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Die Enden der Parabel - Thomas PynchonDie Enden der Parabel
Thomas Pynchon

Taschenbuch, April 2003
     Verkaufsrang: 7499      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Das Leben als Parabel. Parabelförmig ist die Flugbahn zwischen zwei Punkten, ist die Flugbahn der deutschen V-Waffen im Zweiten Weltkrieg, deren Entwicklung und Einsatz nur einen der zahllosen Handlungsstränge dieses Pandämoniums darstellen. Die Rakete als Sinnbild besiegter Schwerkraft, aber auch hybrider Männlichkeit mit ihren katastrophalen Auswirkungen, lenkt den Blick des Lesers durch eine unabsehbare Fülle von Ereignissen. Thomas Pynchons großer Roman ist...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 17 Bewertungen)

Ein Leuchten      5 von 5 Punkten
Vielleicht der mystischste Roman des 20. Jahrhunderts. Die Handlung splittert sich auf und nicht umsonst wählt die deutsche Übersetzung die Form der Parabel als Titel, deren Enden im Ungefähren verlaufen. Im Mittelpunkt steht die V-2, eine Rakete, in deren Bann Tyronne Slothtrop gerät, ihn an immer wieder wechselnden Schauplätzen auf der Welt auftauchen läßt, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Im Verlauf des Romans scheint sich Slothrop in all den Geschichten, die um ihn herumranken, zu verlieren. Ein Blendwerk an Einfällen, an Erzählsträngen, an Wissen, an Zeitgeschehen, ein schier unerschöpflicher Brunnen an Möglichkeiten tatsächliche Ereignisse in Fiktion umzuwandeln. Es ist fast so, als explodiere der Roman in der Mitte wie eine Rakete und der Leser sieht auf einen Knall hin, ein Glitzern in der Luft. Um alle einzelnen Punkte, Geschichten aufzunehmen, ist er überfordert, doch für kurze Zeit schenkt Pynchon ihm das Gefühl, ein Buch wie kein zweites in der Hand zu halten. Die Zeit löst sich darin auf, man kann sich stets nur an dem festhalten, was gerade erzählt wird, weil schon in Kürze womöglich die Perspektive wieder wechseln wird. Mitten drin fragt man sich, wo bin ich überhaupt, aber trotzdem vermag man sich, dem Sog von Pynchons Sprache nicht zu entziehen. Man gerät in eine Strömung, deren Anfang und Ende zwar mit dem Abschuss und dem Einschlag einer Rakete klar umrissen zu sein scheint, aber dessen Turbulenzen während des Flugs eine Herausforderung ist. Es geht wie bei einem Fest zu. Viele Stimmen und man wandert umher, um sich immer wieder auf eine zu konzentrieren, sie zu verlieren, ihr später noch einmal zu begegnen. Die knapp zwölfhundert Seiten sind dazu da, zu rätseln, sich fallen zu lassen. Auch dazu da, aufzugeben, wenn man überhaupt nicht mehr durchblickt. Das ist nur etwas für jemanden, den der Mut auf halber Strecke nicht verläßt und der sich damit zufrieden gibt, dass die Welt als Ganzes längst nicht mehr darstellbar ist.


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Drecksau - Irvine WelshDrecksau
Irvine Welsh

Taschenbuch
     Verkaufsrang: 11232      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Für Sergeant Bruce Robertson gibt es Schöneres zu tun, als zu arbeiten: nette Beschäftigungen auf der Herrentoilette, kleine Intrigen gegen Kolleginnen oder auch ein Kurztrip nach Amsterdam, ins Drogen- und Sexparadies. Ärgerlich, daß er dann doch noch einen Mord aufklären soll, aber vielleicht springt ja für ihn was dabei raus. Immer tiefer sinkt Robertson in die Abgründe menschlichen Seins. Widerstand gegen das Böse kommt von unerwarteter Seite: Der...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 40 Bewertungen)

Eklig, aber toll      5 von 5 Punkten
Welsh war doch einer der ersten, die so offen über menschliche, wiederwärtige Abgründe geschrieben hat, oder? Und dann in dieser derben Strassensprache. Absolut empfehlenswertes Buch, das man so schnell nicht mehr aus der Hand legt, welches m.E. auch literarisch wertvoll ist, wegen seiner geballten Sprachkraft, welches aber gleichzeitig auch unterhält und total aneekelt. Grossartig. Wie alles von Welsh.


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Unter Null - Bret Easton EllisUnter Null
Bret Easton Ellis

Broschiert, Januar 2006
     Verkaufsrang: 51559      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die jungen Amerikaner finden sich wieder in B.E. Ellis` Geschichte von Clay und seinen Freunden im Los Angeles der 80er Jahre, diese Kinder reicher, aber gelangweilter Eltern, die ihrem mondänen Leben zwischen Partys, Sex, Drogen und Gewalt kaum noch einen Kick, geschweige denn einen Sinn abgewinnen können.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 37 Bewertungen)

Ein schwarzes Zuckerstück ...      5 von 5 Punkten
... ist dieses Buch. Am Anfang plätschert die Handlung so vor sich hin, Drogen werden konsumiert, Partys besucht und so weiter. Das alles hält Bret Easton Ellis in kurzen, fast abgehackt wirkenden Szenen fest. Am Ende jedoch nimmt das Buch dann an Fahrt auf, und auf einmal glaubt man, in einem Albtraum gefangen zu sein. Das Buch schockiert und begleitet einem noch eine ganze Weile nach dem Lesen. Und genau deshalb ist es so genial.


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Medea. Stimmen - Christa WolfMedea. Stimmen
Christa Wolf

Taschenbuch, Januar 1998
     Verkaufsrang: 5958      Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 5 Tagen.

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Den Medeastoff des Euripides hat Christa Wolf eigenwillig und gekonnt verändert. Medea wird reingewaschen: zuviel will ich nicht verraten. Nachdem sie von Jason verstoßen wurde, wird sie gar zu einer antiken, Pestkranke pflegenden Mutter Teresa. Das Verfahren, die Hauptpersonen in einem inneren Dialog die Handlung erzählen zu lassen, ist keinesfalls neu, scheint sogar recht modisch zu sein (Margaret Atwood Alias Grace). Der psychologische Vorteil dieses Verfahrens wird mit weniger Lebendigkeit bezahlt. Trotzdem ist Medea flott zu lesen. Die Handlung wird zwar nicht streng chronologisch entwickelt, macht aber auch keine verständnishemmenden Sprünge. Die Veränderungen benutzt Christa Wolf um zu zeigen, daß Fremdenfeindlichkeit, mangelnde Zivilcourage und Herabsetzung des Fremden schon seit der Antike unbewältigte Probleme vieler Kulturen sind. Der Kampf um die Thronfolge bei den Kolchern, noch ausgeprägter bei den Korinthern wäre einem Shakespeare-Drama angemessen. Die lesenden Männern werden bei der Zauberin Kirke, bekannt aus -- nein, nicht aus dem Fernsehen -- sondern der Odyssee, aufhorchen. Verwandelt Kirke doch glatt Männer in Schweine. Womit zumindest bewiesen ist, daß nicht alle Männer Schweine sind. Wie könnte sonst Kirke ihre Kunst beweisen? Medea von Christa Wolf ist spannend, ideenreich und lesenswert.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)

Nach Kassandra Medea      5 von 5 Punkten
Ich habe diesen Roman gelesen, weil mir "Kassandra" sehr gefallen hat, es ist eines meiner Lieblingsbücher. "Medea" ist sprachlich ähnlich, allerdings wird hier die Geschichte aus mehreren Perspektiven geschildert. Die Figur, die dabei entsteht, wirkt sehr lebendig und faszinierend und auch die verschiedenen Erzählstimmen können eingermaßen überzeugen-einigermaßen deshalb, da es der Autorin sichtlich schwerer fällt, die unsympathische, opportunistische Agameda zu zeichnen, ohne sie zu überzeichnen, als Medea oder Leukon, die ihr offenbar sympathisch sind. Dennoch ist es ein Buch, das ich wiedergelesen habe, vor allem, weil es sich mit der Frage auseinandersetzt, wer die Schuldigen (Menschentypen) sind, wenn ein ganzes Volk sich selbst belügt und aufzeigt, welche Alternativen es gibt, die allerdings allesamt unbefriedigend scheinen.
Dass die Mythengestalt von Christa Wolf so neu gestaltet wurde, dass sie kein "wildes Weib" und keine Kindsmörderin ist, finde ich legitim, zumal der Gedanke einleuchtend ist, man habe ihr den Mord an den eigenen Kindern nachgesagt, um sie für alle Zeit zu entehren. Diese Art der Propaganda hat es ja häufiger gegeben.
Es gibt keine mehr oder weniger "echte" Medea und diese Neuerschaffung wirkt überzeugend, auch wenn sie manchmal dem Leser ebenso fremd und faszinierend-eigenwillig erscheint wie den erzählenden Figuren. Meiner Meinung nach lohnt es sich, den Roman zu lesen, allein schon wegen der Sprache, mit der die Autorin so gut umzugehen weiß.


