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| Zeitgenössische Literatur | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Der Report der Magd Margaret Atwood Broschiert, Dezember 2006 Verkaufsrang: 117140 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Ein fesselndes Buch ! 5 von 5 Punkten Trotzdem es schon ein paar Jahre her ist, seit ich dieses Buch gelesen habe, kann ich mich an einige Passagen dieses Buches noch genau erinnern und es gehört seither zu meinen absoluten Lieblingsbüchern!
In dem Buch wird eine Utopie von einem totalitären Staat beschrieben, in dem die Hauptperson die Rolle der "Magd" einnimmt und alles sehr anschaulich aus ihrer Perspektive beschreibt.
"Die Magd" ist dazu bestimmt Kinder zu bekommen, da sie zu den wenigen Frauen gehört, die das noch können. Sie gehört in der Klassengesellschaft aber nur zur Unterschicht und soll dem Kommandanten und seiner Frau Kinder bescheren.
(Die Gesetze des Staates beziehen sich auf die Bibel, die falsch ausgelegt wird.)
Einige Passagen umfassen Rückblenden, in denen "die Magd" der früheren Zeit nachtrauert, als es das System noch nicht gab.
"Die Magd" scheint die Einizige zu sein, die sich nicht ohne weiteres den Gegebenheiten fügt.
Ein bisschen hat mich dieses Regime an die Nazizeit erinnert. Alle spielen die ihnen zugewiesenen Rollen, ohne auch nur darüber nachzudenken.
Zwei Szenen in diesem Buch fand ich besonders packend:
Die Geburt
Sex mit dem Kommandanten
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Die Stadt der Sehenden José Saramago Broschiert, 1. Oktober 2007 Verkaufsrang: 18310 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Es ist der Alptraum eines jeden Politikers, einer jeden Partei: da ist Wahl und keiner geht hin, schlimmer noch, die Wenigen, die kommen, geben unausgefüllte Stimmzettel ab. Und bei der Wahlwiederholung sind zwei Drittel aller Stimmzettel leer und weiß. Ein politisches Desaster, das sich wie eine ihre Zündschnur suchende Bombe durchs Land zieht. Der portugiesische Literatur-Nobelpreisträger José Saramago bot schon in früheren Büchern einen auffälligen Gegensatz: so wie er lebt, schreibt er, ruhig, fast still, gedämpft, vermeintlich gleichmütig. Aber das, was er schreibt bewegt und erschüttert wie ein alles mit sich reißendes Beben, da wird eine politische Science-Fiktion-Geschichte auf fast 400 Seiten zu einer immer stärker, öfter und eindringlicher an reale Gegebenheiten erinnernden Parabel, bitter-böse, pessimistisch und nicht gerade Hoffnung machend. Die Regierung, unfähiger denn je, steht mit dem Rücken zur Wand, Spitzel werden ausgeschickt. Das Wort wird aufgenommen und ebenso das Gefühl. Niemand ist mehr sicher. Mit Verhaftungen, Gewalt, und Folter will man die Ursachen für die alle Parteien gleichermaßen betreffende Wahlschlappe herausfinden. Terror ähnliche Machenschaften durchlöchern langsam aber stetig die saubere, als so demokratisch gerühmte Oberfläche. Attentate, auffahrende Panzer, Demonstrationen verunsichern und destabilisieren das bis dahin so sicher geglaubte Leben. Es gibt Tote. Ein Kommissar soll die Schuldigen für das Versagen des Systems finden. Und da gibt es denn auch schon jemanden, der in Frage kommt, bekannt aus Saramagos beeindruckendem Roman Die Stadt der Blinden. Ein Buch, das kein Muss ist, um den neuen Roman über die Zerbrechlichkeit demokratischen Zusammenlebens, über Hochmut und Macht zu verstehen und außerordentlich wertzuschätzen, aber ein ebenso geniales Buch, dessen Lektüre man auf jeden Fall nachholen sollte! Zugegeben, ein Saramogo liest sich nicht ganz leicht, endlos scheinende Sätze, oft eher konstruiert denn gedacht, mag man denken. Aber: man liest sich sozusagen in den Fluss ein. Und das geht so schnell, als würde man mitgerissen von einem langsam fließenden Lavastrom, aus dem es einfach kein Entrinnen mehr gibt. Saramago verstrickt den Leser in immer tiefere Nachdenklichkeit, Zweifel kommen auf, Fragen, Erkenntnisse. Mit Lösungen wird die Lektüre nicht versüßt, vielmehr bleiben kritische Betrachtung und Wachsamkeit. Aber: was kann es für mündige Staatsbürger besseres geben? --Barbara Wegmann
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Politikum 5 von 5 Punkten Im Gegensatz zu den meisten Kritikern hier, habe ich die "Stadt der Sehenden" VOR dem hier oft zitierten "Stadt der Blinden" gelesen und hatte vielleicht nicht diese unermesslich hohe Erwartungshaltung. Gut so, sagt man.
Denn...
Saramago's Roman ist eine wirklich zu Lachen komische und zum Weinen traurige Parabel, durchaus nachvollziehbar erscheint das Verhalten der Städter, denen es ganz einfach reicht, dass man auf ihrem Rücken große Politik spielt.
Mündige Bürger beginnen sich still zu wehren, gewaltloser Widerstand der dann auf die Hilflosigkeit der scheinbar so Mächtigen trifft. Eine wunderbare Idee und wunderbar ausgeführt.
Man sollte diesen Roman nicht als Nachfolger der "Blinden" sehen, obschon der Marketingtrick - anders mag man es nicht bezeichnen - ein durchsichtiger ist.
Dem Werk selbst wird dadurch unrecht getan, denn irgendwie ist Saramago's Satire fast Pflichtlektüre für den mündigen Bürger, der sich schließlich täglich auf der Nase herumtanzen lässt.
LG
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Tadellöser und Wolff Walter Kempowski Taschenbuch, August 1996 Verkaufsrang: 13199 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Tadellöser & Wolff" nannte Walter Kempowskis Vater, Reeder in Rostock und guter Kunde der Tabakwarenhandlung Loeser & Wolff, so ziemlich alles, was nicht gerade "Miesnitzdörfer & Jansen" war. Und als "Miesnitzdörfer" ließ sich in der Zeit von 1938 bis 1945, im sogenannten Tausendjährigen Reich, von der dieser Roman erzählt, wahrhaftig vieles bezeichnen. Immerhin, trotz Verdunklungspflicht, SA-Eintritt und Schießdienst ging es des Kempowskis "ganz gold", wenigstens eine Zeitlang ...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Tadellos ist der Tadellöser & Wolf 5 von 5 Punkten Kempowski sagte einmal in einem Interview, man könne Tadellöser&Wolf mehrmals lesen und man liest immer ein anderes Buch. Dem kann ich mich nur voll anschließen.
Dieses Werk ist einfach unglaublich vielschichtig, läßt es doch, trotz detailliertester Beschreibungen des Geschehens, Platz die eigenen Lebenserfahrungen miteinzubringen.
Familiengeschichte, Geschichtsbuch, Satire, Jugendbuch, ja selbst Heimat- und Abenteueroman das alles ist Tadellöser&Wolf.
So zum Beispiel Walters Weigerung sich die Haare zu schneiden ("bald habe ich die dritte Welle") - ist das nun wirklich politischer Widerstand gegen die Hitlerjugend oder nicht auch einfach nur pubertärer Trotz? Dem Leser bleibt es überlassen den Schwerpunkt zu setzen.
Oder die widersprüchliche Figur des Dänen Sörensen, den man mit seinem spießigen Habitus, seiner Eitelkeit und seiner Verachtung für Deutschland und alles was Deutsch ist nicht wirklich sympathisch finden kann, ihn aber anderseits für seine Courage und seine unbeugsame Haltung auch irgendwie bewundert.
Ich könnte noch so vieles zu diesem Buch und seinen vielen Ebenen schreiben, aber das würde den Rahmen meiner Rezension doch mächtig sprengen.
Von daher möchte ich dieses Buch einfach nur empfehlen und kann jedem Leser versprechen, er wird es bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen wollen. Denn und -das ist ist vielleicht sogar das wichtigste- es ist bei aller literarischen Stilistik einfach unglaublich unterhaltsam.
Und diesen allerhöchsten Anspruch an ein gutes Buch hat Kempowski in Tadellöser&Wolf in jeder Hinsicht erfüllt.
