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Karambolagen: Begegnungen mit Zeitgenossen Hellmuth Karasek Broschiert, Januar 2004 Verkaufsrang: 214874 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Hellmuth Karasek, als beredter Widerpart von Marcel Reich-Ranicky in Das Literarische Quartett selbst ein prominentes Gesicht innerhalb der deutschen Kulturlandschaft, hat in den mittlerweile 68 Jahren seines Lebens ausgesprochen viele Berühmtheiten getroffen: bei Interviews, Empfängen, auf Premieren und anderen offiziellen Anlässen, aber auch ganz privat oder rein zufällig. Darüber gibt es viel zu erzählen -- und über gut 50 dieser Begegnungen hat Karasek nun ein kurzweiliges, anekdotenhaftes Buch herausgebracht. Auch wenn die Überschriften teilweise spektakuläre Geschehnisse versprechen ("Wie ich in Marilyn Monroes Bett schlief", "Wie mir Biermann ein paar Quadratmeter DDR verkaufte", "Wie gefährlich es ist, mit dem Schah Ski zu fahren"): Die Anekdoten sind in der Regel so furchtbar aufregend nicht. Karaseks Kunst besteht eher darin, anhand eines einfachen Geschehens charakteristische Wesenszüge des Geschilderten herauszuarbeiten. Und das funktioniert gut. Wer also etwas über die Menschen hinter den großen Namen aus Literatur, Film, Theater und Politik erfahren möchte, wird an der Lektüre dieses Buches seine Freude haben. Einige Geschichten sind dabei allerdings unspektakulär und pointenlos geraten. Dann begegnet man dem aus Boulevardzeitschriften reichlich bekannten Phänomen, dass die alltäglichsten Verrichtungen eines Prominenten allein deshalb berichtenswert werden, weil er eben prominent ist. Aber das macht nicht viel aus. Denn die meisten Berichte lesen sich mit ausgesprochen viel Vergnügen. Was Karasek allerdings nicht verhindern konnte (und vielleicht auch gar nicht wollte), ist, dass sich die Aneinanderreihung seiner Begegnungen klammheimlich und hinten herum zu einer Art eigener -- wenn auch bruchstückhafter -- Autobiografie fügt. Doch auch das ist kein Minuspunkt, im Gegenteil: Hellmuth Karasek ist ja selbst eine Berühmtheit, so dass sich der Leser freuen wird, ganz nebenbei auch einiges über sein ja nicht gerade langweiliges Leben zu erfahren. --Christoph Nettersheim
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Höchst unterhaltsame Ansichten eines Menschenkenners 5 von 5 Punkten Nachdem ich "Mein Kino" von Karasek gelesen hatte war mir klar; dies ist zwar das erste Buch Karaseks für mich, aber mit Sicherheit nicht das letzte welches ich von diesem Autor lesen werde. Stil und Sprachwitz hatten mich begeistert, und entsprechend hoch lag meine Meßlatte als ich begann, Karambolagen zu lesen. In Karambolagen geht es um Zeitgenossen und Wegbegleiter Hellmuth Karaseks. Zum Teil aus seiner Zeit am Theater in Stuttgart oder auch als er Redakteur beim Spiegel war. Keine Frage: Der Mann ist viel herumgekommen und hat noch mehr erlebt. Meistens sind es eher kleine und scheinbar nebensächliche Begebenheiten die er erlebte, aber die Art und Weise wie er sie zu Papier gebracht hat, machen daraus Unterhaltung im besten Sinne des Wortes. Man erfährt viel über die Menschen die er traf. Niemals wird er dabei respektlos oder gar verletzend. Karasek ist ein Philanthrop mit Wortwitz und einem geradezu unglaublich vielfältigen Vokabular. Es ist nicht so, das er mit Fremdwörter und seinen Kenntnissen der deutschen Sprache protzt; vielmehr benutzt er exakt die richtigen Adjektive um den Zeitgenossen zu beschreiben. Nur kannte ich diese Worte bis jetzt noch nicht. Besonders interessant fand ich die Story mit Dürrenmatts Weinkeller und wie er ihn füllte sowie die Entstehungsgeschichte des Zwistes zwischen Günter Grass und Karasek. Andere Episoden schilderten weniger positive Schicksale. Doch wenn bei Karasek jemand starb oder in den Mühlen der Psychiatrie verschwand, war er einfach „der Welt abhanden gekommen". Ein wunderschöner Euphemismus wie ich finde, der es wert ist in Erinnerung zu bleiben. Das trifft auch auf diese Sammlung von Erlebnissen, Anekdoten und Begebenheiten zu. Danach wünscht man sich fast, ebenfalls mal auf Karasek zu treffen und Teil seiner Geschichtenwelt zu werden
Menschliche Einblicke hinter die Kulissen von Promis 5 von 5 Punkten Wir alle sind fasziniert von Stars, doch wieviel interessanter ist dann noch der Blick hinter die Kulissen. Karaseck hatte das Glück, als Redakteur bei den Stutgarter Nachrichten, der ZEIT und dem SPIEGEL die Kulturschaffenden alle zu kennen, zu erleben und hinter der Fassade schauen zu dürfen. Was er schildert sind keine Peinlichkeiten, er bleibt diskret, seine "Opfer" dürfen ihre Würde behalten. Wer Krawallklatsch haben möchte, ist mit diesem Buch falsch beraten. Wer aber sich für den Menschen hinter der Star-Maske interessiert wird hier liebevolle Einblicke unterschiedlichster Charaktere finden. Nicht zuletzt Karaseks lockere Schreibe, macht "Karambolagen" zu einem angenehmen Lesespass für dunkle Winterabende. |
