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| Sekten & Kulte | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Vier Jahre Hölle und zurück Lukas Taschenbuch, 25. Juli 1995 Verkaufsrang: 10733 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Böses ersetzt das Gute, Haß ersetzt die Liebe." Nach dieser Ideologie einer Satanssekte lebt Lukas vier Jahre lang. Zuerst bleibt er aus Angst dabei, später aus Stolz, einer solchen Eltie-Gruppe anzugehören. Psychoterror, Ekeltraining, Alkohol, Drogen und kriminelle Mutproben sind ebenso Teil seines Sektenalltags wie Orgien, Opferungs- und Schändungsrituale. Brutale Strafen sorgen dafür, daß er sich den grausamen Regeln der Satanisten bedingungslos beugt. Aber eines Tages erhält er einen Auftrag, bei dem sich - trotz jahrelanger Gehirnwäsche - sein Gewissen meldet. Er schafft es auszusteigen und unterzutauchen. Doch auch der Weg aus der Hölle ist ein Horrotrip, denn für die Sekte steht er jetzt auf der Liste der Todgeweihten. Lukas - Vier Jahre Hölle und zurück "Böses ersetzt das Gute, Haß ersetzt die Liebe." Nach dieser Ideologie einer Satanssekte lebt Lukas vier Jahre lang. Zuerst bleibt er aus Angst dabei, später aus Stolz, einer solchen Elite-Gruppe anzugehören. Psychoterror, Ekeltraining, Alkohol, Drogen und kriminelle Mutproben sind ebenso Teil seines Sektenalltags wie Orgien, Opferungs- und Schändungsrituale. Brutale Strafen sorgen dafür, daß er...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 69 Bewertungen)
Erschütternder Tatsachenbericht 5 von 5 Punkten Als ich das Buch lass dachte ich mir nur:Oh, mein Gott!!! Man denk eigentlich nie nach wie nahe gewisse Ereignisse doch sind. Für mich war es erschreckend zu lesen welches Netzwerk sich da verbirgt! Wenn jemand kommt und das einen so erzählen würde wie es im Buch beschrieben ist, würde ihm jemand glauben-z.b die Polizei!! Welche Möglichkeiten haben diese Menschen aus so einer Sekte wieder rauszukommen??? Finde das Buch toll zur Aufklärung von Jugendlichen, denn wie im Buch beschrieben rutscht man da sehr leicht rein. Habe das Buch zu ersten mal mit 16 gelesen und mich erschüttert es noch immer obwohl ich es schon kenne und 10 jahre älter bin. Finde es wichtig mehr Aufklärung zu betreiben da heute viele Eltern keine Zeit mehr finden mit ihren Kindern über Sekten, Drogen, Alkohol u.s.w zu sprechen.
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Götter und Kulte der Germanen Rudolf Simek Taschenbuch, 23. Oktober 2006 Verkaufsrang: 52162 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das vorliegende Buch liefert einen knappen, informativen Überblick über die religiöse Welt der Germanen, über Opferkulte, Kultstätten, Götterwelt und ihre Mythologie sowie über Magie und Totenreich. Der Autor hält sich dabei vor allem an die authentischen archäologischen Zeugnisse und zeigt, daß sich von einer einheitlichen Religion der Germanen nach dem neuesten Stand der Forschung nicht mehr sprechen läßt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Brakteaten und Guldgubber: Fakten statt Fantasy 5 von 5 Punkten Götter und Kulte der Germanen sind schwer umstritten, vermeintlich Sicheres ist in Wirklichkeit Phantasie der Romantiker des 19. Jahrhunderts oder der Nationalsozialisten und anderer völkischen Ideologen des 20. Jahrhunderts oder von Esoterikern und Neuheiden der Gegenwart, oft mit antichristlicher Note im Sinne von menschliches, großmütiges Heidentum gegen bösartiges, inhumanes Christentum. Da ist es hilfreich, einmal wissenschaftlich präzise und mit dem überlegten Handwerkszeug des Historikers den germanischen Kulten und den Göttern nachzuspüren. Wie war es denn wirklich? Rudolf Simek gibt knapp und konzentriert tragfähige Antworten, indem er sich streng an schriftlichen und archäologischen Quellen orientiert, spekulative Interpretationen vermeidet und offen und oft beim Namen nennt, was wir nicht wissen. Ausgezeichnet finde ich dabei, dass er trotz knappem Raum auch alternative Deutungsmöglichkeiten aufzeigt. Im Vorwort legt er seinen historischen, vor allem phänomenologisch orientierten Ansatz offen, gibt einen Einblick in die Werkstatt des Gelehrten. Archäologische Funde bekommen starkes Gewicht. Deutlich grenzt er sich gegen die ältere Forschung ab, die er als leichtgläubig, spekulativ, phantasievoll, harmonisierend bezeichnet, weil sie die Quellen nicht kritisch genug befragt habe, zum Beispiel indem sie den christliche Hintergrund beinahe aller mittelalterlichen Autoren einfach naiv oder bewusst ignoriert habe. Oder nicht unterschied zwischen literarischer und wirklich gelebter Religiosität. Oder die Wechselwirkung der germanischen Vorstellungen mit den klassisch-antiken Religionen oder den neuen christlichen Inhalten nicht berücksichtigte. So steht als Ergebnis der neueren Forschung für Simek fest, dass die Germanen nicht eine Religion hatten, sondern dass man korrekt von den germanischen Religionen sprechen müsse, die in Austausch mit der klassisch-antiken und christlichen Umwelt standen. Und die meisten Zeugnisse dieser germanischen Religionen widersetzen sich auch noch hartnäckig der heutigen (und damaligen!) Interpretation, so dass das meiste im Dunkeln bleiben muss. Kann der Historiker dann überhaupt noch etwas Sinnvolles über die Götter und Kulte der Germanen sagen? Ja, natürlich! Und das nicht wenig. Und wieder zeigt sich, dass es oftmals viel spannender ist, wissenschaftliche Lücken vorsichtig zu verfolgen als wunderschöne, harmonische Systeme zu entwerfen, die keine Fragen mehr zulassen. Die Kapitelüberschriften geben einen guten Überblick über Weg und Inhalt des Buches: 1. Waffen, Moore, Quellen: Opferkulte der Eisenzeit. 2. Gold und Festhallen: Kultgebäude und heilige Stätten während der Völkerwanderungszeit. 3. Die Götterwelt des germanischen Altertums. 4. Die Götterwelt der Merowinger- und Wikingerzeit. 5. Riesen, Zwerge und Alben: die Niedere Mythologie. 6. Magie. 7. Tote, Untote und das Reich des Hel. Nach der abgeklärten, sachlichen Analyse müssen sich manche wohl von liebgewordenen Phantasien verabschieden, sei es das geläufige Odin-/Wodan-Bild, oder das von Walhalla und Walküren, Nornen und Wikingerbestattungen in brennenden Booten, die ebenso filmreif wie weihevoll übers Meer dümpeln, seien es Bilder der angeblich rohen Germanen, völlig unbeeinflusst durch Rom und andere Kulturen. Und selbst die Frage, warum das Christentum für die Germanen schließlich doch so attraktiv war, dass es weitgehend gern und freiwillig und rasend schnell Aufnahme fand, wird plausibel geklärt. Bei der konzentrierten Qualität des Buches, zu der auch ein gutes Literaturverzeichnis gehört, sehe ich über das Fehlen eines Glossars, über ein paar unnötige Abkürzungen und über kleinere stilistische Umständlichkeiten hinweg. Die Lektüre lohnt sich für den schnellen Ein- und Überblick. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Wer es genauer wissen möchte, dem sei vom selben Autor empfohlen Religion und Mythologie der Germanen oder Lexikon der germanischen Mythologie.