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Ausweitung der Kampfzone - Michel HouellebecqAusweitung der Kampfzone
Michel Houellebecq

Broschiert, November 2006
     Verkaufsrang: 11868      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Jeder gegen jeden
"Wir sagen ja zur modernen Welt", konnte die Münchner Band Freiwillige Selbstkontrolle Anfang der 80er Jahre noch selbstironisch singen. "Ich liebe diese Welt nicht", wütet der namenlose Ich-Erzähler im Erstlings-Roman des Franzosen Michel Houellebecq, "ich liebe sie ganz entschieden nicht."

Die Stationen seiner Odyssee durch die Vorhölle der modernen Angestellten-Welt am Ende der 90er sind allerdings auch kaum geeignet, von dieser Haltung nur ein Quentchen abzurücken. Keine Hoffnung, nirgends: Der EDV-Spezialist einer Pariser Softwarefirma, jung, beruflich erfolgreich, zugleich bindungslos und depressiv, protokolliert mit bösem Röntgenblick eine Gesellschaft, die pausenlos plappernd leerläuft. Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, der sich mehr und mehr in einen Kriegsschauplatz verwandelt. Sex stellt für Houellebecq in diesem Kampf jeder gegen jeden nur ein "zweites Differenzierungssystem" dar, das zwar vom ökonomischen abgekoppelt, aber "mindestens ebenso erbarmungslos" funktioniert: "Die Unternehmen kämpfen um einige wenige Jungakademiker; die Frauen kämpfen um einige wenige junge Männer; die Männer kämpfen um einige wenige Frauen. Das Maß an Verwirrung und Aufregung ist beträchtlich."

Der Frontberichterstatter Houellebecq weiß nur zu gut, daß die herkömmliche Form des Romans nicht geeignet ist, die Indifferenz oder das Nichts zu beschreiben, und folglich geht es ihm auch nicht darum, sein Talent mit "sublimen Beschreibungen verschiedenartiger Seelenzustände" zu vergeuden. Film noir statt Eric Rohmer: Wenige Episoden, skizzenhaft hingeworfen, reichen aus, um am Ende der Versuchsanordnung ein vernichtendes Urteil zu sprechen: "Das Lebensziel ist verfehlt." Mit diesem Wissen, ahnt man, geht es jetzt noch 20, 30, 40 Jahre weiter, bis zum Ende. Die Hoffnung, jemals rettendes Ufer zu erreichen, ist dahin.

Zugegeben, manchmal verwechselt der angry young man vor lauter Böse-Sein-Wollen auch die Provokation mit deren Attitüde. Dennoch: Mit sparsamsten Mitteln, auf wenig mehr als 150 Seiten, gelingt Houellebecq ein eindrucksvolles, wiewohl reichlich desillusionierendes Psychogramm unserer Verlorenheit, unseres Selbstbetrugs und unserer unstillbaren Manie, glücklich sein zu wollen. Literatur, schrieb Kafka, sei die Axt für das gefrorene Meer in uns. Houellebecq, am Ende des Jahrhunderts, hantiert mit Sprengsätzen. --Niklas Feldtkamp

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 100 Bewertungen)

Kapitalismuskritik fürs 21. Jahrhundert      5 von 5 Punkten
Auch wenn dieser Roman seit ca. 10 Jahren auf dem Markt ist, lohnt es sich doch, eine Kurzrezension über ihn zu verfassen. Die analytische Stärke dieses in einer kristallklaren Sprache verfassten Romans liegt in der Art und Weise, wie er das Eindringen kapitalistischer Prinzipien in selbst die intimsten Lebensbereiche schildert und auf diese Weise verborgene soziale Mechanismen unserer Tage dekuvriert. Die Logik der Konkurrenz, der Wertsteigerung und der Selbstinszenierung, so beschreibt es zumindest der Roman, macht auch vor dem romantisch-unerklärlichen Areal der Partnerwahl nicht halt. Gewisse physische, psychische und soziale Kriterien müssen korrespondieren, damit es auf dem Heiratsmarkt zu erfolgreichen Handlungen kommt. Genau das stellt dieser sozioanalytisch äußerst versierte Roman aus der Feder des Skandalautoren Houellebecq in infamer Offenheit dar, und genau darin besteht seine Stärke, die auch durch eine bisweilen gerechtfertigte Kritik an Form und Sprache des Werkes nicht gemindert wird - es sei denn, der geneigte Leser zieht es vor, sich bewusst dem Eskapismus hinzugeben und lieber nach ästhetizistischen Texten zu greifen. Wer wissen will, in welcher Welt wir heute leben, darf an diesem Text nicht vorbeigehen.


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Sputnik Sweetheart - Haruki MurakamiSputnik Sweetheart
Haruki Murakami

Taschenbuch, Juni 2003
     Verkaufsrang: 5699      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lange Zeit ein Geheimtipp, avancierte Haruki Murakami mit dem Roman Naokos Lächeln, der in Das Literarische Quartett den päpstlichen Segen erhielt, hier zu Lande zum meistgelesenen japanischen Autor. Der unterkühlte Tonfall, der schnörkellose Stil, die sinnsüchtigen Mittzwanziger und -dreißiger, die, aller materiellen Sorgen ledig, mit weltschmerzverzerrtem Gesicht in schicken Bars abhängen -- das vermittelt dem westlichen Publikum das Gefühl, dass man sogar Japan(er) ansatzweise verstehen kann.

Soziologisch-literarische Forschungsarbeit hat Murakami zuletzt mit der Interview-Sammlung Untergrundkrieg geleistet, die Opfer wie Urheber des Tokioter Giftgasanschlags von 1995 zu Wort kommen lässt. Auch der Icherzähler in Sputnik Sweetheart berichtet von einer Katastrophe, einer unvorhergesehenen Wendung in seinem bis dahin ruhigen Leben. Ungeachtet gelegentlicher Affären pflegt der junge Grundschullehrer eine stille Leidenschaft für Sumire, eine ehemalige Kommilitonin mit schriftstellerischen Ambitionen, wie er eine zwanghafte Leserin und dabei eher weltfremd: "Sie rauchte zu viel und verlor auch bei kürzesten Bahnfahrten unweigerlich ihre Fahrkarte." Als Sumire sich in die erheblich ältere Miu verliebt, gerät das literarische Projekt in Vergessenheit. Erst auf einer Europareise mit ihrem "süßen Sputnik" beginnt sie wieder zu schreiben, um Miu und ihrer mysteriösen Geschichte näher zu kommen.

Über weite Strecken dominiert die Perspektive des namenlosen Lehrerfreundes. Dessen Stimme und Stimmungen kennzeichnet die vertraute Murakami-Mischung aus sentimentaler Melancholie und coolem Hedonismus. "Sie gab mir das Gefühl, erster Klasse zu fliegen", sagt er über eine Geliebte. Seine erotischen Fantasien sehen so aus: "Während die beiden sich leidenschaftlich liebten, könnte ich in einer Zimmerecke sitzen und Balzacs gesammelte Werke lesen." Ist die Komik beabsichtigt? Jedenfalls nervt der kultivierte Snobismus gehörig: "Geht's dir gut?" -- "Ja, ich bin munter wie die Moldau im Frühling."

Viel besser sind die Passagen mit und von Sumire. Auch die hat kitschige Anwandlungen, pflegt aber gleichzeitig einen gesunden Zynismus: "Statt eine Menge zusammenhangloses Zeug zu schreiben, sollte ich mich lieber wieder ins warme Bett kuscheln, an Miu denken und masturbieren. So sieht's aus." Was sie sonst noch über das Schreiben denkt, verrät einiges vom Selbstverständnis des Autors, droht allerdings im Kontext der durchaus spannenden Geschichte(n) -- äußerst verstörend die von Miu -- unterzugehen.

Also: Fans bekommen das, was sie erwarten: magischen Realismus auf asiatische Art, dieses Mal ohne epische Ausuferungen. Neulinge im Murakami-Kosmos dürften von dem literarischen Two-Nights-Stand zwar nicht abgeschreckt werden, als ungleich wirkungsvollere Einstiegsdroge sei ihnen jedoch der zauberhafte Erzählungsband Wie ich eines Tages im April das 100%ige Mädchen sah ans Herz gelegt. --Patrick Fischer

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 25 Bewertungen)

Blutige Kehle eines Hundes      5 von 5 Punkten
Von der Liebe, der sexuellen Anziehung, dem Verlust eines anderen und dem des eigenen ICHs, von Eltern und Familie, von Träumen, Griechischen Inseln, von Literatur und klassischer Musik, von der Einsamkeit, vom "Auflösen in Rauch" und der Rückkehr erzählt der Lehrer, Ich-Erzähler, stille Berater und beste Freund der Hauptdarstellerin Sumire.
Stufenlos gleitet die Erzählung vom jugendlichen Leben in Japan und der neue Bekanntschaft zur bezaubernden Miu über Frankreich und Italien hin zum Verschwinden Sumires auf einer kleinen Griechischen Insel nahe der Türkischen Grenze und darüber hinaus in eine Darstellung mystischer, unbegreifbarer Ereignisse und Geheimnisse.

