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Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 2: Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache Bastian Sick Broschiert, September 2005 Verkaufsrang: 3422 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Foto auf der Rückseite zeigt einen wie ein Honigkuchenpferd grinsenden Autor. Kein Wunder. Wurden von Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod doch schon eine Million Exemplare verkauft. Bastian Sick präsentiert nun eine zweite Auswahl seiner so erfolgreichen Zwiebelfisch-Kolumnen, die der ersten in nichts nachsteht. Und man gönnt ihm diese ostentative Fröhlichkeit auch deshalb, weil der Leser bei der Lektüre auch selbst reichlich Gelegenheit zum Schmunzeln und Lachen bekommt. Zum Beispiel über die hier versammelten "Katastrophen mit Apostrophen" oder dialektale Besonderheiten wie etwa die rheinische Verlaufsform: "Dat Chantal ist sich die Haare am Föhnen". Oder die zunehmende Begeisterung auf öffentlichen Schildern für Anführungszeichen. Da kann der Schuss leicht nach hinten losgehen, wenn etwa eine Fluglinie verlautbart: Wir wünschen Ihnen einen "guten Flug". Und natürlich freut man sich auch, wenn Oberlehrer Sick, solchen Sprachverhunzern auf die Füße tritt. Etwa der ärgerlich falsche Gebrauch der Vorsilbe Ex: Wie oft hat man nicht von in der Ex-DDR geborenen Menschen lesen müssen. Folge 2 der Kolumnensammlung bietet sogar noch mehr Abwechslung: Eingestreut sind diesmal Fragen von Lesern, die Sick auf kurzweilige Art beantwortet. Zum Beispiel ob neben der Torschlusspanik auch die immer wieder gehörte "Torschusspanik" sprichwörtlich ist. Wie man "doof" steigert oder ob der Ausdruck "etwas türken" mit den Türken zu tun hat und deshalb als diskriminierend abzulehnen sei. Mit der Sprachkultur in E-Mails beschäftigt sich sogar ein längerer Text, und am Ende des Buches wartet ein kleiner Deutschtest: "60 Fragen aus dem Fundus der Irrungen und Verwirrungen unseres Sprachalltags". Für wahre Zwiebelfisch-Fans fast ein Kinderspiel. Ich habe in Bastian Sicks unterhaltsamer Deutschklasse auch wieder einiges gelernt. Zum Beispiel, dass das vielbenutzte "ausgepowert" eigentlich aus dem Französischen (von "pauvre") stammt. Und endlich hat mir jemand erklärt, was die Abkürzung "lol" bedeutet, die zu viele E-Mails verunziert. "Laugh out loud" -- andererseits eine gute Empfehlung an alle Leser dieses Buches. --Christian Stahl
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 66 Bewertungen)
Wer lernen will - der kann das hier 5 von 5 Punkten Wer wie ich beruflich bedingt richtiges Deutsch schreiben muss und außerdem auch noch die altmodische Verpflichtung fühlt, Grammatik und Orthographie seiner Muttersprache zu beherrschen, kann nur dankbar sein, wenn ihm die typischen Fallstricke konzentriert und unterhaltsam dargeboten werden. Bastian Sicks Werke mögen vielleicht nicht von schillerscher Qualität sein, aber sie sind hilfreich, ohne weh zu tun. Ich habe das Buch z.B. als Pausenfüller bei mir gehabt, mal hier und dort 5 Minuten gelesen oder 10, immer so ein oder zwei Kapitelchen. Das ist unterhaltsam, und hinterher wusste ich mehr. Okay, einiges war mir bereits bekannt, aber ich fand es trotzdem gut, dass es mir noch einmal in aller Klarheit vor Augen geführt wurde.
Ich hatte Teil 1 gelesen, und bekam dann Teil 2 geschenkt. Da hatte ich erst so meine Bedenken, "Schon wieder so etwas Aufgewärmtes". Aber so ist das nicht, es gibt auch hier viele Punkte, die es sich immer wieder lohnt, noch mal in korrekter Form zu verdeutlichen.
Ich kann natürlich korrektes Deutsch auch lernen, indem ich den Duden lese. Das macht aber deutlich weniger Freude :-)) Wer nicht selbst ein Oberlehrer ist und schon alles weiß (oder an allem etwas auszusetzen hat), darf sich das Buch gönnen.
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Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben Joan Didion Gebundene Ausgabe, April 2008 Verkaufsrang: 11317 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Joan Didions Prosa gehört zum Besten, was es im heutigen Amerika gibt, und die in diesem Band versammelten Texte gehören zu den besten, die sie geschrieben hat. Die Neuübersetzung von Antje Rávic Strubel unterstreicht Joan Didions zeitlose Aktualität. Joan Didion erzählt von den Leitfiguren des American Dream wie Howard Hughes, Joan Baez oder John Wayne, vom Glanz Hollywoods und der Einsamkeit von Alcatraz, von der Aufbruchsstimmung der sechziger Jahre und der Ernüchterung, die ihr folgte. Im Mittelpunkt steht stets der amerikanische Traum, die Vision von einer besseren Welt, geprägt von Glück, Freiheit und Wohlstand ein Traum, der auch im Scheitern nichts von seiner Faszinationskraft eingebüßt hat. Dabei gelingt es Joan Didion immer wieder, die amerikanische Wirklichkeit, die in so vieler Hinsicht auch die unsere ist, in unvergessliche Bilder zu fassen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Freude am Lesen und Denken 5 von 5 Punkten Seit jeher sind die Bücher Joan Didions etwas für Kenner. Im besten Sinn anspruchsvoll unterstützen sie eine geistige Unabhängigkeit, halten die Freude am Denken lebendig. Berufsoptimisten kommen weniger auf ihre Kosten. Didion lädt nicht zum Schmunzeln und Spaßhaben ein, sondern zum Reflektieren.
Antje Strubel hat diesen klugen und desillusionierenden Geschichten ein Vorwort geschrieben. Es ist kongenial und verdient höchsten Respekt.
Ich habe dieses Buch schon mehrfach verschenkt. Es hat den Wert eines Diamanten und kostet bei weitem weniger.
