|
| Reportagen aus aller Welt | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Was mir wichtig war: Letzte Aufzeichnungen und Gespräche Marion Gräfin Dönhoff Taschenbuch, September 2003 Verkaufsrang: 183793 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Knapp, zugespitzt, lesenswert: Noch einmal Deutschland und Europa im 20. Jahrhundert, eine Tour d'Horizon mit der bedeutendsten deutschen Journalistin, wenige Wochen vor ihrem Tod. So etwas wie ein Vermächtnis und ein gutes Geschenk für alle, denen diese Republik am Herzen liegt. Haug von Kuenheim und Theo Sommer sind in diesen letzten Gesprächen im Winter 2001/2002 keine devoten Stichwortgeber. Sie fragen nach, schlagen Formulierungen vor, spinnen Gedanken weiter, lassen sich von der alten Dame korrigieren: ein wirklicher Austausch. Wer vielleicht -- wie der Rezensent -- das Buch mit einem leichten Seufzen aufgeschlagen hat, findet sich überrascht in ein lebendiges Gespräch gezogen, als hätte er im Hamburger Haus der Gräfin mit vor dem Kamin gesessen. Dabei handelt es sich hier keineswegs um Plaudereien. Durchweg wird Substanzielles verhandelt. Es geht um Grundprinzipien demokratischer Gesellschaften, auch um Ethik und Moral, um Wirtschaft, um die Weltordnung in Zeiten der Globalisierung und immer wieder um Geschichte: Preußen, Hitler, das Verhältnis von Polen und Deutschen. Beigegeben sind Texte, die wichtig waren in der publizistischen Landschaft während der vergangenen 50 Jahre und die interessant zu lesen bleiben werden. Verzichten wollen hätte ich höchstens auf die eine oder andere Rede, und ein wenig mehr zur Innenpolitik der Bundesrepublik hätte ich mir vielleicht auch gewünscht. Fazit: Ein nobler, ein guter Abschied. ---Michael Winteroll
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Ein Werte-Brevier... 5 von 5 Punkten Dieser von den beiden ihr nahe stehenden Zeit-Redakteuren Theo Sommer und Haug von Kuenheim posthum herausgegebene Band vereint neben einigen Interviews mit der bereits krebskranken 92-Jährigen Ansprachen in Mikolaijki vor Schülern der ihren Namen tragenden Schule in Polen, dazu auch Reden anlässlich von zahllosen Preisverleihungen für ihr Engagement zu mehr Toleranz und Völkerverständigung. Es folgen vier kurze noch unveröffentlicht gebliebene Manuskripte zur preußischen Dimension Europas, den deutsch-russischen Beziehungen, zur Charakterisierung der Deutschen und zum Ethos des Widerstands. Schließlich sind noch einige wichtige Zeit-Aufsätze beigefügt, z.B. ihr legendärer „Ritt gen Westen“ oder Artikel zum 20. Juli 1944 wie auch zum Arbeiteraufstand der DDR vom 17. Juni 1953. Haug von Kuenheim beschließt den lesenswerten Band mit einem kurzen Porträt der herausragenden Journalistin. Sehr lesenswert insbesondere für junge Leute in einer vom Werteverfall bedrohten, nur dem Geschäft und dem Genuss lebenden Gesellschaft. (26.12.05)
Weitere Lesermeinungen |
Lob des Sports Hans Ulrich Gumbrecht Gebundene Ausgabe, Februar 2005 Verkaufsrang: 129419 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Worin besteht die Faszination des Sports? Ist es die extreme körperliche Leistung, der spannende Wettbewerb oder gar die Sehnsucht nach Schönheit und Vollendung, die uns zu Bewunderern von Sportlern wie Jesse Owens und Pele macht? - Hans Ulrich Gumbrecht untersucht ein markantes Phänomen unserer Tage und beschreibt Augenblicke eigener Faszination: "Dieses Buch habe ich geschrieben, um meine berufliche Welt, die Welt der Gedanken und ihrer Geschichte, jener Welt näherzubringen, die mich außerhalb meines Berufs am stärksten fasziniert, der Welt des Sports und der Stadien. Dabei wollte ich es vermeiden, aus jener Perspektive zu schreiben, die seit langem für westliche Intellektuelle die typische - vielleicht die einzige - Perspektive des Schreibens und des Denkens geworden ist. Statt 'kritisch' oder gar 'herablassend' zu schreiben, ging es darum, in der Analyse des Sports und seiner Faszination auch meine Dankbarkeit spüren zu lassen, für all die Momente der Intensität und des ästhetisch en Genusses, den mir die Stunden im Stadion und die großen Sportler gegeben haben."
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein brilliantes Lob des Sports 5 von 5 Punkten Warum ist es für so viele Menschen faszinierend, Sportlern zuzuschauen, weit über die Frage hinaus, wer gewinnt oder einen neuen Rekord aufstellt? Und sollte man Sportlern für diese Faszinationskraft, für diese Momente der Begeisterung Lob aussprechen und dankbar sein?
Das Buch von Hans Ulrich Gumbrecht (Komparatistik-Professor in Stanford) geht dieser Frage im Rahmen eines philosophischen Essays nach, der ein klares analytisches Instrumentarium mit packenden Beschreibungen faszinierender Sportereignisse verbindet. Und damit ist dieser Text ein seltener Glücksfall, ist es doch einmal ein sprachlich und intellektuell exzellenter Autor, der hier das Thema Sport behandelt. Dabei entstehen Einsichten und Reflexionen über Sport, Sportlerkarrieren und vor allem die Rolle des Zuschauers, die originell und überzeugend sind und das Buch zur absoluten Pflichtlektüre für jeden Sportjournalisten machen.
Schon die Frage, warum ein solcher Text so selten ist, wird von Gumbrecht selbst aufgegriffen und mit dem Antagonismus von Präsenzkultur und Subjektkultur beantwortet, mit der er erklärt, dass der Sport im Zuge seines unmittelbaren Geschehens reine Präsenz ist, was seine Anziehungskraft ausmacht, und erklärt, warum es in diesem Bezugssystem keine Bedeutung" geben kann. Wie Sartre verwendet er den Begriff der Epiphanie".
Einen erheblichen Teil des Buches widmet der Autor der Sportgeschichte, wie etwa der Entstehung der modernen olympischen Bewegung oder den Spielen von 1936. Immer wieder wendet er auf diese Beispiele sein Instrumentarium der Faszinationstypen an, die er am Anfang definiert hat. Dadurch, dass diese analytischen Instrumente tatsächlich Einsichten ermöglichen, ist die Untersuchung keineswegs so trocken akademisch wie man annehmen könnte. Von Coubertins Spielen 1896 bis Lance Armstrongs siebtem Tour-Sieg werden Sportereignisse auf ihre Faszinationskraft untersucht.
Das Buch endet mit Lob und Dank des begeisterten Sport-Zuschauers Gumbrecht, der dieses Gefühl emblematisch in seiner Schwärmerei selbst für leere Stadien fasst, in denen einmalige Sportereignisse stattgefunden haben. Einziger kleiner Wermutstropfen: Da Gumbrecht, wie er zugibt, selbst keine Sportart betreibt, kommt er nie auf die Faszination zu sprechen, die Amateure fühlen, wenn sie Profis in ihren Sportarten zusehen - es wäre ein Aspekt, der noch ein weiteres Kapitel verdient hätte.
|
Urlaubsreif: 43 tolle Reisen Dietmar Bittrich Broschiert, Mai 2008 Verkaufsrang: 215293 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dietmar Bittrich, ausgezeichnet mit dem Hamburger Satirikerpreis, hat auf Reisen alles und das Gegenteil von allem erlebt. In 43 vergnüglichen Urlaubsgeschichten schreibt er darüber mit einer Prise Bosheit und erfrischendem Witz. Er zeigt, wie man auf Reisen geht und trotzdem glücklich wird Passt garantiert noch ins Handgepäck! Denn Leselust schlägt Ferienfrust!
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Superlustig 5 von 5 Punkten Ich habe dieses Buch im Urlaub gelesen und herzlichst geschmunzelt, genau .. SOOO ...haben wir es alle schon erlebt .Echt Klasse !!! Fürs Urlaubsgepäck auf jeden Fall das Richtige :O) !
ein Buch ,das die Zeit bis zum nächsten Sommerurlaub überbrückt ... 4 von 5 Punkten Wie immer im November, wenn es draußen ungemütlich wird und alles grau in grau erscheint, träume ich vom nächsten Urlaub, den ich in Gedanken schon plane...
Da fiel mir in meiner Lieblingsbuchhandlung Dietmar Bittrichs Buch "Urlaubsreif" in die behandschuhten Hände und ich griff zu.