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Der stumme Schrei Kenzaburo Oe Taschenbuch, November 1994 Verkaufsrang: 8705 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Autor beschreibt die politische, industrielle und kulturelle Entwicklung Japans seit seiner Öffnung zum Westen im vergangenen Jahrhundert. Obwohl die Handlung zwischen den zwei rivalisierenden Brüdern Nedokoro in Japan spielt, ist der Leser auf detaillierte Kenntnisse über dies Land nicht angewiesen. Bei dem Roman handelt es sich um ein Stück neuester Weltliteratur. Henry Miller äußerte über ihn: »Oe scheint mir, was seine Spannweite zwischen Hoffnung und Verzweiflung betrifft, Dostojewski ähnlich zu sein.« In seiner Kritik schrieb er über den Roman Der stumme Schrei: »Das gewaltigste Werk von Japans erstem wahrhaft modernen Schriftsteller.«
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Schwergewichtig 5 von 5 Punkten Schonungslos legt Ôe auch diesmal den Finger in gesellschaftliche Wunden und schreckt vor detaillierten Schilderungen skurriler metaphorischer (Sinn-)Bilder nicht zurück. Ohne dabei in eine trivial-frivole Derbheit abzudriften, liefert er erschreckende - aber nicht minder faszinierende - Einblicke in die bizarre Psyche des Menschen.
Teilweise abstoßend ekelerregend - und doch wieder von einer beinahe amüsanten Absurdität. Im Zentrum des Geschehens steht ein Brüderpaar, wie es ungleicher nicht sein könnte: Der eine zurückhaltend und leidgeprüft, der andere roh und feindselig. Unwillkürlich fühlt man sich an 'Kain und Abel' erinnert.
Es geht um den Wandel der Zeit, um persönliche und landesübergreifende Veränderungen, Verluste - und letztlich 'nur' ums Überleben.
Kenzaburô Ôe flechtet kunstvolle, dicht gewebte, reichhaltige Sätze und besticht durch seinen unvergleichlichen Freigeist.
Ein Schwergewicht der Literaturgeschichte.
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Harun und das Meer der Geschichten Salman Rushdie Taschenbuch, Juli 2005 Verkaufsrang: 25577 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In der traurigsten Stadt aller Städte lebt der Geschichtenerzähler Raschid mit seiner Familie. Raschid hat Feinde, doch das beeinträchtigt ihn nicht in seiner Fähigkeit, ganze Feuerwerke an Phantasie zu versprühen. Seine Geschichten von Prinzessinnen, bösen Onkeln und fetten Tanten und von schnauzbärtigen Bösewichten finden eine begeisterte Zuhörerschaft. Eines Tages allerdings wird Raschid von seiner Frau verlassen, und von Stund an versiegt die Quelle seiner Phantasie, und keine einzige Geschichte will ihm mehr über die Lippen kommen. Da begibt sich Raschids Sohn Harun zum Meer der Geschichten, in der Hoffnung, dem Vater das große Erzähltalent zurückbringen zu können . . .
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Was für eine Geschichte! 5 von 5 Punkten Ich habe dieses Buch vor zwölf Jahren im Englischunterricht gelesen und es hat mich absolut fasziniert. Rushdie und seine unglaublich fantasievollen Geschichten begeliten mich seit da durch mein Leben. Der Autor versteht es wie kein Zweiter Bilder zu zeichnen und den Leser in eine für ihn unbekannte Welt zu entführen.
Die englische Version von "Haroun" gefällt mir allerdings wesentlich besser wie die deutsche Übersetzung, da in letzterer die vielen Wortspiele leider komplett verloren gehen. Dennoch, ein Buch, dass man getrost sogar sienen Kleinkindern vorlesen kann.
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Schnee, der auf Zedern fällt David Guterson Broschiert, April 2006 Verkaufsrang: 46553 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden David Guterson ist ein junger amerikanischer Autor, der gleich mit seinem ersten Roman einen Volltreffer gelandet hat. Schauplatz der Handlung ist eine kleine Insel im Puget Sound, an der Nordwestküste der USA. Ganz nebenbei bemerkt, auch David Guterson lebt dort mit seiner Familie. Den Rahmen des Romans bildet eine Gerichtsverhandlung. Es ist das Jahr 1954 und der Lachsfischer Kabuo, japanischer Abstammung, ist des Mordes angeklagt. Er soll seinen früheren Freund Carl Heine umgebracht haben. Der Journalist Ishmael Chambers ist Beobachter und Berichterstatter des Prozeßverlaufs. Er kennt die beiden Hauptpersonen schon sein ganzes Leben. Mit der heutigen Frau des Angeklagten verbindet ihn eine Jugendliebe, doch der Zweite Weltkrieg hat die ehemaligen Freunde auseinandergerissen. Die Japaner auf der Insel, die sich als Amerikaner fühlten und auf der Seite der Amerikaner in den Krieg ziehen wollten, wurden von diesen zurückgewiesen und in Internierungslager gebracht. Auch neun Jahre nach Kriegsende sind die damals geschlagenen Wunden noch nicht vernarbt. David Guterson beschreibt das schwierige Verhältnis zwischen Amerikanern und Japanern mit sehr leisen Tönen, bedächtig, behutsam und informativ. Der Roman ist kein Reißer und verlangt das Zuhören, das genaue Hinhören. Das Erzähltempo gleicht den Schneeflocken, die langsam auf die Zedern außerhalb des Gerichtssaals herabgleiten. --Manuela Haselberger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 44 Bewertungen)
Atmosphärische Dichte 5 von 5 Punkten Die Kurzbeschreibung von Amazon klingt eher banal. Vielleicht mag das auf den Handlungsstrang der Geschichte zutreffen. Das ist es aber nicht, was diesen Roman ausmacht.
Interessant ist die Beschreibung der Situation der auf der vor der Westküste der USA gelegenen Insel lebenden Personen, insbesondere der sich als Amerikaner fühlenden Japaner, die durch den Zweiten Weltkrieg auf eine Seite der Gesellschaft gestellt wurden, wo sie nicht hingehörten.
Das eigentlich Beeindruckende ist aber, wie der Autor mit seiner leichten, flüssigen Erzählweise eine atmosphärische Dichte schafft, die ich selten in Romanen vorgefunden habe. Hier geht es weniger um die Geschichte, als vielmehr um einen Zustand, eine Atmosphäre voller Ruhe und Ausgeglichenheit, wie er auf der Insel vorherrscht und prägend für das ganze Buch ist. Dieses sich mir vermittelte Gefühl, das diesen Roman für mich zu etwas ganz Besonderem werden ließ, lässt sich eigentlich nicht in Worte fassen, am ehesten noch mit dem Titel selbst, wie eben wenn Schnee lautlos auf Zedern fällt. Manch einer mag das langweilig finden. Wenn man sich aber auf diesen Roman einlässt wird man zunehmend merken, was ich meine, hier wird das Lesen zum Genuss.
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Drei Geschichten und eine Betrachtung Patrick Süskind Taschenbuch, April 2005 Verkaufsrang: 30420 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Vier Personen, die jede Chance hätten, etwas aus ihrem Leben zu machen, enden kläglich, weil sie sich selbst im Wege stehen. Eine hochbegabte Malerin setzt zu einer großen Karriere an, als ein Kritiker ihr fehlende Tiefe vorwirft ... Ein Schachspieler im Jardin du Luxembourg verhindert seinen Sieg durch eigene Unsicherheit ...
»Patrick Süskinds sprachlich-rhythmische Eleganz verleiht seinen Erzählungen eine Leichtigkeit, die - ohne je leichtgewichtig zu werden - dem Schweren das Bedrückende und dem Nebensächlichen das Belanglose nimmt. So witzig, anrührend und doch kunstvoll distanziert wird da erzählt.« Konrad Heidkamp / Die Zeit, Hamburg
