Reportagen aus aller Welt

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Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies: Reportagen, Essays, Interviews aus vierzig Jahren - Ryszard KapuscinskiDie Erde ist ein gewalttätiges Paradies: Reportagen, Essays, Interviews aus vierzig Jahren
Ryszard Kapuscinski

Taschenbuch, Oktober 2007
     Verkaufsrang: 38014      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Ryszard Kapuscinski ist berühmt für seine großen Reportagen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa. Diese Sammlung erschließt den literarischen Kosmos dieses großen polnischen Reiseschriftstellers in seiner ganzen Dimension. Neben den bekanntesten Reportagen bietet sie eine Reihe brillanter Essays und Interviews. Seine Reiseberichte sind literarische Meisterwerke, die atmosphärisch dicht die besondere Kultur und Lebensweise eines Landes und ihrer Bewohner einzufangen vermögen.
"Manchmal, in seinen besten Momenten, ist Ryszard Kapuscinski mehr als ein Reporter, sicher kein Soziologe, aber ein erzählender, reisender, phantasierender Geschichtsdenker." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Einer der größten Reporter des 20. Jhd !      5 von 5 Punkten
Die gesammelten Geschichten vom großen Seigneur des Action-Journalismus, Ryszard Kapuscinski, sind die Quintessenz seiner jahrzehntelangen, intensiven Recherchen zum Thema Afrika und Entwicklungshilfe. Hier wird ungeschminkte Wahrheit vorgesetzt, die Höhen und Tiefen des afrikanischen Kontinentes und seiner Seele mit leidenschaftlicher Präzision beschrieben! Kapuscinski versteht es meisterhaft, alle Nuancen und Sichtwinkel seines Themas darzustellen, er verbindet seine Liebe zum afrikanischen Kontinent mit dem gewaltigen Willen, durch seine akribische journalistische Arbeit zur Verbesserung der Lebensqualität beizutragen.
Wer Afrika kennt und liebt, mehr zur Entwicklungshilfe und zu ethnischen Problemen wissen will, für den ist dieses klassische Buch ein Muß!


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Gegen die Welt, gegen das Leben: H. P. Lovecraft - Michel HouellebecqGegen die Welt, gegen das Leben: H. P. Lovecraft
Michel Houellebecq

Taschenbuch, 2. Juli 2007
     Verkaufsrang: 54651      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Das erste Buch des Kultautors: eine Biografie, ein literarisches Manifest und fast ein Roman. Gegen die Welt, gegen das Leben ist mehr als nur ein brillanter Essay über H. P. Lovecraft, den Meister der modernen Horrorliteratur: ein Buch von Houellebecq über Houellebecq, ein Buch über Kunst und Moral, Realismus und Phantasie. „Eine bemerkenswerte Verschränkung von kritischer Erkenntnis, kämpferischer Parteinahme und einfühlender Biografie – eine Art akademischer Liebesbrief, vielleicht sogar die erste wahrhaft zerebrale Liebeserklärung überhaupt.“ (Stephen King)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Gibt einen großartigen Überblick      5 von 5 Punkten
Michel Houellebecq gelingt es, dem Leser mit seinem cleveren Essay, einen wunderbaren Überblick über das Wesen des H.P. Lovecraft zu geben, was nicht nur dessen Fans interessieren sollte, sondern auch für solche, die sich noch nicht mit der Literatur Lovecrafts befasst haben, der Auslöser sein kann, sich in sein Werk einzulesen und darin zu versinken. Houellebecq verzichtet stets auf unüberprüfbares Halbwissen, zeigt klare Fakten auf und verpackt dies auch noch in einer sehr angenehm zu lesenden Abhandlung.
Empfehlenswert ist dieses Buch für solche, die an Horrorliteratur interessiert sind und einen neuen Autor kennen lernen möchten. Außerdem ist es lesenswert für alle Lovecraft-Fans, die nach dem Lesen ganz anders an Lovecrafts Werk herantreten werden und ihn in seiner Literatur wiederentdecken. Nicht zuletzt ist das Buch für solche geeignet, die sich auf wissenschaftlicher Basis mit Lovecraft befassen wollen und sich dazu vorerst einen fundierten Überblick verschaffen möchten.

Houllebeque ist Franzose      5 von 5 Punkten
Er hat die französische Literatur nicht neu erfunden. Doch ist zeitgeössisch weiterhin ein starker Author und spricht nach wie Menschen zwischen 30 und 40 Jahren mit seiner konsequenten Linie an Vorstellungen und Ideen an.


Die Welt im Notizbuch - Ryszard KapuscinskiDie Welt im Notizbuch
Ryszard Kapuscinski

Taschenbuch, Juli 2008
     Verkaufsrang: 32391      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Lieben Sie Geschichten? Menschen, Ereignisse, Spannung? Oder halten Sie es mehr mit Essays, mutigen Gedankenflügen zu außergewöhnlichen Zielen? In beiden Fällen lesen Sie bitte etwas anderes. Zwar treten bei Kapuscinski durchaus Menschen auf, reale Menschen, meist Literaten. Aber all diese Mini-Portraits führen nicht über sich selbst hinaus, bleiben Anekdote. Auch Geschichten werden erzählt, so ist es nicht, aber nur Mikro-Dramen als Anschauungsmaterial für die konstatierte globale Misere. Und statt auf den Transkontinentalflug gedankenreicher Essayistik bittet der Autor die Leser lediglich zur Floßfahrt auf dem Strom privater Reflexionen. Ein Driften, das Zeit lässt für genaue Blicke auf die Welt entlang des Ufers, Blicke immerhin eines hochgebildeten Bewusstseins, eines weit gereisten Europäers. Aber die Passagiere müssen bereit sein zu einer Lektüre von über 300 Seiten. Da Kapuscinski den Gedankenstrom nicht durch Staumauern aus Kapitelüberschriften unterbricht, erschient das Buch tendenziell endlos. Warum gerade auf Seite 335 Schluss ist, bleibt unklar.
Es muss eine Leserschaft geben für dergleichen, denn dies ist bereits der zweite Band, den Eichborn herausgibt. Sie hören schon: Der Rezensent gehört nicht unbedingt zu dieser Gemeinde. Dabei: Ich habe viel angestrichen, wundervolle Funde lassen sich machen. Der Satz Werner Heisenbergs etwa: "... denn wo kein Inhalt mehr nach Gestaltung drängt, hilft es nichts, neue Formen zu erfinden." Vielleicht so etwas wie die Erklärung für Kapuscinskis Schreiben. Vermuteter Antrieb von Kapuscinski Lesern: Wir letzten gebildeten Europäer hören uns beim Denken zu und kein Franzose wird uns einreden, es handle sich auch bloß um weißes Rauschen. -Michael Winteroll


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Welthaltig      5 von 5 Punkten
Als Ryszard Kapuscinski Polen verliess, um als Korrespondent von der Welt zu berichten, begann sie sich in viele Staaten aufzulösen. Zu Beginn der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts verabschiedeten sich die Kolonisierten von den Kolonisten. Es entstand die sogenannte Dritte Welt. Die Unabhängigkeit, zunächst gefeiert, erwies sich als schmerzhafter Prozess. Die jungen Staaten gerieten ins Magnetfeld des Kalten Krieges.
An dieser Bruchstelle setzen die Berichte Kapuscinskis ein. Die Frage ist müssig, ob es sich hier um Journalismus oder Literatur handelt. Es ist beides und das Tragische daran ist, dass uns diese Form des Journalismus abhanden kommt. Ein Journalismus, der dem Leser kulturelle Hintergründe und geschichtliche Zusammenhänge vermittelt, der den Menschen Anteil nehmend in seiner Lebenswelt zeigt, kurz, der den Blick erhellend auf die Welt richtet.
Es ist ein Journalismus, der eines benötigt, was in unserer medial übersäuerten Welt fehlt: Zeit, viel Zeit. Kapuscinski nimmt sie sich und setzt sich aus. Er will kennen lernen, wovon er berichtet. Er will mit den Menschen zusammen leben und vor allem auch leiden. Er will wissen, was Hunger, Krankheit, Siechtum, Kälte, Nässe und Hitze bedeuten. Der Tod lauert, es ist Krieg. Es sind schmutzige, schäbige, kleine und blutige Kriege. Er muss sie am eigenen Leibe ertragen. Er berichtet darüber. Indem er davon berichtet, leidet er mit. Es ist nicht unsere geordnete Welt, deren Frieden auch durch hässliche Tagesschaubilder nicht gestört wird, die er uns zeigt. Er weiss, dass wir in Ruhe konsumieren wollen. Auch diese Bilder, welche uns die mediale Unterhaltungsmaschine frei Haus liefert und die so rasch von der Werbung weg gedrängt werden.
Das vorliegende Buch, fragmentarisch zusammengestellt, enthält Erinnerungen, Notizen, Gedanken, Beobachtungen, Betrachtungen, Erkenntnisse, die der Autor in den Jahren 1989-96 aufgezeichnet hat. Sie zeigen, wie er arbeitet, wovon er sich leiten lässt, welche Sprachform er für angemessen hält. Sie zeigen aber auch wie die Veränderung der politischen Landschaft seit 1989 ins Bewusstsein einsickert, was die sprunghafte Entwicklung von Kommunikations-und Informationstechnologie in einer sogenannt globalisierten Welt bedeuten. Auch für den Reporter, auch für seine Arbeit und sein Leben. Aus seinem Berichtsfeld reflektiert er zurück in die uns bekannte und vertraute Welt. So nimmt er auch Kunst und Kultur in den Blick, schreibt über das Vergehende und Bleibende.
Es ist ein Buch mit philosophischer Tiefe, geschrieben von einem leidenschaftlich engagierten Menschen. Der Leser möge sich darin finden..


