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Kirschblüten: Hanami - Ein Filmbuch - Doris DörrieKirschblüten: Hanami - Ein Filmbuch
Doris Dörrie

Broschiert, März 2008
     Verkaufsrang: 24156      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Ein Buch zum Film, ein Buch über den Film, ein Buch für nach dem Film
Rudi und Trudi sind seit dreissig Jahren ein Paar. Als Trudi plötzlich stirbt, fliegt Rudi zu Sohn Karl nach Japan, um das zu sehen, was Trudi wichtig war, und was sie zusammen nicht mehr erleben konnten: ihren Sohn in Japan, die legendäre japanische Kirschblüte,den Fujiyama und auch den Butho-Tanz, der früher einmal Trudis Leidenschaft gewesen war.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Lebt heute !!!!!      5 von 5 Punkten
Ein wunderschönes Buch, das zum Nachdenken anregt .... verschiebe nicht alles auf später, dann kann es unter umständen zu spät sein ...

Schöne Bilder aus dem Film verbunden mit dem Skript.

Mir hat es sehr gefallen und irgendwann schau ich mir auch noch den Film an.




Ein gelungenes Buch zum Film - großartige Geschichte!      5 von 5 Punkten
Diesen Artikel habe ich letztens zu dem Buch zum Film "KIRSCHBLÜTEN" gefunden. Ich stimme dem sehr zu, das Buch ist wirklich großartig aufgemacht und die Geschichte toll erzählt.

Doris Dörrie hat ein Talent für ungewöhnliche Geschichten. Und sie erzählt sie auch noch ungewöhnlich gut. Meistens fällt das erst auf, wenn ein Film daraus geworden ist. Aber Dörrie kann auch hervorragend schreiben. Beide Begabungen gehen bei ihr ohnehin Hand in Hand. Das gilt auch für "Kirschblüten - Hanami". Der neue Film der in München lebenden Regisseurin hat bei der Berlinale das Publikum begeistert. Beim Diogenes Verlag ist nun unter dem gleichen Titel ein "Filmbuch" dazu erschienen. Verlage mögen so etwas - schon weil sich Titel einfach besser verkaufen, wenn sie aus dem Kino bekannt sind. Aber in diesem Fall lohnt sich das Lesen tatsächlich, der Text ist viel mehr als das "Buch zum Film".

"Kirschblüten" ist ein klug inszeniertes Drama. Es geht ums Älterwerden und ums Sterben, um Eltern und Kinder, die sich fremd geworden sind, um verlorene Träume und um die Liebe nach 30 Jahren Ehe. Im Mittelpunkt stehen Rudi und Trudi Angermeier, ein Paar, das sein Leben gelebt und sich nicht mehr viel zu sagen hat. Und es geht darum, dass alles noch einmal ganz anders werden kann.

Kein Wort zu viel

Jeden Tag sitzt Rudi in seinem Büro im Landratsamt, Abteilung Abfallbeseitigung, und ahnt nichts Böses. Dabei haben die Ärzte seiner Frau längst mitgeteilt, dass er Krebs hat und sterben wird. Und ach ja, sie möge doch bitte mit ihm darüber reden. Trudi tut sich schwer damit: "Wie war dein Tag?", fragt sie. "Mm. Und deiner?", antwortet Rudi. "Mm", sagt Trudi. Kürzer und drastischer hätte der Dialog gar nicht sein können. Doris Dörrie braucht kein Wort zu viel.


Der Film "Kirschblüten- Hanami" mit Elmar Wepper lief auf der Berlinale.
Die Ärzte sind sicher, dass Rudi nicht mehr viel Zeit hat: Eine Reise empfehlen sie, ein Abenteuer. "Mein Mann hasst Unternehmungen. Reisen. Abenteuer", sagt Trudi. "Ihm ist am liebsten, wenn sich nichts verändert. Nie." Aber dann reisen sie doch, zuerst zu den Kindern nach Berlin, die keine Zeit für sie haben, dann an die Ostsee. Dort gehen die beiden am Meer spazieren, atmen tief durch, reden über das Leben und über das Sterben. Und als Rudi seine Frau am nächsten Morgen wecken will, liegt sie tot im Bett. Und wer schon das für eine unerwartete Wendung hält, für den hat die Geschichte noch mehr Überraschungen zu bieten.

Reise nach Japan

Denn Rudi, der Allgäuer Abfallbeseitigungs-Abteilungsleiter, verlässt die Spur, in der er jahrzehntelang gestapft ist. Den Traum seiner Frau, einmal nach Japan zu reisen, will er nun stellvertretend für sie wahrmachen und fliegt los nach Tokio. Japan ist Trudis Arkadien. Vor der Hochzeit hat sie Butoh getanzt. Ihr ganzes Leben lang wollte sie einmal den Fuji sehen und die Kirschblüte. Rudi hatte dafür nie Verständnis. Jetzt bricht er auf, Trudis Kimono nimmt er mit. Und er zieht ihn an, bevor er vor dem Fuji für sie tanzt, so wie sie getanzt hätte. Und es ist so, als wäre sie nun bei ihm. Das alles sind gewagte Ideen, die vielen anderen Autoren schnell im Kitsch erstickt wären. Auch das gehört zur Klasse der Autorin Doris Dörrie, dass ihr das nicht passiert.

Japan, die Kirschblüte und der Butoh-Tanz - das alles hat auch mit ihr selbst zu tun. Trudis Faszination ist in gewisser Weise auch ihre eigene. Wieso das so ist, erklärt sie in einem sehr persönlichen Text am Ende des Buches.

(Quelle: dpa)


About a boy. (Dt. Ausgabe) - Nick HornbyAbout a boy. (Dt. Ausgabe)
Nick Hornby

Taschenbuch, Mai 2000
     Verkaufsrang: 50746      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Warum Nick Hornby seinen neuen Roman About a Boy genannt hat, ist eigentlich am Ende der Lektüre nicht ganz klar, denn eigentlich beschreibt er zwei Jungs. Der eine, Will, ist zwar schon 35 Jahre alt und Marcus erst 12. Doch Will ist in seiner Art, sich vor Verantwortung zu drücken und andere für seine Zwecke zu benutzen kaum älter als Marcus. Wie die beiden sich fanden und warum sie sich wunderbar ergänzen, erzählt Nick Hornby in einer rasanten Geschichte.

Will hat es nicht nötig zu arbeiten, er kann ganz gut von den geerbten Tantiemen seines Vaters leben und mit festen Freundschaften zu Frauen oder gar die Gründung einer Familie hat er herzlich wenig am Hut. Am meisten haßt er es, wenn wieder einmal eine Beziehung tränenreich zu Ende geht. Bis er auf einen genialen Einfall kommt. Er müßte sich einfach um die schmählich vernachlässigten, alleinerziehenden Frauen kümmern. Es muß Tausende von ihnen überall in London geben, -- "alleinerziehende Mütter, intelligente, attraktive, willige Frauen", die "tollen Sex, reichlich Streicheleinheiten fürs Ego, Vaterschaft auf Zeit ohne Tränen und eine Trennung ohne Schuldgefühle -- was konnte ein Mann sich Besseres wünschen?" So beginnt Nicks Karriere als Seriensoftie.

In seiner Rolle als Will, der Erlöser, trifft er Marcus und seine Mutter. Sie gefällt ihm auf Anhieb ganz gut, doch Marcus ist ganz und gar nicht der Zwölfjährige, wie ihn sich Will vorgestellt hat. Sein Musikgeschmack ist bei Joni Mitchell stehen geblieben, von Curt Cobain hat er keine Ahnung, er trägt die völlig verkehrten Schuhe, von Turnschuhen hat er noch nicht gehört, und vor allem nicht davon, daß es darum geht, die Richtigen zu tragen. Sein Haarschnitt ist eher schlicht und von seinen Hosen ganz zu Schweigen. Für Marcus ist das Leben in seiner Klasse, wie man sich vorstellen kann, nicht ganz leicht. Und nachdem er sich auch noch in das schönste Mädchen der Schule verliebt hat, muß ihm Will schleunigst auf die Sprünge helfen. Sonst wird da nichts Vernünftiges draus.

Die Mutter von Marcus ist zwar attraktiv, doch in einer depressiven Stimmung unternimmt sie einen Selbstmordversuch. Ehe er sich versieht hat Will plötzlich, nachdem er wirklich nur an gutem Sex und etwas Unterhaltung interessiert war, eine ganz Menge Probleme am Hals, die sich nicht einfach ignorieren lassen, wenn er sich nur lange genug nicht rührt.