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
3 Geschichten- P. Süskind 5 von 5 Punkten Ein Buch mit der traurigsten Liebesgeschichte, welche die Welt je gesehen hat.
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Hundejahre. Roman Günter Grass Taschenbuch, Dezember 1999 Verkaufsrang: 27107 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Drei Erzähler schreiben zur Jahreswende 1960/61 gleichzeitig die drei Bücher des 1963 erschienenen Romans und werden so in Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegszeit Chronisten der »Hundejahre« unseres Jahrhunderts; Eddi Amsel, das Opfer, Harry Liebenau, der Zeuge, und Walter Matern, der Täter. Deutsche Schäferhunde, von einer litauischen Wölfin als Urahnin bis zu Hitlers Lieblingshund, die Mädchen Tulla und Jenny und ein Reigen von Vogelscheuchen begleiten sie auf ihrer Odyssee von Danzig nach Westdeutschland, bis hinab in die Unterwelt. Der Roman endet in einem Bergwerk, in dem der Künstler Amsel alias Brauchsel seine weltweit begehrten Vogelscheuchen industriell herstellt und so die reale Welt als Unterwelt entlarvt: Der Orkus ist oben und die Vogelscheuche ist nach dem Bilde des Menschen geschaffen. »Die Reise von Danzig in die Seuchengrube verwandelt den Leser; nicht daß er Rache üben wollte wie der Komödiant Matern, Gott sei vor, doch er neidet dem Harry die Tulla, dem Eduard die Jenny, dem Schulmeister die Lutscher und dem Grass die Phantasie.« (Peter Härtling) Literaturnobelpreis 1999 für Günter Grass
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Mehr als ein Scheuche an der Chaussee nach Stutthof 5 von 5 Punkten Wer Grass liest, der läßt sich auf vieles ein und nicht nur der eine oder andere Kritiker hat doch schon mal verzweifelnd eines seiner Bücher beiseite gelegt, aber was soll`s?Hier in dem dritten Band seiner Danziger Trilogie geht es nocheinmal rundumedum, wie der Süddeutsche sagen würde. Und so ist es auch. Wie wenn er sich den Frust der Hitlerjahre nocheinmal von der Seele schreiben und reißen würde, so schreibt er. Und die Liebe, die alte Liebe zur doch verloren geglaubten Heimat (und sie ist doch nahe genug schon wieder, wenn man nur willig ist!), alleinig die Liebe zur Erde, zur pommerschen Sprache (in der Eigenart der masurischen eben), zur Vergangenheit, die doch bitte wieder Gegenwart und schöne Zukunft werden soll (gefälligst), die ist es, die Kraft gibt und dem jetzigen Leben einen gewissen Sinn. So ist der Nobelpreis, etwas spät zwar, aber nicht zu spät, verdient. Und der Dank des arbeitenden, erzählenden und singenden Autors wird zuallererst mit der langsamen und bedachten Lektüre (auch solcher, wie dieser schwierigen mitunter) belohnt. Daß zwischendurch bei der Fülle der grass'schen Erzählweise erotische Anklänge zu vernehmen sind, wen sollte es wundern bei einem sinnlichen Menschen wie dem Autor, und wir sollten nicht abwegig etwa davon reden oder konsterniert mitunter. Denn was ist der Mensch, etwa nur bestehend aus dem, was romantische Religion uns oftmals einredete, ein hauptsächlich der Moral verpflichtetes Wesen? Das natürlich auch und so sind wir wohl gespannt auf die politischen Ereignisse der zukünftigen Gegenwart, die uns bestimmt weiteren Stoff liefern wird für erzählende und berichtetende Romane dieser Art. Doch diese Jahre, die hier beschrieben werden, die HUNDEJAHRE, die gab es einmal und sie kommen hoffentlich nicht wieder zum Vorschein irgendeinmal oder gar früher. So ist dieser Roman durchaus auch eine Warnung an uns alle.
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Alles halb so schlimm! Lily Brett Taschenbuch, April 2004 Verkaufsrang: 33887 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Es reicht schon eine Flugzeugentführung in einem weit entfernten Land, um Renia schreckensstarr zu machen. Sofort hängt sie sich ans Telefon und gibt ihrer leicht genervten Tochter Lola Anweisungen, wie sie sich in einem solchen Fall zu verhalten hätte. Jedenfalls nicht zugeben, daß sie Jüdin sei, denn »jeder will immer zuerst die Juden umbringen«. Was ist das letztlich für ein Glück, daß Lola keinen Juden, sondern den blonden, blauäugigen Rodney geheiratet hat! Dabei hatte die Familie Lola einst nach Israel geschickt, damit sie sich ihre diversen nichtjüdischen Verehrer aus dem Kopf schlage. Aber Lola »verabscheute Israel vom ersten Augenblick an«. Schockierenderweise läßt sich Lola später von Rodney scheiden. Wieder eine mittlere Katastrophe. Und natürlich mischen sich die Mitglieder der jüdischen Gemeinde mit guten Ratschlägen in jedes Familiendrama ein. Bis Lola sich aus den Bevormundungen, Vorschriften und Ratschlägen befreit, bedarf es vieler kleiner Rebellionen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Australien im Schatten 4 von 5 Punkten Es ist immer wieder die eigene Geschichte, die Lily Brett in ihren Büchern beschreibt. Dieses Mal die Kindheit und Jugend in Australien. Im Mittelpunkt stehen die Benskys und ihre Freunde - allesamt Überlebende aus Europa, die in den 1950er Jahren in Australien ein neues Leben beginnen wollen. Es ist immer wieder rührend, mit welcher Liebe Lily Brett die Schrullen dieser Freunde beschreibt und frappierend mit welcher Selbstverständlichkeit sie im nächsten Satz von den unmenschlichen Grausamkeiten des Holocaust berichten kann. Wer Lily Brett mag, wird auch diese Buch lieben und für alle anderen kann es ein Einstieg sein. |
Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt Winfried G. Sebald Taschenbuch, Dezember 1997 Verkaufsrang: 14228 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein Reisebericht besonderer Art. Zu Fuß ist Sebald in der englischen Grafschaft Suffolk unterwegs, einem nur dünn besiedelten Landstrich an der englischen Ostküste. Im August, ein Monat, der seit altersher unter dem Einfluß des Saturn stehen soll, wandert Sebald durch die violette Heidelandschaft, besichtigt verfallene Landschlösser, spricht mit alten Gutsbesitzern und stößt auf seinemWeg immer wieder auf die Spuren oft wundersamer Geschichten. So erzählt er von den Glanzzeiten viktorianischer Schlösser, berichtet aus dem Leben Joseph Conrads, erinnert an die unglaubliche Liebe des Vicomte de Chateaubriand oder spürt dem europäischen Seidenhandel bis China nach. Mit klarer und präziser Sprache protokolliert er jedoch auch die stillen Katastrophen, die sich mit dem gewaltsamen Eingriff der Menschen in diesen abgelegenen Landstrich vollzogen. So verwandelt sich der Fußmarsch letztlich in einen Gang durch eine Verfallsgeschichte von Kultur und Natur, die Sebald mit einer faszinierenden Wahrnehmungsfähigkeit nachzeichnet. Und ganz nebenbei entsteht eine liebevolle Hommage an den Typus des englischen Exzentrikers.
Einer geht zu Fuß. Er wandert durch die Grafschaft Suffolk, eine spärlich besiedelte Gegend an der englischen Ostküste, und dort findet er, in den Heidelandschaften und abgelegenen Küstenorten, die ganze Welt wieder. Überall stößt er auf Spuren vergangener Herrlichkeit und Schande. Den geringfügigen Rest am Wegrand bringt er zum Sprechen. Jeder Stein kündet von märchenhaften und unheimlichen Geschichten... "W.G.Sebald schreibt eine...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ein bedrückender Streifzug durch die Zerstörung 5 von 5 Punkten W.G. Sebalds im Hochsommer durch den Nordosten Englands streifender Erzähler hebt am Wegesrand gefundene Geschichten von Menschen, Bauwerken und Landstrichen auf und betrachtet sie mit einer fast krankhaften Detailgenauigkeit und Schonungslosigkeit. Fast alle handeln sie von enttäuschten Hoffnungen, von Zerstörung, von monumentalem Irsinn. In Sebalds bedächtiger Sprache, die sich mit beeindruckender Unbeirrbarkeit jeglicher Laxheit, Verkürzung und Schnoddrigkeit enthält, durchwirkt er geschichtlich Verbürgtes mit Erdachtem oder nachfühlender Spekulation, streut Abbildungen und alte Photographien in den Text, knüpft Assoziationen an Fundstücke, so als spiegelte sich alles in allem. Die Wirkung ist unbeschreiblich. Die auch dem Leser in Bruchstücken bekannten geschichtlichen Fakten werden so magisch verwandelt und erhalten bekommen eine irreal-mythische Tiefe, die Fiktion hingegen bekommt den Anschein von Geschichte. Hinter dieser Methode, den Leser durch das Changieren zwischen den Ebenen zu verunsichern, verbirgt sich natürlich Humor, aber er tritt eben nur auf diese sehr textferne Weise, in der Wechselbeziehung zwischen Autor und Leser auf. Aus dem Text selbst spricht ein tiefes Pathos. Das vehemente Erinnern, das Aufheben und Behalten von Geschichten, ist hier eine wütende Rebellion gegen das menschliche Vergessen und gegen die Zerstörung, ist auch Trauer über die Flüchtigkeit menschlicher Illusionen und Träume, ist der Schmerz über so viel sinnlosen Schmerz. Dieses Buch ist also schwere Kost, und die ganze Stimmung findet sich im Bild des verlassenen Küstenortes, auf dessen Amüsiermeile sich niemand mehr amüsiert, der in der flirrenden, schwülen Hitze steht und schweigt. W.G. Sebald war für mich für mich einer der aufregendesten und eigenwilligsten deutschsprachigen Erzähler überhaupt, sein Vermächtnis wartet noch auf weitere Entdecker. Ich halte dieses Buch aufgrund seiner atmosphärischen Dichte, seiner thematischen Geschlossenheit und der Einfachheit des Plots für besonders gelungen. (Anders als "Austerlitz" oder "Schwindel. Gefühle"). Ich habe es mit einem Klumpen im Bauch und oft angehaltetenem Atem in einem Rutsch durchgelesen.