Bittrichs Berichte furchtbarer Urlaubserlebnisse helfen gekonnt gegen jegliches Fernweh. Die Ferienwohnung ist extrem preiswert eingerichtet, das Hotel liegt in direkter Autobahnnähe, ungezogene Kinder samt überforderten Eltern mit laisssez-faire-Stil, verlorene Kreditkarten im Ausland, niedliche Tierchen im Hotel - nichts gibt es, was der Autor vom Gummibärchen-Orakel nicht erlebt und urkomisch festgehalten hätte.
Wer will da noch weg?
Viel Spaß bei der Lektüre für Fernwehgeplagte und Urlaubspechvögel!
|
Umbauland: Zehn deutsche Visionen Ingo Niermann Broschiert, Oktober 2006 Verkaufsrang: 64419 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs tat man in der Bundesrepublik alles, um einen nationalen Sonderweg zu vermeiden. Selbst wenn ein neuer Patriotismus gefordert wurde, geschah das in der Absicht, Deutschland als westliche Demokratie endlich restlos zu normalisieren. Doch damit sich Deutschland gegen die wachsende internationale Konkurrenz behaupten kann, braucht es Standortvorteile, die einmalig und möglichst schwer nachzuahmen sind. So zwingt gerade die Globalisierung zur Suche nach spezifisch deutschen Visionen. In seinem Buch Umbauland formuliert Ingo Niermann zehn provozierend einfache Vorhaben, wie es mit Deutschland doch noch klappen kann, unter anderem eine neue Grammatik, eine Bodenreform, eine neue Partei und das größte Bauwerk der Welt. Ingo Niermann verbrachte das letzte Jahr in Mexiko, Polen und China und lebt zur Zeit in Berlin.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Visionen können auch jede Menge Humor vertragen! 5 von 5 Punkten Am Anfang habe ich mich wirklich gefragt, ob Niermann uns vielleicht diesmal doch ein klein bisschen veralbern will, allzu leichtfüssig kamen mir seine, im Falle ihrer Realisierung, doch recht folgenreichen Vorschläge für eine Konsolidierung Deutschlands vor. Aber umso mehr ich drüber nachdachte, entdeckte ich etwas ganz Einzigartiges: Ingo Niermann hat sich ganz konsequent nicht nur von alten Ideen losgesagt, er hat auch dieses seit Jahrzehnten so schwermütig und nervig aufwartende, alte lalala -Politikergeschwätz gänzlich ignoriert! Warum können Verbesserungsvorschläge nicht auch mal leicht und beschwingt auffahren? Lest Ingo Niermann, er hat was zu sagen und überweisst den Politclowns in Berlin mal eben 7 Euro, denn viel mehr kostet Umbauland nicht.
Ein neues Deutschland... 5 von 5 Punkten Ich will hiermit einen Aufruf starten: Kauft dieses Buch!
Ingo Niermann ist ein Autor von Weltklasse!
Allerdings muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich ihn bis vor ein paar Tagen noch nicht gekannt habe. Ich war in der Stadt unterwegs und hab beim Buchhaendler meines Vertrauens nach einem guten Buch gesucht, um frischen Wind in den Kopf zu bekommen. Gelangweilt stand ich da vor den Regalen, habe zuerst noch bei Kaminer und Kehlmann reingelesen und wäre fast eingenickt. Aber dann: was ist das denn? So ein schmales leuchtend rotes Buechlein. Großartig!!
Seit dem Tag zwinge ich alle meine Bekannten, dieses Buch zu lesen...
Zum Inhalt: Es geht um nichts weniger als eine komplette Umgestaltung unseres Landes. Hoechste Zeit fuer dieses Buch, in dem zehn geniale Ideen stehen, wie's geht. Super.
Meine Lieblingsidee ist die mit der Pyramide, die in der Niederlausitz gebaut wird (Kapitel 9), das schafft Millionen Arbeitsplaetze. |
Vergewisserungen.Über Politik, Recht, Schreiben und Glauben Bernhard Schlink Gebundene Ausgabe, September 2005 Verkaufsrang: 184821 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wer an der Entwicklung der Gesellschaft manchmal verzweifeln möchte, dem sei dieses Buch empfohlen: Kompetent und in klarer, schöner Prosa zeigt es, was alles nicht zwangsläufig und unaufhaltsam ist und daß es Werte und Hoffnungen gibt, auf die zu setzen lohnt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ungereimtes kommt hier auf den Prüfstand! 5 von 5 Punkten Bernhard Schlink offenbart sich in diesem Buch als vielseitig interessierter Intellektueller. In seinen Aufsätzen, Essays und Reden, die er hier veröffentlicht hat, setzt er sich mit Begriffsbestimmungen sowie mit ethischen , rechts-, staats- und religionsphilosophischen Fragestellungen auseinander. In diesem Zusammenhang lotet er Doppelbödigkeiten zwischen geistigen Vorstellungen und der Wirklichkeit aus und bringt Ungereimtes auf den Prüfstand. Schließlich enden seine Reflexionen nicht selten im Ergebnis, dass es im Grunde keine entgültigen Antworten auf die vielen ungelösten moralischen Fragen dieser Welt gibt. Themen, die sich mit den Inhalten von Begriffen wie dem der Heimat, Multikulturalität oder Emanzipation der Frau beschäftigen, kommen zur Sprache. Auch befasst sich Schlink mit dem Niedergang des Wertes Vertrauen und dessen Folgen für die Wirtschaft. Dann geht er der Frage nach, weshalb die 68er Generation so ausgebrannt und erschöpft ist und läßt sich zudem über den fortwährenden Sekularisierungsprozess in der Gesellschaft aus.Welche Folgen hat dieser Prozess? Benötigt man die Institution Kirche heute überhaupt noch? Muß nicht vieles neu überdacht werden, sich den veränderten Bedingungen stellen? Wann ist die Menschenwürde überfordert? Wann müssen Begriffe neu definiert werden? Sind Inhaltsveränderungen generell akzeptabel? Sind diesbezügliche Bedenken notwendig? Über all dies macht sich der Autor Gedanken und zeigt, dass er ein wirklich hochintelligenter Schriftsteller ist, der über die Gabe verfügt seine differenzierte Gedankenwelt dem Leser begreifbar zu machen! Seine Texte haben Langzeitwirkung! Empfehlenswert!
Vielseitig, intellektuell, interessant! 5 von 5 Punkten Bernhard Schlink ist einer der wichtigsten deutschen Krimiautoren. Was aber manchmal vergessen wird: Er ist gleichzeitig ein sehr begnadeter und erfolgreicher Akademiker. Der Jura-Professor aus Berlin zeigt sich in der soeben erschienen Sammlung von Essays und Vorträgen als begnadeter Denker, Staatsphilosoph und Zeitkritiker. Als Sohn eines Theologieprofessors kam Schlink im Juni 1944 in Bielefeld auf die Welt. Erste literarische Texte schrieb er mit acht Jahren („Der Brudermord"), mit 13 folgte ein Sonett mit vielen Strophen über seine erste unglückliche Liebe. Bernhard Schlink ist sicherlich einer der zurzeit bedeutendsten deutschen Krimiautoren. Er lebte in Mannheim, Freiburg und New York. Seine Krimis waren allesamt erfolgreich. Der erste, „Selbs Justiz", den er zusammen mit Walter Popp schrieb, wurde später Verfilm. Für „die gordische Schleife" wurde Schlink 1989 den Glauser-Preis verliehen. Mit „der Vorleser" ist Schlink auf seinem bisherigen literarischen Höhepunkt angelangt. Neben diversen Preisen wurde das Werk in 35 Sprachen übersetzt und war das erste deutsche Buch, das auf Platz 1 der Bestsellerliste der New York Times stand. Was vielen Lesern von Schlink neben dem literarischen Ruhm nicht bewusst ist: Schlink ist nicht nur ein ausgezeichneter Buchautor, sondern ein ebenso begabter, geschätzter und talentierter Akademiker. Ein bedeutender Jurist Schlink studierte in Heidelberg Jura, war als Wissenschaftlicher Assistent in Darmstadt, Bielefeld und Freiburg tätig. Nach seiner Promotion zum Verfassungsrecht habilitierte er 1981 zum Thema Gewaltenteilung. Anschliessend war Schlink Jura-Professor in Bonn, Frankfurt am Main und seit 1992 in Berlin. Seine Forschungs-Schwerpunkte in der Tätigkeit als Rechtsphilosoph und Staatsrechtler sind die Grundrechte, Rechtsgeschichte und das Thema Gerechtigkeit. Schlink ist auch Richter am Verfassungsgerichtshof und vertrat kürzlich die Bundesregierung bei den Klagen gegen die vorzeitige Auflösung des Bundestages. Vielseitiges Werk Diese Vielseitigkeit von Bernhard Schlink liegt nun in schön aufbereiteter Form im Diogenes Verlag vor. Mit seinen „Vergewisserungen" schreibt Schlink über Recht, Politik, Schreiben und Glauben. Das Werk ist eine Sammlung von Essays und Vorträgen. Von philosophischen Texten wie „Der Preis der Gerechtigkeit", über aktuelle Themen wie „Frauen und Macht" schreibt Schlink auch immer wieder über die Geschichte, wie beispielsweise im Text „Rousseau in Amerika". Schlink vereint das Intellektuelle in seinen Texten mit einer fliessenden Prosa und begründet jedes seiner Argumente sorgfältig. Das Werk ist vielfältig wie Schlinks Biographie und bietet etwas für jeden von uns: Für den Juristen, den Philosophen, den Historiker, den Denker, den Politiker und alle, die am Zeitgeschehen interessiert sind. |
Alles über Paris: Von Tempeln, Türmen und Fassaden. Von Künstlern, Kellern und Kaschemmen. Von Boulevards und Gassen, Plätzen und Parks. Von Spaziergängen ... In Geschichten, Gedichten und Berichten Ulrich Wickert Broschiert, März 2006 Verkaufsrang: 130158 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ulrich Wickert, langjähriger ARD-Korrespondent in der Seine-Metropole, erzählt in diesem opulent und liebevoll gestalteten Band von seinem Paris: In Aufsätzen, Reportagen sowie unterhaltsamen Anekdoten und Randbemerkungen lässt er die "Stadt aller Städte" lebendig werden. Leichtfüßig und mit dem sprichwörtlich französischen Charme führt er seine Leser durch die Boulevards und Gassen zu den schönsten Orten der Stadt, die seit jeher Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle aus der ganzen Welt magisch anzieht. Ein einzigartiges Buch über eine einzigartige Stadt und ein Muss für alle Frankreichfans!