About A Boy handelt vom Erwachsenwerden zweier ganz unterschiedlicher Männer. Ihre Schwierigkeiten dabei schildert der Engländer Nick Hornby, der schon mit High Fidelity und Fever Pich -- Ballfieber große Erfolge gelandet hat, in einem unangestrengten, schnodderigen Ton. Er geht sein Thema locker an, doch immer wieder werden seine beiden Helden vom Ernst des Alltags eingeholt. Mitten in der schönsten Slapstick-Einlage bleibt dabei dem Leser das Lachen im Halse stecken. Gut geschriebene Unterhaltung. --Manuela Haselberger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 113 Bewertungen)

Tag der toten Ente!      5 von 5 Punkten
Wer, wie Marcus, mit 12 Jahren noch Wollmützen trägt, für Mama "Killing me softly" singt und ernsthaft fragt, wer "Kirk o'Bain" ist, muss ganz ohne Zweifel voll uncool sein. Cool dagegen ist der Mittdreißiger Will, der ein völlig sorgen- und verantwortungsfreies Leben führt und sich dabei nicht einmal langweilt.
Mit der Einstellung "Ich bin eine Insel" stößt Will aber in dieser köstlichen Geschichte an ungeahnte Grenzen, denn Marcus sieht überhaupt nicht ein, warum er mit all seinen Problemen allein fertig werden soll...
Lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite!


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Moralische Unordnung - Margaret AtwoodMoralische Unordnung
Margaret Atwood

Gebundene Ausgabe, 26. April 2008
     Verkaufsrang: 23189      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Moralische Unordnung ist der Roman von Margaret Atwoods Leben. All ihren Scharfsinn, ihren erbarmungslosen Humor richtet sie wie Scheinwerfer auf das eigene Leben, und das Ergebnis zählt zum Besten, was wir von dieser großen Erzählerin kennen.
Nur die erste Geschichte bricht aus der Chronologie dieses Lebens aus. Sie zeigt ein älteres Paar, das aus dem Kanada der Gegenwart in der Phantasie der Frau plötzlich in die Spätzeit des Römischen Reiches versetzt wird: Die Barbaren kommen! Dann aber führt das Buch in die Kindheit der Erzählerin Nell, schildert die kluge, lebenstüchtige, aber ein wenig kühle Mutter, den praktischen, robusten Vater, einen Insektenforscher, und die viel jüngere, psychisch labile Schwester. Als Nell das Elternhaus verlässt, verdient sie ihr Geld mit freier Lektoratsarbeit. Sie lernt den Mann ihres Lebens, Tig, kennen, der aber noch mit Oona verheiratet ist und zwei Söhne hat. Vor dieser Ehe läuft Tig nur sehr langsam davon, quälend lang dauert es, bis er sich wirklich trennt. Diese"alte Geschichte"von der Ehefrau und der Geliebten, wie Lillie, eine liebenswerte Immobilienmaklerin, es nennt, ist der Kern des Buches - und Lillie selbst ist ein Kabinettstückchen von Atwoods Porträtkunst. Aber da sind n
och andere solcher Glanzstücke: Tig, der überaus gutwillige, aber gerade deshalb fast unerträgliche Mann, Oona, die Tig und Nell zusammenbringt, dann aber nicht aushält, was sie angerichtet hat, und schließlich die Tiere, Gladys, das trotzige Welsh Pony, und der neurotische Hund Howl. Dies ist ein großartiges Buch, in dem die ganze stilistische Virtuosität, die Leichtigkeit, der Witz und die Ironie Atwoods wie Scheinwerfer auf ihr eigenes Leben gerichtet werden. Ein atemberaubendes Experiment.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Raffiniert konstruierter Familienroman      5 von 5 Punkten
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Eleanor Atwood gilt als eine der renommiertesten Autorinnen im englischsprachigen Raum. Zu ihrem Werk gehören Romane, Kinderbücher, Sachbücher, Gedichte, Lyrik- und Prosasammlungen. Für ihren Roman Der blinde Mörder" erhielt sie im Jahre 2000 den begehrten Booker-Preis. Von Roman zu Roman wird sie besser. Ihr neuester kompakter Roman "Moralische Unordnung" ist aus dem Englischen von Malte Friedrich übersetzt worden.

Die mit Raffinesse, wie ein Puzzle,kollagenhaft zusammengefügten elf sehr persönlichen Kapitel dieses Romans, fügen sich zu einem großen Familienporträt zusammen. Wie in einem Kaleidoskop kommt immer wieder ein kleines Stückchen dazu. Die einzelnen Geschichten voll unbestimmter Sehnsucht, Lebensklugheit, Wehmütigkeit, Aphorismen, Gewissensqual und Bußfertigkeit sind für sich so reich und komplex wie eigenständige Romane.

Dieser brillante Roman "Moralische Unordnung" erzählt die wenig verschlüsselte Familiengeschichte und das abwechslungsreiche Leben der Schriftstellerin Margaret Atwood. Mit viel Humor, Herz und scharfsinniger Beobachtungsgabe, Ironie, Simplizität und Brillanz fokussiert sie ihr eigens und das Leben ihrer Familie. Das Buch beginnt, nach einem anfänglichen chronologischen Ausbruch, mit der Kindheit der Protagonistin Nell. Zum facettenreich interessanten Personal des Romans gehören neben Nell die gescheite, schaffensfreudige, reservierte Mutter, der geschickte, durch nichts klein zu kriegende Vater, die psychisch fragile jüngere Schwester, Tig der Geliebte von Nell, dessen Ehefrau Oona, der neurotische Hund Howl und last not least ein eigensinniges Welsh Pony.

Sahnehäubchen der Geschichte ist die stets "alte Geschichte" von der Ehefrau und der Geliebten. Oona hat Nell und ihren willfährigen und darum aus Oonas Sichtweise langweiligen und unleidlichen Tig miteinander bekannt gemacht. Und prompt verliebt sich Nell in den verheirateten Tig, der für sie der Mann ihres Lebens zu sein scheint. Das hat Oona nicht gewollt und nun will sie nicht loslassen, macht viele Probleme. Die Lösung scheint der Fortzug auf eine Farm zu sein. Ob sich mit dem Landleben für Nell, die bisher ihre Lektoratsarbeit so sehr liebte, nun der Traum vom neuen, erträumten Leben erfüllt, bleibt abzuwarten.

Nicht selten ist man als Leser verwirrt, hat Probleme, die Handlung nachzuvollziehen, aber schließlich hat Margaret Atwood mit diesem großartigen, raffiniert konstruierten Familienroman, mit erbarmungslosem, kaltschnäuzigen Humor garniert, einen wahren Pageturner geschaffen.


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Ich und Kaminski - Daniel KehlmannIch und Kaminski
Daniel Kehlmann

Taschenbuch, Dezember 2007
     Verkaufsrang: 6502      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Daniel Kehlmann schrieb einmal: „Aus irgendeinem Grund hören viele Menschen einen Text lieber, als ihn selbst zu lesen, und sie hören ihn lieber dargeboten von einem stotternden und hustenden Vorlese-Dilettanten, der sein Verfasser ist, als von einem Profi“. Und dann machte er sich daran, selbst als Vorleser seines Romans Ich und Kaminski auf drei CDs zu dilettieren und so seine eigene Aussage zu bestätigen. Gehustet und gestottert wird zwar nicht, aber Kehlmanns Vortrag ist doch dazu angetan, sich ein allgemeines Verbot von Autorenlesungen zu wünschen. Umso mehr, wenn man vergleicht, wie genial und berauschend, Kehlmanns Bestseller Die Vermessung der Welt vom Schauspieler Ulrich Matthes interpretiert wurde.

Der Schuss geht leider gleich doppelt nach hinten los. Durch den eher unangenehmen und laienhaften Vortragsstil des Autors treten die literarischen Schwächen des Romans noch deutlicher hervor. Und eigentlich muss man sich wundern, dass Kehlmann sich mit seinem nächsten Roman, dem gefeierter Bestseller Die Vermessung der Welt, so steigern konnte. Auf dem Cover wird der Autor zitiert: „Mit Ich und Kaminski habe ich mir die Komik als Stilmittel erarbeitet“. Wenn das stimmen sollte, dann merkt man es dem Roman leider nicht an. Am schlimmsten aber ist, dass der Autor seinen Text mit einem Tonfall liest, als wäre er schreiend komisch. Also Finger und Ohren weg. Wer ein Hörbuch von Daniel Kehlmann haben möchte, sollte unbedingt zu Die Vermessung der Welt greifen. --Christian Stahl

Spieldauer: ca. 215 Minuten, 3 CDs, Autorenlesung

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 37 Bewertungen)

Mein Favorit      5 von 5 Punkten
Habe alle Kehlmanns gelesen und bin von fast allen begeistert, aber dieser hat mich sicher am lautesten zum Lachen gebracht. Feinste Ironie trifft auf Slapstick.


