Zeitgenössische Literatur

Inhaltsangaben
Kurzbeschreibungen
Zusammenfassungen
Seite 21

Die Geschichte von der unbekannten Insel - O conto da ilha desconhecida, zweisprachige Ausgabe portugiesisch-deutsch - José SaramagoDie Geschichte von der unbekannten Insel - O conto da ilha desconhecida, zweisprachige Ausgabe portugiesisch-deutsch
José Saramago

Taschenbuch, Februar 2010
     Verkaufsrang: 80071      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Um homem foi bater à porta do rei e disse-lhe, Dá-me um barco. Contra todas as objecções o homem parte à procura da ilha desconhecida … Ein Mann klopfte an die Tür des Königs und sagte, Gib mir ein Schiff. Gegen alle Einwendungen, es gebe keine unbekannte Insel, macht sich der Mann auf die Suche … - A edição bilingue deste conto do Nobel Português José Saramago comemora o 25° aniversário da editora TFM. Die zweisprachige Sonderausgabe dieses Märchens aus der Feder des portugiesischen Literatur-Nobelpreisträgers José Saramago erscheint zum 25. Jubiläum des TFM-Verlags. zweisprachige Ausgabe (portugiesisch/deutsch)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Empfehlenswert      4 von 5 Punkten
Obwohl zweisprachige Bücher doch bisweilen ein Wagnis sind, ist dieses Buch sehr gelungen. Tolle Story, angenehmer Stil.


Das blaue Kleid - Doris DörrieDas blaue Kleid
Doris Dörrie

Taschenbuch, Januar 2004
     Verkaufsrang: 132113      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

In Doris Dörries Film Keiner liebt mich besucht die Heldin Fanny einen Volkshochschulkurs zum Thema "Selbstbestimmtes Sterben" inklusive Do-it-yourself-Sarg und Probebeerdigung. Auch in Dörries Büchern spielt der Tod immer wieder eine Rolle - und natürlich die Liebe. In ihrem zweiten Roman gehen diese zwei großen Themen der Literatur eine dramatische Verbindung ein: Der Zufall bzw. Das blaue Kleid bringt zwei Menschen zusammen, denen der Tod ihren Liebsten entrissen hat.
Dörries Figuren sind immer auf der Suche: nach der großen Liebe, dem kleinen Glück im Alltag oder dem Sinn des Lebens. Manchmal findet man allerdings Unerwartetes, so wie Florian. Er sucht das blaue Kleid, um für Alfred - verstorbener Geliebter und zudem genialer Modedesigner - eine "Gedächtnismodenschau" zu veranstalten. Und findet dabei Babette, die ihren Mann bei einem Verkehrsunfall auf Bali verloren hat. Die beiden ungleichen Leidensgenossen freunden sich an, erproben gemeinsam mit vorsichtigen Schritten ein Leben nach dem Schicksalsschlag.
Das Schöne an dem Roman und eigentlich an allen Werken der Autorin und Regisseurin: Das Tragische ist immer nur einen Katzensprung vom Komischen entfernt. Selbst bei einem solchen Thema verlässt Doris Dörrie, die selbst vor einigen Jahren ihren Mann durch Krebs verloren hat, nie ihr Sinn für Humor und ihre Fähigkeit das Leben in seiner Komplexität und existenziellen Schwere federleicht in Worte zu fassen.
Am Ende der Geschichte fliegen Babette und Florian gemeinsam nach Mexiko, wo an Allerheiligen der Friedhof zur Partyzone wird: Musik, Tanz und Totenköpfe aus Zucker, die man seinen Lieben schenkt - der Verlorenen gedenken und zugleich das Leben feiern. Und genau das gelingt auch diesem Roman auf eindrucksvolle Weise. -Christian Stahl


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)

das Leben - pur      5 von 5 Punkten
Dörrie schreibt - wie immer pur. Sie ist weder schwülstig noch theatralisch. Mann kann sich gut einfühlen in Florian und Babette, die beide ihre Partner, wenn auch auf unterschiedliche Weise, verloren haben. Das blaue Kleid, ein selbstgeschneiderter Traum von Alfred - Florians verstorbenem Lebensparter - führt beide zusammen. Gemeinsam heilen sie sich selbst und helfen sich über eine Trauer hinweg, die der Rest der Gesellschaft nicht verstehen kann. Während eines Mexikourlaubes zum Fest der Toten scheint der Knoten zu platzen. Beide können sich wieder dem Leben zuwenden. Dörrie beschreibt wunderbar wie schrecklich die Hoffnung sein kann, wenn sie mit Angst gepaart ist (Florian). Oder wie schlimm es ist, nicht Abschied von einem geliebten Menschen nehmen zu können, weil er einfach aus dem Leben gerissen wurde (Babette). Dennoch ist dies kein schweres Buch. Im Gegenteil: Es macht Lust auf Leben. Ein wunderbares Buch. Ich werd es bestimmt nochmal lesen!


 Weitere Lesermeinungen


Der kleine Tiger braucht ein Fahrrad: Die Geschichte, wie der kleine Tieger Rad fahren lernt - JanoschDer kleine Tiger braucht ein Fahrrad: Die Geschichte, wie der kleine Tieger Rad fahren lernt
Janosch

Gebundene Ausgabe, 1. Dezember 2004
     Verkaufsrang: 106410      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 13,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

"Absolut klar: Wenn der kleine Tiger dringend ein Fahrrad braucht, dann bekommt er eins. Und wenn sechs- oder fünfjährige Kinder dringend ein tolles Buch brauchen, dann ist für sie 'Der kleine Tiger braucht ein Fahrrad' genau das Richtige." (Rheinischer Merkur)
"Als Anfänger auf dem Fahrrad erlebt der kleine Tiger die spannendsten Geschichten, und so ganz nebenbei erfährt er, warum Radler immer vorsichtig fahren sollten, wozu der (ebenfalls gestreifte) Helm gut ist und was die verschiedenen Verkehrszeichen zu bedeuten haben. Worauf es im Straßenverkehr ankommt, verdeutlichen sowohl der Text als auch die Bilder. Kindern, die sich dieses Buch ansehen, es vorgelesen bekommen oder es selbst lesen, wird es genauso ergehen. Und selbst wer die Verkehrsregeln schon kennt, könnte Gefallen an dem Buch finden: Janoschs Figuren sind immer wieder witzig, und in jedem Bild verstecken sich unauffällige, aber originelle Details." (Polizeiruf 110)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Der kleine Tiger und der kleine Bär und nebenbei noch Straßenverkehr      5 von 5 Punkten
Ich glaube dieses Buch ist am Besten nicht als Lernbuch zu betrachten, sondern nur als eine Geschichte vom Tiger und Bären. Der Nebeneffekt ist die Vermittlung von Grundkenntnissen aus dem Straßenverkehr. Genauso lesen wir dieses Buch mit unseren Kindern (1,5 und 3,5). Was der Tiger und der Bär erleben, ist einfach lustig und spannend für die Beiden.