Sog der Erinnerung 5 von 5 Punkten W. G. Sebald wandert durch Ostengland und berichtet von seinen Begegnungen und Gedanken. Er betreibt intensive Spurensuche: alte Ortschaften, Landsitze, literarische Spuren, lebende und verstorbene Menschen. Sein Blick verengt sich oft auf wichtige Momente und das sprechende Detail. Ebensooft weitet sich sein Blick auf weite Zeiträume und großräumige Zusammenhänge. Durch diesen extremen Zoomeffekt und Sebalds unnachahmliche Sprache, die oft mehr andeutet als direkt ausspricht, entsteht ein Sog, der den Leser tief in seine Welt hineinzieht. Sebalds Liebe gehört der Tapferkeit und Beharrlichkeit, mit der Menschen ihr Leben leben, auch wenn sie nach oberflächlichen Kriterien gescheitert sind. Auf lange Sicht scheitert ohnehin alles, was dem Vergessen anheimfällt. Für Sebald ist es aber entscheidend wichtig, den Spuren des Vergangenen nachzugehen und das Leben von vergessenen und verkannten Menschen für einen Moment in seinen Büchern aufleuchten zu lassen. Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass W. G. Sebald bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Jetzt liegt es an uns, die Erinnerung an ihn wachzuhalten, seine Bücher zu lesen und dabei zu lernen, was es heißt, Mensch zu sein. |
Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt Winfried G. Sebald Taschenbuch, Dezember 1997 Verkaufsrang: 14228 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ein Reisebericht besonderer Art. Zu Fuß ist Sebald in der englischen Grafschaft Suffolk unterwegs, einem nur dünn besiedelten Landstrich an der englischen Ostküste. Im August, ein Monat, der seit altersher unter dem Einfluß des Saturn stehen soll, wandert Sebald durch die violette Heidelandschaft, besichtigt verfallene Landschlösser, spricht mit alten Gutsbesitzern und stößt auf seinemWeg immer wieder auf die Spuren oft wundersamer Geschichten. So erzählt er von den Glanzzeiten viktorianischer Schlösser, berichtet aus dem Leben Joseph Conrads, erinnert an die unglaubliche Liebe des Vicomte de Chateaubriand oder spürt dem europäischen Seidenhandel bis China nach. Mit klarer und präziser Sprache protokolliert er jedoch auch die stillen Katastrophen, die sich mit dem gewaltsamen Eingriff der Menschen in diesen abgelegenen Landstrich vollzogen. So verwandelt sich der Fußmarsch letztlich in einen Gang durch eine Verfallsgeschichte von Kultur und Natur, die Sebald mit einer faszinierenden Wahrnehmungsfähigkeit nachzeichnet. Und ganz nebenbei entsteht eine liebevolle Hommage an den Typus des englischen Exzentrikers.
Einer geht zu Fuß. Er wandert durch die Grafschaft Suffolk, eine spärlich besiedelte Gegend an der englischen Ostküste, und dort findet er, in den Heidelandschaften und abgelegenen Küstenorten, die ganze Welt wieder. Überall stößt er auf Spuren vergangener Herrlichkeit und Schande. Den geringfügigen Rest am Wegrand bringt er zum Sprechen. Jeder Stein kündet von märchenhaften und unheimlichen Geschichten... "W.G.Sebald schreibt eine...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Ein bedrückender Streifzug durch die Zerstörung 5 von 5 Punkten W.G. Sebalds im Hochsommer durch den Nordosten Englands streifender Erzähler hebt am Wegesrand gefundene Geschichten von Menschen, Bauwerken und Landstrichen auf und betrachtet sie mit einer fast krankhaften Detailgenauigkeit und Schonungslosigkeit. Fast alle handeln sie von enttäuschten Hoffnungen, von Zerstörung, von monumentalem Irsinn. In Sebalds bedächtiger Sprache, die sich mit beeindruckender Unbeirrbarkeit jeglicher Laxheit, Verkürzung und Schnoddrigkeit enthält, durchwirkt er geschichtlich Verbürgtes mit Erdachtem oder nachfühlender Spekulation, streut Abbildungen und alte Photographien in den Text, knüpft Assoziationen an Fundstücke, so als spiegelte sich alles in allem. Die Wirkung ist unbeschreiblich. Die auch dem Leser in Bruchstücken bekannten geschichtlichen Fakten werden so magisch verwandelt und erhalten bekommen eine irreal-mythische Tiefe, die Fiktion hingegen bekommt den Anschein von Geschichte. Hinter dieser Methode, den Leser durch das Changieren zwischen den Ebenen zu verunsichern, verbirgt sich natürlich Humor, aber er tritt eben nur auf diese sehr textferne Weise, in der Wechselbeziehung zwischen Autor und Leser auf. Aus dem Text selbst spricht ein tiefes Pathos. Das vehemente Erinnern, das Aufheben und Behalten von Geschichten, ist hier eine wütende Rebellion gegen das menschliche Vergessen und gegen die Zerstörung, ist auch Trauer über die Flüchtigkeit menschlicher Illusionen und Träume, ist der Schmerz über so viel sinnlosen Schmerz. Dieses Buch ist also schwere Kost, und die ganze Stimmung findet sich im Bild des verlassenen Küstenortes, auf dessen Amüsiermeile sich niemand mehr amüsiert, der in der flirrenden, schwülen Hitze steht und schweigt. W.G. Sebald war für mich für mich einer der aufregendesten und eigenwilligsten deutschsprachigen Erzähler überhaupt, sein Vermächtnis wartet noch auf weitere Entdecker. Ich halte dieses Buch aufgrund seiner atmosphärischen Dichte, seiner thematischen Geschlossenheit und der Einfachheit des Plots für besonders gelungen. (Anders als "Austerlitz" oder "Schwindel. Gefühle"). Ich habe es mit einem Klumpen im Bauch und oft angehaltetenem Atem in einem Rutsch durchgelesen.