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Liebeswahn - Ian McEwanLiebeswahn
Ian McEwan

Taschenbuch, Oktober 2000
     Verkaufsrang: 20170      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Keats-Forscherin Clarissa und der Wissenschaftsjournalist Joe waren ein glückliches Paar - bis zu dem Tag, an dem Joe den tödlichen Ausgang eines Ballonunfalls mitverschuldet. Nicht nur durch Schuldgefühle gerät sein Leben aus der Bahn, sondern auch durch den Mitwisser und Mittäter Jed Parry. Denn dieser entwickelt Joe gegenüber eine extreme Form der Liebe, einen wahren Liebeswahn. Joe versucht verzweifelt, sich gegen diese Obsession zur Wehr zu setzen. Meisterhaft und spannend schildert der erfolgreiche englische Autor, wie ein Psychopath eine Ehe zu zerstören droht."Brillanter Schock. Ian McEwan beherrscht das erzählerische Handwerk aus dem Effeff; er liebt seine Figuren (und verrät sie brutal, wenn es die Geschichte erfordert); er findet genau den Tonfall, der über Brüche hinwegtäuschen kann - bis die Abgründe endgültig zu tief sind. Liebeswahn und Amsterdam schlagen den Bogen vom Spannungszentrum zur Philosophie, streifen das Metaphysische und kehren zurück auf den Boden, von dem die Geschichten nie abheben." (profil)
"Ein brillantes und packendes Stück Literatur, in dem Ian McEwan mit atemberaubenden Tempo- und Perspektivenwechsel seinem Ruf als ebenso intelligenter wie mitreißender Erzähler vollauf gerecht wird." (ORF)
"Eines der großen Ereignisse dieses Buchherbstes - ein exzellentes Stück Literatur über eine große Obsession." (Handelszeitung)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)

Zwingende, intensive Erzählung      5 von 5 Punkten
Es sollte ein Wiedersehensfest werden - der Wissenschaftsjournalist Joe Rose hat seine Freundin Clarissa, ihrerseits Literaturwissenschaftlerin und Keats-Begeisterte, soeben nach siebenwöchiger Trennung vom Flughafen abgeholt und führt sie zum Picknick in die Hügel irgendwo außerhalb Londons. Doch gerade als es sich die beiden an einer windgeschützten Stelle bequem gemacht haben, hören sie Hilferufe. Ein Mann versucht, seinen Fesselballon zu landen, und kämpft vergeblich gegen die starken Böen. Vier Männer eilen herbei, um dem Ballonfahrer zu helfen, einer davon ist Joe Rose. Der Rettungsversuch wird ein Todesopfer fordern. Joe Rose wird anschließend von einem der anderen Helfer ersucht, angesichts der Situation gemeinsam zu beten. Verstört lehnt der atheistische Journalist ab. Aber so leicht lässt sich Jed Parry nicht abschütteln.
Ganz im Gegenteil. Aus der dramatischen Zufallsbegegnung entwickelt sich eine ständig bedrohlicher werdende Krise. Bereits in der Nacht nach dem Unglück ruft Jed Parry bei Joe Rose an, offenbart ihm seine Liebe und drängt ihn, sich seinerseits die Liebe zu Parry einzugestehen. In der Folge entwickelt sich der religiös verblendete und pausenlos von Gottes Liebe plappernde Mensch zu einem immer aufdringlicheren Stalker, während niemand außer Joe Rose selbst die Gefahr zu erkennen oder richtig einzuschätzen scheint. Clarissa und er entfremden sich, die Polizei verlacht Rose, und so wird aus einer vermeintlich lächerlichen Verblendung eine Kette von desaströsen Ereignissen. Dies geschieht, wie immer bei McEwan, auf leise, schleichende Art; der Protagonist zweifelt nicht selten an sich selbst, sucht Auswege, trifft auch Fehlentscheidungen, aber es scheint sowieso nichts geeignet, das Unausweichliche zu vermeiden. Rose steht der Situation alleine gegenüber, weil niemand dazu bereit ist, ihm zu glauben. Parry hingegen entwickelt immer mehr Cleverness und Selbstsicherheit. Diese zuwiderlaufenden Entwicklungen sind Kern der Handlung; Roses Weltbild wird nachhaltig erschüttert, während alles auf einen ebenso nachhaltigen Triumph des gottesfürchtigen Stalkers hindeutet.
Das Buch erzählt also von der verblendeten Liebe eines Mannes für einen anderen, davon, wie Zeichen gedeutet werden, die keine sind und nie als solche gedacht waren, wie alleine der Glauben an eine Sache diese zur Wirklichkeit werden lässt, zu singularen, persönlichen Wirklichkeit, die nichtsdestotrotz Basis des Handelns wird und sich aller störenden Faktoren notfalls auch gewaltsam entledigt. Es ist deshalb auch nur vordergründig ein Buch über die als De-Clérambault-Syndrom bekannte Erotomanie, die heutzutage "Stalking" genannt wird, sondern vor allem eines über den Widerstreit zwischen naturalistischer und religiöser Weltsicht, wobei McEwan zwar eindeutig Partei ergreift, aber auch die Position zu relativieren bereit ist, für die er offenbar eintritt. Diese Position übernimmt Roses Freundin Clarissa, die den nüchtern-analytischen Journalisten immer wieder dazu drängt, eine ganzheitlichere Sicht auf die Phänomene zuzulassen, über die er schreibt.
Anfangs etwas spröde, gewinnt das Buch rasch an Intensität, Dramatik und Spannung. McEwan gehört fraglos zu den größten Romanciers unserer Zeit, und mit "Liebeswahn" ist ihm eine subtile und zwingende Erzählung von enormer Dichte gelungen.


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Talk Talk - Tom Coraghessan BoyleTalk Talk
Tom Coraghessan Boyle

Broschiert, Mai 2008
     Verkaufsrang: 16370      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Sei jeder, der du sein kannst!Dana Halter ist jung, schön und gehörlos. Als sie eines Morgens ein Stoppschild überfährt, wird sie verhaftet und wegen Delikten angeklagt, die sie nie begangen hat. Es dauert Tage, bis sich herausstellt, dass Dana Opfer eines Betrügers geworden ist, der mit ihrer Kreditkarte bezahlt, Schecks auf ihren Namen ausstellt - und überhaupt ihre ganze Identität gestohlen hat. Sie findet sich wieder in den Fängen einer gnadenlosen US-Justizmaschinerie. Als Dana nach erniedrigenden Tagen im Gefängnis auch noch ihren Job verliert, hat sie nur noch ein Ziel: diesen elenden Betrüger, der auf ihre Kosten in Saus und Braus lebt, zu finden. Der Kampf beginnt! - In diesem hochdramatischen Thriller erzählt T. C. Boyle davon, wie leicht es ist, einem Menschen die Identität zu rauben, und wie schwierig für den Betrogenen, zu beweisen, daß er hereingelegt worden ist.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Boyle s Kitchen      4 von 5 Punkten
Mangelnde Vorsicht führt dazu, dass Dana Halter hinter den Diebstahl ihrer eigenen Identität kommt. Als ausgefuchster Exsträfling sollten Peck Wilson (alias Dana Halter 2) diese marginalen Fehler nicht unterlaufen, die schließlich zur Verhaftung der echten Dana Halter führen. Nicht nur, dass er sich die Identität einer Frau geklaut hat, sie ist auch noch taubstumm und sinnt auf Rache nachdem sie ein Wochenende in einer Gemeinschaftszelle in Untersuchungshaft verbringt, ihren Termin beim Zahnarzt verpasst und in weiterer Folge ihren Job als Literaturdozentin für Taubstumme verliert. Gemeinsam mit ihrem Freund Bridger Martin begibt sie sich zuerst auf die Suche nach, dann auf die Fersen des Peck Wilson.

Der Roman beschreibt in fünf Teilen und einem Epilog ein Szenario, wie in einem zielgerichteten Roadmovie. Während im ersten Teil die Verhaftung, die Inhaftierung und der Freispruch im Zentrum des Lesers Interesse stehen, taucht bereits zu Beginn des zweiten Teils Peck Wilson mit der Geschichte seines Lebens aus dem Hintergrund. Ob beabsichtigt oder nicht, ist jener skrupellose Gauner und Betrüger der wesentlich deutlichere Charakter in diesem Roman. Er zeigt Ecken und Kanten in der Hülle eines smarten Dandys und Liebhabers der Frauen und gewinnt er auch nicht an Sympathie, so pokert er doch sehr hoch auf der Verständnisebene. (Sehr gut gelungen!) Dana Halter als zähe Mittdreißigerin, die auf Grund ihres Handykaps zu kämpfen versteht, wirkt daneben mitunter blass - oder zumindest nicht neu erfunden!

Die wechselnden Perspektiven sind an sich nichts Neues, für den Boyle- Fan und Bewunderer allerdings - wenn kein "Must have" so doch eine "Nice to have"! In der Namensgebung seiner Charaktere wirkt er leider diesmal etwas erschöpft.
Der Schwung in den gelungenen Start gelingt spielend, mit der Entdeckung des Peck Wilson tritt wahre Spannung zu tage. Der Wechsel der Perspektiven hinterlässt jedes Mal eine Lücke, die sich nur durch unmittelbares "Weiterlesen" befriedigen lässt. Das kocht!

Und dann lässt sich Boyle hinreißen und serviert ein lauwarmes Ende par excellence.


