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Seite 16

Die Lage des Landes - Richard FordDie Lage des Landes
Richard Ford

Gebundene Ausgabe, 16. Juli 2007
     Verkaufsrang: 88598      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Frank Bascombe hat eine Menge erreicht, sein Leben ist aufgeräumt und erfüllt, nun könnte er als abgeklärter Genießer dem verdienten Ruhestand entgegengehen. Doch völlig unerwartet bringen eine Ehekrise und eine Krebsdiagnose alles ins Wanken. Ein reicher, nachdenklicher, aber auch grotesk komischer Roman von Richard Ford, dem amerikanischen Meistererzähler, über einen Mann in den besten Jahren und über den Wert des Lebens. Wiedersehen mit Frank Bascombe, dem Helden von Der Sportreporter und Unabhängigkeitstag er ist 55 Jahre alt und freut sich, mit schöner Strandvilla und zweiter Ehefrau Sally, auf den nächsten, ruhigeren Lebensabschnitt. Die Permanenzphase , wie er dieses Hochplateau des erfüllten Lebens nennt, erweist sich jedoch als trügerisch: Sallys erster, tot geglaubter Ehemann taucht wieder auf, und sie geht mit ihm fort, um die Dinge zu klären. Kurz darauf wird bei Frank Prostatakrebs diagnostiziert. Und nun naht Thanksgiving, das uramerikanische Fest der Familie. Wie fest der Boden unter seinen Füßen wirklich ist, muss sich bei jedem Schritt neu zeigen. In dem ominösen Millenniumsjahr 2000, dessen Herbst von den gestohlenen Wahlen und George Bushs billigem Triumph geprägt ist, zieht Frank Bascombe, der nette, vernünftige Nachbar, Bilanz. Wie die Dinge liegen in seinem Leben und an der Küste von New Jersey, das beschreibt er mit Detailschärfe und großem Humor und denkt nach über Loslassen und Verlust, über die eigene Lebensleistung und Vergänglichkeit und über die Hoffnung, denn, ja, nach allen erdbebenartigen Umwälzungen, die dieser Roman grandios, einfühlsam und mitreißend schildert, hat Frank noch einiges vor sich.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Respekt!      5 von 5 Punkten
Mit Sinn für ein zeitlupenhaftes Erzähltempo, für sprachliche Ästhetik auf hohem Niveau, für eine gute Beobachtungsgabe, für feingesponnene Ironie und bösen, versteckten, dabei aber nie verletzenden Sarkasmus und mit Neugier auf in ihrer Banalität geniale, dabei äußerst skurrile Charaktere wird dieser Roman, der den Leser den Unterschied zwischen "einem Buch" und "Literatur" spüren läßt, zum Genuß. Wie wurde hier bereits gesagt? "Her mit dem Nobelpreis!" - dem kann ich mich nur anschließen. Respekt, Mister Ford !


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Die Vermessung der Welt - Daniel KehlmannDie Vermessung der Welt
Daniel Kehlmann

Gebundene Ausgabe, 29. Januar 2008
     Verkaufsrang: 145278      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher.

Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen.

Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman -- und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 298 Bewertungen)

So wunderbar kann Geschichte sein      5 von 5 Punkten
Diese ironische Entzauberung deutscher Intelligenzgeschichte ist eine der immanenten Deutungsmöglichkeiten. Gauß scheitert grandios an seiner Menschenrolle, der ältere Bruder Humboldts wehrt sich haarspalterisch gegen die Vorstellung, die Erfolge der Humboldtbrüder seien auf ihre banale Rivalität zurückzuführen: Weil es Dich gab, mußte ich Lehrer eines Staates, weil ich existierte, hattest Du der Erforscher eines Weltteils zu werden, alles andere wäre nicht angemessen gewesen." (Großschreibung im Original.)

Eine weitere Bedeutung erschließt sich aus der Antwort auf die Frage nach den Auswirkungen der Wissenschaft auf die sie tragende Gesellschaft. Gauß' politisch reaktionäre Einstellung ist auch im Roman deutlich - er wird eine Verbesserung der Lage der Untertanen seines Herrn nicht einmal gewünscht haben. Anders der Franzosenfreund Humboldt, der im Roman Zweifel äußert, ob seine amerikanische Flussreise Wohlfahrt für den Kontinent gebracht" habe und damit z. B. auch anknüpft an Diogenes von Sinope, der schon im 4. Jahrhundert vor Christus gefragt haben soll, ob alle Entdeckungen und Erfindungen etwas an der Mühsal der Mehrheit geändert hätten.

Einen dritten Aspekt offenbart das Kapitel, das die Russlandexpedition Humboldts von 1829 schildert. Im Roman ist der alte und hier schon trottelige Forscher während der Reise von Lakaien umzingelt, die im Auftrage des Zaren und des preußischen Königs verhindern, dass Humboldt mehr zu sehen bekommt, als er sehen soll. Der Forscher wird unfreiwillig zu einem embedded scientist und die von ihm bereiste Welt zu seinem potemkinschen Dorf". Was kann ein Wissenschaftler wirklich jenseits der Hauptstraßen der Macht erkennen? Hat somit Humboldt oder Gauß mehr gesehen von der Welt? Humboldt jedenfalls ist sich da am Ende nicht mehr sicher, er hätte auf einmal nicht mehr sagen können, wer von ihnen weit herumgekommen war und wer immer zu Hause geblieben." Die Vermessung der Welt darf daher auch als ihre Ver-Messung gelesen werden.


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Die unglaubliche und traurige Geschichte von der einfältigen Erendira und ihrer herzlosen Großmutter: Sieben Erzählungen - Gabriel Garcia MarquezDie unglaubliche und traurige Geschichte von der einfältigen Erendira und ihrer herzlosen Großmutter: Sieben Erzählungen
Gabriel Garcia Marquez

Broschiert, April 2004
     Verkaufsrang: 74469      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die unglaubliche und traurige Geschichte von der jungen Eréndira, die von ihrer herzlosen Großmutter zur Prostitution gezwungen wird, ist eine der schönsten, herzzerreißendsten Geschichten des großen kolumbianischen Erzählers. In dieser und den anderen Erzählungen dieses Bandes schreibt Gabriel García Márquez den Mythos von Macondo fort, stellt vertraute Figuren neben neue phantastische und bezaubert durch Wunder und Alltägliches, das sich wie ein Wunder ausnimmt.Wenn es einen Geschichtenerzähler gibt, dann heißt er Gabriel García Márquez. Keiner unter den Lebenden kommt ihm gleich. Die Woche