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Kunst und Antikunst: 24 literarische Analysen - Susan SontagKunst und Antikunst: 24 literarische Analysen
Susan Sontag

Taschenbuch, 1. September 1982
     Verkaufsrang: 45232      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Diese Fallstudien zu einer Ästhetik der Moderne umfassen Themen der Literatur (von Camus, Genet, Ionesco, Beckett, Peter Weiss, Hochhuth), über Themen des Films (von Godard, Bresson, Resnais), bis zur Philosophie (von Sartre, Simone Weil, Leiris, Norman O`Brown). Dabei bleiben sie nicht bei einzelnen Personen oder Werken stehen, sondern wollen die theoretischen Voraussetzungen für bestimmte Urteile und Entwicklungen und die Rolle der Kritiker dabei reflektieren.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

der mut zum klaren urteil ...      5 von 5 Punkten
beim verfolgen der tagespolitischen weltweiten ereignisse, in denen immer die USA eine zuweilen auch unbesonnene rolle spielen, ist es wohltuend, sich zu vergegenwärtigen, dass dort auch sehr reflexionsfähige, zum sensiblen abwägen kleinster details fähige menschen leben. ein lichtblick dieser art dürfte wohl susan sontag sein. typisch für ihr schreiben und denken ist in ihrem essay-band KUNST UND ANTIKUNST zum beispiel ihr exkurs über camus (seite 105-115): etwas spöttisch bemerkt sie: "heutzutage ist das haus der dichtung voll von rasenden liebhabern, heiteren frauenschändern und kastrierten söhnen ..." - und camus - wie sollte es anders sein - packt sie spitzbübisch in die schublade des verlässlichen ehemannes, des gut-menschen pur. "kafka erweckt mitleid und schrecken, joyce bewunderung, proust und gide achtung ..." schreibt sie - camus bekommt die etikettierungen "rechtschaffenheit", "verantwortungsgefühl", "moralische schönheit"; natürlich kommt in ihrem kurz-essay bald die dialektische wende: "moralische schönheit hat die tendenz, sehr rasch in den bereich des unzeitgemäßen abzusinken." zu lebzeiten sei dieser verfallsprozess schon zu beobachten gewesen, nach camus' tod erst recht. "camus war nicht zäh genug, er war nicht zäh auf jene weise, wie sie bei sartre begegnet..." schreibt sontag, über sartres höhere popularitätsdauer grübelnd. sartre hatte klar gegen die weiterführung des algerienkrieges agiert, camus, blockiert in seiner eigenen stoik, hatte sich nicht zu einem öffentlichen urteil durchringen können. denkt man an die heutzutage zu erwartenden statements (habermas sprach sich gerade gegen einen krieg USA - IRAK aus) - so scheint susan sontag klar genug gesagt zu haben, was sie von unengagiertem getue hält. sie ist eine mutige frau. es macht sehr viel spass, sich mit ihrem klaren und dennoch abwägenden schreiben zu beschäftigen ...


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Wo ist Carlos Montúfar?: Über Bücher - Daniel KehlmannWo ist Carlos Montúfar?: Über Bücher
Daniel Kehlmann

Taschenbuch, 1. Oktober 2005
     Verkaufsrang: 22266      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Im Jahr 2005 veröffentlichte Daniel Kehlmann einen Band mit gesammelten Texten zur Literatur - Rezensionen, Reden, Essays aus den fünf vorausgegangenen Jahren. Von den 15 Beiträgen des Buches haben es immerhin sieben bis in das Hörbuch geschafft, verzichtet hat man vor allem auf die Rezensionen, etwa zu Büchern von Updike, Vonnegut, Celine oder Hamsun. Dafür gibt es auch einen Text, den man in der Buchausgabe vergeblich sucht: "Voltaire und Starbucks", eine Würdigung der Simpsons-Serie als eines der größten Kunstwerke unserer Zeit.
Dass Kehlmann nicht gerade mit einer sehr angenehmen Stimme gesegnet ist und freilich auch nicht liest wie ein Schauspieler, war noch beim Hörbuch zum Roman Ich und Kaminski fatal, bei Wo ist Carlos Montufar? dagegen stört dieser Umstand kaum. Hier folgt man dem Autor gern zu allgemeinen Überlegungen zur Entwicklung des Romans, dem prekären Verhältnis von Autor und Lektor am Beispiel Raymond Carvers, oder Erfahrungen als Autor, mit seinen eigenen Texten nach deren Veröffentlichung wieder konfrontiert zu werden.
Der längste und interessanteste Text beschäftigt sich mit Kehlmanns großem Bestseller Die Vermessung der Welt, eine Art Sekundärliteratur aus der Hand des Autors, was den Reiz dieses Blicks hinter die Kulissen noch erhöht. Nicht zuletzt gibt es hier die Antwort auf die titelgebende Frage Wo ist Carlos Montufar und warum beim Schreiben biografisch inspirierter Romane manche historische Figur, so wie der Humboldt durch Südamerika begleitende Carlos Montufar, leider unter den Tischen fallen muss. -Christian Stahl
Spieldauer: ca. 130 Minuten, 2 CDs, gekürzte Autorenlesung


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

sehr gut      5 von 5 Punkten
Der Kauf hat sehr gut geklappt. Ich habe das Buch sofort erhalten, es befindet sich in hervorragendem Zustand.


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Alles über Paris: Von Tempeln, Türmen und Fassaden - Von Künstlern, Kellnern und Kaschemmen - Von Boulevards und Gassen, Plätzen und Parks - Von ... In Geschichten, Gedichten und Berichten - Ulrich WickertAlles über Paris: Von Tempeln, Türmen und Fassaden - Von Künstlern, Kellnern und Kaschemmen - Von Boulevards und Gassen, Plätzen und Parks - Von ... In Geschichten, Gedichten und Berichten
Ulrich Wickert

Taschenbuch, 6. März 2006
     Verkaufsrang: 122017      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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"Spannende Stories und amüsante Anekdoten über die Seine-Metropole, erzählt vom Insider Wickert: anspruchsvoll und hoch interessant - mehr Info geht nicht!" (TV Movie )

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Eine Anleitung zum Träumen      5 von 5 Punkten
Unvergleichlich, eines der lebendigsten Bücher die ich über Paris lesen durfte.
Mit viel Witz und Charm erzählt Wickert über sein Paris, wie er es leben und lieben gelernt hat. Mit liebevollen Details und romatischen Geschichten hilft er uns von Paris zu träumen und schürt unser Fernweh nach der Mutter aller Städte.


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13 unerwünschte Reportagen - Günter Wallraff13 unerwünschte Reportagen
Günter Wallraff

Taschenbuch, 2002
     Verkaufsrang: 131057      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Unter denen, die in der Bundesrepublik publizieren, nimmt Günter Wallraff mit seinen Reportagen eine Ausnahmestellung ein.
...Er dringt in die Situation, überdie er schreiben möchte, ein, unterwirft sich ihr und teilt seine Erfahrungen und Ermittlungen in einer Sprache mit, die jede 'Überhöhung' vermeidet, sich nicht einmal des Jargons bedient, der ja als poetisch empfunden werden könnte.
... Betrachtet man seine Berichte genau, so wird in Ihnen allen Herrschaft entlarvt." (Heinrich Böll)

"Das Schreiben kritischer Sozialreportagen hat hierzulande kaum eine große und wirksame Tradition. Insofern ist Günter Wallraff eine Ausnahmeerscheinung." (Süddeutsche Zeitung)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Leider immer noch nicht überholt...      5 von 5 Punkten
Hier zeigt sich schon überdeutlich,was auch Wallraffs spätere Bücher immer auszeichnet:Hier erlebt und fragt der ganze Mensch,und wer das liest,erlebt alles hautnahe mit,sowohl Schrecken als auch Wut und Staunen.
Das klingt so einfach,ein Mensch maskiert sich,um anderen die Maske abreißen zu können-aber dazu gehören ein Mut,eine Fähigkeit zum Mitgefühl und ein wirklich WISSEN-Wollen,die eben doch nicht viele aufbringen können.Besonders gruselig empfinde ich immer noch die Umfrage des "Napalmfabrikanten" zur Gewissensberuhigung...
Aber auch die anderen Reportagen sind eben leider noch nicht total veraltet-deswegen sind Mensche wie Wallraff weiterhin so wichtig.Und ich wünsche ihm weiter soviel Mut und Kraft wie bisher,aber am allermeisten wünsche ich ihm und mir und uns allen,dass eines Tages solche Rufer und Mahner nicht mehr nötig sind und über schönere Dinge schreiben dürfen-weil das Schreckliche verschwindet.