Der Fluss der Erzählung entspringt sehr leise aber unscheinbar stetig, nimmt uns mit auf seine Reise, lässt uns treiben hinein in den Strom einer surrealen Welt, der uns nicht mehr los lässt. Wir folgen ihm widerstandslos, unterbrechen nicht mit Fragen und bohren nicht nach Antworten. Wir lassen uns tragen und werden staunen!
Zumal empfinde ich Ähnlichkeit mit Javier Marias, weniger der Sprache, des Stiles oder der Geschichte wegen, sonder erinnert durch den Erzähler selbst!


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Mahlers Zeit - Daniel KehlmannMahlers Zeit
Daniel Kehlmann

Taschenbuch, Dezember 2007
     Verkaufsrang: 5765      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der Physiker David Mahler beschäftigt sich mit der Frage, ob die Richtung der Zeit wirklich ein unumstößliches Naturgesetz ist. Gibt es etwas, was ihren Lauf umkehren könnte? Eines Nachts findet er in seinem Traum die Lösung... Wird endlich ein Menschheitstraum wahr? Ist es möglich, in die Zukunft zu schauen? Und können die Menschen diesen Blick aushalten? Mahler will seiner Entdeckung Gehör verschaffen, aber ohne Autorität im Wissenschaftsbetrieb...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 22 Bewertungen)

Porträt einer Grenzerfahrung      5 von 5 Punkten
Wie die Vorrezensentin dem Buch vorwarf, geht es hier um einen begabten Physiker, der ihr richtigerweise "autistisch" erscheint. Und genau das ist das brilliante an diesem Buch. Die Beschreibung der Gedanken eines Mannes zwischen "Genie und Wahnsinn". Je weiter er sich in seine Gedankenwelt verstrickt, desto mehr setzt er alles was (zufällig) um ihn herum geschieht in eine Beziehung zu sich selbst. Er kann Geschehnisse nicht mehr richtig einordnen und verfällt zwangsläufig einem Verfolgungswahn. Das scheint mir brilliant erzählt und das Bemerkenswerte an dem Buch. Um die Widerlegung des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik geht es nicht.


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Talk Talk - Tom Coraghessan BoyleTalk Talk
Tom Coraghessan Boyle

Broschiert, Mai 2008
     Verkaufsrang: 4107      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Sei jeder, der du sein kannst!Dana Halter ist jung, schön und gehörlos. Als sie eines Morgens ein Stoppschild überfährt, wird sie verhaftet und wegen Delikten angeklagt, die sie nie begangen hat. Es dauert Tage, bis sich herausstellt, dass Dana Opfer eines Betrügers geworden ist, der mit ihrer Kreditkarte bezahlt, Schecks auf ihren Namen ausstellt - und überhaupt ihre ganze Identität gestohlen hat. Sie findet sich wieder in den Fängen einer gnadenlosen US-Justizmaschinerie. Als Dana nach erniedrigenden Tagen im Gefängnis auch noch ihren Job verliert, hat sie nur noch ein Ziel: diesen elenden Betrüger, der auf ihre Kosten in Saus und Braus lebt, zu finden. Der Kampf beginnt! - In diesem hochdramatischen Thriller erzählt T. C. Boyle davon, wie leicht es ist, einem Menschen die Identität zu rauben, und wie schwierig für den Betrogenen, zu beweisen, daß er hereingelegt worden ist.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Boyle s Kitchen      4 von 5 Punkten
Mangelnde Vorsicht führt dazu, dass Dana Halter hinter den Diebstahl ihrer eigenen Identität kommt. Als ausgefuchster Exsträfling sollten Peck Wilson (alias Dana Halter 2) diese marginalen Fehler nicht unterlaufen, die schließlich zur Verhaftung der echten Dana Halter führen. Nicht nur, dass er sich die Identität einer Frau geklaut hat, sie ist auch noch taubstumm und sinnt auf Rache nachdem sie ein Wochenende in einer Gemeinschaftszelle in Untersuchungshaft verbringt, ihren Termin beim Zahnarzt verpasst und in weiterer Folge ihren Job als Literaturdozentin für Taubstumme verliert. Gemeinsam mit ihrem Freund Bridger Martin begibt sie sich zuerst auf die Suche nach, dann auf die Fersen des Peck Wilson.

Der Roman beschreibt in fünf Teilen und einem Epilog ein Szenario, wie in einem zielgerichteten Roadmovie. Während im ersten Teil die Verhaftung, die Inhaftierung und der Freispruch im Zentrum des Lesers Interesse stehen, taucht bereits zu Beginn des zweiten Teils Peck Wilson mit der Geschichte seines Lebens aus dem Hintergrund. Ob beabsichtigt oder nicht, ist jener skrupellose Gauner und Betrüger der wesentlich deutlichere Charakter in diesem Roman. Er zeigt Ecken und Kanten in der Hülle eines smarten Dandys und Liebhabers der Frauen und gewinnt er auch nicht an Sympathie, so pokert er doch sehr hoch auf der Verständnisebene. (Sehr gut gelungen!) Dana Halter als zähe Mittdreißigerin, die auf Grund ihres Handykaps zu kämpfen versteht, wirkt daneben mitunter blass - oder zumindest nicht neu erfunden!

Die wechselnden Perspektiven sind an sich nichts Neues, für den Boyle- Fan und Bewunderer allerdings - wenn kein "Must have" so doch eine "Nice to have"! In der Namensgebung seiner Charaktere wirkt er leider diesmal etwas erschöpft.
Der Schwung in den gelungenen Start gelingt spielend, mit der Entdeckung des Peck Wilson tritt wahre Spannung zu tage. Der Wechsel der Perspektiven hinterlässt jedes Mal eine Lücke, die sich nur durch unmittelbares "Weiterlesen" befriedigen lässt. Das kocht!

Und dann lässt sich Boyle hinreißen und serviert ein lauwarmes Ende par excellence.


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Die Möglichkeit einer Insel - Michel HouellebecqDie Möglichkeit einer Insel
Michel Houellebecq

Broschiert, Februar 2007
     Verkaufsrang: 6127      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lanzarote ist die ideale Kulisse für Die Möglichkeit einer Insel des französischen Skandal-Autors Michel Houellebecq. Nicht nur, dass sie wegen ihres schwarzen Vulkangesteins so unwirklich erscheint wie der rein fiktive Seinszustand des Titel gebenden Eilands -- der reinen „Möglichkeit“ der Insel -- es verlangt. Sie wirkt auch so, als habe sie eine unendlich alte Vergangenheit. Und doch scheint sie direkt aus einem Science-Fiction-Film entsprungen. Die ideale Kulisse. Denn Houellebecq erzählt von ewigen Dingen wie dem Glück der Liebe und dem Schmerz des Alterns. Aber er projiziert das Ganze in eine ferne Zukunftszeit.

Die Möglichkeit einer Insel spielt in einer Welt, wie sie der Autor, Interviews gemäß, in zweitausend Jahren tatsächlich erwartet. Menschen sind beinahe ausgestorben und vagabundieren in versprengten Häuflein durch die zerstörten Großstädte. Längst sind sie ersetzt von durchnummerierten Klonen, die allenfalls noch durch die schriftlich fixierten Biografien des humanen Ausgangsmaterials mit ihren Gen-Gebern verbunden sind. So sieht sich auch Daniel, der Hauptheld des Buchs, mit den Kommentaren seiner unzähligen Doppelgänger konfrontiert: Immer wieder werden seine Ausführungen von den Echos der „Neo-Menschen“ Daniel24 oder Daniel25 unterbrochen.

Daniel ist auf der Suche nach dem Glück -- der eigentlichen „Möglichkeit einer Insel“ inmitten der genetischen Indifferenz der schönen neuen Welt. Er findet sie in Isabelle, die ein Magazin namens „Lolita“ herausgibt -- und in diesem Titel liegt bereits die ganze Tragik festgeschrieben. Denn Isabelle kann nicht für immer Kindfrau bleiben, und Daniel muss weiter, zu Esther, 22 Jahre alt. Aber auch der mehrfach gespiegelte Held des Romans wird älter und fällt, „hoch in den Vierzigern“, inmitten einer Welt aus lauter Körperkult durchs Raster. Die „Möglichkeit der Insel“ ist bloße Illusion.