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Karibische Melancholie      5 von 5 Punkten
Die in diesem Band vereinigten Kurzgeschichten von Gabriel Garcia Marquez entführen den Leser in die Karibik, nicht die Karibik die den gängigen europäischen Klischees eines sonnendurchfluteten Paradieses entspricht, sondern an Orte, die fast immer etwas Melancholisches, Trostloses an sich haben, wie jene „nutzlose Wüstenbucht an einem dürren, ziellosen Meer" an der eine der Erzählungen spielt. In das oft mühselige, gleichförmige, erstarrte Leben der Menschen dort bricht nun etwas herein, oftmals ein fantastisches Ereignis jenseits aller Naturgesetzlichkeit, das ihr Leben schlagartig in einem neuen, dramatisch veränderten Licht erscheinen lässt. Wie sie darauf reagieren, mit Mitleid, mit Missachtung, Gleichgültigkeit, ..., und wie Marquez dies beschreibt, das macht für mich das eigentlich Reizvolle und Bewegende an diesen Geschichten aus. Das setzt allerdings beim Leser eine gewisse Bereitschaft voraus, sich auf den fantastischen, oft märchenhaften Charakter der Geschichten einzulassen - nichts also für strenge Materialisten. - Das Buch enthält insgesamt sieben Kurzgeschichten, von denen die Titelgeschichte über ein Mädchen, das von seiner skrupellosen Großmutter aus Habgier zur Prostitution gezwungen wird, mit über 50 Seiten das Genre schon fast sprengt. Geschichten, die einen bei jedem Lesen neu berühren und zum Nachdenken anregen.


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Schnee - Orhan PamukSchnee
Orhan Pamuk,  Christoph K. Neumann

Gebundene Ausgabe, Februar 2005
     Verkaufsrang: 76497      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 25,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Orhan Pamuk gilt als einer der bedeutendsten Prosaautoren der heutigen Türkei. Mit Büchern wie Das neue Leben, Die weiße Festung, Das schwarze Buch oder Rot ist mein Name wurde er einem breiten Publikum auch hierzulande bekannt. Dabei hat sich Pamuk in seinen Romanen immer auch als politischer Grenzgänger zwischen den Welten hervorgetan, der in der Großstadt die Gegensätze einer moslemisch geprägten, eher ländlichen Tradition mit den neuen Gegebenheiten einer westlich-urbanen Weltsicht aufeinanderprallen ließ. Auch Schnee lebt von diesem Pendeln zwischen Tradition und Moderne -- auch wenn der türkische Autor seinen Helden diesmal in die Provinz verbannt, um ihn ein paar rätselhafte Selbstmorde aufklären zu lassen. Im türkischen Städtchen Kars nämlich wählten einige junge Frauen den Freitod, weil sie ihr Kopftuch nicht mehr tragen durften. Plötzlich ruft ein Schauspieler zur Revolution auf, tatsächlich kommt es zum Aufstand -- und niemand kann Kars verlassen, da es unaufhörlich weiterschneit ...

Natürlich ist Schnee mehr als eine literarische Auseinandersetzung mit der aktuellen Kopftuchdebatte -- auch wenn das Buch (ganz bewusst) einen wichtigen Beitrag liefert zum Verständnis einer uns immer noch sehr fremd erscheinenden Kultur, die wohl bald zur Europäischen Gemeinschaft gehören wird. Und Schnee ist auch mehr als ein klassischer Krimi -- auch wenn er gekonnt mit dessen Elementen spielt. Schnee ist vor allem ein großer, atmosphärisch dichter Roman über ein Volk zwischen Religion und Verwestlichung, der beste vielleicht, der bisher von Pamuk ins Deutsche übersetzt worden ist. Wer Pamuk bisher noch nicht für sich entdeckt hat, der sollte es jetzt schnellstens tun. --Isa Gerck

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)

Spannend, traurig, aber amüsant erzählt      5 von 5 Punkten
Ich hatte einen türkischen Bekannten gefragt, was ich lesen sollte, um die türkische Poltik besser zu verstehen. Er schlug mir Orhan Pamuks Roman "Schnee" vor. Hoppla, dachte ich, ein Roman und kein Sachbuch! Na gut, Sachbücher über Politik sind eh nicht mein Fall. Lieber lese ich einen Krimi oder etwas Lustiges. Da kam mir ein Roman schon entgegen.

Zunächst erwartete ich von dem Buch "Überlängen" in Form von politischen Details, durch die man sich durchquälen muss. Nein, es kam ganz anders. Man konnte sich gemütlich zurücklehnen und bekam von einem sympathischen Erzähler eine spannende Geschichte über Liebe, einen Putsch, das Leben im Winter in einer Provinzstadt und dem Kopftuchstreit dargeboten.
Allerdings musste man immer gut aufpassen, musste mitdenken, mitfühlen und auch schon mal voraus denken. Auf diese Weise ergaben sich viele überraschende Momente und man hatte das Gefühl, dass man neben dem Autor sitzt. Obwohl das Thema sehr traurig ist, ist das Ganze charmant und amüsant erzählt. Bei so traurigen Inhalten neige ich schon mal dazu, ein Buch ganz weit weg zu legen, weil ich selbst zu traurig werde. Aber hier hielt mich der lebensbejahende und positive Grundton am Lesen. Außerdem war es ziemlich spannend.

Fazit: Ja, so gefällt mir politische Weiterbildung.


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Menschenkind - Toni MorrisonMenschenkind
Toni Morrison, Helga Pfetsch

Sondereinband, 1992
     Verkaufsrang: 12332     

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1855 flieht die Sklavin Sethe, die von ihrem Mann verlassen wurde, von der Plantage >>Sweet Home<< in Kentucky nach Ohio. Sie versucht ihre vier Kinder zu töten, um diese vor dem Schicksal der Sklaverei zu bewahren. Ihre zweijährige Tochter stirbt, die anderen drei überleben. Auf dem Grabstein der Verstorbenen lässt Sethe die Inschrift >>Menschenkind<< anbringen. 18 Jahre später lebt Sethe allein mit ihrer zweiten Tochter Denver. Die Vergangenheit ist präsent geblieben: Die zwei Söhne sind fortgelaufen, in der schwarzen Gemeinde wird Sethe als Kindsmörderin gemieden, die tote Tochter spukt durch das Haus. Eines Tages taucht Paul D. auf, ein ehemaliger Sklave von >>Sweet Home<<, der ein gemeinsames Leben mit Sethe aufbauen will und den Geist des toten Kindes vertreibt. Als er von dem Mord Sethes an ihrer Tochter erfährt, verlässt er schockiert das Haus. Plötzlich steht eine junge Frau namens Menschenkind vor Sethes Haus, die in eben jenem Alter ist, in dem das verstorbene Kind sein müsste. Sethe nimmt sie als die verlorene Tochter auf; es folgen einige Wochen glücklichen Zusammenlebens der kleinen Familie. Doch Menschenkind verlangt nach immer neuen Beweisen der Liebe Sehtes und versucht überdies Denver aus dem Haus zu drängen. Als sich Nachbarsfrauen vor dem Haus versammeln, um den Geist des toten Kindes auszutreiben, sieht Sethe Menschenkind erneut in Gefahr, in die Sklaverei zu gelangen, und stürzt sich auf den ebenfalls anwesenden weissen Arbeitgeber Denvers; ein weiterer Mord kann jedoch von den Frauen verhindert werden. Menschenkind verschwindet spurlos, Sehte bleibt verzweifelt zurück. Doch sie erhält neuen Rückhalt durch die Gemeinde und das nochmalige Angebot Paul D.s, eine gemeinsame Zukunft mit ihm zu verbringen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)

Toni Morrison in den Lehrplan!      5 von 5 Punkten
Dieses Buch (oder ähnliche Bücher) sollte zur Pflichtlektüre an Schulen gemacht werden, die Grauen des "schwarzen Holocaust", der Sklaverei, jedem Schüler genauso bewusst gemacht werden wie andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die im Geschichtsunterricht behandelt werden. Genauso wichtig ist, dass hier eine Afro-Amerikanerin spricht, dass man IHR zuhört, und nicht ausschließlich weißen Autoren, von denen sich Einige sicher kompetent zu diesem Thema äußern, die aber nicht die alleinige Deutungshoheit haben sollten, denn auch das ist eine Form von Diskriminierung.

