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Seite 17

Freiheit, Schuld und Verantwortung: Grundzüge einer naturalistischen Theorie der Willensfreiheit (edition unseld) - Gerhard RothFreiheit, Schuld und Verantwortung: Grundzüge einer naturalistischen Theorie der Willensfreiheit (edition unseld)
Gerhard Roth, Michael Pauen

Taschenbuch, 22. September 2008
     Verkaufsrang: 29083      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Keine wissenschaftliche Debatte ist in den letzten Jahren mit soviel Vehemenz in der Öffentlichkeit ausgetragen worden, wie der Streit um die Willensfreiheit. Der traditionelle Begriff von "Willensfreiheit", der auch dem deutschen Strafrecht und seinem Schuldbegriff zugrundeliegt, setzt voraus, daß Menschen jenseits aller psychologischen und neurobiologischen Determinanten entscheiden und handeln können. Eine solche Konzeption von Willensfreiheit ist weder begrifflich-philosophisch noch empirisch akzeptabel. In diesem Buch entwickeln Gerhard Roth und Michael Pauen gemeinsam ein neues Konzept der Willensfreiheit. Grundlage ist ein "aufgeklärter Naturalismus", der vorwissenschaftliche Phänomene, philosophische Begriffe und wissenschaftliche Methoden gleichermaßen ernst nimmt. Hieraus ergibt sich ein Verständnis von Freiheit, das die Fähigkeit zu selbstbestimmtem Handeln auf der Basis eigener Wünsche und Überzeugungen in den Mittelpunkt stellt. Roth und Pauen entgehen damit den Schwierigkeiten vieler traditioneller Konzeptionen, erfassen das Alltagsverständnis von Willensfreiheit und werden zugleich auch den Erkenntnissen der Neurobiologie gerecht. Ihr Konzept, so argumentieren die Autoren, macht zudem ein wesentlich differenzierteres Verständnis von Schuld und Verantwortung möglich, aus dem sich weitreichende Konsequenzen für das Strafrecht und den Strafvollzug ergeben.
"Freie Handlungen dürfen weder unter Zwang noch unter vollständiger Determination vollzogen werden. Wir bezeichnen diese Forderung als Autonomieprinzip, aber Handlungen, die wir frei nennen, dürfen auch nicht zufällig sein."


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Psyche und Willensfreiheit      5 von 5 Punkten
Ein aufklärerisches, sehr zu empfehlendes Buch besonders für diejenigen, welche noch an eine vom Gehirn trennbare unsterbliche Seele glauben. Neueste spannende Erkenntnisse der Neurobiologie werden dargestellt. Dabei wird auch auf das Problem der Willensfreiheit eingegangen. Eine weitere Kränkung des überheblichen Menschen zeichnet sich damit ab. Wie trotzdem der Mensch eigenverantwortlich handeln kann und gesellschaftlich auch muss, wird diskutiert. Freiheit wird trotz Determination als Selbstbestimmung erkannt. Ein Buch, das auch moralische Fragen aufwirft und daher eine Herausforderung für die Religionen ist.


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Die Netzflickerin - Maarten 't HartDie Netzflickerin
Maarten 't Hart

Taschenbuch, Januar 2010
     Verkaufsrang: 46064      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Bei uns wurde der Niederländer Maarten 't Hart mit seinem Roman Das Wüten der ganzen Welt auf einen Schlag berühmt.
Sein neues Buch Die Netzflickerin erzählt das Leben des Apothekers Simon Minderhout. Geboren wurde er 1914 und schon in der scheinbar unbeschwerten Kindheit treten ihm die Fragen entgegen, die ihn sein ganzes Leben beschäftigten werden. Ist er Schuld am Tod seines Freundes? Die beiden hatten sich darum gestritten, wer den Rest in der Bierflasche bekommen sollte. Keiner ahnte, daß sie ein Pflanzengift enthielt. Simons Ruhelosigkeit besänftigt nur die Musik. Sein Vater versucht ihn zu trösten: "Alles, was du tust und läßt, hat meistens keine, aber manchmal ganz plötzlich unheimlich weitreichende Folgen. Fast immer geht es gut, aber ein einziges Mal nicht."
Ein ergreifend schönes Buch, das unbedingt mit der dazugehörenden CD, die die passende Musik von Bruckner enthält, genossen werden sollte. -Manuela Haselberger


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)

Hexenjagd      5 von 5 Punkten
Am Anfang steht die Beobachtung einer unverfänglichen Tat, daraus wird eine Idee, eine Interpretation. Später verdichtet sich die vermeintliche Gewissheit über die Motive des Handelns und es entsteht Wissen. Wissen, das in den falschen Händen zur Anschuldigung eines Unschuldigen führt. Hexenjagd! Aber ist derjenige wirklich schuldig oder ist nicht doch unschuldiges Opfer? Es rächt sich, daß er sich jahrzehntelang kaum in das städtische Leben integriert hat. Ja, er lebte in dem Ort, allerdings auf seine Art, ohne am wirklichen Dasein der ihn umgebenden Menschen teilzunehmen. Diese empfinden seine Art als hochnässig und merkwürdig. Nicht ohne Grund erstrecken sich die Kommentare der Bevölkerung nach Veröffentlichung der angeblichen Tat über mehrere Seiten. Die perfekten Ausgangsbedingungen um ihn als schwarzes Schaf auszugrenzen und zum Sündenbock zu stempeln - der Autor gibt ihnen viel Raum. "Was kann befreiender sein, als jemanden mit Schuld zu beladen?" (Seite 335). In diesen Worten Aaron Obersteins steckt viel Wahres. Es ist unerheblich ob die Tat so tatsächlich passiert ist, es interessiert auch keinen. Die Zeitungsnachricht wird zum Selbstläufer, der angeblich Schuldige an den Pranger gestellt.
Dieses Buch erinnert tatsächlich sehr an "Das Wüten der ganzen Welt". Nicht nur weil dieselben Charaktere wieder auftauchen und weiter vertieft werden, auch die Schuld- und Schicksalsfragen wiederholen sich. Darüber hinaus gewinnt die Geschichte durch die Sündenbock-Thematik eine neue Dimension. Alles in allem unbedingt lesenswert!