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Allein gegen die Seelenfänger: Mein Kampf gegen die Psychosekte Lea Saskia Laasner, Hugo Stamm Broschiert, 1. September 2006 Verkaufsrang: 7033 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Leas Kindheit ist jäh zu Ende, als sich ihre Mutter entschließt, der Endzeitsekte Licht-Oase und ihrem selbst ernannten Guru nach Amerika zu folgen. Die Familie lebt fortan in einer Gemeinschaft, in der persönliche Beziehungen nichts gelten. Mit dreizehn Jahren wird Lea die Auserwählte des Gurus - fast zehn Jahre lang ist sie den Übergriffen dieses Mannes schutzlos ausgeliefert. Lea lebt in völliger Isolation, ohne Schulunterricht, ohne Kontakt zur Außenwelt. Doch der Geist und der Wille dieses Mädchens sind nicht zu brechen. Mit 21 Jahren gelingt ihr endlich die Flucht.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Erschreckend - aber interessant und aufschlussreich zugleich 5 von 5 Punkten Ein sehr interessantes, aber zugleich auch erschreckendes Buch über das Leben von Lea Laasner. Unvorstellbar, wie manche Menschen in eine Richtung gedrängt werden können und wie sie selber nichts oder nur wenig davon mitbekommen. Zum Glück hat sie rechtzeitig den Absprung geschafft und ihre eigene Meinung und ihre Seele nicht komplett aufgegeben. Ein Buch, das man kaum aus der Hand legen mag, so interessant ist es zu lesen.
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Nicht ohne meine Schwestern: Gefangen und missbraucht in einer Sekte - unsere wahre Geschichte Celeste Jones, Kristina Jones, Juliana Buhring Broschiert, 13. Januar 2009 Verkaufsrang: 15546 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Kristina, Celeste und Juliana wurden in einer Sekte groß, die den Missbrauch an Kindern nicht nur billigte, sondern sogar zum Sex mit Minderjährigen aufforderte. Die Schwestern wurden schon früh voneinander getrennt und lebten in verschiedenen Missionsstationen der Gemeinschaft überall auf der Welt. Doch ihnen gelingt die Flucht aus den Fängen der Sekte, und es wartet ein Wiedersehen auf sie. In diesem Buch berichten sie von den seelischen Grausamkeiten und der Gewalt, die unter dem Deckmantel des Glaubens geschahen. Es ist ein schmerzvoller Bericht, aber auch das Zeugnis einer mutigen Befreiung.
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Scientology. Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will Frank Nordhausen, Liane von Billerbeck Broschiert, 1. September 2008 Verkaufsrang: 79565 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zu Beginn des neuen Jahrtausends schien es, als hätte sich das Problem Scientology teilweise erledigt. Die totalitäre Sekte wurde als "neue Form des politischen Extremismus" vom Verfassungsschutz beobachtet und verlor viele Anhänger. Doch inzwischen ist der Gehirnwäschekult in Deutschland wieder offensiv tätig. Scientology rief einen "Krieg gegen Europa" aus und eröffnete mitten in der Berliner City ihre neue Deutschland-Zentrale. Erklärtes Ziel: Einflussnahme auf die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und die deutsche Politik. Liane von Billerbeck und Frank Nordhausen haben ihre beiden früheren Bücher ("Der Sekten-Konzern. Scientology auf dem Vormarsch" und "PsychoSekten-Die Praktiken der Seelenfänger") komplett überarbeitet und um wesentliche Teile ergänzt. Sie beschreiben die Rolle des Stauffenberg-Darstellers Tom Cruise als wichtigstem Scientology-Werbeträger, den Vormarsch in die deutsche Hauptstadt, die mafiaartige Unterwanderung von Wirtschaftsunternehmen und die rabiaten Versuche der Sekte, das Internet zu zensieren. Darüber hinaus schildern sie das tragische Schicksal von Scientology-Kindern, die Übergriffe des scientologischen Geheimdienstes gegen Kritiker und den dramatischen Ausstieg einstiger Sektenchefs. Ergänzt wird der Band durch ausführliche Register, Adressen von Beratungsstellen und einen juristischen Ratgeber.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Das neue Standardwerk über Scientology 5 von 5 Punkten Ich hatte die Freude dieses Buch während der Entstehungsphase korrekturzulesen, und denke dass hier ein neues "Standardwerk" enstanden ist, ein legitimer Nachfolger von dem "Magie" Buch von Pfarrer Haack. Für dieses Buch gilt das Gleiche wie für das Vorgängerbuch der beiden Autoren: es ist von Journalisten geschrieben und deshalb gut verständlich. Für Leute, die sich erstmals über Scientology informieren wollen, bietet es auf über 600 (!) Seiten einen sehr umfassenden Überblick; aber auch für Kenner des Themas findet sich noch viel Neues. Besonders gut fand ich den Abschnitt über das Filmprojekt von Tom Cruise, welches dank blinder Unterstützung aus der Feuilleton-Szene sogar noch Millionen an Steuergeldern einsacken konnte. Ebenfalls sehr gut fand ich die Darstellung über Auf- und Abstieg des Scientologen Kurt Fliegerbauer in Zwickau. Letzteres Thema wurde noch nie in solcher Ausführlichkeit behandelt; es ist erschreckend, wie stark die Behörden den Mann seinerzeit gedeckt und unterstützt haben.