Die Handlung und die Aussage des Romans ist in den anderen Rezensionen ausreichend beschrieben worden. Ich will nur noch hinzufügen, dass die Lebensgeschichte von Sethe einer wahren Geschichte nachempfunden ist: der der Margaret Garner.

Wenn sich das jetzt zu sehr nach einem moralischen Lehrbuch anhört, ist das ganz falsch: Das Buch ist von wahnsinniger literarischer Qualität, es berührt ganz tief und macht untröstlich.


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Kafka am Strand - Haruki MurakamiKafka am Strand
Haruki Murakami

Gebundene Ausgabe, 2. März 2004
     Verkaufsrang: 112627      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele? Haruki Murakami formuliert es etwas anders, ist aber in Kafka am Strand wieder den großen Fragen nach Identität, Wahrnehmung und Wirklichkeit auf der Spur. Er knüpft dabei erklärtermaßen an seinen ersten Erfolg, Hard-boiled Wonderland, an, inhaltlich wie formal: Zwei Geschichten werden parallel erzählt, ohne dass zunächst klar würde, was die handelnden Personen miteinander verbindet. Da ist zum einen Kafka, der an seinem 15. Geburtstag ausreißt und vor einer düsteren Prophezeiung seines Vaters auf die Insel Shikoku flüchtet. Er schließt Freundschaft mit dem Bibliothekar Oshima -- für manche Überraschung gut -- und verliebt sich in die wesentlich ältere Saeki.

Im Mittelpunkt des anderen Erzählstrangs steht Nakata, der Katzenflüsterer, dessen Geistesschwäche auf einen mysteriösen Vorfall im Jahre 1944 zurück geht. Jetzt glaubt er in einen Mordfall verwickelt zu sein und verlässt Tokio. Unterwegs -- gerade hat es Blutegel geregnet -- trifft er den Fernfahrer Hoshino, auch ihr Weg führt schließlich in Oshimas Bibliothek. Diese dient als eine Art Scharnier zwischen den Welten, zwischen Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Fantasie. Ihre Bücher sind für Kafka "lebendiger und fesselnder als die Menschen, die vor dem Bahnhof herumwimmeln". Er verliert sich allmählich in diesem "Zerrspiegel der Zeit", in erotischen Tagträumen -- sind es Träume? -- und Wahnvorstellungen: "Vielleicht habe ich meinen Vater durch meine Träume ermordet." Liebt er die 15-jährige Saeki oder die alte?

Auch die Leser verlieren, nämlich irgendwann das Interesse an diesem hormongeplagten Halbstarken. Wie möglicherweise der Autor, der auf der anderen Seite einen ergreifend tragikomischen Helden präsentiert: "Nakata hat eigentlich keine Meinung. Er mag Aal", definiert dieser japanische Schwejk sich selbst -- inmitten philosophischer Seifenblasen ein erfreulich nüchternes Motto. Die besten Szenen mit ihm und Hoshino könnten von Beckett stammen -- zwei Landstreicher auf Sinnsuche.

Ist das ein guter Roman? Und wenn ja, wie viele? "Mein Road-Movie-Roman" (Murakami), magischer Realismus, Seins-Fiktion? Nach einigen Durchhängern endet die "Probefahrt auf einer gigantischen Achterbahn" rasant. Murakami-Fans, die erst ab Seite 300 richtig warm werden, werden sich freuen. Murakami-Sympathisanten halten sich an Nakata oder auch Sätze wie diesen: "Erinnerungen sind das, was Ihren Körper von innen wärmt." --Patrick Fischer

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 60 Bewertungen)

Grandios      5 von 5 Punkten
Murakami ist wundervoll, unterhaltend, hintersinnig, leicht.Und dabei ist und bleibt er unverwechselbar. Einer der ganz großen Autoren. Eben nicht Elfenbeinturm, dennoch - und gerade deswegen- zauberhaft.


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Hölderlin. Ein Roman - Peter HärtlingHölderlin. Ein Roman
Peter Härtling

Taschenbuch, November 2002
     Verkaufsrang: 139141      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Härtling erklärt zu Beginn seines Romans: >>Ich schreibe keine Biografie. Ich schreibe vielleicht eine Annäherung<<. Er orientierte sich an den bekannten Informationen über Hölderlin, die aus Gedichten, Prosa, Briefen und anderen Zeugnissen überliefert sind. Nürtingen, die württembergische Stadt, die Hölderlin und Härtling viele Jahre Heimat gewesen ist, nimmt in der Darstellung einen breiten Raum ein. Aber Härtling folgt Hölderlin auch zu den übrigen Stationen seines Lebens. Kurz fasst er sich erst, als er zu den Jahren des >>Wahnsinns<< kommt, die Hölderlin zunächst in der Autenriethschen Klinik und dann bei der Familie Zimmer in dem heute nach dem Dichter benannten Tübinger Turm am Neckarufer verbrachte.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Pflichtlektüre      5 von 5 Punkten
Wenn es ein Buch gibt, dass es vermag Menschen an die nur sehr schwer zugängliche Lyrik Hölderlins heranzuführen, dann dieser Roman von Peter Härtling.
Ohne banal zu werden versteht er es das tragische Leben des Dichters wieder auferstehen zu lassen und so dem Leser einen Einblick in dessen Denken und Fühlen zu eröffnen.
Für Literaturinteressierte ist speziell dieses Buch des Autors beinahe eine Pflichtlektüre.


