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Beim Häuten der Zwiebel Günter Grass Taschenbuch, 1. Mai 2008 Verkaufsrang: 24994 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das im Vorfeld seiner Erinnerungen Beim Häuten der Zwiebel bekannt gewordene Bekenntnis des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Günter Grass, im Alter von 17 Jahren kurz bei der Waffen-SS gewesen zu sein, hat im Blätterwald der Feuilletons viel Staub aufgewirbelt. Vor allem die späte Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit machte den Kritikern offenbar zu schaffen. Jetzt, sagte Grass, sei die Zeit einfach reif dafür gewesen, dieses lang verdrängte Trauma niederzuschreiben. Wer Beim Häuten der Zwiebel aufmerksam liest, kann die Gründe hierfür - und damit Grass - besser verstehen. Die Passage von der Zeit bei der Waffen-SS ist nur ein Bruchteil des fast 500 Seiten dicken Buchs. Es schildert die Kindheit und Jugend des Schriftstellers bis zum Erscheinungsjahr seines hoch gelobten und längst zum Klassiker avancierten Debütromans Die Blechtrommel. Es geht um die Liebe zu seiner Mutter, die den Wunsch, Künstler zu werden, unterstützte, seine Verwirklichung durch ihren frühen Krebstod aber nicht mehr erlebte,. Es geht um Hitlers Überfall auf Polen, der den Beginn des Zweiten Weltkriegs und das Ende von Grass? Kindheit bedeutete. Es geht um die Zeit als ideologiegläubiger Hitlerjunge, Luftwaffenhelfer und Kriegsgefangener. Und es geht nicht zuletzt um die Pariser Jahre, in denen die Blechtrommel entstand. Vor allem aber geht es auch darum, "was alles geschehen musste, um diese Sperre vor der Sprache abzubauen, bis es dann zu den Wortkaskaden der ?Blechtrommel? kommt". Dass dies auf verschiednen Zeit- und Reflexionsebenen und mit Hilfe einer überaus eigenwilligen Sprache geschieht, versteht sich bei Grass von selbst. Grass liebt poetologische Metaphern. In der Novelle Katz und Maus war es die Katze, die mit ihren Streifzügen den "lauernden", jederzeit die Richtung wechselnden Geschichtsverlauf symbolisch fasste. Bei Im Krebsgang diente der seitliche, mögliche Feinde täuschende Gang des Krebses als Bild für den vorsichtig abwägenden Erzählfluss. Beim Häuten der Zwiebel nun hat Grass diese Vorsicht ein Stück weit aufgegeben. Denn seine Erinnerungen sind ein ehrliches, offenes Buch, bei dem sich sogar ein Teil der Figurenwelt wie Oskar Matzerath aus der Blechtrommel selbstständig macht und Dichtung und Wahrheit ein ums andere Mal ineinander fließen. Auch wenn Grass, sprachverspielt wie er nun einmal ist, seine Biografie nicht gänzlich entblößt, sondern im permanenten Oszillieren mit der Fiktion selbst die Erinnerung wieder ein wenig als Phantasie entlarvt, bietet Beim Häuten der Zwiebel auf literarisch hohem Niveau vielfach Gelegenheit, sich mit dem Werden eines großen Autors auseinander zu setzen. Und beim langsamen Entblättern der Gedächtnisschichten wird einem plötzlich klar, wie viel Autobiografisches sich im literarischen Werk verbirgt. -Thomas Köster
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 61 Bewertungen)
beim häuten der zwiebel 5 von 5 Punkten Das gelieferte Buch war "einwandfrei" und "folienverschweißt" sowie "neu und ungelesen" geliefert worden. Die 5-Sterne-Bewertung ist verdient
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Empörung Philip Roth Gebundene Ausgabe, 4. Februar 2009 Verkaufsrang: 13018 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Marcus "Markie" Messner ist ein armer Kerl. Der Spross einer jüdischen Einwandererfamilie in Newark liebt seinen Vater über alles, und hat wegen ihm sogar das blutige Handwerk des koscheren Schlachtens erlernt. Aber dann beginnt der Vater zu klammern, zu bespitzeln, seinen Sohn in seiner Freiheit einzuengen ? und treibt Marcus Messner gerade dadurch in die böse Welt hinaus, vor der der Metzger ihn doch hatte bewahren wollen... Um der Vaterliebe und dem Korea-Krieg zu entgehen, flieht Markie in die Obhut eines christlich-konservativen Internats im Mittleren Westen. Hier lernt er die Liebe in Gestalt einer verstört-verstörenden Kommilitonin und eines unzüchtigen Blowjobs kennen. Aber er erfährt auch die miefige Enge und den Antisemitismus der Provinz, der sich in judenfeindlichen Witzen entlädt. Als Markie sich durch seine dezent aufmüpfigen Empörung gegenüber der Leitung verdächtig macht und sich der Pflicht der wöchentlichen christlichen Andacht durch einen Stellvertreter entzieht, wird er entlassen in die Welt, sprich: in den Krieg im fernen Korea, wo er mit einem langen Messer abgeschlachtet wird ? getreu dem Motto seines Metzgervaters, dass im Leben "der kleinste Fehler tragische Auswirkungen haben kann". Als wir den Ich-Erzähler Markie des Romans Empörung von Philip Roth kennen lernen, ist er bereits auf dem Schlachtfeld gestorben. Wie Roth eher beiläufig erwähnt, wird uns die Geschichte aus dem Jenseits präsentiert. Das ist nur einer der grandiosen Erzähltricks dieses kleinen, aber feinen Romans. Er gehört vielleicht nicht zu den besten Büchern dieses Autors von seltener literarischen Größe. Aber besser als das meiste, was heute so auf den Markt kommt, ist es allemal. - Stefan Kellerer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 31 Bewertungen)
Der jüdische Underdog und das Fragile des amerikanischen Traums 5 von 5 Punkten Das Wesen großer Literatur, so kann man getrost behaupten, besteht darin, die universalen Topoi der menschlichen Existenz aus der konkreten Erfahrung einer historischen Epoche zu aktualisieren. Der jüdisch-amerikanische Schriftsteller Philip Roth gehört zweifelsohne zu den wenigen lebenden Schriftstellern, denen dieses immer wieder gelingt. Mit Werken wie Der menschliche Makel, Operation Shylock, Ein amerikanisches Idyll, Sabbaths Theater oder Das sterbendeTier ist ihm dieses immer wieder gelungen. Roth gilt als einer der produktivsten unter den amerikanischen Schriftstellern und in der letzten Dekade erscheint fast jährlich ein neuer Roman, manchmal zu dem Preis nicht stetiger Güte. Mit dem 2008 erschienen Roman Empörung (Indignation) jedoch konnte Roth erneut zeigen, zu welchen Qualitäten er fähig ist. Der Roman spielt in den USA des Jahres 1951, dem zweiten Jahr des Korea-Krieges. Hauptfigur ist der Sohn eines in Newark lebenden jüdischen Koscher-Metzgers, Marcus Messner. Die Familie lebt in einem armen, aber intakten Viertel auf der anderen Hudsonseite der Metropole New York, neben der jüdischen gibt es noch eine große italienische Gemeinde. Marcus Messner besucht zunächst ein kleineres, bescheidenes College in Newark, wo er and der Seite der Kinder aus den Nachbarfamilien durchaus gute Noten nach Hause bringt. Er hilft seinen Eltern in der Metzgerei und lernt früh, dass man nicht immer mögen muss, was man tut, dass aber gemacht werden muss, was zu machen ist. Ab einem bestimmten Zeitpunkt entwickelt der Vater jedoch eine Art fürsorglicher Paranoia, er steigert sich in die Befürchtung, sein Sohn käme auf die schiefe Bahn und er beginnt ihn zu verfolgen. Marcus wächst dieser Zustand ins Unerträgliche und er entschließt sich, um der Verfolgung und Reglementierung zu entkommen, in das fern gelegene Winesburg College in Ohio zu gehen. Dort reüssiert er weiter in seinen Fächern, kollidiert aber zunehmend mit den Mittelstandskonventionen. Er tritt weder einer Verbindung bei, und anstatt sich im Kommers zu suhlen jobbt er in einer Bar, um das nötige Geld zu verdienen. Er macht seine ersten sexuellen Erfahrungen mit einem Mädchen, das bereits einen Entzug hinter sich hat und grenzt sich damit noch mehr aus. In nahezu historisch anmutenden Dialogen mit dem Rektor der Schule, in dem dieser ihm das Oktroi der Konvention plausibel machen will und Marcus Messner auf sein einfaches, bürgerliches amerikanisches Freiheitsrecht jenseits der Religion und Ideologie pocht, wird die die Unauflösbarkeit dieser Freiheiten mit den tatsächlichen Lebensbedingungen des jüdischen Underdogs deutlich. Marcus scheitert letztendlich an der Weigerung, am obligatorischen Gottesdienst teilzunehmen und kommt daher nicht zu dem Recht, auf einer Universität zu studieren, sondern er landet auf einem Schlachtfeld im fernen Korea, wo er knapp zwanzigjährig sein von Hoffnungen und Leistungen geprägtes Leben verliert. Neben einer nahezu typisch Rothschen Variante des Vater-Sohn-Konfliktes brilliert der Roman mit dem Universalthema, inwieweit das Allgemeine Recht dem Underdog zugänglich ist, zu welchem Preis er es erwirbt, und welchen preis er zahlt, wenn er sich die Forderung nach einem Sonderverhalten verbittet.