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Arbeitsblätter Religion. ' Sekten', neue Wege zum Heil?: 32 Arbeitsblätter mit didaktisch-methodischen Kommentaren. Sekundarstufe I Martin Schmidt-Kortenbusch Taschenbuch, 2001 Verkaufsrang: 119740 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein Buch der extraklasse ! 5 von 5 Punkten Als ich das Buch gelesen habe, war ich anfänglich nicht so begeistert. Doch als ich mich dann hineingelesen habe, konnte ich es erst gar nicht glauben...es zog mich in eine Art Bann und ich laß das Buch wieder und wieder. Diese Detallierten Schilderungen und diese ganz besondre Ausdrucksweise hat mich sehr faszinierd. Ich kann nur jedem der an diesem Thema interessiert ist, dieses Buch wärmestens empfehlen. |
Mysterienkulte der Antike: Götter, Menschen, Rituale Hans Kloft Taschenbuch, 13. November 2006 Verkaufsrang: 178445 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Demeter, Dionysos und Sabazios, Isis und Osiris, Kybele und Dea Syria, Mithras - Hans Kloft bietet hier eine gut verständliche, kenntnisreiche Einführung in die antiken Mysterienkulte und die dort gepflegten Kultpraktiken und Rituale. Darüber hinaus zeigt er, wie sich die einzelnen Kultgemeinden zusammensetzten und welche Erlösungshoffnungen ihre Mitglieder an die verehrten Götter knüpften. Schließlich macht er deutlich, inwieweit das Christentum in der Tradition antiker Mysterienkulte steht.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Sehr gutes Einstiegswerk! 5 von 5 Punkten Der Historiker Hans Kloft stellt in diesem Bändchen einige wichtige Mysterienkulte (Dionysos, Demeter/Persephone, Isis/Osiris, Kybele/Dei Syria, Mithras) der antiken Welt vor. Dabei verfährt er weitesgehend gleich, indem er auf ihre Entstehung eingeht, dann die weiteren historische Entwicklung bis zu ihrer Ankunft bzw. dem Ende im römischen Reich des 4./5. Jahrhunderts. Nach der Skizzierung der Entwicklungsgänge folgt die Beschreibung des jeweiligen Kultes in Hinblick auf den Mythos, die Riten und ihre Bedeutung, die Kultstruktur, die Mitglieder etc. Alles in allem ein sehr gutes Buch, das mit einer guten Bibliographie zu den entsprechenden Themen endet, die wertvolle Wegweiser zu weiterführenden Studien sind.
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Bild und Kult: Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst Hans Belting Taschenbuch, 29. Juli 2004 Verkaufsrang: 137793 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Statuen, Gefäße und Zeichen. Bild und Reliquie im westlichen Mittelalter 15. Die Ikone im städtischen Leben Roms 16. 'Nach griechischer Art. Importikonen im Westen 17. Norm und Freiheit: italienische Ikonen im Zeitalter der Kommunen 18. Die Madonnen von Siena. Das Bild im städtischen Leben und am Altar 19. Der Dialog mit dem Bild. Die Ära des Privatbildes am Ausgang des Mittelalters 20. Religion und Kunst. Die Krise des Bildes am Beginn der Neuzeit
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Geschichte religiöser Bilder 5 von 5 Punkten Schon vor dem Zeitalter der Kunst, das einen autonomen Künstler voraussetzt, begann das Zeitalter des Bildes - für kultische Zwecke gebraucht entwickelten sich bestimmte Typen, bei denen die religiöse Wirkkraft des Bildes im Vordergrund steht. So werden Bilder zum Gegenstand religiöser Verehrung und auch zum Gegenstand theologischer Streitereien, die zuweilen im Bildersturm enden. Belting führt einfühlsam in die Welt der christlichen religiösen Bilder ein. Ihre Verbindungen zur Kunst der Antike - vom Kaiserbild über Kultbilder antiker Religionen bis hin zu den "gottgemachten" Acheiropoietoi - werden systematisch und einleuchtend dargestellt. Viele Abbildungen ergänzen das durchdachte Buch, das ein Standardwerk geworden ist und auf lange Sicht bleiben wird. |
Sekten: Wie Menschen ihre Freiheit verlieren und wiedergewinnen können Margaret Thaler Singer, Janja Lalich Taschenbuch, 1997 Verkaufsrang: 114165 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Autorin ist Professorin für klinische Psychologie in Berkeley und beschäftigt sich seit über dreißig Jahren mit dem Thema Sekten. Ihre Forschungsarbeit und ihre praktische Beratertätigkeit machen sie zu einer weltweit aberkannten Expertin auf diesem Gebiet. Das Buch beantwortet diese wesentlichen Fragen: Was macht eine Gruppe zur Sekte? Mit welchen Methoden rekrutieren Sekten neue Mitglieder? Wie werden Mitglieder abhängig gemacht und dazu gebracht, eine Pseudopersönlichkeit anzunehmen? Was können Familien tun, die einen Angehörigen an eine Sekte verloren haben? Welche Art von Hilfen brauchen Menschen, um aussteigen zu können und wieder ins Leben zurückzufinden? S
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Standardwerk 5 von 5 Punkten Das "Must-Have", das Standardwerk für alle, die sich mit Sekten oder Manipulation und Gehirnwäsche im weitesten Sinne beschäftigen. Hier wird einem ein fundiertes, seriöses Werkzeug in die Hand gegeben, dass seinesgleichen sucht. Im Detail und leicht verständlich wird dennoch komplex Schritt für Schritt dargestellt, was Sekten sind, was an Sekten schlimm ist, wie Sekten funktionieren, wie Gehirnwäsche und andere psychologische Techniken greifen und wie man wieder entkommt. Wie eine Genesung möglich ist und man seine eigene Persönlichkeit wieder gewinnt. Ein sehr zu empfehlendes Buch.
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Geboren im Schatten der Angst: Ich überlebte die Colonia Dignidad Klaus Schnellenkamp Gebundene Ausgabe, Januar 2007 Verkaufsrang: 209331 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Er schaffte den Absprung: Der Schicksalsbericht eines jungen Mannes, der seine Kindheit im totalitären System der Sekte verbrachte und sich vom Psychoterror befreien konnte. Für mich ist das Buch die Aufarbeitung eines Traumas und die Abrechnung mit allen die Täter waren. Ich empfehle das Buch, als geschichtliches Zeugnis aber auch vielen, die in einer verzweifelten Situation sind und aus dem erfolgreichen Überlebenskampf von Klaus Schnellenkamp Hoffnung und Kraft für eine Verbesserung der eigenen Situation schöpfen können. Ich wünsche dem Autor viel Erfolg und glückliche Jahre in seiner neuen Heimat. Zeigen wir ihm, dass sein Überlebenskampf nicht vergebens war.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Die Hilflosigkeit der Supermächte und Hilfsorganisationen 5 von 5 Punkten Eine sehr mutige Geschichte, die Klaus Schnellenkamp hier offen legt. Das hätte sich die Kolonie der Versuchskinder während der Diktatur und Leitung durch den mittlerweile verurteilten Verbrecher Paul Schäfer nie gefallen lassen. Beinahe wäre die Geschichte dieser gequälten Menschen in Vergessenheit geraten. Warum konnte 60 Jahre lang niemand diesen Menschen helfen. Wer hatte hier noch seine Finger im Spiel? Das Buch beschreibt sehr interessant einesteils die Geschichte der Kolonie und sehr beeindruckend die Geschichte eines Revoluzzers. Für mich ist das Buch die Aufarbeitung eines Traumas und die Abrechnung mit allen die Täter waren. Ich empfehle das Buch, als geschichtliches Zeugnis aber auch vielen, die in einer verzweifelten Situation sind und aus dem erfolgreichen Überlebenskampf von Klaus Schnellenkamp Hoffnung und Kraft für eine Verbesserung der eigenen Situation schöpfen können. Ich wünsche dem Autor viel Erfolg und glückliche Jahre in seiner neuen Heimat. Zeigen wir ihm, dass sein Überlebenskampf nicht vergebens war.