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Grün ist die Hoffnung. Eine Pastorale - Tom Coraghessan BoyleGrün ist die Hoffnung. Eine Pastorale
Tom Coraghessan Boyle

Taschenbuch, 1993
     Verkaufsrang: 35742      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Ein Jahr lang wollen drei schräge Typen in den Bergen nördlich von San FranciscoMarihuana anbauen, um endlich ans große Geld zu kommen. Aber die Natur ist widerspenstig un das Leben in der Wildnis sehr strapaziös. . .T.C. Boyle wurde 1948 in Peekskill, New York, geboren. Er war Lehrer an der dortigen High-School und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten. Heute lebt er in Kalifornien und unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Creative Writing. Sein 1987 erschienener Roman World's End brachte ihm höchstes Lob der Kritik. Noch im selben Jahr erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 48 Bewertungen)

Marihuana      5 von 5 Punkten
Wenn T.C. Boyle in seinen Geschichten und Romanen Menschen ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen lässt, um vom großen Geld oder dem Glück zu träumen, nimmt sich das zu Anfang so aus, als wäre alles möglich, wenn man nur den Mut dazu aufbringt. Dann tauchen erste Schwierigkeiten auf. Sei es, dass man die Glückssuchenden nicht versteht, sei es, dass die Natur sich gegen einen stellt, sei es, dass das Gesetz etwas dagegen hat. In Grün ist die Hoffnung dreht sich alles ums Dope. Warum kann man friedliche Menschen, die sie sich nebenher etwas verdienen wollen, nicht einfach in Ruhe lassen? In dieser wunderbaren Burleske verschmelzt T.C. Boyle drei skurile Leben zu einem gemeinsamen Schicksal, stellt sie nie bloß und schafft es doch, dass der Leser amüsiert mit ihnen mit fiebert und ihre Naivität bewundert. Es sind die kleinen Schritte, falschen Einschätzungen, das Überschätzen, auch dass Menschen sich selbst nicht kennen und erstaunt darüber sind, wie sie sind; von alldem erzählt T.C. Boyle. Kurzweilig, spannend, witzig. T.C. Boyle halt.


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America. Brigitte-Edition Band 3 - T. C. BoyleAmerica. Brigitte-Edition Band 3
T. C. Boyle, Werner Richter

Gebundene Ausgabe, September 2005
     Verkaufsrang: 40833     

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Ein junger Kalifornier, Delaney Mossbacher, fährt mit seiner gepflegten Limousine auf einer kurvigen Straße einen Mann an: den illegal eingewanderten Mexikaner Candido, der mit seiner blutjungen schwangeren Frau America in einer elenden Behausung lebt. Von nun an kreuzen sich die Wege der beiden Männer immer wieder. An Zufall mag Delaney nicht glauben. Ein Roman über den Zusammenstoß zweier Welten, die Welt derer, die alles haben, und die Welt der Habenichtse."Grell und spannend wie ein Alptraum, der einen in den Tag hinein verfolgt . Das Buch trifft ins Zentrum nicht nur der amerikanischen Gegenwart." (Die Zeit)T.C. Boyle wurde 1948 in Peekskill, New York, geboren. Er war Lehrer an der dortigen High-School und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten. Heute lebt er in Kalifornien und unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Creative Writing. Sein 1987 erschienener Roman World's End brachte ihm höchstes Lob der Kritik. Noch im selben Jahr erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 51 Bewertungen)

Wunderschöne Kritik am Menschen      5 von 5 Punkten
Vordergründig eine Geschichte, die Arm und Reich gegenüber stellt.

Doch hintergründig geht es um viel mehr:
Es geht um den Hass, beide hassen den jeweils anderen, wägen sich dabei in vollkommener Unschuld an diesem Konflikt, und beide kann man verstehen.
Und es geht um den Abstieg des demokratischen, umweltbewussten und pazifistischen Delaney zu einem reaktionären Rassisten, der mit einem Revolver auf einen Mexikaner zielt.

Und doch: Am Ende sitzt er mit diesem Mexikaner inmitten des Nichts, und Delaney ist genauso wie sie: ein Obdachloser, der Haus, Frau, Kind und Hund verloren hat und nähert sich auf gruselnde Weise América an. Die Namensgeberin des Buches kommt aus einer gutsituierten Familie und ist in der Hoffnung auf mehr ohne Hab und Gut in der Wildnis gelandet. Auch Delaney hat vorher die Wildnis geliebt und sitzt nun - alles verloren - inmitten der Ödnis. Und wenn man so will, geht es Candido sogar besser als ihm: Er hat immerhin noch seine Frau, Delaney hat alles verloren. Jede Mauer, über die er sich einreden ließ, sie würde gegen "die Mexikaner" helfen, und es irgendwann selbst glaubte, hat nichts genützt.

Wunderschöne Symbole, gut ausgearbeitete Charaktere, und eine nach wie vor aktuelle Kritik an Amerikas Politik und an jedem einzelknen von uns. Denn jeder von uns könnte Delaney sein. Auch wenn wir es nicht zugeben wollen, weil wir uns wie er für demokratisch und zivilisiert halten.


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Nicht morgen, nicht gestern - Uwe TimmNicht morgen, nicht gestern
Uwe Timm

Taschenbuch, Juni 2001
     Verkaufsrang: 91671      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Einmal lauschen bitte!      5 von 5 Punkten
Nicht morgen, nicht gestern von Uwe Timm sind sechs Erzählungen, die allesamt einladen, einige Momente mit doch gar nicht so fremden Personen zu verbringen. Die Geschichten ermöglichen ein über-die-Schulter-schauen des Lesern an eher ungewöhnlichen Tagen der Hauptakteure. So erleben wir einen furchtbar unangenehmen Zwischenfall einer älteren Dame genauso mit wie eine entscheidende Begegnung an der englischen Küste. Die einzelnen Geschichten können am Stück oder auch separat gelesen werden, Hauptsache mit ein bisschen Ruhe und einer Tasse Tee unter der Decke, dieser Abend ist auf jeden Fall gelungen genauso wie die Erzählungen von Uwe Timm.


Schluß mit cool / Erzaehlungen - Tom Coraghessan BoyleSchluß mit cool / Erzaehlungen
Tom Coraghessan Boyle

Taschenbuch, Januar 2004
     Verkaufsrang: 79839      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die harmlose Frauendelegation, die am Labour-Day-Wochenende einen Erlebnisflug in die Wildnis Alaskas buchte, konnte nicht ahnen, wie ausgehungert und erlebnishungrig erst die darbende männliche Bevölkerung im ewigen Frost sein kann. "Torschlusspuder", die Geschichte des liebeskranken Provinzlüstlings Ned, in dem Lennys Geist aus Steinbecks Von Mäusen und Menschen wieder auferstanden ist, eröffnet den Reigen der 16 rabenschwarzen Erzählungen, die -- man kennt es bei T.C. Boyle -- von der Burleske oft unmerklich ins bitterbös Tragikomische umschlagen.

Wer die gute alte Tradition amerikanischer Short Stories schätzt, wird von T.C. Boyle aufs Beste bedient. Keine hingehauchten literarischen Duftwolken, denen auf dem Weg zum Roman die Luft ausging, sondern präzis getimte Miniaturen von dunkler Komik, messerscharfe Vignetten des alltäglichen Wahnsinns und seiner Protagonisten. Punktgenau, mit verblüffenden Schlusspointen, vereinen sie den Geist eines Vonnegut, Ray Bradbury und Robert Bloch sowie des legendären Magazine of Fantasy and Science Fiction in sich.

