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Die Vermessung der Welt - Daniel KehlmannDie Vermessung der Welt
Daniel Kehlmann

Broschiert, 29. Februar 2008
     Verkaufsrang: 104      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher.
Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen.
Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman - und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. -Christian Stahl


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 345 Bewertungen)

Gefällt mir gut !      5 von 5 Punkten
In fremde Welten, andere Zeiten abzutauchen mache ich gerne und in diesem Hörbuch gelingt mir das wunderbar ! wenn jemand das ganze kompl. zerlegen muss auch gut mir hats nur einfach extr. gut gefallen diese Beiden zu begleiten !


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Small World - Martin SuterSmall World
Martin Suter

Taschenbuch, März 1999
     Verkaufsrang: 1481      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Das Leben des reichen Fabrikantensohns Thomas Koch und das seines ärmlichen Freundes aus Kindertagen, Konrad Lang, hat sich nie sehr weit auseinander entwickelt.
Konrad war stets zur Stelle, wenn Thomas nach ihm verlangte. Mittlerweile sind die beiden sechzig und Konrad hat immer mehr Probleme mit seinem Kurzzeitgedächtnis. Nachdem er das Ferienhaus der Familie Koch aus Unachtsamkeit abbrennen ließ, reist er zu Thomas, da ihn immer mehr Kindheitserinnerungen plagen. Die betagte Mutter von Thomas, Haupt der Familie und unumschränkte Alleinherrscherin, möchte um keinen Preis, daß die Vergangenheit nochmals heraufbeschworen wird - aus gutem Grund.
Small World ist ein verwickeltes Familiendrama, das bis in die Zeit des Nationalsozialismus reicht, eine medizinische Fallstudie über Alzheimer und nicht zuletzt ein spannender Thriller. -Manuela Haselberger


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 79 Bewertungen)

Martin Suter / Small World      5 von 5 Punkten
Ein sehr gut lesbares und unterhaltsames Buch. Die Sprache ist wie von Suter geswohnt, klar und schnörkellos. Das Thema Alzheimer wird behandelt, jedoch immer in Dosen, die einen nicht runterziehen. Die Geschichte ist trotz des unangenehmen Themas spannend.
Das Ende lässt den Leser nicht ratlos zurück, sondern ist, zwar fiktional, aber versöhnlich.


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Die dunkle Seite des Mondes - Martin SuterDie dunkle Seite des Mondes
Martin Suter

Taschenbuch, Dezember 2001
     Verkaufsrang: 1089      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Auch bei seinem zweiten Roman hat sich Martin Suter ein psychologisch interessantes Thema ausgewählt. Während in Small World ein an Alzheimer Erkrankter im Mittelpunkt steht, geht es in Die dunkle Seite des Mondes um einen Mann, dessen Gewissen nicht mehr funktioniert.
Urs Blank, fünfundvierzig und als Wirtschaftsanwalt in einer angesehenen Kanzlei sehr erfolgreich, erwischt die Midlife-Crisis mit voller Wucht. Sein beruflicher Erfolg erscheint ihm abgestanden, seine Ehe ist über die Jahre schal geworden.
Da trifft er eines Tages Lucille, die einen Flohmarktstand mit indischen Räucherwaren und billigen Seidentüchern betreibt. Urs ist von ihr hin und weg. In seiner unbändigen Lust auf Abenteuer und Abwechslung, fährt er mit Lucille zu einem Selbsterfahrungs-Wochenende, um die Wirkung halluzinogener Pilze auszuprobieren. Doch der Trip wirft Urs völlig aus der Bahn. Er ist nicht weiter in der Lage, seine Aggressionen zu kontrollieren, Gefühle kennt er überhaupt nicht mehr. Plötzlich ist er mit seiner eigenen "dunklen Seite" konfrontiert.
Urs bemerkt seine Veränderungen, kann sich ihrer jedoch nicht erwehren und zieht sich immer mehr in den Wald zurück. Hier findet der ehemalige Stadtmensch jetzt Schutz und kennt das undurchdringlichste Dickicht bald so gut, wie früher die Hosentaschen seines Armani-Anzugs. Währenddessen wird er von der Polizei wegen Mordes gesucht.
Martin Suter hat einen außerordentlich guten psychologischen Roman geschrieben, der auf der ganzen Linie überzeugt. Die raffiniert gesetzten Thriller-Elemente sind dabei nur stimmiges Dekor. - Manuela Haselberger


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 102 Bewertungen)

Genial skurril      5 von 5 Punkten
Ein prominenter Wirtschaftsanwalt erlebt seine midlife crisis. Doch mit einem Seitensprung ist dem nicht geholfen. Er lässt sich auf einen Pilztrip ein, der seine Persönlichkeit entscheidend verändern soll.
Unglaublich skurril ist der Kontrast zwischen dem knallharten Alltag in der Welt der Wirtschaftseliten einerseits und den sehr farbigen Tripbeschreibungen (und deren Folgen) auf der anderen Seite. Suter schreibt wunderbar trocken und mit hohem Fachverstand. Eine äußerst unterhaltsame und auch lehrreiche Lektüre!


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Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Roman - Milan KunderaDie unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Roman
Milan Kundera

Taschenbuch, Oktober 1997
     Verkaufsrang: 1522      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Sie kam ihm vor wie ein Kind, das jemand in ein pechbestrichenes Körbchen gelegt und auf dem Fluß ausgesetzt hatte, damit er es am Ufer seines Bettes barg. Der Prager Chirurg Tomas, der die Frauen begehrt und zugleich fürchtet, ein Erotomane, der seine Scheidung wie eine Hochzeit feierte und fortan der Liebe aus dem Weg ging, bricht für die Kellnerin Teresa mit einigen seiner Grundsätze. Seine erotischen Freundschaften, wie jene mit der Malerin Sabina, führt er aber...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 85 Bewertungen)

Staunen und schwelgen      5 von 5 Punkten
Kunderas Roman ist eine Wucht. Wuchtig ist er aufgrund der Intensität seiner thematisierten Liebesgeschichte, jener zwischen Tomas und Teresa. Hinzu kommen die vielen kleinen Geschichten und Geschichtchen der Nebencharaktere, die vielmehr als bloßes Beiwerk, vielmehr als nur Staffage für eine plumpe Rahmenhandlung sind; sie sind das Herz von Kunderas Werk.
Eingebettet werden diese knisternden, mitunter tragischen "Mehrecksbeziehungen", an denen der Leser durch die wechselnden Erzähleperspektiven teilnehmen darf, in den historischen Kontext des Prager Frühlings bzw. die Zeit der sozialistischen Reperession in der Tschechoslowakei
Komplexe Charaktere, ein historischer Background der greifbar wird und die sprachliche Eleganz dieses Buches, machen dessen Reiz aus. Man darf, trotz des vielleicht etwas unbefriedigenden Endes, staunen und schwelgen.