Auch wenn im Buch alle Motive früherer Bücher Houellebecqs wiederkehren, so hat er sie in diesem doch am besten, großartigsten miteinander verknüpft. Die vormals überwiegende Lust am Untergang ist einer nüchternen Resignation gewichen -- auch der Autor, der seinem Daniel stark autobiographische Züge verliehen hat, ist älter geworden. Und er hat gelernt, noch etwas besser zu erzählen. --Isa Gerck

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 46 Bewertungen)

brilliant, spannend, philosophisch      5 von 5 Punkten
hinter der fassade eines "vulgären skandalromans" oder eines "witzig ironischen science-fiction romans" verbirgt sich nach fortgeschrittener lektüre ein sehr tiefschürfend philosophisches werk über das menschliche dasein schlechthin: über fragen und ängste zum altern, sterben, lieben, etc.

zugegeben das buch ist keine leichte kost und stößt anfangs vielleicht schnell ab, aber wer sich durchkämpft, der wird belohnt. meiner meinung nach ist es eines der beeindruckendsten bücher die ich jemals gelesen habe. es hat mich noch viele tage beschäftigt.
ich habe sehr viele andere rezensionen darüber gelesen und kann die negativen kritiken auch verstehen (vor allem von houllenbecq einsteigern) zum glück habe ich schon vorher ein anderes buch von h. gelesen (plattform 4 ****) sonst hätte ich vielleicht auch nach 50 seiten enttäuscht aufgegeben. ich wollte dem buch aber eine chance geben, nach 200 seiten war ich bereits mitten drin, und mit jeder weiteren seite noch mehr begeistert und fasziniert. einzelne szenen sprühen vor brillianten schilderungen, provokative fragen werden in den raum gestellt...

die suche nach dem glück, dem ewigen leben, die ängste vor dem alter und körperlichem verfall werden für den menschen immer zutiefst aktuelle fragestellungen sein verbunden mit dem streben nach jugend, schönheit und liebe. houllenbecq schildert dies rücksichtslos, brutal, zynisch, aus sehr männlicher sicht. das buch erfordert viel aufmerksamkeit und schürft sehr tief aber es ist stellenweise auch eine sehr witzige, spannende lektüre!! - absolut empfehlenswert!!! -


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Richtig leben mit Geri Weibel: Alle Folgen in einem Band - Martin SuterRichtig leben mit Geri Weibel: Alle Folgen in einem Band
Martin Suter

Taschenbuch, Februar 2004
     Verkaufsrang: 2831      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Es gilt Abschied zu nehmen von Geri Weibel. Jawohl, die Trauer ist groß. Im Februar ist die letzte Kolumne im NZZ Folio erschienen, und ein Aufschrei ging durch das Land. Zum Glück liegen die Folgen nun gesammelt vor. Abschied heißt ja immer auch Anfang.

An diesem Punkt steht auch Geri, am Bootssteg, wo er sich schon um den nächsten Trendwechsel in der Karibik sorgt. Bevor es aber so weit ist, erleben wir noch einmal, wie unser manischer Trendscout durch die Abgründe der Szenen torkelt -- und in den Armen der schönen Aira landet. Der Spiegel, den Suter der In-Gesellschaft vorhält, ist gnadenlos. Soll man seinen Mikro-Scooter nun auch wie Robi Meili verkaufen, weil ihn die Leute für einen Investmentbanker gehalten haben?

Geri hat es letztlich allen gezeigt. Ratlos starrt die Clique auf eine Postkarte hinter dem Tresen -- weißer Sand, blaues Meer: "Glad you're not here. Geri und Aira." Lieber Geri, wir vermissen dich. --Martin Walker

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Jet-Set-Thriller!!!!      5 von 5 Punkten
Was sagen die Leute???
Oder: Es recht zu machen jedermann,
ist eine Kunst, die keiner kann.

Fragen, Fragen, Fragen...die stellt sich Geri Weibel.
z.B. die Begrüssungsfrage, die Alkoholfrage, die Elternfrage, die Meinungsfrage, die Frauenfrage, die Altersfrage und noch viele mehr.

Und immer möchte Geri Weibel es allen Recht machen: nicht auffallen, nicht anecken oder anderes sein als die Anderen der Szene.
Ja, was denken die Leute.
Ein sehr kurzweiliges und amüsantes Buch. Manchmal erkennt man sich selbst in Geri Weibel. Ja, leider!!

Für mich ist die Geschichte ein Jet-Set-Thriller. Die latente Angst, etwas falsch zu machen, ist nervenaufreibend. Stellen Sie sich so ein Leben vor?!?

PS: Das schönste Kompliment das ich den Buch machen kann ist: viel zu kurz (nur 115 Seiten) viel zu schnell ausgelesen. Bitte mehr.....



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Ein Regenschirm für diesen Tag - Wilhelm GenazinoEin Regenschirm für diesen Tag
Wilhelm Genazino

Taschenbuch, April 2003
     Verkaufsrang: 38002      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 38 Bewertungen)

Der Schuhtester      5 von 5 Punkten
Warum muss man Genazinos Buch "Ein Regenschirm für diesen Tag" unbedingt lesen?
Eine Antwort gibt Sabine Küchler in ihrer Rezension im "Tagesspiegel":
"..., dass man, am Ende der gerade mal 170 Seiten angekommen, gleich wieder von vorne beginnen möchte. Noch einmal durch diese kleine Schule der Wahrnehmung gehen, noch einmal in diesen Alltagsminiaturen und Weltverzauberungsnotaten das Staunen über die Merkwürdigkeit des Lebens wiedererlernen."
Stimmt - vielleicht einige Beispiele gefällig, was Sabine Küchler damit meint?
Der Ich-Erzähler betrachtet in seiner Wohnung den Boden und die herumliegenden Staubflusen: "Wie sonderbar heimlich sich der Staub vermehrt! Plötzlich fällt mir ein, dass Verflusung vielleicht das richtige Wort für den gegenwärtigen Stand meines Lebens ist."
Weiterhin überlegt sich der Ich-Erzähler an alle Bekannten Briefe zu verschicken, in denen er ihnen seinen "Schweigestundenplan" verkündet:
"Für Montag und Dienstag ist DURCHGEHENDES SCHWEIGEN angeordnet. Mittwochs und donnerstags herrscht nur morgens DURCHGEHENDES SCHWEIGEN, an den Nachmittagen GELOCKERTES SCHWEIGEN, das heißt, es sind Kurzgespräche und Kurzanrufe erlaubt. Nur freitags und samstags bin ich zu haltlosem Gerede bereit, allerdings erst ab elf Uhr."
Mit diesen beiden Beispielen erklärt sich der Begriff der "Alltagsminiaturen".
Ansonsten sei noch angemerkt, dass der Protagonist seinen Lebensunterhalt als Schuhtester verdient und ihn aktuell seine Freundin verlassen hat - dies zur Handlung.
Was Genazino allerdings an sprachlich filigraner Arbeit leistet, lässt sowohl ästhetischen Genuss als auch beste Unterhaltung zu.
Ein hervorragendes Buch!


Im Regen wie im Sonnenschein      5 von 5 Punkten
Ein Mann läuft Schuhe ein. Allein für diese Idee gilt es, Genazino zu rühmen, und es gelingt ihm im Verlauf seiner Geschichte, daß man sich vorstellt, wie auch in der eigenen Stadt jemand unterwegs ist, um ledernde Produkte einzulaufen. Eigentlich ein schöner Beruf, viel zu wenig beachtet. Nur daß auch die ausgeglichenste Tätigkeit einen nicht davor bewahrt, daß die Freundin einen verläßt, weil man sich zu sehr aufs Beobachten verlegt hat, oder daß man in finanzielle Nöte gerät, wenn das Honorar pro Paar gesenkt wird. Mit einmal sieht man sich den profanen Dingen des Lebens ausgesetzt.

Doch wenn sie von Genazino erzählt werden, bleiben sie leicht, schwebend und einem Schmunzeln behaftet.