 Weitere Lesermeinungen


Das Salz, bitte. Ehegeschichten - Gabriele WohmannDas Salz, bitte. Ehegeschichten
Gabriele Wohmann

Gebundene Ausgabe, 1992
     Verkaufsrang: 144965     

Bei Amazon direkt z.Zt. nicht lieferbar,   Bei anderem Anbieter bestellen

In diesen etwa dreißig "Alltagstragödien" beobachtet Gabriele Wohmann Ehe- und andere Paare mit ihren ganz verschiedenen Problemen, wobei das Lachen durchaus auch einmal erlaubt ist. "Ich kenne keinen deutschsprachigen Autor, der mit solcher Intensität und so hochdifferenzierter Sprache die Verhältnisse zwischen Mann und Frau analysiert" (Otto F. Walter).

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Lässt sich gut lesen      4 von 5 Punkten
Ich habe das Buch gerne gelesen, obwohl der Schreibstil nicht jedermanns Sache sein kann.
In vielen Geschichten geht es um das Leben und die Realität in der sich jeder Mensch befindet.
Ich fand es sehr interessant.


Nicht morgen, nicht gestern: Erzählungen - Uwe TimmNicht morgen, nicht gestern: Erzählungen
Uwe Timm

Taschenbuch, 1. Juni 2001
     Verkaufsrang: 13261      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Die Geschichte endet hier
Erzählungen von Uwe Timm
Als Marc im strömenden Regen den Hund überfährt und so tut, als wäre nichts geschehen ("War doch nur ein Strassenköter"), da ist es ohnehin schon zu spät. Auf den Spuren des walisischen Poeten Dylan Thomas hat das Paar - Uwe Timm erzählt die Geschichte aus der Perspektive der Frau - sich und die Liebe so schnell verloren, wie sie offenbar ein paar Wochen zuvor vom Himmel gefallen ist. Die Chiffren der zunehmenden Irritation und Verstörung, mit denen der Autor die knappe Chronik der laufenden Ereignisse markiert, sind nicht zu übersehen, ja mit einer gewissen Überdeutlichkeit in den Text eingeschrieben.
Mark, der eine Dissertation über sein Idol Dylan Thomas abgebrochen hat und jetzt als Reiseführer arbeitet, ist zutiefst verunsichert und kompensiert seine Unzufriedenheit mit rauhen Mengen von Alkohol (auch der Dichter hat dem Whisky zugesprochen), übler Laune und unverhohlener Misogynie: "Sie hat ihn nicht verstanden", bemerkt er über Dylans Eheweib Caitlin - "eine Frau." Der zaghafte Einspruch der Ich-Erzählerin, die immerhin auch eine Frau ist, wird abgebügelt. Nur eine Frau, nur ein Hund: Dass sich hinter Marcs Arroganz ein Vakuum auftut, diese psychologische Erkenntnis serviert der Autor seinen Lesern gewissermassen schon als Hors-d'œuvre, und so stellen sich in dieser Waliser Reiseerzählung keine weiteren Überraschungen ein.
"Nicht an morgen, nicht an gestern", hatte die Erzählerin ihrem Freund anfangs auf die Frage geantwortet, woran sie denke; es sollte verliebt und glücklich klingen. Aber das emphatisch beschworene Heute lässt sich nicht absolut setzen, es ist vom Gestern und Morgen, von Geschichte und von Zukunftsprojektionen, von Ressentiments und Hoffnungen umstellt und besetzt. Den Schriftsteller Uwe Timm interessieren die profanen Alltagsgeschichten, wie sie das Leben schreibt oder wie sie ihm, dem professionellen Aufschreiber, im Speisewagen zwischen Frankfurt und Göttingen bei Bier und Sülze von zufälligen Mitreisenden aufgetischt werden.
Denn Zufallsbekanntschaften haben immer viel zu erzählen. Es stört auch nicht, dass der spannenden Geschichte vom russischen Jagdflieger MiG, den zwei fidele Frauen in Polen in einen Lkw packen, um ihn in Bonn gewinnbringend zu verscherbeln, der Schluss fehlt, weil der Aufschreiber in Kassel aussteigen und seinen Gewährsmann sitzenlassen musste. Schade ist allerdings, dass Timm über der diebischen Freude an den Sensationen des Alltags das Utopische wie auch das Historische vernachlässigt. Und dass er viel zuwenig zwischen den Zeilen versteckt. Die entschlossene Profanierung der Erzählstoffe schlägt nicht selten um in eine Banalisierung der Inhalte und eine Simplifizierung der Mittel.
Was möglich wäre, zeigt die Geschichte "Der Mantel": In einem Kaufhaus wird einer alten Frau rote Ölfarbe über ihren Pelzmantel gekippt, mit einer törichten politischen Demonstration ein ganzes Leben symbolisch beschädigt, denn die Protagonistin hat den Mantel vor Jahrzehnten selbst vernäht. Erinnerungen sind in das edle Stück verwebt an bessere Zeiten, an die Träume der Vergangenheit. Nüchtern offenbart die Erzählung die Asymmetrie von Erfahrungen und Einstellungen, die Barbarei der politischen Korrektheit, das Unauslotbare persönlicher Geschichte - das alles, ohne den Erlebnishorizont der Protagonistin zu überschreiten oder in Sentimentalität abzugleiten. Hier also ist der Erzähler Uwe Timm einmal auf der Höhe seines Könnens, während er sich sonst leider zu oft mit eindimensionalen Alltagsansichten und aufgeschwemmten Anekdoten begnügt. Das Leben schreibt seine Geschichten eben doch nicht selbst: Ein bisschen muss der Schriftsteller schon nachhelfen.
Martin Krumbholz


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Einmal lauschen bitte!      5 von 5 Punkten
Nicht morgen, nicht gestern von Uwe Timm sind sechs Erzählungen, die allesamt einladen, einige Momente mit doch gar nicht so fremden Personen zu verbringen. Die Geschichten ermöglichen ein über-die-Schulter-schauen des Lesern an eher ungewöhnlichen Tagen der Hauptakteure. So erleben wir einen furchtbar unangenehmen Zwischenfall einer älteren Dame genauso mit wie eine entscheidende Begegnung an der englischen Küste. Die einzelnen Geschichten können am Stück oder auch separat gelesen werden, Hauptsache mit ein bisschen Ruhe und einer Tasse Tee unter der Decke, dieser Abend ist auf jeden Fall gelungen genauso wie die Erzählungen von Uwe Timm.