Interessant und gute (geschichtliche) Bildung      4 von 5 Punkten
13 unerwünscte Reportagen ist eines der ersten Bücher von Wallraff, ende der 1960er Jahre erschienen, und das merkt man.
Es werden Themen wie Rechtsradikalismus, Vergangenheitsbewältigungen aus der Nazizeit und die Antipathie der "linken" (z.B. der Partei der Deutschen Linken) behandelt.
Daneben gibt es auch noch weitere Missstände in den 60ern in Deutschland.
Natürlich sind die meisten heute nicht mehr up-to-date, und die über Linke regt sich heute kaum mehr einer auf, und die NPD ist auch nicht mehr so im Vordergrund, wie damals, aber ich kann sagen, dass mir das Buch im geschichtlichen Bereich geholfen hat.
Als 15-jähriger Schüler weiß ich nun, WIE extrem die Anti-links-Bewegung etc. in den 60ern warern.
Wer sich ein Buch mit Kritik kaufen will, die aktuell ist sollte er von den Reportagen die Finger lassen, wer allerdings sich für die 60er interessiert, und Wallraff gut findet, sollte sich das Buch kaufen, denn schon hier wird der typische Wallraffschreivstil klar: Ich höre etwas über einen Missstand, ok, ich gehe hin, gebe mich als Linker/rechter/SOldat o. sonstiges aus, sammle erfahrungen, und gebe sie der Nachwelt weiter.
Toll...und einmalig


Kaleidoskop Mittelamerika: Reportagen und Informationen aus Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica , Panama - Andreas BouekeKaleidoskop Mittelamerika: Reportagen und Informationen aus Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica , Panama
Andreas Boueke

Taschenbuch, September 1999
     Verkaufsrang: 186664      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,30 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Das Buch hält, was der Titel verspricht: Ein Kaleidoskop Mittelamerikas. Farben- und facettenreich verführt es erst zum Blättern, dann zum Festlesen...
Das Buch ist eine ideale Vorbereitung für Mittelamerikareisende, eine Fundgrube für den Geographie- oder Politikunterricht und eine unterhaltsame und informative Lektüre für alle, die sich für diesen Teil der Welt interessieren."
Hans-Martin Große-Oetringhaus, terre des hommes
"Die soziale Wirklichkeit der sieben Länder Mittelamerikas wird am Beispiel einzelner Personen, abgelegener Dörfer oder ganzer Regionen dargestellt... Sauber recherchierte Hintergrundinformationen machen das Buch zu einer spannenden und aufschlußreichen Lektüre".
Gert Eisenbürger, Informations-
stelle Lateinamerika - ILA


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Lesenswerte Reportagen aus den Laendern Mittelamerikas      5 von 5 Punkten
Andreas Boueke hat mit "Kaleidoskop Mittelamerika" einen lesensewerten Sammelband mit Berichten und Reportagen aus den allen Laendern Mittelamerikas (Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama) veroeffentlicht. Der Autor lebt seit Jahren vorwiegend in der Region und reist offenbar viel umher. Zu jedem Land versammelt der Band einen kurzen einfuehrenden Text, danach zwei Reportagen (zumeist aus den Bereichen Soziales, Kultur, Oekologie etc.) und abschliessend Kurzvorstellungen von Hilfsorganisaitionen, Solidaritaetsgruppen oder Zeitschriften, welche in der Bundesrepublik arbeiten. Bouekes Reportagen beshaeftigen sich etwa mit dem Leben der Maya in Guatemala, mit dem Stand der Befeiungstheologie in El Salvador, mit der Zinslast, unter der die Wirtschaft Honduras' zu leiden hat, oder der Patentierung von Pflanzen in Costa Rica. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


Der rasende Reporter - Egon Erwin KischDer rasende Reporter
Egon Erwin Kisch

Taschenbuch, 2008
     Verkaufsrang: 187969      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Der "Er?nder" des modernen Journalismus. Der Titel dieser Reportagensammlung blieb ihm als Beiname erhalten: Kisch, der rasende Reporter, der durch Länder und Zeiten hetzt, wagemutig, verwegen, besessen. Anfang der zwanziger Jahre durchstreifte er die groáen Städte Europas von Prag bis London, spürte die Faszination des Alltäglichen auf, die Vielgestaltigkeit modernen Lebens. Ein Epochenbild im rasanten Wirbel von Ort und Zeit.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Hervorragender Schreibstil, packende Reportagen      5 von 5 Punkten
Kisch zeigt uns, dass Journalisten auch Literaten sein dürfen und könnten. Er paart eine herausragende "Schreibe" mit dem Gespür für packende Geschichten und Abenteuer des Alltags.
Dadurch wird dieses Buch zu einem Zeitdokument von hohem Wert und großartiger Unterhaltung.


Über Spiegel und andere Phänomene - Umberto EcoÜber Spiegel und andere Phänomene
Umberto Eco, Burkhart Kroeber

Taschenbuch, 1. November 2001
     Verkaufsrang: 63468      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Das Abschreiten buntgemischter Phänomene, wie es hier leichtfüßig und mit einer Art naiver Kennerschaft zelebriert wird, gerät nie ins Stocken und nie ins Stolpern; die Verblüffung über gewonnene Einsichten, so groß sie auch beim Leser oft sein mag, ergreift nie den Autor, der ebenso souverän wie spielerisch an allen Fäden zieht.Friedhelm Rathjen, Die Zeit

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Umberto Eco      5 von 5 Punkten
Umberto Eco ist niicht nur für Liebhaber einer geschliffenen Sprache mit viel Witz
sondern auch für der normalen Leser guter Unterhaltung,der sich an der Erweiterung
seines Wissens freut. Ich besitze nahezu alle grteifbaren Bücher von Eco und freue mich
immer wieder über seinen Humor und seie Treffsicherheit, Zumal ich aus der realen Sparte
von Derrick komme!

Sammlung von Blickwinkeln      4 von 5 Punkten
Dieses Buch beinhaltet eine Sammlung von Aufsätzen Eco`s quer durch die Jahrzehnte. Seine Gedanken geben Mut genauer hinzuschauen und nachzudenken, machen auf vieles noch nie zu vor Gesehenes aufmerksam. Es ist spannend....
Dieses nicht ganz einfach zu lesende Buch ist ein Buch zum Durcharbeiten aber mehr noch zum Durchdenken.


Ich - der andere: Reportagen aus vier Jahrzehnten - Günter WallraffIch - der andere: Reportagen aus vier Jahrzehnten
Günter Wallraff

Taschenbuch, 2002
     Verkaufsrang: 35125      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Günter Wallraff repräsentiert den engagierten Schriftsteller wie kaum ein anderer. Er ist eine Institution, wenn es um die gesellschaftliche Moral geht. Seine Bücher wie "Ihr da oben ? wir da unten", "Der Aufmacher" oder "Ganz unten" sorgten allesamt für Furore. Die kritischen Sozialreportagen, die er in vier Jahrzehnten geschrieben hat, sind in Deutschland eine Ausnahme und gerade deshalb auch so wichtig. Mit seinen politischen Texten deckte er gesellschaftliche Missstände in Deutschland, aber auch im Ausland auf. Die hier zu hörenden Reportagen las der streitbare Autor anlässlich seines 60. Geburtstags.
"Ich- der Andere" ist das Programm von Günter Wallraff. Er ist in unzählige Rollen geschlüpft, hat sich getarnt und konnte so mitten im Geschehen beobachten. 1963 wurde Wallraff zur Bundeswehr eingezogen, seine Kriegsdienstverweigerung wurde abgelehnt; statt dessen hat man ihn in einer psychiatrischen Abteilung beobachtet und als untauglich eingestuft. Um die Situation einigermaßen zu meistern, schrieb er Tagebuch. War Wallraff in diese "Rolle" noch unfreiwillig geschlüpft, so spielte er von nun an "Rollen" ganz bewusst. Für seine Industriereportagen (1970) kroch er in die verdreckte Haut eines Sinter-Arbeiters bei Thyssen in Duisburg. Die Reportage über sein Dasein als Portier und Bote im Gerling Konzern (1973) muss man tragikomisch nennen.
Mit zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt seine Rolle als Hans Esser, in der er die skrupellosen publizistischen Praktiken von "Bild" aufdeckte. Das war 1977, seine Überlegungen zum 50.Geburtstag des Blattes zeigen, dass Rufschädigung, Sensationsmache und der permanente Verstoß gegen das Grundgesetz, das die Würde des Menschen schützt, bei "Bild" noch immer an der Tagesordnung sind.
Als Türke Ali arbeitete Wallraff bei einer Subfirma, die Leiharbeiter anstellt und sie an Thyssen vermietet. "Ganz unten" verdeutlicht, dass Ali am Rande der Gesellschaft lebt! Autorenlesung, Spieldauer: ca. 140 Minuten, 2 MCs. Auch als CD erhältlich. - culture.text