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Ein einzigartiges Buch über eine einzigartige Stadt 5 von 5 Punkten Ulrich Wickert erzählt in diesem bibliophil gestalteten Prachtband von seinem Paris. Dabei lässt er Paris lebendig werden mit seinen atemberaubenden Perspektiven, seinen Fassaden, Boulevards und Plätzen, mit all seinen Gerüchen und Stimmen, mit seinen Farben und Stimmungen. Er berichtet von Katzen und Fabelwesen, von begehbaren Denkmälern und nach außen gekehrten Musentempeln, von Manet und Monet, von Hittorf, Offenbach und Heine, von Opern, Musettewalzern und Marokkanischen Fantasien, von Brücken, Türmen und Gärten - und nicht zuletzt von jenem Traum, Metropole zu sein, den zu träumen Paris die Menschen aus aller Welt seit Jahrhunderten angeregt hat.
Weitere Lesermeinungen |
Zeiten des Lebens: Von der Lust sich zu wandeln Christiane Singer Taschenbuch, September 2002 Verkaufsrang: 91751 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Jedes Lebensalter mit seinem unverwechselbaren Gesicht wieder zum Leuchten zu bringen, dieses Anliegen ist Christiane Singer in ihrem Essay meisterhaft gelungen: In einer Sprache, die das Wesentliche in den Blick rückt, ohne je der Poesie, der Zärtlichkeit zu entbehren. Ein literarisches Kleinod, das nun auch dem deutschsprachigen Lesepublikum zugänglich ist. ¨¨Zeiten des Lebens¨, das sind die ¨Vier Jahreszeiten¨ von Vivaldi in literarischer Form. Jedes Wort ist Gedanke und Musik zugleich.¨ Le Parisien Libr
Jedes Lebensalter mit seinem unverwechselbaren Gesicht wieder zum Leuchten zu bringen, dieses Anliegen ist Christiane Singer in ihrem Essay meisterhaft gelungen: In einer Sprache, die das Wesentliche in den Blick rückt, ohne je der Poesie, der Zärtlichkeit zu entbehren. Ein literarisches Kleinod, das nun auch dem deutschsprachigen Lesepublikum zugänglich ist. Zeiten des Lebens, das sind die Vier Jahreszeiten von Vivaldi in literarischer Form. Jedes...
|
Was die wilden Wellen sagen: Der Seeweg durch den "Ulysses" Katharina Hagena Gebundene Ausgabe, März 2006 Verkaufsrang: 219993 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden «Ich würde gern mal was Kleines übers Meer schreiben», hat James Joyce gegen Ende seines Lebens einmal gesagt. Längst hatte er zu diesem Zeitpunkt mit dem Ulysses nicht nur den wichtigsten Roman des zwanzigsten Jahrhunderts vorgelegt, sondern auch ein Buch, das sich bei genauerem Hinsehen von der ersten bis zur letzten Seite als meerdurchrauscht und sturmumtost entpuppt. Im Ulysses erzählt Joyce einen Tag im Leben des Annoncenverkäufers Leopold Bloom, der sich auf eine Irrfahrt durch die Straßen und Kneipen Dublins begibt. Während das Wasser dabei auf der ersten Seite lediglich in einer Rasierschüssel schwappt, brandet schon bald Brecher um Brecher an, taumeln hungerschwere Möwen durch den Himmel, tanzen Sirenen in Seidenstrümpfen, spinnen Vollmatrosen Seemannsgarn, steigen, wirbeln, toben Sintfluten, Maelströme, Wasserhosen; kurz: Joyce zelebriert «die skrotumzusammenziehende See» und zwar mit allem, was dazugehört. Joyce-Expertin Katharina Hagena, die sich ganz der Ergründung des schier unergründlichen Ulysses verschrieben hat, eröffnet mit dem Seeweg eine ebenso abenteuerliche wie höchst vergnügliche Reiseroute durch das gewaltige Jahrhundertwerk und erfüllt Joyce en passant einen sehnlichen Wunsch: «Dass endlich mal jemand sagt, dass das Buch verdammt lustig ist.»
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Vorurteile bestätigt? 5 von 5 Punkten Vorurteile bestätigt?
Ist es nicht verwunderlich, dass sich gerade in der Literaturwissenschaft scheinbar längst überwundene Vorurteile bestätigen zu scheinen? Betrachtet man einmal den Umgang von Teilen der deutschsprachigen Wissenschaftler mit so großen deutschsprachigen Literaten wie Thomas Mann, Robert Musil oder Arno Schmidt, kann man schon fast von einem bierernst geführten Glaubenskrieg sprechen.
Ganz anders der Umgang der Franzosen mit einem ihrer größten Literaten: Marcel Proust. Hier hat man das Gefühl, einem Literaturzirkel in der Hochzeit der bourgeoisen Dekadenz beizuwohnen, wo mittels Gestik und Mimik, nicht allzu ernst gemeinte, Scheingefechte geführt werden, die beim anschießenden Festbankett, gutem Essen und erlesenem Wein, mit einem Augenzwinkern beigelegt werden, weil man sich im Grunde genommen ja einig ist - Viva la Proust.
Wieder ganz anders der Umgang der Iren mit James Joyce, die den Nachnamen des berühmten Autoren wörtlich nehmen und viel Spaß (englisch = Joy) beim Feiern des Dubliners haben. Dieser Spaß erreicht jedes Jahr am 16. Juni, Bloomsday" genannt, seinen Höhepunkt. Dem Tag, an dem die Odyssee des Anzeigenverkäufers Bloom spielt, die Joyce im Ulysses erzählt.
An diesem Tag steht ganz Dublin Kopf und quer hinweg durch alle Bevölkerungsschichten sind so verrückte Dinge wie das Baden am Forty Foot, das Verzehren eines Gorgonzola-Käsebrot und eines Glases Burgunder bei Davy Byrne}s (dieses deliziöse Mahl steht nur an diesem Tag auf der Speisekarte) oder der Kauf von Zitronenseife selbstverständlich. Der Ausklang des Feiertages erfolgt in den zahlreichen Pubs, wo jeder an, speziell für diesen Tag, aufgebauten Kathedern nach Gusto dem Kneipenpublikum seine Lieblingspassage aus dem Ulysses vorliest, dort angerissene Gedichte vorträgt oder 100 Jahre alte Gassenhauer mit mehr oder weniger gesanglichen Qualitäten vorträgt. Diese schon teils Kleinkunstbeiträgen ähnelnden Auftritte werden mit vielen Trinksprüchen, Gelächter, Gejohle und Beifall quittiert.
Mentalitätsbedingt ist es vielleicht schwer vorstellbar, dass ein deutscher Literaturwissenschaftler an diesem Treiben Vergnügen findet; ja genau so witzig wie kenntnis- und pointenreich, sprachspielernd und, was besonders wichtig ist, allgemeinverständlich und begeisternd, ein Buch zum Ulysses zu schreiben, welches, zumindest ein bisschen, dem Flair eines 16. Juni in Dublin nahe kommt. Und doch...