Sog der Erinnerung 5 von 5 Punkten W. G. Sebald wandert durch Ostengland und berichtet von seinen Begegnungen und Gedanken. Er betreibt intensive Spurensuche: alte Ortschaften, Landsitze, literarische Spuren, lebende und verstorbene Menschen. Sein Blick verengt sich oft auf wichtige Momente und das sprechende Detail. Ebensooft weitet sich sein Blick auf weite Zeiträume und großräumige Zusammenhänge. Durch diesen extremen Zoomeffekt und Sebalds unnachahmliche Sprache, die oft mehr andeutet als direkt ausspricht, entsteht ein Sog, der den Leser tief in seine Welt hineinzieht. Sebalds Liebe gehört der Tapferkeit und Beharrlichkeit, mit der Menschen ihr Leben leben, auch wenn sie nach oberflächlichen Kriterien gescheitert sind. Auf lange Sicht scheitert ohnehin alles, was dem Vergessen anheimfällt. Für Sebald ist es aber entscheidend wichtig, den Spuren des Vergangenen nachzugehen und das Leben von vergessenen und verkannten Menschen für einen Moment in seinen Büchern aufleuchten zu lassen. Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass W. G. Sebald bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Jetzt liegt es an uns, die Erinnerung an ihn wachzuhalten, seine Bücher zu lesen und dabei zu lernen, was es heißt, Mensch zu sein. |
Naked David Sedaris Broschiert, März 2003 Verkaufsrang: 58371 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Dieser Text bezieht sich auf die Buchausgabe des Titels Es gibt Bücher, die sind hervorragend geeignet für kurze U-Bahnfahrten, andere wiederum eher für eine lange Reise. David Sedaris´ Nackt gehört weder in die eine noch in die andere Kategorie, und es wäre gut, wenn gleich auf dem Umschlag ein großer Aufkleber warnen würde: "Lesen Sie dieses Buch nicht in Gegenwart anderer Menschen oder mit vollem Mund." In siebzehn Episoden hat der Amerikaner Sedaris, der auf dem Buchcover harmlos, freundlich und sympathisch lächelt, autobiographische Erlebnisse festgehalten. Aber was für welche! Es beginnt mit den Macken, die David während seiner Schulzeit befallen. Eigentlich sind die genau sechshundertsiebenunddreißig Schritte des Heimwegs harmlos. Bei seiner Tour hat er jedoch alle Briefkästen mit der Zunge anzutippen und auffallende Grashalme zu berühren. Sollte er vergessen haben, den Lichtschalter in der Schule abzulecken, dann muß das Spiel wiederholt werden. Daß die Lehrerin die Eltern Davids um ein Gespräch bittet, ist leicht verständlich. Auch seine Schwestern sind für die Lehrer nicht einfach. "Die Mädchen in meiner Familie spielten nicht Puppenhaus mit Puppenherd; sie spielten Puppenbesserungsanstalt mit Puppenberuhigungszelle." Man könnte noch seitenlang aus diesem absolut schrägen Roman zitieren, der mit einer satten Portion Komik das normale Leben eines nicht ganz alltäglichen jungen Mannes erzählt. Der Garant dafür, daß den deutschen Lesern auch wirklich keine der witzigen Formulierungen unterschlagen wird, ist kein geringerer als Harry Rowohlt. Kenner wissen, daß man sich auf ihn bei dieser Arbeit verlassen kann. Er ist ein Meister des richtigen Tons. --Manuela Haselberger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 58 Bewertungen)
Der ganz normale us-amerikanische Wahnsinn in 17 kleinen Häppchen 5 von 5 Punkten Der in einer amerikanischen Familie griechischer Herkunft aufgewachsene David Sedaris erzählt wahrlich skurrile Episoden aus seiner Kindheit. Im Laufe der Geschichten wird aus dem kleinen David ein großer, aber niemals ein erwachsener David. Aber Sedaris macht das nicht auf die herkömmliche selbstverherrlichende Autobiographie-Manier, sondern nimmt alles Mögliche auf den Arm, am meisten sich selbst. Das beginnt mit der Beschreibung seines Ticks als kleiner Junge, der ihn dazu zwang auf den paar hundert Schritten von der Schule bis nach Hause mit der Zungenspitze auf jeden Fall alle Lichtschalter zu berühren (obligatorisch) oder bestimmte andere Punkte, wie den Gartenzwerg in Nachbars Garten (optional). Nicht weniger verschroben ist der Rest der Sedaris-Familie, da sind Davids Schwestern, die nicht "Puppenhaus und Puppenfamilie" spielen, sondern sich auf Puppenpsychotherapie und Puppenrehabilitation spezialisieren. Von ungefähr kommt das mit der Verrückheit der Kinder nicht, die Eltern stehen Ihnen in nichts nach, da ist der golffanatischeVater, der immer alles besser weiß, u.a.:
"'College ist das Beste, was dir je passieren kann', pflegte mein Vater zu sagen, und er hatte Recht, denn dort entdeckte ich die Drogen, das Trinken und das Rauchen."
Nicht alle 17 Geschichten sind auf demselben Niveau, aber der Großteil ist wirklich bei der Lektüre als Zwerchfelltraining geeignet. Aber auch traurige Familienanlässe, wie die Erkrankung der Mutter an Lungenkrebs, vermittelt Sedaris ganz raffiniert: hier schafft er es gerade in der Kurzgeschichte "Asche" die Unzulänglichkeit der Familienmitglieder mit der Krankheit umzugehen, auf humorvolle Art und Weise zu vermitteln.
Hervorzuheben ist die sprachlich wunderbare Übersetzung des "enfant terrible" Harry Rowohlt.
Wer an "Nackt" Gefallen findet, dem sei auch "Ich ein Tag sprechen hübsch" von David Sedaris empfohlen.
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Ehrensachen Louis Begley Broschiert, Juli 2008 Verkaufsrang: 104909 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Harvard, Anfang der fünfziger Jahre: Wo die Sprößlinge der Ostküstenelite ihre soziale Stellung einüben, zählen vor allem Stil, Prestige und die Einladungslisten der wichtigen Partys. Herkunft ist alles, doch Henry, ein rothaariger und obendrein schlecht angezogener Schlaks aus jüdischer Familie, hat nur Talent vorzuweisen, anders als seine Zimmergenossen Sam und Archie, die aus reichen Elternhäusern stammen. Der Außenseiter will seine Herkunft abschütteln und sich Zutritt zur mondänen Jeunesse dorée verschaffen, doch der Preis des amerikanischen Traums ist hoch - und die Frau, die er liebt, scheint unerreichbar zu bleiben. Neben Lügen in Zeiten des Krieges ist Ehrensachen das persönlichste Buch, das Louis Begley geschrieben hat. Bis in die Gegenwart hinein folgt er dem Schicksal seiner Protagonisten und erzählt eine Geschichte von Selbsterfindung, Liebe und großer Freundschaft.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Spannung bis zur letzten Seite 4 von 5 Punkten Mein erster Kontakt mit Louis Begley, mit Sicherheit nicht mein letzter. Der Roman hat mich von von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Der Erzähler Sam spannt seine Geschichte über mehrere Jahrzehnte - den frühen 50er Jahren bis in die George W. Bush Ära. Im Focus steht die Freundschaft zwischen ihm und Henry, die sich an der Elite-Uni Harvard kennenlernen. Andere Personen werden in Beziehung zu den beiden eingeführt und tauchen immer wieder auf. Zunächst teilen sie zu dritt ein Zimmer. Der dritte ist Archi, der dem Alkohol und schnellen Autos zugetan ist und dem kein gutes Ende vorbestimmt ist. Ein schöner Satz von ihm als sehr junger Student lautet "Ich werde mich selbst erschaffen nach meinem Bild von mir". Für diesen Humor und solche Sätze lohnt es sich zu lesen.
Henry, mit polnischen und jüdischen Wurzeln, immer bemüht sich zu befreien und in der neuen Welt anzukommen, braucht Jahrzehnte, um sich selbst zu finden und mit sich eins zu sein. Das qualvolle Verhältnis zu seinen Eltern, die wie er in Polen über mehrere Jahre vor den Nazis versteckt wurden, wird eindrucksvoll geschildert. Als der Vater einige Zeit nach der Mutter stirbt, sagt Henry zu Sam "wäre ich bei ihm gewesen, hätte er mich bei lebendigen Leib verschlungen, wie ein Python". Grandiose Zusammenfassung der Beziehung.
Sam, der Erzähler der Geschichte, fällt nach einer Gewalterfahrung auf einer Reise mit George, einem nahestehenden Verwandten, in tiefe Depression. Er entwickelt sich schon früh zum Schriftsteller, wird immer erfolgreicher und sucht über Jahrzehnte fünfmal pro Woche nacheinander diverse Psychoanalytiker auf. Seine Analyse und sein Innenleben bleiben für den Leser eigentümlich blass. Der Leser erfährt einiges über seine Beziehung zu seinen Eltern, jedoch nichts über intime Beziehungen und das über 5 Jahrzehnte. Keine Partnerschaft, keine Affären. Auch das nicht vorhandensein wird nicht thematisiert. Ein kleiner witziger Satz im Zusammenhang mit der Depression sei hier wiedergegeben. "Ich konnte mich nicht einmal mehr zur Masturbation aufraffen, obgleich ich in der Schulzeit gelernt hatte, es regelmäßig als Vorspiel zum Schlaf zu nutzen." Damit ist das Thema Sexualität für die nächsten Jahrzehnte abgeschlossen. Ich kann gar nicht recht entscheiden, ob die Aussparungen ein Makel oder eine Stärke des Romans sind. Irgend etwas fehlt mir, deshalb 4 Sternchen. Das ändert nichts daran, dass ich der Geschichte mit großer Lust gefolgt bin.
Ehrensachen" . Ein Meisterwerk !, 5 von 5 Punkten
Die Romanhandlung von Louis Begleys " Ehrensachen" beginnt in den frühen 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Harvard und erstreckt sich über viele Jahrzehnte.
Der Ich-Erzähler Sam schildert den Verlauf seiner langjährigen Freundschaft zu seinem einstigen Kommilitonen und Mitbewohner Henry.
Auch andere enge freundschaftliche Beziehungen zu damaligen Mitstudenten werden thematisiert.
Sam gehört aufgrund seiner Familienzugehörigkeit, wie die meisten seiner Studienfreunde, gesellschaftlich der Oberschicht an, während der hochintelligente Henry einen jüdischen Backround besitzt und aus dem Mittelschichten-Milieu entstammt.
Henry und seine Eltern haben bis nach dem Ende des 2. Weltkrieges noch in Polen gewohnt und dort die Nazi-Zeit in einem Versteck überlebt. Erst dann sind er und seine Familie nach New York gekommen, um hier ein neues Leben zu beginnen.
Begleys junge Harvard-Studenten streben die Umsetzung der Ideale und Lebensgewohnheiten der Ostküsten-Upperclass an. Für Henry bedeutet dies, das er immer wieder die Wertvorstellungen und Wünsche seiner Eltern ignorieren und letztlich seine eigene Persönlichkeit neu definieren muss, dennoch ist es für ihn eine Ehrensache zu bekennen, dass er ein Jude ist. Dieses Bekenntnis erfolgt allerdings nur dann, wenn er danach gefragt wird.