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Die Entdeckung der Langsamkeit - Sten NadolnyDie Entdeckung der Langsamkeit
Sten Nadolny

Taschenbuch, März 2009
     Verkaufsrang: 1232      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Über die Kunst der Langsamkeit, die dem Rhythmus des Lehens Sinn gibt - Sten Nadolnys vielfach preisgekrönter Bestseller über den englischen Nordpolfahrer John Franklin. Der Langsame sieht mehr. "Nadolny und sein John Franklin entdecken die Langsamkeit als menschenfreundliches Prinzip. Man könnte auch sagen: die Bedächtigkeit, den vorsichtigen Umgang mit sich selber und den Dingen. " Die Zeit

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 69 Bewertungen)

Das beste Buch von Nadolny      5 von 5 Punkten
Das Buch ist inzwischen eigentlich schon ein Klassiker. Ich kann es nur empfehlen, da es einen Gegenentwurf zur Schnellebigkeit der heutigen Zeit darstellt. Hauptfigur des Romans ist Admiral John Franklin, für den es ein reales Vorbild gibt. Der 1847 verstorbene Forscher war Zeit seines Lebens auf der Suche nach der Nordwestpassage. Die reale Fiogur hat jedoch nichts mit der Figur des Romans zu tun, auch wenn diese gleichermaßen Expeditionen unternimmt. Das Faszinierende des Romans liegt entsprechend auch nicht in der historischen Darstellung, sondern im Charakter der Figur: John Franklin ist bei Nadolny ein sehr langsamer Mensch, dem das normale tägliche Leben viel zu schnell abläuft. Das wird ihm zunächst regelrecht als geistige Einschränkung ausgelegt. Doch nach und nach beweist sich genau diese "Einschränkung" als große Fähigkeit: Sie versetzt ihn in die Lage in größeren Zusammenhängen zu denken und weiter vorausschauend zu Handeln. Und toll geschrieben ist es auch!


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Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt - Haruki MurakamiHard-boiled Wonderland und das Ende der Welt
Haruki Murakami

Broschiert, 1. Dezember 2007
     Verkaufsrang: 5680      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Tokyo, ferne Gegenwart: Zwischen Wirklichkeit und virtueller Realität. Datendiebstahl ist an der Tagesordnung: Einem genialen greisen Wissenschaftler ist es gelungen, bei einer Gruppe professioneller Datenfälscher eine Gehirnwäsche durchzuführen. Er entnimmt ihnen Informationen, die er in Gehirne von unwissenden Versuchspersonen einspeist. Der 35-jährige Held und Ich-Erzähler ist der Einzige, der die Prozedur überlebt. Fortan versucht er, die dunklen Machenschaften des Professors mit allen Mitteln zu durchkreuzen ...
"Haruki Murakami gelingt es, die Qualitäten von Stephen King, Franz Kafka und Thomas Pynchon unter einen Hut zu bringen. Er gehört zu den großen Erzählern der Gegenwart."
Der Tagesspiegel
"Murakami ist Kult."
Die Zeit
"'Mit dem Wunderland' liegt ein Herzstück der Romanwelt des Haruki Murakami vor. Von ihm aus lassen sich die anderen Romane und Erzählungen besser verstehen."
Hubert Winkels, DIE ZEIT


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)

Harded Boiled Wonderland      5 von 5 Punkten
Der Roman entwickelt eine spannende, mystische Atmosphäre. Zwei scheinbar zusammenhanglose Geschichten werden zu einer tiefgründigen Geschichte verwoben. Teilweise gleitet der Autor in psychoanalytisch anmutende Beschreibungen ab, dann wieder entwirft er fantastisch- surreale Welten. Der Hauptcharacter wird als vielschichtige Person dargestellt, die Einblicke in menschliche Abgründe sowohl bei sich selbst als auch bei anderen erhält, das Menschsein selbst ist dabei Thema. Das Buch lässt sich sehr gut lesen, die Atmosphäre geht von existentiell- schicksalergeben bis hin zu einem intensivem, teilweise auch glückserfüllten Leben. Ein empfehlenswertes Buch!


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Mahlers Zeit - Daniel KehlmannMahlers Zeit
Daniel Kehlmann

Taschenbuch, 29. Januar 2010
     Verkaufsrang: 2625      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Der Physiker David Mahler beschäftigt sich mit der Frage, ob die Richtung der Zeit wirklich ein unumstößliches Naturgesetz ist. Gibt es etwas, was ihren Lauf umkehren könnte? Eines Nachts findet er in seinem Traum die Lösung... Wird endlich ein Menschheitstraum wahr? Ist es möglich, in die Zukunft zu schauen? Und können die Menschen diesen Blick aushalten? Mahler will seiner Entdeckung Gehör verschaffen, aber ohne Autorität im Wissenschaftsbetrieb...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 27 Bewertungen)

Das bleibt hängen ...      5 von 5 Punkten
Ich habe jetzt - wie auch die meisten anderen - neben "Die Vermessung der Welt" und "Ich und Kaminski" endlich auch "Mahlers Zeit" gelesen und war von diesem Buch einfach nur begeistert.
Der Physiker Mahler hat durch eine geniale Entdeckung endlich das "Rätsel der Zeit" (überspitzt formuliert) gelöst. Leider glaubt ihm das niemand. Der Leser wird nun während des Lesens hin und her gerissen zwischen den beiden Polen, ob er nun Mahler glauben soll oder doch lieber der andere Seite, die seine Idee für absurd halten. Je wahnsinniger oder besser besessener Mahler im Buch wird, desto mehr verschwimmt auch für den Leser die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit im Roman. Das macht das Lesen aber nicht anstrengend, ganz im Gegenteil hat man so das Gefühl, mit dem Physiker mitzudenken und die Welt komplett durch seine Augen zu sehen. Genial!
Ich kenne mich persönlich mit Physik und den Hauptsätzen der Zeit Null aus, was mich aber nicht gestört hat und mir vielleicht bei diesem Buch auch nicht zum Nachteil gereicht hat. Aber immerhin wurde soviel Interesse geweckt, mich darüber nach dem Lesen zu informieren. Ob es das spätere Recherchieren war, oder einfach das Darüber-Wissen-Wollen ob das was Mahler gesagt hat prinzipiell möglich wäre - das Buch ist echt haften geblieben und hat bleibende Eindrücke hinterlassen. Das geschieht so selten, dass ich am liebsten sechs Sterne vergeben würde - aber da das leider nicht geht müssen fünf reichen.