Ein mutiges Buch 5 von 5 Punkten Klaus Schnellenkamp ist Jahrgang 1972. Während ich sein Buch las, musste ich daran denken, welch großartige Jugendjahre ich und sicher viele andere unseres Jahrganges in denselben Jahren in Deutschland hatten, mit allem, was ein Mensch zum Leben braucht: Elternliebe, Fürsorge, ein Zuhause, Ausbildung, Reisen, von so grundlegenden Dingen wie Essen und Trinken einmal ganz abgesehen. Und selbst wenn man zugeben muss, dass auch wir einem Reglement unterlagen, haben wir doch ein Maß an Freiheit genossen - Freiheit in der Wahl unserer Freunde, unserer Lektüren, unserer Bewegung, unserer Interessen -, von denen Klaus Schnellenkamp nicht einmal träumen konnte. Ich möchte jedem, der sein eigenes Leben mit prüfendem Blick betrachtet, dieses Buch ans Herz legen. Die Geschichte von Klaus Schnellenkamp und die eindrückliche Art, in der sie erzählt wird, zeigt, wie ein Mensch auch in einem unmenschlichen System Mensch sein kann. Ein großes Lob für den Mut des Autors - er hat ein Buch des Lebensmutes geschrieben, das viele Leser finden möge. |
Geschichte der Assassinen aus morgenländischen Quellen Joseph von Hammer Broschiert, 15. November 2008 Verkaufsrang: 295490 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Die Assassinen (Haschischesser) waren eine legendenumwobene militante Sekte des Mittelalters (1080 - 1270) im Orient, die Bilsenkraut und Opium konsumierten. Wegen des Bilsenkrauts wurde die ganze Sekte auch Haschischi genannt, woraus die Abendländer Assassinen' machten. Sie feierten orgiastische Feste und wurden insbesondere durch ihre legendären Dolch- und Giftmorde an wichtigen Persönlichkeiten berühmt. Der Begründer der Assassinen, der "Alte vom Berge", Hassan Ben Sabbah, galt für seine Leute als erneute Inkarnation von Mohammed. Im Jahr 1108 überrumpelte Hassan Ben Sabbah die Festung Alamut in der persischen Provinz Dilem. Von diesem Schloss aus, unterwarf er weitere persische Schlösser und breitete die Herrschaft der Assassinen nach Syrien und in den Libanon aus, wo der Hauptsitz der Assassinen in der Festung Mokkat war. Legendär ist, dass Hassan Ben Sabbah junge Leute mit Opium betäubte um sie dann in seine Burg Alamut zu entführen, wo sie durch die Bewirtung mit Drogen und Betörung durch Frauen in ekstatische Verzückung gerieten und sie sich wie im (vom Propheten Mohammed) versprochenen Paradies fühlten. Anschließend wurden sie dann erneut mit Opium betäubt und zu Hassan Ben Sabbah gebracht, der sie dann zu Untergrundkämpfern (Attentätern) ausbilden ließ, mit dem Versprechen, dass sie nach ihrem Tod das Paradies erneut erleben würden. Mit Freude vollzogen seine Anhänger daher alles, was der "Alte vom Berge" befahl, selbst wenn es ihnen den unmittelbaren Tod brachte. Es gibt verschiedene Interpretationen über das Leben und Unwesen der Assassinen, aber dieses Buch stützt sich auf die Grundlagen von Geschichtsschreibern jener Zeit. Joseph von Hammer lässt diese spannende Geschichte der Assassinen in ihrem Zeitkolorit wieder auferstehen.
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Die Götter des Zweistromlandes. Kulte, Mythen, Epen Brigitte Groneberg Gebundene Ausgabe, August 2004 Verkaufsrang: 235807 "Möge dein Herz um meinetwillen sich umwenden und an seinen Platz zurückkehren: Deine großen Taten sind einzigartig - deine Größe wird überall gepriesen - junge Frau, Inanna, dich zu preisen ist süß!" Die Göttin Inanna-Ischtar vereinigte in ihrer Person die unterschiedlichsten Eigenschaften: Heilgöttin, Fruchtbarkeits- und Liebesgöttin, sie ist aber auch Kriegsgöttin, die den Herrscher bei seinen Eroberungen unterstützte. Von 3000 bis 500 v. Chr. reichte die Herrschaft der Sumerer, Babylonier und Assyrer über das Land zwischen Euphrat und Tigris. Hier entstand eine der ersten städtischen Kulturen der Menschheit. Die Namen einiger der zahlreichen Götter - wie Baal oder Marduk - des Zweistromlandes kennen wir aus der Bibel. Aber was waren ihre Funktionen und in welchen Beziehungen standen sie zueinander?
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Selbstmord im Paradies: Mein Leben in der Sekte Deborah Layton Broschiert, 17. September 2008 Verkaufsrang: 114358 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Er hatte ihnen das Paradies auf Erden versprochen. Und sie sind ihm gefolgt - bis in den Tod. Vor dreißig Jahren geriet die US-Sekte People's Temple in die Schlagzeilen der internationalen Presse. Ein regelrechtes Massaker hatte am 28. November 1978 in Jonestown (Guyana) stattgefunden, 913 Menschen starben, darunter 276 Kinder. Opfer eines charismatischen Führers, James Warren Jones. Was treibt Menschen dazu, sich in ein System der Unterdrückung und Manipulation zu begeben, das sie mit dem Leben bezahlen? Deborah Layton, die neun Jahre lang Mitglied der Sekte war, konnte ein halbes Jahr vor dem Massaker aus Jonestown fliehen. Zwanzig Jahre später schrieb sie diesen eindrücklichen Bericht. Ein Buch mit Wucht. Ein Buch, das auf fesselnde Weise aufklärt. Ein Buch von beängstigender Aktualität.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Die bitteren Folgen eines Sektenwahns 5 von 5 Punkten Deborah Layton, geboren 1953, führt bis zu ihrem Eintritt in die Sekte "People's Temple" ein unstetes Leben durch ihre fehlende Disziplin in der Schule, Drogenkonsum und durch ihre zunehmende Entfremdung von den Eltern. Mit 16 Jahren lernt sie durch einen ihrer Brüder die Gemeinde, angeführt von Jim Jones, kennen und tretet begeistert ein in dem Glauben, von hier aus den Unterdrückten der USA helfen und somit ihrem Leben einen Sinn geben zu können. Doch es endet mit "Konfrontationen" (= Bestrafungen durch die anderen Mitglieder wegen kleinster Vergehen), sexuellen Missbrauch durch den "lieben Father Jim", den Abbruch familiärer Kontakte und der Reise ins vermeintliche Paradies Jonestown in Guyana, das sich jedoch als schwer bewachtes Arbeitslager herausstellt. Selbstverständliche menschliche Gefühle und Bedürfnisse wie Liebe, Geborgenheit, Trauer oder Schmerz sind dort verpönt, ja sogar höchst unerwünscht. Erst nach Monaten voller Verzweiflung und Torturen wie den nächtlichen Selbstmordübungen entkommt sie mit Müh und Not. Zurück in den USA berichtet sie von den Verhältnissen in Jonestown und versucht, wieder ins normale Leben zurückzufinden. Das geschieht im Jahre 1978, als fast 1000 Mitglieder am 18. November tatsächlich zum Suizid gezwungen oder ermordet werden. Zwar gibt es diese Sekte nicht mehr (die Überlebenden haben sich entweder zurückgezogen oder berichten von den Grausamkeiten dieser Zeit) doch hat es mich trotzdem mitgenommen, wie detailiert Layton ihre Geschichte beschreibt. In der Dokumentation "Jonestown - Todeswahn einer Sekte" ist sie zwar interviewt worden und erzählte einige Punkte ihrer Erlebnisse, doch im Buch kommt alles zu Wort. Ihre Jugend, ihr Eintritt, ihre Kontakte, ihre schlimmsten