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| Reportagen aus aller Welt | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Über Deutschland Unter Deutschen Wolf Biermann Taschenbuch, 2002 Verkaufsrang: 663143 Wolf Biermann, der durch seine Lieder und Gedichte längst zu den Klassikern der deutschsprachigen Literatur gehört und mit seinen Konzertauftritten bis heute Erfolge feiert, ist ein öffentlicher Intellektueller im besten Sinne des Wortes: Immer wieder hat er mit großen, mittlerweile oft klassischen Essays in die entscheidenden politischen Debatten der letzten Jahre eingegriffen und mit seiner gedanklichen Schärfe, Formulierungskunst und polemischen Treffsicherheit oft mehr zur Klarheit beigetragen als die vielen Stimmen ewig abwägender Politiker oder parteipolitisch gezügelter Journalisten. Der vorliegende Band versammelt die wichtigsten Essays zu politischen und kulturellen Themen der letzten Jahre und einen aktuellen Aufsatz über die dramatische Lage im Nahen Osten sowie die Reaktionen in der deutschen Öffentlichkeit. Dazu der Autor: "Es geht auch um unseren Stoffwechsel mit dem so genannten Rest der Welt. Afghanistan. Irak. Israel. Palästina. Der Krieg zwischen den verfeindeten Nachkommen der Halbbrüder Ismael und Isaak im Nahen Osten provoziert auch in Deutschland einen Riss. Der Krieg gegen die Taliban-Faschisten hat die verschnarchte deutsche Friedensbewegung aus dem Schlummer gerissen. Und nun demonstriert der echte Pazifist gemeinsam mit den SED-Militaristen von gestern, die, jetzt umgetauft als PDS, sich grinsend blökende Friedensschafe einsammeln beim Wahlstimmenfang. Auch das ist eine Peinlichkeit, um die ich keinen Bogen machen kann ..." Wolf Biermann über die CSU, die Utopie, den Havemann-Prozess, den Mauerfall, die Leitkultur, über Armin Müller-Stahl, Heinrich Heine, Jurek Becker, Heiner Müller, Bertolt Brecht, Joschka Fischer u.v.a.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Zum Nachdenken angeregt 5 von 5 Punkten Wolf Biermann, vielen vermutlich vor allem als Liedermacher bekannt, ist seit langem auch ein großartiger Essayist. Das zeigt er hier in Form einer Sammlung von 18 Essays aus den Jahren 1996 bis 2002. In seiner ganz eigenen Art, mit einer klaren und präzisen Ausdrucksweise, beschäftigt er sich in diesen Aufsätzen mit so verschiedenen Themen wie Heinrich Heine, der CSU oder auch dem 11. September. Viele der Essays haben, obwohl sie nur kurz sind, nachhaltigen Eindruck auf mich hinterlassen. Haben mich zum weiterdenken angeregt, zum Recherchieren. Kurzum, sie haben auf mich genau die Wirkung gehabt, die ein guter Essay haben sollte.
Sprachgewaltig, interlektuell, witzig 5 von 5 Punkten Biermann kannte ich bisher nur von seinen Liedern, die ich seit 15 Jahren liebe. Besonders positiv überrascht hat mich, dass von der Kraft seiner Sprache, seine Aufsätze seinen Gedichten kaum nachstehen. Ich lese jeden Morgen einen Aufsatz zum Frühstück, und bin oft noch den Rest des Tages davon angeregt. Seinem liebevollen, zornigen, bitteren, klugen Blick durch Deutschland zu folgen ist die reinste Wonne. |
Der rasende Reporter Egon E. Kisch Gebundene Ausgabe, 1995 Verkaufsrang: 929431
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Kurzweilge Reportagen ueber Themen von grossartig bis banal 5 von 5 Punkten Ein faszienirendes Buch: Dutzende von Reportagen aus aller Welt und ueber alle Themen zu Beginn dieses Jahrhunderts. Von einer Tauchfahrt ueber ein Sechs Tage Rennen bis zur Suche nach dem Golem. Nie langweilig, genau, aber nie distanziert und immer entlarvend. Der Stil ist keine ist kein reisserischer Schmierblattart, sondern eher ein eine Art Hintergrundbericht einer serioesen Zeitung. Ein Buch, was man gut zwischendurch lesen kann und Musik und Wein gut zu passt. |
Feuer. Reportagen von den Brennpunkten der Welt Sebastian Junger Taschenbuch, 2003 Verkaufsrang: 959231 "Die US-Literaturszene feiert Sebastian Junger als neuen Hemingway." (Focus)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Faszinierend und atemberaubend 5 von 5 Punkten Es erstaunt mich immer wieder, welche so genannten Zufälle doch in der Welt passieren oder einem Selbst widerfahren. Zwar gibt es meiner Meinung nach keine Zufälle, deswegen habe ich sie auch als so genannte bezeichnet, doch es findet sich auch nicht so eine recht passende Bezeichnung für diese Art von Sachverhalt oder Gegebenheit. Manche bezeichnen es als Vorbestimmung andere wiederum als Schicksal. Aber auch dieses große Wort trifft es nicht ganz. Der Zufall, der mir bei diesem Buch widerfahren ist, ist der dass ich kurz vor der Lektüre dieses Buches den Film Blood Diamond" gesehen habe. Obwohl ich zuvor schlechte Kritiken über den Film gelesen, gesehen und gehört hatte, fand ich den wirklich sehr beeindruckend und intensiv. Eines der Gründe dafür, war natürlich der nicht-fiktive Hintergrund der Geschichte. Ich möchte jetzt hier nicht auf den Inhalt des Films eingehen, man sollte ihn sich einfach angucken und sich selbst seine Meinung bilden. Kurz nach dem ich den Film gesehen hatte, bin ich dann auf dieses Buch gestoßen. Ich sah mir das Cover des Buches an, überflog den Klappentext und dachte mir, dass dieses Buch sicherlich sehr interessant ist. Natürlich gibt es unzählige solcher Bücher, doch ich wusste natürlich wer Sebastian Junger war, und statt nach Der Sturm" zu suchen, dachte ich es wäre besser diesen Autor mit diesem Buch kennen zu lernen. Und nun um den Kreislauf zu schließen : Wie es der Zufall, das Schicksal es wollte beinhaltet das Buch ein sehr lesenswertes Kapitel über das gleiche Stück Geschichte, welches der Film "Blood Diamond" als Gegenstand hat. Ich habe zwar schon bis dato einige Bücher gelesen, aber nur wenige, die mich derart gefesselt haben. Nicht nur das oben genannte Kapitel ist lesenswert. Angefangen vom ersten bis zum letzten Kapitel sind sie alle packend und intensiv geschrieben. Gleichgültig nun, ob Junger, diese Ereignisse persönlich miterlebt hat oder nicht.