Boyle-Liebhaber finden vertraute Sujets: Überbevölkerung, Abtreibung, Endzeitszenarien, Liebe, vor allem die Natur -- (festgehalten in der wohl skurrilsten Story, einer Metapher über "Die schwarzweißen Schwestern", die, in einer Welt ohne Farbe lebend, ihren Gärtner ins Unglück stürzen, indem sie ihn zwingen, seinen farbenprächtigen Garten dem Erdboden gleichzumachen. Auch hier geht es nicht ohne die obligatorische Boyle'sche Gänsehautauflösung ab. "Nicht zimperlich" porträtiert den schmerbäuchigen Bierfreund Jason und seine völlig humorfreie Freundin Paula, eine bretthart durchtrainierte Triathletin, die ihn nach verlorenem Wettkampf im Bett regelmäßig links liegen lässt. Jason hat schließlich den genialen Geistesblitz, Paulas verhasster Konkurrentin einen speziellen Powerdrink zu mixen, um seiner Freundin zum Sieg und sich zum gerechten Lohn zu verhelfen.

Pornosüchtige Internetfreaks, randalierende Flugzeugpassagiere -- T.C. Boyles verrückter Kosmos aus Säufern, Losern, Wichtigtuern, Öko-Heinis und Menschen auf Liebesentzug, zeugt von grandioser Erzählkunst, tiefer Menschenliebe und einem entlarvenden Röntgenblick hinter die Kulissen vermeintlich gelungener Lebensentwürfe. Schluss mit cool Beileibe nicht. Dies hier ist mehr als cool. --Ravi Unger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Boyle ist ein Genie      5 von 5 Punkten
Kaum ein moderner LIterat schafft es so genial wie Boyle, Charaktere zu zeichnen und absurd tragische und gleichzeitig komische Episoeden zu entwickeln, die genüsslich mit den Stärken und Schwächen der Menschen spielen!
Eine wirklich tolle Sammlung zahlreicher Kurzgeschichten, die einen Urlaub aber auch den Leseabend versüßen können!


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Liebe, Schmerz und das ganze verdammte Zeug: Vier Geschichten - Doris DörrieLiebe, Schmerz und das ganze verdammte Zeug: Vier Geschichten
Doris Dörrie

Taschenbuch, November 1989
     Verkaufsrang: 152312      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Vier großartige, liebevolle, traurige, grausame Geschichten: 'Mitten ins Herz', 'Männer', 'Geld', 'Paradies'. Es sind Geschichten, aus denen Doris Dörrie ihre Filme entwickelt, von denen 'Männer' der weltweit erfolgreichste deutsche Film seit Jahrzehnten wurde. Geschichten um eine Kindfrau, um Liebe und Langeweile, um Eifersucht, Geld und Erfolg. Geschichten von befreiender Frische.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Menschliche Schwächen liebenswert dargestellt      4 von 5 Punkten
Endlich ein Doris Dörrie Buch das ich noch nicht kenne gefunden .FREUDE.
Wie immer sind die Hauptpersonen dieser Kurzgeschichten so dargestellt , dass man ihre Charkteristik schon nach kurzer Zeit erkennt...und sie einfach liebhaben muss. Man erkennt sich selber wieder..und kann kleine (oder eher grössere) Fehltritte einfach nicht übelnehmen.Hätte man nicht genauso gehandelt?In Wirklichkeit nicht.. in der Phantasie eben schon.
Für Dörrie liebhaber ein unbedingtes Muss.Sehr zu empfehlen..

habe leider erst 3 der 4 GEschichten gelesen und freue mich schon auf die 4.



Stille Zeile Sechs. SZ-Bibliothek Band 90 - Monika MaronStille Zeile Sechs. SZ-Bibliothek Band 90
Monika Maron

Gebundene Ausgabe, 5. Januar 2008
     Verkaufsrang: 81268      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 5,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die DDR Mitte der achtziger Jahre: Rosalind Pokowski, zweiundvierzigjährige Historikerin, beschließt, ihren Kopf von der Erwerbstätigkeit zu befreien und ihre intellektuellen Fähigkeiten nur noch für die eigenen Interessen zu nutzen. Herbert Beerenbaum, ein ehemals mächtiger Funktionär, bietet ihr eine Gelegenheitsarbeit: Rosalind soll ihm die gelähmte rechte Hand ersetzen und seine Memoiren aufschreiben. Trotz Rosalinds Vorsatz, nur ihre Hand, nicht aber ihren Kopf in den Dienst dieses Mannes zu stellen, kommt es zu einem Kampf um das Stück Geschichte, das beider Leben ausmachte, in dem der eine erst Opfer dann Täter war, und als dessen Opfer sich Rosalind fühlt. Die Auseinandersetzung mit Beerenbaum läßt sie etwas ahnen von den eigenen Abgründen und den eigenen Fähigkeiten zur Täterschaft. Stille Zeile Sechs ist die Adresse Beerenbaums, eine ruhige gepflegte Gegend für Priviligierte, weit entfernt von dem, was in den Straßen der DDR vor sich geht.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

Am Ende wird abgerechnet      5 von 5 Punkten
Es gibt wenige Bücher zeitgenössischer ostdeutscher Autoren, die sich der eigenen Vergangenheit derart ehrlich stellen wie die Monika Marons.

Denn, was der eine oder andere Rezensent übersehen haben mag, Monika Maron rechnet in diesem Roman kurz nach der "Wende" nicht etwa nur mit ihrem ehemaligen Staat, der DDR, ab, sondern auch mit sich selber, ihrer Arbeit, ihrem Elternhaus.

Wie Siegfried Lenz kürzlich in einem Interview der "ZEIT" schrieb, gibt es als Schriftsteller keine Möglichkeit, von sich selber abzusehen: "Was immer du schreibst, du gibst etwas von dir selbst preis. Man kann nicht über andere schreiben, ohne zugleich über sich selbst zu schreiben. Und also durchblicken zu lassen, was einen selbst zutiefst bedrückt."

Und genau das tut Maron in teilweise selbstquälerischer aber enorm ehrlicher Auseinandersetzung. Monika Maron beschönigt, rechtfertigt nichts. Sie versucht stattdessen Zusammenhänge herzustellen, zu verstehen.

In diesem Sinne dürfen wir Monika Marons "Stille Zeile Sechs" als "Aufarbeitung" eigener individueller Geschichte begreifen - und genau deshalb ist dieses Buch überaus lesenswert. Dass ihr dieses eigene Anliegen handwerklich und intellektuell als Roman auf hohem Niveau gelingt, spricht einmal mehr für Ihr Können.

Die Frage, ob Maron in den 70er Jahren "IM" war, spielt für die Beurteilung ihres Werks m. E. keine Rolle. Entscheidender als unsere Handlungen in der Vergangenheit ist doch unsere Fähigkeit, diese zu reflektieren. Und genau das tut Maron in diesem Buch. Wir Westdeutschen tun in Abrechnung mit den "realsozialistischen Staaten" gerne so, als ob hier jeder, ob Schriftsteller, Politiker oder Wirtschaftsführer, moralisch integer eine weiße Weste hätte. Das Gegenteil ist meist der Fall. Deshalb hat auch Günter Grass meinen Respekt verdient. Nur wer selber frei ist von Schuld, möge Steine werfen.