Neuübersetzung... 2 von 5 Punkten Ich empfand den Kauf der Neuübersetzung der Joan Didion Texte enttäuschend. Gespräche die J. Didion im Orignalton wieder gibt(lakonischer 70iger Dialog), werden in der Neuübersetzung in den Tonfall 2007 übertragen. Sachliche Fehler: wie "Playhouse90" als TV-Boulevard-Magazin zu bezeichnen ist schlicht falsch (TV-Sendung in der viele aufstrebende Regisseure mit Inszenierungen wie Days of Wine and Roses, Wer hat Angst vor Virginia Wolf usw...Erfolge feierten)
Gut gemeint, aber die alte Übersetzung ist meiner Meinung nach wesentlich stimmiger.(Kritik bezieht sich ausschließlich auf "Das weisse Album")
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Meine Reisen mit Herodot: Reportagen aus aller Welt Ryszard Kapuscinski Broschiert, Oktober 2007 Verkaufsrang: 14559 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Fünfzig Jahre bereiste Ryszard Kapuscinski als Reporter die Welt. Zwei Dinge trug er bei seiner Arbeit stets mit sich - eine kleine mechanische Schreibmaschine und ein jahrtausendealtes Buch: die »Historien« von Herodot (485-424 v. Chr.), dem ersten Chronisten der Antike. In ihm entdeckte Kapuscinski einen treuen Begleiter. Ob in Indien, dem maoistischen China, unter Ägyptern, im Iran inmitten der letzten Tage des Schah oder im Kongo, wo ein Blick tödlich sein kann, - immer war Herodot dabei, wenn Kapuscinski hinausging, um eine neue Geschichte heimzuholen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Eine Klasse für sich - aber nicht die Druckausgabe 5 von 5 Punkten Fünf Sterne für den wunderbaren Text des Ausnahmeautors. Ryszard Kapuscinski ist wie immer eine "Klasse für sich", man täte ihm Unrecht, versuchte man, ihn mit einem anderen Auslandskorrespondenten, Reisejournalisten o.ä. zuvergleichen.
ABER: Die Druck- und Papierqualität ist für ein Taschenbuch ungewöhnlich schlecht. Die jeweiligen Rückseiten scheinen so stark durch, dass es stört. Dazu sind die Seiten sind mit außergewöhnlich großen Buchstaben fast bis an die Ränder bedruckt. Das ist sehr irritierend - SCHADE!
Unsere Reisen mit Kapuscínski 5 von 5 Punkten Ein wenig flunkert der Verlag, wenn er Kapuscinskis Buch über seine Reisen mit Herodot den Untertitel "Reportagen aus aller Welt" gibt. Zwar berichtet Kapuscinski auch aus Asien und Afrika, eigentlich hat das Buch aber nur ein Thema, nämlich das Reisen als solches. Daher erfahren wir auch gar nicht so viel über Indien und China, Äthiopien und dem Kongo, Länder aus denen Kapuscinski berichtet; sehr viel jedoch über die eigentümliche Faszination, die das Reisen selber ausmacht.
Anhand seiner außergewöhnlichen Biographie versucht Kapuscinski zu ergründen, was den Menschen beim Reisen wirklich bewegt: Es ist vor allem die Überschreitung der Grenze. Als junger Mann im Polen der 50er Jahre hat diese Vorstellung einen sehr realen Ursprung, denn an eine Überschreitung des Eisernen Vorhangs war zu jener Zeit nicht zu denken. Für Kapuscinski jedoch soll das Bild der Grenzüberschreitung zu einer sinnstiftenden Erfahrung des Lebens überhaupt werden. Im Grenzübergang zum Neuen und Fremden ist für Kapuscinski all unser Sein und Werden bewahrt.
Noch seinen Schilderungen der ersten Reisen nach Rom, Indien und China merkt man diese initialzündende Bedeutung an. Sie kommen einer Initiation gleich, die das Leben auf eine neue Stufe hebt. Es sind großartige Beschreibungen einer beginnenden Reisleidenschaft. Die Überschreitung der Grenze ins Fremde wird zeitlebens das Thema für Kapuscinski bleiben und er erklärt diese Leidenschaft am Beispiel des antiken Historikers Herodot, für den der Autor eine mindestens so große Leidenschaft hegt wie für das Reisen selber. Wer Kapuscinskis "Meine Reisen mit Herodot" liest, wird also nicht nur einiges über das Reisen an sich und die Reisen des Autors erfahren, sondern auch jede Menge über die Reisen des antiken Vorfahren, über die Perser, die Griechen und die Skythen, Dareios und Xerxes, ja der gesamte Perserkrieg zieht an uns vorüber. Kapuscinski sieht in Herodot überhaupt den ersten Reporter der Weltgeschichte, der von Neugier getrieben selber die Orte aufsuchte, von denen er schrieb.
"Meine Reisen mit Herodot" ist ein großartig geschriebener, biographischer Essay, bei dem man viel über das Wesen des reisenden Menschen erfährt. Es wundert einen nicht, dass Kapuscinski eine so große Fangemeinde hat.
Thomas Reuter |
Zur gleichen Zeit. Aufsätze und Reden Reinhard Kaiser, Anne Jump, Susan Sontag, Paolo Dilonardo Gebundene Ausgabe, 8. März 2008 Verkaufsrang: 73059 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Eine Sammlung von Texten aus Susan Sontags letzten Jahren, die ihren Rang als engagierte Essayistin nachdrücklich bestätigt. Sontag, die so viele bedeutende europäische Autoren für Amerika entdeckt hat, beschäftigt sich hier mit Dostojewski, Pasternak und Rilke, aber sie engagiert sich auch für weniger bekannte Schriftsteller wie Anna Banti, Victor Serge oder Halldór Laxness. Ihrem Text zum 11. September, der in den USA einen Skandal auslöste, folgen zwei weitere Aufsätze zum selben Thema, die staunen machen ob der politischen Weitsicht, die Sontag bewies. Schließlich folgen Ansprachen zu Themen wie Literatur und Freiheit, Mut und Widerstand, gehalten anlässlich der Verleihung wichtiger Preise.
