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Die Wörter. Autobiographische Schriften Jean-Paul Sartre Taschenbuch, Oktober 1997 Verkaufsrang: 52975 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der weltberühmte Schriftsteller und Philosoph erzählt hier mit der Ironie eines Mannes, der alle Lügen seines Zeitalters und alle Illusionen, auch die eigenen, durchschaut hat, die Geschichte seiner Jugend. Eine faszinierende Studie über die kindliche Psyche, ein brillant geschriebenes Selbstbekenntnis, das die Tradition der großen französischen Moralisten für unsere zeit erneuert.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Die Verschränkung der Sprache und Erfahrung 5 von 5 Punkten In diesem Buch beschreibt Sartre seine Lebensgeschichte als lesende und später schreibende Aneignung der Welt durch die Wörter. Sartres Vater stirbt kurz nach seiner Geburt. Seine Mutter muß daraufhin wieder bei ihren Eltern einziehen, und wird behandelt, als sei sie noch ein minderjähriges Mädchen: "Jean-Baptistes Tod wurde das große Ereignis meines Lebens: er legte meine Mutter von neuem in Ketten, und gab mir die Freiheit." Sartres Großvater vergöttert das Kind und Sartre wird zum Familienmittelpunkt, der keine Pflichten kennt und auch keine Rechte, die er sich erstreiten müßte. Er kennt nur eine einzige Aufgabe: die zu gefallen. Jedoch verliert er sich selbst dabei und es verunsichert ihn zunehmend, daß er in der Welt, in der alles seinen Platz und seine Bestimmung zu haben scheint, die eigene nicht erkennen kann.
Durch Vorlesen und schließlich eigenständiges Lesen von Büchern findet er gefallen daran, sich aus der Alltagswelt reißen zu lassen. Die Welt in den Büchern scheint ihm einen größeren Wirklichkeitsgehalt zu besitzen: "dort war sie assimiliert, klassifiziert, etikettiert, durchdacht". Außerhalb der Literatur lebt Sartre zunehmend im Unbehagen: "im gleichen Augenblick, da ihre Zeremonien mich erkennen ließen, daß nichts ohne Grund existiert und daß jeder...seinen festen Platz im Universum besitzt, verflüchtigte sich meine eigene Daseinsberechtigung" (S.50). Er nimmt sich als überflüssig wahr, und hat das Bedürfnis zu fehlen. Gleichzeitig regt sich in ihm Widerstand gegen das vom Großvater vermittelte Bild der perfekten Welt und im Unglück einer Hauslehrerin erkennt er dessen erschreckende Seite: "Mademoiselle Marie-Louise demoralisierte mich ... als ich von ihren Klagen erzählte, lachte mein Großvater: sie war viel zu häßlich um geheiratet zu werden. Ich lachte nicht: man konnte also von Geburt her verurteilt sein? ... dann versteckte sich eine unerträgliche Unordnung hinter der Weltordnung." Sartre hatte den Idealismus von den Erwachsenen übernommen, er hatte gelernt sich mit ihren Augen zu sehen und begann nun sich von ihm abzuwenden. Er empfindet seine eigenen Handlungen und die seiner Familie als unaufrichtig und unwirklich: als ein Konglomerat von Heuchelei, Attitüden und Substanzlosigkeit, dem er nicht entrinnen kann. Er sehnt sich nach einer Begründung seines Daseins, kann diese aber nicht wie ein Eigentümer oder Erbe in den Gütern dieser Welt erkennen. Schließlich entdeckt er das Schreiben als Aneignungsbeziehung und Ausweg aus seiner Krise: "...das Universum breitete sich zu meinen Füßen, und jedes Ding begehrte demütig einen Namen. Ihm den Namen zu geben bedeutete gleichzeitig Schöpfung und Besitznahme." Zunächst schreibt Sartre vor allem um seine Phantasien zu verwirklichen und in sie einzutauchen. Als seine Tätigkeit entdeckt wird, bekundet seine Tante, daß er sicherlich später Schriftsteller werden wird. Bald sieht Sartre dies als Berufung an: Er setzt den Schriftsteller mit dem Helden gleich, beide werden dringend benötigt. Doch auch wenn er in Stunden der Trostlosigkeit immer wieder das Bild der Vorherbestimmung bemüht, findet er nur in der Erkenntnis seiner Freiheit einen Weg aus der Unaufrichtigkeit in der er sich selbst verloren hatte. "Im Augenblick, da ich der Natur entrann um nunmehr ich zu werden ... erkannte ich mein Geschick: es war nur meine Freiheit, die sich vor mir dank meiner Bemühungen wie eine fremde Gewalt aufgerichtet hatte." Zunächst ist Sartres Ideal allerdings eine Flucht ins posthume. Er möchte sich in ein literarisches Werk verwandeln, "in einen reinen Gegenstand" und das Leben erscheint ihm nur als ein notwendiger Umweg. Erst im Spiel mit seinen Schulkameraden erlebt Sartre dann "blitzartige Intuitionen", die ihm seine Notwendigkeit enthüllen: "Ich war unentbehrlich ... wem hätte Meyre den Ball zuspielen sollen, wenn ich nicht da war, ich". Das Spiel befreit ihn: "denn was ist ein Spiel anderes als eine Tätigkeit, deren erster Ursprung der Mensch ist ?" Bald ist es seine Bestrebung in allen Dingen nur noch von sich selbst abzuhängen. Er erkennt, daß das schreiben ihn nicht rechtfertigen wird jedoch ist kulturelle Tätigkeit "ein Erzeugnis des Menschen, worin er sich projiziert und wiedererkennt; allein dieser kritische Spiegel gibt ihm sein eigenes Bild."
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Zwischen Gut und Böse: Elementare Fragen angewandter Philosophie Ekkehard Martens Taschenbuch, Februar 1997 Verkaufsrang: 170976 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieses Bändchen bietet philosophische Orientierung in elementaren Fragen unseres Lebens wie den folgenden: Kann ein anderer wissen, was mich glücklich macht? -Warum kann nicht jeder denken und sagen, was er will? - Muß man immer dankbar und gehorsam sein? - Wer will ich werden? - Warum soll ich gut sein? - Wie unterscheiden wir uns von den Tieren? - Ist Abtreibung erlaubt? - Können Computer für uns entscheiden? - Ist alles nur eine Frage des Geldes? - Welche...
