|
| Reportagen aus aller Welt | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Geschichten von der Bibel: Von der Erschaffung der Welt bis Moses Michael Köhlmeier Taschenbuch, November 2004 Verkaufsrang: 50004 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Geschichte besteht aus Geschichten und die Bibel, das heißt das Alte Testament, bietet beides: Sie erzählt Geschichten und sie ist ein Geschichtsbuch. Und genau dies trifft auch auf Geschichten von der Bibel. Von der Erschaffung der Welt bis Moses von Michael Köhlmeier zu. Er verwebt die Geschichten der Geschichte miteinander, ohne ihre inhaltliche wie formale Disparität glätten zu wollen, und trotzdem gelingt es ihm, immer die Geschichte auf seine eigene, literarisch meisterliche Art zu erzählen, weshalb der Titel auch Geschichten von und nicht etwa aus der Bibel lautet, eine kleine aber feine Unterscheidung. Die mit in die Texte eingeflossenen mythischen Erzählungen, assyrischen und babylonischen Epen lässt Köhlmeier ebenso zu ihrem Recht kommen wie er moderne Anspielungen und eigene Erfahrungen im Umgang mit dem Alten Testament einflicht. Mit Ironie, Esprit und großer Sympathie für die einzelnen Figuren schildert er die Geschichte der Erschaffung Adams, einem leicht zickigen Chauvinisten, seiner ersten Frau Lilith, aus Lehm geschaffen, auf den der Teufel gespuckt hat, und Gabriel, der dies weiß und Gott versucht zu überzeugen, doch besser frischen Lehm zu nehmen -- einfach zu köstlich. Die Tragik, die Archaik des Glaubens und dieser alten Lebenswelt, ihre Gewalt und barock anmutende Üppigkeit werden von Köhlmeier auf literarisch anspruchsvollem Niveau und mit viel Virtuosität beschrieben. Da vielen Menschen heutzutage die Geschichte und der Glauben des Alten Testaments und des auserwählten Volkes Gottes weniger bekannt ist, kann Geschichten von der Bibel auch deshalb besonders empfohlen werden. Ein hoch gelehrtes Lesevergnügen! --Osseline Kind
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
ein ganz anderer zugang ... 5 von 5 Punkten Michael Köhlmeier ist vielen vor allem durch seine SAGENhafte Darstellung der griechischen Mythologie bekannt. Mit der gleichen lockeren, humorvollen Erzählweise hat er sich nun die Bibel vorgenommen. Frei von theologischem Anspruch, frei von Wertungen oder Urteilen. Geschichten, Mythen, Legenden ...Ich konnte Köhlmeier kürzlich bei einer Lesung aus seinem neuen Buch hören. Bewusst, so erklärte er, habe man den Titel "Geschichten VON der Bibel" und nicht AUS der Bibel gewählt. Der Grund liegt darin, dass es wesentlich mehr Geschichten und Erzählung rund um die Bibel gibt, als darin tatsächlich vorkommen. Also eröffnen sich auch für Bibelvertraute viele neue Details, Hintergründe und spannende Dinge. Schön zu lesen, mitreissend, komisch, ... Der Untertitel lässt darauf schließen, dass es auch noch weitergehen wird. Die biblische Geschichte hört ja bekanntlich nicht bei Moses auf. Man darf sich freuen.
Weitere Lesermeinungen |
Keiner ist so toll wie wir: Blöde Briten, dämliche Deutsche, frustrierte Franzosen und 36 weitere hoffnungslose Fälle. Die schönsten Vorurteile Österreichs auf einen Blick Markus Huber, Robert Treichler Taschenbuch, März 2001 Verkaufsrang: 70144 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wussten Sie schon, dass man Belgier problemlos daran erkennt, "dass sie über der Augenpartie einen schwarzen Balken tragen"? Und dass die Deutschen so aussehen, "als seien sie permanent drauf und dran, einen Weltkrieg anzufangen oder einen jämmerlichen Witz zu erzählen"? Wenn nicht, dann kennen Sie die schönsten Vorurteile Österreichs noch nicht und sollten sich vielleicht das nun erschienene Standardwerk auf diesem Gebiet Keiner ist so toll wie wir zulegen. "Blöde Briten, dämliche Deutsche, frustrierte Franzosen und 36 weitere hoffnungslose Fälle" werden hier in alphabetischer Reihenfolge von A (wie Albaner) bis Z (wie Zyprioten) präsentiert. Nicht nur über das Aussehen unserer Miteuropäer, auch über die Geografie, Geschichte, Sprache und Kultur ihrer Länder erfahren wir nur Schauerliches. Ob wir dieses tatsächlich längst gemutmaßt haben, wie der Umschlagtext verkündet, muss natürlich dem (Vor-)Urteil der Leser überlassen bleiben. Auf länderkundliche Exaktheit legen die Autoren jedenfalls keinen Wert, ebenso wenig wie auf politische Korrektheit. Die schamlose Aneinanderreihung der tolldreistesten Vorurteile ist vielmehr erschütternd, nämlich für das Zwerchfell. Frei nach dem Österreicher Sigmund Freud könnte man sagen, dass man sich durch die Lektüre von Keiner ist so toll wie wir eine ganze Menge an psychischem Aufwand erspart. Anders formuliert: Das Buch ist einfach ungemein witzig. Der humoristische Rundumschlag der Autoren, die hauptberuflich Journalisten sind, erfolgt nach allen Regeln der Kunst. Die Pointen lesen sich flüssig und wirken nie aufgesetzt. Die Grenzen des guten Geschmacks werden zwar übertreten, aber das ohne zu stolpern. So hemmungslos die Miteuropäer auch schlecht gemacht werden, der Wortwitz sinkt nie auf das Niveau von tendenziösen Bierzeltsprüchen. Weitere EU-Sanktionen müssen wir also kaum befürchten, allerdings dürfte klar sein, dass bereits in ganz Europa fieberhaft an neuen Österreicherwitzen gearbeitet wird. Diese werden wir (hoffentlich) mit ebenso viel Humor nehmen, wie wir von den anderen erwarten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. --Mathis Zojer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Österreich und sein Ausland 5 von 5 Punkten Habe das Buch heute zum ersten Mal in der Hand gehabt und selten so in mich hineingegrinst, gewiehert, etc...
Da ich aber in einer Buchhandlung war und die anderen mich schon so seltsam von der Seite gemustert haben, habe ich es wohl unterlassen, laut aufzulachen.