Mein Leben als Mann (rororo) - Philip RothMein Leben als Mann (rororo)
Philip Roth

Taschenbuch, 1. Oktober 2008
     Verkaufsrang: 35550      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

„'Mein Leben als Mann' lässt sich ohne Übertreibung als ein Schlüsselwerk bezeichnen .“ (FAZ)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

perfekt      5 von 5 Punkten
Habe eben die anderen Rezensionen gelesen und muss insofern widersprechen, daß zu keiner zeit und an keiner Stelle des Buchs für mich Langeweile oder ähnliches auftrat.
Im Gegenteil: was habe ich gelacht, die Streitgespräche mit seinem Psychotherapeuten - wirklich klasse und sehr detailliert ausgearbeitet.
Seit langem wieder ein Buch, das ich gegen Ende immer sorgfältiger gelesen habe, um nur ja nicht zu schnell fertig zu werden.


 Weitere Lesermeinungen


Heimat als Utopie (edition suhrkamp) - Bernhard SchlinkHeimat als Utopie (edition suhrkamp)
Bernhard Schlink

Taschenbuch, 24. Juli 2000
     Verkaufsrang: 57012      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 5,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Immer mehr Menschen fühlen sich fremd im eigenen Land. Angesichts der zunehmenden Entfremdung im Zeitalter der Globalisierung nimmt die wachsende Sehnsucht nach Heimat nicht wunder, doch: äWo haben die Menschen ihre Heimat?

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Sehr lesenswert      5 von 5 Punkten
Dieses Buch sollte man lesen, wenn man sich mit dem Begriff "Heimat" auseinandersetzt. Besonders die Aufstellung des "Exils" als Gegenbegriff ist sehr interessant. Das Buch gehört natürlich auch in das Bücherregal eines jeden Fans von Bernhard Schlink!


 Weitere Lesermeinungen


Shalimar der Narr (rororo) - Salman RushdieShalimar der Narr (rororo)
Salman Rushdie

Taschenbuch, 1. September 2007
     Verkaufsrang: 36287      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

India will nicht India heißen. "India klang für sie immer noch falsch, exotisch, kolonial?, heißt es über eine der jungen Hauptfiguren in Salman Rushdies Roman Shalimar der Narr: "ein Name, der die Aneignung einer Realität andeutete, die ihr nicht gehören konnte; und sie beharrte darauf, dass er sowieso nicht zu ihr passte, dass sie sich nicht wie Indien fühlte, obwohl ihre Haut von satter, tiefdunkler Farbe war, das lange Haar schimmernd und schwarz." India weiß gar nicht, wie sehr sie mit ihrer Abneigung intuitiv der Wahrheit nahe kommt. Denn in Wirklichkeit heißt sie gar nicht India. In Wirklichkeit heißt sie Kashmira.
Gezeugt wurde Kashmira von der Tänzerin Boonyi und dem Ausnahme-Diplomaten Max Ophuls. Ophuls hat Boonyi dem Narren Shalimar ausgespannt. Shalimar lässt sich derweil aus Gram zum islamistischen Terroristen ausbilden und heuert als Chauffeur bei Ophuls an, der seinerseits lange für den US-amerikanischen Antiterrorkampf tätig war. Eines Tages schneidet er Ophuls die Kehle durch. India beginnt, nach den Hintergründen der Tat zu fahnden. Langsam kommt sie ihrer eigenen Geschichte auf die Spur: und der Leser erfährt, dass India eigentlich eine Allegorie ist für das geteilte und einstmals paradiesische Land Kashmir am Fuße des Himalaya, das zwischen Pakistan und Indien zerrissen ist.
Warum gibt es Hass auf der Welt? Das ist die Frage, die Rushdie in den Hunderten kleiner Geschichten, Anspielungen und Verweise von Shalimar der Narr in immer neuen Varianten stellt. Es ist vor allem der Hass der Kulturen, dessen erstes prominentes Opfer er in gewisser Weise geworden ist und dessen Konsequenzen die Welt am 11. September 2001 zu spüren bekam. Rushdie will erklären und mystisch verklären zugleich, in einer ungemein phantasievollen, paradiesisch bunten Sprache. Manchmal will er auch zuviel. Aber im Grunde wird sich niemand während der Lektüre dieses faszinierenden Panoptikums langweilen. -Stefan Kellerer


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Wer DRANBLEIBT wird REICH BELOHNT !      5 von 5 Punkten
Vor den Augen seiner Tochter wird Max Ophuls, Ex-US-Botschafter in Indien, in Santa Monica von seinem muslimischen Chauffeur ermordet. Doch die Geschichte dieses Attentats hat Jahrzehnte zuvor begonnen: In Kaschmir verliebt sich die schöne Tänzerin Boonyi in den Hochseilartisten Shalimar. Als aber Max Ophuls auftaucht Dipolmat, Agent und Liebling vieler Frauen, hat sie plötzlich nur noch Augen für ihn.
~~~
Eine, zugegebenermaßen, recht kurze Inhaltsangabe für etwas über 500 Seiten Meisterwerk. Eigentlich in der Kürze auch irgendwie unzutreffend. WEIT holt Rushdie aus und beleuchtet alle Charaktere liebevoll und detailgetreu. IMMENSES geschichtliches Wissen schwingt während der Jahrzehnte (im Buch!) mit (von der Résistance in Frankreich über den Dauerkonflikt zwischen Pakistan und Indien bis hin zum Terroranschlag von 2001 - eine sehr weite und langandauernde Reise eben!), viele Anekdoten werden mit Geist und Witz erzählt, der Niedergang des Dorfes Pachigam in Pakistan hingegen enthält viele wütende Passagen. Auf der einen Seite US-Botschafter Max mit Tochter, auf der anderen Shalimar und dessen Familien- und Dorfclans in Kaschmir. Irgendwo dazwischen die schöne Tänzerin Boonyi. Wobei mir persönlich der Teil, der in Kaschmir spielt, dank der reichen und phantasievollen Entwicklung der Charaktere und der zauberhaften Schilderung aller Lokalitäten, am besten gefällt (und mich ein wenig an die Werke von Allende oder Marquez erinnert).
~~~
Geübte Rushdie-Leser wissen: Dranbleiben ist Pflicht. Genau lesen (viele Namen und Begriffe, von denen man sich die wichtigsten aber mit der Zeit merkt), regelmäßig und zügig vorwärts arbeiten. Und dann wird man reich belohnt mit den genannten Vorzügen.
Mit einem Jahrhundertroman.
Mit Rushdie eben.