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Ein Muss für alle, die Günter Wallraff noch nicht kennen, und für die, die ihre Erinnerung auffrischen wollen!      5 von 5 Punkten
Frage: Wer weiß, wo Günter Wallraff gerade ist? Antwort: Keine Ahnung, aber man sollte sich den neuen Pabst aus Polen mal ganz genau ansehen. - So witzelte man schon Ende der 70er Jahre über den Verkleidungskünstler, Maskeraden-Spezialist und Scharadenschauspieler unter den Reportern. Wie kein anderer hat Günter Wallraff in den letzten fast 40 Jahren mit seinen Reportagen die politische Gegenkultur zur herrschenden Meinungsmacht geprägt. Vielfältig in seinen Themen, aber einmalig in seinem Stil: "Er dringt in die Situation, über die er schreiben möchte, ein, unterwirft sich ihr und teilt seine Erfahrungen und Ermittlungen in einer Sprache mit, die jede "Überhöhung" vermeidet, sich nicht einmal des Jargons bedient, der ja als poetisch empfunden werden könnte." So empfand es Heinrich Böll 1970 in einem Vorwort zu Günter Wallraffs "13 unerwünschte Reportagen".
In dem Buch "Ich - der andere", anlässlich des 60. Geburtstages von Günter Wallraff am 1. Oktober 2002 als "Jubiläumsband" erschienen, sind Auszüge aus den besten Reportagen versammelt: Als "Hans Esser" schaut er für uns hinter die Kulissen der "Bild"-Zeitung, als Türke "Ali" lebt er den Titel des späteren Buches: "Ganz unten". Peinlichkeiten gibt es aus dem Melitta-Werk, aus dem Gerling-Konzern, dem Stahlwerk oder aus der Bundeswehr zu vermelden.
Aber nicht immer schreibt Günter Wallraff seine Schelmenstücke, nein, manchmal riskiert er sogar sein Leben. Das Buch nennt hierfür zwei Beispiele: 1996 machte er an einem geheimen Ort ein Interview mit dem Anführer der militanten Kurdenpartei PKK in der Türkei, Abdullah Öcalan. Günter Wallraff setzte sich für einen von der PKK verfolgten Kurden ein, später schrieb er ein kritisches Buch mit dem Titel: "PKK - die Diktatur des Abdullah Öcalan". Wie man weiß, genügt ein solches Buch in diesem politischen Kontext, um das eigene Leben zu gefährden, man denke nur an die "Satanischen Verse" von Salman Rushdie.
Noch konkreter setzte Günter Wallraff 1974 sein Leben aufs Spiel: Aus Protest gegen die Militärregierung in Griechenland kettete er sich auf dem Platz der Verfassung in Athen an einen Lichtmast und verteilte Flugblätter. Er wurde ins Gefängnis gebracht und dabei schwer verletzt. Hätte er nicht Kontakte bis in die deutsche Botschaft gebracht, die sein Schicksal zu einer öffentlichen Sache machen konnten, hätte er dieses Abenteuer vielleicht nicht überlebt. Nach seiner Freilassung wurde er in Griechenland als Held gefeiert, der durch seine Aktion das negative Bild, dass viele Griechen von Deutschland hatten, ein wenig revidierte.
Aber hinter dieser starken und mutig aktionistischen Seite gibt es bei Günter Wallraff auch andere Töne, wie ein Tagebucheintrag von 1960 zeigt: "Ich bin mein eigener Maskenbildner. Locke meinem Wesen immer neue Masken hervor. Ich warte darauf, die Maske zu finden, die sich mit meinem ursprünglichen Gesicht deckt. Ich glaube, sie längst schon unbemerkt getragen zu haben. Oder sie niemals zu finden, da sich mein Gesicht der jeweiligen Maske anpasst. Weiter werde ich mir unermüdlich Masken aufsetzen, mich suchen und in einem vor mir verbergen, wenn ich mich gefunden habe, werde ich mich verlassen."
"Ich - der andere" ist das Beste von Günter Wallraff: Ein Muss für alle, die ihn noch nicht kennen, und für die, die ihre Erinnerung auffrischen wollen!


Gelungene Mischung      5 von 5 Punkten
Wallraff steht zu dem, was er tut. Er schlüpft in Rollen, deren Namen Hans Esser oder Türke Ali bekannt sind. Schamlos nutzt er sein schauspielerisches Talent aus und paart es mit seiner journalistischen Begabung. Dieses Buch zeigt einen Abriß seines Schaffens, seiner Rollen, welche dem Ziel dienen, genau zu recherchieren. Er will dabei sein am Puls der Zeit. Wallraff zeigt ein Stück deutsche Realität. Keiner kann es besser als er.


Sieben Wegbereiter: Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts - Marcel Reich-RanickiSieben Wegbereiter: Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts
Marcel Reich-Ranicki

Taschenbuch, 1. September 2004
     Verkaufsrang: 180651      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Ein polemisches Plädoyer für die deutsche Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts und zugleich eine Liebeserklärung.Frankfurter Allgemeine Zeitung

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Informativ, brillant geschrieben, spannend      5 von 5 Punkten
Marcel Reich-Ranicki schreibt über sieben Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts, die neue Wege gesucht und gefunden haben: Arthur Schnitzler, Thomas Mann, Alfred Döblin, Robert Musil, Franz Kafka, Kurt Tucholsky und Bertolt Brecht. Es handelt sich um Aufsätze, Vorträge und Essays, die zwischen 1983 und 2001/2002 entstanden sind. Sie sind hinreißend gut geschrieben, und es ist ein Vergnügen, dem Autor auf seinen Gedankenwegen zu folgen, selbst wenn man mit seiner Beurteilung des jeweiligen Schriftstellers (er ist ein ausgesprochener "Thomas-Mann-Fan") nicht immer übereinstimmt.
Wenn man z. B. jedoch bisher, wie ich, eine Abneigung gegen Musils "Mann ohne Eigenschaften" hatte und die Schuld dafür bei sich selbst gesucht hat, etwa daß man sich für nicht genügend gebildet oder zu ungeduldig oder zu oberflächlich hielt, so ist man nach der Lektüre des jüngsten Essays des Bandes glänzend rehabilitiert.
Ich habe das Buch in zwei Anläufen durchgelesen!