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Mein Jahrhundert - Günter GrassMein Jahrhundert
Günter Grass

Taschenbuch, 1. April 2001
     Verkaufsrang: 124311      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Redet hier das Jahrhundert selbst? Je mehr man blättert, desto stärker wird die Sogwirkung. Ein schweres Buch. Aber auch wieder sehr leicht. Aber doch wieder so schwer, daß es am liebsten an einem Stehpult gelesen werden möchte. Wie seltsam. Wie schön. Günter Grass schlüpft in Rollen. Behutsam werden wir von ihm durch das zu Ende gehende Jahrhundert geführt, Grass zeichnet es nach - Jahr für Jahr - ein Aquarell, eine Geschichte.
Nicht die Großereignisse liegen ihm am Herzen. Es sind die Nebenschauplätze, die er aufspürt, oft scheinbar Unwesentliches, das bei näherer Betrachtung aber schlagartig zur Erhellung des Ganzen beiträgt. Es sind die Sabotagegedanken eines verzweifelten Bordmechanikers während des demütigenden Fluges zur Übergabe des Luftschiffs LZ126 als Reparationszahlung an die Amerikaner 1924. Das Essay über die ideologische Bredouille des linken Lehrerehepaars, dessen Anzeige bei der Polizei 1972 zur Verhaftung Ulrike Meinhofs führte, ist eines der beklemmendsten und feinstbeobachteten in diesem Buch.
Über die furchtbaren Weltkriegsjahre 1914-1918 schwadronieren im edlen Züricher Café die Autoren Remarque und Jünger im Beisein einer jungen Schweizerin. Schnell gerät man sich in die Haare über Stahlhelmqualitäten und Feinheiten des Gaskrieges an der Westfront. Grass läßt das Gespräch Mitte der 60er Jahre stattfinden und plötzlich wird bedrückend klar, wo die Herren noch immer zu Hause sind und es wohl auf immer und ewig sein werden. Die Episode nimmt eine wahrhaft schaurige Wendung, als die junge Eidgenossin in einem kleinen Nebensatz zu erkennen gibt, dieses Gespräch im Rahmen einer Forschungsarbeit für eine der größten Schweizer Waffenschmieden zu führen.
Die Geschichten wollen nicht enden. Es gäbe noch so viel zu erzählen. Von Jankele, dem jüdischen Glaser, der das Panzerglas für Eichmanns Zelle anfertigte und nun im Gerichtssaal über seine getötete Familie reflektiert, und, und, und.
Gegen Ende schlüpft Grass gar noch in Birgit Breuels Kleider. Er konnte nicht anders. Sein Lieblingshaßobjekt. In einer wunderbar entlarvenden Rechtfertigungssuada läßt er die Treuhanddame lamentieren über jenen deutschen Großdichter, der sich erdreistet, sie in seinem geplanten Roman mit der Figur eines anderen Großen, Fontane, zu vergleichen. "Nur weil eine gewisse Frau Jenny Treibel es genau wie ich verstanden hat, das Geschäftliche mit der Poesie zu verbinden. Aber sollte dennoch alles schiefgehen, man hat ja noch den Familienbesitz mit Elbblick!" Dazu Grass´ aquarellierte Hand, aus der Menschlein wie geknickte Streichhölzer rieseln. Getroffen!
Vielleicht läßt der eine oder andere Käufer ja diesmal seine obligate Geschenkidee, "Unser Jahrhundert im Bild" auf dem Wühltisch am Kaufhauseingang liegen. Mein Jahrhundert ist ebenso reich an Bildern, keine Königshochzeiten zwar, aber Geschichten und Aquarelle von einer Kraft, die jeden halbwegs sensiblen Leser so schnell nicht mehr losläßt. -Ravi Unger
Der Text bezieht sich auf die illustrierte Version des Buches


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 30 Bewertungen)

Fassettenreichtum      5 von 5 Punkten
Ich habe mir dieses Buch auf Empfehlung durch meinen ehemaligen Lehrer gekauft und kann nur sagen : ein weiteres Meisterwerk von Grass.Er schlüpft in so viele Rollen und Personen und führt seine Rolle mit voller Konsequenz aus.Was mich besonders beeindruckt hat ist das Kapitel in denen er sich in die Rolle einer Journalisten begibt,die Remarque und Jüngers interviewt um so ihre Erfahrungen des 1.Weltkrieges in Erfahrung zu bringen.
Ein umfangreicher Einblick in die deutsche Geschichte und zwar mal von oben und mal von unten betrachtet was das ganze Buch und jede einzelne Geschichte sehr interessant macht und durch die typische Grass`sche Erzählweise wird "sein" Jahrhundert nicht nur lebendig sondern auch nachvollziehbar.
Für mich eines der besten Bücher von Grass.


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Himmel, der nirgendwo endet - Marlen HaushoferHimmel, der nirgendwo endet
Marlen Haushofer

Broschiert, Mai 2005
     Verkaufsrang: 97572      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"In Himmel, der nirgendwo endet wird die kleine und unendliche, in den meisten Menschen verschüttete Welt der Kindheit zauberhaft eingefangen." (Neue Zürcher Zeitung).



Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Schön traurig      5 von 5 Punkten
Trotz der Problematik schafft es die Autorin immer wieder, dass ich doch ihre Geschichten zu Ende lese. Sie hat schreibtechnisch eine magische Sogkraft. Aus psychologischer Sicht ist die Erzählung ihrer Kindheit eine Katastrophe: eine gefühlskalte, überperfektionistische, sich verausgabende Mutter und ein Vater, der sich da raus hält und in seine Gartenhütte flüchtet oder auch mal cholerische Anfälle bekommt und dann seinen Hund prügelt/tritt.
Inhaltlich gesehen sehr traurig, schwer und belastend aber vom Schreibstil her schnörkellos, einfach, leicht und wunderschön


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Das Echolot-Projekt: Das Echolot - Barbarossa '41 - Ein kollektives Tagebuch - (1. Teil des Echolot-Projekts): TEIL 1 - Walter KempowskiDas Echolot-Projekt: Das Echolot - Barbarossa '41 - Ein kollektives Tagebuch - (1. Teil des Echolot-Projekts): TEIL 1
Walter Kempowski

Taschenbuch, 1. April 2004
     Verkaufsrang: 110632      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Es ist alles da, in allen Tonlagen, an allen Fronten, der Krieg, der Kampf, der unendliche Schrecken, der sich im Buch von Seite zu Seite weitet, immer weiter, bis dahin, wo kaum ein Berichterstatter vorher hingesehen und mitgeschrieben hat." (FAZ )

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Spannend, ergreifend und fesselnd      5 von 5 Punkten
Kempowskis Idee, Tagebucheinträge, Briefe, Postkarten, etc. in den Kontext der Zeit zu stellen, ist genial.
Besonders hat mir gefallen, dass er hier nicht nur Deutsches Material ausgewertet hat sondern auch aus Russland und aller Welt. Die Zeitzeugenberichte aus dem belagerten Russland sind teilweise so erschütternd, wie auch der sinkende Mut an der Front. Genauso hat mich aber auch der feste Glaube an den Sieg und diverse wirre Ausführungen des Führers erschüttert. Wenn man bedenkt, dass dieser Wahnsinn, trotz der Hoffnungslosigkeit, noch 4 Jahre weiter tobte...