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Liebesleben - Zeruya ShalevLiebesleben
Zeruya Shalev

Taschenbuch, Juni 2004
     Verkaufsrang: 23146      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Diese grandiose Aufnahme aus dem Jahr 2001 gibt es jetzt endlich auch auf CD: Sophie von Kessel liest Zeruya Shalevs verstörend intensiven Roman Liebesleben. Wie ein Wagen mit defekten Bremsen auf einer abschüssigen Straße -- so bewegt sich die junge Israelin Ja'ara immer schneller auf das Desaster zu. Sehenden Auges, aber nicht fähig, es zu verhindern, zerstört sie ihr wohlgeordnetes Leben und beginnt eine Affäre mit einem Jugendfreund ihres Vaters. Mann, Karriere, Selbstachtung -- alles scheinbar egal. Und atemlos verfolgt die Leserschaft diese Amour fou, die selbst der Heldin ein Rätsel bleibt, bis zum bitteren, aber spannenden Ende.

Kraft und Verletzlichkeit in ihrer Stimme vereint Sophie Kessel und wird damit zur kongenialen Interpretin dieser ganz der zerrissenen Innerlichkeit der Ich-Erzählerin gewidmeten Prosa. Die alles niederreißende Anarchie der erotischen Liebe führt am Ende aber auch tief hinein in ein Familiengeheimnis, das Ja'ara nach und nach entdeckt. Da gäbe es viel zu interpretieren für Hobbypsychologen, müsste man diesem Hörbuch nicht so überaus gebannt und atemlos lauschen.

Spieldauer: ca. 261 Minuten, 3 CDs, gekürzte Lesefassung --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 81 Bewertungen)

Atemlos geschrieben      5 von 5 Punkten
Zum Trotz meiner Vorschreiber bin ich von dem Buch fasziniert,und gebe auch keine Kritik über den Film ab,den ich nicht gesehen habe, und um den es ja hier auch nicht geht.
Mich hat die atemlose Schreibe und die lebensnahe dramatische Ambivalenz des Buches beeindruckt.Ich kann mir auch vorstellen, dass das nicht jeder manns/fraus Nerv trifft.Meinen jedenfalls um so mehr,ich habe das Buch verschlungen und wurde genauso hin und her geschleudert zwischen Liebe , Ekel,und alle den anderen sich scheinbar nicht verstehehnden Gefühlen.Aber genau so verläuft Leben:unlinear und in Widersprüchen!Davon bin ich überzeugt und Frau Shalev hat ein großes Talent es in Worte zu fassen,ganz klasse!!!!


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Slam - Nick HornbySlam
Nick Hornby

Gebundene Ausgabe, 21. Januar 2008
     Verkaufsrang: 24590      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Wenn man sich von der Welt nicht verstanden fühlt, gibt es verschiedene Wege, darauf zu reagieren. Man kann sich völlig in sich zurückziehen, zum Beispiel. Man beginnt mit Gott zu reden. Oder man spricht mit dem Helden seiner Träume. Woody Allen hat das in einem Film einmal mit Humphrey Bogart so gemacht, um sich Tipps zum Aufreißen von Frauen zu holen. Für Sam ist dieser Held Tony Hawk.

Hawk ist der absolute Skater-Star des Universums, der die ultimative Lebens- und Überlebensbibel geschrieben hat. Auf jeden Fall glaubt das der 15-jährige Sam, der das Buch unendlich oft gelesen hat. Wie viele Jugendliche seines Alters, so fühlt sich auch der künstlerisch begabte Sam einsam und unverstanden (wenn auch, erfreulicherweise, ohne wehleidig zu sein). Er geht fast vollständig in seiner Leidenschaft fürs Skaten auf. Und er braucht dringend jemanden, mit dem er reden kann. Im Moment vor allem darüber, dass alles toll in seinem Leben läuft. Seine Kunstlehrerin hat ihn gefragt, ob er nicht Kunst studieren wolle. Seine Mutter hat sich von ihrem blöden Freund getrennt. Und dann hat er sich auch noch verliebt: in Alicia, seine Traumfrau. Die beiden kommen zusammen. Alles scheint perfekt. Aber dann droht plötzlich alles wieder zu zerbrechen...

Der britische Autor Nick Hornby wurde durch leicht nostalgisch angehauchte -- und später prominent verfilmte -- Romane wie High Fidelity oder About a Boy bekannt, die mit ihrem jugendlichen Charme und ihrer unbeschwert daher kommenden Sprache längst zu kleinen Klassikern geworden sind. Seitdem gilt der inzwischen 50-Jährige gemeinhin als Kultautor. Da könnte man eigentlich vermuten (und befürchten), dass sich Hornby auf den Lorbeeren seines Erfolgs ausruhen oder gar immer wieder nur neue Aufgüsse seiner sensationell erfolgreichen Bücher liefern könnte. All dies ist nicht der Fall. Slam über die Freuden und Lieben, Sorgen und Nöte einer eigentlich ganz normalen Skaterjugend ist leichtfüßig, ironisch, witzig, originell wie eh und je. Scheinbar hält sich Hornby durch sein Schreiben jung. Denn die Art und Weise, wie er den Ton seiner jugendlichen Hauptfigur trifft, ist einfach nur cool.-- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)

einfach göttlich!!!!      5 von 5 Punkten
zuallererst muss ich zugeben, dass ich mir die cd hauptsächlich wegen dem cover in der bücherei ausgeliehen habe :) es hat mich einfach total angelacht und nachdem ich die zusammenfassung gelesen hatte, dachte ich mir, warum nicht?
aber schon nach der ersten cd war klar: ICH WILL DIESE CD HABÄÄÄÄÄÄÄÄN!!!!!!! oder meinetwegen auch das buch; reicht mir auch ... oder beides! =D

aber jetzt schluss mit meinen geheimen wünschen ... ich will hier ja schließlich über das buch/die cd/die geschichte schreiben ... :)
es ist auf jeden fall schon mal eifach nur göttlich vorgelesen! matthias schweighöfer liest fließend, betont an den richtigen stellen und fällt auch immer in den passenden momenten in seinen dialekt zurück; oder redet im zumindest im dialekt ... obs seiner is weiß ich ja nich ... ist ja auch egal ... auch die story verdient uneingeschränktes lob!! ich hätte gerne mehr als 5 punkte gegeben ... ging aber nich ... *grummel*
es war auf jeden fall die 5 ¬ leihgebühr wert, die ich zahlen musste, um die geschichte einer teenagerschwangerschaft aus sicht des vaters zu hören! :)
ich kann nur sagen: spitze!! einfach göttlich! =)
wo ich aber nicht so ganz dahinter steige, ist der titel ... "slam" ... wie kommt der autor da drauf??? das wort kommt in der ganzen geschichte bloß zweimal vor und das im letzten kapitel ... *fragezeichen*
ich finde allerdings, dass es ein bisschen ein komisches ende hat ... werd ich aber nicht verraten wieso ^^
ich möchte nicht zu viel verraten also höre ich jetzt besser auf zu schreiben, bovor ich das ganze buch wiedergebe :)
also es ist auf jeden fall gaaaaanz große klasse!!!! kann ich nur weiterempfehlen!! :)
ich hoffe, ich konnte ihnen weiterhelfen!

PS.: falls ich einige von ihnen mit meinen ganzen doppelpunkten, klammern und istgleichen verwirrt habe, möchte ich ihnen sagen, dass es sich um smilies handelt. wenn sie ihren kopf ein wenig nach links neigen, dann erkennen sie in :) z.B. augen und einen lächelnden mund :)
achso ... die hütchen ( ^^ ) sind blinzelnde augen


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Selbs Justiz - Bernhard SchlinkSelbs Justiz
Bernhard Schlink, Walter Popp

Taschenbuch, Oktober 2000
     Verkaufsrang: 79154      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Acht Stunden nichts als die Stimme eines Ich-Erzählers. Acht Stunden Hans Korte. Hält man das aus? Man hält es sehr gut aus. Das sanft raue Organ entspricht genau der Figur des Privatdetektivs Gerhard Selb. Der Sprecher ist Jahrgang 1929 und damit nur unwesentlich älter als der Held, der im Roman 68 Jahre zählt. Kortes Stimme stellt mühelos einen älteren, noch sehr vitalen Mann vor uns hin, dem man auch die geschilderten Liebesverwicklungen ohne weiteres abnimmt.

Beeindruckend, wie Korte Ironien gelingen: mit einem unterlegten Lachen, so kunstvoll kunstlos, dass es eine Freude ist. Auch die Charakterisierungen von rund einem Dutzend Nebenfiguren bewältigt der bekannte Fernsehschauspieler bravourös mittels winziger Nuancierungen, Schlinks dialogstarke Prosa wird zum Hör-Erlebnis.

Der Krimi zeigt die Welt der Bundesrepublik südlich des Mains in den satten Jahren vor 1989. Die einst jungen, ehrgeizigen Nazis, die in den 40er Jahren Verbrechen begangen und später mitgeholfen haben, Deutschmark-Land aufzubauen, stehen damals am Ende ihres Berufslebens und fürchten die Leichen im Keller. Von der Entdeckung solcher Leichen handelt der Roman, lehrreich, detailgenau und, was den Alltag an Rhein und Neckar angeht, sarkastisch und humorvoll.

Ungekürzte Lesung des Romans, Gesamtspieldauer 487 Minuten, 7 CD, sehr knapp gehaltenes Booklet.