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Der alltägliche Ausnahmezustand. Kongo im Chaos - Albrecht HeiseDer alltägliche Ausnahmezustand. Kongo im Chaos
Albrecht Heise

Gebundene Ausgabe, 30. August 2006
     Verkaufsrang: 193581      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Eine aktuelle Reportage aus dem krisengeschüttelten zentralafrikanischen Kongo. Die Hauptfigur, an der Albrecht Heise seine spannenden Storys aufhängt, ist Hans, der in den siebziger Jahren vor dem deutschen Staatsanwalt in den Kongo floh und dort heute als angesehener Geschäftsmann lebt. Umgeben von Chaos, Krieg und Kriminellen hat er sich in Kinshasa ein neues Leben eingerichtet und hofft, dass die vom Westen erzwungenen Wahlen nun bloß nicht das Ende der Diktatur bedeuten. Denn das wäre gleichzeitig das Ende seiner guten Geschäfte. Entlang dieser ungewöhnlichen Geschichte einer zweifelhaften Karriere beschreibt Albrecht Heise das Land, das mit Europas Hilfe jetzt zur Demokratie finden soll - nach mehr als vierzig Jahren Diktatur. Und er zeigt, woran das Projekt zu scheitern droht: an der Habgier schwarzer und weißer Kriegsgewinnler, an der Naivität und Verzagtheit westlicher Politiker und Helfer, am Fehlen eines Plans zu wirklicher Entwicklung. Dabei kennen kluge Afrikaner durchaus einen Weg zur Rettung ihres reichen Kontinents. Doch damit wäre das gute Leben nicht nur für Hans zu Ende, sondern auch für seine schwarzen Freunde an den Hebeln der Macht.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Hilfe sinnlos !      5 von 5 Punkten
Der Autor Heise ( ZDF Afrika-Korrenspondet ) betätigt, was alle echten Afrika Kenner wissen : Gutmenschentum, Mitleidsindustrie und Entwicklungshilfe führen Afrika immer tiefer in die Unabhängigkeit.
Wir müssen aufhören unsere Vorstellungen von Demokratie und sozialem Zusammenleben
auf Afrika zu projezieren.....der Kontinent tickt anders und nicht so wie wir es wollen oder gut heissen.
Für alle notorischen Afrika Spender und Hilfs-Junkies : unbedingt lesen


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Mörderische Identitäten: Essay (edition suhrkamp) - Amin MaaloufMörderische Identitäten: Essay (edition suhrkamp)
Amin Maalouf

Taschenbuch, 24. Juli 2000
     Verkaufsrang: 110911      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Amin Maalouf, in Frankreich lebender arabischer Christ, beobachtet die mörderischen Auswirkungen von Fundamentalismus und ängstlicher, reflexhafter Ausgrenzung des Anderen. Sein Essay ist ein Appell an Toleranz, Integration und Pluralität.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Identitäten: der Schlüssel zu Konflikten      4 von 5 Punkten
"Es ist ein Unterschied, ob man als Schwarzer in New York, Lagos, Pretoria oder Luanda zur Welt kommt, fast möchte man sagen, dass es sich im Hinblick auf die Identität nicht um die gleiche Hautfarbe handelt." (S. 25)
Amin Maalouf, Jahrgang 1949, gebürtiger Libanese mit Wohnsitz in Frankreich, stammt aus einer melkitischen (d.h. griechisch-katholischen) Familie, ist protestantisch getauft und römisch-katholisch erzogen. Aus eigener Anschauung und als preisgekrönter Autor zahlreicher historischer Romane weiß er um die Bedeutung von Identität, v.a. der Gewichtung einzelner Apekte der Identität wie Sprache, Religion, Herkunft usw. Wie kommt es, dass sich ein und dieselbe Person beispielsweise jahrzehntelang als Jugoslawe, einige Jahre später aber ausschließlich als Bosnier oder - eingeschränkt auf die religiöse Zugehörigkeit der Familie - als muslimischer Bosnier bezeichnet?
Jedes Menschen Identität setzt sich aus einer mehr oder weniger langen Liste nationaler, lokaler, kontinentaler, religiöser, sozialer usw. Identitätselemente zusammen. Dominiert eines der genannten über die anderen (z.B. die Religion in Bosnien) oder löst sich eine identitätsstiftende Einheit auf (Jugoslawien), teilt sich aus der Sicht der Betroffenen die Menschheit in in jene, deren Identität man teilt, und in die anderen, die vermeintlich zu Fremden werden - auch wenn man seit Jahrzehnten Tür an Tür wohnt.
Die profunde historische Bildung des Autors erkennt man in jenen Teilen des Buchs, wo es um Änderungen der Identität geht, z.B. in der jüngeren Geschichte des Islam. ("Wenn die Moderne vom Anderen kommt" heißt das zweite, dem Islam gewidmete Kapitel.) Er wendet sich entschieden gegen den Usus, alles was in islamischen Ländern passiert, unter der Rubrik "Islam" zu verbuchen und den Islam für alle möglichen Entwicklungen, v.a. die Tragödien, dieser Länder verantwortlich zu machen, sei es im blutig dekolonisierten Algerien, im nie kolonisierten Afghanistan, in Palästina, in Ägypten zur Zeit Napoleons und in der heutigen Türkei.
Ein historisches Faktum werde ich mir in diesem Zusammenhang notieren und bei entsprechenden, gegenwärtig häufigen Gelegenheiten gerne zitieren: "Ende des vorigen Jahrhunderts besaß Istanbul, die Hauptstadt des damals mächtigsten islamischen Staates, eine nicht-muslimische Bevölkerungsmehrheit, bestehend vor allem aus Griechen, Armeniern und Juden. Wäre es denkbar, dass in jener Zeit in Paris, London, Wien oder Berlin überwiegend Nicht-Christen, Muslime oder Juden, gelebt hätten?" (S. 53/54) Die Mehrheitsverhältnisse in der Türkei änderten sich erst, als die Bedeutung religiöser Identität ab- und der Nationalismus blutig zunahm ...

Für ein Gleichgewicht der Identitäten!      4 von 5 Punkten
"Es ist ein Unterschied, ob man als Schwarzer in New York, Lagos, Pretoria oder Luanda zur Welt kommt, fast möchte man sagen, dass es sich im Hinblick auf die Identität nicht um die gleiche Hautfarbe handelt." (S. 25)
Amin Maalouf, Jahrgang 1949, gebürtiger Libanese mit Wohnsitz in Frankreich, stammt aus einer melkitischen (d.h. griechisch-katholischen) Familie, ist protestantisch getauft und römisch-katholisch erzogen. Aus eigener Anschauung und als preisgekrönter Autor zahlreicher historischer Romane weiß er um die Bedeutung von Identität, v.a. der Gewichtung einzelner Apekte der Identität wie Sprache, Religion, Herkunft usw. Wie kommt es, dass sich ein und dieselbe Person beispielsweise jahrzehntelang als Jugoslawe, einige Jahre später aber ausschließlich als Bosnier oder - eingeschränkt auf die religiöse Zugehörigkeit der Familie - als muslimischer Bosnier bezeichnet?
Jedes Menschen Identität setzt sich aus einer mehr oder weniger langen Liste nationaler, lokaler, kontinentaler, religiöser, sozialer usw. Identitätselemente zusammen. Dominiert eines der genannten über die anderen (z.B. die Religion in Bosnien) oder löst sich eine identitätsstiftende Einheit auf (Jugoslawien), teilt sich aus der Sicht der Betroffenen die Menschheit in in jene, deren Identität man teilt, und in die anderen, die vermeintlich zu Fremden werden - auch wenn man seit Jahrzehnten Tür an Tür wohnt.
Die profunde historische Bildung des Autors erkennt man in jenen Teilen des Buchs, wo es um Änderungen der Identität geht, z.B. in der jüngeren Geschichte des Islam. ("Wenn die Moderne vom Anderen kommt" heißt das zweite, dem Islam gewidmete Kapitel.) Er wendet sich entschieden gegen den Usus, alles was in islamischen Ländern passiert, unter der Rubrik "Islam" zu verbuchen und den Islam für alle möglichen Entwicklungen, v.a. die Tragödien, dieser Länder verantwortlich zu machen, sei es im blutig dekolonisierten Algerien, im nie kolonisierten Afghanistan, in Palästina, in Ägypten zur Zeit Napoleons und in der heutigen Türkei.
Ein historisches Faktum werde ich mir in diesem Zusammenhang notieren und bei entsprechenden, gegenwärtig häufigen Gelegenheiten gerne zitieren: "Ende des vorigen Jahrhunderts besaß Istanbul, die Hauptstadt des damals mächtigsten islamischen Staates, eine nicht-muslimische Bevölkerungsmehrheit, bestehend vor allem aus Griechen, Armeniern und Juden. Wäre es denkbar, dass in jener Zeit in Paris, London, Wien oder Berlin überwiegend Nicht-Christen, Muslime oder Juden, gelebt hätten?" (S. 53/54) Die Mehrheitsverhältnisse in der Türkei änderten sich erst, als die Bedeutung religiöser Identität ab- und der Nationalismus blutig zunahm ...