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Der Vorleser - Bernhard SchlinkDer Vorleser
Bernhard Schlink

Gebundene Ausgabe, 2009
     Verkaufsrang: 34776     

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DER VORLESER

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 531 Bewertungen)

Das Buch zum Film, oder umgekehrt ;-)      4 von 5 Punkten
Ich habe zuerst den Film im Kino gesehen und mir dann das Buch gekauft, weil mir der Film sehr gut gefallen hat. Ist sonst eher selten, dass ich ins Kino gehe und dann noch animiert werde, das Buch zu kaufen. Es orientiert sich sehr stark am Film (oder der Film eben am Buch), man kann es in einem Stück lesen, es ist sehr überschriftlich geschrieben und man kann sich sehr gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen. Ich hatte öfter die Szenen aus dem Film vor Augen. Fazit: Kaufempfehlung, darf in keinem Bücherregal fehlen. Als Taschenbuch kommt es allerdings nicht sehr hochwertig rüber, eine gebundene Ausgabe wäre mir persönlich am liebsten gewesen.


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Späte Familie - Zeruya ShalevSpäte Familie
Zeruya Shalev

Broschiert, Juni 2007
     Verkaufsrang: 32177      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Von einem Tag auf den anderen trennt sich Ella von Ihrem Mann und fordert ihn auf, die Wohnung zu verlassen. Sie bleibt zurück mit dem gemeinsamen Kind, und aus der anfänglichen Erleichterung wird bald tiefe Verunsicherung aus der sie nur langsam wieder herausfindet. Und schließlich begegnet sie einer neuen Liebe.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 22 Bewertungen)

krönender abschluß der trilogie      5 von 5 Punkten
nach "liebesleben" und "mann und frau" bildet dieses buch den krönenden abschluß der beziehungstrilogie. shalev schafft es den leser in den sog der geschichte zu ziehen. es läßt einen einfach nicht mehr los. das gefühls- und seelenleben der hauptfigur ella wird so intensiv und nachvollziehbar ausgebreitet: das schwanken zwischen trauer und glück, mut und verzweiflung, hochmut und kränkung. nach der trennung von ihrem mann stürzt sich ella in eine neue liebe. doch am ende stellt man sich die traurige frage, wie könnte sie es schaffen nicht immer wieder in die selbe falle zu gehen, wie könnte sie aus dem belastenden beziehungskreislauf endgültig aussteigen?
shalev erzählt eine geniale, kluge geschichte mit einer wunderbaren bildreichen sprache. die grenzen zwischen gesagtem und gedachten verschwimmen manchmal, doch das ist für mich keineswegs irritierend, sondern zeugt von größter kunst gefühle sprachlich auszudrücken. das buch ist einfach absolut empfehlenswert!


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Das große Janosch-Buch: Geschichten und Bilder - JanoschDas große Janosch-Buch: Geschichten und Bilder
Janosch

Broschiert, 14. August 2007
     Verkaufsrang: 95558      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Das große Janosch-Buch ist längst ein Klassiker. Es versammelt Janoschs beste Kindergeschichten mit den vielen unverwechselbaren Helden. Ob Janosch vom kleinen Schiff Pyjamahose in der großen Stadt Paris erzählt oder vom Besenbinder mit dem unpassenden Namen Antek Pistole, vom Land Margarinien, von Onkel Popov, der ein bisschen fliegen kann, oder von sich selbst - immer ist er hintergründig-heiter. Ein großes Buch mit vielen Bildern, zum Selber- oder Vorlesen, zum Schmökern und Lachen für alle großen und kleinen Janosch-Fans.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Am Janoschten Janosch      5 von 5 Punkten
This collection is the essence of Janosch - odd, unique. The stories never take obvious turns, instead meandering always Janoschward. They are not cute or cuddly. If you want the lovely tigerduck, you will not find him here.
The rhymes, pictures, and stories are all fresh and intriguing - and the characters, ah, the characters! How wonderful to read about the trials of sleepy dormice, Parisian drunkards, and broom-makers turned to a life of crime. Where else could we find such voices, such stories?
No, it is not a good choice for small children, but it is a perfect expression of a very individual mind. Janosch fans who do not need sweetness with their weird will treasure it.


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Gegen den Tag (rororo) - Thomas PynchonGegen den Tag (rororo)
Thomas Pynchon

Taschenbuch, 3. Mai 2010
     Verkaufsrang: 43931      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 18,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Thomas Pynchon ist ein Freak. Seit 1963 schottet sich der heute 71-Jährige von der Öffentlichkeit ab, es kursieren nur wenige mehr als 40 Jahre alte Fotos. Dafür hatte er vor kurzem Gastauftritte in drei Folgen der "Simpsons": Er sprach sich selbst, doch seine Figur hatte eine Tüte mit einem Fragezeichen über den Kopf gestülpt. Und er schreibt weiterhin sehr dicke und sehr seltsame Bücher. Pynchons sechster Roman bricht mit 1 596 Seiten zwar den eigenen Längenrekord, ist aber gleichzeitig sein bisher zugänglichstes Werk. "Gegen den Tag" beginnt an Bord eines Luftschiffs, das Kurs auf die Weltausstellung 1893 in Chicago nimmt, und endet wenige Tage nach dem Ersten Weltkrieg. Im Mittelpunkt stehen der Bergarbeiter, Anarchist und Bombenleger Webb Traverse und seine drei Söhne. Ganz Postmodernist, flankiert Pynchon seine Handlung mit historischen Personen, führt mehr als 100 Charaktere ein und lässt viele Handlungsstränge ins Nichts laufen. Der Plot pendelt zwischen albern und ernst, streift alle Genres von wissenschaftlicher Abhandlung über Spionagethriller bis hin zu Science-Fiction und lässt auf derbste Zoten hochliterarische Passagen folgen. Damit legt Pynchon das bisher beste Buch auf Dünndruckpapier vor, für das man schon mal seinen Sommerurlaub opfern kann. Gegen Verständnisschwierigkeiten haben seine Hardcorefans übrigens im Internet ein englisches Lexikon erstellt, in dem jede einzelne Seite bsprochen wird. (cs)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Freude nach Zeit der Quahl      5 von 5 Punkten
Ich habe mir das Buch gekauft, wegen dem positiven Artikel im Stern. Vielleicht hätte mich ''sein zugänglichstes Werk'' hellhörig machen sollen, denn die ersten Seiten waren eine Quahl, besonders für jemanden wie mich, der sich Namen sehr schwierig merken kann, aber nach 400 Seiten macht mir das Buch wirklich Spaß zu lesen und muss mich nicht mehr zwingen es zu lesen. Was mir sehr gut gefällt ist die schnelle Erzählweise und die plötzlichen Orts- und Personenwechsel, am Anfang eher anstrengend aber später hat man sich daran gewöhnt. Durch diesen Effekt wurde das Buch für mich zu keinen Zeitpunkt langweilig, weil man sich nicht zu lange mit einer Person aufhällt bzw man unbedingt mehr über die Geschichte der Person erfahren will und dadurch wieder eine neue Geschichte leist, welche einen auch wieder gefällt, von der man auch wieder mehr erfahren möchte, die Suchtspirale ist definitv vorhanden. Ebenfalls sehr gut gefallen mir die wissenschaftlichen Inhalte im Buch auf dem Level der damaligen Zeit. Zusammengefasst ist ''Gegen den Tag'' ein anspruchsvolles Buch was eine etwas längere Einlesezeit bedarf und eine schnelle Auffangsgabe voraussetzt, aber einen dafür mit vielen tollen, witzigen und cleveren Geschichten belohnt.