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Alles ist Leben. Feuilletons und Reportagen 1919-1939 Milena Jesenská Taschenbuch, 1999 Verkaufsrang: 849473 Die Journalistin Milena Jesenská war mehr als nur die Geliebte Kafkas. Ihre sensiblen Feuilletons und Reportagen "sind heute historische Dokumente ersten Ranges" (Peter Demetz, FAZ).
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Großartiger politischer Journalismus 5 von 5 Punkten Mit der Lektüre entdeckt man eine talentierte, stilsichere, weltoffene und klar analysierende tschechische Journalistin, deren Werk unbedingt lesenswert ist. Mir hat besonders der 2. Teil der Textsammlung sehr gefallen: Die bis 1939 reichenden politischen Reportagen erreichen das Niveau eines Kisch, Tucholsky oder Th. Wolff. Auch die Übersetzung ist außerordentlich gut - Kompliment an den Verlag. In Jesenskas Texten werden u. a. die Methoden, Mechanismen und demagogischen Tricks aufgezeigt, die den Faschisten zur Einschüchterung der Menschen und somit letztlich auch zur Macht verhalfen. Die brillanten Reportagen beantworten die häufig gestellte Frage: "Wie konnte es nur so weit kommen?" Jesenska selbst hat für ihre warnenden Worte teuer bezahlt (KZ-Haft).
Milena Jesenskas Feuilletons und Reportagen, endlich 5 von 5 Punkten Von den Feuilletons der Milena Jesenska kannte ich nur die wenigen, die der gebundenen Fischer-Ausgabe der Briefe an Milena angefügt sind. Kafkas Briefe an Milena habe ich einmal gelesen, Milenas Feuilletons dutzende Male. Allein "Der Teufel am Herd" verdiente es, zu einem kategorischen Imperativ aller Ehen zu werden- und "Meine Freundin" hat mich oft zu ehrlichen Tränen gerührt und ist doch die beste Waffe gegen Selbstmitleid. Endlich ein Buch, in dem ich weiterlesen kann- und es gewiss noch dutzende Male tun werde. Auch, wenn es die Fortsetzung zu "Meine Freundin" bringt, die mich etwas schniefen macht. Den zweiten Teil des Buches, Reportagen über die Tschechoslowakei der Henlein-Zeit, möchte ich nicht kommentieren- nicht etwa, weil mir nichts dazu einfiele. Im Gegenteil, dieser Teil macht mich sogar sehr nachdenken. Und dieses Lesen und Denken wünsche ich allen, die das Buch zur Hand nehmen. |
Die Aussicht vom dreizehnten (13) Stock. Neue Essays Erwin Chargaff Gebundene Ausgabe, 2002 Verkaufsrang: 717039 Literarische Abgesänge von Autoren auf das nun bald vergangene Jahrhundert haben derzeit Hochkonjunktur. Doch kaum einer genießt eine solche Glaubwürdigkeit wie Erwin Chargaff. Er war erst neun Jahre alt als der erste Weltkrieg ausbrach. Was seiner Welt bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts angetan wurde, ist Inhalt der bedeutungsschweren Essays in Die Aussicht vom 13. Stock. In seinen zahlreichen Schriften ist Chargaff schon immer einer von jenen, die viel eher betrauern, was wir verloren, als bejubeln, was wir gewonnen haben. Als Sammler des Verlorengegangenen etabliert, des Laientums, des Unerklärlichen, der festen Formen, läuft er in seinem neuen Werk zur absoluten Höchstform auf. Nach Ansicht des Verfassers haben wir unsere letzten Möglichkeiten der Berührung mit der Wirklichkeit und der Menschlichkeit verloren. Die Größe ist dieser Welt abhanden gekommen. Sie ruht unter der schwarzen Sonne der Melancholie. Wir leben in einer schwachen Zeit, in der, an der Vergangenheit gemessen, nichts Großes geleistet wird. Die Rundumschläge Chargaffs gegen Computer, Gentechnik, Organtransplantationen und das Verschwinden der Demokratie ist Lesestoff vom Allerfeinsten, gewürzt mit bissiger Ironie und großer Nachdenklichkeit. Wenn auch der geäußerte tiefe Pessimismus nicht nach jedermanns Geschmack ist, so setzt das Buch ein wichtiges Zeichen in einer immer oberflächlicher werdenden Welt. -Jan Vaiden