Volkerkunde Volker Pispers Taschenbuch, Juni 2003 Verkaufsrang: 108291 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Anlässlich seines 20jährigen Bühnenjubiläums haben wir uns entschlossen, das Buch Volkerkunde neu aufzulegen. Viele haben den Wunsch geäußert, Volker Pispers Texte über Amerika und den Terrorismus nachlesen zu können, und deshalb haben wir die Jubiläumsausgabe der "Volkerkunde" um diese Texte erweitert. Dadurch enthält diese Ausgabe der "Volkerkunde" fast alle Texte, die im Jubiläumsprogramm " ... bis neulich" auf der Bühne zu hören sind. Aus dem Vorwort zur Jubiläumsausgabe: Die nach 1994 entstandenen Texte für das Programm "Damit müssen Sie rechnen" (Premiere 1999) sind im Buch "Gefühlte Wirklichkeiten" dokumentiert, das im August 2001 erschienen ist. Wer konnte damals ahnen, daß es bereits einen Monat später einer Handvoll Terroristen gelingen würde, mit einem Schlag die Welt so grundlegend zu verändern, daß sich die "Zeit" zu schreiben genötigt sah: "Nichts wird jemals wieder so sein, wie es einmal war." Die als Reaktion auf diese und andere geistige Kollateralschäden der Anschläge von New York und Washington entstandenen Texte habe ich nach und nach in das laufende Programm eingebaut. So entstand mit der Zeit ein Textblock von weit über 30 Minuten zum Thema Terrorismus und Amerika, den ich auch in mein Jubiläumsprogramm "... bis neulich" aufgenommen habe und dort ständig aktualisiere. Viele haben den Wunsch geäußert, diese Texte nachlesen zu können, und deshalb haben wir uns entschlossen, die Jubiläumsausgabe de r "Volkerkunde" um diese Texte zu erweitern. Dadurch enthält diese Ausgabe der "Volkerkunde" fast alle Texte, die im Jubiläumsprogramm "... bis neulich" auf der Bühne zu hören sind. Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Ausgabe stehen die amerikanischen Truppen kurz vor der Einnahme Bagdads. Viele Menschen glauben, Daß mit der gewaltsamen Beseitigung Saddam Husseins das Leben in der westlichen Welt sicherer wird. Ein Großteil dieser Menschen glaubt wohl auch an den Weihnachtsmann.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Zunehmend ätzend 3 von 5 Punkten Gleich ein Dutzend mal fletscht uns das Konterfei von Volker Pispers auf seinem Buch „Volkerkunde" (con anima) an, und wir denken einmal mehr: „Mensch, warum war der Volker damals nicht im Cast von ‚Am Anfang war das Feuer'?" Glücklicherweise ist der Inhalt des anlässlich seines 20jährigen Bühnenjubiläums neu aufgelegten und erweiterten Werkes nicht so dumpf eitel wie die Verpackung: Pispers gibt einen Querschnitt aus seinen diversen Kabarettprogrammen der Jahre 1985-2002, wobei eines auffällt: Pispers hat sich im Laufe der Jahre gesteigert. Hat man sich durch die überraschungsarmen, witztechnisch schmalbrüstigen und mit fragwürdigen Aussagen jonglierenden Texte der 80er gequält (z.B. „Softimacho", „Demoland", „Zeit zum Schreiben"), nimmt Pispers in den 90ern allmählich Fahrt auf, um in den vergangenen Jahren zunehmend ätzend zu werden, im positiv-subversiven Sinne. Seine Texte über den Irak-Krieg, über Bush und Konsorten sind präzise, analytisch-sezierend und voller böser Anspielungen. Der reife Pispers ist ein deutscher Michael Moore, der in einer Liga mit Matthias Deutschmann, Heinrich Pachl und Gerhard Polt spielt. Da wünscht man dem Pispers eine Volkerwanderung in sein aktuelles Programm „...bis neulich"! |
Hurra: Wien-Zürich-Wien. Anleitung zum Doppelleben in 111 Schritten Doris Knecht Broschiert, September 2004 Verkaufsrang: 200485 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In Österreich kennt man Doris Knecht als Journalistin und Kommentatorin: von Profil und Falter, von Presse und Kurier. Für viele Schweizerinnen und Schweizer dagegen gehört Knecht fix zum wöchentlichen Samstagsfrühstück. Seit sie im Jahr 2000 vorübergehend nach Zürich übersiedelte, schreibt sie im Tages Anzeiger Magazin eine viel beachtete Kolumne über ihr Doppelleben zwischen Wien und...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Oh wie fein... 5 von 5 Punkten Die gesammelten Kolumnen hier sind knackig verpackt und gehen runter wie Öl. Ist man nach zwei bis drei Happen extravaganten Schreibstils nicht auf den Geschmack gekommen, ist der Humor anders geartet. Thank you Polly Adler for giving me den Geheimtipp! *g*
Wie wahr, wie wahr 4 von 5 Punkten 111 Kolumnen von Doris Knecht sind hier versammelt. Anfangs erinnert die Geschichte, die erzählt wird, ein wenig an Sex and the City. Das Knechtsche Leben besteht aus Party, Zigaretten und Alkohol, natürlich immer zusammen mit allerlei skurrilen Freunden und einem Ehemann, der lediglich als "der lange" bekannt ist. Doris Knecht beschreibt ihre Art "Doppelleben" zwischen Wien und Zürich, dass von allerlei Exzessen geprägt ist und sich plötzlich schlagartig ändert, als sie erfährt, dass sie schwanger ist - mit Zwillingen. Die Kolumnen strotzen vor Humor, der so aus dem Leben gegriffen ist, dass frau mehr als einmal denkt: hey, genau wie bei mir. oder: ja, wie wahr! Interessante Ansichten über Männer, Singles, Mode und Kleinkinder, über Schweizer und Wiener und deren Eigenarten, leider jedoch viel zu früh zu Ende.Was vielleicht nicht jedermanns Sache ist, sind die Interaktionen mit den damaligen Kolumenlesern, so werden etwa Leserbriefe beantwortet und Rätsel gestellt, doch ich hatte damit gar kein Problem und fand dies sehr erfrischend, da es mich immer wieder daran erinnerte: Die Dame hat das ja wirklich erlebt! Warum nur 4 Sterne: Meine Ausgabe des Buches war voller Tippfehler, was nicht unbedingt zum Lesevergnügen beitrug, stellenweise sehr störend war und wirklich unübersehbar. Darum hätte man sich kümmern sollen. |
Antrag auf ständige Ausreise: Und andere Mythen der DDR Jakob Hein Audio CD, August 2008 Verkaufsrang: 262894 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wer hätte das gedacht: Selbst Erich Honecker zog es offensichtlich ins Ausland! Doch sein Antrag auf ständige Ausreise wurde von den Behörden einer solchen Geheimhaltung unterzogen, dass es nie zu einer Beantwortung seines Anliegens gekommen sein soll. Die Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik steckt voller unglaublicher Geschichten die unerhörtesten davon versammelt der gebürtigen Leipziger Jakob Hein: Da ist zum Beispiel von dem brisanten Jamaika-Plan des Politbüros die Rede, der vorsah, zwecks Volksberuhigung ein gesteuertes Drogen-Programm zu realisieren. Jakob Heins ganz persönliche Mythen der DDR sind so frech, so unglaublich, so komisch, dass nur Dieter Hildebrandt sie vortragen kann.