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Das Evangelium nach Jesus Christus (rororo) - José SaramagoDas Evangelium nach Jesus Christus (rororo)
José Saramago

Taschenbuch, 1. Oktober 1997
     Verkaufsrang: 111856      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Jesus als "Mensch unter Menschen" - lebenshungrig und voller Neugierde, sinnenfroh und genießerisch, manchmal aber auch ängstlich und unsicher. José Saramago gibt in seiner bisweilen skandalösen, stets aber glaubwürdigen "Heilandsgeschichte" den bekannten Ereignissen immer wieder überraschende, phantasievolle neue Wendungen. Er rüttelt an den Fundamenten unserer Kultur und stellt mit beeindruckender Radikalität Geschichte, Religion und Legende in Frage.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)

"Du kannst Gottes Willen nicht zuwider handeln, Nein, aber meine Pflicht ist es, dies zu versuchen" (501).      5 von 5 Punkten
"Wann, Herr, kommt der Tag, daß du dich uns zuwendest und vor den Menschen deine Irren, eingestehst" (164). Es verwundert nicht, dass die katholische Kirche in all ihrer Borniertheit gegen Jose Saramagos Roman "Das Evangelium nach Jesus Christus" Sturm lief und ihn aus den Buchläden verbannt sehen wollte. Diese satanischen Verse wollte man den eigenen Schäfchen nicht zumuten. Humorlose Fundamentalisten gibt es halt nicht nur im Morgen- sondern auch im Abendland. Alle anderen erwartet hier ein Roman der Extraklasse des kürzlich verstorbenen portugiesischen Literaturnobelpreisträgers.
Dabei ist der Titel durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Plot des Romans dreht sich rund um die Lebensgeschichte des Jesus von Nazareth beginnend mit seiner Zeugung bis zur Kreuzigung. Berichtet wird die Geschichte aus Sicht des für Saramagos typischen allwissenden Erzählers, der sich mit ironisch-süffisanten Bemerkungen nicht zurückhält. Und die arme gerade in den vergangenen Monaten so geplagte katholische Seele wird gleich zu Beginn des Romans zutiefst erschüttert, da hier äußerst anschaulich der Jungfrauenmythos, ein Zeichen der neurotisch-verlogenen Sexualmoral der katholischen Kirche, dekonstruiert wird: "Gott, der allenorts ist, war auch hier zugegen, doch da er ist, was er ist, rein ein Geist, konnte er nicht sehen, wie die Haut des einen die Haut des anderen berührte, wie sein Fleisch in ihr Fleisch drang [...] und sicherlich war er schon nicht mehr zugegen, als Josefs geheiligter Samen sich in das geheiligte Innere Marias ergoß" (27).
So und so ähnlich interpretiert der Roman die bekannten Geschichten aus dem Neuen Testament: Der Kindsmord des Herodes, die Jugendzeit Jesu, die so in keinem der bekannten Evangelien nachzulesen ist, seine sehr körperlich vonstatten gehende Liebesbeziehung zu Maria Magdalena und schließlich seine Zeit als Menschenfischer mit bekanntem Ausgang. Dabei gehört das Vorspiele zur Kreuzigung zu den absoluten Highlights des Romans. In einem Gespräch mit dem Teufel (!!), der mit Gott eine Einheit bildet, offenbart der Allwissende seinem Sohn die Pläne, die er für ihn vorgesehen hat: "Die des Märtyrers, mein Sohn, des Opfers, so lässt sich der Glaube noch am ehesten verbreiten und entfachen" (423). Der ziemlich perplexe Jesus, in dessen Lebensplanung ein qualvoller Tod eigentlich nicht vorgesehen war, fragt nach, wie der Herr denn auf so eine Idee gekommen sei. Diese entpuppt sich als genialer Marketingstratege und antwortet: "Die Zeiten, da man denen Gehör schenkte, sind vorbei, heute wirken nur noch radikale Mittel, etwas, das schockiert, das die Gefühle mitreißt, Ein Gottessohn am Kreuz, zum Beispiel" (430). Was denn aus diesem neuen Glauben, dem Christentum, in der Zukunft werden wird, verlangt Jesus zu wissen. Als Antwort gibt Gott etwas missmutig einen kurzen Abriss des Blutzolls, den dieser Glaube verlangen wird. Erschüttert und angewidert schleudert Jesus Gott sein persönliches Non Serviam entgegen: "Du kannst Gottes Willen nicht zuwider handeln, Nein, aber meine Pflicht ist es, dies zu versuchen" (501). Doch schon bald muss Jesus feststellen, dass er die Perfidität Gottes noch unterschätzt hat.
Fazit: Witzig, provozierend und höchstaktuell. Ein Gott, der die Vorteile eines öffentlich zur Schau getragenen Opfertodes erörtert, erinnert doch sehr an die Planer der zahlreichen Selbstmordattentate rund um den Globus. Nach Saramagos Tod am 18. Juni 2010 beschimpfte das Kampfblatt des Vatikans L'Osservatore Romano Saramago als "populistischen Extremisten". Wie so oft sagt dieses Nachtreten mehr über den Urteilenden als über den Geurteilten aus. Es bleibt zu hoffen, dass die Romane dieses großen Schriftstellers noch lange gelesen werden.