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Der Krapfen auf dem Sims: Betrachtungen, Essays u. a Max Goldt Taschenbuch, April 2003 Verkaufsrang: 3515 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Erst neulich rief mich eine tschechische Freundin an und fragte mich, ob das Wort "Krapfen" in der deutschen Umgangssprache tatsächlich Verwendung finde. Meine bejahende Antwort stieß auf, gelinde gesagt, ungläubiges Unverständnis, wenn nicht blankes Entsetzen: Wie das schon klinge, ein so hässliches Wort -- "Krpf" --, aber naja, das Deutsche eben. Und was will man auch von einem erwarten, der seinen Büchern Titel wie Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau, Die Kugeln in unseren Köpfen oder 'Mind-boggling' -- Evening Post gibt. Dass also der Titel Der Krapfen auf dem Sims nichts, aber auch gar nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun hat, versteht sich da von selbst. Ebenso, dass es sich hier nicht um einen Roman handelt, sondern um eine Sammlung von Betrachtungen, Essays und anderes, wobei dieses "und anderes" vor allem diverse absurde Fotos nebst erheiternder Bildunterschriften sowie Auszüge aus dem Jetzt-Tagebuch des Autors umfasst. Unnötig anzumerken, dass nicht nur die erwähnten Bildunterschriften, sondern auch sämtliche der in diesem Buch versammelten Texte sehr erheiternd sind. Und das, obwohl der Herr Goldt vieles, was man als Mainstream-Normalo vielleicht sogar schätzt, ziemlich schlechtmacht oder gar explizit: verachtet. Den Jungmänner-Massenzynismus zum Beispiel, oder Leute, die sich mit schlechter Handschrift und der 999 DM Montblanc-Füllfederhalteredition an Büttenpapier zu schaffen machen. Deutsche Art Stylisten (im Gegensatz zu türkischen Friseuren), Gerhard Schröder, Faxe, Diplome auf dem Klo und scheinbar auch Inge Meysel (obwohl er das nicht so deutlich sagt). Immerhin finden sich auch praktische Verbesserungsvorschläge. Kuchen backen sollte man, Barbies und Playmobilmännchen endlich aus der modernen Kunst verbannen, und vor allem: Schulen bloß nicht voreilig mit internetfähigen Computern ausstatten, sondern erstmal wieder das Sprechen und Schreiben üben. Denn: "Wer eine gute Allgemeinbildung hat, sich auch in Fremdsprachen gut ausdrücken kann, der wird mit dem Internet keine Schwierigkeiten haben. Wer nichts weiß und schlecht spricht, wird kaum in Verlegenheit kommen, im Berufsleben seine Internet-Kenntnisse unter Beweis zu stellen." Das Buch müsste dringend ins Tschechische übersetzt werden. Allein schon wegen des Titels. --Anneke Hudalla
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Endlich wieder bissig 5 von 5 Punkten Nach einige eher durchwachsenen Büchern endlich mal wieder ein Volltreffer. Pointiert und bissig kommentiert Goldt die eher kleinen Dinge des Lebens aber auch das Weltgeschehen. Man kommt aus dem zustimmenden Kopfnicken gar nicht mehr raus. Er spricht Dinge aus, die andere oft nicht einmal zu denken wagen.
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Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies: Reportagen, Essays, Interviews aus vierzig Jahren Ryszard Kapuscinski Taschenbuch, Oktober 2007 Verkaufsrang: 29130 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ryszard Kapuscinski ist berühmt für seine großen Reportagen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa. Diese Sammlung erschließt den literarischen Kosmos dieses großen polnischen Reiseschriftstellers in seiner ganzen Dimension. Neben den bekanntesten Reportagen bietet sie eine Reihe brillanter Essays und Interviews. Seine Reiseberichte sind literarische Meisterwerke, die atmosphärisch dicht die besondere Kultur und Lebensweise eines Landes und ihrer Bewohner einzufangen vermögen. "Manchmal, in seinen besten Momenten, ist Ryszard Kapuscinski mehr als ein Reporter, sicher kein Soziologe, aber ein erzählender, reisender, phantasierender Geschichtsdenker." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
ein weiteres brillantes Werk! 5 von 5 Punkten In diesem Buch entdeckte ich einige "alte Geschichten" aus "afrikanisches Fieber". Zusammen mit den Erzählungen über den zweiten Weltkrieg zu Beginn konnte dieses Buch meine hochgesteckten Erwartungen, die ich nach der Lektüre von "afrikanisches Fieber" hatte, zuerst nicht ganz erfüllen. Die darauffolgenden Erzählungen aus Südamerika machten das aber wieder mehr als wett.Die eingangs erwähnten Wiederholungen sollen keinesfalls die erzählerische Leistung des Autors schmälern. Kapuscinsky schafft es auch in diesem Buch eindrucksvolle Stimmungsbilder zu malen. Die Erzählungen sind spannend, informativ und kurzweilig - man wähnt sich wieder mitten im Geschehen....
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Der weiße Neger Wumbaba. CD
Audio CD, August 2005 Verkaufsrang: 11280 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Kinder können nicht zuhören. Und wenn sie es tun, dann schlägt ihnen die Phantasie oft ein Schnippchen, das sie -- oft bis zum Tod -- mit falschen Liedtexten leben lässt. Denn vor allem Kinder sind grausame Verhörer - so wie Frau J. aus Stephanskirchen, die als junges Mädchen felsenfest davon überzeugt war, dass der eigentlich klischeehafte Satz eines mittelmäßigen Seemannslieds (Stürmisch die Nacht und die See geht hoch) tatsächlich Stürmisch die Nacht und die Säge tobt laute. Für den Münchner Autor und Kolumnisten Axel Hacke sind diese Verhörer von teils schrecklicher Schönheit die eigentliche Quelle unerschöpflicher Poesie: Der Verhörende schafft sich gewissermaßen aus der Unverständlichkeit der Welt heraus einen eigenen Kosmos, ein Beweis für die kindlich-dichterische Kraft, die vielen von uns innewohnt, ohne dass wir eigentlich etwas von ihr ahnen, heißt es in dem von Michael Sowa wieder einmal kongenial illustrierten Buch Der weiße Neger Wumbaba. Hackes Meinung nach haben Liedtexter gar die Aufgabe, zum Fehlhören zu animieren. In seiner Kolumne Das beste aus meinem Leben für die Süddeutsche Zeitung erwähnte Hacke einmal einige schöne Exempel für die Freudschen Fehler des Gehörs -- mit der Folge, dass ihn immer neue Zuschriften seiner Leser ereilten, darunter die wirklich überzeugende Umdichtung des Evergreens Der Mond ist aufgegangen von Matthias Claudius, dessen vertonte Gedichtzeilen und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar das Gehirn eines Musikenthusiasten folgendermaßen verwandelte: und aus den Wiesen steiget / der weiße Neger Wumbaba. Dieses ungleich größere Zitat ziert nun als Titel ein Buch, die Hackes Originalkolumne sowie seine zahlreichen Nachfolger versammelt. Selbst wenn man sich bei manchen der eingesandten Verhörern etwas ohrenreibend fragt, wie das Hirn derlei phonetisch-semantische Kapriolen zustande bringt, so ist Der weiße Neger Wumbaba doch der beste Beweis für die im Buch aufgestellte These, dass die besseren Liedtexte in den Köpfen der Hörer entstehen. Und das ist auf zauberhafte Weise sicher war. -- Thomas Köster
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 92 Bewertungen)
Wunderbar! 5 von 5 Punkten Also ich kann hier einige Rezensionen überhaupt nicht verstehen geschweige denn nachvollziehen. Was ist an diesem Buch langweilig oder rassistisch!!!! Ich habe Tränen gelacht. Einige Verhörer wurden ja schon zitiert, ich fand auch die von Herbert-Grönemeier-Songs originell ( Schamhaar usw) oder das Lied mit der Läwerwurscht ( irgendwein russisches Kampflied). Einfach klasse, genau wie der Nachfolger. Da erinnert man sich stark an die eigenen Verhörer. Bitte weitere solcher Bücher!