... gibt es Licht am Ende des Tunnels und dieses hat sogar Gesicht und Namen: Katharina Hagena, die sich als freie Autorin in Hamburg niedergelassen hat, nach dem sie u. a. einige Zeit als Lektorin am Dubliner Trinity College tätig war.
Anregende Wortklaubereien
In ihrem jetzt im Mare Verlag erschienenen Buch Was die wilden Wellen sagen" nimmt sie sich nach intensiver und 10 Jahre dauernden Recherche eines bisher fast völlig vernachlässigten Teilbereiches des Ulysses an. Der Titel ist eine wunderschön poetische und sprachrhythmisch ansprechende Alliteration, die aber nur unzureichend den Inhalt des Buches wiedergibt. Denn zum großen Vergnügen des Lesers weitet sie ihre Betrachtungen auf alles aus, was man großzügiger Weise als Flüssigkeiten" betrachten kann. So erfahren wir, welches Getränk am häufigsten im Ulysses getrunken wird und dies ist, zum allgemeinen Staunen, nicht der den Iren nachgesagte Whiskey sondern - der schnöde Tee. Diese und viele weitere kleine Informationen tauchen im Text auf wie Schokostreusel im Stracciatella-Eis und erfüllen die gleiche Funktion - wenn man sie langsam am Gaumen schmelzen lässt potenzieren sie den Genuss ungemein.
Doch lassen sie uns aus Italien nach Irland und den oben erwähnten Getränken zurückkehren. Die oben genannte Passage spielt in Kapitel 11. Stellen wir uns doch gedanklich mit an die Theke und lauschen dem Wortwechsel zwischen Lenehan und Boylan. Diese besprechen, mit welchem Getränk der Abend eingeläutet werden soll. Die Autorin übersetzt uns flüsternd dieses Gespräch und weist uns gleich auf mögliche Übersetzungsfehler hin. Beispielsweise wird der Begriff Potions" gelegentlich mit Getränk" übersetzt. Doch die originäre Bedeutung ist Zaubertränke, magische Gebräue oder Aphrodisiaka." Frau Hagena setzt nun die folgenden Handlungen und Gespräche in Beziehung zu den vorgenannten Übersetzungsmöglichkeiten. Dies wiederum führt zu neuen und völlig überraschenden intertextuellen Bezügen, die von der Autorin klug, ausführlich und verständlich erläutert und begründet werden. Dabei ist es völlig unerheblich, ob man der englischen Sprache mächtig ist, um die Überlegungen nachvollziehen zu können, denn es erfolgt keine oberlehrerhafte Unterweisung, sondern man merkt in jedem Satz die Begeisterung der Autorin für das Subjekt der Betrachtung. Und sie hat die Gabe, sowohl diese Begeisterung zu vermitteln und auf den Leser zu übertragen als auch das Bemühen nicht aus den Augen zu verlieren, jedem aufgeschlossenen Leser einen verständlichen Zugang zu einem der komplexesten Werke der Weltliteratur zu ermöglichen.
Doch sind diese Ausflüge in die Bedeutung der richtigen" Übersetzung nicht alles, was dem Leser auf 178 Seiten geboten wird.
Vielseitiges und offenes Konzept
Dankenswerterweise übernimmt die Autorin den Part, Vergleiche zu dem Werk und Denken Homers sowie Unterschiede und/oder Gemseinsamkeiten zwischen Odysseus, Bloom oder vorzunehmen und auf Parallelen und/oder Abweichungen der Texte hinzuweisen. In der gleichen Weise, hier mehr einem Dirigenten als einem Schriftsteller ähnelnd, macht sie an Beispielen deutlich, wie man auf Grund des Sprachrhythmus Anklänge an den Rhythmus des Meeres mit seinen Gezeiten, der Melodie seines Wellenganges und Dünung, Sturm und Flaute, Strömungen und kreisenden Mahlströmen seinen Niederschlag im Ulysses findet. Hier erfolgt auch der explizite Rat an den Leser Den Ulysses unbedingt laut lesen", denn dann werden aus den Buchstabenkombinationen Partituren mit unglaublich differenzierten Klangwelten.
Als letzten, und doch nicht unerheblichen Vorzug dieses Buches gegenüber Genrekollegen muss erwähnt werden, dass es sich auf Grund des offenen Konzeptes vorzüglich auf verschiedene Leseweisen erschließen lässt, je nach Typus des Lesers. Da gibt's diejenigen, die ein Buch systematisch von vorne nach hinten durchlesen; diejenigen, die mit dem Schluss anfangen, weil sie die Spannung, das Ende nicht zu kennen, nicht mehr aushalten. Genauso den Querleser, der bei bestimmten Schlüsselwörtern innehält, um seine Lektüre zu vertiefen wie auch den flüchtigen Leser, der ein Buch ohne bestimmte Intension aufschlägt und an Hand des Inhaltsverzeichnisses entscheidet, was für ihn von Interesse ist oder welche Passagen eher nicht. Jede dieser Gruppen wird zu seiner Überraschung entdecken, dass es einfach Spaß macht, dieses Buch auf individuelle Weise zu erschließen. Und letztendlich spielt es keine Rolle, wie man Zugang zu diesem Buch erlangt, denn es wird keinem der genannten Lesertypen gelingen, dass Buch wieder ins Regal zu stellen, ohne es doch ganz gelesen zu haben.
|
Ein Leben ist nicht genug: Tagebuchaufzeichnungen und Briefe Maxie Wander Broschiert, 24. Oktober 2007 Verkaufsrang: 178305 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Ein Leben reicht nicht aus, alle guten Bücher zu lesen, alle Menschen kennenzulernen, alle Länder, die ich sehen möchte." Maxie Wanders Aufzeichnungen aus den Jahren 1964 bis 1968 beeindrucken: Ob sie gemeinsam mit ihrem Mann durch die französische Metropole streift, in billigen Hotels wohnt und das "berühmte Pariser Licht" entdeckt oder sich mit den alltäglichen Aufgaben zu Hause, mit den Kindern, den vielen Freunden, der eigenen Arbeit befaßt - ihr Thema ist die "Suche nach einer neuen Art zu leben, anders zu leben, aufrichtig und schöpferisch zu leben", wie es im Vorwort von Fred Wander heißt. Maxie Wanders Briefe und Tagebuchnotizen zeichnen das Bild einer klugen, neugierigen, impulsiven Frau, die das Leben mit Leidenschaft betrieb.
|
Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien Peter Handke Taschenbuch, Februar 1996 Verkaufsrang: 10907 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Schon lange, nun fast vier Jahre lang, seit dem Ende des Krieges in Ostslawonien, der Zerstörung von Vukovar, seit dem Ausbruch des Krieges in Bosnien-Herzegowina, hatte ich vorgehabt, nach Serbien zu fahren." Mit dieser Feststellung beginnt Handkes Erzählung einer Reise nach Serbien, während derer er sich durch eigenen Augenschein ein Bild von Land, Landschaft und Leuten in Serbien machen wollte. Im Fortgang des Berichts zeigt sich, daß dieses Vorhaben alles andere als ein...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Wider die deutsche Voreingenommenheit 5 von 5 Punkten Was andere als Belanglosigkeit oder als einseitige Stellungnahme für "die Serben" verdammen, ist endlich einmal eine vorsichtige, einfühlsame Herangehensweise an eine explosive Landschaft, mit Absicht ohne die gewöhnliche Schlacht der Fakten. Eher Überlegungen zur allgemeinen Repräsentation "der Serben" in den Medien, das Gefühl, eine Reise nach Serbien machen zu wollen, weil Serbien schlicht nicht auf unserer Landkarte steht. Und lange abwesend gebliebene Fragen: was ist "Großserbien", oder "Großkroatien"? Wie reden die Leute über Milosevic, den Krieg? Wer Antworten erwartet, die tagtäglich aus unseren Tageszeitungen auf uns niederprasseln, wird eines anderen belehrt werden, denn in erster Linie stellt Peter Handke Fragen, dringend nötige Fragen zu einem europäischen Phänomen, das die Aburteilung eines gesamten "Volkes", die Schuldzuweisungen und die propagandistische, einseitige Kriegsberichterstattung gegen "die Serben", aber auch unsere westliche Arroganz und Überlegenheitsdenken betrifft. Handke zeigt, daß man nicht "Experte" sein muß, um einen wichtigen Beitrag zu einem kriegsgeschüttelten Land und Thema zu leisten. Vielleicht sollte man sogar gerade nicht "Experte" sein, sondern eher ein Frager, Zweifler, Denker, jemand, der in einer Zeit gegen den Strom zu schwimmen wagt, als es im entferntesten angesagt ist, gegen den Strom zu schwimmen.