--Michael Winteroll

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)

Detektivstory made in Germany      5 von 5 Punkten
Privatdetektiv Gerhard Selb bekommt von seinem Schwager, dem Manager eines großen Chemieunternehmens, den Auftrag, einen Hacker zu überführen, der in das Betriebssystem eingedrungen ist. Diese Aufgabe löst Selb mit Bravour, doch plötzlich wird der Schuldige umgebracht. Da bittet die schöne Freundin des Toten Selb um Hilfe und der kann natürlich nicht widerstehen. Bei den Nachforschungen muss er auch fleißig seine grauen Zellen anstrengen, da sie ihn geradewegs in seine eigene Vergangenheit als Staatsanwalt während des Dritten Reiches führen.

Auch wenn die Story einige Schwachpunkte hat und an manchen Stellen unglaubhaft erscheint, ist es ein klasse Buch, weil&
& Gerhard Selb der etwas andere, eben ein deutscher, Privatdetektiv ist und man sich nicht an amerikanische Storys erinnert fühlt.
& die so genannten Bösen und auch die sonstigen Charaktere wirklich grandios charakterisiert werden.
& die Ausflüge in das Privatleben des Ermittlers allesamt mit dem Fall zu tun haben.
& der Roman generell ein interessantes und vor allem hochaktuelles Themengebiet anspricht: Ist unsere Abhängigkeit von Computer und Internet sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Leben nicht schon viel zu groß? Sind wir nicht viel zu leicht zu manipulieren?
& das Ende zum Nachdenken anregt.
& weil ohne moralische Keule gearbeitet wird und der Leser selbst entscheiden darf, was er dazu meint.
& weil die sprachliche Gestaltung alle Erwartungen an einen Krimi übertrifft.

Fazit: Sollte man sich zu Gemüte führen (5 Sterne).


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Das Buch der lächerlichen Liebe - Milan KunderaDas Buch der lächerlichen Liebe
Milan Kundera

Taschenbuch, Januar 2000
     Verkaufsrang: 9143      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die im Buch der lächerlichen Liebe versammelten Erzählungen sind noch in den sechziger Jahren in Prag entstanden. In seinen Erzählungen spannt Kundera die komischsten Paare zusammen, die schließlich in grotesken Situationen die Absurdität unserer Beziehungen erkennen müssen. Das Buch der lächerlichen Liebe erzählt von den in Sehnsüchte und Begierden verstrickten Helden mit dem Witz und der Passion, die Milan Kundera berühmt gemacht haben.

»Dann war alles vorbei. Der junge Mann löste sich von der jungen Frau, griff nach der langen Schnur über dem Bett und löschte das Licht. Er wollte ihr Gesicht nicht sehen. Er wußte, daß das Spiel aus war, hatte aber keine Lust, in das gewohnte Verhältnis zurückzukehren; er fürchtete diese Rückkehr. Er lag neben ihr im Dunkeln, und zwar so, daß ihre Körper sich nicht berührten.«


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Das Wesen der Liebe Kino im Kopf      5 von 5 Punkten
Nachdem ich mit der "unerträglichen Leichtigkeit des Seins" nicht viel anfangen konnte, schenkte mir ein besonderer Mensch dieses Werk vom Autor, mit der festen Überzeugung, dass mich das Buch der lächerlichen Liebe eher berühren würde. Das tat es.

Unterteilt in sieben Geschichten erzählt jede einzelne von einer anderen Liebe oder Sehnsucht. Von der Witwe, die ihren jugendlichen Liebhaber nach Jahren wiedertrifft, vom Ehemann, der ständig auf der Jagd ist oder vom alternden Doktor, der seine Sehnsucht nach einer Frau in einer schönen, eifersüchtigen Schauspielerin befriedigt sieht. Eines haben alle Protagonisten gemeinsam, sie lieben aufgrund einer bestimmten Vorstellung, die sie von der Liebe haben. Das kommt nach meiner Auffassung dem Gefühl, das Partner füreinander empfinden am nächsten. Alles reine Kopfsache.

In diesem Zusammenhang hat mich die Story im dritten Teil des Buches Fingierter Autostop am meisten beeindruckt. Ein junger Mann fährt mit seiner schamhaften, ängstlichen jungen Freundin in den Urlaub. Ihn fasziniert ihre Unbedarftheit, die sie von seinen bisherigen Frauen unterscheidet. Doch im Laufe der Autofahrt rutschen die beiden in eine Rolle hinein, er spielt den Mann, der eine Anhalterin mitnimmt, sie das verruchte, hemmungslose Luder. Dadurch ändert sich seine Sichtweise komplett. Für ihn verschiebt sich das Bild, das er von seiner schüchternen Freundin hat, und sie unterscheidet sich plötzlich nicht mehr von seinen vorherigen, austauschbaren Frauen. Sie wird für ihn uninteressant.

Diese Erzählung fand ich sehr aufschlussreich, denn sie spiegelt die Wirklichkeit wieder. Auch die anderen Geschichten befassen sich tiefgründig mit den Gefühlen in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Ein toller Buchtip!


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Das Buch der lächerlichen Liebe - Milan KunderaDas Buch der lächerlichen Liebe
Milan Kundera

Taschenbuch, Januar 2000
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Die im Buch der lächerlichen Liebe versammelten Erzählungen sind noch in den sechziger Jahren in Prag entstanden. In seinen Erzählungen spannt Kundera die komischsten Paare zusammen, die schließlich in grotesken Situationen die Absurdität unserer Beziehungen erkennen müssen. Das Buch der lächerlichen Liebe erzählt von den in Sehnsüchte und Begierden verstrickten Helden mit dem Witz und der Passion, die Milan Kundera berühmt gemacht haben.

»Dann war alles vorbei. Der junge Mann löste sich von der jungen Frau, griff nach der langen Schnur über dem Bett und löschte das Licht. Er wollte ihr Gesicht nicht sehen. Er wußte, daß das Spiel aus war, hatte aber keine Lust, in das gewohnte Verhältnis zurückzukehren; er fürchtete diese Rückkehr. Er lag neben ihr im Dunkeln, und zwar so, daß ihre Körper sich nicht berührten.«


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Das Wesen der Liebe Kino im Kopf      5 von 5 Punkten
Nachdem ich mit der "unerträglichen Leichtigkeit des Seins" nicht viel anfangen konnte, schenkte mir ein besonderer Mensch dieses Werk vom Autor, mit der festen Überzeugung, dass mich das Buch der lächerlichen Liebe eher berühren würde. Das tat es.

Unterteilt in sieben Geschichten erzählt jede einzelne von einer anderen Liebe oder Sehnsucht. Von der Witwe, die ihren jugendlichen Liebhaber nach Jahren wiedertrifft, vom Ehemann, der ständig auf der Jagd ist oder vom alternden Doktor, der seine Sehnsucht nach einer Frau in einer schönen, eifersüchtigen Schauspielerin befriedigt sieht. Eines haben alle Protagonisten gemeinsam, sie lieben aufgrund einer bestimmten Vorstellung, die sie von der Liebe haben. Das kommt nach meiner Auffassung dem Gefühl, das Partner füreinander empfinden am nächsten. Alles reine Kopfsache.

In diesem Zusammenhang hat mich die Story im dritten Teil des Buches Fingierter Autostop am meisten beeindruckt. Ein junger Mann fährt mit seiner schamhaften, ängstlichen jungen Freundin in den Urlaub. Ihn fasziniert ihre Unbedarftheit, die sie von seinen bisherigen Frauen unterscheidet. Doch im Laufe der Autofahrt rutschen die beiden in eine Rolle hinein, er spielt den Mann, der eine Anhalterin mitnimmt, sie das verruchte, hemmungslose Luder. Dadurch ändert sich seine Sichtweise komplett. Für ihn verschiebt sich das Bild, das er von seiner schüchternen Freundin hat, und sie unterscheidet sich plötzlich nicht mehr von seinen vorherigen, austauschbaren Frauen. Sie wird für ihn uninteressant.

Diese Erzählung fand ich sehr aufschlussreich, denn sie spiegelt die Wirklichkeit wieder. Auch die anderen Geschichten befassen sich tiefgründig mit den Gefühlen in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Ein toller Buchtip!


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Rot - Uwe TimmRot
Uwe Timm

Taschenbuch, Oktober 2003
     Verkaufsrang: 12804      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Rot. Die erste Farbe, die ein Neugeborenes wahrnimmt, die letzte, die wir sterbend sehen. Thomas Linde, über der Szenerie schwebend, erblickt unter sich ein Trümmerfeld. Ein Unfall? Eine Explosion? Was er in seiner Nahtod-Vision auch zu sehen bekommt, sind die Scherben seines eigenen Lebens.

Die Vergangenheit hatte den einst so kämpferischen Alt-68er, der heute als Beerdigungsredner seinen Lebensunterhalt bestreitet, wieder eingeholt, als er vom Tode des früheren Freundes und Mitstreiters Aschenberger erfuhr. Dessen letzter Wille, eine Grabrede von Linde, bekannt für seine gefühlvollen, rhetorisch meisterhaften Abgesänge, versetzt diesen in inneren Aufruhr. Auf Spurensuche in der Wohnung des Verstorbenen stieß Linde nämlich auf detaillierte Pläne des Ex-Kommilitonen zu einem politischen Fanal, der Sprengung der Berliner Siegessäule! Linde findet das Paket mit dem Sprengstoff!