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Von mir aus: Wahre Geschichten Juan Moreno Broschiert, September 2006 Verkaufsrang: 193781 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden THE BEST OF JUAN MORENO - Lakonisch-witzige Geschichten über Berlin, Hanau und die Welt, über Frauen, Fußball, andalusische Starrköpfe und typisch deutsche Eigenheiten. Es gibt jede Menge Menschen, die kaufen samstags die »SZ« nur wegen Morenos Kolumne »Von mir aus«. Wer ihn bisher noch nicht entdeckt hat bzw. süchtig danach ist, findet 79 seiner köstlichen, zeitlosen Texte jetzt in diesem Band versammelt. Der beste Freund ein Philosophiestudent, andalusische Verwandtschaft und Berliner Großstadtleben: das sind nur ein paar der Zutaten für Juan Morenos amüsante, allzu wahre Geschichten. Man kann sich mit ihm wundern, freuen und ärgern über alltägliche Kuriositäten und Peinlichkeiten, die jedem Tag für Tag widerfahren. Juan Moreno findet für jede Situation klare Worte. Und überall läßt er den Leser schmunzeln: »Ja, so kenn ich das auch.« Mit Witz und Feingespür schreibt er von Urlaubsreisen, Fußballplätzen oder Treppenhäusern oder davon, wie er zum Von-mir-aus-Mann wurde, und erklärt, warum Männer mit Frauen Sport treiben (nicht, weil das irgendwas mit Spaß zu tun hat!). Mit dem Blick eines Einwandererkindes erzählt er aber auch vom Aufwachsen und Klarkommen in diesem seltsamen Land namens Deutschland, in dem Humor die beste Medizin ist. Neben Fußball und Frauen natürlich ...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
"Mit einem Augtenzwinkern" 1 von 5 Punkten Meine Oma hätte sowas mit den Worten "köstlich" und "mit einem Augenzwinkern" kommentiert.Berufsspanier Moreno fährt die Masche nach dem Feuerzangenbowlen-Motto: "Jetzt stelle mer uns ma janz blöd". Und genauso ist es dann halt auch mit dem Cocker-Spanier.
Von mir aus immer wieder! 5 von 5 Punkten Fairerweise muss ich zugeben, dass ich mich wohl nicht guten Gewissens als neutralen Rezensent einschätzen könnte: Wenn ich am Wochenende die "Süddeutsche Zeitung" öffne, schlage ich als erstes die zweite Seite der Wochenendbeilage auf, in der Juan Morenos Kolumne erscheint. Im Idealfall lache ich soviel, dass mein Kater verflogen ist. Juan Moreno ist ein Meister der Feststellungen alltäglicher Wahrheiten. Anders als bei den vielen sonstigen Kolumnisten und alltäglichen-Wahrheiten-Feststellern bekomme ich aber kein unangenehmes Nebengefühl einer aufgeblähten Persönlichkeit oder einer gezwungen-lustigen Schreibe einer/(s) ganz offensichtlich unlustigen Jungjournalist(in) zu lesen. Juan Moreno hält sich zurück, bezieht gleichzeitig aber Position (so dass sich ein weniger geneigter Leser fragen mag, wie ich dazu komme, Juan Moreno kein ausgeprägtes Selbstbewusstsein zuzusprechen). Das Buch besteht aus den Kolumnen, die jeweils nicht mehr als zwei Seiten umfassen. Eine leichte Struktur wird dadurch gegeben, dass die ersten Kolumnen von der Kindheit handeln und sich dann über Studium und erste Jobs in die Gegenwart ziehen. Die Gegenwart - Journalist Anfang 30 in einer hippen Stadt - hört sich zwar nach männlichem Gegenentwurf zu Sarah Jessica Parker an, ist es aber nicht. Juan Moreno kann neben seinen absolut zustimmungswürdigen Beobachtungen des Alltäglichen und seinen zum Laut-Lachen-und-Jauchzen zwingenden Beschreibungen von Situationen (z.B. die Bewerbung seines Bruders Paco auf der Schauspielschule, der, von seinem deutschen Aufnahmeprüfer "gezwungen", etwas Spanisches zu interpretierern ein Lied der Gipsy Kings herausbrüllt, was den Prüfer zu der Bemerkung veranlasst: "Hier hab ich Ihre Seele gesehen") nämlich auch sehr subtil politisch und ironisch sein. Meine Empfehlung! |
Der Bärenkult. Das Tier im Mann! Rainer Hörmann, Jim Baker Taschenbuch, März 2004 Verkaufsrang: 188771 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Schwule Männer haben einen Sixpack-Bauch, eine haarfreie Traumfigur, makellose Haut, volles Haar, können super kochen, sind perfekte Hausmänner, machen Sport, sind stets exzellent im Bett und jene Längen, die einen Mann ausmachen, sind eher zu lang als zu kurz, und sie sind immer jünger als 25!" Mit diesem Vorurteil mag die schwule Community durchaus lobenswertes Image erschaffen haben, aber der Wirklichkeit entspricht es nicht. Auch Schwule haben ihren Bierbauch, ihre Glatze, ihre Falten und Pickel und ihre ganz und gar durchschnittlichen Qualitäten. "Bär" ist eine Zuordnung in der schwulen Gemeinde und Rainer Hörmann und Jim Baker liefern einen informativen, sauber erarbeiteten und witzigen Sammelband zu allen Aspekten des schwulen Bärenlebens. Dabei sparen sie nicht, wie im amüsanten Text von Peter Busse, an humorvollen Exkursen. Sie liefern Geschichte und erzählen aus den bundesdeutschen Bären-Hochburgen Köln und Mannheim. Quentin und Kai erzählen die Entstehung der Mannheim Bears. Der Text von Bärnd Kressel liefert die wichtigsten Codes, die Erkennungszeichen, und Alkis Vlassakakis liefert jenen Promiklatsch, der dem Laien verrät, welcher berühmte Mensch ebenfalls ein Bär ist. Der Bärenkult. Das Tier im Mann! ist offen, ehrlich, ein echter Ratgeber und macht Mut, sich keinem schwulen Modediktat zu unterwerfen, sondern so zu sein, wie man eben ist. "Bären" sind eben nicht nur "Schwule mit Bauch", sondern "Bären" stehen für ihre Lebensart, ihre Toleranz und Offenheit. Der Bärenkult. Das Tier im Mann! ist dafür der ideale Ratgeber und Guide für den deutschsprachigen Raum in Europa. --Martin Kilgus
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Angenehm heiter-ironische Betrachtung 5 von 5 Punkten Für schwule Männer ist dieses Buch über den Kult rund um die "Bären" der Szene ein Muss. Nicht wegen der informativen Inhalte oder der mitunter recht anregenden Abbildungen. Sondern wegen des durchgängig heiteren und mit einem Augenzwinkern ironischen Erzähl- und Berichttons, der sich durch alle Kapitel zieht. Selbst wenn man kein schwuler Bär ist und/oder solche mag, ist dieses Buch ein reines Vergnügen, denn es liest sich süffig und es macht einfach Spass beim Schmöckern. Besonders empfehlenswert ist m. E. die Kurzgeschichte "Bärenland" von Jan Stressenreuter (ab Seite 201). Prädikat: seehr bärig und absolut empfehlenswert!