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Das ist nicht Amerika! Gore Vidal Gebundene Ausgabe, 2000 Verkaufsrang: 775245 Er stammt aus einer alten Politikerdynastie Amerikas - dennoch hat sich Gore Vidal gegen die Familientradition und für eine Karriere als Schriftsteller entschieden. Mittlerweile ist der 1925 geborene Verwandte von Al Gore einer der bedeutendsten Intellektuellen Amerikas und fleißiger Kritiker des kulturellen und politischen Zeitgeschehens seines Landes: Er hat über 60 Bücher sowie zahlreiche Artikel in diversen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Der Essayband Das ist nicht Amerika!, ausgewählt und herausgegeben von Ex-Spiegel-Redakteur Willi Winkler, zeigt einen scharfsinnigen und äußerst unterhaltsamen Blick Vidals auf Amerika. Die Aufsätze sind in fünf Themengruppen eingeteilt: eine Einleitung über die Herkunft der Gores, literarische Essays, Betrachtungen über Sex und über Politik, sowie über den Untergang des amerikanischen Imperiums. Vidal liebt es zu provozieren und er seziert aus der Innenperspektive die herrschende Klasse Amerikas - gnadenlos: "Ein Vorteil, in Washington im Haus eines Senators aufgewachsen zu sein, ist der, dass man sehr schnell kapiert, wie und wohin der Hase läuft. Einer von außerhalb könnte ja in die Politik gehen, um dem Volk oder zumindest Frank Capra Gerechtigkeit widerfahren zu lassen." Die politische Realität der U.S.A. sieht Vidal dementsprechend düster: Lobbyismus und eine gigantische Staatsverschuldung zu Gunsten der Rüstungsindustrie verhindern seit einem halben Jahrhundert dringend notwendige Sozial- und Gesellschaftsreformen. Das sogenannte Arbeitsmarktwunder der letzten Jahre wird dadurch relativiert, dass große Teile der Bevölkerung mehrere schlechtbezahlte Jobs gleichzeitig verrichten müssen, um überhaupt überleben zu können. Neben diesen politischen Analysen widmet sich Gore auch der Welt der Kultur. Etwa in einem hinreißenden Essay über Tennesse Williams, in dem er einen schlechten Biografen des Schriftstellers abwechselnd als "die Heulsuse" und "den Schreihals" tituliert. Oder in dem selbstverliebten Artikel über die Wirkung, die sein homosexueller Roman The City and the Pillar nachweislich auf Thomas Mann hatte. Eine Anekdote zum Schluss: Als sich Gerhard Schröder interessiert zeigte, Vidals Villa im italienischen Ravello für seinen Urlaub zu mieten, lehnte dieser ab: "Ich hatte keine Lust, aufzuräumen." -Selina DeNiro
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Nichts für Lemminge 5 von 5 Punkten Gore Vidal in Bestform in einem Querschnitt aus drei Jahrzehnten. Wer nicht (mehr) denken kann, darf dieses Buch nicht lesen. Wer aber noch nicht ganz verblödet ist und u.a. seine politische Meinung nicht aus CNN und Politiker-Interviews bildet, der muß es einfach lesen. Mit scharfem Verstand und ebensolcher Zunge seziert Vidal den verwesenden Kadaver der Inszenierung von Demokratie, läßt die hohe Politik in Unterwäsche dastehen und bringt uns geliebte und gehasste Kollegen näher - oder auch nicht. Wenn man liest, wie er sich über Sex, Religion und das Drumherum und Überhaupt ausläßt, sollte man sich im stillen Kämmerlein einschließen, um andere nicht zu sehr durch lautes Lachen zu stören. Vidal war und ist unbequem - und unglaublich überheblich. Aber wer sollte einem solchen Intellekt das schon verbieten können. Wenn man ihn noch nicht kennt, lernt man ihn durch dieses Buch lieben oder hassen; dazwischen wird es wohl kaum etwas geben. In jedem Fall ist es ein kurzweiliges und anspruchsvolles Lesevergnügen - zwei Eigenschaften, die sich bei Vidal noch nie ausgeschlossen haben. KAUFEN !!!