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Wassermusik - T. C. BoyleWassermusik
T. C. Boyle

Taschenbuch, 2. Juli 1990
     Verkaufsrang: 1516      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Zocker und Voyeure, Hexen und Sadisten, Huren, fremdartige Schönheiten und schottische Kleinbürger: T. C. Boyle erzählt von den zwei Westafrika-Expeditionen des schottischen Entdeckers Mungo Park, der sich um das Jahr 1800 auf die Suche nach dem Niger machte, beide Male in Begleitung eines ehemaligen Sklaven und Butlers. Verwoben in diese Geschichte ist das Schicksal eines Londoner Trunkenbolds und Trickbetrügers namens Ned Rise. Eine weitere Parallelhandlung spielt in Schottland, wo Parks Geliebte und spätere Frau Ailie Anderson auf die Rückkehr des Weltenbummlers wartet. Boyle stützt sich auf dabei auf Mungo Parks Reiseberichte, etwa Travels in the Interior of Africa (1803), die sich unterhaltsam lesen und für damalige Zeiten eine enorme Menge von ethnologischem Material auf unvoreingenommene Weise präsentieren. In einer knappen Vorbemerkung stellt Boyle jedoch fest: Ich habe den historischen Hintergrund aus der Freude und Faszination genutzt, die er mir bereitete, keinesfalls aber in dem Wunsch, die darin festgehaltenen Ereignisse genauestens zu rekonstruieren oder für einen Roman zu bearbeiten.
Hörspiel Laufzeit ca. 275 Minuten Sprecher: Thomas Fritsch, Udo Schenk, Anna Thalbach u.v.a.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 83 Bewertungen)

Wassermusik      5 von 5 Punkten
Eines der besten Bücher, welches ich seit vielen Jahren gelesen habe, und aus meiner Sicht auch das beste Buch von Boyle. Das Buch hat Suchtpotential, unmöglich aufzuhören, erstaunlich, die in die Geschichte eingebauten topographischen, kulturellen und historischen Details aus England und Afrika. Sein für Boyle so typisch detailreicher, auch die noch so unscheinbarste Kleinigkeit wahrnehmender Schreibstil, ist in Wssermusik unschlagbar, das Vokabular einfach grossartig. Wer es sprachlich schafft: Unbedingt auf Englisch lesen.


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Ich und Kaminski - Daniel KehlmannIch und Kaminski
Daniel Kehlmann

Taschenbuch, 6. März 2009
     Verkaufsrang: 1931      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Daniel Kehlmann schrieb einmal: ?Aus irgendeinem Grund hören viele Menschen einen Text lieber, als ihn selbst zu lesen, und sie hören ihn lieber dargeboten von einem stotternden und hustenden Vorlese-Dilettanten, der sein Verfasser ist, als von einem Profi?. Und dann machte er sich daran, selbst als Vorleser seines Romans Ich und Kaminski auf drei CDs zu dilettieren und so seine eigene Aussage zu bestätigen. Gehustet und gestottert wird zwar nicht, aber Kehlmanns Vortrag ist doch dazu angetan, sich ein allgemeines Verbot von Autorenlesungen zu wünschen. Umso mehr, wenn man vergleicht, wie genial und berauschend, Kehlmanns Bestseller Die Vermessung der Welt vom Schauspieler Ulrich Matthes interpretiert wurde.
Der Schuss geht leider gleich doppelt nach hinten los. Durch den eher unangenehmen und laienhaften Vortragsstil des Autors treten die literarischen Schwächen des Romans noch deutlicher hervor. Und eigentlich muss man sich wundern, dass Kehlmann sich mit seinem nächsten Roman, dem gefeierter Bestseller Die Vermessung der Welt, so steigern konnte. Auf dem Cover wird der Autor zitiert: ?Mit Ich und Kaminski habe ich mir die Komik als Stilmittel erarbeitet?. Wenn das stimmen sollte, dann merkt man es dem Roman leider nicht an. Am schlimmsten aber ist, dass der Autor seinen Text mit einem Tonfall liest, als wäre er schreiend komisch. Also Finger und Ohren weg. Wer ein Hörbuch von Daniel Kehlmann haben möchte, sollte unbedingt zu Die Vermessung der Welt greifen. -Christian Stahl
Spieldauer: ca. 215 Minuten, 3 CDs, Autorenlesung


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 42 Bewertungen)

Geschichte eines Selbstgefälligen      5 von 5 Punkten
Die Geschichte eines sich selbst überschätzenden, skrupellosen Aufschneiders. Geistreich und humorvoll, einfach köstlich. Unbedingt lesen.


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Die Vermessung der Welt - Daniel KehlmannDie Vermessung der Welt
Daniel Kehlmann

Gebundene Ausgabe, 23. September 2005
     Verkaufsrang: 1361      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher.
Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen.
Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman - und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. -Christian Stahl


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 345 Bewertungen)

Gefällt mir gut !      5 von 5 Punkten
In fremde Welten, andere Zeiten abzutauchen mache ich gerne und in diesem Hörbuch gelingt mir das wunderbar ! wenn jemand das ganze kompl. zerlegen muss auch gut mir hats nur einfach extr. gut gefallen diese Beiden zu begleiten !


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Die Entdeckung der Currywurst - Uwe TimmDie Entdeckung der Currywurst
Uwe Timm

Taschenbuch, Juli 2008
     Verkaufsrang: 3098      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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In Erinnerung an seine Kindheit macht sich der Erzähler auf die Suche nach der ehemaligen Besitzerin einer Imbissbude am Hamburger Großneumarkt. Er findet die hochbetagte Lena Brücker in einem Altersheim und erfährt die Geschichte ihrer "schönsten Jahre" und wie es zur Entdeckung der Currywurst kam. Der Bogen spannt sich weit zurück in die letzten Apriltage des Jahres 1945 ... "Uwe Timm gestaltet eine ebenso groteske wie rührende, phantastische wie im konkreten Alltag verwurzelte Liebesgeschichte ... Er schafft auf geradezu artistische Weise ein weitverzweigtes, raffiniert montiertes und außerordentlich vergnüglich zu lesendes literarisches Kunststück." Detlef Grumbach in der ›Woche‹

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 52 Bewertungen)