Der Autor zeigt, dass in den 50er Jahren in den USA, trotz der ungeheuerlichen Geschehnisse während der Hitlerzeit, innerhalb der gebildeten amerikanischen Oberschicht, die Kenntnis von all dem hatte, immer noch Vorbehalte gegenüber Juden vorhanden waren.
Begley berichtet von den Gepflogenheiten in Harvard zu jener Zeit, von den vielen Clubs und privaten Veranstaltungen, an denen die zukünftige Elite teilnahm und zeigt die Barrieren auf, die sich für einen aufstrebenden jungen Mann wie Henry ergeben haben.
Die Blasiertheit und Selbstzufriedenheit seitens der Kinder aus der Oberschicht, denen durch elitäre Internate der Weg nach Havard geebnet wurde, wird detailliert geschildert. Intelligenz und Begabung allein, das erkennt Henry schnell, genügen nicht, um gesellschaftlich an die Spitze zu gelangen. Für ihn steht fest, dass er besser sein muss als die anderen und dass er sich - bis zur Selbstverleugnung- anpassen muss.
Das Gefühl nicht wirklich angenommen zu sein, verliert Henry nie.
Der Leser nimmt an der privaten und beruflichen Entwicklung der Protagonisten teil und erhält viele Einblicke in das Upperclass-Leben aber auch in die politischen Verhältnisse jener Zeit.
Die Beziehungen zu jungen Frauen werden ebenfalls zur Sprache gebracht, hauptsächlich jedoch Henrys große Liebe- sein so genanntes Langzeitprojekt- Margot. Sie wird für ihn letztlich immer unerreichbar bleiben, weil er sich ihr gegenüber viel zu stark anpasst und deshalb nicht wirklich akzeptabel für die verwöhnte Upperclass-Tochter sein kann.
Die Romanhandlung führt in der Folge u.a. nach Europa, primär nach Belgien , das zu diesem Zeitpunkt noch vielerorts antisemitisch war, aber auch in das liberalere Frankreich. Dort kommt es immer wieder zu Begegnungen zwischen Sam und Henry. Trotz der unterschiedlichen Lebenswelten bleibt die freundschaftliche Nähe zwischen den beiden Männern erhalten, weil sie sich so akzepzieren, wie sie wirklich sind.
Vielleicht ist Sam der einzige Mensch, von dem sich Henry bedingungslos angenommen fühlt.
Während Sam viele Jahrzehnte lang regelmäßig Pychoanalytiker aufsucht, um seine Kindheitsverletzungen zu verhandeln, trägt Henry seine Eindrücke aus der Nazi-Zeit unverarbeitet mit sich herum, dennoch findet auch er einen Weg von seinem frühen Gestern erlöst zu werden.
Ein packend geschriebener, stilistisch eleganter Roman, mit vielen Handlungssträngen, die an dieser Stelle allerdings nicht alle erörtet werden können.
Ein Meisterwerk. Sehr empfehlenswert.
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Wunschloses Unglück Peter Handke Taschenbuch, März 2008 Verkaufsrang: 10176 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)
Gefühlsecht 5 von 5 Punkten "Wunschloses Unglück" hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen. Ich habe das Werk auf einen Rutsch gelesen, zwischen einzelnen Absätzen immer wieder inne gehalten, habe das Gelesene auf mich wirken lassen und gleich darauf weitergelesen. Erst von Handkes einzigartigen Stil in den Bann geschlagen, ist es unmöglich, sich wieder loszureißen.
In unvergleichlicher Weise beschreibt Handke das bittere Schicksal seiner Mutter, die nach einem Leben in stereotyper Gefangenschaft der Hausfrauen den Freitod wählt. Im Zuge der Erzählung gesteht Handke ganz offen, sich einer Verallgemeinerung zu bedienen, und nach dem Tod seiner Mutter schreibt er sogar von ihren Freundinnen: "Ich spürte, wie sie beim Anblick der Toten allmählich an sich selber zu denken anfingen."
Das Leben als Mutter und Hausfrau wollte sie nicht erfüllen, sie war wissbegierig, unruhig, strebte nach Höherem - und war einfach fehl am Platz. Zwei Ehemänner, drei Abtreibungen, drei Kinder - so würde ein Außenstehender die Höhepunkte ihres Lebens zusammenfassen.
Mit "Wunschloses Unglück" versuchte Handke, den Selbstmord seiner Mutter zu verarbeiten, was von der ersten bis zur letzten Zeile deutlich spürbar ist. Vieles ist erschreckend greifbar, und Handkes Zwischengedanken scheinen beinahe eine Art persönliches Verhältnis mit dem Verfasser zu schaffen.
"Natürlich ist es ein bisschen unbestimmt, was da über jemand Bestimmten geschrieben steht; aber nur die von meiner Mutter als einer möglicherweise einmaligen Hauptperson in einer vielleicht einzigartigen Geschichte ausdrücklich absehenden Verallgemeinerungen können jemanden außer mich selbst betreffen - die bloße Nacherzählung eines wechselnden Lebenslaufs mit plötzlichem Ende wäre nichts als eine Zumutung", sinniert er zum Beispiel.
Peter Handke verwendet einen Stil, der nicht leicht zu lesen ist; er bedient sich vieler Metaphern, bildlicher Sprache, schreibt sehr feinfühlig und lyrisch und beansprucht damit die volle Aufmerksamkeit des Lesers. Hat man sich erst auf seine faszinierende Art zu schreiben eingelassen, versinkt man teils vollkommen in der Erzählung.
Auf jeden Fall eine Empfehlung, die auch in der heutigen Zeit noch Aktualität besitzt.
"Es gibt vielleicht neue, ungeahnte Arten der Verzweiflung, die wir nicht kennen" 5 von 5 Punkten Die Art und Weise des Berichtens: voller Entsetzen zeichnet Handke die Lebensgeschichte seiner Mutter nach. Mal in leichten, fließenden Wendungen, mal mit schweren, eigenen, ungelenken Worten das Unbegreifliche darlegend. In einem eigenen Kapitel überlegt er, wie die kurze Zeit, die seine Sprachlosigkeit freiläßt, für die Geschichte seiner Mutter genutzt werden kann. Er stellt fest, daß schon die Suche nach einer Formulierung eine Entfernung vom Inhalt bedeuten kann und nimmt sich vor, nur gängige Formulierungen aus dem "gesamtgesellschaftlichen Sprachfundus" zu verwenden. Wie viele andere Schwierigkeiten und Gefahren, die er sieht, kann er auch diese nur feststellen und hineinstolpern. Komprimiert und holprig ist die erzählte Lebensgeschichte der Mutter, mit einfachem Vokabular ist dem halt nicht beizukommen.
Vom Altern einer ehemals lebenslustigen Frau ist die Rede, die von Armut, trinkendem Ehemann und den familiären Pflichten um die Erfüllung selbst der kleinen Sehnsüchte betrogen wurde. Das Kärntener Dorfleben bietet keinen Freiraum für Einmaligkeit und Eigenarten, nicht mal für offene Verzweiflung. Sie klagt nicht oft, die Enttäuschung und Freudlosigkeit münden in schwere Kopfschmerzen. Alternativen zum Selbstmord sind nicht in Sicht.
Die Lebensgeschichte seine Mutter muß auch für Handke voller Unverständlichkeiten sein, anmerken läßt er sich das aber nicht. Die Schilderung klingt linear und umfassend. Aber was war Handke für seine Mutter, was war er für sie? Hochbemüht ist er im Lebensbericht, die Erzähllinie seiner Mutter nicht die seine kreuzen zu lassen. Er scheint ein Außenstehender zu sein. Als Leser kann man nur mutmaßen, was der Hintergrund ist: große Schuldgefühle ob der verpaßten Chancen, seine Mutter kennenzulernen? Der frische Schmerz, der die Annäherung nicht gestattet? Die eigene Verzweiflung als erschreckende Parallele ?
Fazit: Ein beeindruckendes und sehr lesenswertes Stück voller Verzweiflung und Entsetzen, schmerzhaft aus der Distanz reflektiert.
Frühwerk 3 von 5 Punkten Ein Frühwerk des Autors und meines Wissens jenes, mit dem er seinen Ruhm schuf. Eindrucksvolle Schilderungen der Zeit, doch sonst scheint mir das Buch viel zu sehr Ich-bezogen. Es fällt mir schwer zu begreifen, wie ein solches Buch Peter Handke zu der Bekanntheit katapultieren konnte, die er heute genießt. Kein Vergleich zu den Büchern, die ab den späten 80ern erschienen.
nüchtern und dennoch bedrückend 5 von 5 Punkten ein versuch der aufarbeitung eines selbstmordes indem handke relativ nüchtern an das geschehen mit einem rückblick auf das leben der mutter herangeht, hinterlässt dabei aber eine bedrückende stimmung - auf alle fälle sehr lesenswert!!