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Grundlegende philosophische Überlegungen 4 von 5 Punkten In relativ kurzen und verständlichen Abhandlungen wird den grundlegenden philosophischen Fragestellungen nachgegangen: Warum soll ich meinen Eltern gegenüber dankbar und gehorsam sein? Was unterscheidet den Mensch vom Tier? Ist man für Fremde verantwortlich? u.v.m. Die Antworten auf diese Fragen werden nach philosophischer Tradition teilweise nicht konkret gegeben, sondern durch den Leser anhand ausgewählter Diskussionsbeiträge selbst entwickelt. Ein empfehlenswerter Band fürs Studium oder für Interessierte, die sich aktiv mit den unterschiedlichen Thematiken auseinandersetzen möchten. |
Der unwissende Lehrmeister Jacques Rancière Broschiert, Juli 2007 Verkaufsrang: 202545 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der unwissende Lehrmeister Joseph Jacotot lehrt, was er nicht weiß, und verkündet die frohe Botschaft der intellektuellen Emanzipation: Alle Menschen haben die gleiche Intelligenz. Jacques Rancière zeichnet die Philosophie der intellektuellen Emanzipation nach und präsentiert sie unserer pädagogisierten und ungleichheitlichen Gesellschaft.1818 begann Joseph Jacotot, exilierter Revolutionär und Lektor für französische Literatur an der Universität Löwen, Panik im gelehrten Europa zu verbreiten. Nicht damit zufrieden, flämischen Studenten Französisch beigebracht, ohne ihnen eine einzige Lektion gegeben zu haben, lehrte er, worüber er unwissend war und proklamierte die Losung der intellektuellen Emanzipation: Alle Menschen haben die gleiche Intelligenz. Es handelt sich hierbei nicht um amüsante Pädagogik, sondern um Philosophie und, wenn man will, um Politik. Die Vernunft lebt nur von der Gleichheit. Die soziale Fiktion jedoch lebt nur von Rängen und ihrer unaufhörlichen Rechtfertigun g. Die große Lektion von Jacotot ist, dass die Bildung wie die Freiheit ist: Sie wird nicht verliehen, sondern genommen. Sie wird den Monopolisten der Intelligenz, die auf dem Erklärthron sitzen, entrissen. Es genügt, sich selbst zu erkennen und in jedem anderen sprechenden Wesen dieselbe Fähigkeit anzuerkennen.
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Politik der Bilder Jacques Ranciere Taschenbuch, Februar 2005 Verkaufsrang: 154816 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Unsere Zeit huldigt wieder einem Kult der Bilder, wo das Bild Darstellung und sinnliche Gegenwart (des Anderen, des fleischgewordenen Wortes) ist. Wenn jedwedes Motiv ästhetische Würde hat, Formen des Höheren und Niedrigen ununterscheidbar vermischt werden und keine Übereinkunft des Sichtbaren mit einer Ordnung besteht, gilt es, die Heterogenität der Bilder aufrechtzuerhalten. Die Bilder werden zu Vorgängen, die die Zusammenhänge in der Welt des Sehens, Sprechens und Denkens neu verteilen: ob ein Still aus einem Godard-Film, die Frage nach der Darstellbarkeit der Shoah, Installationen zeitgenössischer Kunst, ein philosophischer Diskurs oder das Industriedesign.
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Gut sein ohne Gott: Ethik und Weltanschauung für Kinder und andere aufgeklärte Menschen Christian Lührs Broschiert, Oktober 2007 Verkaufsrang: 16826 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Damit nicht genug der Nostalgie, denn der Untertitel lautet Ethik und Weltanschauung für Kinder und andere aufgeklärte Menschen. Hoffentlich ist dies nicht noch ein weiteres Werk, das dazu beiträgt, die Welt der Kinder zu entzaubern. Das ist doch schon genug der Fall. Schlagwörter wie Umweltzerstörung, Katastrophen, Kriegs- und Gewaltspiele, Computersucht, Amokläufe in Schulen begleiten den Alltag unserer Kinder. Wir stecken mitten im Tschernobyl der Sinne. Macht die Entrümpelung einer der letzten Nischen vieler unserer Kinder, nämlich der kindliche Glaube an Gott, Sinn? Mit großer Skepsis begann ich zu lesen. Je ausführlicher sich mir der Inhalt eröffnete, umso mehr war ich von ihm angetan. Der Autor Christian Lührs hat Kategorien aus dem Leben heraus erarbeitet, die grundlegend für jede menschliche Biographie sind, seien es die Thematik des eigenen Handelns, die Frage nach dem eigenen Willen, der Kultur, der Liebe, der Menschenrechte, dem Sinn des Lebens, Problemlösungsstrategien, der Umgang mit Freiheit, Regeln und Chaos, um nur einige zu nennen. In einfacher Sprache stellt er seine Ethik dar, die den Leser dort erreicht, wo das Zentrum des Lebens liegt, in der Freude und Liebe zum Leben. Es macht Spaß, sich Mühe zu geben, jedes Leben hat einen Sinn. Es gibt keinen Platz für no future oder null Bock. Die Frage bleibt offen, ob es ein Buch für Kinder oder doch eher für Erwachsene ist. Es könnte sich noch die Schlussfrage stellen, woraus der Autor die Kategorien schöpft. Und so landen wir wieder bei der Frage nach der Religion. Auf jeden Fall wird er seinem Anspruch gerecht, eine Ethik und Weltanschauung zu entwickeln. Diese ist sehr freilassend, frei von jedem Dogmatismus. Der Mensch als Mensch ist gefragt. Und zum Schluß war es für mich nicht mehr wichtig, Gut sein mit oder ohne Gott. ES ist zu wünschen, dass dieses Büchlein viele Leser findet.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Für Ethikunterricht geeignet 5 von 5 Punkten Als Gesprächsgrundlage für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sehr brauchbar. Auch für Ethikunterricht - als Gegenpol zur religiösen bzw. konfessionellen Dauerindoktrination - an Hauptschulen und Gymnasien.
Gut sein mit oder ohne Gott? 4 von 5 Punkten Gut sein ohne Gott der Titel dieses Buches sticht ins Auge und der Leser kann sich des unangenehmen Gefühls nicht erwehren, dass auch dies ein Buch ist, das der Hybris der Aufklärung erlegen ist. Ist die Gott ist tot Theorie, ein Markenzeichen der Aufklärung, nicht ein Auslaufmodell des 20.Jahrhunderts?