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Eine Überdosis Liebe - Thommie BayerEine Überdosis Liebe
Thommie Bayer

Broschiert, April 2008
     Verkaufsrang: 64026      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Robbis Erfolg als Rockmusiker ist eher mittelmäßig. Zwar hat er sechs Platten herausgebracht, aber leider hat die Firma den Plattenvertrag nicht verlängert. Auch seine Ehe ist nicht mehr das, was sie einmal war. Auf einer Tournee begegnet ihm seine große Jugendliebe Rita wieder und es funkt zwischen den beiden. Doch bis zu einem möglichen Happy-End ist es noch ein langer Weg Charmant, ehrlich und witzig erzählt Thommie Bayer von einer ganz und gar nicht alltäglichen Liebe in den bewegten 1980er Jahren.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Kann Liebe den Erfolg ersetzen?      5 von 5 Punkten
Watch Video Here: http://www.amazon.de/review/R2F2OZRQCB47B


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Rituale: Roman (suhrkamp taschenbuch) - Cees NooteboomRituale: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Cees Nooteboom

Taschenbuch, 30. April 1995
     Verkaufsrang: 27397      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Rituale
OT Rituelen OA 1980 DE 1985Form Roman Epoche Nachkriegszeit
Der an wunderlichen Typen und rabiaten Aussteigern reiche Roman von Cees Nooteboom spielt in den 1960er und 1970er Jahren. Er zeichnet sich durch eine aufwändige Struktur und atmosphärische Dichte aus.
Inhalt: Inni Wintrop führt das Leben eines modernen, großstädtischen Taugenichts. Seine Leidenschaft gilt den Frauen und allem Ästhetischen. Seine Existenzgrundlage verdankt er dem Ex-Liebhaber einer exzentrischen Tante, Arnold Taads, der bei Innis' betuchter Familie ein kleines Vermögen für den verstoßenen Spross erlangte. Taads selbst wurde durch das egoistische Verhalten des Clans zum Menschenfeind; er bevorzugt klösterliche Abgeschiedenheit und erfriert in den Alpen.
Zufällig lernt Inni Wintrop bei einem Kunsthändler Taads Sohn Philip kennen. Der Anhänger des Zen-Buddhismus hat sich in eine reinweiße Dachstube eines heruntergekommenen Amsterdamer Hauses zurückgezogen. Philip bildet sich ein, das echte, reine Japan zu verkörpern. Nach jahrelanger Suche findet er eine besonders seltene Teeschale. Er lädt Inni Wintrop und den Kunsthändler zu einer traditionellen Teezeremonie ein. Wenig später ertränkt er sich; in seinem Zimmer findet man die zertrümmerte Teeschale.
Durch die Konfrontation mit den beiden extremen Existenzen reift Inni Wintrop. Zu Beginn wollte er Hand an sich legen, da seine Frau ihn verlassen hatte und ihm vor dem Älterwerden graute. Am Ende bejaht er das Leben und seine Unvollkommenheiten.
Aufbau: Die Wandlung von Inni Wintrop wird in mehreren Rückblenden beschrieben, die sich geschickt in der Gegenwart auflösen. Neben den Hauptpersonen bevölkern viele markante Figuren Rituale - durchweg Vertreter eines untergehenden, kultivierten Großbürgertums. Subtil rechnet Nooteboom in seinem Roman mit jeder Spielart von Dogmatismus ab, der stets zur Menschenverachtung führt, und setzt dem eine humanistische Haltung entgegen. Rituale sind hier Versinnbildlichungen des Dogmatismus.
Wirkung: Rituale stieß bei Kritikern und Lesern auf eine überwiegend positive Resonanz und brachte Nooteboom den Durchbruch als Romancier. S. C. B.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)

Die Suche nach dem Sinn des Lebens      5 von 5 Punkten
Nooteboom erzählt wie Arnold und Phillip Taads (Vater und Sohn), zwei skurrilen Egozentrikern, sich inmitten der chaotischen Welt klar geordnete Inseln der Bedeutsamkeit einrichten, weil sie hoffen, ihrem Dasein dadurch einen Sinn geben zu können."Rituale" ist ein poetischer, intelligenter Roman mit Tiefgang.


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Paradies verloren: Roman (suhrkamp taschenbuch) - Cees NooteboomParadies verloren: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Cees Nooteboom

Taschenbuch, 30. Oktober 2006
     Verkaufsrang: 140010      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will", schrieb Cees Nooteboom in seinem wundervollen Roman Rituale. Das muss auch Erik Zondag aus Paradies verloren feststellen, weil ihm die ebenso kurze wie seltsame Begegnung mit Alma, der jungen, deutschstämmigen Brasilianerin, nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Als er sie zum ersten Mal sieht, kauert sie auf dem Boden eines Schrankes, mit großen Flügeln auf dem Rücken - als Statistin bei einem Engel-Kunstprojekt im australischen Perth. Nach einer Nacht am Strand entschwindet sie engelsgleich bereits wieder aus seinem Leben.
Paradies verloren ist ein kurzer Roman über flüchtige Begegnungen, rätselhafte Liebesverhältnisse und die Macht der Sehnsucht. Zum Beispiel nach der Ferne, wie bei Alma. Oder nach einer Begegnung, die die eigene, schal gewordene Existenz umzustülpen verspricht, wie beim resignierten Literaturkritiker Zondag. Dass Nooteboom in seinem neuesten Roman vor allem andeutet und Spuren legt, statt dem Leser alle Fragen zu beantworten, verleiht der Geschichte den Reiz der Unergründlichkeit. Und andererseits kann Nooteboom in Paradies verloren - der Titel ist eine Anspielung auf John Miltons monumentales Versepos aus dem 17. Jahrhundert über den Sündenfall - seiner bekannten Begeisterung für Engel Ausdruck verleihen. Glücklicherweise ist diese aber weniger esoterischer als poetischer Natur. Alma nimmt ihre Flügel bald ab und entpuppt sich als durchaus irdische, wenn auch eigenartige Frau. Besser als in eine junge Frau kann sich der Autor naturgemäß in den alternden Literaturkritiker einfühlen, der im zweiten Teil des Romans im Mittelpunkt steht. Von diesem Erik Zontag und seinem Kuraufenthalt in einem Tiroler Bergdorf hätte man gern noch mehr gelesen, hier gelingen Nooteboom wunderbare Passagen voll tragikomischer, gelassener Lebensmüdigkeit.
Obwohl durchaus lesenswert, kann Paradies verloren die Zweifel nicht gänzlich zerstreuen, ob Cees Nooteboom dereinst nicht doch vor allem als einer der besten Reiseschriftsteller - man denke nur an Im Frühling der Tau oder Der Umweg nach Santiago - in Erinnerung bleiben wird. -Christian Stahl