Annäherung an die tote Mutter 5 von 5 Punkten Wie geht man mit dem Tod der eigenen Mutter um, der noch dazu ein Selbstmord war? Der Schriftsteller Peter Handke wird im Alter von 30 Jahren mit dieser Herausforderung konfrontiert. Er nähert sich der schwierigen persönlichen Aufgabe, indem er wenige Wochen nach dem Tod der Mutter eine Erzählung über sie schreibt. Er hält fest, was er von ihr und ihrem Leben weiß. Einerseits distanziert, andererseits so nah wie möglich rekonstruiert der Autor das Leben seiner Mutter, die unter dem Zwang ihrer Frauenrolle und der schwierigen wirtschaftlichen Umstände nie zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit kommt. Von den äußeren Verhältnissen zunehmend entindividualisiert und zutiefst einsam, setzt sie ihrem Leben schließlich im Alter von 51 Jahren ein Ende. Handke reflektiert in der Erzählung ständig die Voraussetzungen seines eigenen Erzählens, gibt Einblick in den Schaffensprozess, macht diesen für den Leser transparent. "Wunschloses Unglück" ist keine leichte Unterhaltungs- oder Erbauungsliteratur und schon gar nicht komisch. Auch wenn Handke in klarer Sprache und nahezu nüchtern die Lebensgeschichte seiner Mutter erzählt, löst die Lektüre eine beklemmende Stimmung aus, der sich der Leser nur schwer entziehen kann.
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Opernball Josef Haslinger Taschenbuch, März 2001 Verkaufsrang: 92834 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die Gäste des Wiener Opernballs werden zum Ziel eines Terroranschlags. Ein Fernsehjournalist, der die Live-Übertragung aus den Ballsälen koordinieren soll, beobachtet das Verbrechen auf den Monitoren. Sein eigener Sohn ist unter den Opfern. Die Kameras laufen weiter und senden weltweit auf zahllose Bildschirme das Sterben von Tausenden. Der TV-Journalist versucht, von Trauer um seinen Sohn getrieben, die Hintergründe des Anschlags zu klären. Sie sind verworren, von...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Fesselnd, aber keine leichte Lektüre 5 von 5 Punkten Wer den Roman zur Hand nimmt, um mal wieder ein gutes Buch im Urlaub zu verschlingen, der wird sich schnell mit einem beklemmenden Gefühl des Unbehagens wiederfinden. Der Text von Haslinger erzählt so schauerlich ungezwungen von den Meinungen und Ansichten "normaler" Menschen, dass der Leser sich immer wieder dabei ertappt, wie er sich mit den Charakteren identifiziert. Dabei gehören Rassenhass, Gewalt und Terror zum Repertoire, aus dem der Autor seine Figuren zum Teil ganz selbstverständlich aus wechselnden Perspektiven erzählen lässt. Dass die Kulmination aller Handlungsfäden bereits zu Anfang vorweg genommen wird, nimmt dieser erzählersichen Achterbahnfahrt nichts von ihrer Spannung. Ein großartiges Buch, das mit seinem soziologisch und psychologisch scharfen Blick dem Leser den Besen in die Hand drückt.
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America Tom Coraghessan Boyle Taschenbuch, September 1998 Verkaufsrang: 10549 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der Zusammenstoß des Mexikaners Cßndido mit Delaney Mossbachers wachsgepflegtem Auto ist ein wortwörtlicher: Cßndido, auf dem Weg zur Arbeit, rennt Delaney direkt vor die Haube und wird schwer verletzt. Dafür drückt Delaney ihm eine 20-Dollar-Note in die Hand. Delaney sieht seine geschützte Welt zunehmend bedroht von den dunkelhäutigen, verdächtigen Gestalten, die in der Nähe der eleganten Villensiedlung herumlungern und täglich ihr Glück auf dem Sklavenmarkt zu finden hoffen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 51 Bewertungen)
Wunderschöne Kritik am Menschen 5 von 5 Punkten Vordergründig eine Geschichte, die Arm und Reich gegenüber stellt.
Doch hintergründig geht es um viel mehr:
Es geht um den Hass, beide hassen den jeweils anderen, wägen sich dabei in vollkommener Unschuld an diesem Konflikt, und beide kann man verstehen.
Und es geht um den Abstieg des demokratischen, umweltbewussten und pazifistischen Delaney zu einem reaktionären Rassisten, der mit einem Revolver auf einen Mexikaner zielt.
Und doch: Am Ende sitzt er mit diesem Mexikaner inmitten des Nichts, und Delaney ist genauso wie sie: ein Obdachloser, der Haus, Frau, Kind und Hund verloren hat und nähert sich auf gruselnde Weise América an. Die Namensgeberin des Buches kommt aus einer gutsituierten Familie und ist in der Hoffnung auf mehr ohne Hab und Gut in der Wildnis gelandet. Auch Delaney hat vorher die Wildnis geliebt und sitzt nun - alles verloren - inmitten der Ödnis. Und wenn man so will, geht es Candido sogar besser als ihm: Er hat immerhin noch seine Frau, Delaney hat alles verloren. Jede Mauer, über die er sich einreden ließ, sie würde gegen "die Mexikaner" helfen, und es irgendwann selbst glaubte, hat nichts genützt.
Wunderschöne Symbole, gut ausgearbeitete Charaktere, und eine nach wie vor aktuelle Kritik an Amerikas Politik und an jedem einzelknen von uns. Denn jeder von uns könnte Delaney sein. Auch wenn wir es nicht zugeben wollen, weil wir uns wie er für demokratisch und zivilisiert halten.
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Das sterbende Tier Philip Roth Gebundene Ausgabe, Februar 2003 Verkaufsrang: 43511 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Um an sexuelle Beute zu kommen, hat der Icherzähler in Philip Roths schmalem Roman Das sterbende Tier gleich mehrere Tricks. Sein effektivster ist sicher der, seine Studentinnen nach ihrem Examen zu sich nach Hause zu einer Party einzuladen, und am Ende bleibt immer eine da. Dann führt er sie durch die Regale seiner Bücher: ein Pfad, der direkt ins Schlafzimmer leitet. Auch die schöne Exil-Kubanerin Consuela Castillo, die so ganz anders als die anderen Studentinnen ist, geht diesen Weg allen Fleisches bis ins Bett. Zwei Sätze braucht der Erzählmagier Roth, dann ist er mitten drin in seinem Lieblingsthema, das von den Abhängigkeiten und Verführungen rund um den Campus handelt, und erzählt uns von der außergewöhnlichen Liebe des Professors zu seiner ehemaligen Studentin. Zur Erzählzeit des Romans ist dies alles sechseinhalb Jahre her; aber plötzlich, am Silvesterabend des Jahres 2000, erhält der Professor von Consuela einen Anruf, der ihn mit dem Sterben einer geliebten Person und mit dem Sterben der Liebe und der Freundschaft generell konfrontiert. Eros und Thanatos liegen in Roths großem kleinen Buch wieder einmal eng beieinander. Es steht zu befürchten, dass Roths Roman von Teilen der Kritik als lüstern-senile Altherrenfantasie verrissen wird -- zu oft ist von großen Brüsten und (perversen?) Praktiken zwischen einem alternden Mann und seiner jungen Freundin die Rede, und die Art und Weise, wie Roth detailliert und voller Erzählfreude diese Passagen zelebriert, wird manchem als anstößig aufstoßen. "Und dennoch war es von Pornographie so weit entfernt, wie es nur sein konnte", heißt es an einer Stelle des Romans, und dieser Satz könnte als Motto auch über dem Bändchen stehen. Mit Das sterbende Tier nämlich ist Roth eine weitere faszinierende, sehr melancholische und überzeugende Bestandsaufnahme über die Liebe, aber auch über das Altern gelungen. Nicht so großartig wie Der menschliche Makel vielleicht, aber besser und schöner und diskreter wohl als die meisten Romane, die zu diesem Thema seit Lolita geschrieben wurden. --Stefan Kellerer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 38 Bewertungen)
empfehlenswert 4 von 5 Punkten schönes kleines buch über die liebe, das altern und sterben aus sehr männlicher sichtweise. es ist sehr tiefgründig, philosophisch auch wenn es sich haupsächlich mit sexuellem befaßt. lesenswert!