Damit nicht genug der Nostalgie, denn der Untertitel lautet Ethik und Weltanschauung für Kinder und andere aufgeklärte Menschen. Hoffentlich ist dies nicht noch ein weiteres Werk, das dazu beiträgt, die Welt der Kinder zu entzaubern. Das ist doch schon genug der Fall. Schlagwörter wie Umweltzerstörung, Katastrophen, Kriegs- und Gewaltspiele, Computersucht, Amokläufe in Schulen& begleiten den Alltag unserer Kinder. Wir stecken mitten im Tschernobyl der Sinne. Macht die Entrümpelung einer der letzten Nischen vieler unserer Kinder, nämlich der kindliche Glaube an Gott, Sinn? Mit großer Skepsis begann ich zu lesen. Je ausführlicher sich mir der Inhalt eröffnete, umso mehr war ich von ihm angetan.
Der Autor Christian Lührs hat Kategorien aus dem Leben heraus erarbeitet, die grundlegend für jede menschliche Biographie sind, seien es die Thematik des eigenen Handelns, die Frage nach dem eigenen Willen, der Kultur, der Liebe, der Menschenrechte, dem Sinn des Lebens, Problemlösungsstrategien, der Umgang mit Freiheit, Regeln und Chaos, um nur einige zu nennen.
In einfacher Sprache stellt er seine Ethik dar, die den Leser dort erreicht, wo das Zentrum des Lebens liegt, in der Freude und Liebe zum Leben. Es macht Spaß, sich Mühe zu geben, jedes Leben hat einen Sinn. Es gibt keinen Platz für no future oder null Bock.
Die Frage bleibt offen, ob es ein Buch für Kinder oder doch eher für Erwachsene ist. Es könnte sich noch die Schlussfrage stellen, woraus der Autor die Kategorien schöpft. Und so landen wir wieder bei der Frage nach der Religion. Auf jeden Fall wird er seinem Anspruch gerecht, eine Ethik und Weltanschauung zu entwickeln. Diese ist sehr freilassend, frei von jedem Dogmatismus. Der Mensch als Mensch ist gefragt. Und zum Schluß war es für mich nicht mehr wichtig, Gut sein mit oder ohne Gott. ES ist zu wünschen, dass dieses Büchlein viele Leser findet.
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Gott (Grundthemen Philosophie) (Grundthemen Philosophie) Thomas Rentsch Taschenbuch, 18. Juli 2005 Verkaufsrang: 161462 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Was meinen Sie zu diesem Artikel?:
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 1.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Häh??? 1 von 5 Punkten Inhaltlich mag das Buch tatsächlich eine tolle Zusammenfassung der Philosophie von Gott (mit dem Hauptaugenmerk auf der Negativen Theologie) sein, doch die Art und Weise wie das Buch geschrieben ist, macht den Eindruck, dass das Buch scheinbar nicht für jedermann geschrieben wurde. Verschachtelte Sätze, Fremdwörter und Wissenschaftssprache am laufenden Band. Schade, denn gerade dieser Inhalt sollte mal so erklärt werden, dass es einjeder versteht. Dem Autor ist dies gründlich misslungen! |
Die Welträtsel: Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie Ernst Haeckel Gebundene Ausgabe, Januar 1984 Verkaufsrang: 124854 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die 1899 erschienenen "Welträtsel" des Naturwissenschaftlers Ernst Haeckel (1834-1919) waren um die Jahrhundertwende ein Weltbestseller und gelten als Hauptwerk des modernen "Monismus". Der heute wieder lebhaft diskutierte Autor vereinigte den Wissenschafts- und Fortschrittsoptimismus seiner Zeit mit den ersten Überlegungen zur Ökologie im heutigen Wortsinn.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ein Glaubensbekenntnis für das wissenschaftliche Zeitalter 5 von 5 Punkten "Die Welträtsel" war eines der einflussreichsten Bücher am Anfang des 20. Jahrhunderts. Es füllte eine Lücke, die viele Menschen nach der Darwin'schen Revolution schmerzlich empfanden: Die Entwicklung des Lebens ist also auch ohne Schöpfergott erklärbar, aber was tritt an seine Stelle? Haeckels Buch ist nichts weniger als der Versuch, eine geschlossene Weltanschauung auf naturwissenschaftlicher Basis zu schaffen, sozusagen eine Religion ohne Glauben. Seine Grundannahmen: Geist und Materie sind nicht zwei verschiedene Dinge, sondern der Geist ist eine untrennbare Eigenschaft der organischen Materie; es gibt somit auch keine unsterbliche Seele. Die gesamte Natur ist beseelt; es gibt keinen prinzipiellen Unterschied zwischen niederen und höheren Lebewesen, sondern nur einen graduellen. Haeckel wollte keineswegs die Religion oder Spiritualität an sich abschaffen. Was er aber bekämpfte, war das Wunder, das Unerklärliche, der kirchliche Dogmatismus - und jener Anthropozentrismus, der den Menschen als Mittelpunkt der Welt und als Ziel der Evolution sah. Wer ein Gefühl dafür bekommen will, wie sehr Darwins Erkenntnisse das damalige Weltbild umwälzten, der liest Haeckel auch heute noch mit Gewinn. Worin Haeckel freilich irrte, war der Glaube an die Allmacht der Wissenschaft, die sämtliche Fragen im Lauf der Zeit würde lösen können.