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Der Zirkusbrand. Eine wahre Geschichte Stewart O'Nan Gebundene Ausgabe, 17. Januar 2003 Verkaufsrang: 498020 Die USA sind, so dachte man lange, ein gesegnetes, ein idyllisches Land. Der 11. September hat diesen Eindruck nachhaltig verändert und auch andere, katastrophische Aspekte des Landes ins Zentrum des Interesses gerückt: Plötzlich nimmt man verstärkt die Schattenseiten der Idylle wahr: Heckenschützen, Schulmassaker, Hurrikane. Steward O'Nan hat sich so einer amerikanischen, da gigantomanischen Katastrophe zugewandt, die geradewegs aus einer friedlichen Situation entstanden ist: Dem größten Zirkusbrand der amerikanischen Geschichte, im Jahr 1944, in seiner Heimatstadt Hartfort im Bundesstaat Connecticut, bei der 167 Menschen ihr Leben lassen mussten, während alle Tiere gerettet werden konnten. Und obwohl uns hier zu Lande das Thema vielleicht nicht unbedingt so brennend interessiert wie O'Nan (und obwohl dem Buch eine Straffung recht gut getan hätte), hat der amerikanische Autor auf seine unvergleichliche Art Dichtung und Wahrheit miteinander vermischt und allerlei auch Skurriles bei der Recherche in alten Zeitungen und Zeitschriften zusammengetragen. Wenn etwa während des Brandes zur Beruhigung der Massen das Zirkusorchester in patriotischster Art und Weise weiterspielt, offenbart dies im Schein der Flammen nicht nur einen erhellenden Blick auf die amerikanische Seele, sondern weitet das lokale Ereignis zum tragikomischen Unglück mit Titanic-Anklängen. Warum er zu seinem Thema keinen Roman verfasst habe, fragt sich O'Nan einmal selber, und reicht die Antwort gleich nach: "Weil die Wahrheit oft seltsamer ist als jeder Roman." Der Zirkusbrand, der unter der Oberfläche des amerikanischen Harmoniebedürfnisses schwelt, ist der beste Beweis dafür. -Stefan Kellerer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Eine wahre Geschichte! 5 von 5 Punkten Der "Ringling Bros and Barnum & Bailey"-Zirkus ist einer der größten aller Zeiten: Im Hauptzelt können über 10.000 Besucher seine außergewöhnliche Vorstellung verfolgen, Artisten, Akrobaten und Dompteure aus der ganzen Welt zeigen hier ihre Glanzleistungen. In Hartford, Connecticut, ist er die Hauptattraktion des Sommers. Zahlreiche Kinder und ihre Mütter machen am 6. Juli 1944 den lang ersehnten Ausflug, um die erste Nachmittagsvorstellung in ihrer Stadt anzusehen. Es ist heiß an diesem Tag, und die Menschen warten ungeduldig darauf, endlich in das riesige Zirkuszelt eingelassen zu werden, um die angekündigte "Größte Schau der Welt" mitzuerleben. Während der Raubtiernummer geschieht das Unfassbare: Aus bisher noch ungeklärten Gründen fängt das mit Paraffin imprägnierte Zirkuszelt Feuer und verbrennt innerhalb kürzester Zeit wie ein riesiger Kerzendocht. Brände sind von Natur aus jäh auftretende Ereignisse, die sich nicht vorhersehen lasen und deshalb anfangs unbeachtet bleiben. Als die Besucher ihn jedoch bemerken, beginnt eine große Panik. Sie versuchen, den Flammen so schnell wie möglich zu entfliehen, und versperren sich dabei oftmals selbst den Weg aus dem Feuer. Während einige Besucher in dieser Extremsituation über sich herauswachsen und wahre Heldentaten vollbringen, nutzen andere das Unglück auf schäbige Weise für ihren eigenen Vorteil. Die Schilderungen von Autor Stewart O'Nan gleichen teilweise einer reinen Dokumentation. Ebenso sachlich wie distanziert beschreibt er die einzelnen Menschen und ihre persönliche Geschichte, die durch ihren Zirkusbesuch an diesem Tage entscheidend geprägt wird. Zahlreiche Schwarzweißfotografien und Abbildungen über den Zirkusgrundriss, den Brand und die Opfer vervollständigen diesen Eindruck. Tatsächlich wollte der Autor am Anfang die Ereignisse des 6. Juli 1944 in Hartford, Connecticut, nur deshalb festhalten, um die Chronik seiner Heimatstadt zu vervollständigen. All die Zufälle, Lücken und Fehler, auf die er bei der Recherche des Brandes stieß, veranlassten ihn jedoch schließlich, einen Roman über diese Tragödie zu verfassen. Für ihn der einzige Weg, "...die Geschichte des Zirkusbrandes zu vollenden, die fehlenden Teile finden und an der richtigen Stelle wieder einzufügen." Herausgekommen ist dabei eine 509 Seiten umfassende Reportage, die auf gelungene Weise ihre dramatische Qualität entfaltet. Ohne Sensationsgier zu schüren oder die zurückhaltende Position des allwissenden Historikers zu verlassen, beschreibt Stewart O'Nan einen der schrecklichsten Brände der USA. Gewidmet ist "Der Zirkusbrand" allen Menschen, "...die an jenem Tag in den Zirkus gingen - denen, die wieder nach Hause kamen, und denen, die dort blieben.". Trotz seines Bestrebens, das Geschehene zu begreifen, und die damaligen Ereignisse zu ordnen, drückt Stewart O'Nan am Ende des Romans seine Unfähigkeit darüber aus. Bis heute ist die Ursache des Brandes ungeklärt, die Einzelschicksale und genauen Vorkommnisse widersprechen sich häufig. Doch genau darin liegt der Reiz dieses von Thomas Gunkel übersetzten Romans: An seiner Intensität sowie den realistischen Wendungen und Irrwegen, die uns noch lange nach der Lektüre von "Der Zirkusbrand" im Gedächtnis bleiben werden.