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Picknick auf dem Eis Andrej Kurkow Taschenbuch, November 2000 Verkaufsrang: 6841 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Kurkow treibt nicht nur ein witziges Spiel mit den Klischees des Mafia-Thrillers. Er liefert zudem eine gut gebaute und absurde Komödie über das Verhältnis von Geld und Geist in Zeiten, da auch die Wahrheit käuflich ist." (tz) "Kurkow beweist, daß man auch in Rußland wieder frische Geschichten erzählen darf: intelligent, witzig, weder die Realität verkleisternd noch sie ausblendend, nicht angestrengt antirealistisch, aber auch nicht wirklich traditionell." (Neue Zürcher Zeitung)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 39 Bewertungen)
Eines der besten Bücher über die Ukraine 5 von 5 Punkten WEr sich köstlich amüsieren möchte und eine Ahnung über die politischen und gesellschaftlichen Zustände der Wendezeit in der Ukraine bekommen möchte muss Kurkow einfach lesen: dieses Buch und die Fortsetzung "Pinguine frieren nicht".
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Das Buch der lächerlichen Liebe Milan Kundera Taschenbuch, 1. Februar 1989 Verkaufsrang: 22860 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die im Buch der lächerlichen Liebe versammelten Erzählungen sind noch in den sechziger Jahren in Prag entstanden. In seinen Erzählungen spannt Kundera die komischsten Paare zusammen, die schließlich in grotesken Situationen die Absurdität unserer Beziehungen erkennen müssen. Das Buch der lächerlichen Liebe erzählt von den in Sehnsüchte und Begierden verstrickten Helden mit dem Witz und der Passion, die Milan Kundera berühmt gemacht haben.
"Dann war alles vorbei. Der junge Mann löste sich von der jungen Frau, griff nach der langen Schnur über dem Bett und löschte das Licht. Er wollte ihr Gesicht nicht sehen. Er wußte, daß das Spiel aus war, hatte aber keine Lust, in das gewohnte Verhältnis zurückzukehren; er fürchtete diese Rückkehr. Er lag neben ihr im Dunkeln, und zwar so, daß ihre Körper sich nicht berührten."
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Das Wesen der Liebe ? Kino im Kopf 5 von 5 Punkten Nachdem ich mit der "unerträglichen Leichtigkeit des Seins" nicht viel anfangen konnte, schenkte mir ein besonderer Mensch dieses Werk vom Autor, mit der festen Überzeugung, dass mich das Buch der lächerlichen Liebe eher berühren würde. Das tat es. Unterteilt in sieben Geschichten erzählt jede einzelne von einer anderen Liebe oder Sehnsucht. Von der Witwe, die ihren jugendlichen Liebhaber nach Jahren wiedertrifft, vom Ehemann, der ständig auf der Jagd ist oder vom alternden Doktor, der seine Sehnsucht nach einer Frau in einer schönen, eifersüchtigen Schauspielerin befriedigt sieht. Eines haben alle Protagonisten gemeinsam, sie lieben aufgrund einer bestimmten Vorstellung, die sie von der Liebe haben. Das kommt nach meiner Auffassung dem Gefühl, das Partner füreinander empfinden am nächsten. Alles reine Kopfsache. In diesem Zusammenhang hat mich die Story im dritten Teil des Buches "Fingierter Autostop" am meisten beeindruckt. Ein junger Mann fährt mit seiner schamhaften, ängstlichen jungen Freundin in den Urlaub. Ihn fasziniert ihre Unbedarftheit, die sie von seinen bisherigen Frauen unterscheidet. Doch im Laufe der Autofahrt rutschen die beiden in eine Rolle hinein, er spielt den Mann, der eine Anhalterin mitnimmt, sie das verruchte, hemmungslose Luder. Dadurch ändert sich seine Sichtweise komplett. Für ihn verschiebt sich das Bild, das er von seiner schüchternen Freundin hat, und sie unterscheidet sich plötzlich nicht mehr von seinen vorherigen, austauschbaren Frauen. Sie wird für ihn uninteressant. Diese Erzählung fand ich sehr aufschlussreich, denn sie spiegelt die Wirklichkeit wieder. Auch die anderen Geschichten befassen sich tiefgründig mit den Gefühlen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Ein toller Buchtip!