Der Titan einer wissenschaftlichen Weltanschauung 5 von 5 Punkten Die „Welträtsel" von E.Haeckel waren sofort nach ihrem Erscheinen 1899 ein riesiger Erfolg. Das Werk erreichte in wenigen Monaten wiederholte Auflagen und wurde in über 25 Sprachen übersetzt. Zum Zeitpunkt der Niederschrift des Werkes war Haeckel bereits ein international anerkannter Zoologe und galt als Deutscher Darwin als wesentlichster Vertreter und Verbreiter des Entwicklungsgedankens und der Darwinschen Abstammungslehre. Mit seinen „Welträtseln" wollte Haeckel die Grundzüge seiner Weltanschauung formulieren, die er als „Monismus" bezeichnetet. Haeckel erweist sich in diesem Werk als ein Deutscher Titan einer wissenschaftlich-materialistischen Weltanschauung. Die Welt in ihrer Materialität ist die große Gebärerin des Lebens im Allgemeinen und des menschlichen Lebens im Besonderen. Aufgrund dieser Anschauung schenkt er der Natur eine Verehrung, die den Charakter des „Göttlichen" trägt und die ihn in direkter Weise neben Spinoza und Goethe stellt. In einer klaren und verständlichen Sprache, die die unverständliche Sprache vieler deutscher Philosophen in den Schatten stellt, legt Haeckel seine Gedanken dar. Die unbedingte rückhaltlose Suche nach der Wahrheit durch konsequentes wissenschaftliches Denken ist Haeckels Grundprinzip, und so wundert es nicht, dass er in krassem Widerspruch zu allen Dogmen der verschiedenen Religionen und der christlichen Kirche gerät. Die Neuauflage von Haeckels Werk ist ganz besonders zu begrüßen, damit dieser geniale Gelehrte nicht etwa in Vergessenheit gerät. Mit diesem Werk sollte sich jeder beschäftigen, der nach einer wissenschaftlich-philosophischen Gesamtschau der Welt sucht, der den Menschen in der Vielfalt seiner Wesenseigenschaften begreifen will und der begriffen hat, dass nur ein bewusstes Streben nach höheren moralischen Werten, wie dem "Wahren, Guten und Schönen" im Sinne des Monismus, uns als Mensch auszeichnet. |
Ästhetik des Häßlichen Karl Rosenkranz Broschiert, September 2007 Verkaufsrang: 186962 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Buch wurde zum Standardwerk. Nach den "klassischen" Ästhetiken des 18./19. Jahrhunderts weist Rosenkranz den Weg in die Moderne, zu einem neuen Kunstverständnis.
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Das Unvernehmen: Politik und Philosophie Jacques Ranciere Taschenbuch, Januar 2002 Verkaufsrang: 119740 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Eine völlig neue Perspektive 4 von 5 Punkten Rancières Buch stellt die Frage nach dem Verhältnis von Politik und Philosophie auf eine völlig neue Art, nämlich die bescheidene: Was ist den "Politische Philosophie" anderes als eine zuckergußförmige Behauptung des Wesens der Gemeinschaft über die gespaltene Realität von Verwaltungsapparaten und sozialen Kämpfen hinweg? Politische Philosophie, soll sie noch irgeneine Gültigkeit besitzen und nicht zur bloßen Ideologie verkommen, muss sich des Paradoxes zwischen Gemeinschaftsrecht und Protestbewegungen, zwischen Sein und Sollen annehmen - und Rancière verfolgt die Wunde dieses Paradoxes bis zu den antiken Anfängen der Philosophie bei Platon und Aristoteles. Als Fazit bleibt, dass wir auch heute noch lange nicht in die "nachideologische" Zeit der "vernünftigen" Expertenpolitik eingetreten sind und dass es auch heute noch nötig ist, den Unterprivilegierten - dem Demos im inflationär gebrauchten Wort Demokratie - eine Stimme zu verleihen. |
Die Geburt der Philosophie im Garten der Lüste: Michel Foucaults Archäologie des platonischen Eros Wilhelm Schmid Taschenbuch, Oktober 2000 Verkaufsrang: 197141 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Liebe, das Verlangen, die Lüste kaum etwas hat die Menschen mehr fasziniert als der Eros. Aber mit der angenehmen erotischen Erfahrung gehen seit jeher unangenehme Irritationen einher: Wie lassen sich die überbordenden Lüste mäßigen?
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Geschichte der Gouvernementalität Bde.1/2: Sicherheit, Territorium, Bevölkerung. Die Geburt der Biopolitik: 2 Bände Michel Foucault Broschiert, April 2008 Verkaufsrang: 16931 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Diese Vorlesungen Michel Foucaults am Collège de France stehen am Anfang eines der wirkmächtigsten Konzepte der modernen Sozialwissenschaften und Politischen Philosophie der »Gouvernementalität«. Foucaults zweibändige Geschichte der Gouvernementalität entwickelt diesen Begriff und seine theoretischen Implikationen anhand einer materialreichen Analyse der Genese des modernen Liberalismus und seines Schattens: der Biomacht. Während der erste Band den Akzent auf die Beziehungen zwischen der Regierungskunst, der Normalisierung und der Subjektivierung legt, konzentriert sich Die Geburt der Biopolitik auf den Neoliberalismus und die komplexen Relationen, die er mit dem Staat unterhält. Hinter allen historischen, soziologischen, politischen und ökonomischen Untersuchungen steht aber das, was für Foucault das eigentliche Interesse des Philosophen ausmacht: die »Politik der Wahrheit«.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Foucault als Ökonom und Staatsrechtler 5 von 5 Punkten Es handelt sich um zwei Vorlesungen. Die Sprache ist daher viel verständlicher als in Monographien. Foucault bezieht sich hier auf die Kunst des Regierens, die Gouvernementalität. Er meint sein Konzept der Dispositive, die etwa Kranke, Wahnsinnige oder Gefangene aussondern auch auf den gesamten Staat ausweiten zu können. Und diese Dispositive wandeln sich auch in der Regierungskunst. Während im Mittelalter das Hauptdispositiv die Wahrheit, der Glauben und die Kirche war, kam vom 16. bis zum 18. Jahrhundert das Staatsdispositiv, die Rationalität und der Gehorsam ans Ruder. Ab Ende des 18. Jahrhunderts entstand das heute noch anhaltende Dispositiv der Wirtschaft, des Nutzens und der Freiheit. Heute ist Politik nur noch auf die Gesellschaft gerichtet und auf das Humankapital. Die Wirtschaft funktioniert gemäß der unsichtbaren Hand. Die Leitkultur ist der Neoliberalismus. Doch alle Dispositive haben Gegner. Die nächste Phase könnte vielleicht die einer dispositiv herrschenden Zivilgesellschaft sein, die den Utilitarismus überwindet. |
Metzler Philosophen Lexikon: Von den Vorsokratikern bis zu den Neuen Philosophen. Philosophisches Denken in 360 Porträts