Erlebnisse, ihr Austritt durch eine äußerst schwierig zu meisternde Flucht und ihr Empfinden über die Tode ihrer Freunde und Angehörigen - all das wird genau beschrieben und teilweise auch mit Fotos dokumentiert. Eine der krassesten Schilderungen ist z.B. die von der ersten Vergewaltigung durch Jones. Nicht einfach zu verdauen. Oder das Leben im "Paradies" unter menschenunwürdigen Bedingungen. Und man fragt sich freilich selbst, wie man dieses Leben selbst hingenommen hätte. Dieses Buch macht fassungslos, wenn wieder mal klar wird, wie leicht Menschen manipuliert werden können, wenn ein einzelner Mensch sich praktisch als fehlerlose Informationsquelle, Wunderheiler, gütiger Vater und GOTT hält (ja, richtig: er hielt sich für DEN Gott und bestrafte jeden, der das irgendwie anzweifelte). Auch während der Flucht liest man Sprüche wie "...wie Father [Jim Jones] uns gelehrt hatte". Da möchte man den Kopf schütteln. Aber wenn man aufpasst, entgehen einem die Taktiken nicht, die nicht nur der "People's Temple" anwendete, sondern auch andere religiöse Gruppen wie die Zeugen Jehovas und Scientology: Selbstverständlich sind WIR die Rettung für euch, klar ist UNSERE Wahrheit die einzig richtige und natürlich gibt es keinen Zweifel daran, was UNSER Führer sagt. Wer also am Thema Religionen, Psychogruppen und Sekten Interesse hat (oder auch nur am Thema People's Temple und Jonestown), kann hier ruhig zumindest reinlesen. Wer es lieber in Filmform mag, dem empfehle ich die oben genannte Doku "Jonestown - Todeswahn einer Sekte" (O-Titel "Jonestown - The Life And Death Of Peoples Temple" ), allerdings ist die Schilderung der gesamten "Karriere" eines einzelnen Mitgliedes evtl. besser nachvollziehbarer und schonmal nicht minder spannend.
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Erst Manhattan - Dann Berlin: Messianisten-Netzwerke treiben zum Weltenende Wolfgang Eggert Broschiert, April 2005 Verkaufsrang: 209516 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Krudes Nachwerk voller verstecktem Antisemitismus 2 von 5 Punkten Egger mixt in seinem Buch geschickt Fakten mit den krudesten Verschwörungstheorien und wie nicht anders zu erwarten, stecken hinter allem Bösen in der Welt niemand anders als die CIA, der Mossad und letztendlich die Juden. Wohl nicht uninspiriert von den, schon Ende des 18. Jahrhunderts als Fälschung entlarvten "Protokolle der Weisen von Zion" bastelt sich Eggert eine zionistische Weltverschwörung und verfälscht dabei schlicht Fakten, in dem er zum Beispiel behauptet, der Staat Israel hätte den 6-Tage-Krieg unprovoziert, exakt an jenem Tage begonnen, damit er jüdisch-biblischen Prophezeiungen erfülle. Fans von Gruselgeschichten und Verschwörungstheorien kommen hier auf ihre Kosten. Wirklich überprüfbare Fakten erhält man selten, da der Autor in seinen Quellenangaben nur zu gerne "Fakten" aus seinen eigenen Werken anbringt oder Webseiten obskurer, sektenähnlicher "Nachrichtendienste" verwendet.
Geniale differenzierte Analyse 5 von 5 Punkten Die Stärke des Buches liegt in der überaus differenzierten Darstellung eines insbesondere für Deutsche tabuisierten Themas. Es gibt nun einmal nicht DIE Juden, sondern verschiedene Strömungen, von denen einige extreme Beispiele wie Chabad bzw. die Chassidim jedem demokratisch orientierten Mitmenschen bedrohlich erscheinen müssen. Eggert hat den Mut sich an dieses heiße Eisen zu wagen, konkrete Namen zu nennen und mit akribischer Quellenanalyse zu beweisen, dass apokalyptisch orientierte Kräfte nicht der Phantasie paranoider Spinner entspringen, sondern real existieren. Angesichts des momentan entbrandeten Nahostkrieges erfährt die Analyse des Autors eine weitere Stärkung. Wer den Versuch wagt, sich auf diese Thematik einzulassen, dabei nicht voreilige Schlüsse zieht, wird reichlich belohnt werden. Aha-Erlebnisse plus reichlich Gänsehaut sind garantiert. |
Das Geheimnis der Mysterien: Antike Kulte in Griechenland, Rom und Ägypten Marion Giebel Taschenbuch, 2003 Verkaufsrang: 191206 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Schreiben Sie eine Online-Rezension und teilen Sie Ihre Meinung anderen Kunden mit.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Über die Vielfalt antiker Religiosität 4 von 5 Punkten Die Antike kennt neben den offiziellen und öffentlichen Staats-, Stadt- und Hauskulten und dem homerischen Götterhimmel eine weitere Form von Religiosität, die sog. Mysterienkulte. Diese unterscheiden sich signifikant von den ofiziellen Kulten durch ihr geheimes Wissen und verborgenen Riten, in welche man erst nach einer Art Prüfungszeit eingeführt wurde. Der wichtigste Grund, warum diese neben den öffentlichen Kulten existierten, dürfte in der Schäche der der offiziellen Kulte liegen, die religiösen Bedürfnisse der Menschen ausreichend befriedigen zu können. So boten die "geheimen" Kulte in Form von Mythen häufig Antworten auf existentielle Fragen der Menschen, wie: Woher komme ich, wohin gehe ich, wie schütze ich mich vor der gefahrvollen Welt? etc. Besonders die feierliche und religiös aufgeladene Einführung, Initation, in die Kulte hat den Neuaufgenommen das Gefühl vermittelt, an einer höheren, das eigene Leben transzendierenden Existenz teilzuhaben. Neben der Hoffnung auf höhere Weihen und Teilhabe am Göttlichen, sind es aber gerade auch soziostrukturelle Elemente, welche die Mysterienkulte so attraktiv machten. So kennen viele der Kulte keine Schranken des Ranges, Standes, der Abstammung oder des Geschlechts. Selbst Sklaven hatten häufig Zutritt. Auch oblag es der freien Entscheidung, welchen Mysterienkult man wählte - ein bedeutender Unterschied zur offiziellen "Religion". Wie das Christentum, so hatten auch die "Mysterien" in Krisenzeiten Hochkonjunktur, mit denen das Christentum viele Gemeinsamkeiten teilt(e). Aber im Gegensatz zum letzteren waren die Kulte nie wirklich öffentlich verboten und geheim. Der Geheimnischarakter bezog sich va. auf das "geheime Wissen" der Kulte. Sie verfügten aber an vielen öffentlichen Plätzen über Tempel. Eben wie die offiziellen Kulte konnten sich auch die Mysterien gegen das rasch wachsende Christentum nicht durchsetzen. Die Autorin gibt einen spannenden Einblick in die geschilderte Form antiker Religiosität, die mehr zu bieten hat, als die starre Religiosität antiker Menschen, wie sie uns va. durch christliche Autoren immer wieder vermittelt wurde. Sie stellt die wichtigsten und am weit verbreitesten Mysterienkulte der griechisch-römischen Welt vor und bietet einen Einblick in Anziehungskraft, Ablauf und Inhalt der Kulte. Immer wieder spannend zu sehen sind die zahlreichen Gemeinsamkeiten, die die hier vorgestellten Kulte (Mysterien von eleusis, Dionysosmysterien, Isismysterien, Mithrasmysterien...) teilen - besonders was deren Ursprungsmythen betrifft. Die Darstellung wird durch Abbildungen aufgelockert, wirkt sprachlich aber schonmal etwas langatmig.