In etwas konstruierter Figurenkonstellation stellt Uwe Timm dem Grabredner als hedonistisches Gegenmodell die abgehobene Lichtdesignerin Iris ("ich verkaufe Licht!" -- spätestens nach einem solchen Satz flieht jeder halbwegs vernünftige Mann), als junge Geliebte zur Seite. Generationen übergreifend ergehen sich beide nun in Reflexionen über Tod, Prosecco und Klassenkampf, über äußere wie innere Verfallsprozesse und die traurigen Reste einer Gesellschaftsutopie, die heute entweder im Alkoholismus aufgeweicht ist, oder gut betucht in raunenden Esoterikzirkeln ihre neue Innerlichkeit feiert.

Eines beherrscht Uwe Timm wie auch sein Protagonist perfekt: das Referieren. Mit großem, weltmüdem Gestus wird der Weg vom Agit-Prop zum satten Bildungsbürgertum durchmessen, Handlungsstränge, kaum aufgenommen, gehen wieder verloren -- und so, liebe Trauergemeinde (wie der Leser oft angesprochen wird), werden wir allmählich von grenzenloser Trauer erfüllt über etwas, was, stringenter erzählt, ein Generationen-Thriller mit brisanter hochexplosiver Altlast hätte werden können. Stattdessen werden wir in ein philosophierendes Agit-Quasselseminar gesetzt, der weinerlichen Nabelschau eines luxuriös lebensüberdrüssigen Mittfünfzigers mit Vaterproblemen, der in larmoyanter Süffisanz über seltene Rotweine schwadroniert, die Farbe Rot esoterisch ausleuchtet und Montaigne-Zitate zum Besten gibt, bis er am Ende sein Sprengstoffpaket doch noch loswird. --Ravi Unger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)

Geschichte einer Generation      4 von 5 Punkten
Thomas Linde bringt Menschen unter die Erde. Genauer gesagt: Er hält Leichenreden. Früher, in den Siebziger Jahren wollte er die Welt verbessern, war Mitglied der DKP bis zur Ausbürgerung Biermanns. Heute hält er sich aus allem raus. Seine Habseligkeiten hält er klein, Beziehungen hat er keine, bis die zwanzig Jahre jüngere Lichtdesignerin Iris ihn aufreisst und sein sorgsam gehütetes Schneckenhaus in Unordnung bringt.

Unordnung bringt auch ein merkwürdiger Auftrag. Ein Mann hat ihn testamentarisch zu seinem Leichenredner bestellt. Doch den Namen kennt er nicht. Bis sich herausstellt, dass es sich um einen Genossen aus alten Zeiten handelt. Der hat bis heute seinen Kampf für eine bessere Welt und gegen die Reaktion nicht aufgegeben. Thomas entdeckt ein Sprengstoffpaket in seiner Wohnung. Damit wollte er die Berliner Siegessäule in die Luft sprengen.

Und damit sprengt er endgültig Thomas Schneckenhaus. Eine Reise in die Vergangenheit, durch vierzig Jahre deutscher Geschichte nimmt ihren Lauf.

Timm stellt sie uns vor, die Weltverbesserung wie das Glück im trauten Winkel, abgeschirmt von den Stürmen der Zeit. Und sein Beerdigungsredner versteht es, die Quintessenz aus den vergangenen Leben herauszuholen. In kurzen Szenen, wenigen Seiten kann er ganz unterschiedliche Lebensläufe lebendig werden lassen, überhaupt sind diese Szenen die Stärke des Buches. Da wird Geschichte lebendig, da fesselt das Buch.

Die Oma, die nach dem Tode ihres Mannes ihre ganze Wohnung bei Ikea neu einrichtet. Das Büffet mit gesprungener Marmorplatte, das zersprang, weil es als Schutz einer Jüdin im Keller stand. Der Kommunist, der zum Weinhändler wurde. Der Maler, der die Papierkörbe von Schriftstellern ausschlachtet.

Leider neigt der Autor auch zu essayistischen, ausuferndem Philosophieren und das kann er weit weniger gut. "Es sollte ein anderes Leben sein, selbstbestimmt, frei, eigensinnig, erfahrungsreich, nicht nur dem rechnenden, kalkulierenden Verstand unterworfen, der Mut sich zu öffnen, Stolz auf die Schwächen, auch auf das Leiden, das eigene, eine eigene Welt, keine laue, gleichgültige, nicht Leid und Glück nebeneinander dulden." Wer die Zeit erlebt hat, für den können solche Stellen Erinnerungen wecken, für alle anderen dürften sie eher wie Nostalgie eines 68ers erscheinen.

Und Timms Held besitzt ein schwarzes Loch. Das heißt DKP und darüber verbreitet er sich nur allgemein, genau dort fehlen die lebendigen Szenen, die das Buch sonst so lesenswert machen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum der Beerdigungsredner sich in ein biedermeierliches Schneckenhaus zurückgezogen hat, sämtliche Außenkontakte auf ein Minimum beschränkt? Einmischen, auf der Seite des Fortschritts und der DKP, das ist gescheitert, aber beerdigt hat er diese Phase noch nicht, die Leichenrede steht noch aus, nur dann würde das Leben weitergehen. Doch davon ist im Buch leider keine Rede.

So ist ein wichtiger, spannender Roman über die letzten Jahrzehnte entstanden, leider aber auch einer mit viel nebulösem Gerede, das nur verständlich ist, wenn man die geschilderten Zeiten selbst erlebt hat.

(C) Hans Peter Roentgen


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Der Trost von Fremden - Ian McEwanDer Trost von Fremden
Ian McEwan

Taschenbuch, April 2001
     Verkaufsrang: 64494      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Hochsommer in Venedig, die Stadt ist von Touristen überschwemmt. Auch Mary und Collin sind hier im Urlaub. Parfümiert und sorgfältig gekleidet, machen sie sich auf den Dinnerspaziergang durch die Stadt. Und dann lauert im Labyrinth der beklemmend engen Gassen ein Fremder auf sie, der ihr Schicksal bestimmen wird ...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)

Phänomenal      5 von 5 Punkten
Habe selten eine solche Spannung erlebt, die mich noch Tage danach beschäftigt hat. Gerade die indirekte Sprache um das schlußendlich Unbegreifliche machen das Lesen zu einer Nervenaufreibung. Grandios!


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Die Brooklyn-Revue - Paul AusterDie Brooklyn-Revue
Paul Auster

Broschiert, 1. Oktober 2007
     Verkaufsrang: 13671      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Paul Auster, in Brooklyn ansäßig, scheint seinen Stadtteil und dessen Bewohner über alle Maßen zu lieben. In diesem summenden Biotop -- weit entfernt von der naserümpfenden Hipness Manhattans --, lässt er uns einen Blick durch sein Menschen-Kaleidoskop werfen. Gestrauchelte und Gescheiterte taumeln vorüber, so der düster philosphierende Ex-Literaturstudent und Ex-Taxifahrer Tom Wood, der bei dem schwulen Buchantiquar und Ex-Galeristen Harry Brightman als Aushilfe arbeitet. Die Vorsilbe "Ex" spielt eine gewichtige Rolle in Austers Roman. Versager, Aussteiger, Verlassene, ein jeder lechzt nach Neujustierung und Läuterung. Oder einem gnädigen Ende wie Nathan Glass, Toms krebskranker Onkel und Chronist all dieser liebenswert vermurksten Lebensentwürfe.

Ehe gescheitert, Tochter Rachel entfremdet, Lungenkrebs, Frührente. Nach dieser Knockout-Serie beschloss der Ex-Versicherungsmann aus New Jersey, in seiner früheren Heimat Brooklyn sein freudlos gewordenes Leben zu beenden. Doch so schnell lässt Brooklyn, dieser Dampfdruckkessel aus Zählebigkeit und robustem Humor, seine Pappenheimer nicht entfleuchen. Dem Literaturfreund Nathan schwebt ein Alterswerk vor. Die kuriose Zettelsammlung "Buch der Torheiten" entsteht. Auf Inspirationen muss Nathan nicht lange warten.

Mit welch geschliffener und kultivierter Sprache Paul Auster seinen Brooklyn'schen Reigen über Gott und die Welt, Liebe, Leid und Literatur inszeniert, ist schlicht atemberaubend. Gespickt mit klugen Binnenstories über Kafka und die Puppenbriefe, Wittgenstein, den prügelnden Philosophen, wie auch literarisch-philosophischen Diskursen über Poe, geleitet Erzähler Nathan durch ein wahres Schicksalslabyrinth. Das Wiedersehen mit seinem Neffen Tom nach dessen geplatztem Literaturstudium führt direkt zu Harry Brightman, dessen eigentlicher Name "Dunkel" auf seine unrühmliche Vergangenheit als Bilderfälscher hinweist. Als schließlich die neunjährige Ausreißerin Lucy bei Tom auftaucht, die Tochter seiner verschollenen Schwester Aurora, die christlichen Fundamentalisten in die Hände gefallen ist, wird dem "Buch der Torheiten" ein düsteres Kapitel hinzugefügt.