Weitere Lesermeinungen |
Nach dem Scheitern der Utopien: Gesammelte Essays zu Politik und Geschichte Joachim Fest Gebundene Ausgabe, 21. September 2007 Verkaufsrang: 122774 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Bestseller-Autor Joachim Fest hat neben seinen erfolgreichen historischen Sachbüchern auch ein beeindruckendes essayistisches Werk hinterlassen. Seit den sechziger Jahren war er mit seinen Aufsätzen und Artikeln eine der einflussreichsten und originellsten Stimmen in der deutschen Öffentlichkeit: unangepasst, bisweilen streitbar, dabei stets elegant und mit Verve formulierend. Ein Jahr nach Fests Tod präsentiert dieser Band seine wichtigsten Beiträge, die über die Jahre an verschiedenen Orten erschienen und längst nicht mehr greifbar sind. Sie enthalten meisterhafte historische Betrachtungen und politische Kommentare, die Furore machten: über 1968 und die Folgen, den Umgang mit unserer Vergangenheit, die Ost-West-Konfrontation und den Zusammenbruch des Sozialismus. Fests Vermögen, die grundsätzliche Bedeutung eines konkreten Streitthemas aufzuzeigen, und seine einhellig gerühmte sprachliche Brillanz machen diese Texte zu einer spannenden Lektüre. Ein zweiter Band mit den schönsten Essays zu Literatur und Kunst ist für Herbst 2008 in Vorbereitung.
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Der Kanon. Die deutsche Literatur. 5 Bde: Essays: 5 Bände
Broschiert, April 2006 Verkaufsrang: 209648 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Essaykanon enthält 255 Texte von 166 Autoren, von Luther bis Günter Grass, von Lessing bis Max Frisch, von Leopold von Ranke bis Hannah Arendt, von Beethoven bis Arnold Schönberg, von Max Reinhardt bis Friedrich Dürrenmatt, von Lichtenberg bis Albert Einstein, von Bismarck bis Willy Brandt Essays über Deutschland und die Deutschen, Aufsätze zur Literatur, Kunst und Musik, Theater- und Filmkritiken, Reden zur Politik und Gesellschaft: die deutsche Kultur und Geschichte in authentischen Zeugnissen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Was ist Aufklärung? 5 von 5 Punkten Wenn Sie sich oder Ihren Liebsten etwas wirklich Interessantes schenken möchten, empfehle ich Ihnen die 5 bändige Ausgabe deutschsprachiger Essays zu Politik und Geschichte, Kultur und Gesellschaft, Literatur und Musik, Theater und Film, die Marcel Reich-Ranicki für den geneigten Leser liebevoll zusammengestellt hat. Diesem "Kanon" ist ein Begleitbändchen beigefügt, in dem der große Literaturkenner einführend Kluges zu Essay und Feuilleton äußert und in welchem die Kurzbiographien aller im Kanon zu Wort kommenden Autoren nachzulesen sind.
Zum Gesamtwerk: Es ist bedauerlich an dieser Stelle nicht auf den Inhalt der 255 Essays eingehen zu können, schon die Nennung der Titel würde den Rahmen sprengen!
So viel nur, gleich im ersten Band wird dem Leser Immanuel Kants Essay "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?" entgegengebracht. Hier verdeutlicht der Philosoph, weshalb Aufklärung der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit darstellt und definiert dabei die Begriffe "Unmündigkeit" und "Selbstverschuldung" so präzise, dass am Ende wirklich jedem klar sein muss, was Kant uns allen ans Herz legen wollte.
Schillers Betrachtungen über Anmut und Würde, aber auch über das so genannte Erhabene dokumentieren, weshalb dieser Dichter neben Goethe die denkende Welt so nachhaltig beeindrucken konnte und es immer noch kann.
Heinrich Heines Reflektion "Über den Denunzianten" sollte man lesen und natürlich Büchners Schrift der "Hessische Landbote" zum besseren Verständnis des Vormärz. Theo Herzls "Judenstaat" und Karl Liebknechts "Verhaftung Rosa Luxemburgs" sind für die politische Entwicklung zu Anfang des letzten Jahrhunderts wirklich sehr erhellend.
Einsteins Rede zum 60. Geburtstag von Max Planck "Prinzipien der Forschung" halte ich für ein Lesemuss.
Pflichtlektüre bereits für Schüler sollte sein: Oskar Maria Grafs mutiger Protest "Verbrennt mich! Protest anlässlich der deutschen Bücherverbrennung 1933", aber auch Hannah Arendts "Aufklärung und Judenfrage".
Wenn Sie sich mit dem Inhalt der schönen Kassette erst einmal intellektuell befassen, werden Sie dem alten Kant - er lebt jetzt im Ideenhimmel - und Ihren Mitmenschen eine große Freude machen, denn Sie beweisen dass Sie sich - um Erkenntnis und Aufklärung bemühend - ins neue Jahr aufmachen wollen. Was soll dann noch schief gehen?
Viel Spaß beim Lesen!
Ein großes Werk ist vollbracht 5 von 5 Punkten Das ehrgeizige Kanon-Projekt des prominentesten deutschen Kritikers Marcel Reich-Ranicki findet mit dem Essay Kanon seinen Abschluss. 50 Bände, 25 000 Seiten, welch eine Sammlung, die Frucht eines langen Lebens mit der Literatur.
Gedichtsammlungen kennt man, wenn auch selten so umfänglich wie die des Kanons, und auch Sammlungen von Erzählungen sind nichts allzu Aufsehen Erregendes, jedoch eine derart umfangreiche Sammlung von Essays ist etwas Außergewöhnliches. Der Begriff Essay ist hier weit gefasst, der Kanon beinhaltet Reden, Abhandlungen, Feuilletons, Kritiken, Artikel und eben Essays, oder, wie Marcel Reich-Ranicki es selbst ausdrückte, „Nichtfiktionale Prosa von hoher literarischer Bedeutung." Ebenso vielseitig wie die Textarten, die im Essay-Kanon aufgenommen wurden, so unterschiedlich sind die Autoren. Philosophen, Komponisten, Schriftsteller, Politiker und Theologen sind hier vertreten, von Luther bis Beethoven, von Goethe bis Brandt. Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, aber sie alle haben Schriften von Interesse, Intelligenz und Bedeutung geschaffen.