Gute Darstellung von kaum bekannten Seiten der Antike 4 von 5 Punkten Der Titel des Buches "Geheimnis der Mysterien" klingt für den Alltags-Sprachgebrauch zunächst doppelt gemoppelt, und fast könnte man befürchten, es würde einem esoterisches Geheimnis-Geraune in dem Buch begegnen. Dem ist überhaupt nicht so. Es handelt sich um eine sehr klare, fundierte, aber dabei anschauliche und gut lesbar geschriebene Darstellung der antiken Mysterienkulte in ihren verschiedene Erscheinungsformen. Ein Problem ist natürlich, dass man kaum weiß, was bei den Mysterienritualen geschah (sodass die Mysterien etwas geheimnisvolles geworden sind), aber die Autorin versteht es, verschiedene Informationen aus dem kulturellen Umfeld so heranzuziehen, dass das Thema erfolgreich eingekreist wird, und man das Gefühl hat, vollständig informiert zu sein. Das Buch ist vom Aufbau her recht einfach gehalten, d.h. es werden einfach die verschiedenen Mysterienreligionen und Heiligtümer der Reihe nach beschrieben (Demeter, Kybele, Isis etc), es besticht aber durch den außerordentlich interessanten Inhalt. Zum einen erfährt man eine Menge über die Seiten antiker Mythologie, die im klassischen Bildungskanon fehlen, obwohl sie in der Antike eine sehr wichtige Rolle spielten. Zum anderen ergibt sich ein äußerst interessanter Vergleich zum Auftreten des Christentums (dieser Vergleich geschieht in dem Buch eher beiläufig, es finden sich aber viele interessante Verweise). Ich habe daraus den Schluss gezogen, dass die Verbreitung des Christentums tatsächlich eine historische Notwendigkeit war, indem ein ganz allgemeiner Bedarf an einer persönlichen Erlösungsreligion bestand, und das Christentum für diesen Bedarf das beste, stimmigste "Angebot" hatte, während sich aber verschiedene Religionen mit ähnlichem Angebot auf demselben "Markt" tummelten. Faszinierend fand ich in dieser Hisicht z.B. den Hinweis auf Parallelen zwischen der Darstellung der Isis als Muttergottheit und der christlichen Muttergottes-Ikonographie, oder die (im Buch allerdings nicht thematisierte) Parallele zwischen den Einweihungsritualen in Eleusis etc, wo man symbolisch das Sterben, Durschreiten des Todes und Wiedergeborenwerden durchlief, verglichen mit dem christlichen Mythos vom Tod des Heilands, seinem Hinabsteigen in das Reich der Toten, und seiner Wiederauferstehung. Mit einem Wort: sehr interessante und zum Nachdenken anregende Lektüre, die auf angenehm unaufgeregte Weise präsentiert wird. |
Panorama der neuen Religiosität: Sinnsuche und Heilsversprechen zu Beginn des 21. Jahrhunderts Reinhard Hempelmann, Ulrich Dehn, Andreas Fincke Taschenbuch, Oktober 2005 Verkaufsrang: 231397 Die bunte Welt des Religiösen Das Grundlagenwerk komplett überarbeitet und aktualisiert Kriterien zur Beurteilung und Hilfen zur Auseinandersetzung Die Basis für eine differenzierte Urteilsbildung Spiritualität und Religiosität stoßen gegenwärtig wieder auf ein wachsendes Interesse: Religiöse Themen schlagen sich in Werbung, Kino und Kunst nieder, Psychoszenen geben Heilsversprechen, Anthroposphie und Waldorfpädagogik finden breite Zustimmung, diverse Religionsgemeinschaften haben regen Zulauf. Doch welche Inhalte, Lehren und Konflikte verbergen sich dahinter? Dieses jetzt aktualisierte Grundlagenwerk versammelt fundierte Kenntnisse und wichtige Informationen über die unterschiedlichen Gruppierungen, Bewegungen und Erscheinungsformen neuer Religiosität. Zusätzlich liefert es Beurteilungskriterien und Hilfen zur Auseinandersetzung.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Mehr als gut! 5 von 5 Punkten Hält man das Buch mit seinem doch enormen Umfang in den Händen, befällt einen erst einmal ein Schaudern. Erwarten einen nun knapp 700 Seiten trocken-theoretischer Darlegungen? Mitnichten! Dem hoch kompetenten Autorenteam ist es gelungen, die religiöse Situation im Hinblick auf "neue" (!) Religiosität -also nicht die "klassischen" Formen von Judentum, Christentum und Islam- in übersichtlichen Kapiteln umfassend, informativ und dadurch durchaus auch spannend zu beschreiben. Schwerpunkt ist dabei Deutschland, aber die meisten der Bewegungen und Beobachtungen haben je auch ihre internationalen Implikationen. Die Bewertungen aus kirchlich-theologischer Sicht sind bei all dem von den Beschreibungen je klar getrennt. Und gerade durch diese sehr übersichtliche Gliederung eignet sich das Werk auch hervorragend als Nachschlageort, wenn man gezielt dieses oder jenes zuordnen oder z.B. über Scientology, die Bhagwan-Bewegung, UFO-Kulte oder den "Heiligenkult" um Diana nachschlagen will. Allenfalls vermisst habe ich einen Eintrag über das wieder- bzw. neuerwachte "liberale Judentum" in Deutschland, dessen Einordnung ja nicht weniger interessant ist als die der (im Buch behandelten) neu-christlichen Sondergemeinschaften. Der Preis ist nicht niedrig, aber dem Umfang angemessen - und im Hinblick auf mein Vorurteil zu Beginn räume ich gerne ein: hier hat sich jede Seite zu lesen gelohnt - am Ende hat man wirklich einen religionswissenschaftlich fundierten Gesamtüberblick über die neureligiöse Situation in Deutschland gewonnen! |
Kleines Lexikon der "Sekten", Psychogruppen und Strukturvertriebe Nicolette Bohn Taschenbuch, Februar 2005 Verkaufsrang: 196629 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Veranschaulicht durch Presse- und Polizeifotos, Steckbriefe und Vernehmungsprotokolle beschreiben zwei Berliner Insider berühmt-berüchtigte Kriminalfälle wie zum Beispiel Michael F.s Panzerknacker GmbH.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Eine wertvolle Orientierung 5 von 5 Punkten Das Lexikon ist eine wertvolle Orientierung auf dem Markt der religiösen Sinnanbieter. Die Zahl der Wunderheiler und Menschen, die das Heil versprechen, wächst stetig. Neue Gruppen kommen hinzu, alte STrukturen bröckeln. Das Lexikon hilft, eine erste Orientierung zu finden und kritisch über Menschen nachzudenken, die meinen, auf alle Lebensprobleme eine Antwort zu haben. |