Gedanken eines Fast-Versagers      5 von 5 Punkten
Mitte 40, Schuhtester und von der Freundin wegen der Unfähigkeit sein Leben "brauchbar" zu gestalten verlassen - da kann man sich schon seine Gedanken machen. Und die macht sich der Protagonist in Ich-Erzahlerform pausenlos. Vergnüglich zu lesen aber schwer zu beschreiben ist diese Erzählung, deren 170 Seiten ich fast in einem durch gelesen habe. Durch den Verlust seiner Freundin noch mehr aus seiner Bahn geworfen, finanziell immer auf der (immer wieder verschobenen) Suche nach einem finanziell einträglichen Job lässt er uns pausenlos an seinen Gedanken zu alltäglichen Beobachtungen und Begegnungen teilhaben. Die sind zum Teil so vergnüglich,dass man zum Schmunzeln angeregt wird, speziell was im alles durch den Kopf geht während er zum Beispiel mit seiner Friseurin schlafen will. Seine eigene "Nichtgenehmigung" seines Lebens legt ihm immer wieder Steine in den Weg. Er wäre zu mehr fähig, wenn er sich nicht selbst im Wege wäre. Als dann auch noch sein Schuhtesterjob schlechter bezahlt wird muss er sich dann doch etwas einfallen lassen. Zunächst näherst er sich aber eher beiläufig und ungewollt seiner Jugendbekanntschaft Susanne, Auch diese Gedanken über die Beziehung und den vollzogenen Beischlaf sind äusserst amüsant. Und dann kommt ihm auch noch sein ehemaliger Mitstudent Messerschmidt in die Quere, der ihm dann doch einen Job beim Generalanzeiger anbietet. Es scheint aufwärts zu gehen, aber da ist er sich wohl noch nicht ganz sicher und die Geschichte endet irgendwie offen.
Ein verzüglich- vergnügliches Buch

Langatmig und sehr speziell... schade!      1 von 5 Punkten
Angeregt durch viele positive Bewertungen und Lobesbekundungen hatte ich mir das Buch erwartungsfroh als Wochenendlektüre vorgenommen. Irgendwie hörte sich die Geschichte eines Schuhtesters, der teure Schuhe begeht, bewertet und dafür bezahlt wird, recht lustig, unterhaltsam und auch ein wenig grotesk an.
Tatsächlich aber ist die Geschichte langweilig, langatmig und zermürbend: Ein namenloser, männlicher Protagonist läuft ziellos durch eine Großstadt und nimmt dabei Bestandteile seiner Umwelt wahr. Dabei geht er ebenso ziellos mal diesem, mal jenem Gedanken nach, und er liebt es besonders, seinen frühkindlichen Impulsen nachzugehen. Es gibt keine wirkliche Handlung oder eine Art Handlungsstrang, der Protagonist erzählt einfach nur von sich selbst, und insgesamt wirkt das ganze ziemlich wirr und ein wenig hobby-philosophisch gekünstelt, denn soooo überragend sind die immer wieder gelobten Wortschöpfungen nun auch wieder nicht.
Wie schon von anderen Vorrezensenten geschrieben: Nicht jedermann wird das Buch gefallen. Und auch wenn ich die Idee wirklich gut finde, tut es mir fast schon ein bisschen leid: Ich finde das Buch unbefriedigend und sehr speziell - womit ich das Buch nicht einfach nur schlecht machen möchte, weil es mir nicht gefallen hat. Aber auch Literatur ist eben Geschmackssache.


Irgendwie faszinierend      5 von 5 Punkten
Vielleicht könnte man diesen Roman so umschreiben. Obgleich, nichts wirklich fasziniert.
Und doch: Einfach Genazino.
Jedenfalls kenne ich keinen anderen deutschen Schriftsteller, der das Alltägliche zwischen zwei Beziehungen (Lisa hat ihn gerade verlassen und Susanne hofft auf einen Entscheidungsruck) so anrührend beschreiben kann.
Der Schuhtester welch putzige Idee lässt auf seinen Testrouten durch die Stadt seine Gedanken fließen, und nur gelegentlich bündelt er sie auf eine Person die ihm begegnet, eher unwillig als erfreut. Ja er trägt sich gar mit dem Gedanken, einen Schweigestundenplan einzuführen. Natürlich für andere, in Bezug auf ihn.
Denn es graut ihm davor, sich mit anderen Menschen über Dinge zu unterhalten, die ihn partout nicht interessieren (z.B. mit seinem Auftraggeber über dessen Hobby: Modelleisenbahnen), gerade dann, wenn ihn etwas erschüttert (z.B. die Nachricht, dass seine neuen Zähne fertig sind und abgeholt werden können).
Dass Genazinos Protagonist zur Zeit vom freundschaftlich nachgelassenen Konto seiner Ex lebt, mag diesem nicht ganz angenehm sein,denn er trägt sich mit dem Gedanken, Kurse des Erinnerns zu veranstalten. Erkennt dann aber rechtzeitig, dass die Übernahme eines Jobs durch Vermittlung eines Freundes bei einer Zeitung doch die bessere Alternative ist.
Einhundertvierundsiebzig Seiten über Gedanken, die einem in den Kopf kommen und wieder gehen, gerade dann, wenn man einfach so vor sich hin läuft.
Dazu nie langweilig. Mit anderen Worten: Empfehlung für ein paar gemütliche Stunden.
Ach ja, mich würde jetzt noch interessieren: Geht der Genazino wirklich gerne spazieren? HMcM



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Hundert Jahre Einsamkeit - Gabriel Garcia MárquezHundert Jahre Einsamkeit
Gabriel Garcia Márquez

Broschiert, Februar 2004
     Verkaufsrang: 7454      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Nach einem Mord, und nachdem der Geist des Ermordeten ihn und seine Frau nicht mehr in Ruhe gelassen hatte, machen sich José Arcadio Buendía, seine Frau Ursula und einige andere auf den Weg, um ein neues Dorf zu gründen. Macondo liegt irgendwo im Urwald, keine Straße führt dorthin, und nur die Zigeuner finden immer wieder ihren Weg zu ihnen, um ihnen die neuesten Erfindungen zu präsentieren -- die von José Arcadio jeweils mit Begeisterung gekauft und ausprobiert werden, ob es sich nun um Magneten oder um Chemikalien handelt. Melchíades, der Weise, der diese Erfindungen jeweils präsentiert, unterweist ihn im Gebrauch dieser Neuerungen.

Zwei Söhne werden ihnen geboren; José Arcadio und Aureliano. Das Haus füllt sich auch sonst mit Menschen; immer mehr werden es, die Kinder der Gespielinnen der Söhne werden ebenso im Haus deponiert wie entfernte Verwandte, von denen keiner weiß, wer sie eigentlich sind. Über Generationen hinweg wird nun von dieser Familie erzählt; vom General, der 32 Aufstände anzettelt und jedesmal scheitert, der unzählige Attentate überlebt, der siebzehn Söhne zeugt und alle in einer einzigen Nacht wieder verliert; von Eifersüchteleien, von unerfüllter Liebe und Leidenschaft, von Inzest, vom Leben und vom Sterben. Mit der Familie wächst auch das Dorf, wird immer weiter an die Errungenschaften der Technik angeschlossen, eine Eisenbahn verkehrt, eine Bananengesellschaft wird gegründet; bis das Rad sich wieder dreht und das Dorf wieder zu seinem Ursprung zurückkehrt. Naturkatastrophen verhindern das Bleiben der Bananengesellschaft, auch sonst passiert hier nicht mehr viel, und zum Schluss soll sich auch noch die alte Prophezeiung erfüllen, dass zu viel Inzucht zu Söhnen mit Schweineschwänzchen führt.

Zu diesem Buch eine Inhaltsangabe abzugeben, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Viel zu viel passiert auf diesen beinahe 500 Seiten; und vor allem: Es ist ausgesprochen schwierig, bei diesen vielen sich überschneidenden Generationen mit den ewig gleichen Namen den Überblick nicht zu verlieren. Wobei der Autor mit dieser Unsicherheit ja auch ganz bewusst arbeitet; es gibt ein Zwillingspärchen, das sich bis zum Tod immer wieder vertauscht und selber nicht mehr weiß, wer nun wer ist.

Vor zehn Jahren hatte ich dieses Buch ja schon einmal gelesen. Meine Erinnerung an den Inhalt war recht spärlich, aber woran ich mich noch genau erinnern konnte, war das Gefühl, ein höchst beeindruckendes Buch gelesen zu haben. Es lohnt sich sehr, sich für dieses Buch eine längere Zeitspanne zu reservieren, in der man ununterbrochen lesen kann; der in diesem Buch begründete magische Realismus kann so seine Wirkung am besten entfalten.

Woran ich mich auch nicht erinnern konnte, oder was mir damals vielleicht auch noch gar nicht aufgefallen war, ist der unglaubliche Humor, der hier versteckt ist. Allerdings ist es ein tiefgründiger Humor, der seine Wirkung daraus bezieht, dass man die Figuren im Buch kennt, und der sich schwerlich durch die Erzählung von Anekdoten wiedergeben lässt. Alles in allem bin ich wiederum schwer begeistert und freue mich schon auf den Genuss, den dieses Buch mir beim nächsten Lesen bieten wird. --Daniela Ecker

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 39 Bewertungen)

Abtauchen in eine phantastische Welt      5 von 5 Punkten
Das Buch ist das schönste Buch, das ich je gelesen habe. Bereits nach wenigen Seiten tauscht man ab in den südamerikanischen Urwald, ins fiktive Macondo, in dem die Geschichte des Dorfes und der Familie Buendía über 100 Jahre erzählt wird. Teilweise witzig, teilweise traurig, aber immer mit einn gehörigen Portion Charme, so dass man das Buch garnicht weglegen möchte. Leicht beschwinglich wird diese Familiengeschichte erzählt, nicht so melodramatisch wie "Das Geisterhaus" von Isabel Allende oder so nüchtern-trocken wie "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann.