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Kunst und Antikunst: 24 literarische Analysen Susan Sontag Taschenbuch, Dezember 1999 Verkaufsrang: 61131 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Diese Fallstudien zu einer Ästhetik der Moderne umfassen Themen der Literatur (von Camus, Genet, Ionesco, Beckett, Peter Weiss, Hochhuth), über Themen des Films (von Godard, Bresson, Resnais), bis zur Philosophie (von Sartre, Simone Weil, Leiris, Norman O`Brown). Dabei bleiben sie nicht bei einzelnen Personen oder Werken stehen, sondern wollen die theoretischen Voraussetzungen für bestimmte Urteile und Entwicklungen und die Rolle der Kritiker dabei reflektieren.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
der mut zum klaren urteil ... 5 von 5 Punkten beim verfolgen der tagespolitischen weltweiten ereignisse, in denen immer die USA eine zuweilen auch unbesonnene rolle spielen, ist es wohltuend, sich zu vergegenwärtigen, dass dort auch sehr reflexionsfähige, zum sensiblen abwägen kleinster details fähige menschen leben. ein lichtblick dieser art dürfte wohl susan sontag sein. typisch für ihr schreiben und denken ist in ihrem essay-band KUNST UND ANTIKUNST zum beispiel ihr exkurs über camus (seite 105-115): etwas spöttisch bemerkt sie: "heutzutage ist das haus der dichtung voll von rasenden liebhabern, heiteren frauenschändern und kastrierten söhnen ..." - und camus - wie sollte es anders sein - packt sie spitzbübisch in die schublade des verlässlichen ehemannes, des gut-menschen pur. "kafka erweckt mitleid und schrecken, joyce bewunderung, proust und gide achtung ..." schreibt sie - camus bekommt die etikettierungen "rechtschaffenheit", "verantwortungsgefühl", "moralische schönheit"; natürlich kommt in ihrem kurz-essay bald die dialektische wende: "moralische schönheit hat die tendenz, sehr rasch in den bereich des unzeitgemäßen abzusinken." zu lebzeiten sei dieser verfallsprozess schon zu beobachten gewesen, nach camus' tod erst recht. "camus war nicht zäh genug, er war nicht zäh auf jene weise, wie sie bei sartre begegnet..." schreibt sontag, über sartres höhere popularitätsdauer grübelnd. sartre hatte klar gegen die weiterführung des algerienkrieges agiert, camus, blockiert in seiner eigenen stoik, hatte sich nicht zu einem öffentlichen urteil durchringen können. denkt man an die heutzutage zu erwartenden statements (habermas sprach sich gerade gegen einen krieg USA - IRAK aus) - so scheint susan sontag klar genug gesagt zu haben, was sie von unengagiertem getue hält. sie ist eine mutige frau. es macht sehr viel spass, sich mit ihrem klaren und dennoch abwägenden schreiben zu beschäftigen ...
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Tanjas Welt 06: weitere 60 launige Kurzgeschichten - so richtig aus dem Leben Tanja Wekwerth Gebundene Ausgabe, April 2008 Verkaufsrang: 50837 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Warum besuchen einen Schwiegermütter? Warum muss ich wissen, wie spät es ist? Und warum eigentlich immer ich? Tanja Wekwerth ist wieder da! Nunmehr zum sechsten Mal klärt die Mutter von drei Kindern mit viel Humor die ganz alltäglichen Rätsel, die jeder kennt. Mit einem kleinen Augenzwinkern erzählt sie ihre Geschichten aus dem Leben - launig, witzig und manchmal richtig weise.
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Die Schreckliche Deutsche Sprache Mark Twain Taschenbuch, 1994 Verkaufsrang: 7073 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Eine gute Kurzgeschichte 3 von 5 Punkten Der Text hat mir gut gefallen, aber es ist eigentlich kein Buch in dem Sinne, sondern vielmehr eine Kurzgeschichte. Ein kleiner Tipp: der gesamte Text ist bei dem Buch "Bummel durch Europa" als Anhang beigefügt.
Ein alter Klassiker. 4 von 5 Punkten "Die schreckliche deutsche Sprache" ist auf jeden Fall ein Klassiker. Allerdings darf man dabei nie vergessen, dass Mark Twain es mitten im 19. Jahrhundert geschrieben hat. Möchte man jedoch etwas Aktuelleres in diesem Bereich lesen, dann würde man viel besser liegen beim Buch "Der, die, was? - Ein Amerikaner im Sprachlabyrinth" von David Bergmann. Es ist eine warme und humorvolle Hommage an die deutsche Sprache, geschrieben von einem Amerikaner, der zu vermitteln weiß, dass Deutsch nicht nur zum Heulen ist, wie Mark Twain gänzlich zu Unrecht behauptete, sondern auch zum Heulen witzig.
SUPER! 5 von 5 Punkten Dieses kleine Werk von Mark Twain hat mich bisher jedes Mal zum Weinen gebracht... vor Lachen! Immer wenn ich mich mal richtig heftig amüsieren möchte, greife ich zu dieser Abhandlung über die Nücken und Tücken der deutschen Sprache. Darin steckt sooo viel Humor! Und ich habe keineswegs das Gefühl, dass er über die Sprache 'herzieht' - immerhin hat er sich die Mühe gemacht, sie soweit zu 'ver-'stehen und zu erlernen, dass er sich auf so köstliche Weise mit ihr auseinander zu setzen vermag. Wer also die deutsche Sprache kennt und liebt und ein bisschen Humor aufbringen kann, der wird seine Freude an diesem Büchlein haben.
HUMOR? 1 von 5 Punkten Meinen Humor trifft Mark Twain ganz und gar nicht!
Herablassend versucht er den Leser zu belustigen, indem er über die Deutsche Sprache herzieht, die tatsächlich so ihre Tücken hat, vor allem für den, der sie nicht beherrscht. Warum nicht über Englisch bzw. Amerikanisch?
Fremde Sprachen erscheinem dem, der sie gerade lernt, manchmal unlogisch, gar wunderlich.
Nachdem wir Deutsche uns mit der Nazizeit befleckt haben, wurden wir mit Anglizismen überhäuft. Wir sind so blöde und benutzen sie weiterhin. Das geht teilweise so weit, daß wir uns einreden lassen, Deutsch sei zu hart für gefühlvolle Liedtexte oder zu plump.
Ich bin dafür, daß jeder Englisch lernen sollte und jede andere Sprache, die er braucht oder kennenlernen möchte. Aber bitte keine Witze über die Muttersprache anderer Völker reißen! Das hätte schnell den Beigeschmack von Herrenmenschengebaren.
Wer die Deutsche Sprache liebt... 5 von 5 Punkten Wer die Deutsche Sprache liebt, wird sich sicherlich nicht zu so einem negativen Ausspruch hinreißen lassen, sondern sie eher achten und ehren. Schiller, Goethe, Eichendorff, Uhland, Hebbel, Klopstock, Mörike und viele weitere Dichter sind uns da leuchtende Beispiele!