Weitere Lesermeinungen |
Die Intrige: Theorie und Praxis der Hinterlist Peter von Matt Gebundene Ausgabe, Februar 2006 Verkaufsrang: 143191 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Intrigen gehören zu unserer Zivilisation, und das schon seit Adam und Eva. Peter von Matt hat sich dieses Phänomens angenommen und führt uns die zahlreichen Facetten der Intrige anhand von wunderbaren Beispielen aus der Weltliteratur vor: das Kuckucksei und das trojanische Pferd, Lady Macbeth und die Marquise de Merteuil, der durchtriebene Fuchs, Mr. Ripley und viele mehr. Es geht um die Täter, ihre Helfer und die Opfer und das Wesen der Intrige. Und dabei erklärt Peter von Matt auch gleich noch das Wesen ihres Hauptakteurs: des Menschen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
wichtiges werk 5 von 5 Punkten Ich hatte das buch "die intrige" aus der bibliothek. ja, es ist auf hohem niveau geschrieben,ich musste mich durchbeissen und dachte manchmal bei mir, ob es wohl so oft gelesen wird, wie es gekauft wird. - doch wurde ich in jedem kapitel aufs neue belohnt und ich bin dankbar, dass es sowas gibt, für uns autodidakten, die sich ohne universität durchs leben und durch die literatur schlagen.
nachdem ich nun mehrere male zurück in die bibliothek im buch nachschlagen ging, kaufe ich das buch, weil es für mich ein unverzichtbares nachschlagewerk ist.
ganz im geheimen denk ich, dass das buch selber eine gewisse intrigenqualität hat *zwinker
Weitere Lesermeinungen |
Notizen eines Weltbürgers Ryszard Kapuscinski Gebundene Ausgabe, Februar 2007 Verkaufsrang: 130690 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Im Tropfen ist die ganze Welt enthalten.« Ryszard Kapuciski Beobachtungen, Episoden, Einfälle, Tagebuchsplitter, Fragmente und Reflexionen des größten Reporters des 20. Jahrhunderts: ein Muss für alle Weltenbürger und jene, die es werden wollen! »Innerhalb kürzester Zeit wurde ich zu einem Süchtigen nach den Erlebnissen, Analysen und Quergedanken dieses polnischen Wunderkopfes. Kapuciski einen Reiseautor oder Auslandsreporter zu nennen ist so idiotisch und banausenhaft, wie eine Stradivari als Fidel zu bezeichnen.« So André Heller über Kapuciski bei der Verleihung des Bruno-Kreisky-Preises. Nach Stanislav Lem ist Kapuciski der meistübersetzte polnische Autor, in Polen wurde er schon in den 50er Jahren zum beliebtesten Reporter gewählt. Salman Rushdie bewundert seine Werke als »atemberaubende Mixtur aus Reportage und Poesie«, während John Updike ihn wegen der »magischen Eleganz seines Stils« preist. Rechtzeitig zu seinem 75. Geburtstag erscheint nun Notizen eines Weltbürgers erstmals auf Deutsch.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein Pole und Weltbürger 4 von 5 Punkten Das Buch Kapuscinskis lesen ist Weisheit zu sich nehmen. Es entfällt zuvor den Arzt oder Apotheker zu fragen. Es ist in einfacher Sprache geschrieben und kann auch in Abschnitten gelesen werden. Danach sollte es nicht für alle Zeiten im Bücherschrank liegen, sondern immer griffbereit zum Nachlesen bereitliegen. Kapuscinski ist in der Tat ein Weltbürger. Klein werden unsere Probleme wenn man sie aus der Entfernung betrachtet. Wie denken die Menschen in Afrika und Asien über uns Europäer oder die reichen Länder der Welt? Was kann bei den krassen Unterschieden reicher und armer Länder geändert werden? Kapuscinski hat die Antworten und Ansichten im Buch zusammengetragen. Er sagt, gute Bücher müssen langsam und nicht schnell gelesen werden. Einzelne Passagen können zum Verweilen und Nachdenken anregen. Erhaben und Weise sind seine Worte. Das tut gut. Es ist ein grosser Verlust, dass er in diesem Jahr verstorben ist. Es bleiben seine Notizen, diese werden ihn überdauern und uns manchmal weiterhelfen, wenn wir es wollen.
Martin Ludwig, Gessertshausen |
Die Kunst des Hungers Paul Auster Taschenbuch, Mai 2000 Verkaufsrang: 77266 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Über Beckett, Kafka, Celan.... 5 von 5 Punkten "Die Kunst des Hungers" war mein erstes Buch von Paul Auster und ich stieß mehr aus Zufall darauf (weil mir der Titel gefiel *g*). Während des Lesens bereute ich meinen Kauf keine Sekunde lang. Nicht nur, dass mir durch Paul Auster manche Bücher verständlicher wurden, von manchen hörte ich auch zum ersten Mal und ich hätte sie mir ohne Auster wohl auch nie gekauft. "Die Kunst des Hungers" erzählt jedoch nicht nur von Büchern, sondern ebenso vom Bücher schreiben und lesen. Kauft es einfach und denkt hinterher darüber nach!
Auster schreibt herausragende Essays!! 5 von 5 Punkten Paul Auster`s Essays und Beschreibungen von Werken anderer Autoren haben mich begeistert. Das Buch ist nicht leicht zu lesen, da es die verschiedenen Werke sehr tiefgehend betrachtet. Seine Abhandlungen (z.B. über Celan) bringen dem Leser diese Werke sehr nahe. Kein einziges Wort ist unnötig. Gibt es ein größeres Kompliment für einen Autoren? |
Venedig. Eine Einladung Herbert Rosendorfer Broschiert, 21. April 2008 Verkaufsrang: 116411 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dringende Einladung: Besuchen Sie Venedig - solange es noch steht! Reiseführer: Herbert Rosendorfer. Noch gibt es Venedig, diese Stadt, die längst zum Traum ihrer eigenen Schönheit und zum Wunder einer »Inszenierung« des Lebens geworden ist. Seine aktualisierte und überarbeitete Einladung, Venedig zu besuchen, versieht Herbert Rosendorfer jedoch mit dem Appell: »Dringend«! Obwohl die chemiedurchsetzten Wasser der Lagune und die Korruption, die die Gelder zur Rettung versickern lässt, ihr arg zusetzen, gibt es sie noch: Venedig, diese Stadt, die sich Stadtgründer auch in ihren kühnsten Visionen nicht hätten vorstellen können. Herbert Rosendorfer nimmt uns mit auf die verschlungenen Wege ihrer Entwicklung und Topographie und führt uns in die Einzigartigkeit ihrer Symbiose aus Natur, Geschichte und Reichtum ein. Er zeigt das Doppelgesicht Venedigs: die Unwirklichkeit dieser Stadt, die ihre Bedeutung schon vor 200 Jahren verloren hat, und die Kunst gewordene Wirklichkeit ihrer Paläste, Kirchen und Museen. »Venedig sehen und sterben«, war das Motto früherer Besucher. Rosendorfers Buch verwandelt es in die Mahnung: »Venedig sehen, bevor es stirbt«.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ich bin beleidigt 2 von 5 Punkten Ob "Venedig ist schon untergegangen" (S. 8; 9. Auflage S. 10) eine Art Motto sein soll, wird zwar nicht so richtig klar. Aber immerhin: Angelesenes (meist mit Hinweis auf die Quelle) - mehr aus der Geschichte Venedigs, als aus der Gegenwart - wird neu erzählt. Dagegen ist ja nichts zu sagen, wenn es lesbar und ehrlich ist.
Jeder Lehrer weis allerdings - und jeder kluge Schüler weis, dass es jeder Lehrer weis, Abgeschriebenes erkennt man an den Fehlern, die mit plagiiert werden: Nun seien wir gerecht: Hinter dem Zusatz zur Mitteilung, dass der Turm von San Marco am 14. Juli 1902 - "Ohne Vorwarnung?" (S. 21; 9. Auflage S. 24) - einstürzte, steht wenigstens ein Fragezeichen. Bezeichnenderweise fehlt hier jeglicher Bezug auf eine Quelle (nebenbei: "Harry's New York Bar", die übringens "Harry's Bar" heißt - HARRY PICKERING war aus Boston, gab es zu dieser Zeit noch nicht). Wo hat also der Autor leichtgläubig abgeschrieben? Als Angeklagter wünschte ich mir wohl solch einen vertrauensseligen Richter, denn ich könnte Beliebiges behaupten und er würde es mir wohl abnehmen. Als Kläger, der ja seine Behauptungen gegen den Beklagten beweisen muß, wäre er wohl ein Alptraum. Aber ist es wirklich nur eine Frage des Standpunktes, was man von dem Richter und Autor hält?