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Tadellöser und Wolff - Walter KempowskiTadellöser und Wolff
Walter Kempowski

Taschenbuch, August 1996
     Verkaufsrang: 7903      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Tadellöser & Wolff" nannte Walter Kempowskis Vater, Reeder in Rostock und guter Kunde der Tabakwarenhandlung Loeser & Wolff, so ziemlich alles, was nicht gerade "Miesnitzdörfer & Jansen" war. Und als "Miesnitzdörfer" ließ sich in der Zeit von 1938 bis 1945, im sogenannten Tausendjährigen Reich, von der dieser Roman erzählt, wahrhaftig vieles bezeichnen. Immerhin, trotz Verdunklungspflicht, SA-Eintritt und Schießdienst ging es des Kempowskis "ganz gold", wenigstens eine Zeitlang ...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)

Unterhaltsamer Geschichtsunterricht      5 von 5 Punkten
Durch das Lesen der Bücher "Aus großer Zeit", "Schöne Aussicht", "Tadellöser und Wolff" von Walter Kempowski erhält man auf unterhaltsame Weise Einblick in die Zeit vor dem Ersten und dem Zeiten Weltkrieg. Es wird Verständlich in welchem gesellschaftlichen und politischen Klima unsere Urgroßeltern und Großeltern gelebt haben. Vor allem kann ich (Jahrgang 1978) nun in etwa nachvollziehen, wie es zu der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland kommen konnte. Es ist leicht als Generation, die bisher keinen wirklichen Mangel an Nahrung, Arbeit und Geld leiden musste über die "dummen" Menschen während des Nationalsozialismus zu urteilen. Besonders in dem Buch Tadellöser und Wolff" wird gut beschrieben, wie die Nazis die Deutschen mit ihrer Propaganda um den Finger gewickelt haben. Ich bin mir sicher, vieles davon würde auch heute wieder funktionieren. Deshalb ist es wichtig sich mit der Vorkriegsgeschichte auseinanderzusetzen. Diese Bücher bieten dazu Gelegenheit. Sie sind amüsant und lehrreich. Ich denke es wäre sinnvoll, die Bücher von Herrn Kempowski auf jeden Lehrplan zu setzen. Hätte ich die Bücher bereits während meiner Schulzeit gelesen, wäre vieles aus dem trockenen Geschichtsunterricht verständlicher gewesen.


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Im Krebsgang - Günter GrassIm Krebsgang
Günter Grass

Taschenbuch, 2. März 2004
     Verkaufsrang: 5789      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Es war die größte Katastrophe in der Geschichte der Seefahrt: Am 30. Januar 1945 verließ das ehemalige Kraft-durch-Freude-Kreuzfahrtschiff "Wilhem Gustloff" mit 6.100 Flüchtlingen an Bord Gotenhafen und wurde vor Stolpermünde von einem sowjetischen U-Boot aufgebracht. Drei der kommunistischen Heimat und ihrem Diktator gewidmete Torpedos durchbohrten das Schiff, das in knapp einer Stunde versank; mehr als 5.000 Menschen kamen ums Leben. Ein Untergang nach dem Untergang: Das Tausendjährige Reich war längst Geschichte, und Roosevelt bereits auf dem Weg nach Jalta, um mit Stalin und Churchill die neuen Grenzen abzustecken.

Die Tragödie in der Ostsee hat Günter Grass seit jeher interessiert. In Romanen wie Katz und Maus und Die Rättin wird erwähnt, dass die Nebenfigur der Tulla Pokriefke das Unglück knapp überlebte. Nun hat der Autor dem Ereignis auf hoher See eine historische, dabei aktuell-brisante Novelle gewidmet. In Im Krebsgang wird der Sohn von Tulla beauftragt, die längst vergessene Geschichte aus den Fluten des kollektiven Gedächtnisses zu bergen. Eher widerwillig recherchiert der Journalist und Ich-Erzähler im Internet, tummelt sich in den abstrusen Chatrooms der Neonazis, beleuchtet die Biografien des Schweizer NS-Landesgruppenführers Wilhelm Gustloff, seines jüdischen Attentäters David Frankfurter und des U-Bootkommandanten der sowjetischen Rotbannerflotte Alexander Marinesko -- und versucht sich schließlich im Erzählprozess ganz "an Bord der 'Gustloff' zu denken", um die tödliche Katastrophe vor den Augen seiner Leser wieder lebendig werden zu lassen. Dabei fördert er ein menschliches Drama zu Tage, das bis in unsere Gegenwart hineingreift und nicht zuletzt seine eigene Familie betrifft.

In Katz und Maus war die durch das Dickicht der Wiesen streifende Katze Metapher eines vorsichtig neugierigen, "lauernden" und ständig die Richtung wechselnden Erzählens. In Grass' neuer Novelle ist es der seitliche, mögliche Feinde täuschende Gang des Krebses, der die stetig zwischen Gestern und Heute wechselnde Erzählperspektive symbolisiert und dem großartigen schmalen Band seinen Namen gab. Entgegen der Bescheidenheit des Ich-Erzählers ("ich berichte nur") ist Grass endlich wieder ein kleines Meisterwerk gelungen. Spannend verwoben, kunst- und humorvoll zugleich. --Thomas Köster

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 86 Bewertungen)

Fantastisch!      5 von 5 Punkten
Grass verknüpft in dieser Novelle sensibel die historischen Hinetrgründe des Untergangs der Wilhelm Gustloff mit ihren Auswirkungen auf die heutige Zeit und die allgemeine Thematik des Rechtsradikalismus.
Sehr interessant, sehr feinfühlig und irgendwie einfach anders. Grass' Schreibstil ist eigenwillig, muss gefallen, sonst hält man die 200 Seiten nicht durch. Habe auch viel negative Kritik gehört, das Buch sei verwirrend. Finde ich persönlich nicht. Ohne historisches Hinetrgrundwissen könnte man allerdings seine Schwierigkeiten haben.
Meiner Meinung nach sehr empfehlenswert, würde fast sagen die beste Pflichtlektüre der Oberstufe, sozusagen die Krönung des Ganzen - komplex und tiegfründig, einfach gut. Also: Unbedingt lesen! Werde sicherlich bald Weiteres von Grass lesen...


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Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah: Erzählungen - Haruki MurakamiWie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah: Erzählungen
Haruki Murakami

Gebundene Ausgabe, März 2007
     Verkaufsrang: 2458      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Ungefähr zu der Zeit, als Jim Morrison »Light my fire« und Paul McCartney »Long and winding road« sangen, begegnet Haruki Murakamis Ich-Erzähler dem »100%igen Mädchen« - und lässt es fahrlässig ziehen. Er versucht so gut wie gar nicht, seiner Schwester den überaus vernünftigen Verlobten zu verleiden, tröstet sich mit virtuosem Rasenmähen über eine untreue Freundin hinweg, arbeitet in einer Fabrik, die künstliche Elefanten produziert, und träumt von einem wunderbar tanzenden Zwerg, dessen gefährliche Fähigkeiten er sich leiht. Murakamis lakonische Erzählungen kreisen um das, was man einst Schicksal nannte - eine vielleicht selbsterschaffene, stets überraschend aufschimmernde Macht -, sie haben seine deutschsprachigen Leser ebenso in Entzücken versetzt wie vorher schon ein japanisches Millionenpublikum.Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, lebte über längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. 2006 erhielt er in Prag den Franz-Kafka-Preis. Zuletzt erschienen bei DuMont der Erzählungsband »Blinde Weide, schlafende Frau« (2006) und die Romane »Hard Boiled Wonderland und das Ende der Welt« (2006) und »After Dark« (2005).Die ÜbersetzerinNora Bierich, geboren 1958, hat Philosophie und Japanologie studiert und lebt in Berlin. Neben Haruki Murakami übersetzte sie aus dem Japanischen Werke des Philosophen Kôjin Karatani und von Kenzaburô Ôe.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

Empfehlenswert!      5 von 5 Punkten
Nachdem ich bereits einige Bücher von Murakami verschlungen habe, las ich das 100%ige Mädchen in zwei Tagen.
Murakami versteht es in seiner Sammlung von Kurzgeschichten, eine absurde und fesselnde Welt zu schaffen. Zu Recht nennt die Times ihn einen postmodernen Kafka. Murakami schreibt schnörkellos und direkt und zieht den Leser so in seine teilweise phantastischen Welten. Nach der Lektüre jeder einzelnen Geschichte ist man gleichermaßen verdutzt wie begierig nach der nächsten.