Gebundene Ausgabe, September 2003 Verkaufsrang: 116258 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Neuauflage des Lexikons erscheint in einer Zeit, in der die Orientierung an Philosophie, an den Grundfragen des menschlichen Weltverständnisses deutlich an Interesse gewonnen hat. Jetzt in der dritten, aktualisierten und um 60 neue Artikel erweiterten Auflage, verzeichnet es in 360 Porträts Leben und Werk derjenigen Philosophen, die in der Geschichte des Denkens herausragende Konzepte und Positionen entwickelt haben. Dazu zählen u. a. Theodor W. Adorno, Francis Bacon, Cicero, Epikur, Immanuel Kant, Karl Marx, Jose Ortega y Gasset, Ludwig Wittgenstein. Neu aufgenommen wurden Hildegard von Bingen, Judith Butler, Julia Kristeva, Rudolf Steiner, Paul Virilio Richard Sennett, Charles Taylor und viele andere.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
DAS Standardwerk 5 von 5 Punkten Bernd Lutz legt mit diesem Werk ein sehr umfassendes Nachschlagewerk bedeutender Philosophen vor. Während sich die meisten Nachschlagewerke in thematischer Ordnung als philosophisches Wörterbuch verstehen und andere sich der historischen Darstellung bedienen, werden in diesem Lexikon die wichtigsten Philosophen einzeln in alphabetischer Reihenfolge näher gebracht. Dies umfaßt die Lebensdaten, die wichtigsten Ideen, die größtenteils sehr schön auf den Punkt gebracht werden, und die bedeutendsten Schriften der jeweiligen Philosophen. Damit erweist sich dieses bei Metzler erschienene Lexikon als überaus nützliches Alltagswerk, in dem kurz und gut zusammengefasst die wichtigsten Fakten zu den großen Denkern von der Antike über Descarte, Kant und Nietzsche bis zu den Philosophen des zwanzigsten Jahrhunderts, von Sartre über Porter zu Habermas zusammengetragen sind. Damit ist dieses Buch sehr zu empfehlen und wird nicht zu unrecht als Standardwerk bezeichnet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral David Hume Taschenbuch, Januar 1984 Verkaufsrang: 50538 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Hume oder Kant? 5 von 5 Punkten Diese relativ kleine Schrift Humes ist für eine der wichtigsten Fragen der Ethik von besonderer Bedeutung: Kant hatte gemeint, daß Klugheitserwägungen niemals genuin moralische Motive sein könnten. Moralische Handlungen müssten allein durch die Überlegung, was richtig ist, motiviert sein. Wahre Sittlichkeit frage - so Kant - nicht nach Lohn und Strafe. Zwar dachte auch Hume, daß nur gewisse Formen der Motivierung moralisch akzeptabel seien, aber im Gegensatz zu Kant war für ihn die Trennung zwischen Klugheits- und moralischen Erwägungen nicht ausschließlich. Seiner Meinung nach gäbe es nämlich Handlungsmotive, die zu befolgen sowohl moralisch als auch klug sei. Im Anschluß an stoisches Gedankengut führt Hume in Die Untersuchung über die Prinzipien der Moral aus, daß nur moralische Menschen wirklich glücklich sein könnten, es also in jedes einzelnen klugen Interesse sei, ein moralisches Leben zu führen, wobei >moralisch sein< gerade bedeutet, daß nicht nur die eigenen, rein materiellen und physischen Interessen beachtet werden, sondern auch die Interessen anderer.
Eine der herausragenden Arbeiten zur Moralphilosophie 5 von 5 Punkten In der 1751 veröffentlichten >Untersuchung über die Prinzipien der Moral< versucht David Hume, eine Ethik ohne jede Religion zu begründen. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist das menschliche Mitgefühl; und entscheidendes Motiv, ein moralisches Leben zu führen, ist die Tatsache, dass nur ethische Menschen wirklich glücklich sein können. Diese kleine Schrift des schottischen Aufklärers, die in einer preiswerten, mehrmals neu aufgelegten Reclam-Ausgabe vorliegt, ist eine der wichtigsten Arbeiten auf dem Gebiet der Ethik. Dieser Meinung war auch Arthur Schopenhauer: „Aus jeder Seite von David Hume", so meinte dieser in >Die Welt als Wille und Vorstellung<, „ist mehr zu lernen als aus Hegels, Herbarts und Schleiermachers sämtlichen philosophischen Werken zusammengenommen." Leider hat Schopenhauers enthusiastisches Urteil kaum Beachtung gefunden. Wäre es einflussreich gewesen, so wäre (und würde) unsere Geschichte wahrscheinlich anders verlaufen. |
Die Suche nach der vollkommenen Sprache Umberto Eco, Burkhart Kroeber Taschenbuch, Januar 2002 Verkaufsrang: 94711 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In welcher Sprache spricht der Gott der Genesis zu Adam, benennt Adam die Geschöpfe? Gab es eine Ursprache aller Menschen, die sich erst später, wie im Bericht von der babylonischen Sprachverwirrung erzählt, in viele Sprachen aufspaltete? Zu allen Zeiten träumte die Menschheit den Traum von der Wiedergewinnung der vollkommenen Sprache, und Umberto Eco zeichnet die Geschichte dieses Traumes nach. Von der ekstatischen Kabbala über die universelle Grammatik bei Dante, von den Geheimsprachen der Rosenkreuzer bis zu den Welthilfssprachen wie Esperanto führt die Suche durch ein jahrtausendealtes Labyrinth der Zeichen und Zeichensysteme, in dem Ungeheures auf Absurdes, Bizarres auf Geniales folgt. Der Semiotiker Eco greift hier die Thematik der Sprache aus dem Foucaultschen Pendel auf und behandelt unter den Aspekten »vollkommene Sprache/universelle Sprache« ein umfangreiches Kapitel europäischer Kulturgeschichte. Daß alle Versuche, eine vollkommene Sprache a posteriori zu konstruieren, fehlschlagen müssen, versteht sich von selbst, müßte sie doch die Allheit aller existierender Sprachen sein. Doch für Eco liegt die Aufgabe der zukünftigen europäischen Kultur auch nicht im Triumph der totalen Vielsprachigkeit, sondern »in der Herausbildung einer Gemeinschaft von Menschen, die in der Lage sind, den Geist, das Aroma, die Atmosphäre einer anderen Sprache zu erfahren«. »Hier schreibt ein gelernter Babyloniker die Geschichte einer antibabylonischen Idee.