Mitreißend, ergreifend, ein wenig skurril - und wunderschön      5 von 5 Punkten

Uwe Timms Novelle über "Die Entdeckung der Currywurst" von 1993 ist mittlerweile schon ein moderner Klassiker - und das zu Recht.
Die Geschichte ist geschickt konstruiert, gut erzählt, und das Schicksal der überaus sympathischen Hauptdarstellerin geht zu Herzen, ohne übermäßig rührselig zu sein.
Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Lena Brücker, die, Mitte vierzig, in Hamburg das Ende des zweiten Weltkriegs erlebt. Aufgehängt ist diese Geschichte jedoch an der "Entdeckung der Currywurst", denn Lena Brücker hatte bis in die späten 70er Jahre in Hamburg einen Imbissstand, an dem der Ich-Erzähler immer besonders schmackhafte Currywurst genoss. Da er gehört hat, dass angeblich Lena Brücker die Currywurst "entdeckt" haben soll, besucht er sie Jahre später im Altenheim, um von ihr zu erfahren, was denn an dieser Behauptung dran sei. Die alte Dame holt dabei sehr weit aus und erzählt im Laufe von mehreren Nachmittagen die schicksalsreichen Ereignisse der frühen Nachkriegszeit, an deren Ende sie - eigentlich ganz zufällig - die Currywurst entdeckte.
Die Geschichte teilt sich somit auf in die Rahmenhandlung, die von den Besuchen des Ich-Erzählers bei der hoch betagten Frau Brücker handelt und in die Rückblende in das Leben der (auch schon nicht mehr ganz jungen) Protagonistin zu Kriegsende. Wenige Tage bevor die Alliierten Hamburg erobern, lernt sie einen jungen Soldaten kennen, der sich in der Stadt zum Volkssturm melden soll. Sie verbringt mit dem jungen Mann, der ihr Sohn sein könnte, eine gemeinsame Nacht, nach der sie beschließen, dass er sich nicht zum Volkssturm melden, sondern stattdessen bei ihr in der Wohnung untertauchen soll. Dort erleben die beiden eine stürmische Affäre, und als nach wenigen Tagen der Krieg aus ist, verschweigt sie ihm das noch einige Wochen, um ihn länger bei sich zu behalten...
Besonders gefällt mir an der Novelle, dass zwar eine Geschichte aus einer "schweren Zeit" erzählt wird, diese aber rundherum versöhnlich, ja geradezu gut ausgeht. Die Protagonistin in der Rückblende ist eine Frau, die auch alleine ihren Alltag meistert und in der Blüte ihres Lebens, zu einer Zeit, die von der Kriegsniederlage und Entbehrungen geprägt ist, eine kurze, aber erfüllte Beziehung mit einem deutlich jüngeren Mann erlebt. Die Lena Brücker der Rahmenhandlung ist zwar alt und blind, kann aber trotzdem noch Pullover mit komplizierten Mustern stricken und erinnert sich gerne an ihr Leben, auf das sie ohne Verbitterung zurückblickt.
Auch wenn die Geschichte an manchen Stellen ein wenig zu "rund" erscheint und dadurch gelegentlich an Authentizität einbüßt, so hat sie mir dennoch einen wunderschönen Lese-Nachmittag beschert, an dessen Ende ich ein klein wenig glücklicher war.
Die Entdeckung der Currywurst: Novelle


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Huber spannt aus: Und andere Geschichten aus der Business Class - Martin SuterHuber spannt aus: Und andere Geschichten aus der Business Class
Martin Suter

Broschiert, August 2006
     Verkaufsrang: 1203      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Suters Geschichten in Huber spannt aus handeln von den Helden des Managements. Sie handeln von Männern, die Winterberg heißen oder Obermann oder Gantenbein (!). Von Männern, die Zielkonflikte und Schlafmanko haben, die Synergieeffekte mehr als ihre Ehefrauen lieben und denen beim Karrieremachen das Zufallsprinzip zur Hilfe kommt. Von Männern, für die Vokabeln wie ?Lohntransparenz?, ?Entscheidungsträger? oder ?After Work? keine Fremdwörter sind (obwohl für sie nach der Arbeit immer vor der Arbeit ist) und die nach der Trennung ?in gegenseitigem Einvernehmen? weich in die finanzielle Hängematte fallen. Kurz: Suters Geschichten handeln von Männern, die wir nie kennen lernen wollten, obwohl sie uns das Fernsehen ständig präsentiert. Und von Männern, über deren Schwächen, Dummheit und lächerliches Katastrophentum wir liebend gerne schmunzeln.
Suters ?Geschichten aus der Welt des Managements? - eigentlich Kolumnen aus der Schweizer Weltwoche, zu denen neben Huber spannt aus auch die beiden Bände Business Class gehören - sind brillante Lifestyle-Miniaturen, Prosa-Häppchen für den Konsum zwischen Prosecco und 5-Sterne-Catering, von der Länge her genau richtig für die Strecke im Aufzug von der Tiefgarage II in die Vorstandsetage im 41. Stock - oder in die eigene Penthouse-Wohnung, je nachdem. Aber für diese Zielgruppe hat Suter, im früheren Leben Werbetexter und ?Creative Director? seine Texte ja überhaupt nicht geschrieben. Er hat sie geschrieben für alle, die immer schon einmal wissen wollten, wie es zugeht in den hehren Sphären der Oberen Zehntausend, die sich die Schecks ihrer Abfindungen selbst ausstellen dürfen und sich den Draht zur Basis dadurch behalten zu haben glauben, dass sie in der Öffentlichkeit Bier statt Prosecco trinken (den es dann allerdings zuhause gibt). Er hat sie geschrieben für alle Geknechteten, die trotzdem froh sein wollen, niemals Karriere gemacht zu haben. Und er hat sie geschrieben für Leser, die einfach Spaß haben an unterhaltsamer, satirischer, blendend geschriebener Literatur. -Thomas Köster


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

intelligenter humor!      5 von 5 Punkten
dieses buch besteht aus vielen kurzerzählungen (jeweils so um die drei seiten), welche sich mit dem leben von managern beschäftigen.
dieses buch muss man sicherlich nicht in einem auslesen, eignet sich eher für ein paar geschichten zwischendurch, vielleicht bei einem glas wein an einem lauen sommerabend.
total witzig geschrieben, intelligent witzig! keine spur von brachialhumor. so richtig zum schmunzeln.


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Lila, Lila - Martin SuterLila, Lila
Martin Suter