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Vierzig Rosen Thomas Hürlimann Broschiert, Oktober 2008 Verkaufsrang: 81788 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Wir kehren zurück zur außergewöhnlichen Familie Katz - bereits bekannt aus der Novelle Fräulein Stark -, begleiten sie vom Zweiten Weltkrieg bis in die Zeit ihres Aufstiegs. Marie Katz, die talentierte Pianistin, liiert sich mit dem aus einfachen Verhältnissen stammenden Max Meier, der sich an die Spitze der Regierung hocharbeiten will. Eine Erfolgsgeschichte, an dem die klug im Hintergrund operierende Frau ihren wesentlichen Anteil hat. Sie verfügt über den notwendigen Stil, er hat den Willen und die Kraft. Vierzig Rosen sind das Symbol ihrer Liebe, einer Liebe, die manch große Belastung auszuhalten hat
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Ein verwirrender, kirremachender, irremachender Irrsinnsroman 5 von 5 Punkten Auf den ersten und zweiten Blick ist dieses Buch zugegebenermaßen eher unscheinbar: der Name des Autors nicht gerade glamourös, der Titel ziemlich nichtssagend; der Klappentext klingt nach einer Mischung aus Heftchenroman und Historienschinken (die talentierte jüdische Pianistin, die einen aufstrebenden Politiker heiratet, dieser natürlich aus einfachen Verhältnissen).
Und dann dieses Buch! Der Autor lässt raffiniert Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen, die Personen sind so realistisch und menschlich dargestellt, mit so vielen Einzelheiten und Macken, dass man sich gar nicht vorstellen kann, sie seien erfunden.
Mit der sachlichen und zurückhaltenden Sprache wirkt es auch teilweise fast wie eine Biografie. Handlung und Charaktere stehen im Vordergrund, und das haben sie definitiv verdient.
Besonders gut gelungen ist die Schilderung des Lebens während dem Dritten Reich. Hier wird konsequent die unbeschwert-unwissende Sicht der zu dieser Zeit 13jährigen Marie Katz beibehalten, die nicht versteht und nicht mitkriegt, was in der Welt vor sich geht, und sich deswegen von Anfeindungen nicht groß beeindrucken lässt.
"Vierzig Rosen" ist, kurz gesagt, das wirkliche Leben - nur besser geschrieben.
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Heißer Sommer Uwe Timm Taschenbuch, Mai 1998 Verkaufsrang: 72444 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zu den wenigen literarischen Zeugnissen der Studentenrevolte zählt Uwe Timms "Heißer Sommer". Heute, dreißig Jahre danach, ist das Buch selbst ein Stück Geschichte, das uneingeholte politische Erwartungen wachhält und die Atmosphäre eines bewegenden historischen Moments mit all seinen Spannungen, Aufbrüchen und beschleunigten Entwicklungen unvergessen macht. »Für mich, der damals draußen stand, ist "Heißer Sommer" eines der wichtigsten Bücher.«(Alfred Andersch)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 11 Bewertungen)
Interessant, spannend, rührend! 5 von 5 Punkten Ich weiß nicht, wie ich diesem Roman gerecht werden kann. Ich versuch es einfach.Ulrich Greiner schrieb in der FAZ über „Heißer Sommer": „(...) Timm hat mit diesem sympathisch-ehrlichen Roman über die Studentenbewegung recht, es war so, wie er sagt." Ich weiß nicht, ob der Roman „Heißer Sommer" tatsächlich ehrlich ist. Ich war schließlich nicht dabei. Er wirkt jedenfalls, so weit ich das beurteilen kann, sehr authentisch und ist in sich durchaus schlüssig. Sympathisch ist der Roman in jedem Sinne. Timm hat eine Erzählperspektive gewählt, die dem Leser Ullrichs Gedanken nahe bringt. Fast wirkt es so, als ob man plötzlich selber Ullrich ist und nicht nur an seinen Gedanken, Erlebnissen, an seiner Entwicklung teilnimmt. Manchmal habe ich mich über Ullrich geärgert und dann wieder über andere. Ullrichs Geschichte hat mich berührt. Ich konnte den Roman einfach nicht zur Seite legen. Ich wollte wissen, was mit Ullrich und seinen Freunden passiert. Meiner Meinung nach geht es jedoch nicht nur um die Studentenrevolution und die Auswirkungen, die sie auf Ullrich ausübt. Es geht ebenfalls um eine Art Freundschaft, zwischen dem SDS-Mitglied Petersen und Ullrich. Eigentlich werden fast alle literarischen Figuren in dem Roman „Heißer Sommer" bei dem Vornamen benannt. Petersens Vornamen kennt man nicht. Obwohl sich Ullrich sogar eine zeitlang von Petersen distanziert, ist er wichtig für Ullrich. Die Geschichte von Ullrich und Petersen, diese zarte Freundschaft, die eigentlich gar keine ist, die ist einfach nur rührend. Die menschlichen Beziehungen spielen in Timms Roman eine wichtige Rolle. Daher ist dieser Roman nicht einfach nur ein Bericht über die Studentenrevolte, sondern ein Roman über den Protagonisten Ullrich. Es geht um seine Entwicklung, um seine Gedanken, um seine Freunde, um seine Feinde, um seine Familie, um seine Erlebnisse und um seine Geschichte von 1967-1969. Uwe Timms Roman „Heißer Sommer" ist packend, spannend, rührend, interessant und ich gehe einfach mal stark davon aus, dass es ein ehrlicher Roman ist.
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Singvogel Thommie Bayer Broschiert, September 2006 Verkaufsrang: 18521 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Jana ist ein Singvogel. Zumindest behauptet sie das von sich selbst. Ich plappere, heißt es im Roman des 52-jährigen Esslinger Autors Thommie Bayer. Dabei wollte ich doch extra kurz schreiben, um meine Freundin nicht zu nerven. Ich bin ihr so dankbar, sie leiht mir das Geld für die Reise. Aber ich bin ein Singvogel -- ich muß immer plappern. Jana hat sich als Kuckucksei in die Exkursion eines Professors nach Venedig geschlichen -- und zwar deshalb, weil ihr Briefpartner , der Drehbuchautor Christian Uhlig, es ihr gegenüber als seinen sehnlichsten Wunsch deklariert hat, noch einmal in die Lage zu kommen, Venedig zum ersten Mal zu sehen. Nun sieht er Venedig, mit Janas Augen, die ihm E-Mails schreibt. Eine ganz und gar Unbekannte, die ihm vor kurzem einmal geschrieben hat, um ihm zu sagen, dass ihr sein Skript für einen Film gefiel. Aus der vermeintlichen Gelegenheitsmail entspannt sich eine Leidenschaft, die Christian, der Janas Vater sein könnte, sogar nach Venedig treibt -- was zu der skurrilen Situation führt, dass beide in der Lagunenstadt im selben Internet-Café sitzen und sie ihn aufgrund eines Fotos auf seiner Homepage zu erkennen glaubt (was sie ihm, quasi in Echtzeit, mailt), er sich aber nicht zu erkennen gibt. Aus der Brieffreundschaft wird Liebe. Und dann kommt doch alles ganz anders, als beide denken... Natürlich hat auch Bayers Singvogel eine Schwäche. Das Buch hat nämlich zwei traurig-schöne Pointen, von denen man zumindest eine nicht kennen darf, weil man sich dann einen Gutteil des Lesegenusses verwehrt. Geht man aber ohne großes Vorwissen an das Buch, wird man ihm bei der zweiten Lektüre noch einmal so viel abgewinnen können. So heißt es also, sich die Ohren zu verschließen und den Singvogel alleine auf sich wirken zu lassen. Wer gedacht hatte, Bayer hätte mit Das Aquarium und Die gefährliche Frau seinen erzählerischen Zenith schon erreicht, wird mit diesem Roman eines besseren belehrt. Große, raffiniert verwobene und perspektivisch klug strukturierte Unterhaltungsliteratur mit Suchtpotential. -- Stefan Kellerer
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 20 Bewertungen)
Bitte keine Verfilmung 5 von 5 Punkten Ein Buch vor allem für Männer, aber sicher nicht nur. Der "ältere Mann" Christian (50, Drehbuchautor - und das Alter Ego des Autoren Thommie Bayer?) kommt der E-Mail-Schreiberin Jana immer näher (im übertragenen und wörtlichen Sinn). Wie sich die Beziehung zu ihr entwickelt und parallel dazu die Geschichte des Ehepaares Christian/Fussel (?) sowie zum Freund Walter: Das ist grosse Klasse und zwingt zum Weiterlesen. Natürlich könnte dieses Buch auch als Vorlage für einen Film dienen, was ich aber eigentlich nicht hoffe, denn dann kann ich die Figuren so in meinem Kopf behalten, wie sie jetzt sind. Bitte mehr von Thommie Bayer!
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