Die Psycho-Szene Colin Goldner Gebundene Ausgabe, 2000 Verkaufsrang: 199862 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Psycho-Szene ist die völlig überarbeitete und erweiterte Neuauflage des 1997 bei Pattloch erschienenen Titels Psycho - Therapien zwischen Seriosität und Scharlatanerie. Das Buch vermittelt einen Überblick über das Geschäft mit Heil & Heilung, zeigt Querverbindungen auf und stellt den ideologischen Hintergrund dar. Die Überarbeitung trägt der veränderten Situation nach Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes Rechnung und greift in die Diskussion um ein "Lebenshilfegesetz" ein. In 150 Kapiteln und Exkursen werden jetzt über 2000 Verfahren, Begriffe und Namen vorgestellt und kritisch untersucht. Der Autor wählt dabei die Perspektive der hilfesuchenden Betroffenen, reflektiert die Folgen der Psycho-Angebote und fordert einen besseren Schutz der VerbraucherInnen. Aromatherapie - Aura Soma - Aura-Healing - Ayurveda - Bach-Blüten - Bioenergetik - Bioresonanztherapie - Bodywork - Channeling - Edelstein-Therapie - Enneagramm - Farbtherapie - Geistheilung - Graphologie - Handlesen - I-Ging - Meditation - NLP - Positives Denken - Primärtherapie - Radiästhesie - Rebirthing - Reiki - Reinkarnationstherapie - Schamanische Heilung - Subliminals - Tantra - Tarot - Yoga u.v.a. Colin Goldner, Klinischer Psychologe und Wissenschaftsjournalist. Leiter des Forum Kritische Psychologie (München), einer Beratungseinrichtung für Therapie-Geschädigte. Als Therapeut ist Goldner ständig mit den Folgen befaßt, die der Einsatz fragwürdiger Psycho-Techniken bei rat- und hilfesuchenden Menschen auslöst.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 43 Bewertungen)
Standardwerk 4 von 5 Punkten Colin Goldner ist sozusagen der Günther Wallraff der Psycho-Szene. In vielen Organisationen hat er undercover recherchiert und seine Ergebnisse zusammengetragen. Er schildert die Inhalte, das Vorgehen der Gurus und die schädlichen Folgen, die er bei Aussteigern beobachtet hat. Häufig sind es sicher sehr extreme Fälle, wie etwa der der Opernsängerin, die sich in Behandlung gab, weil sie sich um ihre Stimme sorgte. Ein sogenannter Therapeut redete ihr ein, sie habe schon einmal gelebt und sei in ihrem früheren Leben Henker gewesen, der zahlreiche Unschuldige aufgeknüpft habe. Daraus schloß die Frau, sie könne ihre "Schuld" nur abtragen, indem sie sich erhänge - zum Glück tat sie es nicht, sondern kam in seriöse Behandlung. Sicher ein krasses Beispiel, bei den meisten Leuten kommt es bestimmt nicht soweit. Aber es ist allemal interessant zu lesen, wie weit Gurus ihre gläubigen Anhänger treiben können. Selbstverständlich gerät nicht jeder, der sich mal mit Esoterik befaßt, in das Netz der Abhängigkeit - ebensowenig wie jeder, der mal einen Durst trinkt, zum ALkoholiker wird. Das behauptet Goldner auch gar nicht. Er beschreibt lediglich, was der Glaube an Übersinnliches anrichten KANN. Colin Goldners Werk ist ein Wälzer, denn der Autor läßt kaum eine esoterische Richtung aus - aber die Inhalte wiederholen sich häufig wegen der vielen Gemeinsamkeiten. Befremdlich fand ich nur die Kritik an den Kampfsortarten - Goldner bemängelt zwei Dinge, nämlich die Verletzungsgefahr und den unsozialen Grundsatz (Überwindung des Schwächeren). Diesen Vorwurf kann man so ziemlich jeder Sportart machen, auch denen ohne "Kampf" im Namen. Goldners wichtigste Leistungen sind m. E. folgende: 1. Er enthüllt die ungeheure Menschenverachtung, die häufig unter dem Deckmantel von Liebe und Harmonie verborgen ist. Ein Beispiel dafür ist der Glaube, der Mensch sei für alles - wirklich alles -, das ihm widerfährt, selbst verantwortlich (es äußert sich in "Alles passiert dir, weil du danach verlangt hast" u. ä.), auch für schwere krankheiten und Notlagen. Wie weit diese Einstellung gehen kann, zeigt sich an Esoterikerreaktionen auf Verbrechen oder Katastrophen. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Mord an der siebenjährigen Natalie Astner - wer war aus esoterischer Sicht wohl schuld an der Tat? Der Mörder Armin Schreiner vielleicht? Nein, das kleine Mädchen selbst - es sei ihr halt vorbestimmt gewesen, vergewaltigt und umgebracht zu werden, sie habe sich ihr Schicksal selbst ausgesucht. Gleiches gilt natürlich auch für die Opfer von Katastrophen wie der in Tschernobyl. Kommentar von Positivdenker Erhard Freitag: "Ich hätte gern gehabt, wenn es eine Million Tote gegeben hätte." Deutlicher und schlimmer geht es doch nicht mehr! Angesichts solcher Äußerungen ist auch leicht einzusehen, daß viele Esoteriker bräunlich angehaucht sind - wenn jeder sich sein Schicksal selbst aussucht, nun, dann haben das auch die 6 Millionen Menschen getan, die in den KZs der Nazis ums Leben gekommen sind. Z. B. behaupten manche, "Wenn die 6 Millionen wirklich hätten entkommen wollen, dann wäre es auch geglückt" oder "Der Holocaust war die gerechte Strafe, die Opfer hatten KArma aus früheren Leben abzutragen" oder ähnliches. Nicht selten ist Esoterik auch mit Sexismus verbunden, der sich nicht nur gegen Frauen richtet, sondern bei einigen Richtungen auch gegen Männer, z. B. bei gewissen Zirkeln vermeintlicher Hexen. Und 2.: Goldner erklärt, warum soviele esoterische Vorstellungen den Leuten plausibel erscheinen. Eine Erklärung für den Glauben, bei Vollmond passierten mehr Unfälle oder verbrechen, ist z. B. die selektive