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Das Innere der Schiffe: Zwischen Wort und Bild Joachim Sartorius Gebundene Ausgabe, 3. März 2006 Verkaufsrang: 985113 Gewöhnlich versandfertig in 7 bis 10 Tagen. Zwischen Wort und Bild Die versammelten Essays des Dichters, Übersetzers, Kulturdiplomaten und Intendanten der Berliner Festspiele Joachim Sartorius umspielen in ihrem Titel die Troerinnen des Euripides: "Nie war ich im Inneren der Schiffe, aber ich weiß von Ihnen durch Worte, die ich hörte, und Bilder, die ich sah."Die unveröffentlichten genauso wie die bereits erschienenen Essays von Joachim Sartorius durchqueren die Welt des Wortes (im ersten Teil: über Dichter) und die Welt des Bildes (im zweiten Teil: über Künstler). Schließlich schreibt Joachim Sartorius über Bilder und Sprache, über die wechselseitigen Berührungen. Die großen Namen der Literatur, die Freunde, treten auf: Cees Nooteboom, John Ashbery, William Carlos Williams oder Péter Nádas. Hinzu kommt die Laudatio auf den türkischen Autor Orhan Pamuk, Friedenspreisträger des Jahres 2005.
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Lüge und Ironie: Vier Lesarten zwischen Klassik und Comic Umberto Eco Taschenbuch, 1. Oktober 2002 Verkaufsrang: 605552 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Vier Werke, bzw. Autoren und Themen liegen den vier in Zwischen Lüge und Ironie zusammengefaßten Aufsätzen von Umberto Eco zugrunde: Alessandro Manzonis Roman Die Verlobten, der Cagliostro-Mythos in Zusammenhang mit dem Grafen Saint-Germain, die Arbeiten des italienischen Humoristen Achille Campanile und der erste Corto-Maltese-Comic von Hugo Pratt. Eco überführt anhand dieser vier Beispiele die Sprache. Er überführt sie der Verschleierung, der Lüge, des Machtmißbrauchs und der Ironie. Und stößt in seiner Beweisführung auf die verschiedensten Beweggründe für deren Einsatz, die gleichzeitig komplexe Muster auf Seiten der Autoren wie der Rezipienten aufzeigt. Wie zum Beispiel die Wirkung und Definition des Komischen oder die Lüge der Sprache, wenn es darum geht, durch verbale Zeichen zu lügen, im Gegensatz zu den natürlichen Zeichen der Menschen, wie Mimik oder Haltung. Und Sprache vermag es auch durch ihre Lügen, Mythen zu gebären, die die Menschen beeindrucken und in ihren Bann ziehen, wofür auch die Geschichte unzählige Beispiele zu zitieren vermag, beziehungsweise bei Eco der Cagliostro-Mythos steht, an dessen Grab heute noch Blumen niedergelegt werden. Nicht zuletzt sind diese Lügen ein Handwerkszeug im Dienste unserer Unterhaltung. Natürlich ist dieses Buch, wie zum Beispiel auch schon Einführung in die Semiotik, eine empfehlenswerte Literatur für Literatur- und Kommunikationswissenschaftler. Eco arbeitet eng an den Quellentexten, so daß er seine Erkenntnisse nicht nur wissenschaftlich darstellt, sondern in einer sehr erfrischenden und durchaus unterhaltsamen Form. So daß Zwischen Lüge und Ironie nicht nur Akademikern ans Herz gelegt werden kann, sondern auch denjenigen Lesern, die den Umgang mit Sprache und Wörtern, insbesondere den gedruckten, besonders schätzen und reflektieren wollen. -Susanne Solau
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Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde und der Selbstmord des Astronauten Muammar Al Gaddafi Gebundene Ausgabe, August 2004 Verkaufsrang: 598486 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Muhammar al-Gaddafi verquickt in diesem Buch pers"nliches Erleben und philosophischen Diskurs. Er erzählt - bisweilen ironisch, bisweilen ernst - von der Erde, vom Leben auf dem Land und in der Stadt, von Bauern und Astronauten, von sich, vom Sterben seines Vatgers und vom Tod. Er legt seine Anschauungen dar und berichtet aus einem fernen Land, das es zu entdecken gilt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Lost in Translation? 3 von 5 Punkten Aufgrund der aktuellen "Krise" Schweiz/Libyen wollte ich mir, bevor ich mich der Tirade gegen Gaddafi/Libyen anschliesse, ein eigenes Bild vom Land und dem Staatsführer machen. Ich glaube nicht, dass man Gaddafi in seiner Kleverheit, Kreativität und vorallem auch nicht in seinem Humor unterschätzen sollte. Bestimmt aber auch nicht in seiner Durchtriebenheit. Viele seiner Aussagen und auch seine Taten provozieren, sind hart, für unseren Geschmack ev. schwer zu verdauen oder zu verstehen. Aber wie sonst soll man sich vor der Welt Gehör verschaffen, wenn nicht mit übertriebenen Aktionen? Seine Kleider und den Mut, diese an öffentlichen Anlässen zu präsentieren (ich mag einige davon wirklich!!!), seine Autokreation, sein Wunsch, das Zelt im Central Park aufzustellen, dieses Buch, deuten doch auf einen innovativen, modernen Menschen hin, der wohl seine Wurzeln kennt und lebt, aber auch versucht, den Spagat zwischen Vorkriegszeit des letzten Jahrhunderts zu der heutigen Zeit irgendwie auch noch hinzubekommen. Es gibt Vieles, das mir an ihm nicht passt, ich nicht verstehe und nicht nachvollziehen kann, auch nicht will. Es gibt aber auch das eine oder andere, dass mir an dem Mann sympathisch ist. Genauso ist es mit dem Buch "Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde..": viele seiner Geschichten verstehe ich nicht, die Sprache, auch wenn ins Deutsche übersetzt, scheint mir z. T. repetitiv, blumig, unverständlich, exotisch, antiquiert (z. B. die Koran- und Religionsbezüge). Selbst der Übersetzer (wahrscheinlich vom Arabischen via das Französische ins Deutsche) ist sich bei der einen oder anderen Aussage nicht ganz im Klaren, was wie gemeint ist. Jedoch ist die eine oder andere der Erzählungen durchaus lustig oder auch traurig, regt zum Nachdenken an, sei es durch einzelne Sätze oder sei es die ganze Geschichte selbst. Ich kann dem Buch nicht eine "unbedingte Leseempfehlung" ausschreiben, es ist absolut keine Pflichtlektüre, aber wer 2-3 Tage Zeit hat (es ist mit etwas Disziplin/Durchhaltevermögen schnell gelesen) und wer versuchen will, vielleicht ein ganz kleines bisschen hinter die Kulissen zu schauen (benötigt aber eigene Fantasie oder ev. Einfühlvermögen?), kann sich die Zeit ruhig nehmen.