« (Ludger Lütkehaus in der Süddeutschen Zeitung)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Der Zauberer von Babylon 5 von 5 Punkten So spricht der Mythos: Als die Menschen Gott gleich werden wollten, bauten sie einen Turm in den Himmel. Gott strafte sie mit der babylonischen Sprachverwirrung. Das ist der richtige Stoff für Umberto Eco, Bestsellerautor und Professor für Sprachwissenschaft in Bologna. Er nimmt seine Leser mit auf eine absolut faszinierende, teilweise sehr amüsante Reise durch Jahrhunderte der geistigen Auseinandersetzung mit der Sprache. Ein wichtiger Kandidat für die vollkommene Sprache ist das Hebräische. In mystischer Weise als vollkommen galten auch das Altägyptische und das Chinesische; das I Ging ist ein Sprachspiel mystischer Tiefe, die sonst wohl nur noch von der Kabbala erreicht wird. Im Mittelalter wurde unter Gelehrten heftig darüber diskutiert, ob Kinder, die ohne Kontakt zu sprechenden Erwachsenen aufwüchsen, wohl von sich aus hebräisch sprechen. Im 16. Jahrhundert bewies allerdings ein Autor, daß der Dialekt von Antwerpen die vollkommenste Sprache überhaupt sei, während ein anderer im 17. Jahrhundert herausfand, daß Gott schwedisch, Adam dänisch, die Schlange aber französisch gesprochen habe. Gab es sie wirklich, die ursprüngliche Universalsprache, zu der die Wurzeln der Wörter zurückreichen und mit der sich alle Menschen verständigen konnten? Umberto Eco ist ein Zauberer, dem es gelingt, aus dem babylonischen Gewirr erkennbare Muster herauszuarbeiten. In der Sprache, die wir täglich mehr oder weniger unbewußt benutzen, legt er Bereiche frei, in denen noch viele Geheimnisse zu lüften sind. Verständlich und fesselnd geschrieben, liegt hier ein Buch mit großem historischen, sprachwissenschaftlichen und philosophischen Wissen vor, das immer wieder zum Lesen und zum Weiterdenken einlädt. Hans-Curt Flemming
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Menschliches, Allzumenschliches, I und II. Herausgegeben von G. Colli und M. Montinari Friedrich Nietzsche Taschenbuch, Juni 1999 Verkaufsrang: 84850 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen. 1876 beginnt der kranke Friedrich Nietzsche während eines Kuraufenthalts in Sorrent mit den Aufzeichnungen zum ersten Teil seiner Schrift Menschliches, Allzumenschliches (1878-1886), die vor allem dem Gedanken verpflichtet ist, dass alle vermeintlichen Wahrheiten menschlicher Moral, Religion oder Kultur "vielleicht im letzten Grunde falsch" sein könnten. Diese erschreckende Erkenntnis -- "meine einzige Beschäftigung außer meinen ewigen Schmerzen" -- erscheint Nietzsche selbst als Qual. Denn auch "dies einzusehen kann tiefe Schmerzen machen", heißt es in Menschliches, Allzumenschliches. "Aber danach gibt es einen Trost: solche Schmerzen sind Geburtswehen. In Menschen, welche jener Traurigkeit 'fähig' sind, wird der erste Versuch gemacht, ob die Menschheit aus einer 'moralischen' sich in eine 'weise Menschheit umwandeln könne'". So gipfelt Menschliches, Allzumenschliches, das nun in einer Neuauflage als zweiter Band der verdienstvollen Kritischen Studienausgabe Giorgio Collis und Mazzino Montinaris vorliegt, letztendlich in der Idee, dass eine "Umwertung aller Werte" nicht nur möglich, sondern auch dringend vonnöten sei. Nietzsche hat diese Forderung nach existentieller Autonomie auch sprachlich experimentell umzusetzen versucht: Deshalb ist Menschliches, Allzumenschliches das erste Werk des Philosophen, in dem er sein offenes, aphoristisches Verfahren konsequent zu Ende denkt. Nicht nur ein Buch für freie Geister also, wie es im Untertitel heisst, sondern auch das Buch eines freien Geistes, das mit der Parabel "Die Gefangenen" nicht zuletzt eine viel schönere Variante der berühmten Erzählung "Der tolle Mensch" mit ihrem Ausruf "Gott ist tot!" aus der Fröhlichen Wissenschaft (1881/1882) enthält. In Menschliches, Allzumenschliches ersehnte sich Friedrich Nietzsche am gottlosen Firmament "die Sonne eines neuen Evangeliums". Auch wenn die Hoffnung trügerisch gewesen ist: Das blendende Evangelium zum neuen Gestirn zumindest hat er mit seinem Buch selbst geschrieben. --Thomas Köster
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Kleine Philosophie für Nichtphilosophen, Sonderausgabe Friedhelm Moser Broschiert, 22. Mai 2007 Verkaufsrang: 82557 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Am Anfang aller Philosophie steht ausgerechnet die Frage nach dem "Ich". Lautet doch eine eiserne Benimmregeln: "Man fängt keinen Brief und keinen Schulaufsatz mit 'Ich' an!" So etwas zeuge von Hochmut und Dummheit. Und wenn Tante Waltraud fragte: "Wer möchte denn noch ein Stück Torte?", war ein spontanes "Ich!" garantiert die falsche Antwort, denn wer sich an der Kaffeetafel derart vordrängelte, kam als Allerletzter dran und musste sich mit dem kleinsten Stück zufrieden geben. Mit solcherart Assoziationen führt Friedhelm Moser in seinem geistreichen Büchlein Philosophie für Nichtphilosophen mit viel Witz und Esprit in die Begriffswelt des universalen Denkens ein. Der studierte Altphilologe und Philosoph will darin den Leser zu einem "Bummel durch einige besonders interessante Viertel der Philosophie verführen". Und er zeigt dabei auf, dass diese weder Klarheit in die Verworrenheit der Welt bringt, noch dem Menschen den Weg zum Glück aufzeigt oder Antworten auf die letzten Fragen gibt. "Philosophie [...] hat viel mit vagabundierenden Gedanken zu tun. Der Philosoph liebt die Um- und Abwege. Leicht vergisst er auf seinem Spaziergang, wo er überhaupt hin wollte. Er geht durch das Leben wie jemand, der zum ersten Mal und ohne Eile durch eine fremde Stadt flaniert." Bei alledem entbehrt dieses über weite Strecken sehr persönlich gehaltene Buch nicht einer gewissen Tragik, bedingt vor allem durch das Kapitel Der Tod oder Mein Mörder, mein Freund, in dem der Autor im Zusammenhang mit dem Phänomen von Nah-Tod-Erlebnissen auf sein positiv gewandeltes Weltbild nach einigen Herzoperationen zu sprechen kommt. Er endet in Erinnerung an Sokrates, der sich -- den Tod vor Augen -- schon auf die Gespräche mit Orpheus, Homer und all den anderen Berühmtheiten im Jenseits freute, mit der Frage: "Auf wen freue ich mich?" Friedhelm Moser hat das Erscheinen seines Buches nicht mehr erlebt. Er starb 1999 im Alter von 49 Jahren. --Roland Detsch
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Ich liebe dieses Buch! 5 von 5 Punkten Ein wunderbares Buch, das sich leicht lesen lässt und voller kleinen Anekdoten ist, die einem verschiedene philosophe Themen etwas näher bringen. Historische Information findet man hier nicht, aber dafür ein schönes Buch, das man immer wieder gerne in die Hand nimmt! Es eignet sich auch sehr schön als Geschenk für philosophisch interessierte Menschen.