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

Traumpfade ins Paradies und zurück      5 von 5 Punkten
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Ein Prolog und ein Epilog umschlingen zwei Erzählungen. Nooteboom selbst sagt, ein Buch müsse kurz sein. Das sagt auch sein Protagonist in seinem ca. 160 Seiten umfassenden Buch im Flugzeug auf dem Wege nach Berlin (Engel über Berlin), und so beginnt der Prolog in "Paradies verloren" wie bei J.W. Goethe 's Faust im Himmel. Eine nahe ihm sitzende Frau fasziniert ihn. Diese liest jedoch in einem Buch, welches er zu erkennen glaubt, ein Buch, das der Leser in der Hand hält. Weiterhin reist sie mit den Fingern scheinbar in Träumen versunken und verloren über die Welt der Bordbroschüre und schläft anschließend hoch über den Wolken auf dem Flug vom Bodensee nach Berlin. Der Ich-Erzähler scheint Zuneigung zu spüren, die "wie immer" schief geht, weil ein Fremder sie küssend vom Flughafen abholt. Wie immer? So bleibt er zurück.
Doch Erzählung Nummer I kann beginnen. Cees Nooteboom beginnt mit John Milton und einem Zitat aus "Paradise lost", endend mit dem Auszug von Adam und Eva aus dem Paradies, sie gehen gen Osten. Der Ich-Erzähler wechselt, Alma berichtet ihre Geschichte, Gedanken, Erlebnisse. Wer hat bloß die Engel verbannt, obwohl ich sie noch immer spüre." Die Geschichte vom verlorenen Paradies: die Freundinnen Alma und Almut sind auf dem Wege nach Australien, eine Art psychotherapeutische Reise, da das Trauma einer in Sao Paulo verübten Vergewaltigung weitweg verarbeitet werden muss. Sie fahren in das Land ihrer Kindheitsträume, um die Aborigines u.a. kennen zu lernen. Gelegenheitsarbeit dient dem Unterhalt. Eine Reise durch das weite Land schliesst sich an. Die Überlebensnotwendigkeit bringt sie zurück nach Perth, wo sie beim Theater einen neuen Job finden. Hier schließlich verkleiden sie sich in einem Theaterspiel als Engel und müssen gefunden werden.
Und so beginnt Nooteboom den lässig herbeigeführte Erzählung II, der einen Literaturkritiker (was sonst) als Hauptfigur betont incl. einem Ortswechsel. Dieser wird in eine Anstalt nach Österreich geschickt, wo er bei trockenen Semmeln eine Selbstfindung und Heilung erleben soll. Hier begegnet ihm ein verloren geglaubter Mensch wieder. Wer dieses ist, sei hier nicht gesagt, doch so gelingt es Cees Nooteboom, die zwei Erzähl-Ebenen seines Romans auf wunderbare Weise zu verschränken.
Hier zeigt sich die Klasse des Autors, der mit nur scheinbar leichter Hand eine Geschichte in bester Wortwahl (Dank an die Übersetzerin) geschrieben hat, deren tieferer Sinn sich erst mit dem Epilog und der darin enthaltenen Fortsetzung des Milton Zitats erschließt.
Eine Liebesgeschichte? Ja. Und was für eine, möchte man nach der Lektüre ausrufen. Und man möchte hoffen, dass Menschen wie Engel sind, doch: "Engel gehören nicht zu Menschen."
Eine Empfehlung.


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Oh, wie schön ist Panama, Das Original-Hörspiel zum Kinofilm, 1 Audio-CD - JanoschOh, wie schön ist Panama, Das Original-Hörspiel zum Kinofilm, 1 Audio-CD
Janosch, Til Schweiger, Dietmar Bär, Anke Engelke

Audio CD, September 2006
     Verkaufsrang: 30660      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 5,01 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Der kleine Bär und der kleine Tiger sind die besten Freunde. Sie leben in einem gemütlichen Häuschen am Fluss und verbringen ihre Zeit damit, Pilze zu finden und Fische zu angeln, und sind glücklich und zufrieden. Doch dann kommt eines Tages diese Kiste mit der Aufschrift "Panama" angeschwommen. Die riecht so wunderbar nach Bananen, dass die Freunde nur noch von diesem paradiesischen Ort träumen, ...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Der Klassiker als Hörspiel - aber Hören wird das Vorlesen nie ersetzen      5 von 5 Punkten

Diese erste, 1978 zum ersten Mal veröffentlichte Geschichte von kleinen Bär, der gerne Fische angelt und sie dann köstlich zubereitet und dem kleinen Tiger, der gut ist im Pilze sammeln und keinen Schritt ohne seine Tigerente macht, ist ein Klassiker der Kinderliteratur. Kaum ein Kind, das seit Anfang der achtziger Jahre groß geworden ist, das nicht Janosch und die hintersinnigen Geschichte kennt, als der kleine Bär und der kleine Tiger sich in den Kopf gesetzt haben, Panama, das land ihrer Träume zu suchen.
Alles beginnt damit, daß der kleine Bär beim Angeln auf dem Fluß eine Kiste schwimmen sieht, auf der Panama" steht und die nach Bananen riecht. Sofort steht sein Entschluß fest: Panama ist das land seiner Träume; dort muß er hin - unbedingt.
Bis in die halbe Nacht hinein überzeugt er den Tiger davon. Nun beginnt ein abenteuerlicher Weg, der sie die Bekanntschaft vieler anderer Tiere machen lässt, eine Menge wichtiger Erfahrungen bereithält und sie schlussendlich wieder an ihren angestammten Ort zurückführt, den sie seltsamer .- oder soll man sagen: wunderbarerweise nun mit ganz anderen Augen sehen und wertschätzen können.
Ein schönes, weises Buch über Träume, da Unterwegssein und das Ankommen dort, wo man hingehört - Heimat eben.


EinFach Deutsch - Unterrichtsmodelle: Daniel Kehlmann 'Die Vermessung der Welt' - Michael VölklEinFach Deutsch - Unterrichtsmodelle: Daniel Kehlmann 'Die Vermessung der Welt'
Michael Völkl, Claudia Müller-Völkl, Daniel Kehlmann

Broschiert, 2007
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Daniel Kehlmann wurde 1975 als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler in München geboren. 1981 kam er mit seiner Familie nach Wien, wo er das Kollegium Kalksburg, eine Jesuitenschule, besuchte und danach an der Universität Wien Philosophie und Germanistik studierte. Daniel Kehlmann lebt als freier Schriftsteller in Wien und Berlin. Auszeichnungen und Preise: 1998 Förderpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft, 2000 Stipendium des Literarischen Kolloquiums in Berlin, 2001 Gastdozentur für Poetik an der Universität in Mainz. 2006 erhielt Daniel Kehlmann den Heinrich-von-Kleist-Preis und den Heimito von Doderer-Literaturpreis sowie 2008 den Thomas-Mann-Preis.



Die Identität - Milan KunderaDie Identität
Milan Kundera

Taschenbuch, 21. September 2000
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Was macht unsere Persönlichkeit aus? Wann spielen wir welche Rolle und gibt es die magischen Augenblicke, in denen sich unsere Identität entwickelt? Diesen Fragen geht Milan Kundera in seinem neuen Roman nach.
Chantal, zum zweiten Mal verheiratet, hat in ihrer ersten Ehe ihren Sohn verloren und sucht jetzt bei Jean-Marc Rückhalt. Eines Tages stellt sie erstaunt fest, daß die Männer auf der Straße aufgehört haben, ihr hinterherzusehen. Da fängt sie an, über das drohende Alter nachzugrübeln. Jean-Marc möchte ihr über ihre Depression hinweghelfen und schickt ihr einen anonymen Brief. Doch die Geschichte entwickelt sich völlig anders, als er es erwartet hatte. Chantal hält den Brief geheim und beide beginnen, sich gegenseitig zu belauern.
Kundera spielt virtuos mit den Möglichkeiten der unterschiedlichen Identitäten in wunderschön gedrechselten Sätzen. -Manuela Haselberger