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Neununddreißigneunzig. 39.90 (rororo) Frédéric Beigbeder Taschenbuch, 1. November 2002 Verkaufsrang: 7996 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Als Frédéric Beigbeder noch in sicherer Stellung in der Werbeagentur Young & Rubicam angestellt war, forderte ihn sein Freund Michel Houellebecq auf, zu zeigen, was die Welt (der Wirtschaft) eigentlich im Innersten zusammenhält. Und weil Beigbeder als erfolgreicher Werbetexter selbst ein Meister des Marketings - und der Selbstinszenierung - ist, entstand der Skandalroman Neununddreißigneunzig, der in Frankreich sämtliche Verkaufsrekorde gebrochen hat. Beigbeder, der in seinem Werk mit Insiderinformation aus der Werbebranche aufwartet, schrieb den Roman mit einem einzigen Ziel - nämlich gefeuert zu werden. Und er hat sicher geahnt, wie medienwirksam eine fristlose Kündigung unter der Schirmherrschaft von Michel Houellebecq sein würde. Seither scheint er in Frankreich omnipräsent: Er posiert dandyhaft in Talkshows, spricht im Radio, lässt sich fotografieren wie Bret Easton Ellis, liebt sein neues Image als "Che Guevara vom Café de Flore", lobt sich selbst in einem Artikel als Genie und seine Internethomepage dient als riesiger Chatroom für seine unzähligen Fans, kurz: Er benutzt für seinen Erfolg all diejenigen Mittel, die er mit dem Roman selbst denunziert. Bei all dem fällt auf, dass die Stimmen, die sich mit dem literarischen Wert des Romans beschäftigen, sehr leise sind. Geht es hier überhaupt noch um Literatur und was legitimiert diese vermeintlich paradoxe Methode? Der Plot ist schnell erzählt: Beigbeders Alter Ego Octave schreibt eine Innenansicht der Werbebranche, die von Klischees, Geschmacklosigkeiten und Zynismen nur so strotzt, um am Ende als Verräter gekündigt zu werden. Seine Erwartungen werden nicht nur nicht erfüllt, sondern er muss erst einen Ritualmord begehen, um in die Freiheit eines Gefängnisses flüchten zu können. Der Roman trägt aber nicht nur auf inhaltlicher Ebene dokumentarische Züge: Immer wieder unterbrechen Sprüche, Slogans und Drehbuchskripts den Text wie Werbespots im Privatfernsehen. Dass das zwar interessant, aber künstlerisch nicht besonders originell ist, weiß Beigbeder selbst. Was viel wirkungsvoller ist, ist die Vermischung aus Realität und Fiktion: Der Autor experimentiert mit einer Wirklichkeit, die sich nur noch nach Marken und Produkten differenzieren lässt. Wie auch bei Christian Kracht tragen die Protagonisten Ralph Lauren, fahren einen BMW Z3 und schreiben Briefe an den Geliebten wie: "Kehr zurück. Wenn du zurückkommst, schenke ich dir einen VW-Beetle." Die paradox erscheinende Methode, durch die fulminante Inszenierung die Werbung mit ihren eigenen Mitteln schlagen zu wollen, ist insofern legitim, als sie eine ungeahnte Sensibilität für das aufzeigt, was man gemeinhin "Zeitgeist" nennen könnte und was jenseits aller Grenzen von Nationalliteraturen - man denkt an die deutschsprachige Popliteratur und ihr Vorbild Ellis, an Pelivin oder Murakami - in den letzten Jahren mit einem Sog wiederkehrt, dem man sich kaum mehr entziehen kann. So wird auch der Kaufakt des Romans existenziell: Neununddreißigneunzig kostet das Buch - sein Wesen ist der Preis, alles ist Ware. In Frankreich herrscht Kampfeszeit gegen das Gefangensein in einem medialen Netz, was dem Leser durch den Roman und seine Inszenierung eindringlicher kaum hätte vor Augen geführt werden können. Und lässt man sich auf dieses Gesamtkonzept ein, müssen all die Klischees und fragwürdigen Metaphern und Vergleiche auch nicht überbewertet werden. -Kristina Nenninger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 107 Bewertungen)
Speerspitze! 5 von 5 Punkten Der Roman beschreibt sehr bildhaft die Speerspitze der Werbung. Er zeigt wunderbar, wie sie eigentlich nichts weiter ist, als ein Sklave des Marketings! Für alle die etwas mit Medien machen: Bitte lesen und danach in der U-Bahn liegen lassen ...
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Ein liebender Mann (rororo) Martin Walser Taschenbuch, 2. November 2009 Verkaufsrang: 22698 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Walser erzählt diese Liebesgeschichte als ein Blitzfeuer, das mit dem ersten Satz Glut erzeugt." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Martin Walser oder Goethe? 5 von 5 Punkten Man weiss nie genau, wer da gerade auf der Bühne des Geschehens steht: ist es Johann Wolfgang von Goethe oder ist es Martin Walser, der seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse auf den Hr. Geheimrat überträgt. Gleich gültig, ein einzigartiges Werk.
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ROT: Roman Uwe Timm Taschenbuch, 1. Oktober 2003 Verkaufsrang: 79630 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Rot. Die erste Farbe, die ein Neugeborenes wahrnimmt, die letzte, die wir sterbend sehen. Thomas Linde, über der Szenerie schwebend, erblickt unter sich ein Trümmerfeld. Ein Unfall? Eine Explosion? Was er in seiner Nahtod-Vision auch zu sehen bekommt, sind die Scherben seines eigenen Lebens. Die Vergangenheit hatte den einst so kämpferischen Alt-68er, der heute als Beerdigungsredner seinen Lebensunterhalt bestreitet, wieder eingeholt, als er vom Tode des früheren Freundes und Mitstreiters Aschenberger erfuhr. Dessen letzter Wille, eine Grabrede von Linde, bekannt für seine gefühlvollen, rhetorisch meisterhaften Abgesänge, versetzt diesen in inneren Aufruhr. Auf Spurensuche in der Wohnung des Verstorbenen stieß Linde nämlich auf detaillierte Pläne des Ex-Kommilitonen zu einem politischen Fanal, der Sprengung der Berliner Siegessäule! Linde findet das Paket mit dem Sprengstoff! In etwas konstruierter Figurenkonstellation stellt Uwe Timm dem Grabredner als hedonistisches Gegenmodell die abgehobene Lichtdesignerin Iris ("ich verkaufe Licht!" - spätestens nach einem solchen Satz flieht jeder halbwegs vernünftige Mann), als junge Geliebte zur Seite. Generationen übergreifend ergehen sich beide nun in Reflexionen über Tod, Prosecco und Klassenkampf, über äußere wie innere Verfallsprozesse und die traurigen Reste einer Gesellschaftsutopie, die heute entweder im Alkoholismus aufgeweicht ist, oder gut betucht in raunenden Esoterikzirkeln ihre neue Innerlichkeit feiert. Eines beherrscht Uwe Timm wie auch sein Protagonist perfekt: das Referieren. Mit großem, weltmüdem Gestus wird der Weg vom Agit-Prop zum satten Bildungsbürgertum durchmessen, Handlungsstränge, kaum aufgenommen, gehen wieder verloren - und so, liebe Trauergemeinde (wie der Leser oft angesprochen wird), werden wir allmählich von grenzenloser Trauer erfüllt über etwas, was, stringenter erzählt, ein Generationen-Thriller mit brisanter hochexplosiver Altlast hätte werden können. Stattdessen werden wir in ein philosophierendes Agit-Quasselseminar gesetzt, der weinerlichen Nabelschau eines luxuriös lebensüberdrüssigen Mittfünfzigers mit Vaterproblemen, der in larmoyanter Süffisanz über seltene Rotweine schwadroniert, die Farbe Rot esoterisch ausleuchtet und Montaigne-Zitate zum Besten gibt, bis er am Ende sein Sprengstoffpaket doch noch loswird. -Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Differenzierter Rückblick 5 von 5 Punkten Uwe Timm liefert einen sehr reflektierten Rückblick auf eine interessante Zeit und ihre Denkweise.Dass der fiktive Erzähler ein Begräbnisredner ist, schafft eine sehr spannende Erzählsituation: Der Erzähler vergleicht sein Leben und Handeln mit dem des Toten, für den er die Leichenrede halten soll, und macht bei seinen Nachforschungen interessante Entdeckungen. Genial angelegter Roman, der einem in mehrerlei Hinsicht zu denken gibt. Faszinierend von der ersten bis zur letzten Seite. Auch jeder bürgerlich-konservative Leser sollte sich einmal an dem Roman reiben. Schaden würde es keinem!