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Uns geht's ja noch gold: Roman einer Familie - Walter KempowskiUns geht's ja noch gold: Roman einer Familie
Walter Kempowski

Taschenbuch, November 2007
     Verkaufsrang: 29266      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Wo Walter Kempowskis Buch 'Tadellöser & Wolff' endete, beginnt dieser 'Roman einer Familie': 1945, als die Rote Armee in Rostock eindringt. So 'gold' kann es den Kempowskis, wie der Titel im Familienjargon ankündigt, also gar nicht gegangen sein. Man erlebt am eigenen Leibe oder bei Nachbarn und Freunden Elend, Hunger, Plünderungen und Gewalttätigkeiten. Aber man ist nicht ausgebombt, hat noch etwas Geld, und zwischen Trümmerschutt und Ausgangssperren, Schwarzem Markt und Hamsterzügen versucht man, die bürgerliche Kontinuität wiederherzustellen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Tadellöser      5 von 5 Punkten
Walter Kempowski verstand es wie kein zweiter die Stimmmung der Zeit aus Sicht einer bürgerlichen Familie wiederzugeben.Vielmehr noch ist es die gesamte Atmosphäre die seine Bücher einzigartig macht. Insbesonere die Rostocker Trilogie (und somit auch dieses Buch) ist ein Meisterwerk und hat mir viel gegeben. Achtung: Kempowski lesen macht süchtig.


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Das böse Mädchen - Mario Vargas LlosaDas böse Mädchen
Mario Vargas Llosa

Broschiert, 21. November 2007
     Verkaufsrang: 9773      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Her mit den kleinen Chileninnen! rufen die Jungs in Peru. Es ist ein grandioser Sommer. Der berühmte Pérez Prado kommt mit seinem Zwölf-Mann-Orchester, in der Stierkampfarena gibt es einen Mambo-Wettbewerb, der trotz der Drohung des Erzbischofs, alle Teilnehmer zu exkommunizieren, bestens ankommt -- und die Clique des Ich-Erzählers veranstaltet Wettkämpfe in Straßenfußball oder Schwimmen. Überhaupt spielt die Welt verrückt in jenem Sommer des Jahres 1950: Der Hinkefuß Lañas wird von einem Mädchen erhört, Tico Tiravante bricht mit Ilse, die zu Víctor Ojeda überwechselt. Und dann sind da noch die Mädchen aus Chile, zwei Schwestern, die "uns Jungen aus Miraflores, die wir gerade die kurzen gegen die langen Hosen eingetauscht hatten, gehörig den Kopf verdrehten".

Die Mädchen aus Chile tanzen den Mambo ganz freizügig und unverschämt. Vor allem eine: das böse Mädchen, 15 Jahre alt, in das der ebenfalls 15-jährige Ich-Erzähler im gleichnamigen Roman von Mario Vargas Llosa sich unsterblich verliebt. Dann ist sie plötzlich weg, und ihm bleibt nur die Erinnerung -- bis er sie eines Tages in Paris für eine Nacht der Leidenschaft wiedertrifft. Es folgt eine Kette von Treffen, abenteuerlichen und leidenschaftlichen Treffen, die sich wie eine Schlinge um sein Leben ziehen.

Am Ende wird der Autor vom bösen Mädchen wieder verlassen -- nicht ohne die Bitte, sie, sollte er ihre Liebesgeschichte aufzuschreiben gedenken, nicht zu schlecht wegkommen zu lassen. Vargas Llosa hat ihr diese Bitte, stellvertretend für seine Hauptfigur, erfüllt. Denn Das böse Mädchen ist ein wundervoller Roman, leicht und freizügig wie der Mambo. Und er ist eine Liebeserklärung an die Freiheit und die Frauen generell. --Stefan Kellerer

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Ach, wie wundervoll ...      5 von 5 Punkten
... daran erinnert zu werden, was Liebe vermag! Dass sich Herz auf Schmerz reimt und die Liebe in Gedanken doch etwas nützt... Denn bei allem Kummer, den die Liebe dem Protagonisten Ricardo beschert, erfüllt sie auch sein Leben, macht es reicher und farbiger. Man hat sogar den Eindruck, Ricardo fahre alle anderen Energien zurück, um sich mit Leib und Seele der Liebe zu dem "bösen Mädchen" widmen zu können. Überhaupt setzen viele Figuren in diesem Roman ihre Ideen - seien sie politisch, egoistisch oder verliebt motiviert - mit einer leidenschaftlichen Hingabe um, die man nur bestaunen kann. Die Sprache des Autors ist duftig, aber nicht blumig, und beschreibt Schauplätze, Atmosphären und Stimmungen so lebendig, dass man sie sehen, riechen, ja regelrecht nachfühlen kann. Ein wundervolles Buch, dass mich ebenso hilflos und glücklich zurücklässt, wie die Liebe Ricardo...


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Trainspotting - Irvine WelshTrainspotting
Irvine Welsh

Taschenbuch, März 1999
     Verkaufsrang: 5944      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Man stelle sich ein kleines Land vor, das von seinem einzigen Nachbarland seit Jahrhunderten auf verschiedenartigste Weisen, aber stets energisch unterdrückt wird, in dem die Wirtschaft darniederliegt und die Leute frustriert sind. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, der Lebensstandard niedrig. Alkohol-, Rauchwaren- und Rauschdrogenkonsum suchen in Europa ihresgleichen, die Krebsraten auch. Da gibt es eine schnuckelige Bilderbuchlandeshauptstadt, in der sich Unmassen von Touristen tummeln und allsommerlich ein -- am internationalen Standard gemessen -- mittelmäßiges Kulturfestival stattfindet; den Rest des Jahres über herrscht kulturell toteste Hose. Umso erstaunlicher, daß Literatur in diesem Lande ganz besonders großgeschrieben wird und beinahe jeder Säugling sämtliche Werke der Nationalschriftsteller, Scott, Burns und Stevenson, auswendig hersagen kann.

Noch erstaunlicher, daß neuerdings ein vierter Name dazugekommen ist, der meist im gleichen Atemzuge genannt wird, obwohl er mit den anderen dreien nicht recht viel gemeinsam hat, und der deren Auflagenzahlen bald zu überflügeln droht.

Choose life. Choose a job. Choose a career. Choose a family. Choose a fucking big television. Choose washing machines, cars, compact disc players and electrical tin openers ... choose DIY and wondering who the fuck you are on a Sunday morning. Choose sitting on that couch watching mind-numbing, spirit crushing game shows, stuffing junk food into your mouth. Choose rotting away at the end of it all, pishing your last in a miserable home, nothing more than an embarrassment to the selfish, fucked up brats you spawned to replace yourself. Choose your future. Choose life... But why would I want to do a thing like that?

So beginnt bekannterweise die Verfilmung von Irvine Welsh' Erstlingsroman Trainspotting. Man nehme ein paar Filmemacher, die bereits im Vorjahr mit "Shallow Grave" die britischen Filmkassen gesprengt haben, eine satte Dosis Sex, Drugs and Rock 'n' Roll: schon hat man den Stoff, aus dem die Kultfilme sind. Eine Zutat nehme man noch, ohne die kein Kultfilm Kultfilm wird: eine Handvoll gängiger Klischees, und auch die sind im Film ordentlich enthalten, wie Regisseur Danny Boyle selbst zugibt. Weiterhin gibt er zu, diese selbst hineingeschmuggelt zu haben, da sie im Buch so nicht zu finden wären, und er würde sie selbst nicht mögen -- aber ohne ginge es nunmal nicht im Filmbusiness.

Und damit wären wir beim Buch, das in Großbritannien bereits Bestseller war, als die Verfilmung noch niemand gedacht hat: Neben den gängigen Klischees fehlen auch jegliche Tabus; ob Drogenexzesse, Sex, Chauvinismus, Krimi, Satire -- Irvine Welsh kennt weder Grenzen noch Kompromisse: Hartes Milieu, harte Typen, harter Humor, härteste Gangart, und dabei doch immer nur vom Feinsten. Ob da einer auf Turkey nach seinen halbaufgeweichten Opiumzäpfchen die Toilette durchwühlt, ein anderer für sein Leben gerne Bullterrier schlachtet, ein weiterer Jagd auf schwule Junkies macht und wieder einer sich bei seinem ersten Analverkehr eine Platzwunde am Kopf zuzieht, weil ihm Hände und Füße gebunden sind, Welsh' Figuren sind Karikaturen, aber doch solche, die aus dem Leben gegriffen sind, und wo genau die Grenze verläuft, weiß keiner. Ihre Namen sind übrigens, ebenso wie die Handlung, Nebensache; weitere Unterschiede zum Film, der zuweilen mehrere Charaktere und Geschehnisse zu jeweils einer Figur und einer Szene zusammenwurstet.