Besonders gut hat mir der Eintrag über den Französischen Film gefallen, worin überall - fast ausnahmslos, wenn nicht gerade von Brigit Bardot in einer Sexszene gedoubelt - Gerard Depardieu mitspielt (meiner Mutter würds gefallen, ist aber leider nicht so).
Und zum "Vorwurf", dass WIR ÖSTERREICHER, natürlich nur anderen gegenüber Vorteile hätten (kann man auch Vorurteile gegen sich selbst haben?), kann ich bitte entkräften, dass ICH PERSÖNLICH, und weitere Mio. Österreicher an diesem Werk nicht mitgearbeitet haben. Zumindest sind noch keine Tantiemen auf meinem Bankkonto eingelangt. ;-))
Weitere Lesermeinungen |
Das Abenteuerliche Herz. Erste Fassung: Aufzeichnungen bei Tag und Nacht Ernst Jünger Gebundene Ausgabe, Juli 2000 Verkaufsrang: 85723 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Buch, erstmals 1929 erschienen, nimmt unter Jüngers Schriften eine Schlüsselstellung ein, auch gegenüber der späteren, stark veränderten Fassung "Das Abenteuerliche Herz. Figuren und Capriccios" (1938). Es stammt aus der Zeit, als die literarischen Aggressionen dieses Autors noch in engem Zusammenhang mit seiner nationalrevolutionären Publizistik geschahen. Jüngers Nähe und Differenz zu anderen literarischen Bestrebungen, vor allem denen des Surrealismus, werden nirgends so deutlich wie hier.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein abenteuerliches Buch 5 von 5 Punkten »Das Abenteuer ist ein Konzentrat des Lebens. Das Herz schlägt schneller und der Tod rückt näher heran.« Dieses Zitat ist mir aus dem eigentlichen Erstlingswerk (sieht man von seiner langen Phase der Weltkriegsbewältigung und -verklärung ab) Jüngers am stärksten in Erinnerung geblieben. Das Buch ist heute noch in hohem Maße erstaunlich und ein Hochgenuss für alle, die Kurzbetrachtungen und kurze Anrisse von einem Mann mit dem geistigen Kaliber Jüngers suchen, ohne lange Romane lesen zu müssen. Das Buch ist ungemein anregend, wann immer man es zur Hand nimmt. Grundthema ist nach meinem Gefühl die Sehnsucht nach einem irrationalen, abenteuerlichen Leben - innerlich und äusserlich. Ein Gefühl, das wohl typisch deutsch ist, besonders in seiner Unerfüllbarkeit. Ein abenteuerliches Buch, das sich lohnt. |
Essais Michel de Montaigne Gebundene Ausgabe, August 1998 Verkaufsrang: 18710 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Michel de Montaignes Essais, im September 1998 in einer Prachtausgabe herausgekommen, erscheinen nun in Form einer Doppel-CD. Satte eindreiviertel Stunden, gelesen von einem unserer renommiertesten Schauspieler, Otto Sander. Es ist zum Beten schön! Wer war dieser Montaigne, der von Voltaire bis Lessing, ja sogar von Goethe hochgeschätzt wurde? Flaubert legte ihn George Sand ans Herz mit den Worten, "lesen Sie ihn von Anfang bis Ende, und wenn Sie fertig sind, beginnen Sie von neuem". 1533 auf dem Schloß seiner Eltern bei Bordeaux geboren, pflegte der kleine Michel mit seinem deutschen Hauslehrer nur lateinisch zu parlieren, der Grundstein seiner Entwicklung, wie er später berichtete. In Paris studierte er Jura, führte ein Lebemanndasein und kehrte schließlich in seine Heimatstadt zurück, wo er als späterer Bürgermeister äußerst beliebt wurde. Aber im Grunde war dies nicht seine Welt. Dem Menschen in all seiner Rätselhaftigkeit gehörte seine Liebe. Nach ausgedehnten Reisen, Beobachtungen und Liebesaffären erkannte der Humanist Montaigne seine eigentliche Bestimmung. 1571 begann er mit der Niederschrift seiner Essais. Ursprünglich zur eigenen Selbstfindung gedacht, gerieten sie zu einer monumentalen Reflexion über den Menschen an sich. Dies fand naturgemäß nicht nur Freunde. "Geile Worte", "große Geschmacklosigkeiten", geiferten einige Kritiker. Was wunderts, hatte er doch neben solch erhabenen Gedanken über antike Philosophen und den idealen Staat noch reichlich Zeit, sich übers männliche Glied weitschweifig und klug zu äußern. Auch schien ihm die Beobachtung seiner nächtlichen Blähungen oder der Beischlaf mit Schwangeren durchaus erwähnenswert. Völlig vorurteilsfrei und unaufgeregt, als einer, dem nichts Menschliches fremd ist, richtet Montaigne seine Gedanken auf vermeintlich kleine Dinge, die großen Denkern keinerlei Erwähnung wert gewesen wären -- und weist haarklein auf, wo das Leben in Wirklichkeit stattfindet. --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)
+ grosse Worte - in wunderbarer Verpackung 5 von 5 Punkten Zunächst zum Äußeren - ein bibliophiles Buch, in blauen Leinen mit goldener Schrift und ein großzügiges Innenleben. Dieses wird unterstützt durch Texte in grossen Lettern, in Anfängen künstlerisch gestaltet. Eben für das Auge.Zum Text: Was hat er nur alles gedacht, dieser M., als er in seinem Turm saß und nichts als schäumende Ideen niederschrieb mit einer Präzision in der Beobachtung und in der Beurteilung, dass wahre Philosophie des Alltäglichen sich nahe ins eigene Innere schleicht. Drei Bücher umfassen die Gedanken, jeweils mit bis zu 57 Essais. Sie beschreiben und beurteilen, besser sie laden ein zur Selbstreflexion der Dinge und Erfahrungen des Lebens, wie Freundschaft, Furcht, Erziehung oder einfach über Bücher. Sie bringen geschichtliches sowie philosophisches. Wer nicht weiter weiss in seinem Denken, wird sogar hier der Hilfe fündig, wenn Montaigne über die Selbstbehinderung des Urteilsvermögen schreibt. Es ist kein Buch, welches man nur so liesst. Es ist Begleiter am Schreibtisch, passend zur Hand und damit einladend zum spontanen Blättern und Lesen. Ob es zu teuer ist? Der Inhalt ist auch in der billigen Version derselbe, aber er verdient es nach ca. 410 Jahren und fortdauernde Aktualität in besonderer Aufmachung den Leser zu erfreuen. Die in seinem Vorwort aufgestellte Behauptung, "es gäbe keinen vernünftigen Grund, Muße für so einen nichtigen Gegenstand zu verwenden", wird am Ende feststellen, dass es Montaignes Koketterie war, die ihn dazu veranlasste. Denn die Widerlegung der Behauptung ist das Werk selbst.