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Wittgensteins Antiphilosophie Alain Badiou Broschiert, April 2008 Verkaufsrang: 125008 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In enger Parallelführung zum Denken Friedrich Nietzsches, aber auch in deutlichem Kontrast zu diesem, verfolgt Alain Badiou die Figur der Antiphilosophie bei Ludwig Wittgenstein. Als eine Geste, die ununterbrochen als ¯existentielle Singularität®, in absoluter Einsamkeit und als solche exhibiert werden muß, erweist sich die Antiphilosophie als Gegenfigur zur geregelten Anonymität der Wissenschaft. Denn stets betritt der Antiphilosoph persönlich die öffentliche Bühne seines Denkens, das beispiel- und garantielos nur sich selbst und seine Effekte als Bestätigung seiner Wahrheit besitzt. Entlang der Demarkationslinie von Denken und Nichtdenken spürt Badiou dem charakteristischen Verhältnis des Antiphilosophen zum Nicht-Sinn nach, um zum Problem der Logik und ihrem ontologischen Fundament zu gelangen. Es ist schließlich die Grundfrage, ob die Mathematik ein Denken sei (für den Antiphilosophen ist sie ein Kalkül, ist die Mathematik eine Variante der Logik), welche die Debatte zwischen Philosophie und Antiphilosophie unterschwellig bestimmt. Deutlich wird: Das gerade im Spätwerk Wittgensteins eklatant zu Tage tretende Mißverstehen der Mathematik offenbart eine Verschiebung vom Denken zum schweigenden Akt. Um jedoch diese Antiphilosophie der Philosophie zu übergeben, bedarf es einer genauen Analyse dessen, was man mit Lacan eine Logik des Aktes nennen kann.
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Geh mir aus der Sonne!: Anekdoten über Philosophen und andere Denker
Gebundene Ausgabe, August 2003 Verkaufsrang: 162800 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Als ob wir es nicht schon geahnt hätten: Auch Philosophen, die hirnlastig an ihren Denksystemen werkeln, sind aus Fleisch und Blut, besitzen viele allzu menschliche, manchmal auch skurrile Seiten. Wussten Sie zum Beispiel, dass an Immanuel Kants Mittagstisch, zu dem er gern Gäste lud, über alles gesprochen werden durfte, nur nicht über Philosophie? Dass, als Gottfried Wilhelm Leibnitz auf einem Ball einer holden Schönen anbot, ihr "ein Integral zu lösen", diese mit rotem Kopf entgegnete: "... doch nicht hier, vor den ganzen Gästen!" Oder warum Ludwig Wittgenstein in Cambridge dereinst Karl Popper bei einem Vortrag mit dem Feuerhaken drohte? Peter Köhlers amüsanter Streifzug durch 2.500 Jahre Philosophiegeschichte von Thales bis Habermas verwirklicht aufs Schönste die Losung Epikurs: "Lachen soll man und zugleich philosophieren." Dass das Lachen nicht zu kurz kommt, dafür sorgen einschlägig bekannte Autoren wie Luigi Malerba, Robert Gernhardt, F.W. Bernstein, Werner Fuld oder Eckhard Henscheid. Dass deren Anekdoten nicht unbedingt immer die authentischsten sind, lässt Köhler in seinem Vorwort auf philosophische Weise in einem anderen Licht erscheinen: "Die Wahrheit kann im Falschen liegen, im Erdichten sich eine tiefere Einsicht verbergen und im höheren Sinn das Unechte einzig richtig sein." In diesem netten kleinen Büchlein -- ein wunderbares Mitbringsel ebenso für den Philosophieliebhaber wie für den, der dieser Disziplin bisher wegen ihrer Trockenheit eher ablehnend gegenüber stand -- gibt es aber auch viele bemerkenswerte Gestalten zu entdecken, die sonst eher etwas im Abseits der Philosophiegeschichte stehen. Oder sagt Ihnen der Name Wilhelm Windelband etwas? Anekdotenstoff hat er dennoch geliefert. Ebenso wie Tadeuzs Kotarbinski, Friedrich Immanuel Niethammer oder Eduard Gans. "Auf dem Sterbebett musste sich Hegel eingestehen: 'Eigentlich hat mich von allen meinen Schülern nur der Eduard Gans verstanden', Hegel hielt kurz inne, '-- und der nur falsch.'" --Christian Stahl
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
"Denn die Erfahrung ist eben dies..." 4 von 5 Punkten Meinem Vorredner kann ich nur mit Abstrichen zustimmen, denn nicht unerwähnt sollte bleiben, dass dieses Büchlein nicht nur "gute" und "weniger gute" Anekdoten enthält, sondern auch solche die für den Laien verständlich und solche die es (leider) nicht sind - und deren sind es an der Zahl nicht wenige - und sich an ein fachkundiges Publikum richten. Hier eine kleine Kostprobe:"In Heidelberg war es, wo Hegel dann auch einmal aus der "Phänomenologie des Geistes" las. Die Spannung war groß. "Denn die Erfahrung ist eben dies", rief Hegel in den Saal, "dass der Inhalt - und er ist der Geist - AN SICH, Substanz und also GEGENSTAND des BEWUSSTSEINS ist. Diese Substanz aber, die der Geist ist, ist das WERDEN seiner zu dem, was AN SICH ist; und erst als das an sich reflektierende Werden ist er an sich in Wahrheit der GEIST." Die Zuhörer trauten ihren Ohren nicht. So war das also mit dem Geist! Unglaublich! Erst als Hegel fortfuhr: "Dies Ich = Ich ist aber die sich in sich selbst reflektierende Bewegung", atmeten sie erlöst auf, und endlich mit dem Satz: "Dieses Entlassen seiner aus der Form seines Selbst ist die höchste Freiheit und Sicherheit seines Werdens von sich", hatte Hegel natürlich die Beifallsnicker wieder auf seiner Seite." Dennoch - auch ob solch kryptischer Anekdoten bekommt das Büchlein eine klare Kaufempfehlung von mir (der Laie wie der Kundige wird passendes für sich finden und seinen Spaß daran haben), wobei ich mich meinem Vorredner anschließe und "Geh mir aus der Sonne!" auch als Geschenktipp wärmstens empfehlen kann! Und noch etwas - verzweifeln Sie, lieber Leser, nun nicht an der oben zitierten Anekdote, denn "Auf dem Sterbebett musste sich Hegel eingestehen: "Eigentlich hat mich von allen meinen Schülern nur der Gans verstanden", Hegel hielt kurz inne, "- und der nur falsch.""