Taschenbuch, Juli 2005
     Verkaufsrang: 2808      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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David ist Kellner in einer Szenebar und damit natürlich für das Publikum erstmal uninteressant. Das stört ihn nicht besonders, bis die 24-jährige Marie im Esquina auftaucht. David verliebt sich in sie und wird wiederum erst interessant für Marie, als er sie bittet sein Romanmanuskript zu lesen. Sie findet die Liebesgeschichte ausgezeichnet, schickt das Werk an einen Verlag, der es prompt veröffentlichen will. So weit so gut, wäre da nicht das kleine Problem, dass David den Roman nicht selber geschrieben, sondern in einem Secondhand-Nachttischchen gefunden hat. Es kommt, wie es kommen muss. David wird zum gefeierten Nachwuchsautor, und die ständig dräuende Gefahr der Entdeckung seines Betrugs manifestiert sich eines Tages in der Form eines Penners. Jacky gibt vor, der eigentliche Autor zu sein und nimmt David kurzerhand mit leicht erpresserischen Mitteln unter seine Fittiche, das heißt vor allem dessen Honorare.
In der Folge zeichnet Martin Suter ein gnadenloses Bild des modernen Literaturbetriebs zwischen Lesungen in Provinzkäffern und besoffenen Abenden auf der Frankfurter Buchmesse, Verleger überstürzen sich in Vorauszahlungen und Lektorinnen bieten sich als Agentinnen an. Doch Jacky, mittlerweile in einem besseren Hotel wohnend, hat seinen Möchtegern-Schriftsteller im Griff. Der Ausgang der Geschichte sei hier natürlich nicht verraten, nur so viel: Martin Suter lässt den gefesselten Leser in einer doppelten Volte sanft auf dem Boden landen.
Ein stilsicherer Roman wie man es von Suter gewöhnt ist, humorvoll und nicht ohne bösartige Seitenhiebe. Die Personen sind glaubwürdig, David manchmal mit einer fast ärgerlichen Naivität geschlagen. Die Umgebungen skizziert Suter stimmungsvoll und mit einem sicheren Blick für den nebensächlichen Alltag. Ein feines Buch, feine Unterhaltung. -Martin Walker
Aus der Amazon.de-Redaktion
"Lila, Lila ist der Roman, auf den wir so sehnlich gewartet haben: Das Ende der Knabenwindelprosa." Wenn der gefürchtete Großkritiker Joachim Landmann eine Rezension mit diesen gemeißelten Worten beendet, lobt er nicht einfach ein Buch. Er lanciert eine Debatte. Diesmal: das Ende der postmodernen Literatur, die Rückkehr zu alten Werten und großen Themen. Folglich geschieht, wovon Legionen von Lektoren und Verlegern träumen: Lila, Lila, der bislang kaum beachtete Erstling des jungen David Kern, stürmt die Bestsellerlisten; die Medien reißen sich um den frisch gebackenen, schüchternen Star. Dumm nur: David ist nicht der Autor dieser tragischen, in den muffigen Fünfzigern spielenden Liebesgeschichte. Der unscheinbare Aushilfskellner hat das Manuskript in einem Nachttisch vom Trödler gefunden und gibt den Text, um die schöne Marie zu erobern, als eigenen Schreibversuch aus. Die beiden werden ein Paar, die allem Schöngeistigen heftig zugetane Marie schickt das Manuskript heimlich an einen Verlag - und das Unheil nimmt seinen Lauf.
Zugegeben - die Story um "Liebe, Treue, Verrat und Tod" besitzt nicht eben den Tiefgang eines Hochseedampfers. Doch aus der Feder eines Martin Suter, seien wir ehrlich, würde sogar das Telefonbuch zum Pageturner. Wer Suters Romane Small World und Die dunkle Seite des Mondes atemlos und in einem Rutsch ausgelesen hat, wird auch diesmal nicht enttäuscht. Lila, Lila schnurrt mit der Präzision einer Schweizer Herrenarmbanduhr ab. Ob schicke Szenebar, Frankfurter Buchmesse-Rummel oder das Elend eines Männerheims, Suter wechselt mit traumwandlerischer Sicherheit Schauplätze und Milieus, schreibt punktgenaue Dialoge und hält die Spannung bis zur buchstäblich letzten Seite.
Bei alldem ist Lila, Lila aber auch eine fein beobachtete und hochkomische Studie über das Making Of eines Bestsellers, ein Blick in den Bauch des Literaturbetriebs - von Klappentextwahnsinn und Vertragspoker bis zu Buchmessesuff und der Tristesse einer Lesereise durch die Provinz. Eine Berufsgruppe, bislang kaum in den Annalen der Literaturgeschichte zu finden, hat auf Lila, Lila sicher besonders sehnlich gewartet: Der Verlagssekretärin setzt Suter das längst fällige Denkmal. Ihr Urteil, nicht verlegerischer Sachverstand, bringt das Manuskript zwischen Buchdeckel: "Ich habe jedenfalls geweint." -Niklas Feldtkamp


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 75 Bewertungen)

Ein tolles Buch!!!      5 von 5 Punkten
Mir wurde das Buch von einer Freundin empfohlen, die bereits mehrere Bücher von Martin Suter gelesen hatte. Ich kann nur sagen: Sehr empfehlenswert. Leicht zu lesen und absolut unterhaltend. Ich werde davon ein paar Stück zu Weihnachten an meine Freunde verschenken.


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Die Blechtrommel - Günter GrassDie Blechtrommel
Günter Grass

Taschenbuch, Oktober 1993
     Verkaufsrang: 1829      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Für viele war wohl die großartige Schlöndorff-Verfilmung Anlaß, nun endlich auch einmal das Buch zur Hand zu nehmen. Erstaunlich. Beim Lesen nehmen augenblicklich die Filmfiguren ihre Plätze ein. Das spricht für Schlöndorff. Nicht auszudenken, hätte man die Aufgabe einem minderen Regisseur übertragen. Dann stünde uns jetzt bei Alfred Matzerath statt Adorf vielleicht Joachim Fuchsberger vor Augen.
Grass nimmt sich in seinem nach wie vor erfolgreichsten Buch Die Blechtrommel alle Zeit der Welt. Kaschubische Weiten, Kartoffeläcker und das Danzig um die Jahrhundertwende werden episch vor uns ausgebreitet. Anders als im Film, endet Oskar in der Irrenanstalt und erzählt nun als 30jähriger seine Geschichte. Ein deutsches Fresko. Weltgeschichte von unten, aus den Augen des kleinen Oskar Matzerath gesehen, der an seinem dritten Geburtstag beschließt, sich der Erwachsenenwelt zu entziehen und von nun an nicht mehr weiterzuwachsen. Man schenkt ihm eine Blechtrommel, die sein lebenslänglicher Begleiter sein wird. Oskar hat nun die Freiheit des Narren. Er stört, er mahnt und kommentiert, einem Rufer in der Wüste gleich, mit seiner kleinen Blechtrommel die schlimmsten Jahre unseres Jahrhunderts.
1958, bei seinem Erscheinen, war der Roman ein sofortiger Erfolg. Fast schon ein Fluch für einen Schriftsteller, mit seinem zweiten Werk Weltberühmtheit zu erlangen, nur um anschließend ein Leben lang an dieser Leistung gemessen zu werden. -Ravi Unger


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 57 Bewertungen)

Lesen!      5 von 5 Punkten
Einige Rezensionen hier verwundern mich sehr: so seltsam und krass die Geschichten sein mögen - ekelig sind sie auf keinen Fall. Das Buch ist wunderbar zu lesen und fordert den Leser nicht über Gebühr. Es ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend.
Dieses Buch kann man wohl nur lieben oder hassen: auf jeden Fall sollten Sie selbst herausfinden, zu welcher Gruppe Sie gehören!
Unbedingt lesen!


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Die Heimkehr - Bernhard SchlinkDie Heimkehr
Bernhard Schlink