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 21 Bewertungen)

fesselnde Materie      5 von 5 Punkten
Mir hat das Buch sehr gut gefallen; es war interessant zu lesen, anregend und inspirierend.
Die Motive Kunderas sind dabei nicht neu: Liebesbriefe eines "Unbekannten", die in Wirklichkeit der eigene Geliebte/Mann schreibt, um seine Frau aufblühen zu sehen, der gleichzeitig aber seine plötzliche Eifersucht nicht unterdrücken kann - und dann diese Sexparty mit lauter Fremden.
Die Handlungsmotive der Protagonisten jedoch, ihre Unsicherheiten, ihr Misstrauen und ihr Verfolgungswahn - und nicht zuletzt das grundlegende Missverständnis zwischen ihnen - das bis zu einem gewissen Zeitpunkt noch aus dem Weg zu räumen gewesen wäre - das alles nimmt im Verlauf des Romans pathologische Ausmaße an. Und hier wird's interessant und ziemlich schräg.
Beide Personen verlieren den Bezug zur Realität und sich selbst in ihren Mutmaßungen. Das Bild, das sie vom jeweils Anderen haben und ihr Selbstbild sind zunehmend verzerrt, ihre Identität verwischt, verschwimmt vor ihren Augen.
An einer Stelle heißt es, Freunde seien dazu da, einem den Spiegel vorzuhalten. Sie sind "unser Spiegel, unser Gedächtnis" und die "notwendige Voraussetzung dafür, die Integrität des Ichs zu wahren". An dem Punkt, wo beide anfangen, eine andere Identität hinter der bisher gekannten des Partners zu vermuten, gerät auch die eigene durcheinander. Das (neue) Bild, das ein Betrachter von Jemandem hat, fällt immer auch auf den Betrachteten zurück.
Parallelen sah ich unter anderem zu: Die Traumnovelle (Arthur Schnitzler, verfilmt in Eyes Wide Shut), Le Zèbre (Alexandre Jardin), Missverständnisse an der Moskwa von Simone de Beauvoir.


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Tiger und Bär auf großer Tour: Der kleine Tiger braucht ein Fahrrad / Tiger und Bär im Straßenverkehr - JanoschTiger und Bär auf großer Tour: Der kleine Tiger braucht ein Fahrrad / Tiger und Bär im Straßenverkehr
Janosch

Gebundene Ausgabe, 10. November 2008
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Also, das Leben ist ziemlich schön, und man sollte so lange leben wie möglich. Und sich deswegen nicht überfahren lassen.
Und da ist es am besten, man kennt sich im Straßenverkehr gut aus. Das weiß auch der kleine Tiger. Hier zeigt er dem kleinen Bären und uns, wie man vorsichtig über die Straße geht und worauf man sonst noch alles achten muss im Straßenverkehr. Na dann, nichts wie los!




Ein Kind zur Zeit - Ian McEwanEin Kind zur Zeit
Ian McEwan

Taschenbuch, 1991
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"Er bewältigt seine durchaus schwergewichtigen Themen mit Ernsthaftigkeit und gleichzeitig mit jener leichten Eleganz, die typisch für die englische Gegenwartsliteratur ist und der hiesigen leider so sehr abgeht. McEwan scheut sich nicht, dem Roman überraschend eine hoffnungsvolle Wendung zu geben, die die Rettung aus dem allgemeinen Leid in der Überwindung des persönlichen sieht: durch Mitteilen dieses Leids und Lebensbejahung." (Zitty)
"McEwans unfehlbare Prosa und seine beinahe göttlichen Bewußtseinskräfte haben ihn zu einem der besten britischen Autoren gemacht. Mit seinem lebensbejahenden, einfühlsamen, ereignisreichen neuen Roman schafft er, ohne sentimental zu werden, eine Brücke zwischen persönlichem, in sich gekehrtem Schmerz und öffentlicher Verantwortung. Sein Humor ist nie nur zeitgemäß. Man sollte sich nicht schämen, dieses Buch nur zu lesen, um sich, in jeder Beziehung, entwaffnen zu lassen." (The Times)
"Ein phantasievoller Roman über das Wes en und die Möglichkeiten von Zeit." (The New York Times Book Review)
"Liebe, Glück, Zukunft, Tod und Teufel werden ohne Hobbywahrsagerei und Neunmalklugheit behandelt. Kein Interpretationszwang, keine Bildungswichserei stören die vollkommene Balance von Reflexion und Gestaltung. Ein Roman im besten Sinne." (Szene Hamburg)
"Ein großartiger Roman." (Frankfurter Rundschau)


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

beklemmende Einblicke ins Alltagsleben      5 von 5 Punkten
Originaltitel: The Child in Time
Roman. Diogenes 1987
336 Seiten, ISBN: 3257219296
Während des Samstagseinkaufs passiert es - der schlimmste Alptraum aller Eltern wird Wirklichkeit. Während Stephen die Einkäufe in eine Tüte packt, wird seine Tochter entführt. Spurlos verschwunden, durch nichts wieder auffindbar.
Für ihn beginnt eine Zeit der Ruhelosigkeit - jeden Tag verbringt er auf der Straße, forscht nach dem verlorengegangenen Kind, während seine Frau Julie apathisch zu Hause sitzt, sprachlos um das Kind trauert. Eine gemeinsame Sprache, ein gemeinsames Trauern ist ihnen nicht möglich. Und irgendwann ist Julie weg, fortgezogen, um wieder zu sich zu finden.
Thelma, die Frau seines Freundes und Verlegers Charles nimmt ihn in ihr Haus auf, hilft ihm aus dieser absoluten Erstarrung wieder aufzuwachen - zumindest soweit, dass er wieder am normalen Leben teilnehmen kann, in seinem Fall an den Sitzungen eines Unterausschusses der Kommission für Kindererziehung. Doch ansonsten macht er absolut nichts.
Eines Tages fährt er Julie besuchen. Auf dem Weg dorthin passiert ihm etwas seltsames: er meint, in einem Pub seine Eltern zu sehen, vor vielen vielen Jahren, noch vor seiner Geburt.
Der Verlust hat auch seine Eltern hart getroffen. Immer wieder nimmt er sich vor, ihnen die Fragen zu stellen, die ihm in letzter Zeit in den Sinn kommen - und nach jenem Pub zu fragen. Seine Mutter erzählt ihm dann auch, was damals war - ein Riss in der Zeit?
Kates Geburtstag naht, und Stephen will zumindest symbolisch ein Geschenk kaufen. Aus diesem einen werden unzählbar viele - dabei weiß er noch nicht mal wirklich, wie sie nun wirklich wäre, 3 Jahre nach ihrer Entführung.
Er glaubt sie auch zu sehen, am Spielplatz einer Schule - und die Tatsache, dass er sich in dieser Angelegenheit täuschen konnte, löst endlich einen Knoten...
Kein leichtverdauliches Buch zum Zwischendurchlesen - dafür steckt viel zu viel in diesen Seiten.
Nicht nur, daß hier eine Ehe, ein Mensch beinahe daran zerbricht, dass etwas so Unfassbares passiert wie eine Kindesentführung; beklemmend ist auch die politische Situation, die geschildert wird. Ein Land, in dem Bettler eine Lizenz haben, in dem Kindsein eine Krankheit ist - wem kann man in so einem Land noch trauen?
Es war schon viele Jahre her, als ich das Buch zum erstenmal gelesen hatte. Ich konnte mich jetzt nur noch grob an den Inhalt erinnern und daran, dass ich damals schwer beeindruckt war.
Es spricht absolut für dieses Buch, dass ich auch nun, beinahe 10 Jahre später, nach erneutem Lesen immer noch begeistert sagen kann: Ein wunderbares Buch