Eine unfassende und in ihrer Art einzigartige Sammlung. Verehrung und Dank Ihnen, Herr Reich-Ranicki.
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Maximen und Reflexionen: Kleine Bibliothek der Weltweisheit Johann Wolfgang von Goethe Broschiert, Dezember 2006 Verkaufsrang: 185174 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Man weicht der Welt nicht sicherer aus als durch die Kunst, und man verknüpft sich nicht sicherer mit ihr als durch die Kunst.« Goethes Aphorismendichtung enthält zentrale Themen von Ästhetik und Ethik. Sie widmet sich philosophischen, theologischen und naturwissenschaftlichen Fragestellungen gleichermaßen. Doch alle Denkarten weisen zurück auf einen Geist, der durchdrungen ist von klassischer Weltweisheit. Es gilt das Allgemeine , Typische, die Grundphänomene des Lebens zu ergründen.
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Hegels Seele oder die Kühe von Wisconsin: Nachdenken über Musik Alessandro Baricco Broschiert, September 2006 Verkaufsrang: 189984 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Kunst oder Prestige - brillant und provozierend formulierte Fragen zum Thema Musik. Laut Hegel soll Musik die Seele erheben. In Wisconsin stieg bei Kühen, denen symphonische Musik vorgespielt wurde, die Milchproduktion. Mit diesen beiden einleitenden Zitaten Baricco umreißt das Feld, auf das er sich begibt. Der international erfolgreiche Romancier hat zum Thema Musik viele und häufig provozierende Fragen. Es sind Fragen, die sich alle stellen sollten, denen an Musik wirklich etwas liegt. Wie wirkt sie, was nutzt und wo schadet sie? Was ist er wirkliche Stellenwert klassischer Musik in unserer Zeit? Ist sie an sich schon hochwertiger als Popmusik, und warum? Und: War sie das schon seit langem, oder ist es doch erst Beethoven gewesen, der sie zum Hort geistiger Werte hochstilisiert hat? Die Musik ist Alessandro Bariccos erste große Liebe. Mit diesen brillant formulierten Essays kehrt der ehemalige Musikkritiker zu ihr zurück.
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Strübel & Passig: Kolumnen Ira Strübel, Kathrin Passig Broschiert, Dezember 2007 Verkaufsrang: 259796 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die legendären Taz-Kolumen von Ira Strübel und Kathrin Passig endlich als Buch!¯Nachdem am vergangenen Dienstag die Rentnerin Eleonore K. an einer MarzahnerSupermarktkasse von zwei Jugendlichen auf brutalste Weise bewusstlos geräuspertwurde, als sie den fälligen Betrag von 14,12 Euro durch zeitlupenträgesZusammenkratzen von Ein- und Zwei-Cent-Stücken begleichen wollte, hat diefraktionsübergreifende Antigewaltkommission des Bundestags nun ein Papier zurGewaltbekämpfung vorgelegt. In Berlin herrscht ungewohnte Einhelligkeit: Sokann und darf es nicht weitergehen.® (Ira Strübel)¯Ich bin mit dem Internet noch nicht ganz zufrieden. Ich finde, man orientiert sichdort zu sehr an zweifelhaften Zielgruppen und zu wenig an mir.® (Kathrin Passig)In den Jahren zwischen 2001 und 2003 schrieben Ira Strübel und Kathrin Passig inder Taz-Kolumne ¯Strübel&Passig® über das Leben im 21. Jahrhundert an und fürsich. Die Kolumne entwickelte sich schnell zum Liebling der Massen, wurde allerdingsdennoch we gen einer ¯Seitenreform® eingestellt. Das bedauert nicht nurdie taz bis heute. Nun erscheint endlich ein Best Of dieser Kolumnen in Buchform,ergänzt durch die schönsten Kolumnen, die Strübel und Passig für die ¯Wahrheit®-Seite der taz verfasst haben.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
ein einziger großer Lesespaß 5 von 5 Punkten Nachdem ich bereits früher ihre Kolumnen in der "taz" genossen hatte, habe ich mich schon Monate vor seinem Erscheinen auf dieses Buch gefreut. Und meine Erwartungen waren berechtigt: Diese Texte gehören für mich zum Witzigsten, was ich seit langem gelesen habe. Der trockene, intelligente Humor erinnert ein wenig an Max Goldt, die Schreibe der Autorinnen ist bei einer bemerkenswert ausgefeilten Sprache hochsympathisch und die Inhalte verlocken immer wieder zu begeisterter Zustimmung. Meine persönlichen Highlights sind die Essays "Wunschzettel 2002" (immer noch aktuell) sowie "Nicht vergessen - hier muss noch ein Titel hin!". Für mich hat der Verbrecher-Verlag damit eines der besten Bücher des Jahres 2007 herausgegeben. Klare Leseempfehlung. |
Achtung Baustelle Wilhelm Genazino Taschenbuch, Januar 2006 Verkaufsrang: 182073 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Ich sehnte mich danach, den Schrank schrumpfen zu sehen..." "Vogerlsalat grüßt." "Ich lese auf meinem Zimmer Proust, fresse dazu Marzipan." Sätze, bei denen Wilhelm Genazino in Romanen, Essays und Betrachtungen aufmerkte, die ihn verwundern oder ärgern, denen er in unnachahmlicher Weise nachgegangen ist, indem er seine Fundsätze ernst nimmt, sie gleichsam seziert, mehrfach wendet, um zu ebenso einleuchtenden wie schonungslosen Analysen zu kommen. Achtung Baustelle sammelt Genazinos kluge, witzige, intelligente und erstaunliche Betrachtungen, die ein anderes, besseres Lesen lehren können.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Kluge Gedankensplitter 4 von 5 Punkten Kleinere, kurze Beiträge Genazinos. Kurze Gedanken zu skurrilen Sätzen sowie Andekdoten zu Marcel Proust, James Joyce und Italo Svevo. Interessant für zwischendurch - unterhaltsam und intelligent.
Sehhilfen oder einfach Baustellen aufspüren können 5 von 5 Punkten Achtung Baustelle von Wilhelm Genazino
Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte.
I.