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Das Leiden anderer betrachten Susan Sontag Broschiert, August 2005 Verkaufsrang: 55579 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Jedem Mediennutzer stellt sich immer wieder die Frage: Wie soll man umgehen mit den tagtäglichen Leidensbildern aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt? Was kann man tun außer umschalten, wegschauen weiterblättern, verdrängen? Die amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag beschäftigt sich in ihrem neuesten Essay Das Leiden anderer betrachten mit dieser Problematik und liefert darüber hinaus eine erhellende Analyse der Kriegsfotografie und ihrer Geschichte. Geißelte die Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in ihrem berühmten früheren Essay Über Fotografie das Fotografieren noch als "chronisch voyeuristische Beziehung zur Welt", so unterzieht sie diesmal ihre eigenen Gedanken von damals einer kritischen Überprüfung. Inzwischen glaubt sie nicht mehr an die Abstumpfungsthese, plädiert nicht mehr für eine Beschränkung der Bilderflut. Einfache Antworten auf die schwierige Frage des Umgangs mit den Bildern aber sind nicht zu haben, die Komplexität der Medien und ihrer Nutzung hat ohnehin noch zugenommen. Kriegsreporter fahren heutzutage -- "embedded" -- mit auf Panzern an vorderster Front und verzichten dafür auf ihre journalistische Unabhängigkeit. Filmberichte, wie etwa über die Befreiung einer amerikanischen Soldatin im Irak, werden wie Actionfilme inszeniert und sind frei erfunden. Mit Bedacht verzichtet Sontags ebenso kluger wie emphatischer Essay -- abgesehen von der Zeichnung Goyas aus dessen berühmten Zyklus "Die Schrecken des Krieges" auf dem Schutzumschlag -- völlig auf Bilder, vertraut ganz auf den Text. Ist doch eine der Kernaussagen: "Bilder können nur die Hölle zeigen, nicht den Weg hinaus." Um das Leiden der andern zu verstehen -- die Gründe dafür, die Lügen der Verantwortlichen, die Vernetzung mit der eigenen privilegierten Situation --, brauche es Text. Aber trotz aller Manipulier- und Instrumentalisierbarkeit von Bildern gelte es weiterhin, sich ihnen auszusetzen und die Bilder vom Leiden anderer als ständiges Memento zu begreifen: "Menschen sind imstande, dies hier anderen anzutun -- vielleicht sogar freiwillig, begeistert, selbstgerecht. Vergesst das nicht." --Christian Stahl
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Schmales Werk mit viel Tiefe 5 von 5 Punkten Susan Sontags neues essayistisches Werk mit dem Titel "Das Leiden anderer betrachten" hat Kriegsfotografie/-bilder zum Thema und die Motive der Betrachtenden derselbigen. Seit jeher gibt es Kriege und Bilder, später Fotos, als Zeugnisse dessen und somit auch Betrachter dieser Bilder und Fotos. Diese sind aber nicht nur als Zeugnisse ihrer Zeit zu sehen, sondern in manchen Fällen auch als Kunstwerke. Manche der Fotografen, so Sontag, inszenierten sogar Szenen um äußerst gelungene Fotos schiessen zu können.Ein anderer Aspekt, den Sontag in ihrem Essay erwähnt ist der, dass mit der Zunahme der Informationsflut, welche mit der Bilderflut einhergeht, zu der weit angenommenenen richtigen Vermutung geführt hat, dass die Menschen unempfindlicher gegenüber solchen Gräuelbildern werden. Selbst Taten, die in unmittelbarer Nähe stattfinden, führen zu keiner Reaktion, zu keinem Aufwachen. Erst wenn das Leiden bei einem selbst ankommt, ist man dazu in der Lage zu empfinden. In dieser Situation erst, wird man sich auch des Leidens anderer bewusst und versucht im bestmöglichen Falle ein Verändern für alle herbeizuführen. Sontags Werk ist ein schmales Buch mit viel Tiefe, das - wie ein gutes Essay sein sollte - zum Nachdenken, zum Bilden einer eigenen Meinung anregt und dem Leser keine aufzwingt. Daher ist dieses Buch auf jeden Fall lesenswert.
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Der Hals lügt nie: Mein Leben als Frau in den besten Jahren Nora Ephron Gebundene Ausgabe, Dezember 2007 Verkaufsrang: 11337 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Es ist nicht schön, alt zu werden. Aber ziemlich amüsant! Entwaffnend offen, sehr persönlich und anschaulich - und äußerst humorvoll! - schreibt Nora Ephron über ihr Leben als Frau in den besten Jahren: über den erhöhten Zeitaufwand für die »Instandhaltung« bis zum Verschwinden der Bikinifigur, über Freundschaften und Kinder, über Sex und Partnerschaft, über die Notwenigkeit der Lesebrille und über den Tod von Freunden. In kurze Kapitel handlich verpackt, geht sie leichte und auch sehr ernste Themen an und kann dabei aus einem reichen Schatz eigener Erfahrungen schöpfen. Während Dutzende von Sachbüchern mit erhobenem Zeigefinger von der Wichtigkeit sprechen, das Altsein jung zu lernen, und der Anti-Aging-Markt spezielle Mittelchen für Menschen über fünfzig anpreist, macht Nora Ephron einfach Mut zu einem anderen Lebensrezept: zum Älterwerden mit Humor. Ein köstliches Buch, voll im Trend und mit Bestsellerpotenzial. - Happy Aging! »Man kann nie genug schwarze Rollkragenpullover haben, denn der Hals lügt nie!« Nora Ephrons harte Wahrheiten und humorvolle Gedanken übers Älterwerden »Lesen bringt Freude. Lesen ist alles. Aber meine Fähigkeit, etwas in die Hand zu nehmen und zu lesen, hängt nun davon ab, wo sich meine Lesebrille befindet.« Silvia Kuttny-Walsers Lieblingswahrheit (Verlegerin des Limes Verlags).