Bei, Peter Cornelius Mayer-Tasch, der im "Diario Veneziano" noch entschiedener behauptet, der Turm sei "ohne die leiseste Vorankündigung" eingestürzt (S. 69), kann Rosendorfer nicht abgekupfert haben, denn dessen Broschüre erschien ja erst 2007. Also stammt der Bock wohl eher von einem jener guide-books, die es zurecht verdienen, verschwiegen zu werden.
Aber für wie dumm kann ein Autor mich als Leser halten, indem er annimmt, ich glaubte ihm, dass der wichtigste Turm von Venedig am belebtesten Platz der Stadt an einem Sonntag Vormittag gegen viertel vor 10 Uhr ohne Vorwarnung einstürzen kann, ohne dass dabei eine größere Anzahl von Menschen zu Schaden kommt? Wie kommt es, dass der - mangels Vorwarnung - anzunehmenden Opfer niemals jemand gedacht hat? Wie kommt es, dass der Autor (oder mindestens sein Lektor) sich diese Fragen nicht vorgelegt haben? Das Mindeste was man erwarten kann, ist doch, dass der Autor mal in der Zeitung der folgenden Tage nachschaut, bevor er solchen Unsinn weiterplappert! Das hat GERHARD TÖTSCHINGER (Nur Venedig ist ein bissl anders. Wien/München 2002) getan und der zitiert auch ausführlich S. 78ff aus der "Gazetta" vom 15. Juli 1902. Der klärt allerdings auch nicht auf, was es mit den Photographien vom einstürzenden Turm auf sich hat, bildet eine davon S. 79 (es gibt eine ganze Serie solcher Fotos) ab und schweigt sich ansonsten darüber aus. ROSENDORFER dagegen schreibt irgendwo ab: "Die Bilder sind eine Fälschung." Na, da will er mich doch wirklich für dumm verkaufen! Dumm genug, dass ich sein Buch gekauft habe! Wenn die Bilder eine Fälschung sind, ist doch höchst interessant, wie z.B. das FOTO-STUDIO ZAGO das gemacht hat. Gab es keine öffentliche Reaktion auf diese Photos? Der Photograph wird doch wohl als guter Christ oder Jude oder überhaupt als anständiger Mensch (die soll es ja sogar unter Atheisten geben) irgendwann nach dem prächtigen Geschäft gebeichtet (ich hoffe, das gibt es auch bei Muslimen; Buddhisten und Hindi haben ja anstelle dessen die Wiedergeburt) haben!
Was ist von einem Autor zu halten, der solchen sich aufdrängenden Fragen nicht nachgeht? Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr geht mein Wohlwollen, mit dem ich dieses Buch zunächst gelesen habe, in Zorn über: Ich bin zutiefst beleidigt, wie wenig der Autor vor mir als Leser hält! Da fallen weitere Fehler (z.B. S. 23, 30, 54, 64, 74, 75, 76; 9. Auflage: S. 26, 34, 59, 70, 81, 83, 84), die nach 8 bzw. 9 Auflagen (2005/2009) immer noch nicht beseitigt sind, gar nicht mehr ins Gewicht!
Man verschone mich mit solchen Autoren!
Ausnahmsweise habe ich, weil die neueste Auflage zeitgleich mit dieser Rezension erschienen ist, die 8. Auflage aus dem Jahr 2005 mit der des Jahres 2008 verglichen. Seltsam ist, daß die Auflage von 2008, bei der nur einige unwesentliche Sätze hinzugefügt worden sind und keinerlei Fehler korrigiert wurden, im Impressum S. 91 als 1. Auflage 2008" bezeichnet wird. Soll hier verschleiert werden, daß diese Broschüre seit 1993 - ich vermute mal - völlig unverändert immer wieder nachgedruckt wird? So was macht man doch nicht, Herr Richter! |
Einschluss: Bericht aus einem Gefängnis Hans-Joachim Neubauer Taschenbuch, September 2003 Verkaufsrang: 185907 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das Gefängnis Tegel ist eine verborgene Stadt mitten in der Hauptstadt der Republik. Hier leben über 1700 Gefangene in einer eigenen, abgeschotteten Welt. Die größte deutsche Haftanstalt ist ein Universum für sich mit Kirche, Krankenstation und Schule, mit eigenen Werkstätten, Schnapsdestillen, mit Kriminalität und Prostitution. Draußen weiß kaum jemand, wie das Leben auf der anderen Seite der Gitter aussieht; das Gefängnis ist ein Ort des Schweigens. Hans-Joachim Neubauer gelingt es, das Gefängnis zum Sprechen zu bringen. Über Jahre hinweg hat er das Vertrauen der Insassen erworben und sich ihre Geschichten über Alltag, Arbeit und Einsamkeit, über Gewalt und Sprachlosigkeit angehört. "Nach vier Jahren sinkt etwas in deinem Kopf wie ein Schiff. Dann ist nur noch Zeit." So beginnt Hans-Joachim Neubauers Bericht aus dem Berliner Gefängnis Tegel, einer verborgenen Stadt mitten in der Hauptstadt der Republik. Hier leben über 1700 Gefangene hinter Gittern, Wachtürmen und stählernen Toren in einer eigenen, abgeschotteten Welt. Die größte deutsche Haftanstalt ist ein Universum für sich mit Kirche, Krankenstation und Schule, mit eigenen Werkstätten, Schnapsdestillen und Sportplätzen, mit Kriminalität, Prostitution, einer eigenen Polizei und sogar mit einem eigenen Gefängnis. Und draußen weiß kaum jemand, wie das Leben auf der anderen Seite der Gitter aussieht. Denn das Gefängnis ist ein Ort des Schweigens. Einschluss erkundet diesen verschwiegenen Kosmos von innen. Hans-Joachim Neubauer gelingt es, das Gefängnis zum Sprechen zu bringen. Über Jahre hinweg hat er das Vertrauen der Verurteilten und Gefangenen erworben, hat ihnen zugehört, wenn sie von ihrem Alltag e rzählen, von Arbeit und Einsamkeit, von Gewalt und Sprachlosigkeit. Sie nehmen ihn und uns mit auf ihre Wege durch das Labyrinth der Vorschriften, durch die komplexe Architektur der Strafe bis hinein in die Zelle, in der jeder allein ist mit seiner Tat, seiner Angst, seiner Schuld. Und sie zeigen, dass nicht der Ort die eigentliche Strafe ist, sondern die Zeit.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Zu wenig Inormationen 3 von 5 Punkten Die Geschichten über die Lebensläufe einiger Insassen sind zu umfangreich. Dadurch kommen konkrete Informationen über den Alltag im Gefängniss leider zu kurz.
Dieses Buch ist ganz nett, aber manchmal verwirrend 3 von 5 Punkten Ich habe das Buch gelesen, da mich die Haftbedingungen und die Atmosphäre in deutschen Gefängnissen interessiert haben. Das Buch ist einerseits sehr fesselnd, andererseits verwirrend, wenn abschnittsweise in der Ich-Form und der Er-Form gesprochen wird. Aber lesenswert! |
Wenn man einen weißen Anzug anhat Max Goldt Taschenbuch, Juni 2003 Verkaufsrang: 14878 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Lange Zeit haben wir geglaubt, der Umzug Max Goldts von Berlin nach Hamburg Ende der 90er-Jahre habe seinen Kolumnen nicht gut getan. Erlebt man, haben wir uns bestürzt gefragt, in Hamburg nichts Skurriles und Bemerkenswertes mehr? Ist Berlin tatsächlich das bessere Pflaster für einen grotesken Alltag? Denn jedes Mal, wenn das Satiremagazin Titanic einen neuen Text Goldts publizierte, legten wir ihn enttäuscht zur Seite und sehnten uns nach kleinen Meisterwerken wie jenen, die in den Sammelbänden Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zwittau (1993) oder Schließ einfach die Augen und stell dir vor, ich wäre Heinz Kluncker (1994) stehen. Nach der ebenfalls fulminanten Blütenlese Der Krapfen auf dem Sims (2001), die teils stark überarbeitete Kolumnen aus Titanic, Der Rabe und jetzt enthielt, ist nun mit Wenn man einen weißen Anzug anhat allerdings ein weiteres, versöhnliches, wenn auch schmales Buch in bester Goldt-Manier erschienen, das an gute alte Zeiten anknüpfen kann, aber auch neue, leisere Töne anschlägt. Auch die literarische Form ist anders: Während Goldts Kolumne "Aus Onkel Max Kulturtagebuch" das hier angestrebte Genre lediglich im Titel trug, so hat der Autor mit diesem Tagebuch-Buch nun Neuland betreten. So kommt es, dass Goldt aus sehr subjektiver Tagesperspektive über die Anschläge auf das World Trade Center im September 2001 mit den "Dekorationsadjektiven" der Sensationspresse ebenso reflektieren kann wie über die Lachgewohnheiten von Lesungsgästen beim Name-Dropping (und deren Unterwanderung) oder die Eigenheiten einer "superkackekligen" Literaturkritik. Nur die für Goldt typischen Bilder mit ihren originellen Unterschriften fehlen schmerzlich. Endlich wieder ein Goldt-Buch, denken wir, das man vergnügt, angeregt und gut unterhalten bis zum Ende lesen kann. Und was lesen wir am Ende, als biografische Notiz? "Lebt in Berlin." Also wieder umgezogen. Das erklärt natürlich alles. --Thomas Köster
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)
Skuriles, Lustiges, Nachdenkliches 5 von 5 Punkten Mal wieder Skuriles, Lustiges, Nachdenkliches von Max Goldt.