Die Nibelungenreise. Mit dem VW-Bus durchs Mittelalter - Eric T. HansenDie Nibelungenreise. Mit dem VW-Bus durchs Mittelalter
Eric T. Hansen

Gebundene Ausgabe, 2004
     Verkaufsrang: 197727     

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Von Lübeck bis Worms reist der Autor, folgt den Nibelungen bis Ungarn, verquickt das hier und jetzt mit dem Mittelalter und verliebt sich schließlich in die Königin Krimhilde, die er auch noch leibhaftig trifft ... Gespickt mit viel Humor beschreibt er, wie er auf Burgen und an der Autobahn schläft und sich so Germanien und seine Geschichte erobert. Eric T. Hansen, 1960 geboren, vermittelt ein zwar leicht ungewöhnliches Bild von Deutschland und seiner Geschichte, aber eines, das Spaß macht. Europäische Geschichte mit den Augen eines Amerikaners - voller Reiz. Jede einzelne Seite ist das Lesen wert.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Mal ein etwas anderes "Geschichtsbuch"      5 von 5 Punkten
So habe ich Deutschland noch nie gesehen. Hansen reist durch Deutschland, in Orte in denen ich teilweise schon gelebt habe, und trifft sich mit Historikern, Autoren, Fremdenführern und anderen interessanten Personen. Er beleuchtet Deutschland aus einem ganz neuen Winkel und zeigt einem Ecken die man sonst nie so gesehen hätte.
Nehmen wir einmal die Wartburg mit dem Sängerkrieg. Darüber schreibt er in dem Buch und als ich jetzt im Urlaub eine Führung mitmachte und auf der Wartburg davon erzählt wurde, hatte ich mir schon vorher Gedanken dazu gemacht. Meine Geschichtsbücher aus der Schule waren nicht annähernd so unterhaltsam.
So macht deutsche Geschichte Spaß.


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Anleitung zum Alleinsein: Essays - Jonathan FranzenAnleitung zum Alleinsein: Essays
Jonathan Franzen

Taschenbuch, 2. April 2007
     Verkaufsrang: 173596      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Über die Einsamkeit des Schriftstellers in der Gesellschaft schrieb Wolfgang Borchert einmal, dass diese eine Last, ein Privileg, und eine Verantwortung zugleich darstelle. Von ihrer hohen Warte aus, so Borchert, sehen Literaten mehr als gewöhnliche Mitmenschen, deren Blick meist zu sehr vom Alltag verstellt ist. Doch ist die Aussicht nicht nur ein Genuss, sondern vielmehr auch dringliche Aufforderung, das Gesehene jenen mitzuteilen, die dazu nicht in der Lage sind. Und das gilt vor allem für all die Unzulänglichkeiten, Missstände und Ungerechtigkeiten, die den Schriftstellern ins Auge fallen mögen.
Borcherts Vorstellung von der moralischen und gesellschaftlichen Verantwortung, die sich mit literarischer Sensibilität verbünden sollte, mag den meisten heute ziemlich anachronistisch erscheinen. Dass sie in der Literatur - in der deutschen zumal - eher selten geworden oder, was noch schlimmer ist, als Aufforderung zum hemmungslosen Moralisieren missverstanden wird, ist selbst ein Missstand, den es durchaus literarisch zu hinterfragen lohnte. Natürlich haben sich die Zeiten geändert, und wenn Jonathan Franzen heute von der Einsamkeit des Schreibens spricht, dann ist damit weniger die Entrückung der Literatur vom Leser, sondern eher das Gegenteil, die Entfremdung des Lesers von der Literatur gemeint. Auch Franzen meint, die Literatur werde heute mehr denn je gebraucht - doch sie wird immer weniger beachtet, weil sie hinter den Spektakeln der Bildmedien verschwindet.
So jedenfalls klagte der amerikanische Autor bereits 1996 in einem viel gerühmten Essay, der das Herzstück dieser Sammlung äußerst lesenswerter Artikel, Aufsätze und Rezensionen bildet. Inzwischen ist Franzen mit seinem zu recht auch in Deutschland gefeierten dritten Roman, Die Korrekturen, ein international bekannter und anerkannter Schriftsteller geworden, und seine Lesungen rund um die Frankfurter Buchmesse 2002 waren sämtlich ausverkauft. Doch auch, wenn Franzen im Vorwort seiner Anleitung zum Einsamsein einige seiner recht verbitterten Thesen der 90er-Jahre relativiert, immer noch behauptet er mit einiger Überzeugungskraft, dass Literatur Aufmerksamkeit nur mit hoher Qualität erringen kann. Statt Anpassung an den Markt der schnellen Sensationen und billigen Effekte fordert Franzen, ähnlich wie sein Kollege (und Freund) David Foster Wallace, die Rückbesinnung der Literatur auf das Literarische selbst: auf die Kraft der Sprache, den Sog der Erzählung und die Macht der Identifikation.
Während Franzen dies in Die Korrekturen eindrucksvoll gelingt, zeigen ihn die Essays in seiner Anleitung zum Einsamsein als ebenso feinfühligen Beobachter persönlicher Schicksale wie scharfsinnigen Kritiker amerikanischer Verhältnisse. Die erstaunliche Spannbreite von Franzens Themen wird dabei nur übertroffen von der Souveränität, mit welcher er diese vor seinen Lesern ausbreitet. Die "erste Lektion, die einem das Leser erteilt," heißt es an einer Stelle, "handelt von der Kunst des Einsamseins". Für diese Kunst hat Jonathan Franzen eine vorzügliche Anleitung geschrieben. -Peter Schneck


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Sozialkritischer Blick auf das zeitgenössische Amerika      5 von 5 Punkten
Das Buch "Anleitung zum Einsamsein" hatte ich in depressiver Stimmung in der Buchhandlung gegriffen ohne die Inhaltsangabe zu beachten. Auf was hoffte ich? Natürlich auf den Bericht eines Menschen, dem es noch schlechter geht. Als das jedoch hat sich diese Essay-Sammlung nur bedingt heraus gestellt. Zum Glück. Es ist nämlich ein sehr interessanter und vielseitiger Band. Wie der Titel jedoch impliziert hat Franzen den in den Vordergrund gestellten Essay "Why bother?" tatsächlich in depressiver Stimmung geschrieben. Der sogenannte "Harper`s Essay" sorgte in den amerikanischen Medien für viel Aufregung. Er schreibt über die Zeit zwischen dem 2. und 3. Roman, in der ihm jegliche Motivation und Inspiration fehlte. Auch andere seiner Essays handeln von der Unzufriedenheit mit der eigenen Person oder der Umwelt, sein Weg dieser zu entkommen ist der Rückzug in die Welt der Romane, als einsamer Leser. Die 13 Essays stammen aus dem Zeitraum von 1994 bis 2001. Von der Zeit des noch beinahe unbekannten Autors bis hin zum verehrten bei Oprah empfohlenen Literaten. Die Essays sind somit teils wie eine Art Tagebuch. Man sieht Franzen im Zeitraffer beim leben zu. Dabei lernt man den Autor um einiges besser kennen, wer also seine Romane gerne gelesen hat und etwas über die Person dahinter erfahren will, für den ist dieser Band ein Glücksgriff. Jedoch zeigen die Essays zugleich auf kritische Weise den momentanen Zustand Amerikas auf. Ein sehr interessanter ausführlicher Essay beschreibt das marode Postsystem Chicagos. Am Ende überlegt Franzen ob die Privatisierung der Post eine Lösung darstellt. Nein, möchte man ihm zurufen, dadurch wird alles nur noch schlimmer! Ein weiterer Essay beschäftigt sich mit Amerikas modernsten Hochsicherheitsgefängnis, ein technisch aufgerüstetes Alcatraz, dort trifft Franzen auf einen politischen Häftling: den Vater von Tupac Shakur. Man merkt Franzen an, dass er kein Freund der Technisierung ist. Dies beschreibt er in vielen Beispielen. Davon handelt auch der Essay des Bandes, der mir am besten gefallen hat, er behandelt das seit langem brisante Thema inwieweit tötet das Fernsehen die Klientel der Romanciers? Können Kinder in diesem Umfeld noch zu Buücherliebenden werden? Gibt uns der Fernseher auch die Fragen und/oder Antworten die wir in der Literatur finden? Franzen verteidigt die kleiner werdende Welt der Bibliophilen vor der technikkalten Umgebung dort draußen. Seine Plädoyers für den Rückzug zum Buch sprechen mir aus tiefstem Herzen. Wer die Berichte der Feuilletons zu diesem Thema stets analysiert findet in diesem Band dazu eine gute Ergänzung.
Somit in einem Satz zusammen gefasst:
13 Essays aus 7 Jahren, man lernt den Autor genauer kennen, seine kritische Sicht auf das heutige Amerika, illustriert durch interessante Beispiele, und weiß letztendlich was den Einsamen glücklich macht: der Roman.


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Der Effendi wünscht zu beten: Reisen in die vergangene Fremde - Marion Gräfin DönhoffDer Effendi wünscht zu beten: Reisen in die vergangene Fremde
Marion Gräfin Dönhoff

Taschenbuch, 1. November 1999
     Verkaufsrang: 238607      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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"Ein Flug durch Zeit und Raum." (Süddeutsche Zeitung )

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Wunderbar      5 von 5 Punkten
Marion Gräfin Dönhoff fasst in Ihrem Buch Erzählungen von ihren Reisebegegnungen zusammen. Es sind wunderbare Geschichten, einfühlsam geschrieben.
Beeindruckend ist allein schon die Tatsache, dass eine Frau in diesen Zeiten allein in der Welt weit ab von Touristenpfaden herumreist. Dann die Erlebnisse, es geht um kleine Augenblicke und um die Menschen. All das wird einfühlsam beschrieben. Diese Erlebnisse sind aus vergangener Zeit und so nicht mehr erlebbar. Ein wunderbares Zeugnis.