Weitere Lesermeinungen |
Männer sind wie Pfirsiche: 52 Betrachtungen mit einer Gegenrede von Alice Schwarzer Harald Martenstein Gebundene Ausgabe, 10. September 2007 Verkaufsrang: 97350 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Martensteins Wirkprinzip lässt sich am ehesten veranschaulichen am Beitrag Über John Lennon. Raubt uns Gesinnungsgenossen noch die Nachricht den Atem, dass der berühmte ZEIT-Kolumnist über den ermordeten Beatle eine Geschichte im Gepäck hat, die sonst keiner kennt, so erfahren wir zunächst leicht irritiert, dass Martenstein zu mehr und mehr Dingen des Lebens keine Meinung mehr habe. Die sich anschließende Gaga-Episode über sein unziemliches Erscheinen auf einer Redaktionsweihnachtsfeier in völlig überheizten Schneestiefeln, lässt die Enthüllungsstory um das erschossene Genie vollends im Winde verwehen. Das Martenstein-Prinzip! Angekündigtes gibt's prinzipiell nicht. Was man stattdessen aber bekommt, ist oft erhellender - zumindest witziger -, als jedes Programm. Dies haben inzwischen auch seine Auftraggeber in den Redaktionsstuben mitbekommen, wo man über saftige Martenstein-Honorarforderungen nur noch stöhnt, wie Alice Schwarzer bestätigt, die die hier versammelten 60 plus-Kolumnen mit ihrem Vorwort versehen und veredelt hat. Trotzdem, gäbe es diesen Beobachtungsposten mit dem Look eines Althippies nicht, man müsste ihn schnellstens erfinden. Wer schließlich darf mit seinem peinigenden Knie (Über Mobilat) derart schamlos und seitenfüllend hausieren gehen? Wer das Abseitige und Abschweifende, das Nichtige im ach so Wichtigen so konsequent feiern. Und wer, außer HM, könnte auch nur annähernd auf den Gedanken kommen, Hitler als eine Art Widerstandskämpfer zu betrachten, nur weil dieser den geliebten jüdischen Arzt seiner Mutter verschonte. Martenstein kann - und darf! Alice Schwarzer weiß Martensteins durchgängige Sensibilität für Pornografisches und Menschenfeindliches zu schätzen. Der Mann macht sich nicht gemein. Boshaft, ja. Bösartig, niemals! Der Blick seiner Kolumnen, in denen für gewöhnlich nach drei Zeilen auf schlitzohrige Weise der Erzählfaden verlorengeht, erfolgt von unten. Eine wunderbare Perspektive, Hochfahrendes und aufgeblasen Eitles zu enttarnen, wie im Falle des empörten SPIEGEL-Kulturchefs, dessen Nationalismus-Begriff von Martenstein ungebührlich ausgeleuchtet wurde. Die Renaissance des Bärlauchs, Meditationen über das Wesen des Buddhismus (Schluritum und mangelnder Ehrgeiz), in der Abteilung Hypochondrisches wird die lädierte Schulter ausgiebigst beweint. Dann - wie im tragikomischen Falle des spanischen Urlaubsarztes Dr. Mendoza - werden fast schon Hemingwaysche Dimensionen sichtbar. Spätestens hier wird klar, welches Erzähltalent sich hier schon seit Jahren an der Kleinstform abarbeitet -Ravi Unger
|
Worauf es ankommt: Essay Susan Sontag Broschiert, März 2007 Verkaufsrang: 158977 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Lesen und Sehen: ob Fotografie oder Literatur, Kino oder Malerei, Susan Sontags rastlose Neugier und wacher Blick waren überall zu Hause. Sie maß die Moral der Welt an der Kunst und die Kunst an der Welt: entdeckte Autoren wie W. G. Sebald, führte im besetzten Sarajewo »Warten auf Godot« auf und lehrte uns, den Fotos der Presse zu misstrauen. "Worauf es ankommt" war ihre letzte Essaysammlung, Testament einer Kosmopolitin des Lebens und der Kunst: "ein Kaleidoskop, funkelnd wie die Welt". Süddeutsche Zeitung
|
Die Welt im Notizbuch Ryszard Kapuscinski Taschenbuch, April 2003 Verkaufsrang: 44888 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Lieben Sie Geschichten? Menschen, Ereignisse, Spannung? Oder halten Sie es mehr mit Essays, mutigen Gedankenflügen zu außergewöhnlichen Zielen? In beiden Fällen lesen Sie bitte etwas anderes. Zwar treten bei Kapuscinski durchaus Menschen auf, reale Menschen, meist Literaten. Aber all diese Mini-Portraits führen nicht über sich selbst hinaus, bleiben Anekdote. Auch Geschichten werden erzählt, so ist es nicht, aber nur Mikro-Dramen als Anschauungsmaterial für die konstatierte globale Misere. Und statt auf den Transkontinentalflug gedankenreicher Essayistik bittet der Autor die Leser lediglich zur Floßfahrt auf dem Strom privater Reflexionen. Ein Driften, das Zeit lässt für genaue Blicke auf die Welt entlang des Ufers, Blicke immerhin eines hochgebildeten Bewusstseins, eines weit gereisten Europäers. Aber die Passagiere müssen bereit sein zu einer Lektüre von über 300 Seiten. Da Kapuscinski den Gedankenstrom nicht durch Staumauern aus Kapitelüberschriften unterbricht, erschient das Buch tendenziell endlos. Warum gerade auf Seite 335 Schluss ist, bleibt unklar. Es muss eine Leserschaft geben für dergleichen, denn dies ist bereits der zweite Band, den Eichborn herausgibt. Sie hören schon: Der Rezensent gehört nicht unbedingt zu dieser Gemeinde. Dabei: Ich habe viel angestrichen, wundervolle Funde lassen sich machen. Der Satz Werner Heisenbergs etwa: "... denn wo kein Inhalt mehr nach Gestaltung drängt, hilft es nichts, neue Formen zu erfinden." Vielleicht so etwas wie die Erklärung für Kapuscinskis Schreiben. Vermuteter Antrieb von Kapuscinski Lesern: Wir letzten gebildeten Europäer hören uns beim Denken zu und kein Franzose wird uns einreden, es handle sich auch bloß um weißes Rauschen. --Michael Winteroll