Taschenbuch, Juni 2008
     Verkaufsrang: 2565      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Wann Peter Debauer begann, sich über den Wunsch seiner Großeltern hinweg zu setzen, weiß er gar nicht mehr genau. Vielleicht war es in jenem Sommer, als die junge Lucia ihn in die Waschküche lockt, um ihm ihr Geschlecht zu zeigen und ihn damit erwachsener werden ließ. Vielleicht war es aber auch nur aus Langeweile, während einer öden Schulstunde. So oder so hat er sich Jahre lang an das Verbot gehalten, die Rückseite der Blätter nicht zu lesen, die ihm Oma und Opa während der Ferien bei ihnen in der Schweiz zum Schreiben und Malen überlassen hatten. Dort fanden sich die Druckfahnen der Heftchenreihe ?Romane zur Freude und zur guten Unterhaltung?, die die alten Leute nach allerlei Irrungen und Wirrungen ihres harten und entbehrungsreichen Lebens im Alter redigierten.
So oder so: Irgendwann dreht Peter die Blätter um. Er liest die Geschichte der Rückkehr eines Soldaten aus Sibirien, die ihn seltsam berührt. Er liest, wie der Mann plötzlich vor der heimischen Haustür steht, wo ihn seine Frau mit einem fremden Kind und einem fremden Mann an ihrer Seite entgegen tritt. Doch dann bricht die Erzählung ab, weil Peter die restlichen Seiten schon weggeworfen hat. Erst Jahre später fällt sie ihm wieder ein, macht sich der Ich-Erzähler auf die Suche nach dem Autor des Romans, um dessen Ende zu erfahren. Eine Reise in die Geschichte - auch die eigene Vergangenheit - beginnt...
Seit seinem Überraschungs-Bestseller Der Vorleser ist der gelernte Jurist und Berliner Autor Bernhard Schlink der Spezialist für verschüttete Biographien, die sich nicht zuletzt, in einer Art Roman im Roman, immer erst in der Lektüre seiner Figuren entwickeln und entschlüsseln lassen. In Die Heimkehr ist das nicht anders. Und auch viel von Schlinks juristischem Fachwissen ist - neben seiner Vorliebe für historische Stoffe - wieder einmal in das Buch eingeflossen. Gerade diese Ansammlung eingestreuter, teils grotesker Rechtsfälle macht Die Heimkehr besonders lesenswert. Darüber hinaus ist Schlink wieder einmal gelungen, mit Hilfe einer geradlinigen Sprache und eines von Melancholie durchzogenen Stils zu fesseln. -Stefan Kellerer


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 27 Bewertungen)

Meisterwerk des Geschichtenerzählens      5 von 5 Punkten
Kein Buch dieses Autor hat mich bisher enttäuscht und so bietet auch die Heimkehr eine spannende abwechslungsreiche Geschichte, die raffiniert und auf hohem Nivau erzählt wird. Nicht alle Entscheidungen des Protagonisten sind für mich transparent, aber gerade das macht die Geschichtee so menschlich. "Die Heimkehr" ist ein Buch, welches weit über die Heimkehr von Soldaten im Krieg hinausgeht, sondern insbesondere auch für moderne zwischenmenschliche Beziehungen interessante Aufschlüsse erlaubt. Meine 100%tige Empfehlung für alle Literaturfreunde, die oberflächliche Bücher doof finden und trotzdem Realitäten anerkennen.


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Business Class: Geschichten aus der Welt des Managements - Martin SuterBusiness Class: Geschichten aus der Welt des Managements
Martin Suter

Taschenbuch, Juni 2002
     Verkaufsrang: 3734      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Martin Suters Business Class spielt in der erweiterten Kampfzone der höheren Führungsetagen und auf dem Weg dorthin. Die Protagonisten zeichnen sich weniger durch Businesskompetenz aus als durch den ausgeprägten Willen, voran zu kommen - und zwar schneller als der Kollege nebenan. Denn erstens ist in den höheren Chargen Kompetenz sowieso nicht gefragt, denn Kritik wird gnadenlos mit der Beförderung der anderen - der Feusis, Schiltknechts, Bohnenblusts - bestraft und zweitens ist die Büromöblierung repräsentativer. Martin Suters Geschichten aus dem Management erscheinen seit acht Jahren als wöchentliche Kolumne in der Weltwoche und stellen auch in Buchform höchsten Lesegenuss dar, denn seine Stoffe kennen kein Verfallsdatum.
In der Business Class wird mit harten Bandagen, mit allen Mitteln, zu jeder Zeit und an jedem Ort gekämpft; die Verletzungen reißen tiefe Wunden ins Ego, strapazieren den häuslichen Frieden im Ehebett, lassen den Drink zur Happy Hour schal schmecken und vergiften das sowieso gespannte Klima im Aufzug, der ja bekanntlich nach oben führt.
Martin Suters Kolumnensammlung ist nicht nur vergnügliche Lektüre für unbeteiligte und also entspannt schadenfreudige Zuschauer, sondern auch praktischer Ratgeber für untere und mittlere Kader, die doch wissen sollen, dass die Hackordnung so heißt, weil man treten muss - gegen unten natürlich. Ein Zustand, an den sich wohl auch die ganz grossen Bosse gerne erinnern. Zudem ist Business Class - und dies fällt erst im Überblick auf - eine kleine Geschichte der Führungsstile und -moden. Und Suter schafft es mühelos, die nadelgestreiften Karrieretiger sogar noch sympathisch zu gestalten.
Martin Suter war Werber, ist Autor zweier erfolgreicher Romane und arbeitet für Film (Drehbuch für Beresina) und Fernsehen. Zur Zeit schreibt er zwei Kolumnen: für NZZ Folio und eben für die Weltwoche. Die hier versammelten Texte sind erstmals in Buchform veröffentlicht. -Martin Walker


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 26 Bewertungen)

DIE Belohnung für den wohlverdienten Feierabend ! ! !      5 von 5 Punkten
Im Umschlag dieses Buches ist ein vielversprechendes Zitat des Handelsblattes abgedruckt, der Urheber dieser zurecht wohlwollenden Zeilen empfiehlt Martin Suters Kolumnen als entspannende "Betthupferl".
Suters Geschichten sind voller Typen, welche sich und ihre "Arbeit" oft maßlos überschätzen - mit beruflichen und privaten Auswirkungen, resultierend aus unternehmerischem Größenwahn, hält der Autor meist bis zu den letzten zwei, drei Sätzen seiner Texte hinterm Berg, er treibt seine Geschichtchen somit sehr gekonnt auf die Spitze, ohne dabei jedoch zu übertreiben!
Wie beschreibt man Suters Schreibstil eigentlich treffend? Um es in der Sprache des Kapitals auszudrücken - der Autor packt manchen "Bullen" bei den Hörnern, er zieht dem ein oder anderen "Bären" das Fell über die Ohren, er springt auf die Rücken zahlreicher sog. "Heuschrecken", blickt somit kleinen und großen Tieren über die Schulter....
Wer sich weiteren Ein- und Überblick über das schriftstellerische Talent Suter verschaffen möchte, sollte zum Roman "Ein perfekter Freund" greifen - das Buch war meine persönliche Leseentdeckung des Sommers 2006 - dort beweist Suter eindrucksvoll, dass er, neben seinen unterhaltsamen Kurzgeschichten aus der "Business-Class", durchaus in der Lage ist einen zusammenhängenden Roman zu inszenieren.