Austers Sommernachtstraum vom ewigen Idyll endet abrupt in einer Staubwolke, die an einem strahlenden Septembertag des Jahres 2001 Brooklyn verdunkelt. Mit unendlicher Weisheit und Kunstfertigkeit lässt er zahlreiche Nebenflüsse zu einem großen Erzählstrom zusammenfließen, der die Schleifspuren und Schürfwunden des Lebens exakt abbildet. Den letzten Satz seines Helden, "man unterschätze nicht die Macht der Bücher", hat Paul Auster aufs Schönste bestätigt. Sein Werk über das Scheitern als wahren Erkenntnisgewinn, ist ein machtvolles Stück Literatur. --Ravi Unger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 27 Bewertungen)

Hat mir gut gefallen      5 von 5 Punkten
Für eine kleine Weile hatte ich Paul Auster fast vergessen. Nachdem ich dieses Werk gelesen habe, erinnerte ich mich wieder wie gut der Mann schreibt. Ja, ich gebe zu, es gab ein zwei Passagen in diesem Werk, da dachte ich auch "vorhersehbar" oder "war ja klar", aber insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Seine Besonderheit der Herbeiführung von zufälligen Zufällen gelingt ihm auch hier und macht Lust auf mehr Auster!


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Die Liebhaberinnen (Fiction, Poetry & Drama) - Elfriede JelinekDie Liebhaberinnen (Fiction, Poetry & Drama)
Elfriede Jelinek

Taschenbuch, Januar 1989
     Verkaufsrang: 46314      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Auch in diesem Roman der österreichischen Autorin fasziniert das buchstäblich unheimliche Talent, Alltagsgeschichten auf den Grund zu gehen. Welche Entfaltungsmöglichkeiten hat eine Arbeiterin? Sie kann einen Mann heiraten, der ihr den gesellschaftlichen Aufstieg garantiert. Doch wie andere Möglichkeiten, so sind auch sozial attraktive Männer rar, und die attraktivsten sind schon vergeben. So setzt zwischen zwei "Liebhaberinnen" ein Konkurrenzkampf auf Leben und Besserleben ein, der mit Wucht ausgetragen wird.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Bewundernswert      5 von 5 Punkten
Faszinierend und intelligent fand ich den Stil, mutig und bewundernwert die Thematik und die Art und Weise, wie E. Jelinek sie behandelt, die Dinge beim Namen nennt. Für zartbeseitete Gemüter ist die Lektüre dieses Buches sicherlich nichts, es räumt auf mit der alles verklärenden Romantik, in der die Gesellschaft gerne Arbeit, Ehe und Familienleben darstellt und zeigt auf, dass es viele Wege gibt, die zum Glück hin und erst recht davon weg führen.


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Die Pension Grillparzer: Eine Bärengeschichte - John IrvingDie Pension Grillparzer: Eine Bärengeschichte
John Irving

Broschiert, September 2008
     Verkaufsrang: 23569      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Die Leser von Garp werden sich erinnern: Die Pension Grillparzer ist die erste Erzählung aus der Feder des 19-jährigen Garp - mit ihr erobert er Helen, seine spätere Frau. Eine Geschichte voller Verrücktheit und Trauer, mit wiederkehrenden Träumen, verzweifelten Akrobaten, Bären und Wien.



World's End - Tom Coraghessan BoyleWorld's End
Tom Coraghessan Boyle

Broschiert, November 2007
     Verkaufsrang: 81923      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die märchenhafteste Geschichte in World's End (1987) ist die des amerikanischen Pachtbauern Harmanus Van Brunt, der im 17. Jahrhundert eine Familie durch seine Freßsucht ruiniert. Nachdem er jahrelang mit immensen Mengen an Wildbret, Schnecken und Trüffeln gefüttert worden ist und das einstmals fruchtbare Land nahezu kahlgefressen hat, fällt seine Frau Agatha vor Erschöpfung tot "mit dem Gesicht nach vorn in eine Kasserolle mit Kartoffelauflauf". 300 Jahre später wird auch ihr Nachfahre Walter von einem alles vernichtenden Hunger befallen. Und der "Garten Enden" ist hier kein utopisches Schlaraffenland, sondern ein trostloses Shopping-Mall. Poetischer (und unaufdringlicher) kann man Kolonialismus, ökologischen Raubbau und den Ausverkauf des American Dream kaum kritisieren.

World's End ist ein skurilles Geschichtspanoptikum, das -- in Anspielung an James Fenimore Coopers Lederstrumpfepos Der letzte Mohikaner (1826) -- vorwiegend die letzten ihres Familiengeschlechts und deren Vorgeschichte vorstellt: Im Grunde nämlich spielt die Story längst im Totenreich, wo sich die Helden und die Ahnen wiedertreffen. Deshalb fährt Walter Van Brunt nach Alaska, ans "fernste, abgefrorenste Ende der Welt", auf der Suche nach dem Vater, der Vergangenheit: Nicht zuletzt eine Reise ans Ende der Zeit also, wo "die Toten aus den Gräbern steigen" und deren Hinterbliebene lebendig begraben sind. So entsteht eine "Grossaufnahme Amerikas am Ende des Jahrhunderts" (Boyle): ein apokalyptischer Totentanz, der sich 300 Jahre historischer Entwicklung mühelos einverleibt.

T. C. Boyle ist der schwarzhumorige Prophet des menschlichen Untergangs. "Die einzige Hoffnung ist, das wir irgendwann aussterben", konstatierte er dementsprechend in einem Interview. Für das Jahr 2000 hat der Autor einen neuen Roman angekündigt. Mit World's End jedoch ist das ultimative Endzeitszenario zur Jahrtausendwende schon längst geschrieben. Wer es noch nicht gelesen hat, der sollte es getrost verschlingen. --Thomas Köster

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

(S)ein Meisterwerk      5 von 5 Punkten
Comedy is my made of dealing with tragedy and despair.
Treffender als der Autor selbst kann man keine Überschrift für das mittlerweile zehn Romane und viele Kurzgeschichten umspannende Werk des US-amerikanischen Autors T.C.Boyle finden. Das diese Tragik und Verzweiflung in seinen Geschichten nicht immer nur persönlicher Natur sind sondern häufig auch in und an der amerikanischen Geschichte liegen, mag bei einem studierten Historiker nicht wundern. Doch wie es dem 59jährigen im Staat New York geborenen Boyle gelingt, in seinem Roman Worlds End die fast vollständige Geschichte der USA seit seiner Kolonialisierung in einem äußerst unterhaltsamen Plot zu verpacken, verdient Bewunderung.
Wer bereits Bücher von T.C.Boyle gelesen hat weiß, die Handlung beschränkt sich selten auf nur einen Handlungsstrang sondern besteht zumeist mindestens aus zwei Geschichten, welche auf irgendeine, für den Leser nicht immer sofort zu erkennende Weise, miteinander in Verbindung stehen.
Diese ihm eigene Technik reizt Boyle nun in Worlds End bis an seine Grenzen aus.
Die Lebens- und Leidensgeschichten von rund 60 Figuren überschneiden sich in wechselnden Kapitelblöcken, um die Geschichte der Grafschaft Westchester nördlich von New York im 17. und 20. Jahrhundert zu erzählen und so ein bitterböses Epos über zwei verfeindete Einwandererfamilien und ihr Verhältnis zu den indianischen Ureinwohnern in den vergangenen 300 Jahren zu schaffen.
Die Handlung rankt sich dabei um die jeweiligen Familienoberhäupter der Einwandererfamilien, den Großgrundbesitzern der Van Warts und den verarmten Van Brunts, und den wiederholten Verrat der eigenen Sippe durch die Van Brunts an die Van Warts und den hohen Preis, welchen sie dafür zahlen müssen.
Eine Identifikation mit den Characteren dieser Familien macht das Buch darum auch schwierig.
Da sind die Oberhäupter der Van Brunts, die allzu oft geradezu manisch in ihrem Handeln wirken, der Zusammenprall von dem bekifften, besoffenen und durch chemischen Drogen weitab der Realität befindlichen Walter van Brunt, seinem Motorrad und einer Gedenktafel an seinem Geburtstag ist nur das erste Zeichen eines der Familie innewohnenden unvorstellbaren Fatalismus. Dieser trifft auf die Gegenpartei der Van Warts, deren Wandel von unterdrückenden Großgrundbesitzern zu überzeugten Nationalisten ebenfalls keine Sympathie weckt und deren Nationalismus, im Gegensatz zu Boyles späteren Buch América, auch nicht mit einer solch erdrückenden Zwangsläufigkeit dargestellt ist, die eine Nicht-Identifikation schwierig macht.
Doch darum gibt es ja diese unglaubliche Ansammlung von liebenswerten und liebenswert ausgeschmückten Characteren, welche unterschiedlicher nicht sein können :
Katarinchee van Brunt heiratet im 17. Jahrhundert einen Indianer und erhält so den Volksstamm der Kitchwanken, deren letzter Sohn Jeremy Mohonk im 20.Jahrhundert ein Verhältnis zu Catherine Van Wart unterhält, der Frau des letzten Erben des ersten Großgrundbesitzers, um nur ein Beispiel für die irrwitzigen Handlungsstränge zu geben.
Und genau diese unglaubliche Fülle an Geschichten ist ebenso die herausragendste Eigenschaft des Buches im Vergleich zu anderen politischen Historienromanen dieser Autorengeneration, wie vielleicht auch sein einziges Problem.
Wo der eine oder die eine LeserIn aufgeregt mitleidet, -schmunzelt, -grollt und fühlt ob dieses unglaublichen Reigens der unterschiedlichen Erfahrungen in der amerikanischen Geschichte und der Fähigkeit Boyles, diese so logisch und zwangsläufig aufeinandertreffen zu lassen, mag der eine Leser oder die andere Leserin an die persönlichen Grenzen der Aufnahmefähigkeit stoßen.
Aber das macht nichts.
Ob Geschichte wirklich ein kompliziertes Konstrukt aus durch persönliche Begehrlichkeiten und individuelle Ansichten verschuldeten Begebenheiten ist, bleibt dann vielleicht offen;
nichtsdestotrotz bleibt aber immer noch ein großer Lesegenuss mit Protagonisten, welche der Leser sofort in sein Herz schließt und nach dem Lesen lange nicht vergisst und ganz nebenbei ein lehrreicher Trip durch die Anfänge der amerikanischen Geschichte.
Denn das ist Worlds End auf jeden Fall, doch aufgrund der spannenden Handlung mag dieses erst nach dem Umblättern der letzten Seite auffallen.
Und dort findet der Leser auch endlich das Verzeichnis der wichtigsten handelnden Personen, für dessen Fehlen er den Autor während des Lesens mehrfachst verflucht hat.
Also, wenn Sie dieses Buch ausschließlich bei klarem Verstand und mit dem Wissen um das Verzeichnis der handelnden Personen lesen, ohne dabei das Buch einen Tag lang nicht anzufassen steht einem ganz besonderem Lesevergnügen nichts im Wege. Und dafür lohnt es sich, bei klarem Verstand zu bleiben.