"Die harten Wahrheiten und witzigen Gedanken in diesem Buch sparen die Eitelkeit des Publikums und der Autorin selbst nicht aus, aber sie sind Heilsalbe für so manche Wunde. Und viele von Ephrons Einsichten kommen uns sehr gelegen. Es leuchtet ein: Männer kommen und gehen, aber unsere Körper bleiben!" (New York Times) "Der denkbar beste 'Girlfriend's Guide to Aging' - für alle Leserinnen, die nicht einfach nur weitermachen, sondern mit Verve weiterleben, ja weiter genießen wollen - danke, Nora!" (New York Post) "Während sich die Zeichen des Alterns mehren, bestreitet Ephron die Konsequenzen, die üblicherweise daraus gezogen werden: ein intelligenter, lebensfroher und unterhaltsamer Anschauungsunterricht, der sich selbst nicht immer gar so ernst nimmt!" (Publishers Weekly)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Erfrischend 5 von 5 Punkten Schade, dass wir solche Autoren nicht auch in Deutschland haben. Ephron behandelt das Thema Älterwerden durchaus auf ernste Art: der Hals schrumpelt, Zähne müssen ersetzt werden, Freunde sterben, der eigene Tod kommt näher, ob man will oder nicht. Da ist dann nichts mehr mit selbst entscheiden, woran wir Frauen der Neuzeit uns so schön gewöhnt haben, sowohl was unsere Jobs als auch was zukünftige, gegenwärtige oder verflossene Männer angeht. Die Schönheit schwindet, das Ende naht, daran ist nichts zu drehen. Eigentlich ziemlich düster das alles - es sei denn, man betrachtet es mit Ephrons Humor. Der ist subtil und klug, respektlos und gegen den Strich gebürstet. Hilft ungemein! Denn wir erkennen: so wichtig sind wir doch eigentlich gar nicht. In der kurzen Spanne, die uns auf diesem Erdenrund vergönnt ist, sollten wir versuchen, unsere Mitmenschen nicht zu langweilen, sondern gut zu unterhalten. Nora Ephron schafft das, sowohl mit ihren wunderbaren Filmen als auch mit diesem feinen, kleinen Buch.
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Die Reise Bernward Vesper Taschenbuch, Januar 1995 Verkaufsrang: 20470 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Roman beginnt mit einer Abrechnung mit der Elterngeneration, die Vesper im Folgenden verächtlich als >>vegetables<< bezeichnet. Im Verlauf des Romans wird transparent, dass er durch das Schreiben seinen inneren Konflikt zwischen der Liebe zum übermächtigen Vater und seiner eigenen radikalen politischen Überzeugung zu lösen versucht. Die Droge dient in diesem Zusammenhang der inneren Befreiung. Doch die dokumentierten LSD-Trips zeigen, wie illusionslos Vesper auch im Stadium des Rauschs seine Existenz beurteilt. Seine Lebensenergie scheint von einem unkontrollierten Hass (so auch der ursprünglich von ihm gewählte Titel des Romans) bestimmt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
bernward vesper- "die reise" 5 von 5 Punkten Es ist nicht möglich dieses Buch, oder besser dieses Fragment eines Buches, zu klassifizieren und einzuordnen, denn bereits nach der Lektüre der ersten Seiten wird bewusst wie anders es ist und welche Einmaligkeit es besitzt. Eine Einteilung in Kapitel gibt es nicht, dieses Werk gleicht eher einem gigantischen Brainstorming. Und doch lassen sich zwei Hauptbestandteile unterscheiden: der einfache Bericht, in dem Erlebnisse und Erfahrungen aus der Kindheit beschrieben sind und die eigentlichen Erzählungen aus seinem Leben. Das Buch ist geschrieben wie ein Tagebuch, in welchem Gedanken und Assoziationen des Autors verewigt werden, oftmals ohne Bezug zu Vorhergehendem. Für den Leser ist es schwer sich darin zurechtzufinden, eine genaue Kenntnis der Zeit und Problematiken ist von Nöten um zu verstehen und zu interpretieren. Doch gerade durch diese Fetzen und Gedankenblitze erhält das Buch eine erschreckende Authentizität, die es zweifelsohne besitzt. Die einzelnen Stücke und Fragmente verdeutlichen noch genauer die Konfusion und die Suche nach der eigenen Identität im Hinblick auf die Vergangenheit, welche sich im Kopf des Autors abspielen. Dieses Erzählen und Analysieren erfolgt unter dem steten Einfluss von Drogen, was das ganze noch verwirrender macht und dazu führt, dass Bilder sowie Erkenntnisse auf ihren Realitätsgrad untersucht werden müssen. Aber jedes noch so verzerrte Bild steht in direktem Zusammenhang mit den Empfindungen Vespers, denn die Drogen verwirren ihn nicht sondern intensivieren bereits bestehende Gefühle. Auch die Beschreibungen seiner Kindheit, die vielleicht manchem banal erscheinen müssen, lassen Rückschlüsse auf die psychische Disposition Vespers zu, der sich ja in einer Nervenklinik das Leben nahm. Die Dominanz des Vaters, ein ehemaliger Nazi- Dichter und streng Nationaler, und die problematische Beziehung zwischen Vater und Sohn, gekennzeichnet durch Macht, Hass aber auch aufopfernde Liebe, wird dem Leser vor Augen geführt. Immer wieder, auch während Erlebnisse seines Erwachsenenlebens geschildert werden, tauchen Floskeln und Rückblicke aus der Kindheit auf, die ihn nicht loslässt. Bernward Vesper findet seinen Platz in der Gesellschaft, selbst in seinem eigenen, vermeintlich unabhängigem, Leben, nicht, da er seine eigene Identität immer an anderen misst und über andere definiert. Eine Vergangenheit, die ihn stets belastet, eine Zukunft, die ungewiss ist und die Gegenwart mittendrin mit allen Problemen, Eindrücken und Strömungen der damaligen Zeit, mit dieser Reizüberflutung und Belastung für die Psyche wird Vesper, der auch Gudrun Ensslins Ex- Lebenspartner und Vater des gemeinsamen Sohns Felix ist, nicht fertig. Beklemmend ist es zu lesen, welche seelischen Qualen er erleidet und welchen falschen Götzen und Irrwegen er sich hingibt auf der Suche nach der eigenen Individualität, wohl wissend, dass man längst nicht mehr Außenstehender, sondern Teilnehmer geworden ist, da auch die Geschichte jedes einzelnen miterzählt wird. In eine Gesellschaft hineingeboren, die einem nichts gibt, unfähig feste Bindungen einzugehen und der Zwiespalt um den Verbleib des Sohnes, Dinge die in Vesper zusammenkommen und ihn, salopp gesagt, zu einem „kaputten Typen" machen, der aber die Dinge klarer und ohne Beschönigungen sieht, als viele andere. Vielleicht ist er auch nur einer der wenigen, der gesagt hat, was sich niemand auszusprechen wagte? Das Buch spricht über Probleme der Selbstfindung, oder besser vom Unvermögen zu dieser, und zeichnet auch ein Bild der Unmöglichkeit sich selbst zu entkommen, unabhängig von gesellschaftlichen Eindrücken. Um zu verstehen, ein Bild zu erhalten, was sich in den Köpfen dieser verzweifelt revoltierenden jungen Erwachsenen abspielte, aber auch um zu erkennen, was vielleicht auch heute noch so manifestiert ist, muss dieses Buch gelesen werden...