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Welthaltig 5 von 5 Punkten Als Ryszard Kapuscinski Polen verliess, um als Korrespondent von der Welt zu berichten, begann sie sich in viele Staaten aufzulösen. Zu Beginn der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts verabschiedeten sich die Kolonisierten von den Kolonisten. Es entstand die sogenannte Dritte Welt. Die Unabhängigkeit, zunächst gefeiert, erwies sich als schmerzhafter Prozess. Die jungen Staaten gerieten ins Magnetfeld des Kalten Krieges. An dieser Bruchstelle setzen die Berichte Kapuscinskis ein. Die Frage ist müssig, ob es sich hier um Journalismus oder Literatur handelt. Es ist beides und das Tragische daran ist, dass uns diese Form des Journalismus abhanden kommt. Ein Journalismus, der dem Leser kulturelle Hintergründe und geschichtliche Zusammenhänge vermittelt, der den Menschen Anteil nehmend in seiner Lebenswelt zeigt, kurz, der den Blick erhellend auf die Welt richtet. Es ist ein Journalismus, der eines benötigt, was in unserer medial übersäuerten Welt fehlt: Zeit, viel Zeit. Kapuscinski nimmt sie sich und setzt sich aus. Er will kennen lernen, wovon er berichtet. Er will mit den Menschen zusammen leben und vor allem auch leiden. Er will wissen, was Hunger, Krankheit, Siechtum, Kälte, Nässe und Hitze bedeuten. Der Tod lauert, es ist Krieg. Es sind schmutzige, schäbige, kleine und blutige Kriege. Er muss sie am eigenen Leibe ertragen. Er berichtet darüber. Indem er davon berichtet, leidet er mit. Es ist nicht unsere geordnete Welt, deren Frieden auch durch hässliche Tagesschaubilder nicht gestört wird, die er uns zeigt. Er weiss, dass wir in Ruhe konsumieren wollen. Auch diese Bilder, welche uns die mediale Unterhaltungsmaschine frei Haus liefert und die so rasch von der Werbung weg gedrängt werden. Das vorliegende Buch, fragmentarisch zusammengestellt, enthält Erinnerungen, Notizen, Gedanken, Beobachtungen, Betrachtungen, Erkenntnisse, die der Autor in den Jahren 1989-96 aufgezeichnet hat. Sie zeigen, wie er arbeitet, wovon er sich leiten lässt, welche Sprachform er für angemessen hält. Sie zeigen aber auch wie die Veränderung der politischen Landschaft seit 1989 ins Bewusstsein einsickert, was die sprunghafte Entwicklung von Kommunikations-und Informationstechnologie in einer sogenannt globalisierten Welt bedeuten. Auch für den Reporter, auch für seine Arbeit und sein Leben. Aus seinem Berichtsfeld reflektiert er zurück in die uns bekannte und vertraute Welt. So nimmt er auch Kunst und Kultur in den Blick, schreibt über das Vergehende und Bleibende. Es ist ein Buch mit philosophischer Tiefe, geschrieben von einem leidenschaftlich engagierten Menschen. Der Leser möge sich darin finden..
Weitere Lesermeinungen |
Ich bin Buddhist und Sie sind eine Illusion Michael Stein Broschiert, Mai 2008 Verkaufsrang: 175281 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein Punk, ein Alkoholiker, ein troublemaker, eine ¯Sozialassel®, ein Frauenheld, Tagelöhner, Krawallmacher, ein moderner Paul Lafargue, der das Recht auf Faulheit für sich reklamierte, ein neuer Francois Villon aus dem Berlin der heutigen Tage.
|
Das Kunstwerk: Über das Lesen von Bildern John Berger Gebundene Ausgabe, August 2005 Verkaufsrang: 15748 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Acht Kurzkurse des bedeutenden englischen Kunstkritikers über das vergleichende Sehen, die Augen der Maler und die Einsamkeit des Betrachters.
|
Das Beste aus meinem Leben. CD: Mein Alltag als Mann. Liveaufnahme aus dem 'Wirtshaus im Schlachthof' Axel Hacke Audio CD, September 2003 Verkaufsrang: 152239 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das wahnwitzigste aller ganz normalen Leben -- das führt ohne jeden Zweifel Axel Hacke. Zumindest lassen seine Kolumnen das vermuten, mit denen er uns seit Jahren wöchentlich die Seiten des Magazins der Süddeutschen Zeitung vor Lachen voll weinen lässt und so in beste Wochenendlaune bringt. Denn wie schräg, nervtötend und unglaublich die von ihm geschilderten Geschehnisse auch sind: Immer ist es das echte Leben mit seinen Ärgernissen, Mühen und Stolpersteinen, die wir alle nur zu gut kennen und die uns so zermürben -- der "Genau!"-Faktor ist hoch, voll das Leben eben. Das komische Potenzial in ganz gewöhnlichen, alltäglichen Situationen zu entdecken, ihnen skurrile Seiten abzugewinnen, das Geschehen im Rahmen der gerade noch denkbaren Glaubwürdigkeit zuzuspitzen und das Ganze dann mit hoher Pointendichte zu schildern -- das ist Hackes Kunst, und die beherrscht er meisterhaft. Was er in seinem Mikrokosmos (der im Wesentlichen aus seiner Frau Paola, seinem kleinen Sohn Luis und seinem väterlichen Freund Bosch, dem stets ein tröstendes Bier bereithaltenden Kühlschrank, besteht) geschehen lässt, ist zum Brüllen komisch, gerade weil es so vertraut und wahr ist. Der neueste Sammelband mit Hackes SZ-Kolumnen nennt sich ein Best Of der letzten Jahre, was gut klingt, aber im Grunde nur mühsam die Tatsache kaschiert, dass die hier versammelten Kolumnen zu einem großen Teil drittverwertet werden: Weit über die Hälfte der Texte war schon in dem ein oder anderen früheren Hacke-Buch zu lesen. Doch das soll nicht stören: Wer Hackes vorherige Bücher nicht besitzt, findet hier die besten und essenziellsten Kolumnen auf einem Fleck, und wer hackesüchtig ist (wie kann man das eigentlich nicht sein?), wird sowieso mit Freude und Gier zugreifen und sich einmal mehr ein paar vergnügliche Abende mit dieser geballten Ladung Skurrilität machen. --Christoph Nettersheim
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)
Wunderbar 5 von 5 Punkten Axel Hacke zu lesen ist ein einziges Vergnügen. Ich habe schon viele seiner Bücher verschenkt. Er ist ein Meister der Sprache. Sehr empfehlenswert.