Berichterstattung in den Medien - "Es war Vollmond, aber es passierte nichts" wäre vielleicht zutreffend, aber natürlich keine gute Schlagzeile. Graphologen oder Astrologen verwenden meistens ALlgemeinplätze wie "Fahren Sie vorsichtig, damit Sie keinen Unfall bauen" oder ähnliches - so etwas ist natürlich immer richtig. Man muß ja auch wirklich kein Hellseher sein für Prophezeiungen wie "Auch im nächsten Jahr werden Politiker in Skandale verwickelt sein". Ein Esoterikgläubiger ist außerdem ohnehin geneigt, Ereignisse os zu interpretieren, daß sie "passen": "Der Wahrsager hat mir einen Autounfall prophezeit, aber ein Sturz von der Leiter ist ja was Ähnliches." Der Vorwurf, Goldner sei gegen alles und jeden, kann ich mich nicht anschließen: Seine Betrachtungsweise ist sehr wohl differenziert - seine Kritik am Positiven Denken heißt nur, daß er den Zwang, ALLES IMMER positiv zu sehen, ablehnt. Gegen eine lebensbejahende Grundhaltung hat er nichts, und obwohl er gewisse Praktiken bei der Unterwassergeburt kritisert, plädiert er ausdrücklich dafür, bei einer Geburt die Bedürfnisse der werdenden Mutter zu berücksichtigen - sie sollte selbst entscheiden, wie sie ihr Kind zur Welt bringt - z. B. auch in einem Becken mit lauwarmem Wasser. Kritik an den etablierten Religionen und großen Kirchen übt Goldner nur am Rande - die Erstauflage des Buches ist ja auch in einem katholischen Verlag erschienen. Wer sich etwas mit Goldner auskennt, weiß, daß er ein überzeugter ATheist ist, der zwischen Glauben und Aberglauben keinen Unterschied sieht. Aber in diesem Werk geht es ausdrücklich um nichtkirchliche Esoterikrichtungen, bei den "Etabklierten" kritisiert er nur die ärgsten Auswüchse (z. B. Teufelsaustreibungen). Polemik ist bei einem Buch über soviel Irrsinn kaum zu vermeiden. Zu weit geht Goldner nur einmal, nämlich als er ein "Medium" und Lady Di als "parasitäre Existenzen" bezeichnet. Ich bin kein Fan von LAdy Di, ich mochte sie zu ihren Lebzeiten nicht und konnte die Verklärung nach ihrem Tod nicht begreifen, aber "parasitäre Existenz"...? Ein erheblicher Ausrutscher! Was in diesem Buch leider fehlt - daher "nur" 4 Sterne -, ist eine kritische Betrachtung der "klassischen" Behandlung seelischer Störungen, etwa der Psychotherapie oder der Psychoanalyse. Wenn sich Goldner mit Therapieschäden befaßt, müßten ihm auch schon Leute untergekommen sein, die durch etablierte Therapien geschädigt wurden - vor einiger Zeit las ich z. B. in einer Zeitschrift den Bericht einer Patientin, die irgendeine Phobie loswerden wollte und sich in Behandlung begab - drei Jahre lang: "Jedesmal haben wir in meiner Kindheit gegraben, und jedesmal bin ich heulend weggegangen." Das kann's ja wohl auch nicht sein, oder?! Eine Auseinandersetzung mit klassischen Therapien wäre ein gutes Thema für das nächste Werk Goldners, auch wenn er damit seine eigene Zunft angreifen müßte.
Weitere Lesermeinungen |
Kulte des Altertums. Biologische Grundlagen der Religion Walter Burkert Gebundene Ausgabe, 14. April 2009 Verkaufsrang: 366786 Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
In kritischer Auseinandersetzung mit der Biologie, insbesondere der Soziobiologie, zeigt Walter Burkert an Zeugnissen der alten, vorchristlichen, vorislamischen Religionen, wie Grundformen religiösen Verhaltens sich aus biologisch vorgegebenen Programmen entfaltet haben könnten. Sein Buch, das zuerst in den Vereinigten Staaten erschien, hat zu kontroversen Urteilen geführt, aber alle Besprechungen bewundern die Sachkenntnis, den Ideenreichtum des Autors und seine Darstellungskunst.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Große Enttäuschung 2 von 5 Punkten Das Buch mag für Zeitgenossen von Interesse sein, die sich als Atheisten begreifen und sich fragen, was es denn mit Religion auf sich hat. Sie werden es durch das Buch nicht verstehen. Auf die Idee, Religion sei aus dem Geist sprachlichen Mißverständnisses geboren worden, kann nur ein Philologe kommen. Immerhin stellt sich der Autor dann die Frage, warum die Adepten dieses Thema so viel ernster nehmen als andere Lebensbereiche, wozu ihm nichts Erhellendes einfällt (autoritäre Erziehung, besondere Veranlagung u.a.). Er möchte dann verschiedene Einzelthemen aus der Biologie erklären, wofür als erstes Beispiel das im griechischen Kulturraum das eher schlecht belegte und auch insgesamt eher abseitige ?Fingeropfer? herangezogen wird. Da werden dann Beispiele aus allen Zeiten und Weltgegenden benannt, aber genauso schlecht erklärt, wie das griechische Ritual, welches die Basis des Kapitels ist. Dazu kommen Beispiele von der Spinne, die ihr Bein verliert, um dem Verfolger zu entkommen und der Eidechse und ihrem Schwanz usw. Daß opfern bedeutet, etwas herzugeben, um etwas für mich wichtigeres zu erhalten (mein Leben etc.) ist genauso evident wie rational, sagt aber über den Zusammenhang von Religion und Biologie nichts aus. An dieser Stelle habe ich, ich gestehe es, die Lektüre abgebrochen, denn wenn im ersten Drittel des Buches nichts erhellendes steht, glaube ich nicht mehr dran, daß noch etwas von Interesse folgt. Nur noch so viel: Spiritualität braucht keine Sprache, sondern geht ihr voraus. Spiritualität ist zunächst nicht Deutungsversuch, sondern Erfahrung und diese ist es, die den ?Ernst? begründet: Sie gehört zu den tiefgehendsten Erfahrungen, die der Mensch machen kann. Die Sprache mag von Bedeutung sein für den Kultus, die Spiritualität einer Gruppe, die Basis der Religion ist sie mit Sicherheit nicht. |
Afrokubanische Kulte. Die Regla de Ocha. Die Regla de Palo Monte Miguel Barnet Taschenbuch, Februar 2000 Verkaufsrang: 182915
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