 Weitere Lesermeinungen


Das Memorial (rororo) - José SaramagoDas Memorial (rororo)
José Saramago

Taschenbuch, 1. Oktober 1997
     Verkaufsrang: 155806      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Der Seefahrernation Portugal gehörte zu Beginn des 18. Jahrhunderts die halbe Welt, während im Mutterland der finstere Geist der Inquisition herrschte. An der Spitze des Reiches stand der pompös lebende König Joao V. Als er die Erbauung eines Klosters in Mafra verspricht, werden Arbeiter aus dem ganzen Land herbeigepreßt, unter ihnen der einhändige Soldat Baltasar, der mit der Seherin Blimunda zusammen lebt. Dreizehn Jahre dauert die Errichtung des Klosters, eine apokalyptische Schreckenszeit ...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Ein Buch über die Architektur und den Menschen      5 von 5 Punkten
Das Memorial ist ein 'Denkmal' für all jene Menschen, ohne deren Anstrengungen und Opfer, all jene Bauwerke, die wir heute bewundern, nicht möglich gewesen wären. Viel zu oft erinnern wir uns nur an die großen Namen der Geschichte und die hervorragenden Baumeister, die diese Bauwerke ersonnen haben. Wer denkt aber an die Menschen, die ihren Schweiß und viel zu oft auch ihr Blut vergossen haben, um teils aus ökonmischer Not, teils aus religiöser Bestimmung am Bau der großen Werke der Architektur teilzunehmen.
Jose Saramago schreibt vom vermeintlich düsteren Schicksal dieser Arbeiter, das im Falle der Protagonisten dieses Buches erhellt wird von einer wunderbaren Liebe und den Glauben an eine Aufgabe.
Das Buch Saramagos erinnert mich an Storms "Der Schimmelreiter", der gleichsam von der Kraft einer aufrichtigen Liebe erzählt.
Jose Saramago ist es außerdem gelungen, mit seiner außerordentlichen, 'trickreichen' Sprache und der hervoragenden Verwendung gelungener Wiederholungen, geradezu beschwörend, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Nicht außen vor bleibt eine subtile Kritik an der zweifelhaften Autorität der mittelalterlichen Kircheninstitution.
Dieses Buch, stellt, wie ich finde, auch ein wichtiges Architekturbuch dar, weil es den grundlegenden Bezug der Architektur zum Menschen und unserer Kultur auf hervorragende und aufrichtige Weise thematisiert.


 Weitere Lesermeinungen


Der Umweg nach Santiago (suhrkamp taschenbuch) - Cees NooteboomDer Umweg nach Santiago (suhrkamp taschenbuch)
Cees Nooteboom

Taschenbuch, 28. Mai 2007
     Verkaufsrang: 93306      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 13,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Als Cees Nootebooms Reisebericht erstmals erscheint, ist man sich einig: Mit Der Umweg nach Santiago liegt das Spanienbuch schlechthin vor. Nooteboom bricht von Barcelona nach Santiago de Compostela auf, ohne jede Eile, denn der Weg ist das Ziel. Der große niederländische Erzähler ergänzt sein erfolgreiches Reisebuch nun durch weitere Texte über das Land seiner Leidenschaft.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

immernoch aktuell      5 von 5 Punkten
Obwohl die Reiseberichte rund 20 Jahre alt sind, reflektieren sie noch immer die spanische Realität. Teils weil sich Spanien nicht verändert und teils weil der Autor zeitlose Themen behandelt.
Wer das echte Spanien liebt wird auch dieses Buch lieben, weil es ehrlich und unverblümt mit Spanien, seiner Tradition und Geschichte und den Spaniern selbst umgeht.
Rundum ein Buch, dass man immerwieder und mehrmals gerne liest!


 Weitere Lesermeinungen


Leben, um davon zu erzählen - Gabriel Garcia MarquezLeben, um davon zu erzählen
Gabriel Garcia Marquez

Broschiert, 20. Oktober 2004
     Verkaufsrang: 98952      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Der lateinamerikanische Schriftsteller Gabriel García Marquez hat ein gutes Gedächtnis. Wenn man ihm glauben kann, dann haben wir so wundervoll geheimnisvolle, fantasievolle Romane und Erzählungen wie Hundert Jahre Einsamkeit, Chronik eines angekündigten Todes und Liebe in Zeiten der Cholera nur diesem Erinnerungsvermögen zu verdanken. Denn eigentlich, so sagt Marquez im ersten Teil seiner Autobiografie Leben, um davon zu erzählen, seien all diese Geschichten in den rätselhaften und erfindungsreichen Erzählungen seiner Großmutter bereits angelegt gewesen.
Marquez' Biografie steht ein Motto voran: "Nicht was wir gelebt haben, ist das Leben", heißt es da, "sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern, um davon zu erzählen." Und so inszeniert der Autor seine Lebensgeschichte auch dick wie einen Roman: Nicht ganz so fulminant wie sein fiktives Werk (und sicher auch mit epischen Längen), aber spannend und voll Handlung. Begonnen hat er bei den Großeltern, einem pensionierten Oberst und seiner in einer Geisterwelt beheimateten Frau. Aber auch und vor allem von seiner Kindheit und Jugend, der Armut der Eltern, dem Leben in Kolumbien, den erfolgreichen Anfängen des späteren Schriftstellers als Journalist und von der Liebe erfährt man eine ganze Menge. Und das Haus der Familie in Aracataca, dass er 1950 mit seiner Mutter besuchte und von dem aus seine Lebensgeschichte retrospektkiv ihren Anfang nimmt, wird später in Hundert Jahre Einsamkeit aus tausend Worten wieder aufgebaut.
Als bekannt wurde, dass Gabriel García Marquez an Krebs erkrankt sei, mutmaßte die literarisch interessierte Öffentlichkeit, der Autor wolle sich zurückziehen aus dem Gebiet der Literatur. Stattdessen hat er ein opulentes Buch vorgelegt, das Dichtung und Wahrheit geschickt verbindet. Weitere Bände dieser imposanten Erinnerungsarbeit sollen folgen. Man darf also noch hoffen. -Thomas Köster