Weitere Lesermeinungen |
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 2 : Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache. 2 Audio-CDs
Audio CD, August 2005 Verkaufsrang: 15059 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Foto auf der Rückseite zeigt einen wie ein Honigkuchenpferd grinsenden Autor. Kein Wunder. Wurden von Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod doch schon eine Million Exemplare verkauft. Bastian Sick präsentiert nun eine zweite Auswahl seiner so erfolgreichen Zwiebelfisch-Kolumnen, die der ersten in nichts nachsteht. Und man gönnt ihm diese ostentative Fröhlichkeit auch deshalb, weil der Leser bei der Lektüre auch selbst reichlich Gelegenheit zum Schmunzeln und Lachen bekommt. Zum Beispiel über die hier versammelten "Katastrophen mit Apostrophen" oder dialektale Besonderheiten wie etwa die rheinische Verlaufsform: "Dat Chantal ist sich die Haare am Föhnen". Oder die zunehmende Begeisterung auf öffentlichen Schildern für Anführungszeichen. Da kann der Schuss leicht nach hinten losgehen, wenn etwa eine Fluglinie verlautbart: Wir wünschen Ihnen einen "guten Flug". Und natürlich freut man sich auch, wenn Oberlehrer Sick, solchen Sprachverhunzern auf die Füße tritt. Etwa der ärgerlich falsche Gebrauch der Vorsilbe Ex: Wie oft hat man nicht von in der Ex-DDR geborenen Menschen lesen müssen. Folge 2 der Kolumnensammlung bietet sogar noch mehr Abwechslung: Eingestreut sind diesmal Fragen von Lesern, die Sick auf kurzweilige Art beantwortet. Zum Beispiel ob neben der Torschlusspanik auch die immer wieder gehörte "Torschusspanik" sprichwörtlich ist. Wie man "doof" steigert oder ob der Ausdruck "etwas türken" mit den Türken zu tun hat und deshalb als diskriminierend abzulehnen sei. Mit der Sprachkultur in E-Mails beschäftigt sich sogar ein längerer Text, und am Ende des Buches wartet ein kleiner Deutschtest: "60 Fragen aus dem Fundus der Irrungen und Verwirrungen unseres Sprachalltags". Für wahre Zwiebelfisch-Fans fast ein Kinderspiel. Ich habe in Bastian Sicks unterhaltsamer Deutschklasse auch wieder einiges gelernt. Zum Beispiel, dass das vielbenutzte "ausgepowert" eigentlich aus dem Französischen (von "pauvre") stammt. Und endlich hat mir jemand erklärt, was die Abkürzung "lol" bedeutet, die zu viele E-Mails verunziert. "Laugh out loud" -- andererseits eine gute Empfehlung an alle Leser dieses Buches. --Christian Stahl
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 66 Bewertungen)
Wer lernen will - der kann das hier 5 von 5 Punkten Wer wie ich beruflich bedingt richtiges Deutsch schreiben muss und außerdem auch noch die altmodische Verpflichtung fühlt, Grammatik und Orthographie seiner Muttersprache zu beherrschen, kann nur dankbar sein, wenn ihm die typischen Fallstricke konzentriert und unterhaltsam dargeboten werden. Bastian Sicks Werke mögen vielleicht nicht von schillerscher Qualität sein, aber sie sind hilfreich, ohne weh zu tun. Ich habe das Buch z.B. als Pausenfüller bei mir gehabt, mal hier und dort 5 Minuten gelesen oder 10, immer so ein oder zwei Kapitelchen. Das ist unterhaltsam, und hinterher wusste ich mehr. Okay, einiges war mir bereits bekannt, aber ich fand es trotzdem gut, dass es mir noch einmal in aller Klarheit vor Augen geführt wurde.
Ich hatte Teil 1 gelesen, und bekam dann Teil 2 geschenkt. Da hatte ich erst so meine Bedenken, "Schon wieder so etwas Aufgewärmtes". Aber so ist das nicht, es gibt auch hier viele Punkte, die es sich immer wieder lohnt, noch mal in korrekter Form zu verdeutlichen.
Ich kann natürlich korrektes Deutsch auch lernen, indem ich den Duden lese. Das macht aber deutlich weniger Freude :-)) Wer nicht selbst ein Oberlehrer ist und schon alles weiß (oder an allem etwas auszusetzen hat), darf sich das Buch gönnen.
Weitere Lesermeinungen |
Das Schwere leicht gesagt Hanns Dieter Hüsch Broschiert, April 2008 Verkaufsrang: 176167 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Unter den großen Quer- und Gegendenkern unserer Zeit nimmt Hüsch eine Sonderposition ein. Denn er macht das, was uns auf der Seele lastet, leicht durch ein Schmunzeln, ohne oberflächlich zu werden.
"Stellt die Meinungen ein, daß die Liebe gedeiht. Laßt die Liebe blühen, daß der Frieden wächst." Der große Quer- und Gegendenker der Republik: Hanns Dieter Hüsch, die Seele des deutschen Kabaretts, macht das, was uns auf der Seele lastet, leicht - und das ohne Oberflächlichkeit. Er bekennt Farbe, wo andere kuschen. Ein Buch voll Phantasie und Protest, aber auch voll Trost und Zuversicht. Texte, die in die Tiefe gehen und dabei - trotz allem heiter bleiben. Hanns Dieter Hüsch geb. 1925, seit 1947 Kabarettist, ausgezeichnet u.a. mit dem Kleinkunstpreis. Er lebt in Köln, ist aber meist mit seinen Gedankengängen unterwegs.