Der Oberst kann auch fabulieren 2 von 5 Punkten Eine Quelle der Erkenntnis für den Leser der vielen Anmerkungen des Herausgebers und Übersetzers. Wir haben die gute Chance, am Ende der Lektüre mehr über Gaddafi, sein Land, seine Politik und seinen Islam zu wissen, als umgekehrt Gaddafi zu wissen scheint über uns Deutsche, über die Politik des Westens, über Juden- und Christentum. Sympathisch ist, daß Gaddafi fast lustvoll-spielerisch und gewiss nicht dogmatisch sowohl uns, als auch seine Landsleute und seine Religion betrachtet. Literatur ist so nicht entstanden, eher etwas wie ein Traktat mit einigen phantastischen Elementen. |
Wälder, weit wie das Meer: Reisebilder Erich Loest Taschenbuch, 1. Februar 1992 Verkaufsrang: 1021646 Gewöhnlich versandfertig in 9 bis 11 Tagen. "Wem das Hinausreisen aus dem eigenen Lande verwehrt wird", schreibt Günter Kunert über Erich Loests Reisebilder, "für den verwandelt sich die nie erblickte Welt in ein Sehnsuchtsziel, das ihn nicht zur Ruhe kommen läßt. " - Vor der sogenannten "Wende" war Reisen für die Bürger der DDR alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Auch für Erich Loest öffnete sich die "Welt" erst, als er 1981 in den Westen übersiedelte. Es sind daher vor allem sein ganz unbefangenes Vermögen zum Staunen und der überraschte und überraschende Blick auf das Alltägliche - vom Allerweltstouristen allzu leicht übersehen -, die den eigentümlichen Reiz seiner Reiseberichte ausmachen. Der Autor beschränkt sich in seinen Schilderungen nicht auf die Beschreibung von Land und Leuten, sondern nähert sich dem Neuen vor dem Hintergrund des jeweiligen historischen, kulturellen und politischen Zusammenhangs und vergleicht das so Erfahrene mit dem eigenen Erlebnishintergrund. So reist der Leser mit Loest auf Bölls und Heines Spuren durch Irland und den Harz, folgt ihm auf einer Bewußtseinsreise durch seine sächsische Heimat, nimmt teil an Erinnerungen an Kindheit und Jugend und an der Geschichte seiner Familie.