Fazit: Eine bedrückende, quälende aber notwendige und daher lesenswerte Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit in der DDR. Um das Leben in der DDR wirklich zu verstehen, dazu kann dieses Buch einen großen Beitrag leisten. Ein Kompliment der SZ für die Aufnahme in die zweite Staffel ihrer "Bibliothek der 100 großen Romane des 20. Jahrhunderts", denn genau da gehört es hin.


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Liebesleben - Zeruya ShalevLiebesleben
Zeruya Shalev

Taschenbuch, Februar 2002
     Verkaufsrang: 42343     

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Diese grandiose Aufnahme aus dem Jahr 2001 gibt es jetzt endlich auch auf CD: Sophie von Kessel liest Zeruya Shalevs verstörend intensiven Roman Liebesleben. Wie ein Wagen mit defekten Bremsen auf einer abschüssigen Straße -- so bewegt sich die junge Israelin Ja'ara immer schneller auf das Desaster zu. Sehenden Auges, aber nicht fähig, es zu verhindern, zerstört sie ihr wohlgeordnetes Leben und beginnt eine Affäre mit einem Jugendfreund ihres Vaters. Mann, Karriere, Selbstachtung -- alles scheinbar egal. Und atemlos verfolgt die Leserschaft diese Amour fou, die selbst der Heldin ein Rätsel bleibt, bis zum bitteren, aber spannenden Ende.

Kraft und Verletzlichkeit in ihrer Stimme vereint Sophie Kessel und wird damit zur kongenialen Interpretin dieser ganz der zerrissenen Innerlichkeit der Ich-Erzählerin gewidmeten Prosa. Die alles niederreißende Anarchie der erotischen Liebe führt am Ende aber auch tief hinein in ein Familiengeheimnis, das Ja'ara nach und nach entdeckt. Da gäbe es viel zu interpretieren für Hobbypsychologen, müsste man diesem Hörbuch nicht so überaus gebannt und atemlos lauschen.

Spieldauer: ca. 261 Minuten, 3 CDs, gekürzte Lesefassung --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 81 Bewertungen)

Atemlos geschrieben      5 von 5 Punkten
Zum Trotz meiner Vorschreiber bin ich von dem Buch fasziniert,und gebe auch keine Kritik über den Film ab,den ich nicht gesehen habe, und um den es ja hier auch nicht geht.
Mich hat die atemlose Schreibe und die lebensnahe dramatische Ambivalenz des Buches beeindruckt.Ich kann mir auch vorstellen, dass das nicht jeder manns/fraus Nerv trifft.Meinen jedenfalls um so mehr,ich habe das Buch verschlungen und wurde genauso hin und her geschleudert zwischen Liebe , Ekel,und alle den anderen sich scheinbar nicht verstehehnden Gefühlen.Aber genau so verläuft Leben:unlinear und in Widersprüchen!Davon bin ich überzeugt und Frau Shalev hat ein großes Talent es in Worte zu fassen,ganz klasse!!!!


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Lob der Stiefmutter: Roman - Mario Vargas LlosaLob der Stiefmutter: Roman
Mario Vargas Llosa

Taschenbuch, Juni 2005
     Verkaufsrang: 45076      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Seit vier Monaten ist die schöne und sinnliche Dona Lukrezia mit Don Rigoberto verheiratet. Der liebt sie leidenschaftlich, aber nicht konkurrenzlos: Alfonsito, sein Sohn, betet die Stiefmutter an.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Brisante Dreeicksgeschichte      5 von 5 Punkten
Fantastische, kurzweilig erzählte Novelle um eine brisante Dreiecksbeziehung: Don Rigoberto scheint nach dem Tod seiner Frau mit Lukrezia eine neue Liebe und ein äußerst erfülltes Liebesleben gefunden zu haben. Auch sein zehnjähriger Sohn Alfonso scheint seine Stiefmutter sehr zu mögen. Doch Lukrezia wird unsicher: Bringt ihr der engelsgleiche Stiefsohn mehr Gefühle entgegen als er sollte? Es passiert was passieren muss, sie lässt sich auf seine unschuldigen Annäherungsversuche ein.

Unterhaltsam und prickelnd bis zum Ende mit Knalleffekt. Einzigartig!!

Ein lustvolles Lesevergnügen      5 von 5 Punkten
El elogio de la madrasta, zu deutsch "Das Lob der Stiefmutter" ist ein spannender, leichtlebiger und vor allem auf inzestuöser Erotik beruhender Roman. Don Rigoberto, Vater seines 10-jährigen Sohnes Alfonso, führt eine sehr leidenschaftliche Beziehung zu Alfonsos Stiefmutter. Alfonsos Stiefmutter antwortet auf die Annäherungsversuche Alfonsos nicht als "Mutter", sondern als verführungsanfällige Frau.
Vargas Llosa schafft durch seine nonchalante Erzählart, die Leserin bzw. den Leser zu fesseln. Es packt einen die Leselust, sodass man Buch nicht vor dem perfide ausgeklügelten Ende aus der Hand legen kann. Die Schönheit der Sprache hat eine aphrodisierende Wirkung. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen - auch zum Verschenken sehr gut geeignet.


Über Liebe und Tod - Patrick SüskindÜber Liebe und Tod
Patrick Süskind

Broschiert, November 2006
     Verkaufsrang: 35148      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Die Liebe und ihr ewiger Gegenspieler, der Tod, sind das Thema von Patrick Süskinds provokantem Essay. Mit Beispielen aus Philosophie und Literatur (von Platon über Kleist bis Thomas Mann) wie aus dem modernen Leben führt er Ihnen die Liebe als Himmels- und Höllenmacht vor. Und er vergleicht die Schicksale von Jesus und Orpheus, die beide den Tod durch die Liebe zu überwinden versuchten.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ein kleines Buch zu großen Themen      4 von 5 Punkten
Ein schmaler Essay über die beiden Themen, um die alle Kunst kreist: Die Liebe und der Tod. Süskind stöbert dabei kurz in der Geschichte des Erzählens und Musizierens: Ein Schuss Platon, etwas Stenhal, eine Prise Thomas Mann, die Bibel, natürlich, dann noch ein Löffelchen Goethe - und das waren noch nicht alle.

Durchaus lesenswert. Aber schrecklich kurz, zu kurz für ein ganzes Buch. Deshalb sollte, wer selber liest, eher zu "Vom Suchen und Finden der Liebe" greifen. Diesem Buch ist der Essay nämlich entnommen. Kostet nur unwesentlich mehr, dafür wird auch das Drehbuch zum titelgebenden Film mitgeliefert.