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 26 Bewertungen)

Wer ein echter Fan von Gabriel García Márquez ist, wird erneut verzaubert von der Sprachkraft dieses ungewöhnlichen Mannes.      4 von 5 Punkten
In Kolumbien gab es mitunter Tumulte vor den Buchhandlungen und die Nationalhymne wurde gespielt, und das, weil der Nationalheld Gabriel García Márquez ein neues Buch herausgebracht hat. Wenn dieser Mann nun seine Memoiren schreibt, wird dies sicherlich auch weltweit Beachtung finden.
Leider liegt über den vorliegenden Lebenserinnerungen der Schatten einer schweren Erkrankung des Schriftstellers: In den Pausen zwischen Krankenhausaufenthalten und eventuell schon unter existentiellem Zeitdruck brachte Gabriel García Márquez seine Erinnerungen zu Papier. Weitere Bände sollen noch folgen, denn das vorliegende Buch "Leben, um davon zu erzählen" endet etwas abrupt im Jahre 1955. Dies wird vom Kiepenheuer und Witsch Verlag allerdings nirgends erwähnt, so dass der Eindruck erweckt wird, man halte die kompletten Memoiren in den Händen. Diese (bewusste?) Irreführung ist jedoch der einzig wirkliche Kritikpunkt an diesem sonst liebevoll gestalteten Buch.
In der einfühlsamen Übersetzung von Dagmar Ploetz, die unter anderem auch Isabel Allende und Mario Vargas Llosa übersetzt hat und mit dem Schriftsteller Uwe Timm verheiratet ist, entfaltet sich der erzählerische Zauber von Anfang an.
Gabriel García Márquez beginnt seine Erinnerungen 1950, mit der Bitte seiner Mutter sie zu begleiten beim Verkauf des Hauses, in dem er selbst 1927 geboren worden war. Diese Geburt war höchst dramatisch verlaufen, denn nach den begeisterten Rufen der Tante Francisca "Ein Junge, ein Junge!" musste Gabriel García Márquez (oder Gabo, wie er später gerufen wird) wiederbelebt werden. Dies geschah durch Einreibungen mit hochprozentigem Rum und beherztem Handeln einer Hebamme.
Doch auch um das Geburtsdatum gibt es ein rätselhaftes Phänomen: Während im vorliegenden Buch vom 6. März 1927 die Rede ist, vermelden viele große Nachschlagwerke den 6. März 1928, und dem entsprechend werden 2003 unpassende Glückwünsche zum 75. Geburtstag eingehen, die der Autor aber mit einem geheimnisvollen Schmunzeln dennoch entgegennehmen wird.
Nach Schilderung dieser dramatischen und mysteriösen Geburt fächert Gabriel García Márquez chronologisch sein Leben auf, stellt uns skurrile Opas und Onkels vor, führt uns merkwürdige Duelle und Bordelle vor Augen und erzählt im letzten Teil des Buches sehr ausführlich von seinen Plänen, Anwalt zu werden und seinen Anfängen als Journalist, von Existenzsorgen geplagt und von politischen Umständen erschüttert.
Es wird für den interessierten Leser der Romane von Gabriel García Márquez deutlich, wie viele biographische Elemente das Grundgerüst der Handlungen bilden. So mancher wird Lust bekommen, noch einmal und mit anderen Augen in diesen Büchern zu lesen und zu stöbern. Die Stärke der Prosa von Gabriel Garcia Marquez sind die vielfältigen facettenreichen Details, die sein außergewöhnlich gutes Gedächtnis ihm als Rohmaterial zur Verfügung stellt. Eigentlich, so Gabriel García Márquez, seien all diese Geschichten in den rätselhaften und erfindungsreichen Erzählungen seiner Großmutter bereits angelegt gewesen. Dieses Material "verdichtet" er nun in "Leben, um davon zu erzählen" wie in seinen Romanen, denn mit dem, was allgemein Realität genannt wird, nimmt Gabriel García Márquez es ja sowieso nicht so genau.
Es entstehen novellenartige Episoden und mitunter kleine aphoristische Spielereien, oft mit einer Prise surrealistischem Humor garniert. Ein Beispiel: "Jahrelang habe ich aber keinen Mozart gehört, weil ich auf den abwegigen Gedanken gekommen war, dass es Mozart gar nicht gibt, denn ist er gut, ist er Beethoven, und ist er schlecht, ist er Haydn."
Wer ein echter Fan von Gabriel García Márquez ist, wird erneut verzaubert von der Sprachkraft dieses ungewöhnlichen Mannes und freut sich auf die hoffentlich folgende Fortsetzung von "Leben, um davon zu erzählen".


 Weitere Lesermeinungen


Die sonderbare Karriere der Frau Choi - Birgit VanderbekeDie sonderbare Karriere der Frau Choi
Birgit Vanderbeke

Broschiert, 2. Juni 2009
     Verkaufsrang: 46379      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

"Eine satirische Variante von "Chocolat", komisch und klug." (Für Sie)

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

kurz, elegant, (sprach)witzig - gut!      5 von 5 Punkten
Birgit Vanderbeke schreibt Bücher deren Umfang immer zwischen 110 und 130 Seiten liegt. Trotz der Kürze schwirren einem die - meist etwas eigenartigen - Geschichten und Hauptcharaktere noch recht lange im Kopf herum. Dabei lässt sich Vanderbeke nicht einem Genre zuordnen. In ihrem preisgekrönten Debutbuch "Das Muschelessen" seziert sie die Familienhierarchie und die Emanzipation gegenüber dem Familienoberhaupt. In "Sweet Sixteen" gelingt ihr eine köstliche Gesellschaftskritik, während sie in "Ich sehe was, was Du nicht siehst" das Leben oder in "Alberta empfängt einen Liebhaber" die Liebe auslotet.
"Die sonderbare Karriere der Frau Choi" handelt von einem kleinen Nest irgendwo im Niemandsland von Frankreich, in das eben diese Frau Choi mit ihrer bewussten und zielstrebigen Art Leben und nach und nach ein bisschen die große weite Welt hineinträgt. Dies bewerkstelligt Frau Choi indem sie die Bewohner des Dorfes und später einer immer größer werdenden Gemeinde ihre südkoreanischen Spezialitäten und auch Lebenseinstellungen näherbringt. Dabei schreckt Frau Choi's Zielstrebigkeit und Harmoniebedürfnis auch vor dem ein oder anderen Mord - was natürlich nicht wirklich nachzuweisen ist und auch - wenn überhaupt - nur zwischen den Zeilen zu vermuten ist - nicht zurück.
Ein tolles Buch, das durch seine distanzierte und auch wieder detailverliebte Erzählweise einen wunderbaren Charme verbreitet. Ganz nebenbei schafft es Birgit Vanderbeke, weltgeschichtliche Veränderungen und ihre Auswirkungen auf "uns" mit einfließen zu lassen.
Eine kleine Nebenbemerkung:
Das Thema hat kaum etwas (Ost-West, Seidenspinnerei, Südfrankreich) und die Art zu schreiben zwar schon mehr (minimalistischer, eleganter, witziger Schreibstil) damit zu tun, aber irgendwie habe ich beim Lesen von "Die sonderbare Karriere der Frau Choi" ständig an Hervé Joncour aus Baricco's "Seide" denken müssen. Mmmhhh ... aber das nur so nebenbei ...
Fazit: Ein erneut - viel zu kurzer - köstlicher Roman, der sich durch Sprachwitz und stilistische Eleganz auszeichnet.