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Palasthotel: oder Wie die Einheit über Deutschland hereinbrach Matthias Matussek Gebundene Ausgabe, Oktober 2005 Verkaufsrang: 458679 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Reportagen sind Liebesaffären und Haßgeschichten. Nur dann sind sie gut. Sie lohnen sich nur, wenn außer dem Kopf auch Bauch und Poren beteiligt sind." Matthias Matussek Sechzehn Jahre ist es erst her, und schon vergessen. Was vom Fall der Mauer übrigblieb, sind ein paar Fernsehbilder, ein kleiner Vorrat von Zitaten und Klischees. Wer weiß noch, wie es damals wirklich aussah, wie die überrumpelte DDR stammelte, drängelte und roch? Matthias Matussek war dabei und hat alles festgehalten: das Gewühl der Demonstranten vor dem ZK, die Geisterfahrten durch die Provinz, die Freude und die Gier, den Wirrwarr und die Wut. Ein Dreivierteljahr lang hat er sich eingenistet im Ost-Berliner Palasthotel, Zimmer 6101. Hautnah beschrieb er die Fassaden und die Hintertreppen der "Wende", die eher einer riesigen Karambolage glich. Er verschweigt auch die Schäden nicht, die der Zusammenstoß zweier Gesellschaftssysteme zur Folge hatte, und die bis heute schmerzen. Matusseks Blick ist ebenso subjektiv wie präzise; Ausgewogenheit ist nicht seine Sache; auf politische Korrektheiten nimmt er keine Rücksicht. Er registriert die Fremdheit, die Unheimlichkeit der verwesenden Diktatur und die mentalen Deformationen, die sie angerichtet hat. Seine eigenen Ambivalenzen, seine gemischten Gefühle verschweigt er nicht. "Deutschland raste", sagt er, "und ich lag im Bett und fühlte mich elend." Palasthotel ist ein sehr spontanes, ein unvorsichtiges Buch. Gerade deshalb ist es lebendig geblieben als Memento an einen allzu rasch vergilbten historischen Augenblick. PUBCOMMENTS: "An Raymond Chandler geschult!"CAPITAL "Eine Madonna mit rüpelhaften Manieren. Doch seine Stilsicherheit läßt Kollegen vor Neid gelb werden im Gesicht."NDR "Besser als Kisch!"TEMPO "Die Wende war eine aberwitzige Zeit, und es ist ein Glücksfall, daß es einen Reporter im rasenden Deutschland gab, der alles festgehalten hat, was er zu fassen kriegte: Hoffnung und Irrung, Absturz und Chaos, Blendung und Lüge, Lärm und Pracht. Zum Reporter muß man geboren sein - und Matthias Matussek ist es."THOMAS BRUSSIG
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Einen Einblick in die Wende, wie ich ihn noch nie sah 4 von 5 Punkten "Wie die Einheit über Deutschland hereinbrach", so der Untertitel des vorliegenden Buches von Matthias Matussek. Ja, ich war zwar dabei, aber so detaiert und unverhüllt schonungslos habe selbst ich es nicht miterlebt, wie sich BRD und DDR vereinigten. Der Autor hat ein seltenes Talent dafür, mit spitzer Feder den ganzen Wahnsinn sachlich und offen zu schildern der damals in Deutschland losbrach. Dieses Buch ist somit ein Dokument zur Zeitgeschichte ganz besonderer Art. Am Anfang wirkt das Buch etwas befremdlich und ich bin mir auch nicht ganz sicher ob Bürger aus der ehemaligen DDR den Witz und die Anmerkungen von Matthias Matussek richtig und ganz verstehen können. Es steht mir sicherlich auch gar nicht zu, zu beurteilen, ob das Buch für die andere Hälfte von Deutschland geeignet ist, denn alle Darstellungen sind subjektiver und persönlicher Natur. Doch für mich kann ich sagen, ich war schockiert & entsetzt, sowie belustigt & den Tränen nahe (Tränen der Freude). Es ist für mich als beleuchte der Autor "Spotlight-artig" Geschehnisse und Personen der Wende und dies zudem mit großem Sachverstand. DDR Größen wie Hans-Peter Minetti und sein Sohn oder Heiner Müller werden interviewt zum Zeitpunkt der Wende. Auch das Museum für Deutsche Geschichte in Ost-Berlin bekommt sein Fett ab, wie auch die Heinrich Hertz Oberschule, ebenfalls in Ostberlin. Der Buchhandel und die DDR ist ebenfalls ein lustiges Thema, wie auch die DEFA oder Gregor Gysis Selbstbehauptung zwischen Marx und Marlboro. Das Buch ist mit spitzer Feder geschrieben und jeder der dabei war oder dabei sein wollte, es aber nicht schaffte, kann mit Matthias Matussek ganz neue und surreale Eindrücke gewinnen wie es war - dabei zu sein, zur Stunde Null in Ostberlin.
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Die gierigen Dinge des Jahrhunderts Arkadi Strugatzki, Boris Strugatzki Broschiert, Februar 1997 Verkaufsrang: 768548
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Das gierige Jahrhundert der Dinge ... 4 von 5 Punkten Iwan, ein Tourist und, wie sich später herausstellt, in geheimer Mission unterwegs, hat bereits in den ersten Stunden seines Aufenthalts in einem Urlauberparadies am Meer ungewöhnliche Eindrücke zu verarbeiten. Jeder hier scheint sich dem gedankenlosen Dahinvegetieren auf möglichst luxuriösem Niveau verschrieben zu haben, Kulturgüter und die Moral werden mit Füssen getreten. Dabei geht es tagsüber noch gesittet zu, aber des Nachts verwandelt sich die Stadt in ein Irrenhaus, mit kollektivem Drogenrausch. Was steckt hinter dieser Scheinwelt, woher kommt die neue, lebensgefährliche Droge SLEG ? Nichts bleibt, wie es scheint. Obwohl schon in den 60er Jahren erschienen, überzeugt die treffsichere Satire auf Wohlstandsgesellschaft, Gedankenlosigkeit und hemmungslose Genuss-Sucht bis zur Dekadenz auch heute noch voll. Im Gegenteil, das Buch erscheint aktueller denn je zu sein. S/F - Krimi, der zeigt, dass es auch ohne alberne Raumschlachten und die ganze Oberflächlichkeit westlicher Literatur geht! Für Strugatzki-Novizen ein idealer Einstieg, und Kenner haben es sowieso längst im Regal stehen. Sehr zu empfehlen sind auch: Picknick am Wegesrand Insel-Trilogie [Die bewohnte Insel - Ein Käfer im Ameisenhaufen - Die Wellen ersticken den Wind] Montag beginnt am Samstag (herrlich grotesk!) Das lahme Schicksal (gar nicht lahm!) |