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Der Ghost Writer (rororo) Philip Roth Taschenbuch, 1. November 2004 Verkaufsrang: 46093 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Anfänge einer großen Schriftsteller-Karriere In "Der Ghost Writer" lernen wir in den fünfziger Jahren Nathan Zuckerman kennen, einen hoffnungsvollen jungen Autor mit einer Leidenschaft für bedeutende Bücher, der in einem abgelegenen Winkel Neuenglands, als Gast im Haus seines literarischen Idols E. I. Lonoff, die gegensätzlichen Ansprüche von Literatur und Erfahrung entdeckt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Mutig sein ist erlaubt, doch ... 1 von 5 Punkten Die Story geht so: Junger jüdischer Schriftsteller besucht älteren Star-Schriftsteller. In dessen Haus befinden sich 1.) die Frau des älteren Schriftstellers - 2.) eine ehemalige durchgeknallte Studentin und Muse (=Liebhaberin) des Älteren. Nach einigen extrem langweiligen Rückblicken in die Lebensgeschichte des Jüngeren kommt der zentrale Punkt: nämlich: dass die Studentin (Muse) sich für "Anne Frank" hält und die Tagebücher geschrieben hat, dann über Umwege (Pflegeeltern, Niederlande usw) in die USA kam. Ihr Vater hat sie, ohne zu wissen, dass seine Tochter lebt, veröffentlicht. Zum Ende des Buches kann man nach diesem "Einfalts"-Reichtum gar nichts mehr sagen: Die Frau des Älteren verlässt ihren Mann, alle Anderen reisen ab. Schade, hätte einfach ein langweiliges Buch werden können - der "Anne Frank"-Bezug hinterlässt aber einen schalen Geschmack.
Philip Roth - Der Ghost Writer 5 von 5 Punkten Nathan Zuckerman, ein junger angehender Autor, besucht in den 50er Jahren sein Idol, den Autor E.I. Lonoff, verbringt eine Nacht in seinem Haus und erfährt einiges über die Gegensätze zwischen Literatur und dem Leben, das dahintersteckt. Zuckerman muß schnell erfahren, daß sein Vorbild mit seinem Leben garnicht wirklich klarkommt, eine unzufriedene Frau hat, sich mit dem Schreiben quält und die Gesellschaft von Menschen generell schlecht erträgt. Dabei legt er (Lonoff) eine zermürbende Gleichgültigkeit an den Tag, die er mir lakonischen und sehr abgeklärten Bemerkungen offenbart, die seine Frau in die Verzweiflung treiben. Zusätzlich ist da noch die undurchsichtige "Praktikantin" Amy, die seine Notizen sortiert und mit im Haus lebt. Philip Roth ist grandios. Sein Stil ist bestechend präzise und kristallklar, dabei aber nie unnötig verschnörkelt, wenn man manche Sätze aber auch trotzdem mehrfach lesen muß ... naja, "muß" ist zu hart, die Sätze machen einfach Spaß ! Das Buch fängt allerdings erst recht langsam an, auf den ersten 40-50 Seiten passiert fast garnicht, es wird nur in endlosen Rückblenden erzählt - erst später wird die Bedeutung für die gesamte Handlung klarer. Zuckerman hadert mit seinem Vater, da er eine Story veröffentlichen will, die seine Familie in einem schlechten Licht stehen läßt - insbesonderen in einem schlechten Licht als Juden, die er - so der Vater - als habgierig darstellt, was kurz nach dem Ende der Nazizeit besonderes Gewicht hat. Die generelle Verantwortung der Literatur steht hier zur Diskussion (wird allerdings im Buch nicht wirklich aufgelöst.) Gleichzeitig hört er (Zuckerman) ein Gespräch zwischen Lonoff und Amy mit, die sich für die angeblich verstorbene Anne Frank hält ... oder ist sie es wirklich ? Roth wagt sich an große Themen und meistert sie bravurös. Die Judenverfolgung, der Haß auf Juden wird an individuellen Beispielen und einem unerhörtem "Trick", dem Widerauferstehen von Anne Frank und das Nacherzählen ihrer Biographie nach ihrem angeblichen Tod, so hautnah dargestellt, daß es einem mehr als einmal einen kalten Schauer verpaßt, ohne jedoch in Platitüden, Bitterkeit oder 1000x-Gehörtes zu verfallen. Absolute Empfehlung, dieses Buch ist spitze und übertrifft durch das Wagnis des Themas und der Ausführung noch seinen Roman "Der menschliche Makel" (und ist natürlich um Längen besser als der Langweiler "Das sterbende Tier"). |
Aus Sicht des Gehirns (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) Gerhard Roth Taschenbuch, 23. März 2009 Verkaufsrang: 21604 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2003 Obwohl Christian Geyer "die große Fähigkeit" von Jürgen Roth schätzt, "komplizierte naturwissenschaftliche Zusammenhänge dem interessierten, aber nicht einschlägig vorgebildeten Leser begreiflich zu machen", und obschon er die "lehrreichen und oftmals faszinierenden Passagen, in denen der Hirnforscher bei seinen Leisten bleibt", von seinem Urteil ausdrücklich ausnimmt, hat ihn dieses Buch verärgert. Roth erweise sich hier als einer der Hirnforscher von dem Schlage, die gerne "körbeweise Steine der Weisen" auspackten, "die die ganze Philosophiegeschichte bislang vergeblich zu finden hoffte." So meine Roth etwa zu wissen, wie das Problem der Willensfreiheit zu lösen sei. Die scheinbar eindeutige Antwort Roths, wonach das "wollende Ich" im "moralischen Sinne" nicht verantwortlich sei, "für dasjenige, was das Gehirn tut, auch wenn dieses Gehirn 'perfiderweise' dem Ich die entsprechende Illusion verleiht", ist dem Rezensenten jedoch zu dünn." Was wisse man denn eigentlich, fragt Geyer, wenn man wisse, dass "dieser Teil der Hirnrinde die längerfristigen Folgen unseres Handelns 'überprüft'" oder "jener Cortexbereich das impulsive Verhalten 'kontrolliert'"? Das Problem des Buches sei, so Geyer abschließend, dass der Autor dieses Vokabular der Steuerung nicht in Anführungszeichen setze, sondern buchstäblich verwende - es dann aber eben nur die Illusion von Klarheit herstelle. © Perlentaucher Medien GmbH
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Das Menschenbild eines Gehirnforschers 5 von 5 Punkten G. Roth gibt hier eine einfache und kurze Tour durch das Gehirn und beleuchtet dabei dessen Funktionsweise und Leistungen. Besonders interessant sind dabei die Überlegungen zu den Konsequenzen der Erkenntnisse der Hirnforschung für das Bild des Menschen. Er gibt dabei eine diesen Erkenntnissen entsprechende Interpretation des Begriffs der Willensfreiheit und analysiert, wie sich das menschliche Bewusstsein konstituiert. Dieses Buch ist für interessierte Laien gut verständlich und prägnant geschrieben.