Ein ideales Mitbringsel 5 von 5 Punkten Dieses Buch eignet sich eigentlich für jeden, der gern liest. Philosophiekenner werden amüsiert die Anekdoten über wunderliche, bizarre oder lustige Eigenheiten der ihnen bekannten Namen auf diesem Gebiet genießen, und auch Laien können schmunzeln oder staunen über die oft recht merkwürdigen Begebenheiten im Leben der großen (oder nicht so großen) Denker, denn Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Ganz nebenbei gewinnt man aber doch einige Einblicke in die Materie, und man steht am Ende nicht nur kurzweilig unterhalten, sondern auch ein wenig klüger da ;-) Paßt ideal auf jeden Nachtschrank und gibt ein prima Geschenk ab; für Freunde oder auch für einen selbst. |
Theorie der ethischen Gefühle Adam Smith Broschiert, März 2004 Verkaufsrang: 115186 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der 1759 erstmals erschienene Text ist Smiths philosophisches Haupt-werk und nimmt in der Entwicklungsgeschichte der Ethik einen hervorragenden Platz ein. Damit eröffnete der Begründer der modernen Nationalökonomie seine wissenschaftliche Laufbahn. Der Band berücksichtigt auch die umfangreichen Erweiterungen der sechsten Auflage aus dem Jahre 1790.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Wenig bekanntes Werk des berühmten Ökonomen 5 von 5 Punkten Warum halten wir bestimmte Handlungen oder Absichten für richtig und empfinden andere als unmoralisch? Adam Smith, den die meisten nur wegen seiner ökonomischen Schriften kennen, hat sich mit solchen moralphilosophischen Fragen lange Zeit vor seinem Durchbruch als Wirtschaftswissenschaftler beschäftigt. In seinem ersten großen Werk, "Theorie der ethischen Gefühle", das ihn mit einem Schlag berühmt machte, vertritt er die Ansicht, dass alle Menschen mit einer natürlichen Fähigkeit geboren werden, die es ihnen erlaubt, sich in die Lage anderer Menschen zu versetzen: die Sympathie. Mit ihrer Hilfe gelingt es zu beurteilen, was Recht und Unrecht ist. Smith stellt sich einen "unparteiischen Zuschauer" vor, der alle unsere Handlungen von einem externen Standpunkt aus betrachtet und sozusagen unser Gewissen darstellt. Der Autor geht im Buch den ganzen Katalog der Tugenden durch und liefert eine regelrechte Affektlehre mit all den Gefühlsregungen, denen er das Prädikat "schicklich" oder "unschicklich" geben kann. Die "Theorie der ethischen Gefühle" ist in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben und steht zu Unrecht im Schatten des "Wohlstands der Nationen". Will man Smith wirklich verstehen, sollte man unbedingt beide Werke kennen.
Smiths vergessenes Hauptwerk 4 von 5 Punkten Dass Adam Smith nicht nur der Begründer der politischen Ökonomie, sondern auch einer der bedeutendsten Moralphilosophen des 18. Jahrhunderts gewesen ist, ist kaum bekannt. Smith selbst hat die "Theory of Moral Sentiments" - nicht "The Wealth of Nations"! - als sein Hauptwerk angesehen, zu Recht, wie ich meine. Smith knüpft an die Theorie der "sympathy" an, die sein Freund David Hume in "A Treatise on Human Nature" entwickelt hatte, korrigiert sie aber an einem entscheidenden Punkt. Während Hume "sympathy" (die wir heute "Empathie" nennen) als Einfühlung in den anderen versteht, begreift Smith sie als imaginativen Standpunktwechsel. Sympathisierend fühle ich nicht die Gefühle des anderen, sondern erkenne, welche Gefühle ich hätte, wenn ich in seiner Lage wäre. Die Fähigkeit des Menschen, imaginativ den Standpunkt zu wechseln, ist nach Smith die Quelle aller Moral. Anders als in der kantianischen Tradition der Moralphilosophie hat Ethik für Smith nicht die Aufgabe, moralische Normen zu begründen, sondern zu erklären; er ist also eher Anthropologe als normativer Philosoph. Eminent wichtig scheint mir die ""Theorie der ethischen Gefühle" auch deshalb, weil Smith in ihr zeigt, dass "prudence" (Klugheit) - die das ökonomische Handeln bestimmt - nicht das einzige Leitmotiv menschlichen Handelns ist. Sowohl die Nationalökonomen nach ihm als auch ihre (marxistischen) Kritiker haben dies zu ihrem Schaden vergessen. Da heutzutage auch Politik nur noch unter dem Gesichtspunkt ökonomischer Rationalität diskutiert wird, gewinnt Smiths Werk eine neue Aktualität. |
Gesamtausgabe 03. Ursprung und Gegenwart 2 Jean Gebser Taschenbuch, August 1999 Verkaufsrang: 44006 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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