Gelbe Erde, Blauer Fluß: Chinesische Welten Johanna Wieland Gebundene Ausgabe, 1999 Verkaufsrang: 858680 Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2000 Schlechterdings "wunderbar" findet der Rezensent mit dem Kürzel "F. L." dieses Buch. Trotz aller Knappheit der Schilderungen fügten sich die einzelnen Kapitel zu einem "Panorama". Besonders lobt er, dass die Autorin genau beobachtet und so tiefe Einblicke vermittelt, statt sich in "Analysen und Prognosen zu versteigen", die in diesem Rahmen ohnehin nicht zu leisten wären. © Perlentaucher Medien GmbH
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ihre Fahrt gleicht einer Zeitreise 5 von 5 Punkten Ihre Fahrt gleicht einer Zeitreise 5300 Kilometer in acht Wochen ist die 'GEO'-Reporterin Johanna Wieland durch China gereist.Sie reist durch ein Land , das aus vielen Welten besteht.Da ist zum einen die Millionen-Metropole Beijing im Kontrast zwischen Garküchen und Bürotürmen.Sie trift junge Millionäre und nostalgische Alt-Maoisten.Bauern die aus der Kollektivierung in eine mühsame Selbständigkeit entlassen wurden. Jugendliche, deren Helden amerikanische Popstars sind. Wanderarbeiter, die ohne Rechte Spielzeug für den Export produzieren. Sie beschreibt eine Welt, in der die Menschen jeden Tag aufs neue Ihre Zukunft entwerfen, in einem Land, das sich so schnell verändert wie kein zweites auf dieser Welt. Für den Leser wahrlich eine rasante Fahrt durchs chinesische Zeitgeschehen unter Einbindung einer notwendigen Tugend - der Geduld. Es scheint Johanna Wieland schreibt gleichermaßen rasant wie sie auch reist. Als Leser tut man es ihr nach- durchaus empfehlenswert. |
U & I- Wie groß sind die Gedanken? Nicholson Baker Taschenbuch, 3. Mai 1999 Verkaufsrang: 68184 Gewöhnlich versandfertig in 9 bis 11 Tagen. Nicholson Baker, der "erbarmungslos amüsante Philosoph des Materiellen" (FAZ), denkt in seinen überraschenden Essays nicht nur über die meßbare Größe von Gedanken nach, oder über eine Theorie des Meinungswandels, sondern auch über das Wetter,die Technik des Nagelschneidens und sexuelle Empfindungen. Kernstück ist ein fulminanter Text über seinen Lieblingsautor John Updike. Essays als Vergnügen!
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
"Hm, I guess, this Nick Baker ist not to be underestimated" 5 von 5 Punkten Der Verlag wirbt auf dem Umschlag mit Sätzen wie "Glücklicher kann man als Leser nicht werden". Klingt gut, aber schließlich stehen Sätze wie diese auf jedem zweiten Buch - bei "U&I" aber vollkommen zu recht. (Natürlich ist mein Nachsatz die plattere Floskel, aber man wird eben wirklich glücklich mit diesem Buch.) Da schreibt Nicholson Baker eine Hommage an Updike, ausgehend von der Frage, wie er von seinem Vorbild beeinflußt wurde. Und während er überlegt, fällt ihm auf, daß er in Wirklichkeit nur ein Bruchteil von Updikes umfangreichem Werk gelesen hat. Ganz subtil endet Baker nach allerlei Gedankenspielen und bizarren Erinnerungen (in denen seine Mutter in Updikescher Manier eine wichtige Rolle spielt) bei der Frage, ob nicht auch er, Baker, Updike hier und da beeinflußt hat. Er stellt sich vor, wie der große Kollege - natürlich auf dem Golfplatz stehend - zum Kollegen Tim O'Brien sagt: "Hm, I guess, this Nick Baker ist not to be underestimated". "U&I" ist ein vergnügliches, beeindruckendes und überaus intelligentes Buch. Die Lektüre der deutschen Ausgabe hat einen entscheidenden Vorteil: Sie besteht eigentlich aus zwei Büchern, denn "U&I" und die Aufsatzsammlung "Wie groß sind Gedanken?" sind hier zusammen abgedruckt - und Eike Schönfeld hat beides hervorragend übersetzt. |
Im Zeichen des Saturn Susan Sontag Taschenbuch, 22. September 2003 Verkaufsrang: 819096 Gewöhnlich versandfertig in 7 bis 10 Tagen. Die bekannte amerikanische Kritikerin, Erzählerin und Filmemacherin stellt in diesem Band Intellektuelle und Künstler vor, die das kulturelle Bewusstsein des 20. Jahrhunderts prägend beeinflusst haben: Paul Goodman, E.M. Cioran, Antonin Artaud, Leni Riefenstahl, Walter Benjamin, Hans-Jürgen Syberberg, Roland Barthes und Elias Canetti.
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Lüneburg. Romantische Skizzen aus der alten Salzstadt Hildegard Hudemann, Christel Hudemann-Schwartz, Helmut C. Pless Gebundene Ausgabe, Juni 1994 Verkaufsrang: 1055500
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| Gerichtsreportagen aus der Schweiz Margrit Sprecher Broschiert, 1984 Verkaufsrang: 1241213
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Ungebetene Besuche Margrit Sprecher Taschenbuch, 14. Juni 2000 Verkaufsrang: 1123442
| 26mal die Schweiz Fritz R Allemann Broschiert, 1985 Verkaufsrang: 1111934
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