Erfahrungsbericht, Biografie und Roman zugleich 4 von 5 Punkten Vesper zeigt in diesem Buch wie verkorkst die gesamte Gesellschaft doch ist und ich persönlich finde mit sehr viel Überzeugung zeigt er die Missstände unserer Existenz auf. Er schafft es zugleich assoziativ zu schreiben, auch unter Drogen, und doch verständlich zu bleiben. Hart und mitreissend, sollte aber jeder interessierte und offene Mensch schon gelesen haben!! |
Elektrische Zahnbürsten: Die Zeitzuender - Kolumnen Markus Kavka Broschiert, Februar 2007 Verkaufsrang: 11082 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der MTV-Mann packt aus!
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Nicht enttäuscht worden, ganz im Gegenteil 5 von 5 Punkten Aufgrund der vorangegangenen, fast durchweg positiven Rezensionen zu Kafka's Buch ließ ich mich zu einem Spontankauf hinreissen. Ich kann sagen: es liest sich sehr unterhaltsam, flüssig und ist keinesfalls oberflächlich. Absolut mein Geschmack. Einziger Wermutstropfen: Es könnte etwas mehr Seiten haben, denn wenn man sich mal "eingelesen" hat, mag man es gar nicht mehr zuklappen. Werde es gerne weiterempfehlen und bin gespannt auf mehr...
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Der weisse Neger Wumbaba kehrt zurück (Live)
Audio CD, März 2007 Verkaufsrang: 52500 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Oral History? Mit Vergnügen! Axel Hackes weißer Neger Wumbaba ist der Sachwalter eines Phänomens, das den Volksmund bisweilen unwiderstehlich macht: die Verhörer sonder Zahl. Jeder und jede kann mit eigenen Verhörern aufwarten, aber niemand sie so verdichten wie Axel Hacke, niemand sie so komisch zum Vortrag bringen. Hören Sie und verhören Sie sich mit! Zurück buchstabieren müssen Sie noch früh genug.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
soooo lustig!!! 5 von 5 Punkten Obwohl ich das Buch schon vor einiger Zeit gelesen hatte, habe ich mir nun noch die CD angehört -und ich habe wieder soooo gelacht!
Die "Verhörer" sind einfach köstlich - und eigentlich ist uns das doch auch Allen schon passiert, nicht nur als Kind!
Axel Hacke trägt seinen Text auch gekonnt vor (da war ich skeptisch: geht das auch vorgelesen??? JA!!! Es geht sehr sehr gut!).
Eigentlich bleibt nur noch ein Wunsch offen: MEHR DAVON!!!!
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Necroscope Band 2: Vampirblut Brian Lumley Taschenbuch, Februar 2002 Verkaufsrang: 55923 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Schreiben Sie eine Online-Rezension und teilen Sie Ihre Meinung anderen Kunden mit.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Furiose Weiterführung einer vielversprechenden Vampirsaga 5 von 5 Punkten Der englische Autor Brian Lumley legt mit seinem Band "Vampirblut"den zweiten Teil seiner spektakulären, mittlerweile über 20 Bände angelegter Vampir-Saga vor. Schon die stimmige Vampirfratze auf schwarzem Hintergrund der Frontseite erzeugt einen wahrhaft bizarren Nachgeschmack auf der Zunge des Lesers, was ihm einen guten Eindruck gibt, was ihn erwartet. In diesem Band erfährt man mehr über die Hintergründe, die Organisationen und deren Hintermänner des Geschehens. Der Totenhorcher Harry Keogh entdeckt sein wahres Kräftepotential und das wirkliche Übel, das es zukünftig zu vernichten gilt. Die Geschichte entwickelt sich rasant weiter, Ereignisse überstürzen sich zuweilen, mehrere wichtige Protagonisten, an die man sich doch schon etwas gewöhnt hat, kommen im zweiten Teil um ihr Leben. Manche verblassen und verlieren an Bedeutung, um nun anderen Platz zu machen, die ihr Vermächtnis weiterführen werden.
Insgesamt ist "Vampirblut" actionreicher ausgefallen, wie sein Vorgänger "Das Erwachen", dennoch büsst Lumleys bizarre Mischung aus Vampirmythologie und klassischem Horror aber dadurch nicht an atmosphärischer Dichte ein. Diesen Spagat schafft der Autor ganz hervorragend. Seine Ausschreibungen sind noch immer äusserst markant und stilistisch. Die Ausschweifungen und Beschreibungen lassen schon bei manchem Leser die Haare zu Berge stehen und erzeugen einen starken, bleibenden Eindruck. Lumley erzählt so plastisch, realistisch wirkend und detailverliebt, dass sich auch hier nun erneut ein prickelndes Gefühl von Authentizität einzuschleichen vermag. Grossartige Höhepunkte dieses Bandes sind wieder die absolut fesselnden Dialoge zwischen Mensch und Vampir. Diese stellen sich überaus einprägsam und eindringlich dar. Darin kann der Leser immer wieder sehr interessante Fakten oder Hinweise über das Wesen der Vampire an sich und der damit verbundenen Mythologie erhaschen. Die abgestimmte Prise an Mystik spielt hier sicherlich auch mit. Sie haucht diese Gespräche auf geheimnisvolle und spekulative Weise an.
Fazit: Brian Lumley führt seinen Vampirmythos konsequent weiter und schafft es erneut, den Leser gänzlich gefangen zu nehmen. Sein zweites Buch besticht wieder durch eine ausserordentlich dichte Atmosphäre und eine grossartig erzählte und ausschweifige Geschichte.
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Wachsen Ananas auf Bäumen?: Wie ich meinem Kind die Welt erkläre Harald Martenstein Taschenbuch, Dezember 2003 Verkaufsrang: 49193 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ihre Freunde, Verwandten oder Nachbarn erwarten ein Kind? Und Sie möchten die künftigen Eltern schonend darauf vorbereiten? Ihre Freunde, Verwandten oder Nachbarn haben schon ein Kind? Und Sie möchten die leidgeprüften Eltern bei Laune halten? Dann schenken Sie "Wachsen Ananas auf Bäumen?" von Harald Martenstein: Denn so komisch können Erziehungstipps sein, die Eltern wieder Hoffnung geben!
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Ganz wunderbar 5 von 5 Punkten Vielleicht ist der Titel tatsächlich missverständlich. Denn das Buch hat nichts zu tun mit den vielen "Trendbüchern", die alltägliche Phänomene leicht verständlich erklären ("Warum müssen wir gähnen" etc.) Würde das Buch heute erscheinen, würde man deshalb sicher einen anderen Titel wählen.Martenstein erzählt vielmehr kleine Geschichten und Anekdoten, wie sie ein Vater erleben kann, der mit seinem Sohn unterwegs ist. Es hat also eher etwas von Axel Hacke. Mit dem Unterschied, dass Martenstein oft noch direkter, deftiger und kurioser ist. Und deshalb auch noch witziger. Leseproben von Herrn Martenstein gibt es übrigens außer im Tagesspiegel auch in der "Zeit". Dort erscheint in der Beilage "Leben" jeden Donnerstag seine Kolumne "Lebenszeichen". Die ist wirklich sehr zu empfehlen und sagt doch eine Menge über seinen Stil - auch wenn es dort meist nicht um seinen Sohn geht.