|
Vergewisserungen.Über Politik, Recht, Schreiben und Glauben Bernhard Schlink Gebundene Ausgabe, September 2005 Verkaufsrang: 82435 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wer an der Entwicklung der Gesellschaft manchmal verzweifeln möchte, dem sei dieses Buch empfohlen: Kompetent und in klarer, schöner Prosa zeigt es, was alles nicht zwangsläufig und unaufhaltsam ist und daß es Werte und Hoffnungen gibt, auf die zu setzen lohnt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ungereimtes kommt hier auf den Prüfstand! 5 von 5 Punkten Bernhard Schlink offenbart sich in diesem Buch als vielseitig interessierter Intellektueller. In seinen Aufsätzen, Essays und Reden, die er hier veröffentlicht hat, setzt er sich mit Begriffsbestimmungen sowie mit ethischen , rechts-, staats- und religionsphilosophischen Fragestellungen auseinander. In diesem Zusammenhang lotet er Doppelbödigkeiten zwischen geistigen Vorstellungen und der Wirklichkeit aus und bringt Ungereimtes auf den Prüfstand. Schließlich enden seine Reflexionen nicht selten im Ergebnis, dass es im Grunde keine entgültigen Antworten auf die vielen ungelösten moralischen Fragen dieser Welt gibt. Themen, die sich mit den Inhalten von Begriffen wie dem der Heimat, Multikulturalität oder Emanzipation der Frau beschäftigen, kommen zur Sprache. Auch befasst sich Schlink mit dem Niedergang des Wertes Vertrauen und dessen Folgen für die Wirtschaft. Dann geht er der Frage nach, weshalb die 68er Generation so ausgebrannt und erschöpft ist und läßt sich zudem über den fortwährenden Sekularisierungsprozess in der Gesellschaft aus.Welche Folgen hat dieser Prozess? Benötigt man die Institution Kirche heute überhaupt noch? Muß nicht vieles neu überdacht werden, sich den veränderten Bedingungen stellen? Wann ist die Menschenwürde überfordert? Wann müssen Begriffe neu definiert werden? Sind Inhaltsveränderungen generell akzeptabel? Sind diesbezügliche Bedenken notwendig? Über all dies macht sich der Autor Gedanken und zeigt, dass er ein wirklich hochintelligenter Schriftsteller ist, der über die Gabe verfügt seine differenzierte Gedankenwelt dem Leser begreifbar zu machen! Seine Texte haben Langzeitwirkung! Empfehlenswert!
Vielseitig, intellektuell, interessant! 5 von 5 Punkten Bernhard Schlink ist einer der wichtigsten deutschen Krimiautoren. Was aber manchmal vergessen wird: Er ist gleichzeitig ein sehr begnadeter und erfolgreicher Akademiker. Der Jura-Professor aus Berlin zeigt sich in der soeben erschienen Sammlung von Essays und Vorträgen als begnadeter Denker, Staatsphilosoph und Zeitkritiker. Als Sohn eines Theologieprofessors kam Schlink im Juni 1944 in Bielefeld auf die Welt. Erste literarische Texte schrieb er mit acht Jahren („Der Brudermord"), mit 13 folgte ein Sonett mit vielen Strophen über seine erste unglückliche Liebe. Bernhard Schlink ist sicherlich einer der zurzeit bedeutendsten deutschen Krimiautoren. Er lebte in Mannheim, Freiburg und New York. Seine Krimis waren allesamt erfolgreich. Der erste, „Selbs Justiz", den er zusammen mit Walter Popp schrieb, wurde später Verfilm. Für „die gordische Schleife" wurde Schlink 1989 den Glauser-Preis verliehen. Mit „der Vorleser" ist Schlink auf seinem bisherigen literarischen Höhepunkt angelangt. Neben diversen Preisen wurde das Werk in 35 Sprachen übersetzt und war das erste deutsche Buch, das auf Platz 1 der Bestsellerliste der New York Times stand. Was vielen Lesern von Schlink neben dem literarischen Ruhm nicht bewusst ist: Schlink ist nicht nur ein ausgezeichneter Buchautor, sondern ein ebenso begabter, geschätzter und talentierter Akademiker. Ein bedeutender Jurist Schlink studierte in Heidelberg Jura, war als Wissenschaftlicher Assistent in Darmstadt, Bielefeld und Freiburg tätig. Nach seiner Promotion zum Verfassungsrecht habilitierte er 1981 zum Thema Gewaltenteilung. Anschliessend war Schlink Jura-Professor in Bonn, Frankfurt am Main und seit 1992 in Berlin. Seine Forschungs-Schwerpunkte in der Tätigkeit als Rechtsphilosoph und Staatsrechtler sind die Grundrechte, Rechtsgeschichte und das Thema Gerechtigkeit. Schlink ist auch Richter am Verfassungsgerichtshof und vertrat kürzlich die Bundesregierung bei den Klagen gegen die vorzeitige Auflösung des Bundestages. Vielseitiges Werk Diese Vielseitigkeit von Bernhard Schlink liegt nun in schön aufbereiteter Form im Diogenes Verlag vor. Mit seinen „Vergewisserungen" schreibt Schlink über Recht, Politik, Schreiben und Glauben. Das Werk ist eine Sammlung von Essays und Vorträgen. Von philosophischen Texten wie „Der Preis der Gerechtigkeit", über aktuelle Themen wie „Frauen und Macht" schreibt Schlink auch immer wieder über die Geschichte, wie beispielsweise im Text „Rousseau in Amerika". Schlink vereint das Intellektuelle in seinen Texten mit einer fliessenden Prosa und begründet jedes seiner Argumente sorgfältig. Das Werk ist vielfältig wie Schlinks Biographie und bietet etwas für jeden von uns: Für den Juristen, den Philosophen, den Historiker, den Denker, den Politiker und alle, die am Zeitgeschehen interessiert sind. |
Das Frühstücksei: Gesammelte dramatische Geschichten mit Doktor Klöbner und Herrn Müller-Lüdenscheidt, Herrn und Frau Hoppenstedt, Erwin Lindemann u.v.a Loriot Broschiert, April 2008 Verkaufsrang: 65493 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wer kennt sie nicht, den Lottogewinner Erwin Lindemann, der mit dem Papst in Wuppertal eine Herrenboutique eröffnen will, oder die Herren Klöbner und Müller-Lüdenscheidt im Bad? Schon längst haben sie sich verselbständigt und führen ein eigenes Leben als unverrückbarer Bestandteil deutschen Kulturguts. Dabei erweist sich die Kürze der in diesem Band gesammelten Geschichten als angenehm im Vergleich mit älteren Autoren wie Lessing, Goethe, Schiller, Kleist und ähnlichen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