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Das Muschelessen Birgit Vanderbeke Taschenbuch, 1. November 1997 Verkaufsrang: 57079 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wer einmal wirklich alle Klischees eines widerwärtigen Familienvaters kennenlernen will, der greife zum schmalen Band Das Muschelessen. Mutter, Tochter und Sohn warten bei einem Berg Muscheln auf die Rückkehr des Vaters. Die achtzehnjährige Tochter beschreibt in einem hundertseitigen Gedankenfluß - so ungefähr jeder zweite Punkt am Ende eines Satzes fehlt - das bisherige Familienleben, Schwerpunkt Vater. Ihre Formulierungen sind eher einer vierzehnjährigen angemessen. Je weiter ihre Überlegungen fortschreiten, desto gräßlicher wird das väterliche Ungetüm. Aus dem trauten Familienkreis wird ein schreckliches Disastergemälde. Man frägt sich, warum die übrigen Familienmitglieder das abscheuliche Gebaren soviele Jahre zugelassen haben. Die Handlung am Abend ist spärlich, umso aufregender, mit geschickter Steigerung der Spannung erleben wir die skizzierten Ereignisse davor. Nicht die Familie wird demontiert, wie die tageszeitung im Klappentext meint, sondern der tyrannenhafte Familienvater, der jahrelang seine Familie ohne erkenntlichen Widerspruch drangsalierte. So besehen kann diese Erzählung nicht realistisch gemeint sein. In der Palette der schlechten Eigenschaften findet wohl jeder männliche Leser ein paar, die auch auf ihn zutreffen; sicher ist aber niemand dabei, auf den viele zusammenfallen: so ein Scheusal würde kein Buch lesen. Der Stil wie in Ludwig Thomas Lausbubengeschichten wäre mir nach mehr Seiten auf den Geist gegangen. Mit 109 Seiten endete die Erzählung aber rechtzeitig mit einer Überraschung. Ein vergnüglicher Lesenachmittag. Empfehlenswert. -Herbert Huber
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 74 Bewertungen)
Eine kleine feine Erzählung 5 von 5 Punkten Offensichtlich scheiden sich bei dieser Erzählung die Geister. Ich gehöre zu jenen, die das Buch sehr mochten. Der Schreibstil ohne viele Punkte, Absätze und wörtliche Rede erinnert mich an Zeruya Shalev und bewirkt, dass man vom ersten Augenblick an in die Geschichte hineingezogen wird. Die dramatische Entwicklung der Geschichte - wie sich aus einem Warten auf den Familienvater eine knallharte Abrechnung mit diesem entwickelt - emfpand ich als sehr spannend und faszinierend. Für mich ein tolles kleines Werk und das Beste, was ich bisher von Birgit Vanderbeke gelesen habe!
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Die Taube Patrick Süskind Taschenbuch, 2001 Verkaufsrang: 22016 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Im Verlauf dieses winzigen Abenteuers scheint die Novelle die meisten Beziehungen durchzuspielen, die ein Mann mit der Welt anknüpfen kann, und dank seiner Fähigkeit zur Übersteigerung erzielt Süskind eine überraschend starke Wirkung." (The New Yorker)
"Ein brillanter Formulierer auf der Höhe seiner Erzählkunst." (tz)
"Nicht nur riecht, schmeckt man, sieht und hört man, was Süskind beschreibt; er ist ein Künstler, auch wenn es darum geht, verschwundenes, verarmtes Leben in großer innerer Dramatik darzustellen, hier: eine Psychologie des Wachmanns Jonathan Noel zu entwerfen. Eine Meistererzählung." (Tages-Anzeiger)
"Ein rares Meisterstück zeitgenössischer Prosa, eine dicht gesponnene, psychologisch raffiniert umgesetzte Erzählung, die an die frühen Stücke von Patricia Highsmith erinnert, in ihrer Kunstfertigkeit aber an die Novellistik großer europäischer Erzähltradition anknüpft." (Rheinischer Merkur)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 32 Bewertungen)
Ein perfekter Süßkind 5 von 5 Punkten Auch bei dieser Kurzgeschichte von Süßkind kommt sein Hang zum Außergewöhnlichen zum Vorschein. Ganz trocken und todernst beschreibt er uns die Geschichte eines Mannes, der sein ganzes Leben lang das Gleiche tut bis zu dem einen Tag, an dem eine Taube sein Leben völlig verändert und ihn aus der Bahn wirft. Süßkind liebt es, uns Leser in seine eigene Welt hinein zu tauchen und uns für einen kurzen Moment selbst an uns zweifeln zu lassen. Er pickt sich Alltagsgeschichten heraus und macht daraus einen "Thriller" der Extraklasse, wie ihn der Protagonist wohl durcherlebt. Die Taube steht für Höhe, Freiheit, aber auch für Aufdringlichkeit und Schmutz. Sie sind die "Ratten der Lüfte", wie man sie oft nennt. Für den Protagonisten jedoch waren so etwas wie Tiere oder auch andere Menschen, die plötzlich in sein Leben treten, alles andere als normal. Plötzlich sitzt eine Taube vor seiner Tür und starrt ihn auch noch so dumm an! Ein Schock für ihn, damit hatte er nicht gerechnet. Und sie verschwindet einfach nicht! Der Protagonist wird in seinem tiefsten Inneren durcheinander gebracht und zerstört, seine alltäglichen Rituale von einem Tier gestört. Das zerreist ihn innerlich. Er wird aus seinem Alltagstrott heraus gerissen und muss sich nun unabwendbaren Gefahren stellen. Das ist zu viel für ihn. Er denkt über Selbstmord nach. Er weiß, dass er diesen Veränderungen nicht standhalten kann und merkt, dass solche Gefahren wohl noch öfters auf ihn zukommen werden. Wie soll er das alles schaffen? Gut erzählt und mit dem kleinen Wink, immer auf der Hut zu sein.
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Reim und Zeit Robert Gernhardt Broschiert, 26. März 2009 Verkaufsrang: 27630 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Mehr als 200 erstklassige humorvolle und ironisch-versonnene Gedichte zu dem höchst erfreulichen Kaufpreis von vier Euro." - Ostsee-Zeitung
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Reim und Zeit und Glück 5 von 5 Punkten Eine wirklich beglückende CD! Wieder einmal der Beweis, dass Robert Gernhardt einer unserer ganz großen Dichter war. Der hintergründige Witz, die feine Ironie, die hat er beherrscht wie kaum ein zweiter. Dabei von einer außergewöhnlichen Klugheit, ja Weisheit, grandios. Auf einer Autofahrt in den Süden habe ich mir die CD gleich zweimal hintereinander angehört und freue mich jetzt schon wieder auf die Rückreise ...