 Weitere Lesermeinungen


Jedermann - Philip RothJedermann
Philip Roth

Gebundene Ausgabe, 15. August 2006
     Verkaufsrang: 42670      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Jedermann, das ist nicht zuletzt Teil des Namens vom Juwelierladen seines jüdischen Vaters. Jedermann, das könnte aber auch sein eigener Name sein: Drei Exfrauen hat er hinterlassen, zwei Söhne aus erster Ehe, die ihn hassen, eine Tochter aus zweiter, die ihn vergöttert. Diese Tochter, Nancy, war es auch, die alle an sein Grab gerufen hat. Bereits hier, bei der beschriebenen Beerdigung im Anfangskapitel, der letzten Konfrontation Jedermanns mit dem Tod, entfaltet der US-amerikanische Schriftsteller Philip Roth gekonnt die psychologische Zusammensetzung der Gruppe, die einzig durch die Person des toten Helden zusammen gehalten wird. Danach entfaltet er aus der Retrospektive das Leben eines Werbefachmanns und späteren Frauenhelden, sein Siechtum im Alter: eine Biografie, die in der Einsamkeit mündet und den Protagonisten zu einer Gestalt werden lässt, der er nie hatte sein wollen. "Würde es nicht jeder Durchschnittsmensch genauso machen?" fragt sich der Held an einer Stelle des Buchs, nachdem er in die Gefangenschaft der Ehe geschlittert ist. Später wird er eine treu sorgende Frau heiraten, die er wegen eines wesentlich jüngeren Fotomodels verlässt. Und am Ende wird er dies wie vieles andere bereuen. Der Leser aber ist angezogen und abgestoßen vom Lebenswandel dieser Figur, von seinen Schwächen und Fehlern zugleich: das große Verdienst des sezierenden Blicks von Philip Roth.
Jedermann ist ein trauriges, fast schon deprimierendes Buch. Unerschütterlich beschreibt es das Altern als eine Aneinanderreihung von Abschiednahmen: Von Freunden, die sterben, von Lieben, die vergehen, von Gesundheit, die nicht wiederkehrt - und damit vom Leben selbst. Dadurch aber wird Jedermann auch zu einem überaus ehrlichen Buch, das zudem - dem Autor sei dank - wieder einmal blendend geschrieben ist. Mit diesem Roman ist Philip Roth vielleicht noch radikaler als bei seinen Vorgängern gewesen und hat damit einmal mehr beweisen, dass er zu den großen alten Männern der US-amerikanischen Literaturszene gehört. Schon deshalb möchte man ihm ein langes Leben wünschen. Denn Bücher wie dieses zu schreiben gelingt nur den Wenigsten. -Stefan Kellerer


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 54 Bewertungen)