Im ersten Abschnitt geht es gleich fulminant zur Sache.
"Ich sehnte mich danach, den Schrank schrumpfen zu sehen..."
Häh, wie, aha?! Man ist verwundert, über diesen durchaus seltsamen Satz. So erging es auch Büchnerpreisträger Genazino als er Virginia Woolfs Roman "Die Wellen" las.
Genazino nennt sein Buch nicht ohne Grund "Achtung Baustelle" und er, der Schreiberling, ist eine Art Bau-Facharbeiter.
Weiter im Takt:
"Der Mensch von 1950: Er fickte und las Zeitungen.", ein seltsames Resümee von, wer hätte es gedacht, Albert Camus;
Welche merkwürdige Mitteilung machte einst Franz Kafka auf einer Postkarte: "Vogerlsalat grüßt", so die einzigen Worte;
Welche besondere und durchaus feinfühlige Mensch notierte den seltsamen Satz "Ich lese auf meinem Zimmer Proust, fresse dazu Marzipan" in sein Tagebuch?
Weshalb schrieb Fernando Pessoa in seinem großartige Buch der Unruhe "Ich weiß von nichts, wie diese Dächer"?
Fragen über Fragen, die sich bei intensiver Lektüre ergeben haben. Genazino stellt sich den Sätzen, die herausgerissen, wie eine "Baustelle" wirken und es macht großen Spaß dabei zu sein, wenn Genazino, auf je 1-2 Seiten mit Feder, Bauarbeiterhelm und jeder Menge Humor bewaffnet, Schwieriges verblüffend einfach darstellt und erklärt.
II.
Im zweiten Abschnitt zeigt Genazino nicht weniger interessant und lehrreich, was er über die besonderen Schriftsteller und Menschen James Joyce, Marcel Proust und Italo Svevo zu berichten hat.
Ergänzt wird der Abschnitt noch mit der Erzählung "Einschluß, meine Herren!", dort schildert Genazino (seine)Erfahrungen zur "literarische[n] Arbeit mit Strafgefangen". Er skizziert verschiedene Charaktere, Probleme, Hoffnungen, Träume, Wünsche und lässt schließlich die Gesellschaft, mit Kultur und Medien, als entlarvt darstehen. Gefangene, die zu literarischen Treffen kurzzeitig ihren Gefängnisalltag verlassen, wollen selbst Schriftsteller sein und sehen sich, sobald sie wie rasend einige kurze Texte gekritzelt haben, als etabliert an. Eines Tages steht eine Rundfunksendung an. Die Häftlinge sind zunächst begeistert, schließlich werden sie stundenlang interviewt, man schenkt ihnen Aufmerksamkeit. Die Sendung wird auf ungefähr drei Sätze zusammengekürzt und so sackt die Stimmung zurück in die unwirklichen Bahnen der Realität.
III.
Der dritte Abschnitt enthält drei Reden Genazinos:
Rede zum Bremer Literaturpreis
Bergen-Enkheimer Rede
Dresdener Rede
Genazino lässt es sich auch diesmal nicht nehmen als Aufklärer zu wirken, der Baustellen aufdeckt, subtile und weniger subtile, meist jedoch sublime, Hinweise und Hilfestellungen parat hält. Seine Botschaften sind ungekünzelt, kunstvoll-vergleichend, glaubhaft und keinen Moment lang aufdringlich.
Fazit: Absolut zu empfehlen
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Mit Geschichte denken. Übergänge in die Moderne Carl E. Schorske Taschenbuch, Oktober 2004 Verkaufsrang: 267660 Carl E. Schorske, Professor Emeritius of History an der Princeton University, verbindet in seinem neuesten Buch in 13 Kapiteln wissenschaftstheoretische und geschichtsphilosophische Überlegungen mit empirischen Detailstudien aus dem Feld der europäischen Moderne in Politik und Kultur zwischen 1860 und 1920. So wie in seinem 1980 erschienenen Klassiker "Fin-de-Siècle Vienna. Politics and Culture" steht auch in seiner neuesten Studie das Wien der Moderne im Mittelpunkt. Diese ist allerdings nicht nur als eine zwei Jahrzehnte nachgereichte Folgestudie zu sehen, sondern vielmehr als ein Resümee einer lebenslangen und passionierten Auseinandersetzung mit der Wiener Moderne durch einen der bedeutendsten lebenden Kulturhistoriker. Im speziellen setzt sich Schorske mit Mahler, Freud, der Gründerzeitarchitektur (Kunsthistorisches Museum) sowie in systematischer Hinsicht mit der bürgerlichen Elitenkultur um 1900 auseinander. Dies geschieht nicht bezugslos, sondern mittels einer komplexen Analytik, die die kulturelle Dynamik von Generationskonflikten, den Übergang vom liberalen zum massendemokratischen Narrativ sowie die tief greifenden sozialen Transformationen vor dem Ersten Weltkrieg meisterhaft zu kombinieren versteht. Schorske tut dies in jeweils eigenen Essays, die jedoch in der Zusammenschau einen konsistenten kulturwissenschaftlichen Zugang eröffnen. Dadurch vermag er - wie kein zweiter - Neues im Wohlbekannten zu sehen und radikal innovative Perspektiven zu eröffnen.
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Lenos Pocket, Nr.38, Jenseits von New York: Ausgewählte Reportagen, Feuilletons und Fotografien aus den USA 1936 - 1938 Annemarie Schwarzenbach Taschenbuch, Januar 1997 Verkaufsrang: 108654 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zwischen 1936 und 1938 reiste Annemarie Schwarzenbach zweimal in die USA, um über die wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten dieses Landes zur Zeit der "Großen Depression" zu berichten. Ihre Eindrücke dokumentierte die begabte Fotoreporterin in Text und Bild.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Wie beschreibt man, was jeder Beschreibung spottet? 5 von 5 Punkten Wie beschreibt man etwas, das jeder Beschreibung spottet? -- Diese Frage muss sich die promovierte Historikerin, Journalistin und Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach 1936 und 1937 viele Male gestellt haben, als sie die Industriegebiete im Nordosten der USA und die hoffnungslos rückständigen Südstaaten bereiste.