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About a boy. (Dt. Ausgabe) Nick Hornby Taschenbuch, November 2002 Verkaufsrang: 23185 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Warum Nick Hornby seinen neuen Roman About a Boy genannt hat, ist eigentlich am Ende der Lektüre nicht ganz klar, denn eigentlich beschreibt er zwei Jungs. Der eine, Will, ist zwar schon 35 Jahre alt und Marcus erst 12. Doch Will ist in seiner Art, sich vor Verantwortung zu drücken und andere für seine Zwecke zu benutzen kaum älter als Marcus. Wie die beiden sich fanden und warum sie sich wunderbar ergänzen, erzählt Nick Hornby in einer rasanten Geschichte. Will hat es nicht nötig zu arbeiten, er kann ganz gut von den geerbten Tantiemen seines Vaters leben und mit festen Freundschaften zu Frauen oder gar die Gründung einer Familie hat er herzlich wenig am Hut. Am meisten haßt er es, wenn wieder einmal eine Beziehung tränenreich zu Ende geht. Bis er auf einen genialen Einfall kommt. Er müßte sich einfach um die schmählich vernachlässigten, alleinerziehenden Frauen kümmern. Es muß Tausende von ihnen überall in London geben, - "alleinerziehende Mütter, intelligente, attraktive, willige Frauen", die "tollen Sex, reichlich Streicheleinheiten fürs Ego, Vaterschaft auf Zeit ohne Tränen und eine Trennung ohne Schuldgefühle - was konnte ein Mann sich Besseres wünschen?" So beginnt Nicks Karriere als Seriensoftie. In seiner Rolle als Will, der Erlöser, trifft er Marcus und seine Mutter. Sie gefällt ihm auf Anhieb ganz gut, doch Marcus ist ganz und gar nicht der Zwölfjährige, wie ihn sich Will vorgestellt hat. Sein Musikgeschmack ist bei Joni Mitchell stehen geblieben, von Curt Cobain hat er keine Ahnung, er trägt die völlig verkehrten Schuhe, von Turnschuhen hat er noch nicht gehört, und vor allem nicht davon, daß es darum geht, die Richtigen zu tragen. Sein Haarschnitt ist eher schlicht und von seinen Hosen ganz zu Schweigen. Für Marcus ist das Leben in seiner Klasse, wie man sich vorstellen kann, nicht ganz leicht. Und nachdem er sich auch noch in das schönste Mädchen der Schule verliebt hat, muß ihm Will schleunigst auf die Sprünge helfen. Sonst wird da nichts Vernünftiges draus. Die Mutter von Marcus ist zwar attraktiv, doch in einer depressiven Stimmung unternimmt sie einen Selbstmordversuch. Ehe er sich versieht hat Will plötzlich, nachdem er wirklich nur an gutem Sex und etwas Unterhaltung interessiert war, eine ganz Menge Probleme am Hals, die sich nicht einfach ignorieren lassen, wenn er sich nur lange genug nicht rührt. About A Boy handelt vom Erwachsenwerden zweier ganz unterschiedlicher Männer. Ihre Schwierigkeiten dabei schildert der Engländer Nick Hornby, der schon mit High Fidelity und Fever Pich - Ballfieber große Erfolge gelandet hat, in einem unangestrengten, schnodderigen Ton. Er geht sein Thema locker an, doch immer wieder werden seine beiden Helden vom Ernst des Alltags eingeholt. Mitten in der schönsten Slapstick-Einlage bleibt dabei dem Leser das Lachen im Halse stecken. Gut geschriebene Unterhaltung. -Manuela Haselberger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 124 Bewertungen)
verdammt gutes Buch 5 von 5 Punkten ein sehr gutes Buch; es ist sehr spannend und auch leicht zu verstehen. Es hilft Ihr Englisch zu verbessern.
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Don Juan: (erzählt von ihm selbst) (suhrkamp taschenbuch) Peter Handke Taschenbuch, 19. Dezember 2005 Verkaufsrang: 32285 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Peter Handke erzählt nicht weniger als "die endgültige und die einzig wahre Geschichte Don Juans". Genauer gesagt: Er läßt Don Juan selbst erzählen, sieben Tage lang in einem Maigarten nahe Port-Royal-des-Champs, und nur ab und an findet sich ein Kommentar desjenigen, dem die Abenteuer der vergangenen sieben Tage vorgetragen werden. Dieser Zuhörer bezeugt, daß all die Don Juans im Fernsehen, in der Oper, im Theater oder auch im "primären Leben" die falschen sind. "Don Juan ist ein anderer. Ich sah ihn als einen, der treu war - die Treue in Person." Das heißt nun nicht, daß die Geschichten mit Frauen, Geschichten von geglückten Begegnungen und geglückten Abschieden, ausgeblendet bleiben, im Gegenteil: An jeder Station der Reise, die Don Juan zunächst zu einer Hochzeit in den Kaukasus führt, dann nach Damaskus, am dritten Tag in die nordafrikanische Enklave von Ceuta, weiter auf einen Bootssteg in einem Fjord bei Bergen, zu einer Düne in Holland ... überall trifft er Frauen, mit denen er, energisch trauernd, in eine Zeit des großen Innehaltens eintauchen kann, in eine Zeit, in der Augenblick und Ewigkeit in eins fallen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Handke is back 5 von 5 Punkten Die Leser von Peter Handke gliedern sich in zwei Gruppen: Jene, die ihn früher einmal geschätzt haben, als er der Herr der Wörter war in der Suhrkamp-Literatur, und die seine serbischen Eskapaden nicht vergrault haben, und jene, die ihn heute erst kennenlernen. Erstere Gruppe ist immer noch deutlich größer als letztere. Eigentlich schade. Mittlerweile findet ja eine Handke-Renaissance statt, seitdem sein in Berlin aufgeführter "Untertag-Blues" in allen Feuilletons lobend erwähnt wurde. Auch das Buch "Don Juan" zeigt wieder den alten und zugleich einen weiter gereiften Sprachmeister. Handkes Stärken sind das genaue Beobachten - in diesem Werk berauscht zum Beispiel die Beschreibung der Flugmuster von Baumpollen - und seine ungewöhnliche Erzählperspektive. Der Mythos des Don Juan ist häufig literarisch behandelt worden, hier wird der Verführer und Schwerenöter ein ratloses Überbleibsel des "alten Europa" in einer globalisierten Welt. Das Buch ist äußerst lesenswert. Es macht auch wieder Spaß, Handke zu lesen. Wer die Versuche über die Müdigkeit, die Jukebox und den Geglückten Tag einmal gemocht hat, wird in diesem Buch wieder zu einem Autor zurückfinden, der zu den größten Gegenwartsautoren zählt.