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Achtung Baustelle - Wilhelm GenazinoAchtung Baustelle
Wilhelm Genazino

Taschenbuch, 1. Januar 2006
     Verkaufsrang: 226197      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Ein zutiefst philanthropisches Brevier.Katrin Hillgruber, Der Tagesspiegel

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Kluge Gedankensplitter      4 von 5 Punkten
Kleinere, kurze Beiträge Genazinos. Kurze Gedanken zu skurrilen Sätzen sowie Andekdoten zu Marcel Proust, James Joyce und Italo Svevo. Interessant für zwischendurch - unterhaltsam und intelligent.


Sehhilfen oder einfach Baustellen aufspüren können      5 von 5 Punkten
Achtung Baustelle von Wilhelm Genazino
Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte.
I.
Im ersten Abschnitt geht es gleich fulminant zur Sache.
"Ich sehnte mich danach, den Schrank schrumpfen zu sehen..."
Häh, wie, aha?! Man ist verwundert, über diesen durchaus seltsamen Satz. So erging es auch Büchnerpreisträger Genazino als er Virginia Woolfs Roman "Die Wellen" las.
Genazino nennt sein Buch nicht ohne Grund "Achtung Baustelle" und er, der Schreiberling, ist eine Art Bau-Facharbeiter.
Weiter im Takt:
"Der Mensch von 1950: Er fickte und las Zeitungen.", ein seltsames Resümee von, wer hätte es gedacht, Albert Camus;
Welche merkwürdige Mitteilung machte einst Franz Kafka auf einer Postkarte: "Vogerlsalat grüßt", so die einzigen Worte;
Welche besondere und durchaus feinfühlige Mensch notierte den seltsamen Satz "Ich lese auf meinem Zimmer Proust, fresse dazu Marzipan" in sein Tagebuch?
Weshalb schrieb Fernando Pessoa in seinem großartige Buch der Unruhe "Ich weiß von nichts, wie diese Dächer"?
Fragen über Fragen, die sich bei intensiver Lektüre ergeben haben. Genazino stellt sich den Sätzen, die herausgerissen, wie eine "Baustelle" wirken und es macht großen Spaß dabei zu sein, wenn Genazino, auf je 1-2 Seiten mit Feder, Bauarbeiterhelm und jeder Menge Humor bewaffnet, Schwieriges verblüffend einfach darstellt und erklärt.
II.
Im zweiten Abschnitt zeigt Genazino nicht weniger interessant und lehrreich, was er über die besonderen Schriftsteller und Menschen James Joyce, Marcel Proust und Italo Svevo zu berichten hat.
Ergänzt wird der Abschnitt noch mit der Erzählung "Einschluß, meine Herren!", dort schildert Genazino (seine)Erfahrungen zur "literarische[n] Arbeit mit Strafgefangen". Er skizziert verschiedene Charaktere, Probleme, Hoffnungen, Träume, Wünsche und lässt schließlich die Gesellschaft, mit Kultur und Medien, als entlarvt darstehen. Gefangene, die zu literarischen Treffen kurzzeitig ihren Gefängnisalltag verlassen, wollen selbst Schriftsteller sein und sehen sich, sobald sie wie rasend einige kurze Texte gekritzelt haben, als etabliert an. Eines Tages steht eine Rundfunksendung an. Die Häftlinge sind zunächst begeistert, schließlich werden sie stundenlang interviewt, man schenkt ihnen Aufmerksamkeit. Die Sendung wird auf ungefähr drei Sätze zusammengekürzt und so sackt die Stimmung zurück in die unwirklichen Bahnen der Realität.
III.
Der dritte Abschnitt enthält drei Reden Genazinos:
Rede zum Bremer Literaturpreis
Bergen-Enkheimer Rede
Dresdener Rede
Genazino lässt es sich auch diesmal nicht nehmen als Aufklärer zu wirken, der Baustellen aufdeckt, subtile und weniger subtile, meist jedoch sublime, Hinweise und Hilfestellungen parat hält. Seine Botschaften sind ungekünzelt, kunstvoll-vergleichend, glaubhaft und keinen Moment lang aufdringlich.
Fazit: Absolut zu empfehlen


Die Kunst des Hungers: Essays und Interviews - Paul AusterDie Kunst des Hungers: Essays und Interviews
Paul Auster

Taschenbuch, 2. Mai 2000
     Verkaufsrang: 189141      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Ein amerikanischer Hungerkünstler
Essays und New Yorker Impressionen von Paul Auster
In der ersten Hälfte der siebziger Jahre lebte Paul Auster als unbekannter junger Schriftsteller in Frankreich. Er schrieb Gedichte, den Lebensunterhalt verdiente er sich mit Auftragsarbeiten. Es entstanden Lexikonbeiträge, Vorworte, Buchbesprechungen, miserabelst bezahlt alles: Seine Übersetzung der nordvietnamesischen Verfassung ins Englische etwa wurde mit einem billigen Abendessen honoriert, natürlich beim Vietnamesen. 1974, im Alter von achtundzwanzig Jahren, kehrte Auster in die Staaten zurück, ein Gescheiterter, in heroischer Unverdrossenheit an seiner lyrischen Produktion weiterhin festhaltend - mit dem zu erwartenden Erfolg.
"Mein Leben lang war ich dem Thema Geld aus dem Weg gegangen, und jetzt konnte ich plötzlich an nichts anderes mehr denken", heisst es dazu in der Chronik früher Fehlschläge, die vor zwei Jahren unter dem Titel "Von der Hand in den Mund" auch auf Deutsch erschienen ist. Als Produkt einer rigiden Schubladenplünderung nimmt sich der Band aus; es durfte dabei nicht bleiben. Nie wieder arm! scheint die Devise des mittlerweile weltweit gelesenen Schriftstellers zu sein; sie sieht sich bekräftigt in Austers jüngsten Textsammlungen. Der bereits im Frühjahr erschienene Essayband "Die Kunst des Hungers" ebenso wie der dieser Tage aufgelegte Reader "Mein New York" gehören wohl beide in die Sparte der Selbstverwertung; doch sie haben ihre Bedeutung nicht nur als Geschenke für die Fans.
Ein Aufsatz über Knut Hamsuns ersten Roman, "Hunger", bildet den programmatischen Anfang des Essaybandes, gefolgt von einer Hommage an Kafka. Bei beiden sieht Auster eine "Ästhetik des Hungers" am Werk, eine Kunst der Not und des Verlangens. Der darbende Künstler ist für Auster der Künstler schlechthin, der in gleichsam masochistischer Askese eine intime Verzweiflung weniger zu entwirren denn zu entfalten sucht. Selbstauszehrung wird umgesetzt in eine Kunst, die auf die Misere des Daseins antworten möchte - im "Wissen, dass es keine richtigen Antworten gibt". Die Bemühung, "sich selbst auszudrücken", soll ihre Ziele gerade da am ehesten erreichen, wo dieses Selbst als blinder Fleck in die opake Vielfalt der Welt eingeschrieben wird. Dass in deren Zentrum ein gleichsam babylonisches Vakuum der Worte steht, scheint die genuine Mangelerfahrung der Dichter zu sein; diese Leerstelle durch Duplizierung zum Sprechen zu bringen, sieht Auster als den aporetischen, häufig sehr real selbstmörderischen Auftrag der Literatur.
Dass dichterische Kompetenz nicht nur in allerlei seelischen Defiziten, sondern und nicht zuletzt auch in der Gefährdung durch missliche äussere Umstände zu höchsten Resultaten gelangen kann, ist der Schluss, den Auster aus seiner Lektüre zieht. Was den Essays des Amerikaners einen ganz eigenen Reiz verleiht, könnte darin zu finden sein, dass es (fast) ausschliesslich europäische Autoren sind, denen er seine Aufmerksamkeit widmet. Etliche der Texte wurden ursprünglich für amerikanische Zeitschriften geschrieben. So eignet denn Austers Ausführungen etwa zum Werk von Edmond Jabès, zu Mallarmés Anatole-Fragmenten wie auch zu Becketts Französisch ein deutlich pragmatischer Zug. Auster will seine Autoren nicht feiern, sondern vermitteln; dass er auf der Höhe der Theorien von Strukturalismus und Dekonstruktion ist, lässt die elegante Sprache zwischen den Zeilen stets ahnen.
Instruktiv zu lesen sind die den Band beschliessenden Interviews, in denen Auster auf die eigene schriftstellerische Produktion eingeht. "Schreiben ist für mich längst kein Akt des freien Willens mehr, es ist eine Sache des Überlebens", lautet hier die zentrale Aussage, die abermals auf das Motiv des in Existenzangst gründenden literarischen Unternehmens verweist. Ein Ausruhen auf dem Erreichten gibt es offenbar auch für den Erfolgsautor Auster nicht. Jedes Buch ist für ihn ein weiterer "Beweis meiner Unwissenheit", Koinzidenzen, Zufallserinnerungen, Dubiositäten aller Art spielen dabei eine entscheidende Rolle. Dass "ein Buch nur es selbst werden kann, insoweit der Autor es nicht versteht", bezeugt noch einmal Austers Verankerung in der europäisch-hermetischen Schule.
Die zunehmende Redundanz in Austers Werk erscheint als Programm eines Autors, der "im Grunde stets dasselbe Buch" schreibt. Als Modell dieses einen und einzigen Buches darf der Band "Mein New York" gelesen werden. Längere und kürzere Passagen aus den Romanen bilden einen neuen Textkörper, der sich nicht mehr auf die Machinationen von Plot und Figurenentwicklung einlassen muss. Die Stadt selbst wird zu einem Roman der Fragmente, konfiguriert im spezifischen Blick des Autors Paul Auster. "Es geht um Leben und Sterben und um den Versuch, zu begreifen, was wir hier eigentlich machen", heisst es dazu im Essayband. Dieses Hier ist für Auster vor allem einmal sein Lebensort New York. Es ist das ihm bestimmte, ihn bestimmende Babel, gebaut aus Kontingenz und Verlorenheit.
Bruno Steiger