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Die Enden der Parabel - Thomas PynchonDie Enden der Parabel
Thomas Pynchon

Taschenbuch, 1. Oktober 1994
     Verkaufsrang: 18357      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Das Leben als Parabel. Parabelförmig ist die Flugbahn zwischen zwei Punkten, ist die Flugbahn der deutschen V-Waffen im Zweiten Weltkrieg, deren Entwicklung und Einsatz nur einen der zahllosen Handlungsstränge dieses Pandämoniums darstellen. Die Rakete als Sinnbild besiegter Schwerkraft, aber auch hybrider Männlichkeit mit ihren katastrophalen Auswirkungen, lenkt den Blick des Lesers durch eine unabsehbare Fülle von Ereignissen. Thomas Pynchons großer Roman ist...

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)

Ein Kunstwerk der Literatur      5 von 5 Punkten
Wer einfach nur "simple Story" erwartet, wird sich in der großen Literatur nicht wohl füheln. Hier ist Mitdenken, sogar Mitschaffen das Vergnügen, nicht nur schlucken. Für einfache Schullogik (pardon, es sind leider die meisten Menschen) verwirrend und nichts zu Ende gesagt, so etwas wie Gogl oder Dostoewski oder Platonov oder Kafka... Natürlich meine ich, dass sie nicht alle gleich schreiben - nein. Aber sie sind alle und noch viele andere nicht aufs nur-Erzählen "normiert", unkonventionell und kreativ, die sich nicht um Verkaufstrategien ihrer Bücher bemüht waren/sind. So macht es wirklich viel Freude, auch das zu lesen, was sie auch wirklich sagen bzw. erschaffen wollten. So schreibt auch Pynchon, in den höchsten Winden der Weltliteratur. Man weiß nie, was seinem Stift auf der nächsten Seite so alles einfällt und sich dennoch, unbedingt, der Harmonie des ganzen Buches zusammenfügen wird. Die Frage ist nur, ob der Leser auch fein ausgebildete Sensoren hat, wie sie auch für geniale Musik von Schostakovich oder Stravinski unabdingbar sind. Mir hat viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, wie fast alle Romane von Pynchon.


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Mitternachtskinder - Salman RushdieMitternachtskinder
Salman Rushdie

Taschenbuch, Februar 2005
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Um die Mitternacht des 15. August 1947 erlangt Indien die Unabhängigkeit. Alle 'Mitternachtskinder', die zu dieser Stunde auf die Welt kommen, sind mit wundersamen Eigenschaften begabt: mit herkulischer Kraft, der Gabe, unsichtbar zu werden oder durch die Zeit zu reisen, und überirdischer Schönheit, die buchstäblich blind macht. Die Fähigkeit, in Herz und Hirn anderer Menschen einzudringen, besitzt als einziger Saleem Sinai, der Held und Chronist dieser phantastischen Familiengeschichte vor dem bizarren, farbenprächtigen Hintergrund des indischen Subkontinents. Ein märchenhaftes Universum, in dem Realität und Fiktion untrennbar miteinander verwoben sind.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

Großartiger Roman, aber keine Strandlektüre      5 von 5 Punkten
Es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Leute einen Roman von Salman Rushdie kaufen, und sich dann wundern, dass sie die Bücher nicht mal nebenbei am Strand lesen können.

Denn "Midnight's Children" ist ebenso wie "Satanic Verses" keine leichte Kost, die man nach einem anstrengenden Tag mal so reinzieht. Da muss man sich drauf einlassen! Rushdie ist nicht Konsalik, wer eine total lineare Handlung erwartet, muss Bastei-Lübbe-Heftchen lesen... Rushdie ist deshalb so interessant, weil seine Bücher meist total irrwitzige Kompositionen sind, die am Ende in einer Auflösung münden (oder auch nicht). Das ist gerade bei "Midnight's Children" mit dieser einzigartigen Erzählfigur, die eine Mischung von auktorial und personl ist, besonders anstrengend, wie ich zugebe, aber auch reizvoll und unkonventionell.
Wer ein "spannendes Buch" sucht, ist hier in der falschen Liga. Wer eines sucht, dass einen in den Bann zieht, ist hier gut aufgehoben.


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Geschichte machen - Stephen FryGeschichte machen
Stephen Fry

Broschiert, März 2007
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Diese Frage treibt den jungen Cambridge-Historiker Michael Young und den Physik-Professor Leo Zuckermann um. Beide träumen davon, den Holocaust ungeschehen zu machen. Auf wunderbare Weise schaffen sie den Zeitsprung nach Braunau ins Jahr 1888. Bleibt der Menschheitsgeschichte ihr finsterstes Kapitel erspart?

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Erstens kommt es anders...      5 von 5 Punkten
... und zweitens als man denkt!

Ich hab "Geschichte machen" vor Jahren mal gelesen und als ich letzthin in der Buchhandlung war, ist es mir "zufällig" wieder ins Auge gefallen und ich MUSSTE es haben. Ich hab den Kauf nicht bereut und auch beim zweiten Lesen war ich wieder gefesselt von Frys genialem Buch. Ich erspare mir, die Geschichte nochmals haarklein durchzukauen, aber einige Gedanken zum Buch seien auch mir erlaubt:

Bis zur eigentlichen Zeitreise nimmt sich Fry die Hälfte des Buches Zeit. Zuerst führt er seine Hauptfiguren ein und das ist in keiner Hinsicht langatmig sondern in höchstem Masse amüsant. Michael kämpft mit seiner Dissertation, mit der Beziehung zu seiner Freundin, macht sich Gedanken über Gott und die Welt ... und brachte mich immer wieder zu amüsiertem Schmunzeln. Und so liest man sich dann auch gut unterhalten durch bis zur Mitte und dann...... kippt das fröhlich-lockere Geschehen und es wird düster-trüb und grausig. Was als gutgemeinter Eingriff in die Vergangenheit gemeint geschehen ist, entpuppt sich als Basis für eine Entwicklung, die dann noch viel schlimmer verläuft als das, was hätte verhindert werden sollen...

Der Gedanke und dann die Tat "Ich ändere etwas Böses in der Vergangenheit um damit Gutes zu bewirken" wird zu einem Bumerang, der dem Protagonisten mit voller Wucht und ungebremst gegen den Kopf knallt, will heissen: Die Veränderung findet statt - aber zum Schlechteren!

Fry ist das Thema "Zeitreise" auf eine Art angegangen, wie sie mir bisher nicht begegnet ist. Er spielt geschickt mit mehreren Zeitebenen, die einmal zusammenlaufen und dann wieder auseinander, aber letztendlich doch alle irgendwie miteinander verwoben sind.

Ich hab schon etliche Bücher mit Thema "Zeitreise" in den Fingern gehabt. "Geschichte machen" ist bestimmt eins der originellsten davon. Intelligent und packend geschrieben, liefert das Buch einige Denkanstösse eingepackt in einer faszinierenden Thematik.


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