und die des »Bewußtseins«. Es ist diese Konstellation von Problemen, der man sich, so Bateson, widmen muß, wenn man zu einer Theorie des Handelns in der lebendigen Welt gelangen will zu einer kybernetischen Ethik.
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Fremde sind wir uns selbst Julia Kristeva Taschenbuch, April 2008 Verkaufsrang: 59357 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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