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Über Beckett, Kafka, Celan....      5 von 5 Punkten
"Die Kunst des Hungers" war mein erstes Buch von Paul Auster und ich stieß mehr aus Zufall darauf (weil mir der Titel gefiel *g*). Während des Lesens bereute ich meinen Kauf keine Sekunde lang. Nicht nur, dass mir durch Paul Auster manche Bücher verständlicher wurden, von manchen hörte ich auch zum ersten Mal und ich hätte sie mir ohne Auster wohl auch nie gekauft. "Die Kunst des Hungers" erzählt jedoch nicht nur von Büchern, sondern ebenso vom Bücher schreiben und lesen.
Kauft es einfach und denkt hinterher darüber nach!

Auster schreibt herausragende Essays!!      5 von 5 Punkten
Paul Auster`s Essays und Beschreibungen von Werken anderer Autoren haben mich begeistert. Das Buch ist nicht leicht zu lesen, da es die verschiedenen Werke sehr tiefgehend betrachtet. Seine Abhandlungen (z.B. über Celan) bringen dem Leser diese Werke sehr nahe. Kein einziges Wort ist unnötig. Gibt es ein größeres Kompliment für einen Autoren?


Sehnsucht und Widerstand - Bell HooksSehnsucht und Widerstand
Bell Hooks

Broschiert, 1996
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Widerständige Ästhetik
Ein Essayband von Bell Hooks
"Wir schreiben Kulturkritik im Kontext weisser Vorherrschaft", heisst es prägnant und unmissverständlich in Bell Hooks' Band "Sehnsucht und Widerstand. Über Kultur, Ethnie, Geschlecht". Das Bewusstsein dieses Kontextes schärft die Analyse und gibt deren Richtung vor: es geht für Bell Hooks um Heimat. Und es geht um das Eigene. Heimat, das ist die Black Community. Heimat ist im Erinnern. Heimat sind die Geschichten von der eigenen Geschichte. "Immer", sagt Bell Hooks, "wussten wir Afrikanisch-Amerikanerinnen um den subversiven Wert von Heimat." Ist sie doch in der Sicht der schwarzen Literatur- und Kulturwissenschafterin ein "Ort des Widerstands". Von einer Heimat aus - als der gegenseitigen Vergewisserung des "gemeinsamen Eigenen" - kann der aktive Widerstand gegen die rassistische Unterdrückung gewagt werden.
Kritische Analyse und konkrete politische Vision gehen in Bell Hooks' Essaysammlung eine reizvolle Verbindung ein, so erstaunlich wie spezifisch für den Standort, von dem aus die afro-amerikanische Wissenschafterin schreibt. Es ist jene kämpferische Offensive aus dem Bewusstsein des jahrhundertealten Objektseins. Die schwarze Frau war, und ist, Gegenstand des - weissen - Blicks, der Analyse und Beobachtung; es gibt kaum eine Tradition des eigenen Blicks, der eigenen Analyse und Beurteilung; selbst der antirassistische Diskurs ist geprägt vom Gestus der Bemächtigung. Das "Wiedererlangen des kollektiven Selbst" erfordert nicht nur bewusste Aneignung des Eigenen, sondern auch das widerständige Sich-Einschreiben in einen Diskurs über "Kultur, Ethnie, Geschlecht", der immer noch im wesentlichen von weissen Männern geführt wird. Bell Hooks' vehementes Plädoyer für den "eigenen Blick" richtet sich sowohl an ihre Black Community als auch an die weissen Vertreter des postmodernen Diskurses über "das Andere": von ihnen fordert sie, zunächst auf sich selbst und die eigenen Hintergründe zu rekurrieren.
"Opposition ist nicht genug. Der Raum in uns, in dem Widerstand möglich ist", ist einer, den es durch eigene Selbstverwirklichung bewohnbar zu machen gilt. Bell Hooks' Ästhetik ist eine der Ambivalenzen, und das macht sie interessant. Die Struktur ihrer Analysen wurzelt immer im Widerstand, zugleich aber wird jedes "Nein" wieder aufgebrochen, indem das Verneinte genauestens betrachtet wird. Es ist ein überaus differenzierter und differenzierender Blick, mit dem sie etwa auf das Klischee des schwarzen Mannes als triebhaften Gewaltmenschen schaut, wie es durch die feministische Weigerung, sich der männlichen Erfahrung zu öffnen, erhärtet und so von der eigentlich zugrundeliegenden weissen Gewalt abgelenkt wird; ein Blick auf die männliche Gleichsetzung des schwarzen Befreiungskampfes mit Männlichkeit und den darin enthaltenen Sexismus. Dass "Rassismus und Sexismus ineinander verzahnte Herrschaftssysteme sind", wird Hooks nicht müde zu betonen. "Solange Schwarze noch an der Vorstellung festhalten, dass das Trauma der rassistischen Herrschaft in Wirklichkeit der Verlust schwarzer Männlichkeit sei, investieren wir in die rassistische Urerzählung, die die Idee weiterträgt, alle schwarzen Männer seien Vergewaltiger und darauf aus, sexuellen Terrorismus zu betreiben, um ihrer Wut über die rassistische Dominierung Ausdruck zu verleihen." Von hier aus ist es nicht weit zur gesamten sexuellen Metaphorik der Kastration, Entmannung, Impotenz, deren undurchschaute Macht die reale sexistische Gewalt des schwarzen Mannes gegenüber der schwarzen Frau befördert.
Bell Hooks besteht auf der auszuhaltenden Spannung zwischen Theorie und Lebenswelt, antirassistischem und antisexistischem Kampf, Befreiung des schwarzen Menschen und Befreiung der Frau. Dies Insistieren zwingt sie, in jene analytische Tiefe zu gehen, die kein eindimensionales Argumentieren mehr erlaubt. So entsteht eine Sprache, die zwischen farbiger Bildlichkeit, politischer Vision und theoretischer Analyse changiert und daraus grossen ästhetischen Reiz bezieht. Neben Arbeiten zum Geschlechterverhältnis, zum Heimatbegriff sind mehrere Beiträge konkreter Kulturkritik gewidmet: Bell Hooks betrachtet und analysiert Filme von Spike Lee und Wim Wenders, setzt schwarzes Erzählen in Bezug zu lebensweltlichen Traditionen wie dem Quilten der Frauen oder rituellen Alltagsverrichtungen der Black Community.
Heimat ist in einer Ästhetik des Widerstands; ist in der unbedingt auszuhaltenden Polarität zwischen Widerstand und Sehnsucht. "Ästhetik ist demnach mehr als eine Philosophie oder Theorie von Kunst und Schönheit; sie ist eine Weise, Raum zu bewohnen, ein besonderer Standort, eine Art zu sehen und zu werden (. . .). Eine Ästhetik des Seins, die in der Vorstellung wurzelt, auch der grösste materielle Mangel könne einen nicht daran hindern, zu lernen, die Welt mit kritischen Augen zu betrachten, Schönheit zu erkennen oder sie als Kraft zu benutzen."
Bernadette Conrad




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