man muss Loriot einfach lieben 4 von 5 Punkten „Das Frühstücksei" erschien als Jubiläumsausgabe zum 80. Geburtstag des Autors und beruht auf einer Auswahl aus Loriot's Dramatische Werken, Loriot's Großem Ratgeber, Loriot's Heiler Welt sowie Herren im Bad. Auf 285 Seiten gibt Loriot seine einzigartigen Geschichten zum Besten und untermalt die einzelnen Sequenzen mit seinem unvermeidlichen Mann mit der Knubbelnase. Aufgeteilt in neun Kapitel wie Heim und Familie, Erwachsenenbildung, Szenen einer Ehe oder Kultur und Fernsehen lässt der Autor seine bereits legendären Dialoge auf seine immer noch größer werdende Anhängerschaft los. Treffen Sie wieder auf Herrn Doktor Klöbner und Herrn Müller-Lüdenscheidt in der Badewanne, eröffnen Sie mit Erwin Lindemann und dem Papst ein Damenboutique, oder begleiten Sie einfach Frau Hoppenstedt beim Jodeldiplom; lassen sie sich mitreißen von den spitzen, verwirrenden und sehr hintergründigen Wortgefechten. Loriot's Humor steckt an und obwohl seit einiger Zeit gerade in Deutschland eine Schwemme an Kabarettisten und sog. Comedians die Medien geradezu wie eine Springflut überspült, lässt Loriot trotz zahlreicher Nachahmer keinen Zweifel an seinem Rang im Lande aufkommen. Qualität setzt sich eben durch und hat Bestand, gerade heute, wo die Quantität der Humor-Produzierenden großteils die Qualität überholt hat, tut es umso besser, Humoristen mit dem Niveau eines Loriot genießen zu dürfen.Das Frühstücksei von Viktor von Bülow alias Loriot bietet dem Leser eine bunte Mischung aus seinen Werken und zeigt seine Vielschichtigkeit wie beispielsweise in den Geschichten „Das Frühstücksei" und „Die Bundestagsrede". Sein Talent und seine Genialität, Situationen bis zum letzten auszureizen, über andere und über sich selbst zu lachen und den Alltag auf seine besondere Art und Weise auf den Arm zu nehmen und in köstliche Sketche, denen auch so manche Spitze nicht fehlt, humorvoll umzusetzen, brachte ihm schon vor vielen Jahren Kultstatus und unzählige Fans. Für diese und auch für jene Leser die Loriot vielleicht noch nicht kennen, ist dieser Jubiläumsband unbedingt empfehlenswert. |
Berliner Orgie Thomas Brussig Broschiert, Mai 2008 Verkaufsrang: 93752 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Liebe gegen Geld? Kommt für mich nicht in Frage! Oder doch? Der Schriftsteller Thomas Brussig ist das Wagnis eingegangen und hat die Berliner Orte der Lust besucht. In dieser fremden Welt der Begierde hat er Tristesse, Poesie, Geschäftssinn und Erotik erlebt. Und was als literarische Reportage begann, entwickelte sich überraschend zum Selbstversuch.
|
Kritische Essays: Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn: Kritische Essays III: Bd III Roland Barthes Taschenbuch, 30. Juni 2005 Verkaufsrang: 175060 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Wie ensteht Sinn? 5 von 5 Punkten Roland Barthes ist eine der bekannteren Vertreter der vor allem aus Frankreich stammenden Philosophie und Literaturtheorie des Post-Strukturalismus. Der vorliegende Band versammelt nicht weniger als 22 seiner Aufsätze. Wie der Titel schon vermuten läßt, geht es dabei hauptsächlich um Wahrnehmung. Und speziell um die Frage, wie wir bestimmte Phänomene wahrnehmen, warum wir das können und wie diese Fähigkeit zustande kommt. Beispielhaft sei hier nur die Betrachtung der Fotografie genannt und der sogenannten „Rhetorik des Bildes". Barthes führt aus, das Bilder keineswegs „an sich" eine bestimmte Wirkung entfalten, sondern es einer vorherigen Anerziehung eines bestimmten Verständnisses bestimmter Codes bedarf. Und seiner Ansicht nach tut die Gesellschaft wenig anderes, als Bildern Bedeutung zuzuweisen. Das mag auf den ersten Blick ein unspektakuläre Tätigkeit sein, doch letztlich ist nach Barthes alles von Sprache und Bildern bestimmt, so daß die Frage nach der Bedeutung wiederum die Frage nach der Macht stellt. Seine Gedanken überprüft Barthes an verschiedenen Formen der Lektüre: Vom Buch bis zum Gemälde widmet er sich dem Werk verschiedener Künstler, um seine Thesen zu verfeinern. Hervorragend zu lesen und inspirierend. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Sieben Wegbereiter: Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts Marcel Reich-Ranicki Taschenbuch, September 2004 Verkaufsrang: 50801 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Was wird bleiben von der deutschen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts? Scharfsinnige Schriftstellerporträts über sieben Genies des zwanzigsten Jahrhunderts. Sieben auf einen Streich: Wer sind die Wegbereiter der modernen deutschen Literatur? Marcel Reich-Ranicki schreibt in seinen Essays über sieben große Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts und deren Werke, die ihn schon in seiner Schulzeit im Berlin der dreißiger Jahre interessiert, irritiert und fasziniert haben: Thomas Mann, Kafka und Brecht und ihre Bedeutung für Epik, Lyrik und Dramatik; die Romanciers Döblin und Musil, den Erotiker Schnitzler und den Feuilletonisten Tucholsky. Reich-Ranicki zeigt in seinen Porträts, daß jene, denen wir Verse und Prosa von höchster Qualität verdanken, allesamt auch schwache Menschen waren, leidend und einsam, gequält von Ehrgeiz und Eitelkeit. Er zeigt ihre Lächerlichkeit, ihre Originalität, doch vor allem zeigt er ihre Größe und Erhabenheit.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Informativ, brillant geschrieben, spannend 5 von 5 Punkten Marcel Reich-Ranicki schreibt über sieben Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts, die neue Wege gesucht und gefunden haben: Arthur Schnitzler, Thomas Mann, Alfred Döblin, Robert Musil, Franz Kafka, Kurt Tucholsky und Bertolt Brecht. Es handelt sich um Aufsätze, Vorträge und Essays, die zwischen 1983 und 2001/2002 entstanden sind. Sie sind hinreißend gut geschrieben, und es ist ein Vergnügen, dem Autor auf seinen Gedankenwegen zu folgen, selbst wenn man mit seiner Beurteilung des jeweiligen Schriftstellers (er ist ein ausgesprochener "Thomas-Mann-Fan") nicht immer übereinstimmt. Wenn man z. B. jedoch bisher, wie ich, eine Abneigung gegen Musils "Mann ohne Eigenschaften" hatte und die Schuld dafür bei sich selbst gesucht hat, etwa daß man sich für nicht genügend gebildet oder zu ungeduldig oder zu oberflächlich hielt, so ist man nach der Lektüre des jüngsten Essays des Bandes glänzend rehabilitiert. Ich habe das Buch in zwei Anläufen durchgelesen!