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Naokos Lächeln: Nur eine Liebesgeschichte - Haruki MurakamiNaokos Lächeln: Nur eine Liebesgeschichte
Haruki Murakami

Taschenbuch, 4. November 2008
     Verkaufsrang: 7835      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Über den Staffellauf, der Leben heißt
Haruki Murakamis Liebesroman Naokos Lächeln ist ein schöner Kinoabend.
In den Büchern von Haruki Murakami geht es zu wie in den Filmen von Eric Rohmer. Schöne Menschen plaudern in angenehmer Umgebung ununterbrochen über Leben, Sex, Liebe und Tod und haben dabei keine Mühe, die richtigen Worte zu finden. Dabei halten sie sich alle für etwas ganz Besonderes.
Nur der Protagonist Watanabe glaubt, er sei ein Durchschnittsmensch mit Durchschnittsintellekt und Durchschnittskörper und merkt gar nicht, welche abstrusen Charaktere er um sich versammelt. Zum Beispiel Nagasawa, eine Art japanischer Casanova, der Nacht für Nacht losziehen muss, um Mädchen aufzureißen, während die schönste Frau zu Hause auf ihn wartet. Oder seine Kommilitonin Midori, die beide Eltern bis zum Krebstod pflegte und die sich nun nackt vor das Foto ihres Vaters setzt, um ihm zu zeigen, dass sie inzwischen eine Frau geworden ist. Midori würde sich nichts lieber wünschen, als dass Watanabe beim Onanieren an sie denke.
Die schöne Naoko dagegen hat andere Probleme. Freiwillig eingeschlossen in eine Nervenklinik versucht sie, den frühen Tod ihres Freundes Kizuki loszuwerden. Beide sind zusammen aufgewachsen und haben alles gemeinsam gelebt. Es war nie eine Frage gewesen, mit einem anderen Menschen zu leben. Doch plötzlich hatte sich Kizuki umgebracht, und sie war übrig geblieben. Wie einen Staffelstab gibt sie ihr Schicksal an Watanabe weiter, der Naoko liebt und den sie dennoch auf dieselbe Art verlassen wird, wie sie es einst wurde.
Der Leser merkt bei allem sehr schnell, dass zwischen der Entscheidung, beim Onanieren an jemanden zu denken und miteinander das Leben zu verbringen, kein großer Unterschied besteht. Dass es immer nur darum geht, dass man sich in der Welt versichert und jemanden findet, der einem die eigene Existenz abnimmt.
Haruki Murakami, der in Japan Millionenauflagen verkauft, schreibt darüber ein leichtes und gleichzeitig trauriges Buch, todernst und mit einem guten Schuss klugen Kitsches. Aber das hätte man eigentlich nicht anders erwartet. -Jana Hensel


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 53 Bewertungen)

Von Melancholie und anderen Dämonen      5 von 5 Punkten
"Norwegian Wood" von den Beatles ist der Song Naokos, der Song zwischen 1969 und 1970 als Toru Watanabe erwachsen wurde, der Song, der ihn immer an Naoko erinnern wird, denn dass er sich immer an sie erinnert, hat er ihr versprochen, als wüsste sie, er würde schon nach einiger Zeit die Züge ihres Gesichtes nur mehr wage ins Gedächtnis zurückrufen können.
Dem Jahr, in welchen Toru Kobe verlässt und sein Studium auf einer öffentlichen Universität Tokyo's beginnen wird, geht der Selbstmord seines besten Freundes voraus. Als letzter hat er ihn an diesem Abend gesehen; zurück bleibt seine Freundin Naoko; Als er Naoko in Tokyo wieder trifft, entfacht eine sehr zurückhaltende, wage Liebe zwischen beiden, die keinem Genre zugeordnet werden kann. Über den Tod des gemeinsamen Freundes kommt Naoko allerdings nicht hinweg und sucht Hilfe bei einer Organisation nahe Kyoto, die an ein Sanatorium erinnert, einer Selbsthilfegruppe allerdings nicht unähnlich scheint, umgeben von Wald, Natur und Ruhe. Während Naokos Abwesenheit begegnet Toru Midori und lässt sich beinahe augenblicklich auf ihr lebenslustiges Spiel aus Möglichkeiten ein.
Nicht die klare Sprache, nicht der ungebremste Erzählfluss, nicht die Art und Weise, wie eine doch fremde Welt uns voller Realismus begegnet, nicht die Außerordentlichkeit seiner Charaktere unterscheiden sich von anderen "Murakamis" - es ist die Realität, die mich Leser diesmal einholt. Keine gekonnt surrealen Verflechtungen von Realität und Fantasie finden sich in Naokos Lächeln, hier ist die Melancholie und das Sterben zentrales Halluzinogen.
Das Gesellschaftsbild ist für mich ein besonderes - so frage ich mich, ob die Anzahl an Selbstmorden der Zeit und ihrer Liberalisierung oder der japanischen Kultur des Miteinanders zuzuschreiben ist. Die Suche nach einem Alterego, das ersehnte Entkommen aus der Einsamkeit verbindet die jungen Menschen - zumal ohne Erfolg. Der einfachste Weg aus der Einsamkeit ist die Sexualität, die zumeist bei einem unpersönlichen Charakter verharrt.
Überaus trauriges, äußerst empfehlenswertes Leseerlebnis japanischer Gegenwartsliteratur.


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Briefe in die chinesische Vergangenheit. Roman - Herbert RosendorferBriefe in die chinesische Vergangenheit. Roman
Herbert Rosendorfer

Taschenbuch, 1986
     Verkaufsrang: 1972      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Ein Mandarin aus dem China des 10. Jahrhunderts versetzt sich mit Hilfe eines "Zeit-Reise-Kompasses" in die heutige Zeit. Er überspringt nicht nur tausend Jahre, sondern landet auch in einem völlig anderen Kulturkreis: in einer modernen Großstadt, deren Name in seinen Ohren wie Min-chen klingt und die in Ba Yan liegt. Verwirrt und wißbegierig stürzt sich Kao-tai in ein Abenteuer, von dem er nicht weiß, wie es ausgehen wird. In Briefen an seinen Freund im Reich der Mitte schildert er seine Erlebnisse und Eindrücke, erzählt vom seltsamen Leben der "Großnasen", von ihren kulturellen und technischen Errungenschaften und versucht Beobachtungen und Vorgänge zu interpretieren, die ihm selbst zunächst unverständlich sind.
Die Fortsetzung ›Die große Umwendung. Neue Briefe in die chinesische Vergangenheit‹ ist ebenfalls bei dtv erschienen.
Herbert Rosendorfer, geboren am 19. Februar 1934 in Bozen, studierte Kunst und Jura und war bis 1977 als Richter in München und Naumburg/Saale tätig.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 62 Bewertungen)

Briefe in die chinesische Vergangenheit      5 von 5 Punkten
Briefe in die chinesische Vergangenheit ein wirklich gut geschriebenes Buch für Leute die gerne mal was "leichteres" für Zwischendurch lesen. Mit viel Witz und Charme erzählt der Autor Herbert Rosendorfer die Geschichte von dem chinesischen Mandarin der 1000 Jahre in die Zukunft reist und im heutigen Min-chen landet. Kao-Tai nimmt irrtümlich an das er in China 1000 Jahre später gelandet ist da er und sein "Helfer" beim Konstruieren der Zeitmaschine die Erdumdrehung ausgelassen haben. Kao-Tai der chinesische Mandarin lernt die Sitten und Gebräuche der heutigen Zeit kennen. Die vielen Elektronischen und anderen "Annehmlichkeiten" die, der Herr Obergelehrte Schi-chmi dem Mandarin erklärt und versucht, dem Mandarin die Veränderungen der Welt der letzten 1000 Jahre verständlich zu machen. Wirklich ein empfehlenswertes Buch fürs leichte schmökern zwischendurch.