Was sollte ein solches Buch auch für eine Handlung haben? Junkies verbringen nun mal die Hälfte ihres Lebens damit, Stoff zu kriegen, und die andere Hälfte damit, von ihm loszukommen. Und am Ende sind sie alle clean und happy. Oder auch nicht, zumindest nicht bei Irvine Welsh, und außerdem sind die meisten Figuren im Buch eben gerade keine Junkies, oder wenn doch, dann nicht nur. Trainspotting ist kein Drogenbuch: Keine Botschaft, noch nicht mal eine sozialkritische Komponente. Es geht schlichtweg um ein paar arme Schweine, die einfach auch gerne ein bißchen leben. Davon, wie sie das machen, erzählt Trainspotting. Das Buch ist eine Ansammlung von Kurzgeschichten, die irgendwann in irgendwelchen Literaturzeitschriften erschienen und für die Buchform mit einem roten Fädchen umwickelt worden sind. Manche Figuren haben Namen, manche nicht, mal erzählen sie in der ersten Person, mal wird von ihnen in der dritten erzählt, mal sind es die gleichen, mal nicht, ständig wechseln sie ihre Launen, und ständig sind sie verschieden drauf. Chaos statt Systematik. Und gerade diese Hingerotztheit macht Trainspotting so extrem abwechslungsreich und lesenswert -- wie übrigens auch sämtliche anderen Bücher von Irvine Welsh. Wer des Englischen auch nur ein bißchen mächtig ist, sollte Irvine Welsh eigentlich im Original lesen, da der Edinburgh-Straßenslang weder beschreib- noch gar übersetzbar ist. --Dieter Lohr

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 32 Bewertungen)

absoluter favorit      5 von 5 Punkten
tolles buch- toller film. was soll man dazu sagen? wer dieses buch nciht gelesen hat der verpasst wirklich etwas. ist nicht so ein ernstes tieftrauriges buch über junkies wie sonst sondern wird gekonnt aufgeheitert. ganz grosse klasse!


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Späte Familie - Zeruya ShalevSpäte Familie
Zeruya Shalev

Broschiert, Juni 2007
     Verkaufsrang: 9210      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der Zerfall einer Ehe, eine Lebenskrise, ein hoffnungsvoller Neuanfang
Eine Frau beschließt von einem Tag auf den anderen, ihre kriselnde Ehe zu beenden, sich von ihrem Mann zu trennen. Obwohl sie eine selbstständige, selbstbewusste Frau ist, sieht sie sich in der von ihr herbeigesehnten Freiheit zunächst mit einer lähmenden Angst vor der Einsamkeit konfrontiert. Sie leidet unter Depressionen und dem furchtbaren Schuldgefühl ihrem Kind gegenüber, dem sie den Vater, die Sicherheit der Familie genommen hat. Dann kommt eine neue Liebe. Eine neue Familie mit Kindern aus einer ebenfalls geschiedenen Ehe entsteht, ein hoffnungsvoller Neuanfang, der Behutsamkeit, Mut und Geduld von allen Beteiligten erfordert.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 17 Bewertungen)

Weltliteratur!      5 von 5 Punkten
Das ist Literatur! Shalevs Erzählstil ist nicht nachzuahmen, atemlos, und sie schafft es gleichzeitig in ihrer Protagonistin zu versinken, aus ihr heraus zu schreiben und einen feinen Hauch von verzweifelt-witziger Ironie aufrecht zu erhalten, der alle Charaktere, so sehr sie seelisch verkrüppelt sein mögen, unwiderstehlich macht. Die indirekte Rede verschmilzt auf perfekte Weise mit der Erzählung und schafft einen nicht aufzuhaltenden Gedankensog, der nie trivial erscheint. Die Erzählung begeistert mich umso mehr, als es der Übersetzerin offensichtlich gelungen ist, diesen grossartigen Text so erfahrbar zu machen, als sei er so geschrieben worden, wie wir in vorfinden. Ein Meisterwerk der Gegenwartsliteratur! Sechs Sterne.


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About a boy. (Dt. Ausgabe) - Nick HornbyAbout a boy. (Dt. Ausgabe)
Nick Hornby

Taschenbuch, Mai 2000
     Verkaufsrang: 20643      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Warum Nick Hornby seinen neuen Roman About a Boy genannt hat, ist eigentlich am Ende der Lektüre nicht ganz klar, denn eigentlich beschreibt er zwei Jungs. Der eine, Will, ist zwar schon 35 Jahre alt und Marcus erst 12. Doch Will ist in seiner Art, sich vor Verantwortung zu drücken und andere für seine Zwecke zu benutzen kaum älter als Marcus. Wie die beiden sich fanden und warum sie sich wunderbar ergänzen, erzählt Nick Hornby in einer rasanten Geschichte.

Will hat es nicht nötig zu arbeiten, er kann ganz gut von den geerbten Tantiemen seines Vaters leben und mit festen Freundschaften zu Frauen oder gar die Gründung einer Familie hat er herzlich wenig am Hut. Am meisten haßt er es, wenn wieder einmal eine Beziehung tränenreich zu Ende geht. Bis er auf einen genialen Einfall kommt. Er müßte sich einfach um die schmählich vernachlässigten, alleinerziehenden Frauen kümmern. Es muß Tausende von ihnen überall in London geben, -- "alleinerziehende Mütter, intelligente, attraktive, willige Frauen", die "tollen Sex, reichlich Streicheleinheiten fürs Ego, Vaterschaft auf Zeit ohne Tränen und eine Trennung ohne Schuldgefühle -- was konnte ein Mann sich Besseres wünschen?" So beginnt Nicks Karriere als Seriensoftie.

In seiner Rolle als Will, der Erlöser, trifft er Marcus und seine Mutter. Sie gefällt ihm auf Anhieb ganz gut, doch Marcus ist ganz und gar nicht der Zwölfjährige, wie ihn sich Will vorgestellt hat. Sein Musikgeschmack ist bei Joni Mitchell stehen geblieben, von Curt Cobain hat er keine Ahnung, er trägt die völlig verkehrten Schuhe, von Turnschuhen hat er noch nicht gehört, und vor allem nicht davon, daß es darum geht, die Richtigen zu tragen. Sein Haarschnitt ist eher schlicht und von seinen Hosen ganz zu Schweigen. Für Marcus ist das Leben in seiner Klasse, wie man sich vorstellen kann, nicht ganz leicht. Und nachdem er sich auch noch in das schönste Mädchen der Schule verliebt hat, muß ihm Will schleunigst auf die Sprünge helfen. Sonst wird da nichts Vernünftiges draus.

Die Mutter von Marcus ist zwar attraktiv, doch in einer depressiven Stimmung unternimmt sie einen Selbstmordversuch. Ehe er sich versieht hat Will plötzlich, nachdem er wirklich nur an gutem Sex und etwas Unterhaltung interessiert war, eine ganz Menge Probleme am Hals, die sich nicht einfach ignorieren lassen, wenn er sich nur lange genug nicht rührt.

About A Boy handelt vom Erwachsenwerden zweier ganz unterschiedlicher Männer. Ihre Schwierigkeiten dabei schildert der Engländer Nick Hornby, der schon mit High Fidelity und Fever Pich -- Ballfieber große Erfolge gelandet hat, in einem unangestrengten, schnodderigen Ton. Er geht sein Thema locker an, doch immer wieder werden seine beiden Helden vom Ernst des Alltags eingeholt. Mitten in der schönsten Slapstick-Einlage bleibt dabei dem Leser das Lachen im Halse stecken. Gut geschriebene Unterhaltung. --Manuela Haselberger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 112 Bewertungen)

einfach ein tolles Buch      5 von 5 Punkten
About a boy oder Der Tag der toten Ente... was für ein Buchtitel.
Und was für ein Buch. Zum Inhalt wurde ja oben schon genug mitgeteilt & wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte bei diesem Buch zugreifen.

Nachdem ich das Buch gelesen habe, konnte ich mir den Film einfach nicht mehr ansehen. (Ich denke nicht, dass man den Inhalt in all seinen Facetten so verfilmen kann, wie man es in Worte fassen konnte)

Man wird einfach nur emotional durchgeschüttelt.. in einem Moment hätte ich heulen können & im nächsten Moment konnte ich nur noch Lachen... einfach toll.

Meiner Meinung nach ist es ein absolut eindrucksvolles Buch, das immer wieder schöne Überraschungen bietet & ist dennoch flüssig geschrieben.

Fazit: Das Lesen macht einfach sehr viel Spaß... ich konnte das Buch bis zum Ende gar nicht aus der Hand legen!


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