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Die Möglichkeit einer Insel (rororo) Michel Houellebecq Taschenbuch, 1. Februar 2007 Verkaufsrang: 9011 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Lanzarote ist die ideale Kulisse für Die Möglichkeit einer Insel des französischen Skandal-Autors Michel Houellebecq. Nicht nur, dass sie wegen ihres schwarzen Vulkangesteins so unwirklich erscheint wie der rein fiktive Seinszustand des Titel gebenden Eilands - der reinen "Möglichkeit" der Insel - es verlangt. Sie wirkt auch so, als habe sie eine unendlich alte Vergangenheit. Und doch scheint sie direkt aus einem Science-Fiction-Film entsprungen. Die ideale Kulisse. Denn Houellebecq erzählt von ewigen Dingen wie dem Glück der Liebe und dem Schmerz des Alterns. Aber er projiziert das Ganze in eine ferne Zukunftszeit. Die Möglichkeit einer Insel spielt in einer Welt, wie sie der Autor, Interviews gemäß, in zweitausend Jahren tatsächlich erwartet. Menschen sind beinahe ausgestorben und vagabundieren in versprengten Häuflein durch die zerstörten Großstädte. Längst sind sie ersetzt von durchnummerierten Klonen, die allenfalls noch durch die schriftlich fixierten Biografien des humanen Ausgangsmaterials mit ihren Gen-Gebern verbunden sind. So sieht sich auch Daniel, der Hauptheld des Buchs, mit den Kommentaren seiner unzähligen Doppelgänger konfrontiert: Immer wieder werden seine Ausführungen von den Echos der "Neo-Menschen" Daniel24 oder Daniel25 unterbrochen. Daniel ist auf der Suche nach dem Glück - der eigentlichen "Möglichkeit einer Insel" inmitten der genetischen Indifferenz der schönen neuen Welt. Er findet sie in Isabelle, die ein Magazin namens "Lolita" herausgibt - und in diesem Titel liegt bereits die ganze Tragik festgeschrieben. Denn Isabelle kann nicht für immer Kindfrau bleiben, und Daniel muss weiter, zu Esther, 22 Jahre alt. Aber auch der mehrfach gespiegelte Held des Romans wird älter und fällt, "hoch in den Vierzigern", inmitten einer Welt aus lauter Körperkult durchs Raster. Die "Möglichkeit der Insel" ist bloße Illusion. Auch wenn im Buch alle Motive früherer Bücher Houellebecqs wiederkehren, so hat er sie in diesem doch am besten, großartigsten miteinander verknüpft. Die vormals überwiegende Lust am Untergang ist einer nüchternen Resignation gewichen - auch der Autor, der seinem Daniel stark autobiographische Züge verliehen hat, ist älter geworden. Und er hat gelernt, noch etwas besser zu erzählen. -Isa Gerck
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 47 Bewertungen)
brilliant, spannend, philosophisch 5 von 5 Punkten hinter der fassade eines "vulgären skandalromans" oder eines "witzig ironischen science-fiction romans" verbirgt sich nach fortgeschrittener lektüre ein sehr tiefschürfend philosophisches werk über das menschliche dasein schlechthin: über fragen und ängste zum altern, sterben, lieben, etc. zugegeben das buch ist keine leichte kost und stößt anfangs vielleicht schnell ab, aber wer sich durchkämpft, der wird belohnt. meiner meinung nach ist es eines der beeindruckendsten bücher die ich jemals gelesen habe. es hat mich noch viele tage beschäftigt. ich habe sehr viele andere rezensionen darüber gelesen und kann die negativen kritiken auch verstehen (vor allem von houllenbecq einsteigern) zum glück habe ich schon vorher ein anderes buch von h. gelesen (plattform 4 ****) sonst hätte ich vielleicht auch nach 50 seiten enttäuscht aufgegeben. ich wollte dem buch aber eine chance geben, nach 200 seiten war ich bereits mitten drin, und mit jeder weiteren seite noch mehr begeistert und fasziniert. einzelne szenen sprühen vor brillianten schilderungen, provokative fragen werden in den raum gestellt... die suche nach dem glück, dem ewigen leben, die ängste vor dem alter und körperlichem verfall werden für den menschen immer zutiefst aktuelle fragestellungen sein verbunden mit dem streben nach jugend, schönheit und liebe. houllenbecq schildert dies rücksichtslos, brutal, zynisch, aus sehr männlicher sicht. das buch erfordert viel aufmerksamkeit und schürft sehr tief aber es ist stellenweise auch eine sehr witzige, spannende lektüre!! - absolut empfehlenswert!!! -
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Gesammelte Gedichte: 1954 - 2006 Robert Gernhardt Gebundene Ausgabe, 6. Mai 2008 Verkaufsrang: 46785 Gewöhnlich versandfertig in 9 bis 10 Tagen. "Dichter können die Welt nicht verändern? Zuweilen doch. Der Dichter Robert Gernhardt jedenfalls hat die Welt verändert, indem er seine Leser verändert hat, und seine Leser zählen nach Millionen." (Die Zeit)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
Gernhardt, Robert 5 von 5 Punkten Nicht nur ein gutes Buch, sondern ein ausgesprochen schönes Buch (gut verarbeitet, handlich und auch äußerlich sehr gefällig).
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Hundert Jahre Einsamkeit Gabriel Garcia Marquez Gebundene Ausgabe, 9. Juni 2007 Verkaufsrang: 5050 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Gabriel García Márquez' bedeutendster Roman und einer der schönsten der Weltliteratur: Bildhaft und anekdotenreich erzählt García Márquez die hundertjährige Familiengeschichte der Buendias - eine Geschichte von Siegen und Niederlagen, hochmütigem Stolz und blinder Zerstörungswut, unbändiger Vitalität und ihrem endgültigem Untergang. Die ganze Tragödie Lateinamerikas spiegelt sich in der phantastischen Welt von Macondo."Ohne die reichen Bücher von Gabriel García Márquez wäre unsere Welt entschieden ärmer." Frankfurter Allgemeine Zeitung
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 52 Bewertungen)
Márquez, Hundert Jahre Einsamkeit 5 von 5 Punkten Eines der großartigsten Bücher, die jemals geschrieben worden sind. Wer zu lesen angefangen hat, kann nicht mehr aufhören. Am besten, man liest es im Sommer, da erlebt man stärker die Glut und die Intensität der Bilder.
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Die schwarzen Vögel Maarten 't Hart Taschenbuch, April 2010 Verkaufsrang: 17282 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ihren letzten Abend verbringen Thomas, Pharmakologe, und seine Freundin Jenny im Café mit einer angeregten Unterhaltung: "Du mit deiner Bildung mußt es doch wissen: Was ist das Leben?" "Der vorübergehende Aufenthalt eines Sonnenstrahls auf seinem Weg in das Weltall." Nach etlichen Gläsern Rotwein trennen sie sich, obwohl Thomas Jenny gerne zu sich nach Hause eingeladen hätte, denn erst am nächsten Morgen wird seine Frau wieder zurückkommen. Einige Tage später steht die Kriminalpolizei bei Thomas vor der Tür. Jenny ist seit jenem Abend spurlos verschwunden. Aus dieser einfachen, scheinbar überschaubaren Ausgangssituation entwickelt der Niederländer Maarten ´t Hart einen spannenden, psychologisch ausgefeilten Krimi, der den Leser atemlos in seinen Bann schlägt. Der Reiz der Geschichte Die schwarzen Vögel liegt hauptsächlich darin, wie virtuos Maarten ´t Hart die unterschiedlichen Perspektiven handhabt, mit denen er das Geschehen ausleuchtet: Thomas erzählt der Polizei seine Sicht der Dinge, führt mit seiner Frau Leonie einen kurzen Briefwechsel aus dem Gefängnis, bis Leonie selbst eingreift. Sie besucht die Cafés, in denen sich Thomas und Jenny getroffen hatten, spricht mit Jennys Freundinnen und hält ihre Beobachtungen in einem Tagebuch fest. Und für Sätze wie den folgenden werden Die schwarzen Vögel zu einem Lieblingsbuch, das viel mehr ist als nur ein guter Krimi: "Es ist nicht die Bestimmung des Menschen, glücklich zu sein. Durch Glück wirst du nicht ein bißchen weiser. Du lernst nur durch Schmerz, Kummer und Leid; du kommst nur durch Unglück weiter. Aber wohin weiter?" -Manuela Haselberger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)
Vögel, Ratten und Seekühe 5 von 5 Punkten Während seine Frau Leonie verreist ist, versucht Thomas Kuyper, mit der jungen Jenny anzubandeln. Kurz nach ihrem letzten Treffen verschwindet Jenny spurlos. Thomas gerät unter Verdacht, und Leonie geht auf die Suche nach entlastenden Beweisen. Um es hemmungslos pauschalisierend zu sagen: Abseits von englischer Landhausidylle, skandinavischer Depression und amerikanischen Duellen gibt es glücklicherweise Krimis von Maarten 't Hart. Kein Serienmörder, kein alter Fall, der durch einen neuen Mord vertuscht werden soll, keine gestressten Ermittler. "Nur" ein Ehepaar. Mit all der Liebe, der Gewohnheit und den Enttäuschungen, die in langen Ehejahren wachsen. Er ist Pharmakologe, der mit Ratten arbeitet, sie liebt es, allein zu sein, obwohl sie unter ihrer Kinderlosigkeit leidet. Beiden gemeinsam ist die Liebe zur klassischen Musik, wobei es bezeichnend ist, dass Thomas Verdi und Leonie Schumann bevorzugt. Bilder setzt der Autor gekonnt ein, z.B. die schwarzen Vögel, ohne sie symbolisch zu überfrachten, und die langen Fingernägel sind auch ein Indiz für den Kriminalfall. (Das Motiv der langen Fingernägel und die Protagonistin Leonie Kuyper greift 't Hart 20 Jahre nach dem Erscheinen dieses Buches nochmal in "Die Sonnenuhr" auf.) Die Psychologie des Buches ergibt sich aus den Figuren und den Beziehungskonstellationen und wird nicht von außen beigefügt - ein weiterer Pluspunkt. Ohne einen Täter aus dem Hut zu zaubern, serviert 't Hart eine ebenso verblüffende wie logische Auflösung, und der Weg dorthin ist vor allem im letzten Drittel des Buches fesselnd und verführt zu fieberhaftem Lesen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich mag Mankell und Kollegen, englische Krimis und gute amerikanische Thriller, aber literarische Krimis sind und haben etwas Besonderes, und in der Liste derer, die dies beweisen, steht "Die schwarzen Vögel" auf den vordersten Rängen.