So einen Tod wünsche ich mir auch      5 von 5 Punkten
VON DIAMANTEN UND KINDERN (THOMAS REUTER)
Dem Buch reist sein Ruf voraus. Man weiß die ganze Geschichte, die eine ernüchternde ist, bevor man es zum ersten Mal in der Hand hat. Mehr noch reist ihm sein Titel voraus. Jedermann gemahnt nicht nur jeden Leser daran, dass auch er mit diesem sterbenden Menschen beschrieben ist, sondern erinnert auch an Hugo von Hofmannsthal Theaterstück Jedermann aus dem Jahre 1911. Dort ist Jedermann bekanntlich ein Reicher, der kein Mitleid mit seiner ärmeren Umwelt hat, bis ihn der Tod holen kommt und er gezwungen wird, Demut zu zeigen und wieder gottesfürchtig zu werden. Hofmannsthal wiederum bezieht sich auf mittelalterliche Vorbilder wie Mysterienspiele. Das Thema ist also ein altes. Es geht um die schlichte aber bedeutsame Tatsache, dass wir sterben, und nichts, was wir lieben, überdauert die Zeiten. Was hat Philipp Roth diesem Thema Neues zuzufügen? Die Frage ist schon absurd. Es ist dasjenige Thema, dem seit Urzeiten nichts Neues hinzugefügt werden kann und zugleich ist es das Thema, an dem sich jeder einzelne Mensch bis in die Unendlichkeit abarbeitete, würde er nicht vorher abberufen.
Der Jedermann, von dem hier geschrieben wird ist oder vielmehr war ein Werbefachmann. Das Buch beginnt mit seiner Beerdigung. Von einer höheren Warte aus betrachtet der Verstorbene die versammelte Trauergemeinde, wie jeder einzelne nach vorne tritt, eine Schaufel Erde auf den Sarg wirft. Reden werden gehalten, die das Leben des Verschiedenen Revue passieren lassen. Es handelt sich bei dieser Beschreibung also um eine Phanatsie, die wohl jeden von uns einmal heimgesucht hat: Unserer eigenen Beerdigung beizuwohnen und am Grad der Trauer, die wir uns natürlich sehr groß vorstellen, die eigene Bedeutung in der Welt zu taxieren.
Auf dem Friedhof soll auch das Buch enden. Vor seinem voraussichtlichen Tod besucht der Protagonist seine zukünftige Grabstätte und führt ein Gespräch dem Totengräber über die Praxis des Begrabens von Menschen. Eine äußerst interessante Passage über das Schicksal des Menschen in der Welt, wenn es sie nicht schon gäbe, und zwar bei der berühmten Totengräberszene im Hamlet.
Zwischen diesen beiden Schlüsselszenen wird vom Leben des Werbefachmanns erzählt, über seine drei gescheiterten Ehen, seine beruflichen Erfolge, sein Unvermögen Verantwortung zu übernehmen, sein Unvermögen, das Leben überhaupt gestalterisch in die Hand zu nehmen und von seinen Krankheiten. Von diesen vor allem. Es ist der Bericht über einen langsamen Verfall, ein zunehmendes Siechtum, immer vor der Folie einer blendenden Gesundheit, eines idealen Körpers. Schon in der Kindheit wird die Lendenoperation als abnorm wahrgenommen, als Fehler der Schöpfung.
Hierin besteht vielleicht das ungemein Zeitgenössische dieses Romans bei einem allen Zeiten übergreifenden Thema: Es ist die Selbstverliebtheit unserer Gesellschaft in die Jugend. Jugend und Gesundheit sind in diesem Buch die einzig verbliebenen Werte. Weit davon entfernt einen - wenn auch nur minimalen Grad an Weisheit erreicht zu haben, versucht noch der Siebzigjährige junge Frauen aufzureißen. Es ist ihm neben dieser Form der Selbstbestätigung nicht gelungen, sein Leben auf andere Werte zu gründen, obwohl er die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Bitter trauert er Phoebe, seiner zweiten Frau, hinterher, die er schamlos betrogen hat. Der Protagonist verbleibt in seinem Handeln ein kleiner Junger, der dazu verdammt ist, in einer sinnentleerten Welt sein ewiges Bubendasein zu fristen.
Allein der Diamant, den er in seinem noch jungen Leben im Juweliersgeschäft seines Vaters betrachtet, verspricht Ewigkeit. Hätte er ihn doch Phoebe geschenkt. Die anthropologische Obdachlosigkeit, die hier so existentiell daherkommt, ist nämlich im Grunde selbst gemacht. Sie ist zugleich Zeichen unserer Zeit, die an nichts mehr glaubt.
SO EINEN TOD WÜNSCHE ICH MIR AUCH (LUDWIG WITZANI)
Da sage noch jemand, die Literatur sei kein Spiegel unserer Zeit. Da werden die Menschen immer älter, und die Romanciers legen eine Altersroman nach dem nächsten vor. Das Merkmal dieser Altersromane sei es "Schmidt" von Begley, Martin Walsers "Angstblüte", John Updikes "Landleben" Per Pettersons "Pferde stehlen" oder besonders krass Garcia Marquez Geschichte von den kleinen Hürchen, all gemeinsam ist der Niedergang der Erektion bei gleich bleibender Inspiration. Der alternde Meister erlebt seine letzte Liaison mit einer jugendlichen Geliebten halb aus Trotz, halb aus Verzweiflung, ehe die Inkontinenz beginnt. Philip Roth, mit seinem "Sterbenden Tier" und dem "menschlichen Makel" der unbestrittene Meister dieses Genres, ist in dem vorliegenden Buch nun noch einen Schritt weitergegangen. Nicht mehr die entschwindende Lust steht im Mittelpunkt der Betrachtung sondern das beängstigende Näherrücken von Sterben und Tod dargestellt am Beispiel eines namenlosen Sohns eines jüdischen Juweliers und Bruder eines erfolggreichen Anlageberaters, der vor den Augen des Lesers eine "Jedermann"-Biographie durchlebt. "Im Gegensatz zu dem, was seine Frau überall herumerzählte, hatte er nicht nach der uneingeschränkten Freiheit gehungert, alles und jedes tun zu können. Ganz und gar nicht. Während er verabscheute, was er hatte, hungerte er nach etwas beständigem. Er war nicht der Mann, der wünschte, zwei Leben zu leben. Weder die Beschränkungen noch die Bequemlichkeiten eines angepassten Lebens waren ihm zuwider."(Seite.36) Namenlos-Jedermann ist glücklich, wenn er fit wie ein Fisch durch die Brandung schwimmen, ein wenig Erfolg und Ruhe genießen kann und wenn es hier und da zu einem kleinen Abenteuer reicht. Er hat zwei Söhne, die ihn verachten, und eine Tochter, die ihn liebt, und er besitzt einen leidlich interessanten Job in der Werbebranche. Allerdings unterliegt er wie "Jedermann" der Altersverhexung der Sexualität und verlässt seine zweite Ehefrau Phoebe, um eine Frau zu heiraten, die seine Tochter hätte sein können. Als er seinen Irrtum entdeckt war es zu spät. "Er hatte die hilfsbereiteste Frau, die man sich vorstellen konnte, gegen eine Frau eingetauscht, die unter dem leisesten Druck zusammenbrach."(S. 119). Everybodies Problem, kann man da nur sagen. Aber es gibt kein zurück mehr, bald hat er die alte und die neue Frau verloren und steht allein vor der scheinbaren Unendlichkeit des Ruhestandes. Malkurse, Diskussionen, Kontakte alles ist langweilig und sinnlos, nur eines ist noch von Interesse der immer deutlich werdende körperliche Verfall. Der Tod, im bisherigen Verlauf seines Lebens in seinen verschiedenen Erscheinungsformen nur als kuriose Episode gegenwärtig, rückt in Gestalt der Gebrechlichkeit immer näher an ihn heran. Bekannte begehen Selbstmord oder sterben an Krebs, und er selbst, der längst das Schwimmen in der Brandung aufgegeben hat, muss sich immer gefährlicheren Herzoperationen unterziehen. Wirklichen Trost gibt weder in der Kunst, noch in der Familie, noch in der Religion. "Religion war eine Lüge, die er schon früh im Leben durchschaut hatte, er nahm Anstoß an allen Religionen, ihr abergläubisches Getue schien ihm sinnlos und kindisch, was er nicht ausstehen konnte, war ihre komplette Unerwachsenheit. Mit Hokuspokus über den Tod und Gott und obsoleten Himmelsphantasien hatte er nichts zu schaffen. Es gab nur einen Körper, geboren, um zu leben und zu sterben nach Bedingungen, geschaffen von Körpern, die vor ihm gelebt hatten und gestorben waren"(Seite 54). Die Unausweichlichkeit des Todes ohne den Trost der Religion - das ist ein bitteres Thema, das als Zitat "Das Alter ist keine Schlacht, es ist ein Massaker" bereits die Feuilletons erfüllt. Aber wird es in dem vorliegenden Buch auch tatsächlich angegangen und bewältigt? Es ist wie immer bei Roth ein sprachlich ausgereiftes Buch mit einer Reihe ungemein treffender Beobachtungen (z.B. die beeindruckende Stelle über das Lügen auf S.117), das sich ohne sonderliche Schwierigkeiten und mit Gewinn lesen lässt. Aber die in den Werbekampagnen für das Buch evozierte Erwartung einer ungeschminkten Auseinandersetzung mit Sterben und Tod wird literarisch nur in Grenzen eingelöst. Es leiden und sterben immer nur die anderen und auch das, sei es aus Pietät oder Konzept, literarisch reichlich weichgespült. Der Protagonist kommt dagegen ganz gut über die Runden, was ihm natürlich jeder gönnen wird. Wirklich ertragen muss er in der Hauptsache nur die Migräne seiner zweiten Ehefrau (S.40), den Tod von Anderen, einige Operationen, eine unangenehme lokale Betäubung und diverse Kanülen. Am Ende wachst er dann bei einer Operation, in die er guten Mutes ging, einfach nicht mehr auf. Da kann ich nur sagen: einen solchen Tod wünsche ich mir auch.