Wer aber etwas zum Verschenken sucht, der ist bei diesem Bändchen gut aufgehoben.

Den Punktabzug gibt's, weil ich's nicht mag, wenn Altes frisch gebunden wird, ohne dass wir auch etwas dazubekommen, das wir noch nicht gelesen haben.


Rabbit, eine Rückkehr - John UpdikeRabbit, eine Rückkehr
John Updike

Taschenbuch, Januar 2004
     Verkaufsrang: 144327      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Bisher war Janice es eigentlich gewohnt, ihre Töchter und nahen Verwandten immer wieder einmal zu verlieren. Erst war es Becky und dann Teresa, die nach über 20 Jahren Janices Sohn Nelson verließ. Und nun schottet sich auch noch ihr 19-jähriges Enkelkind Judy hinter einer Wand aus Walkman-Klängen von ihr ab. Aber dann steht plötzlich eine Frau vor der Tür, die sie noch nie gesehen hat, ihr aber merkwürdigerweise irgendwie bekannt vorkommt, und behauptet, die uneheliche Tochter von Janice' verstorbenem Ehemann Harry "Rabbit" Angstrom zu sein. Kein Wunder also, dass Janice sich später beim Bridge nicht konzentrieren kann. "Harry, Harry, er war ein Problem", heißt es im Roman Rabbit. Eine Rückkehr von John Updike: "Immer hat er so ein Durcheinander angerichtet und nie hinter sich aufgeräumt, auch jetzt, zehn Jahre nach seinem Tod, überlässt er das den Lebenden".

Ein Problem scheint Harry Angstrom tatsächlich immer noch zu sein: für seine wenig aufgeräumte Witwe Janice und ihren neuen Mann und ehemaligen Rabbit-Rivalen Ronnie besonders. Deshalb sind beide wenig begeistert, als die verlorene Tochter Annabelle plötzlich vor ihrer Türe steht. Nur Nelson ist sehr angetan von der 39-jährigen Krankenschwester, mit der er sich nach einem ersten, verschüchterten Date in einem Schnellrestaurant blendend über seine Arbeit als Therapeut -- und über seinen Vater -- unterhalten kann. Denn Rabbit ist allgegenwärtig in den Gesprächen der Figuren, und irgendwie, als Auslöser eines Streits zum Thanksgiving-Diner, schafft er es dann sogar, dass Nelson sich von seinen allzu eng gewordenen Familienbanden etwas emanzipieren kann.

Fans der grandiosen Rabbit-Romane Hasenherz, Unter dem Astronautenmond, Bessere Verhältnisse oder Rabbit in Ruhe werden sich über das unverhoffte, indirekte Wiedersehen mit dem am Ende der Tetralogie arg verfetteten Familientyrannen Harry Angstrom freuen. Für alle anderen hat Updike wieder einmal einen fulminanten Kurzroman vorgelegt, der tief hineinleuchtet in die US-amerikanische, von Doppelmoral geprägte Familienseele. --Thomas Köster

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Versöhnung mit Rabbits Tod      4 von 5 Punkten
Ich habe die 4 Romane sehr genossen, obwohl ich gar nicht genau sagen kann warum. Es liegt irgendwie eine faszinierende Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit in dem Leben von Rabbit. Und dann stirbt er einfach und lässt mich mit so vielen Fragen zurück. Trotzdem war ich sicher, dass die Geschichte zerstören würde. Naja, die Neugier hat letztendlich gesiegt und obwohl es nicht annähernd an die 4 Vorgänger herankommt, hat dieses Buch mich versöhnlich gestimmt. Ich kann jetzt den Tod von Rabbit besser akzeptieren.


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Die Vertreibung aus der Hölle - Robert MenasseDie Vertreibung aus der Hölle
Robert Menasse

Broschiert, Mai 2008
     Verkaufsrang: 51915     

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Das Portugal des frühen 17.Jahrhunderts: Religiöser Fanatismus im Zeichen des Kreuzes, die Scheiterhaufen brennen. Hier lebt Manoel Dias Soeiro, das jüngste Kind einer Familie von Marranen, geheimen Juden unter der ständigen Bedrohung, entdeckt und an die Inquisition verraten zu werden. Manoel weiß noch nichts von seiner Herkunft und beteiligt sich an den grausamen Spielen der Kinder, die sich schon früh im Denunziantentum üben. Doch dann fallen seine eigenen Eltern den Inquisitoren in die Hände. Manoel, auch Mané gerufen, was soviel heißt wie "der Naive", ist das Kind mit den vielen Namen. Nach einer abenteuerlichen Flucht wird er schließlich in Amsterdam als der jüdische Gelehrte Samuel Manasseh ben Israel in die Geschichte eingehen.

Das heutige Wien: Der Historiker Viktor Abravanel, geboren 1955, besucht 25 Jahre nach Schulabschluss ein Klassentreffen und provoziert bereits beim Aperitif einen Eklat, als er die anwesenden Lehrkräfte beschuldigt, ehemalige NSDAP-Mitglieder zu sein. Nachdem sich die Gesellschaft fluchtartig aufgelöst hat, lässt Viktor im Gespräch mit seiner Jugendliebe Hildegund die überwiegend tragikomischen Ereignisse seiner Schüler- und Studentenzeit wiederaufleben.

Fast vier Jahrhunderte liegen zwischen diesen beiden Biografien. Im Roman bilden sie zwei so eng ineinander gewobene Handlungsstränge, dass die Übergänge fließend zu sein scheinen. Immer wieder zeigen sich deutliche Parallelen: Samuels Familie entkam nur knapp der Inquisition, Viktors jüdischer Vater musste vor den Nazis nach England flüchten. Aber auch alltägliche Zwänge und Grausamkeiten in Familie, Ausbildung und Beziehungsleben scheinen als das immer Gleiche wiederzukehren, als private Höllen, die wir immer erst rückblickend erkennen: nachdem wir aus ihnen vertrieben wurden.

Robert Menasse hat mit Die Vertreibung aus der Hölle bereits seinen vierten Roman vorgelegt. Wie schon in der Trilogie der Entgeisterung zeichnet er, nun vor historischem Hintergrund, ein düsteres Bild unserer Zeit -- ohne Larmoyanz, aber mit viel Sarkasmus, Wortwitz und Sinn für Groteskes. Die autobiografischen Züge an der Figur Viktors werden durch die Namensgleichheit mit ihrem geschichtlichen Alter Ego noch pointiert. (Ein von Rembrandt gemaltes "Portrait des Rabbi Menasse" ziert auch das Buchcover.)