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Liebesfluchten (Diogenes Taschenbuch) - Bernhard SchlinkLiebesfluchten (Diogenes Taschenbuch)
Bernhard Schlink

Taschenbuch, April 2002
     Verkaufsrang: 4854      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Bernhard Schlink hat eigentlich alles erreicht. Er ist Professor der Jurisprudenz in Berlin und entsprechend hoch angesehen. Der 1944 geborene Jurist - und nur als solcher wird er im Klappentext vorgestellt - feierte mit seinem Roman Der Vorleser einen Welterfolg. Nun liegt das zweite Werk des Autors vor: Liebesfluchten.
Im Audiobook zum Erzählungsband gibt es drei der sieben Geschichten - zum Besten gegeben von Bernhard Schlink selbst. Und sie haben eines gemeinsam: Es geht um Menschen, die plötzlich von der Vergangenheit eingeholt werden. War es im Vorleser noch die Zeit des Nationalsozialismus, ist es jetzt unter anderem auch die Stasi. Von Verrat ist da die Rede, von bitteren Anschuldigungen. Und von Tratschtanten, die nichts für sich behalten können.
Bernhard Schlink erzählt mit einfachen Sätzen, ohne banal zu werden. Seine Geschichten leben durch seine klare Sprache, aber auch durch den Mut, mit dem er etwa das schwierige Verhältnis zwischen Deutschen und Juden angeht. Es wird nur unbedeutend durch den Ort der Handlung - New York - entkrampft, wie etwa in der Geschichte "Die Beschneidung". Da ist die deutsche Vergangenheit wieder da: "Ich kann es nicht mehr hören: Der Nazi in mir der Deutsche in mir...". Die junge Generation, die Hitler nur aus Büchern kennt, gerät wieder unter Rechtfertigungsdruck. Schlink erhebt keine Anklage gegen irgendwen, moralisiert nicht, sondern erzählt einfach.
Weitere Geschichten aus der Buchvorlage sind "Die Frau an der Tankstelle" und "Der Andere". Spieldauer: 74:53 Minuten. 4 CDs, auch erhältlich als Hörbuch auf Kassetten. -Corinna S. Heyn, Thorsten Mücke


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 33 Bewertungen)

Das Urteil      4 von 5 Punkten
Das Auffinden, der Preis und Zusendung waren einfach Klasse, weiter so, ich schau bestimmt wieder vorbei.Ich hatte zuerst den Film gesehen und mußte nachher unbedingt das Buch lesen. Ich glaube, so schnell habe ich noch nie ein Buch verschlungen.Gleich im Anschluss habe ich mir noch vom selben Autor "Die Liebesgeschichten" bei Amazon besorgt, hat mir ebenfalls gut gefallen. Wünsche allen Lesern viel Spass und ein schönes Leben.


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High Fidelity. (Dt. Ausgabe) - Nick HornbyHigh Fidelity. (Dt. Ausgabe)
Nick Hornby

Taschenbuch, 18. Mai 1999
     Verkaufsrang: 4103      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Definitiv eines der fünf besten Bücher, die jemals über das seltsame Paarungsverhalten von Männern geschrieben wurden: Witzig, ironisch, aber auch ergreifend erzählt Nick Hornby in High Fidelity vom ganz normalen Chaos der Liebe und wie ein 35-jähriger Musikfreak von seiner Freundin verlassen wird, in sich geht, leidet und sie am Ende zurückgewinnt.
Rob hat sich nie an das CD-Zeitalter gewöhnen können. In seinem kleinen Plattenladen verkauft er ausschließlich die guten alten Vinylscheiben. Auch ansonsten tut er sich schwer mit Veränderungen - zum Beispiel mit dem Erwachsenwerden. Aber als er von Laura sitzen gelassen wird, versucht er sein bisheriges Leben zu resümieren. Er stellt eine Top-5-Liste seiner ärgsten Liebeskummmer-Erlebnisse auf und versucht sogar, diese Exfreundinnen zwecks Vergangenheitsbewältigung alle zu treffen. Robs Versuch, sein Scheitern auf ganzer Linie zu begreifen und in Worte zu fassen, folgt man begeistert bis zur letzten Zeile. Und spätestens beim mit viel Augenzwinkern erzählten Happy End, hat man diesen Typen richtig ins Herz geschlossen.
Wenn Robs größtes Talent - wie er selbst sagt - darin besteht, einem "Bündel Durchschnittlichkeit eine kompakte Form zu geben", dann liegt Nick Hornbys Stärke zweifellos darin, diese Durchschnittlichkeit ebenso sympathisch wie tragikomisch aufs Papier zu bringen. Die tiefen Einblicke auch in die letzten und seltsamsten Winkel der Männerseele, die High Fidelity gewährt, werden nicht nur Frauen interessieren und amüsieren. Der Roman ist auch ideales Lesefutter für Menschen, die in den 70er-Jahren aufgewachsen sind, Popmusikfans und Schallplattensammler, Männer mit oder ohne Liebeskummer, und natürlich alle, die auch leidenschaftlich gerne Top-5-Listen erstellen. -Christian Stahl


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 125 Bewertungen)

Genial, witzig und einfach ehrlich.      5 von 5 Punkten
Rob Flemming ist Mitte 30 und seit neustem wieder Single. Ist doch toll, man kann endlich wieder die Plattensammlung neu sortieren und dutzende Top 5- Listen aufstellen.
Aber warum verlassen die Frauen ihn immer, oder besser gesagt: Warum wollen die Weiber lieber mit jemand anderem ins Bett gehen!
Hornby ist weder ein großer Poet noch ein begnadeter Sprachjongleur, aber sein Blick für das Wesentliche, Normale ist seine große Stärke. Weder vulgär noch keuch beschreibt er in diesem Roman die Beziehung zwischen Männern und Frauen, wie sie beiden ticken und was sie so unterschiedlich macht, dass alles mit viel Charme und Witz erzählt und eingepackt in eine nebenherlaufende Reise durch die spannende Musikwelt der 70, 80, 90 Jahre.
( Barry wollte die Beatles erschießen, aber ich habe ihn dran erinnert, dass das schon jemand getan hat.)
High Fidelty ist weder ein kleiner Lückenfüller, noch ist der Roman ein Meisterwerk der Erzählkunst, er ist einfach wie wie London.
Er ist groß, hat seine dunklen Ecken, seine Kultur, seine reizenden Persönlichkeiten, seine Rüpel, seine ländlichen, manchmal langweiligen Außenbezirke und seine dreckige, aber aufregende Innenstadt- Das ist High Fidelty.


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