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Die Essais Michel de Montaigne Gebundene Ausgabe, August 2005 Verkaufsrang: 8101 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Daß ein solcher Mensch geschrieben hat, dadurch ist wahrlich die Lust, auf dieser Erde zu leben, vermehrt worden. Mir wenigstens geht es seit dem Bekanntwerden mit dieser freiesten und kräftigsten Seele so, daß ich sagen muß, was er von Plutarch sagt: "Kaum habe ich einen Blick auf ihn geworfen, so ist mir ein Bein oder ein Flügel gewachsen." Mit ihm, würde ich es halten, wenn die Aufgabe gestellt wäre, es sich auf der Erde heimisch zu machen.« . Friedrich Nietzsche
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Zeitlose Gedanken und Erkenntnisse 5 von 5 Punkten Blaise Pascal musste auf Wunsch seines Vaters, die Essais von Montaigne lesen und regelrecht studieren, wobei er sich ihm später in seinem Denken widersetzte. Ich finde, dass die "Essais" leicht lesbar sind und die Gedanken und Überlegungen, die darin vorkommen leicht nachzuvollziehen sind. Somit war die Lektüre für mich ein Vergnügen, denn es gibt einige Philosophen die viel komplizierter und schwerfälliger schreiben. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sich Gedanken und Einstellungen gegenüber unserer "Außen- und Innenwelt" über Jahrhunderte hinweg sich ähneln und nichts an ihrer Wahrheit einbüßen. Montaigne schrieb diese Gedankenfragmente vor fast 500 Jahren und ich kann mich heute noch mit seinen Gedanken und Gedankengängen identifizieren. Zur Untermalung seiner Gedanken zitiert er hauptsächlich römische Dichter und Philosophen wie Seneca, Lukrez.
Er schreibt gleich zu Anfang, dass er die Absicht hat durch das Aufschreiben der Essais, sich besser kennenzulernen. Er will dem Leser ein unverfälschtes Bild eines Menschen, einer Menschenseele, eines Menschencharakters darbieten und als Studienobjekt nimmt er sich selbst her. Man erfährt in diesem Werk auch viel über andere Völker, wie andere Menschen leben, über Barbaren und über Südamerika. Er befasst sich auch mit dem Thema "Erziehung" und jedes Thema trägt eine Überschrift. Er schenkt uns ein unverfälschtes, sich deshalb auch wierdersprechendes Bild von sich selbst und von der Welt wie er sie sieht und scheut nicht zurück auch über seine eigenen Schwächen zu sprechen.
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Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich David Foster Wallace, Marcus Ingendaay Gebundene Ausgabe, Oktober 2002 Verkaufsrang: 55651 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die meisten Leute würden sich sehr wahrscheinlich ein Loch in den Bauch freuen, wenn man sie zu einer Kreuzfahrt auf einem Luxusdampfer -- Typ Queen Elisabeth II -- einladen würde, mit allem Pipapo und allen Schikanen und nur einer einzigen Bedingung: "Lass Dich feudal durch die Karibik schippern und schreib einfach auf, was Du gesehen hast!" Ein Traum -- dachte sich wahrscheinlich auch David Foster Wallace, als er von einer "Edelgazette von der Ostküste" (Harper's Magazine) genau dies angeboten bekam. Über die einwöchige Fahrt auf dem 47.255-Tonnen Schiff der Celebrity Cruises Inc. -- "so sauber und so weiß wie nach einer Kochwäsche" -- hat Wallace dann eine einzigartige "Doku-Postkarte im Breitwandformat" verfasst, deren gut gemeinte Einschätzung durch den Verlag als ein "Juwel moderner Reiseliteratur" eher von einer gewissen Ratlosigkeit zeugt als von einer realistischen Einschätzung des Berichtes. Denn die Kreuzfahrt-Reportage des hochgelobten amerikanischen Autoren schert sich herzlich wenig um die Konventionen herkömmlicher Reiseliteratur und widmet sich stattdessen einer ebenso detaillierten wie angenehm verstörenden Beschreibung des unvergleichlichen Soziotops an Bord eines Luxusliners, wo man für 3.000 Dollar die "feinen cocktailogischen Unterschiede zwischen einem Slippery Nipple und einem Fuzzy Navel" vermittelt bekommt und "1500 Mal Zielobjekt des berühmten amerikanischen Service-Lächelns" wird. Natürlich wäre nichts einfacher, als sich über amerikanische Wohlstandsrentner zynisch auszulassen, die sich im Ententanz der Verwöhnmaschine eines Karibik-Cruisers hingeben und gleichzeitig "mit unterernährten Kindern um den Preis von Halskettchen" feilschen. Doch Wallace' Perspektive auf die Marotten der Reichen und Superreichen ist zugleich komplexer und ehrlicher. Obsessiv bis in die Details (und mit 136 Fußnoten!) beschreibt Wallace die surreale Atmosphäre eines Kreuzschiffes und seine eigenen Reaktionen darauf; eine dokumentarische Tour de Force, die sämtliche Fassetten von tragisch bis komisch durchläuft und dabei nie oberflächlich oder langweilig wird. Nach dem Kleinen Mädchen mit komischen Haaren und den Kurzen Interviews mit fiesen Männern haben deutsche Leser hier die Gelegenheit, eine weitere beeindruckende Seite dieses vielseitigen Autoren kennen zu lernen, der neben Jonathan Franzen und Michael Chabon inzwischen zu den führenden amerikanischen Schriftstellern der jüngeren Generation gezählt wird. Und natürlich warten wir schon ungeduldig auf die Übersetzung von Wallace' Magnum Opus Infinite Jest -- am besten durch Marcus Ingendaay, der auch diese Kreuzfahrt meisterhaft bewältigt hat! --Peter Schneck
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 50 Bewertungen)
Ganz anders.... 5 von 5 Punkten ....als sich viele dieses Buch vorstellen ist es sicherlich.
Ich habe es das erste mal 2003 gelesen und seitdem lese ich es regelmäßig jedes Jahr und kann immer wieder lachen.
Eine gestochen scharfe und böse Darstellung der Vergnügungsamerikaner-Gesellschaft und ihres tödlichen Strudels auf Kreuzfahrt.
Sehr empfehlenswert.
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Du mußt Dein Leben ändern: Über das Leben Rainer Maria Rilke Broschiert, September 2006 Verkaufsrang: 62647 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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