Diesmal vielleicht mit Schwerpunkt auf letzterem, aber natürlich wieder sehr unterhaltsam. Seine Gedanken um 11.9., aber auch zum Film Amelie...klingt komisch, aber beide fand ich klug.
Weitere Lesermeinungen |
Deutsches Theater Benjamin von Stuckrad-Barre Gebundene Ausgabe, 19. Mai 2008 Verkaufsrang: 71878 Knapp vier Dutzend Stationen umfasst Stuckrad-Barres Deutschlandreise. Geografisch reicht sie von München (wo der Autor notgedrungen in ein Waschbecken pinkeln musste) bis Sylt (wo BVSB als investigativer Krabbenpuler bei der Imbisskette Gosch anheuerte), thematisch von Bernhard Jagoda (und dem Ritual der Verkündung der Arbeitslosenzahlen) bis zu Claus Peymann (der sich keine Hose kauft, aber mit dem Autor essen geht). Höhepunkt ist freilich ein kleiner räumlicher Exkurs nach Namibia, wohin der rasante Reporter Christoph Schlingensief folgt. Der Text über Schlingensief gehört vielleicht zum Besten, was über den Apothekerssohn aus Oberhausen, der nicht funktionieren will, je geschrieben wurde. "Manchmal heißt es, Christoph Schlingensief sei gar nichts peinlich. Richtiger ist: Alles ist ihm peinlich, der Verklemmung setzt er Exhibitionismus entgegen und stellt sich zur Verfügung, wirft sich den ersten und zweiten Stein gleich selbst mitten ins Gesicht. (...) Seht her, zeigt er, ich kann es nicht, und das ist nicht schlimm, denn es ist normal." Die fast schon zärtliche Ernsthaftigkeit, mit der Stuckrad-Barre hier über Schlingensief schreibt, lässt erahnen, dass ihn das Thema auch persönlich betrifft. Ist nicht auch Stuckrad-Barres Karriere nach einem Skript permanenter Selbstüberforderung abgelaufen? Als halb kalkulierte, halb improvisierte Selbstinszenierung eines jungen Sprachverfertigers, der in alles hineinstolpert und sich selbst dabei beobachtet, wie er abwechselnd -- und manchmal gleichzeitig -- die Rollen des Medienvirtuosen und des Mediendilettanten spielt. Egomanisch und medien- (also auch: selbst-)kritisch zugleich. "Die Kamera läuft, läuft immer. Und wie andere Menschen in den Spiegel, so guckt Schlingensief auf den Kontrollmonitor: Was machen wir da? Wie sieht es aus, was täuschen wir vor? So wird ein Gespräch mit ihm zur Gegendarstellung, er hilft seinem Gegenüber auf die Beine eigener Sprache; natürlich vergreift er sich dabei immer wieder im Ton und an Sakrilegen." Der Ton. Benjamin von Stuckrad-Barre weiß, was die Musik macht. Und sein Grundton ist sehr oft ein polemischer. Das ist dann gut, wenn Stuckrad-Barre diesen Modus nicht nur zur Selbstaffirmation (und das heißt ja meist: zur Herabsetzung anderer) nutzt, sondern zum Dingfestmachen eines Sachverhalts. Beispiel Kabarett. "Wenn die Kritisierten mit dem Fallschirm in Fußballstadien springen und nichts sagen, bloß "18!" schreien, wenn ihre einzige Wahlkampfidee ist, schwul zu sein und Pandabären zu retten, dann muss doch die Kritik umso ernsthafter sein. Stattdessen ist auch bei Dieter Hildebrandt das Rabattgesetz gefallen, billiger waren die Späße nie." Am besten ist Stuckrad-Barre dann, wenn er sein Kredo ernst nimmt, dass man "die Dinge immer wieder neu überprüfen" müsse. Und wenn er sich mal einen ganzen Text lang nicht nur jede Häme verkneift, sondern in respektvoller Distanz verharrt, wie in dem schönen Text über Manfred Krug. "Seine Menschenliebe und -kenntnis kehrt die Versehrtheit, das Krummnasige, Komischnasige eines jeden um in etwas Liebenswertes, ohne die Basistragik jeder Existenz zu verniedlichen." Da wird es einem fast schon warm ums Herz. Manchmal klingt diese neue Ernsthaftigkeit fast schon rührend sozialdemokratisch, aber diese konstruktive Milde steht Stuckrad-Barre ausgesprochen gut zu Gesicht. Dass er auch das Polemisch-Atmosphärische gut beherrscht, wissen wir ja schon -- und natürlich finden sich auch hier reichlich Beispiele (etwa die Beschreibung eines Hotelzimmers: "diese gewiss lieb gemeinte beigefarbene Keimfreihölle heißt natürlich "Management-Suite" und ist eingerichtet wie das Weltbild von Peter Hahne."). Vielleicht ist jetzt der Punkt erreicht, an dem sich entscheidet, ob Benjamin von Stuckrad-Barre ein talentierter Selbstdarsteller bleibt oder ob aus ihm noch einmal ein großer Reporter unkonventionellen Zuschnitts (à la Alexander Osang) wird: Die Gretchenfrage ist dabei, ob es ihm gelingt, sich selbst in seinen Texten zurückzunehmen und einfach auf seine Beobachtungen zu vertrauen. Die sind nämlich meist so gut, dass sie für sich selbst sprechen und zusätzlicher Kommentierung nicht bedürfen. (Selbiges gilt im Übrigen für die zahlreichen vom Autor selbst geschossenen Fotos, die seine Texte auf kongeniale Weise ergänzen -- und zusätzlich auch als Postkartenserie erhältlich sind.). Aber vielleicht erleben wir derzeit ja auch eine Parallelentwicklung der beiden erfolgreichsten Entertainer der letzten Jahre: Wie sein Vorbild Harald Schmidt hat sich auch Benjamin von Stuckrad-Barre immer mehr vom polemischen hin zum analytischen, ja didaktischen Modus bewegt. Letztes Indiz: seine MTV-Sendung Lesezirkel, in der Stuckrad-Barre als selbst ermächtigte "Undercover-Guerilla der Stiftung Lesen" auftritt. Da ist es nur logisch, dass auch Deutsches Theater mit einem Zitat von Stuckrad-Barres persönlichem Literaturreferenten und Lesezirkel-Dauergast Walter Kempowski endet: "In der Nacht Klavier gespielt, die Kühe, draußen vor dem Fenster, hörten mir zu. Ich brach ab, als ich merkte, daß ich mir wie Chopin vorkam. Außerdem störte es mich, daß auch die Mädchen mir drüben, im anderen Haus, möglicherweise zuhörten und eventuell dächten, ich käme mir wie Chopin vor." --Axel Henrici
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 36 Bewertungen)
Wunderbar ! 5 von 5 Punkten Ich lese BVSB ausgesprochen gerne. Hier wurde das ganze noch bildlich wunderbar untermalt. Ich hatte sehr viel Spass beim Lesen dieses Buches und kann es uneingeschränkt empfehlen :-)
Weitere Lesermeinungen |
In Asien: Mentalität. Kultur. Politik Tiziano Terzani Gebundene Ausgabe, März 2003 Verkaufsrang: 37107 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Singapur, Tokio, Shanghai sind heute Synonyme für einen Erdteil im Aufbruch. Die wirtschaftliche Dynamik, die von den Boom-Regionen Asiens ausgeht, lässt viele ahnen, dass dieser Kontinent das 21. Jahrhundert prägen und wahrscheinlich an die Stelle der Weltmacht USA treten wird. Der Journalist und Schriftsteller Tiziano Terzani hat 30 Jahre lang für den SPIEGEL aus Asien berichtet. "In Asien" ist die Essenz seiner Erfahrungen. Immer vor Ort berichtet der Spiegel-Journalist in seiner eigenen hintergründigen Art, u.a. vom militärischen Engagement der USA in Vietnam, dem Fall Pnom Penhs, von der Niederschlagung des Aufstands am Platz des himmlischen Friedens, von der Übergabe Hongkongs an die Chinesen oder dem Phänomen der indischen "Räuberhauptfrau" Phoolan Devi. Persönliche Porträts von Mutter Teresa, dem Dalai Lama, vom japanischen Kaiser Hirohito und dem chinesischen Machtpolitiker Deng Xiao Ping verdeutlichen das weite Spektrum asiatischer Lebenserfahrung. Schöne und grausame Eindrücke entfalten sich: die Friedfertigkeit thailändischer Buddhisten neben der Schreckensherrschaft der Roten Khmer und dem gnadenlosen Kodex japanischer Geheimgesellschaften. Terzani schildert, welche Faszination die westliche Lebensweise auf den Osten ausübt, wie viele Menschen aber auch dafür kämpfen, ihre kulturelle Identität zu bewahren. Seine Betrachtungsweise lässt Mentalitäten und Religionen verständlich werden und bringt Licht in die Hintergründe dieser Weltregion mit ihren Konfliktherden Afghanistan, Kaschmir und Tschetschenien.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
fantastisch 5 von 5 Punkten dieses buch ist einfach überwältigend und für jeden asien-liebhaber ein muß. da ich ein großer fan von terziano terzani bin und schon viele bücher von ihm gelesen habe, kann ich auch diese buch nur empfehlen. er geht in den einzelnen kapiteln auf asientypische themen ein und beschreibt diese in seiner ergründlichen und ehrlichen art. auch wenn einige der kapitel schon auf themen zurück gehen, welche schon länger zurückliegen ist es trotzdem sehr interessant. und es behandelte themen welche ich noch nicht kannte und die mir zu einem besseren verständnis einzelner länder geholfen haben. ich bin immer noch ganz fasziniert, so daß es mir schwer fällt die richtigen worte zu finden!!!!! mir bleibt nur noch zu sagen, daß es ein absolutes MUß ist.