Weitere Lesermeinungen |
Fluchtgeschwindigkeit Paul Virilio Taschenbuch, Januar 1999 Verkaufsrang: 194373 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Paul Virilio ist der Analytiker der Geschwindigkeit und technischen Beschleunigung sowie der daraus resultierenden Bedrohung der menschlichen Lebenswelt. Daß seine zivilisationskritischen Analysen von einem moralisch-politischen Impetus getragen sind, ist unverkennbar. Doch hat er ihn nie zuvor so deutlich herausgestellt wie in diesem Essayband, der wesentliche Motive seines Denkens bündelt. Der Tyrannei der Allgegenwart durch neue Formen der Telekommunikation ist für Virilio nur...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Global village für Laien 5 von 5 Punkten Falls das "global village" kein böhmisches Dorf für Sie ist, wird Ihnen Virilios Essay wichtige Marksteine zur besseren Orientierung in der virtuellen Gemeinde setzen.. Was Sie erwartet, ist keine technische Anleitung für den Umgang mit dem Internet, sondern Überlegungen, wie der Einsatz interaktiver Übertragungstechnologien menschliche Erfahrungswelt grundlegend verändert. Der französische Architekt und Stadtplaner Paul Virilo gilt seit vielen Jahren als herausragender Theoretiker der technischen Beschleunigung unseres Lebens. Ausgangspunkt seines Buches ist die These, daß die Weitergabe von Informationen in Echtzeit die Entfernungen auf der Welt zu null schrumpfen lassen würde. Der anspruchsvolle Text gerät zur mitreißenden Lektüre, wenn der Autor seine Gedanken am Alltag mißt und die Wirkung der Echtzeit-Technologien auf Gesellschaft und Politik schildert, auf Wirtschaft, Arbeitswelt und ganz besonders auf die menschlichen Beziehungen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Egon Erwin Kisch-Preis 2004. Schreib das auf! Die besten deutschsprachigen Reportagen
Gebundene Ausgabe, Juni 2004 Verkaufsrang: 51242 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der 26. Egon Erwin Kisch-Preis Seit 1977 wird der Egon Erwin Kisch-Preis jährlich vom stern für die besten deutschsprachigen Reportagen verliehen. In diesem Jahr wurden 458 Reportagen aus 87 verschiedenen Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen eingesandt. Über die Vergabe am 5. Juni 2003 im Rahmen einer Gala entscheiden in diesem Jahr u. a.: Giovanni di Lorenzo (Tagesspiegel), Andreas Petzold (stern), Iris Radisch (Die Zeit), Peter Sartorius (Süddeutsche Zeitung), Cordt Schnibben (Der Spiegel). Die nominierten Beiträge sind in dieser hochwertigen Buchausgabe versammelt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Glanzstücke der Reportagekunst 5 von 5 Punkten Die in diesem Band versammelten Journalisten berichten über so unterschiedliche Dinge wie den Tod einer Sahara-Geisel, die Mechanismen der Macht in der Regierung Schröder, einen traumatisierten Vietnam-Veteranen, der zum Mörder wird, die Seelensnöte eines Mannes, der bei seiner Firma illegal mehrere Millionen "ausborgt", die Genialität von Idiot Savants a la "Rain Man" und die Hoffnung von Medizinern, dass bald jeder diese Fähigkeit besitzt, die Entzauberung Tony Blairs sowie den Mythos Suhrkamp (ein sehr ironischer Artikel, da das Interview, das dafür eigentlich notwendig gewesen wäre, nie gegeben wurde). Mehrere Beiträge widmen sich der Situation in Schwarzafrika (die Lebensbedingungen psychisch Kranker und die von Kindersoldaten) sowie die vom Westen geführten Kriege der letzten Jahre (von der NATO getötete Zivilisten in Jugoslawien oder die groteske "Jessica-Lynch-Show" im Irak). Manchmal hat man den Eindruck, dass schon das gewählte Thema für Aufsehen sorgen dürfte, etwa wenn Manfred Karremann undercover in die Pädophilen-Szene eintaucht und Geisteshaltungen auftut, die noch erschreckender sind, als man sie sich ohnehin schon vorstellt. Aber wie schreibt man eine pfiffige Reportage über ein abstrakteres Thema wie das Dosenpfand? Matthias Geyer und Alexander Smoltczyk gelingt es mit vielen pointierten Sätzen: "Als in der Uno über Krieg und Frieden gestritten wurde, stritt Deutschland über das Dosenpfand. ... In Dänemark hat es wenige Monate gedauert, (es) einzuführen. In Deutschland wird seit zwölf Jahren diskutiert und dekretiert, geblufft, gepokert und gelogen. ... Wenn in Deutschland die Silben `Öko' vor etwas gesetzt werden, dann ist es nicht mehr zu hinterfragen." Der Deutsche sei eben obrigkeitshörig. Bemerkenswert fand ich Dirk Kurbjuweits Artikel über die "Weltmacht Nike", die von denen einen als das coole Amerika gesehen wird und von anderen als Imperium des Bösen, in dessen Zuliefererfirmen die Arbeiter 16-Stunden-Schichten fahren müssen, mit Amphetaminen auf den Beinen gehalten werden und für jedes Gähnen ein Strafgeld zahlen müssen. Erschütternd ist Annette Ramelsbergers Bericht über die bestialische Ermordung eines Jugendlichen in einem ostdeutschen Dorf, die dort niemanden großartig zu interessieren scheint: "Hört man den Zeugen im Gericht von Neuruppin zu, erscheint es, als wenn viele dieser Menschen nicht einmal wüssten, was gut ist und was böse." Höchst irritierend sind auch die von Cristoph Reuter gesammelten Forderungen israelischer Siedler in Hebron, dreieinhalb Millionen Araber umzubringen, denn diese seien "keine Tiere, aber auch keine Menschen, sondern sowas dazwischen". Vermutlich habe Hitler alle Juden umbringen wollen, weil er erkannt habe, welches die wirklich überlegene Rasse sei. Am meisten erschüttert hat mich aber eine Reportage, die ohne jedes Blutvergießen auskommt: Sabine Rückerts "Zeit"-Artikel "Der Verdacht". Darin geht es um eine Familie, der das Jugendamt auf das Gefasel einer Nachbarin hin die achtjährige Tochter wegnimmt und über Jahre hinweg dafür sorgt, dass ein Kontakt zwischen den Eltern und ihrem Kind unmöglich bleibt. Als der Verdacht zwei Jahre später in sich zerfällt, will das inzwischen unter Ess-Brech-Attacken und schwerer Neurodermitis leidende Mädchen nicht mehr heim. Die Experten seien sich einig: Was den Betroffenen widerfahren sei, "hätte jeder Familie passieren können. Jeder." Der "Egon-Erwin-Kisch-Preis 2004": keine leicht verdauliche Kost, aber ein höchst empfehlenswertes Buch. - Arne Hoffmann - |
"Happy Aua"-Tour 2008: Live-Lesung
Audio CD, März 2008 Verkaufsrang: 11042 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
| |
|

|