Die historischen Passagen versteht Robert Menasse mit viel Fantasie und Einfühlungsvermögen packend zu schildern: die von religiösem Fanatismus aufgeheizte Stimmung auf den Straßen Lissabons, das mörderische Spektakel eines Autodafés, die Angst der Verfolgten, ihre Flucht in die Freiheit und die nie endende Qual der Erinnerung. Die narrative Engführung mit der letztendlich als Farce erscheinenden Lebensgeschichte Viktors geht dabei aber nicht ganz auf. Der groß angelegte Roman verliert durch den Anschein, primär eine vergleichende Fallstudie zu sein, ein wenig an innerer Kraft. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass sich die Geschichte insofern wiederholt, als wir uns selbst in ihr wiedererkennen: unsere ratlosen Gesichter, unsere verzerrten Fratzen. --Mathis Zojer

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)

Wechselspiele      5 von 5 Punkten
25 Jahre nach der Matura kommt es bei einem Klassentreffen, bei dem auch viele ehemalige Lehrer anwesend sind, durch den Geschichtsprofessor Viktor zu einem Eklat. In geselliger Runde verliest er plötzlich die NSDAP - Mitgliedsnummern der anwesenden Lehrer, worauf diese empört das Restaurant verlassen. Nur Viktor und seine ehemalige Schulkollegin Hildegund bleiben. Zwischen ihnen entspinnt sich im Laufe des Abends ein Austausch an Erinnerungen, Geständnissen, Erklärungen, den sie als Schüler nie haben konnten.

Die Parallelhandlung erzählt von Máne, einem jüdischen Kind im Portugal des 17. Jahrhunderts. Seine Eltern werden von der Inquisition verfolgt, Máne soll als Jesuit aufwachsen, doch nach vielen Mühen gelingt ihnen die Flucht nach Amsterdam, wo Juden eine Bleibensberechtigung haben. Máne geht in die Rabbinerschule und soll schon bald der Lehrer Spinozas werden.

Was auf den ersten Blick nicht zusammen gehen kann, weil die Zeit zu weit auseinander ist und die Gesellschaften sich in nichts ähneln, wird bald zu einem Vexierspiegel indem man Viktor und Máne wiederfindet. Menasses erzählerischer Stil schafft es eine spannende Geschichte zu formen, die das Aufwachsen zweier Männer erzählt und deren Handlungen und Erlebnisse sich trotz der wenigen Gemeinsamkeiten, die sie haben, immer mehr verstricken und bald ist die Jugendgeschichte Mánes ein Vorläufer der von Viktor. Sachen, die im 17. Jahrhundert den sicheren Tod bedeutet hätte, werden im 20. zu Peinlichkeiten und genauso umgekehrt.
Immer deutlicher kommt aber der Machtwahn des Menschen heraus. Máne und Viktor sind Mitläufer, Ausgegrenzte, die nur zu gerne dazugehören wollten. Ihr gesellschaftliches Manko versuchen sie mit Fleiß wegzumachen, doch müssen sie immer wieder einsehen, dass der größte Fleiß und willenloseste Anpassung nichts nützen, wenn die Gesellschaft nicht will, dass sie dazugehören.
Ein sehr erschreckender Roman, der jedoch leicht und locker erzählt wird, das macht die großen Qualitäten Menasses aus.

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Endmoränen - Monika MaronEndmoränen
Monika Maron

Broschiert, März 2004
     Verkaufsrang: 95756      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Der Sommer ist beinahe vorüber, die geplante Biografie noch immer ungeschrieben -- und Johanna, in ihrem Sommerhaus, befindet sich inmitten einer Endmoränen-Landschaft und fern ihrer Wohnung in Berlin. Sie wartet. Wartet quälend, auf was auch immer.

Früher, als sie das Ende des Sommers noch als Verlust empfunden hat, schrieb Johanna Vorworte und Nachworte. In diesen hat sie geheime Botschaften an der Zensur vorbei geschmuggelt -- bis das "Wunder" (die Wende) dieses Talent völlig unnötig machte. Johanna aber, weil sie vor lauter Freude und Lachen vergessen hat, sich zu diesem günstigen Zeitpunkt (wie so viele andere) eine neue Biografie zu erfinden, leidet unter dem Gefühl lähmender Gleichgültigkeit: sie hat der Welt nichts mehr mitzuteilen und harrt dem Ende des Tages, des Sommers und schließlich des Lebens scheinbar in Gleichmut entgegen. Aber auch die Lebensentwürfe ihrer Freunde sind leise gescheitert -- und ebenso warten diese, warten, auf was auch immer und in Geduld.

Monika Maron, die Zeremonienmeisterin im Ausloten von Widersprüchlichkeiten des DDR-Alltags, knüpft in ihrem neuesten Roman an ihre frühen Werke wie Flugasche oder Die Überläuferin an. Wo sich zuletzt in Animal Triste die greise Heldin in ihrer bedingungslosen Liebe scheinbar aus Zeit und Geschichte entfernt hat, reflektiert Johanna in Endmoränen ihre gegenwärtige Situation gerade vor dem Hintergrund ihrer gebrochenen Biografie: Sie leide, so ihr Mann Achim, unter "einer geistigen Deformation ... als Folge erzwungener defensiver Denkgewohnheiten".

Und so schleppt sich Johannas Versuch, eine Biografie ohne geheime Botschaften zu schreiben, quälend und langsam dahin -- sie hat keine Sprache für ihre gegenwärtige Wirklichkeit und jedes Handeln erscheint ihr überflüssig. Umso mehr hat Monika Maron in diesem neuen Roman eine Sprache gefunden, um die Innenwelt dieser in existenzielle Atemnot geratenen Figur zu erkunden und darzustellen. Ein leises Buch, aber von bedrängender, suggestiver Kraft. --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Man muss seinen Garten pflegen      5 von 5 Punkten
Voltaire lässt seinen Candide am Ende seiner Irrfahrt zu der Erkenntnis gelangen "Il faut cultiver son jardin." Sich auf die Pflege seines eigenen Gartens zu bescheiden, bedeutet auch die Abkehr vom Wunsch, die Welt verändern zu wollen. Vielleicht ist es hilfreich, diesen Gedanken mitzunehmen, wenn Monika Maron ihr Landleben in "Endmoränen" beschreibt.

Das Buch ist der nüchterne Rückblick einer Frau jenseits der ersten Lebenshälfte. Das Fazit fällt deprimierend aus. Weder der Ehemann noch die gemeinsame Tochter, noch die eigene schriftstellerische Arbeit entsprechen den eigenen Vorstellungen von einst. Der Sommer ist zu Ende, der Herbst steht vor der Tür.

Die schonungslos offene und illusionslose Analyse der in die Jahre gekommenen Ehe ist vielleicht das größte Verdienst dieses Buches. Die Suche nach dem Glück ist fast zum Erliegen gekommen. Das Ende ist vorerst offen und wird in "Ach, Glück" seinen weiteren Verlauf nehmen. Wir ahnen schon, dass es kein "Happy End" geben kann und in der Idealisierung eines solchen Ausgangs wohl wie wirkliche Lebenslüge besteht.

Fazit: Für alle Leser im Herbst des Lebens.


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Geflüster auf Seide gemalt: Reisen in Asien - Cees NooteboomGeflüster auf Seide gemalt: Reisen in Asien
Cees Nooteboom

Broschiert, Juni 2008

Verkaufsrang: 18071
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90
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