Ein fantastisches Panorama 5 von 5 Punkten 30 Jahre asiatischer Geschichte anschaulich in einem einzigen Band versammelt! Wer immer wissen will oder muss, was sich auf diesem Kontinent in den letzten Jahrzehnten abgespielt hat, tut gut daran, sich Tiziano Terzani anzuvertrauen. Was sich in diesem Buch nicht findet, ist für das Verständnis Asiens nicht wichtig. Und es liest sich superspannend!!! |
Falls Europa erwacht: Gedanken zum Programm einer Weltmacht am Ende des Zeitalters ihrer politischen Absence Peter Sloterdijk Taschenbuch, September 2005 Verkaufsrang: 159385 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Eine kurze Tiefenanalyse 5 von 5 Punkten "Falls Europa erwacht" ist eine 60-seitige "Instant"-Niederschrift einer umfassenden Betrachtung europäisch-politischem Bewusstseins, welches heute der unmodernen Tugend des Mutes und vor allem der visionären Phantasie eine neue Herausforderung abverlangt.
"Instant" ist dieser Essay, da Sloterdijk seinem Gedankenfluss jede verdünnende Phrase und Erklärung entzieht und den Leser mit seiner außergewöhnlichen Beredsamkeit unmittelbar konfrontiert, so wie man es von vielen seiner Werke gewohnt ist. Vielleicht ist es genau dieser Mangel an geistiger Masturbation, der den Autor immer wieder in die Negativkritik der Vertreter der "Mutter aller Wissenschaft" geraten lässt: Sloterdijk bietet uns ein Fazit, während so mancher "alte" und "neue" Denker durch ein Labyrinth des Begründungszwanges führt.
Auf dem Fundament seines weitreichenden Kulturwissens zeigt Peter Sloterdijk überzeugend historische Steuerungsprozesse, die bis heute europäisches Staats- und Machtverständnis prägen und offensichtlich als imperiales Gen die Europapolitik bestimmen und formen. Ohne eine durchgreifende Mutation an dieser Erbmasse, sieht der Autor keine Zukunft für eine moderne Kultur.
Besonders faszinierend ist sein Postulat nach einer ganz eigenen und fundamental neuen Vision, die jede traditionelle Rechtfertigung politischer Macht in transzendentem göttlichen Auftrag oder irdischem Elitebewusstsein ablegt und ganz neue Motive und Strukturen europäischen Bewusstseins beinhaltet, die sich - ohne jede Erfahrungswerte - gegen Konservativismen und vor allem gegen "historisch erworbene Skepsis" (Sloterdijk) durchsetzen müssen.
Sollte sich dem Leser die Frage stellen: "Welche Vision einer solchen Geistesrevolution vertritt Sloterdijk?" so bietet der Essay keine konkreten Begriffe. Der Philosoph ist hier ein analytischer Europa-Therapeut, der Neurosen aufzeigt und in das Bewusstsein bringt, was aber zu denken und zu tun ist, muss der Klient selbst in sich entdecken, damit er authentisch und autonom handeln kann.
Und hier, meine ich, hat Europa ein schweres Erbe: 2000 Jahre "selbstverschuldeter Unmündigkeit" bilden einen schier unüberwindlichen Schutzwall vor autonomen Neuronenfluss; diesen Limes gilt es zunächst zu erkennen und in Folge abzutragen sowie vor allem den Schutt fortzuschaffen, damit nicht hinter uns eine neue Grenze zur notwendigen Realität entsteht.
mehr als ein luzider Traum 5 von 5 Punkten Falls Europa erwacht - ein Titel, der anzweifelt oder vielleicht wachrütteln soll. Allerdings so wach, dass wir nicht in einem Lichttraum fallen, sondern Realität sehen. Es ist wie immer bei Sloterdijk eine Wonne, seinen essayistischen Gedanken zu folgen, um dann an den Punkt zu kommen, der einem Aufruf, einem GO for it!! entspricht. Auch hier, Europa beleuchtet aus der Entwicklung seit 1945, allein gelassen und von zwei Seiten umklammert. Dieses ist der eine Punkt. Dann die Erinnerung an ein Europa der Reiche, stark, kämpferisch, weltumspannend, erobernd, schließlich zerfallen. Das Reich hat nach 1945 ausgedient, es bleibt das Reich des Lateins in der Kirche als umfassendes, umspannendes Element dieses Europa und seiner Wurzel. (vgl. Ratzinger, Pera: Ohne Wurzel) Europa hat diese Stärke vergeben, weil verteilt, zugelassen zur Übernahme durch den Westen, den USA und ebenso durch den Osten, nach 1989 hat Russland eine neue Identität, die Gorbatschow als letzter Enkel Lenins vorbereitet hat. Nach Lenin und seinem letzten Nachfolger ist Russland (in europäischer Tradition) wieder offen für eine eigene Identität. Das Zitat von Weizsäcker über die weiten Grenzen von Europa (San Francisco - Wladiwostok) ist interessant wegen seiner Deutung. Die tradierten Wurzeln liegen so wie er beschreibt. Aber Sloterdijk geht wie immer weiter. Er deutet die europäische Absenz nach 1945 um in einen stillschweigenden Auftrag, neues in unterschiedlichen Laboratorien (Kapitalismus=West vs. Kommunismus=Ost) zu testen, damit Europa die Wahl hat, aber nicht die Qual einer falschen Erfahrung. Diese Zurückhaltung ist aufzugeben, egal wie stürmisch die Zeiten werden. "Vorwärts, die Zeit zittert vor Europa", so könnte eine Umdeutung der Motivation von Vasco da Gama sein, der dieses seinen Seeleuten zurief, als jene eine stürmische See durch zu stehen hatten. (Vorwärts, Kinder, das Meer zittert vor euch!; 1492)
Europa definiert 5 von 5 Punkten Das kurze Werk bringt das Wesentliche auf den Punkt. Man findet herrliche Aphorismen über Europa. Zum Beispiel kann man diesen Satz lesen: "Wenn Europa, wie von Weizsächer sagte, sich tatsächlich von San Francisco bis Wladiwostock erstreckt, dann ja vor allem deswegen, weil sowohl die Vereinigten Staaten von Amerika als auch die vormalige Sowjetunion gleichsam europäische Auswüchse darstellten, genauer gesagt: historische Laboratien, in denen Motive des europäischen Maximalismus durchgespielt und auf konkurierende Optimierungspfade hin getestet wurden." Also ein in der Sprache Sloterdijks geschriebenes Essay über Europa, das einem "Europaliebhaber" gefallen sollte. |
Zwischen den Gängen: Ein Pariser Menu 1930-1960 A. J. Liebling Gebundene Ausgabe, 8. September 2007 Verkaufsrang: 176275 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
| |
|

|