Der Hintergrund dieser Reportagen: Nach dem Börsenkrach 1929 und zahlreichen Naturkatastrophen befanden sich die USA in einer schweren Wirtschaftskrise; die Maßnahmen des 1933 von Roosevelt ins Leben gerufenen "New Deal" begannen erst langsam Erfolge zu zeigen. Nach wie vor schrien die Zustände vor allem, aber nicht nur in den Bergwerken im Nordosten sowie der Textilindustrie und Landwirtschaft im Süden zum Himmel: Rassismus, unmenschliche Arbeits- und Lebensbedingungen, Akkordarbeit in ihrer schlimmsten Form, Kinderarbeit, systematische Verschuldung der Arbeiter und damit unaufhörliche Abhängigkeit vom Arbeitgeber. Manchester-Kapitalismus, Justizmorde und offen betriebene Lynchjustiz gingen oft genug Hand in Hand. Gewerkschaftsarbeit wurde (im günstigsten Falle) mit Rausschmiss bestraft, wenn nicht mit Schlimmerem.
Dass ausgerechnet die weitgereiste Tochter einer Schweizer Industriellenfamilie, die den Nazis nahestand, so sehr aus der Art schlagen und soziale Missstände anprangern sollte, dass dieses schwarze Schaf der Familie Schwarzenbach aufgrund ihrer Kontakte zur damals gerade im Aufbau begriffenen US-Gewerkschaftsbewegung Zugang fand zu den Menschen, um die sich sonst kein Außenstehender scherte, das allein ist schon ungewöhnlich. Ungewöhnlich sind auch ihre Reportagen und Fotografien, die mit "Jenseits von New York" in einer repräsentativen Auswahl wieder aufgelegt wurden, vorbildlich herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Roger Perret.
Kein verklärender Sozialkitsch, aber auch keine billigen plakativen Schlagworte. Stattdessen exakte, mitreißende Reportagen, die anhand ausgewählter Schicksale dem namenlosen Elend ein Gesicht verleihen, ohne beschönigende Klischees (einzig "Unbekanntes Washington" von 1936 fällt durch lyrisch angehauchte Passagen aus diesem Rahmen). In Schwarzenbachs Reportagen werden auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergründe und Ursachen des Elends analysiert -- bis hin zur omnipräsenten unseligen Verquickung von Manchester-Kapitalismus und Lynchjustiz. Wer hinter Begriffen wie "Ausbeutung" oder "Lohnsklaverei" propagandistische Tricks argwöhnt, wird hier eines besseren belehrt. Das Elend der Opfer dieser Machenschaften ist ebenso entsetzlich wie der Zynismus derer, die von diesem Elend profitieren.
Annemarie Schwarzenbach hatte sich ausführlich im Archiv der "Farm Security Administration" (FSA) informiert und Kontakte zur Gewerkschaftsbewegung geknüpft, bevor sie ihre Reisen antrat. Der Einfluss der FSA nicht nur auf ihre Fotografie ist deutlich; für die vielen Fotos gilt dasselbe wie für Schwarzenbachs Reportagen: Sie dokumentieren das Leben der Fotografierten, zeigen sie in ihrem Alltag, ohne sie als Beleg für plakative Thesen zu missbrauchen. Keine pittoreske Armut ist hier zu sehen, kein Sozialkitsch. Schwarzenbachs Gespür für das Charakteristische einer Fabrik- oder Straßenszene ist verblüffend; sie sind oft von einer nachgerade schmerzhaften Sachlichkeit. Kettensträflinge ("chain gangs") z.B. durfte sie nicht fotografieren. Also fotografiert sie Häftlingskittel auf einer Wäscheleine. Der Kontrast zwischen den lustig im Wind flatternden Kleidungsstücken und dem Wissen um die unmenschlichen Haftbedingungen ihrer Träger könnte schmerzhafter nicht sein.
Diese Bilder und Reportagen lassen denen, von deren Leben sie handeln, immer ihre Würde. Das war der erste Eindruck, den diese vorbildlich edierte Neuausgabe bei mir hinterließ, und dieser erste Eindruck blieb.
Sogar liberale Schweizer Zeitungen taten sich in den 1930er Jahren mit der Veröffentlichung dieser Reportagen schwer und erbaten allen Ernstes einen "feuilletonistischeren" und mit weniger "wirtschaftlichem Material belastet[en]" Stil. Den freilich bekamen sie nicht -- Schwarzenbach war nicht für ihre Kompromissbereitschaft bekannt. Wie ihre Berichte vom Hinterhof der aufstrebenden Großmacht entstanden, erhellt übrigens ein Vergleich des bis dato unveröffentlichten Typoskripts "Lumberton. Notizen" mit dem 1938 veröffentlichten "Streik in Lumberton". Sind schon Schwarzenbachs Notizen aufrüttelnd, so verdeutlicht der daraus entstandene Bericht über die Lage der Textilarbeiter noch das Anliegen der Autorin, deren kristallklarer, "ungekämmter" Stil meisterhaft das Wesentliche erhellt, ohne verallgemeinernd zu werden.
"Jenseits von New York" enthält veröffentlichte und unveröffentlichte US-Reportagen Annemarie Schwarzenbachs. Allen gemeinsam ist die Anteilnahme ihrer Verfasserin, die sich bei aller Sympathie um eine objektive Darstellung bemüht. Breiten Raum nehmen die Bemühungen der Roosevelt-Regierung ein, die im Rahmen des New Deal auch anstrebte, die Lage der Arbeiter und kleinen Farmer und Pächter ("sharecroppers") zu verbessern. Wie dringend nötig dies war, aber auch, mit welchem Enthusiasmus und Mut sich Gewerkschaftsführer wie z.B. Myles Horton und unzählige Unbekannte engagierten, immer von Entlassung und Gewaltanwendung oder gar Gefängnis, Mord und Folter (!) bedroht, das machen Schwarzenbachs Reportagen überdeutlich. Rechtsstaatliche, demokratische Verhältnisse sehen anders aus. Umso beeindruckender sind Mut und Engagement derer, die für Demokratie und Gerechtigkeit kämpfen -- dies ist nicht die unwichtigste Botschaft dieser ungewöhnlichen Auswahl.
Ein hartes, drastisches Bild aus dem Hinterhof der gerade im Entstehen begriffenen Weltmacht, dazu kluge Reflexionen über die Gründe für den unglaublichen Zynismus, der hinter vielem Elend steht --aber auch Beispiele von unglaublichem Mut, Engagement und Optimismus (!). "Jenseits von New York" ist ganz bestimmt nicht das schlechteste Werk der leider fast in Vergessenheit geratenen Annemarie Schwarzenbach. |
Shop Talk: Ein Schriftsteller, seine Kollegen und ihr Werk Philip Roth Taschenbuch, November 2005 Verkaufsrang: 239094 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Philip Roth in Gesprächen mit Primo Levi, Milan Kundera, Ivan Klima und anderen Schriftstellerkollegen. Intime intellektuelle Begegnungen, in denen es um den Stellenwert von Land, Politik und Geschichte in den einzelnen Werken der Dichter geht, aber auch darum, wie die höchst individuelle Kunst eines Schriftstellers durch die allgemeinen Lebensbedingungen geprägt wird.