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Briefe an einen jungen Schriftsteller: Wie man Romane schreibt (suhrkamp taschenbuch) - Mario Vargas LlosaBriefe an einen jungen Schriftsteller: Wie man Romane schreibt (suhrkamp taschenbuch)
Mario Vargas Llosa

Taschenbuch, 26. April 2004
     Verkaufsrang: 63442      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Er hat zahlreiche Romane geschrieben, viele Essays und Artikel verfaßt - Mario Vargas Llosa zählt zu den erfolgreichsten Schriftstellern unserer Zeit. Wie ein guter Roman entsteht und welches Handwerkszeug der Autor beherrschen muß, beschreibt er unterhaltsam und äußerst kenntnisreich in diesem Buch. Große Romane, wie Madame Bovary, Moby Dick, Don Quijote, führt er als Beispiele an, tut das, was, wie er selbst sagt, nicht erlaubt ist: sie auseinandernehmen, zerstückeln, sie in Raum, Zeit, Erzählerfiguren zergliedern. Um schließlich zu dem zurückzukehren, was den guten Roman ausmacht: seine Überzeugungskraft, die nicht zuletzt durch die Leidenschaft, die Hingabe des Schriftstellers zu erreichen ist. Literarisch Interessierten, Schülern, Studenten, jedem wird die Lektüre dieses Buches eine Tür öffnen zum Geheimnis, das hinter großer Literatur steckt.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Briefe an einen jungen Schriftsteller      5 von 5 Punkten
Für mich als Hobby-Schriftstellerin ist es das Beste, von großen Schriftstellern zu lernen. Die Briefe sind lehrreicher als jeder Schriftsteller-Ratgeber: voller Mitgefühl für den Schreiber und trotzdem ein Fächer voller Kenntnis für die Sprache, den Text, den Inhalt und deren Gliederung. Einfach nachvollziehbar, großartig!


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Abschaffel: Abschaffel. Die Vernichtung der Sorgen. Falsche Jahre. Roman-Trilogie: Romantrilogie mit: Abschaffel / Die Vernichtung der Sorgen / Falsche Jahre - Wilhelm GenazinoAbschaffel: Abschaffel. Die Vernichtung der Sorgen. Falsche Jahre. Roman-Trilogie: Romantrilogie mit: Abschaffel / Die Vernichtung der Sorgen / Falsche Jahre
Wilhelm Genazino

Taschenbuch, 1. Dezember 2002
     Verkaufsrang: 66791      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Wilhelm Genazinos grandiose Roman-Trilogie in einem Band.Leipziger Volkszeitung

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Fein und lang      5 von 5 Punkten
Manchmal, wenn man nach Büchern Ausschau hält, greift man gern nach ausländischen Autoren, Nobelpreisträgern oder - trägerinnen und dann ist es wiederum möglich, auch ein Buch in die Hand zu bekommen, das unser Leben hier mitten in Deutschland beschreibt. Und das ist einfach gut.
Abschaffel ist so ein Buch, das man wohl erst einmal kopschüttelnd anliest und dann, sich schämend und trotzdem auch belustigt, bewegt weiterliest. Ein Dauerlutscher ist diese Trilogie oder wie eine Tüte Waffelbruch und schon der Beginn ist ein Hinweis auf das, was uns hier auf Erden betrifft, nämlich emsige Arbeit zum Selbsterhalt, damit man irgendwie leben kann.
Diese Ansammlung von Menschen in einem Großraumbüro, dieses sich Hinziehen des Lebens in Stadt und auf dem Land. Ach, und wie es zugeht in den Familien und in den Seelen der beschriebenen Menschen. Ganz wie im richtigen Leben eben.
Und ist doch da ein Etwas, das immer in uns ist. Ein tiefer Schmerz, wie angeboren oder besser gesagt, wie genetisch in uns vorhanden?
Doch, das wissen wir, hier greifen dann die Institutionen ein, die uns helfen wollen, Kirche und Psychotherapie in Form von Angeboten.
Oder Kunst, wie das Schreiben oder die Musik oder dergleichen mehr.
Was ist z.B. ein Leben ohne Musik (was ohne deratige Romane!)?
Und dann dieses beschriebene, manchmal langweilige, manchmal auch nicht langweilige Leben, wie hier in diesem Buch des Büchnerpreisträgers Genazino.
Kann man in einer lauten Stadt, wie z.B. Frankfurt eigentlich ganz einfach leben, nur so dahinleben, oder muss man nicht doch irgendwann mal auf die Straße gehen und den Autofahrern zurufen: Fahrt weiter, ihr Schweine!?
Schlägt man morgens die Tageszeitung auf, womöglich das örtliche Blatt, so kann man die unglaublichsten Dinge finden, wie z.B. eine nach Lebensjahren mittelalterliche Fürstin den örtlichen Bischof besucht, um dort dessen Kunstsammlung zu besichtigen. Angeblich hat sie ihm auch schon mal die ihrige gezeigt. Und als Ergänzung steht dann noch, dass sie zum zweiten Mal in Würzburg ist.
Ja, wass soll man da noch sagen?
Da blättert man doch gerne zur nächsten oder übernächste Seite rüber und ergötzt sich an der Meldung, dass irgendwo ein Hofschoppenfest stattgefunden hat und man hat vielleicht Glück, dass nicht nur seitenweise Reklame leuchtet.
Wilhelm Genazino zeigt uns, dass ähnliches sich schon in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zugetragen hat, was heute noch immer passieren kann und das beruhigt.
Mich erstaunte der zweckmäßig kurzgehaltene, trockene Stil, der viele Möglichkeiten der Satire offenhält. Und garnicht langweilig sind Wiederholungen in bezug auf die eigene Schamhaftigkeit und Ängste, denn irgendwie erkennen wir uns, weil wir mehr oder weniger irgendwie alle bluna sind, soder etwa nicht?


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