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Witwe für ein Jahr John Irving Taschenbuch, Oktober 2000 Verkaufsrang: 25669 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden John Irving-Fans dürfte es wohl kaum verwundern, daß Witwe für ein Jahr eine weitläufige Mischung aus Farce und Tragödie ist, in der es nur so wimmelt von Schriftstellern. Gleich zu Beginn ertappt die 4jährige Ruth Cole ihre melancholische Mutter Marion in flagranti mit dem 16jährigen Eddie, nachdem dieser Ted - Ruths liebestollen Vater, dessen Ehe mit Marion nur noch auf dem Papier existiert - nach einer von Teds Sauftouren wieder einmal nach Hause gefahren hat. Eddie schreibt den Rest seines Lebens Romane wie "Sechzig Mal", seinen Schlüsselroman über die 60 Mal, die er Marion verführt hat. Ted ist ein gescheiterter Romanschriftsteller, dem die auf Ruths Gute-Nacht-Geschichten basierenden Kindermärchen, wie z.B. "Die Maus, die zwischen den Wänden krabbelt", zu Reichtum und Ruhm verholfen haben. Marion verläßt Ruth, Ted und Eddie und entpuppt sich schließlich als erfolgreiche, unter einem Pseudonym schreibende Schriftstellerin. Von all den vorkommenden Schriftstellern ist Ruth am Ende jedoch die erfolgreichste, dank Ted, der sie frühzeitig in die Kunst des Schreibens eingeweiht hat. Er erzählt ihr nicht nur Märchen, sondern hilft ihr auch dabei, ihre eigenen Geschichten zu erfinden, die die vielen Photos in ihrem Haus erklären, auf denen ihre Brüder zu sehen sind, die in einem Autounfall ein Jahr vor ihrer Geburt ums Leben gekommen sind. Der Schmerz über den Verlust ihrer Söhne ist der Grund für Marions Unfähigkeit, Ruth zu lieben. Äußerst gelungen ist die Figur der Ruth, Irvings erste weibliche Hauptfigur. In beiden Rollen - der des phantasievollen Kindes, das in dem Versuch, mit seiner Familie ins reine zu kommen, stark an die Werke Salingers erinnert, und der der Erwachsenen, die die Beweggründe ihrer Mutter zu verstehen oder diese zumindest zu ergründen sucht - ist sie eine wahre Glanzleistung. Ted ist eine beißend-lustige Karikatur, dessen finstere Art und selbstgerechtes Verhalten in den unmöglichsten Situationen mysteriös und verständlich zugleich wirken. Eddie ist ein liebenswerter Schelm, doch ohne Weichzeichner gezeichnet. Was für gewaltige Szenen Irving immer wieder zu schaffen vermag! Die Geschichte vom Tod der Jungs ist nicht nur grauenerregend, sie stellt auch auf wirkungsvolle Weise den Charakter Teds dar, der sie erzählt. Der Mordversuch einer abgewiesenen Liebhaberin an Ted ist ebenso rasend komisch wie die VW-die-Marmortreppe-runter-Szene in Owen Meany (die von den Disney-Studios verfilmt wurde), allerdings nicht ganz auf einer Stufe mit der berühmten Episode von "Pension Grillparzer" in Garp und wie er die Welt sah (neu erschienen in einer Jubiläumsausgabe anläßlich des zwanzigjährigen Bestehens des Modern Library Verlags). Mit seiner Dreistigkeit kommt Irving mit praktisch jeder Szene, die ihm in den Sinn kommt, beim Leser durch: Ruth wird in Amsterdam zufällig Zeugin des Mordes an einer Prostituierten, ein holländischer Detektiv stellt ihr nach (natürlich gerade zu dem Zeitpunkt, als Ruth Marion auf den Fersen ist), und schließlich münden die verschiedenen Handlungsstränge alle in einer Schlußszene, die beinahe mit der Anfangsszene des Buches identisch ist. Erzählt wird die Geschichte im maßlos zufälligen und dennoch absolut realistischen Stil eines Charles Dickens, begleitet von einer reflektierten Scherzhaftigkeit, die an Irvings Mentor, Kurt Vonnegut, erinnert. -Tim Appelo
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 94 Bewertungen)
Eintauchen und berauschen lassen ! 5 von 5 Punkten Wer meine anderen Rezensionen liest, der wird feststellen, dass ich ein nahezu militanter Irving-Fan geworden bin und auch dieses Buch hat mich in diesem Verhalten nur noch gefestigt. Weder hatte ich das Gefühl, dass der Autor die Leser nicht mehr berührt - bei mir war eher das Gegenteil der Fall - noch hatte ich das Gefühl, dass das Werk irgendwelche Längen inne hat. Vielleicht habe ich einen Faible für durchgeknallte Autoren, das mag sein. Mich hat das Buch jedenfalls wie immer überzeugt, die Charaktere sind wie immer sehr lebensnah unwirklich beschrieben und der Plot (ebenfalls) wie immer ein wenig durchgeknallt aber zu keinem Zeitpunkt ermüdend.
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Lektürehilfen Der Vorleser Bernhard Schlink Broschiert, April 2010 Verkaufsrang: 18502 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Lektürehilfen Der Vorleser
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Sehr hilfreich im Unterricht 5 von 5 Punkten Die Lektürenhilfe zu "Der Vorleser" ist eine wirklich gute Hilfe im Unterricht gewesen. Ich spreche aus Erfahrung. Im Deutschunterricht haben wir die Thematik durchgearbeitet und die Lektürenhilfe hat den Unterricht hervorrangend ergänzt. Echte Empfehlung!
Super 4 von 5 Punkten Diese Lektürenhilfe bietet dem Schüler die Möglichkeit, den Inhalt des Romans "Der Vorleser" besser zu verstehen. Neben Charakterisierungen der Personen wird auch der Inhalt kurz zusammengefasst, was die Arbeit im Unterricht wesentlich erleichtert. Insgesamt bin ich von der Lektüre des "Vorlesers" begeistert. |
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