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roths interviews offenbaren, was ihm am herzen liegt ... 5 von 5 Punkten inwieweit ist ein schriftsteller ein mensch, der durch seine kunst eine identität retten kann, die von der ihn umgebenden stark politisch eingefärbten welt gerade aufgerieben wird? philip roth fragt sich das sicherlich unter anderem, weil er das jüdische element in sich stabilisieren will - ähnlich dem amerikanischen nobelpreis-träger saul bellow, dessen "freistil-kampf" gegen den us-mainstream er eigens einen essay widmet. die anderen texte sind in new yorker zeitschriften erschienene interview-nachschriften. so besuchte er den auschwitz knapp entkommenen primo levi in turin, aharon appelfeld in jerusalem. er zankte sich herum mit der us-kritikerin mary mccarthy, die ihm nachzuweisen suchte, ihm sei die durcharbeitung von jüdischer anpassung und nicht-anpassung, von identitäts-rettung oder zumindest vorsichtiger assimilation nicht richtig gelungen. welche sprache im krieg zwischen schriftsteller und anpassungs-fordernder gesellschaft im endeffekt benutzt wird, ist natürlich auch ein wesentliches indiz: der tscheche milan kundera wechselte ins französische, retro-jiddisch schrieb issac bashevis singer, bewusst modernes hebräisch aharon appelfeld - während kafka vordem deutsch einsortiert werden wollte und der weniger bekannte bruno schulz polnisch. es macht sinn, dass in diesem reigen auch die irin edna o'brien interviewt wird - in ihrem vernünftig gewählten londoner exil. dort kann sie unbehelligter schreiben wie eine anais nin der gegenwart [und muss nicht wie jene gerade publizierte marokkanische NEDJMA sich unter ein pseudonym ducken]. hat die kommunistische ära das tschechische verschwinden lassen? haben irisch-christliche betonköpfe die frauen-emanzipation endgültig zum versiegen gebracht? roths interviews offenbaren eine menge von dem, was ihm wirklich am herzen liegt ...
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Das Lächeln des Delphins. Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft.: Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft Pascale Noa Bercovitch Taschenbuch, Oktober 2001 Verkaufsrang: 237846 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Beduinenjunge Abid'allah ist fünf Jahre alt, als er bei einem Sturz sein Gehör fast vollständig verliert. Er bleibt taubstumm und zieht sich zurück. Sein einziger Freund ist ein Delphin. Beim täglichen Spiel mit dem freundlichen Tier findet Abid'allah zunächst seine Sprache, dann sein Gehör wieder. Pascale Noa Bercovitch erzählt die wahre Geschichte einer wunderbaren Freundschaft.
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Übertragbares Lächeln 5 von 5 Punkten Das Lächeln der Delfine überträgt sich bei der Lektüre automatisch auf den Leser ...
Pascale Noa Bercovitch schreibt sehr einfühlsam über die Beziehung eines Beduinen-Jungen zu einem Delfinweibchen. Oline - der Delfin - lebt im Roten Meer und sucht von sich aus die Nähe zu dem taubstummen Abid'allah. Diese Freundschaft ist echt, und die Geschichte hat sich tatsächlich so zugetragen, wie die Autorin sie erzählt. Manche Episoden aus dem Leben von Mensch und Tier sind kaum zu glauben, so zauberhaft sind sie. Oline hilft Abid'allah, sein Gehör und die Stimme zu nutzen. Abid'allah seinerseits rettet zweimal Delfinen das Leben.
Bei der Beobachtung von Abid'allah und "seinem Delfin" lernt die Autorin, "dass die Freundschaft selbst eine Sprache ist, in der die Form jede Bedeutung verliert".
So wie für viele andere hat sich das Leben der Autorin verändert, seit sie einen näheren Kontakt zu Delfinen aufbauen konnte.
Sehr stimmungsvoll sind die Farbfotos in der Mitte des Buches.
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Es muß doch in diesem Lande wieder möglich sein. Der neue Antisemitismus Streit Michael Naumann Gebundene Ausgabe, Oktober 2002 Verkaufsrang: 145868 Die Debatten um Jürgen Möllemann und Martin Walser haben es verdeutlicht: Antisemitismus ist auch ein halbes Jahrhundert nach Auschwitz ein Thema. Die deutsch-israelischen Beziehungen unterliegen nach wie vor besonderer Sorgfaltspflicht. Michael Naumann faßt in diesem Buch Diskussionsbeiträge zusammen - u.a. von Joschka Fischer, Jürgen Habermas, Jan Philipp Reemtsma, Wolf Biermann und Hellmuth Karasek.
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Taiga-Blues Alexander Ikonnikow Taschenbuch, August 2003 Verkaufsrang: 201056 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das vertrackt komplizierte, trotzdem glücklich machende Leben in der russischen Provinz - Alexander Ikonnikow beschreibt es in seinen Geschichten mit Witz und Menschenkenntnis
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Simple stories 5 von 5 Punkten Ist in der Taiga wirklich der Blues? Mit dem Südwesten der USA jedenfalls hat das Buch zunächst mal nichts zu tun. Vielmehr mit der bemerkenswerten Eigenschaft von Russen (und Ukraininern etc.) sich in den Wiedrigkeiten des östlichen Alltags zu behaupten und mit ironischem Blick das Leben zu meistern versuchen. Insofern ist bei Ikonnikow gar nicht so viel "gedichtet" worden, die Stories könnten so oder so ähnlich durchaus passiert sein. Stärker werden die Geschichten, wenn er für eine mehr als 4 Seiten schreibt und sich selbst Zeit gibt die kleine Handlung etwas aufzuspannen. Die anderen Kurzgeschichten sind wie Miniaturen im Anekdotenstil, haben fast schon "Witzcharakter". Insgesamt ein bemerkenswertes Debut, das neugierig macht und eine ganz andere Richtung einschlägt als andere zeitgenössische Autoren in Russland wie Sorokin, Pelewin, Schitkow, Limonow oder auch Ulitzkaja.
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Sprachpolizei und Spielpolyglotte Yoko Tawada Broschiert, März 2007 Verkaufsrang: 16394 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
| Häuptling Eigener Herd. Heft 28: Wir schnallen den Gürtel weiter
Broschiert, September 2006 Verkaufsrang: 179960 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.
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