 Weitere Lesermeinungen


Die Unmöglichkeit der Nähe - Margaret AtwoodDie Unmöglichkeit der Nähe
Margaret Atwood

Broschiert, 1. April 2008
     Verkaufsrang: 66649      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

"Ich bin beeindruckt und erschüttert von Margaret Atwoods visionärer Kunst." Erica Jong

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Margaret Atwood ist Garantin für gute Bücher      5 von 5 Punkten
Margaret Atwood ist meine Lieblingsautorin und so kann ich gar nicht anders als auch dieses Buch von ihr wieder zu empfehlen und allen Lesefreunden ans Herz zu legen.

Sehr empfehlenswert!      5 von 5 Punkten
Margaret Atwood ist eine meiner liebsten Schriftstellerinnen, und ich habe - bis auf ihren letzten - alle ihre Romane gelesen und mag sie eigentlich alle. Auch bei diesem Buch, Originaltitel "Life before Man", war ich einmal mehr fasziniert von ihrem Schreibstil: geistreich, manchmal nicht ohne Pathos, aber dies in einer wirklich lesenswerten Mischung. Ich kann es nur empfehlen!


Arcodamore - Andrea DeCarloArcodamore
Andrea DeCarlo, Andrea De Carlo

Taschenbuch, April 2007
     Verkaufsrang: 145033      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

"Andrea De Carlo erzählt diese Geschichte mit einer Subtilität und Beobachtungsgabe, die auch all seine vorherigen Romane auszeichnen. Immer schreibt er gegen die Alltäglichkeiten und Gewohnheiten an, die das Leben formen und zugleich beeinträchtigen. Kritisch untersucht er jede Phrase und Geste auf ihre modische Attitüde. Gefühle werden auf hohle Stellen abgeklopft." (Wiener Zeitung)

"Vielschichtig - der politische Hintergrund, die thrillerhafte Spannung, die an überraschenden Wendungen reiche Liebesgeschichte." (Österreichischer Rundfunk)

"Wer etwas über die Liebe und das heutige Italien erfahren möchte, ist mit Andrea De Carlos Arcodamore nicht schlecht beraten." (Frankfurter Allgemeine Zeitung) "Zum Teufel mit der rigiden Selbstkontrolle, wenn eine Harfenistin auftaucht, die etwas von Verführung versteht. Leo, Fotograf und geschieden, läßt sich von der schönen Manuela mitreißen, die ganz verschiedene Saiten aufzieht - von Zärtlichkeit bis zum Sturmangriff. Die Liebe der beiden gleicht einer wilden Serpentinenfahrt, und in jeder Biegung lauert ein neues Gefühl - immer anders und immer intensiver. Andrea De Carlo analysiert in diesem Roman intelligent und präzise den Bogen der Gefühle. Bis hin zu dem fatalen Moment, in dem die Spannung nicht mehr zu ertragen ist." (Brigitte)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Rauschhafte Liebesgeschichte      5 von 5 Punkten
Der Fotograf Leo Cernitori führt ein überschaubares Leben in Mailand und lässt nach seiner gescheiterten Ehe keine großen Gefühle mehr an sich heran. Er hat einfach keine Lust mehr auf Besitzansprüche, Erwartungen, Vorwürfe, wie sie in einer längeren Beziehung vorkommen können. Er fühlt sich frei, genießt den Sex mit Frauen, die ihm nichts bedeuten. Und dann lernt er die Harfenspielerin Manuela Duini kennen - und er kann nicht anders, er wirft alle seine Vorsätze über den Haufen.
Schon, als Leo sie erst zweimal gesehen hat, nistet sich ihr Bild so in seinem Kopf ein, dass er nicht mehr mit einer anderen Frau schlafen kann. Sein Leben ändert sich dramatisch. Er gibt sich der starken Anziehungskraft hin, lässt seine extremen Gefühle zu, die Manuela erwidert. Sie beginnen eine rauschhafte Beziehung, haben wunderbaren Sex miteinander, und von einem Augenblick zum anderen schlägt die Stimmung um, streiten sie sich lautstark und so extrem, dass man denkt, jetzt ist alles aus. Doch kaum hat er sich von ihr entfernt, wieder Distanz zum Geschehen gewonnen, schleicht sich wieder die Anziehung ein, die dann so stark anwächst, dass er sich sofort auf den Weg zu ihr machen muss.
Dabei lebt diese Liebe nicht nur von der körperlichen Anziehung, sondern auch von einer Seelenverwandtschaft. Die beiden sprechen sehr ehrlich und direkt miteinander und lassen sich ganz auf die Gegenwart ein, ohne Berechnung, ohne darauf zu achten, wie es weitergeht.
Spannend, dicht, mit lebendigen Bildern aus der phantasievollen Sicht von Leo erzählt der Autor dieses Buch, das man beim Lesen kaum aus der Hand legen kann. Es treibt einen immer weiter und weiter zu lesen, ähnlich atemlos wie Leo seine Geschichte erlebt.
Der Titel "Arcodamore" heißt etwa "Liebesbogen" - ein Thema, über das sich Leo und Manuela eingehend unterhalten. Ist es möglich, die Liebe ein Leben lang zu erhalten - kann der Bogen also zu einer Gerade werden, oder ist doch jede Liebe nach ein paar Jahren schal, zum Auseinandergehen, zum Ende verurteilt? Leo und Manuela haben letztlich Angst vor diesem Ende und so nutzen sie die Fülle der Gegenwart so intensiv aus, wie es ihnen möglich ist - im Guten wie im Bösen.


 Weitere Lesermeinungen


Kleiner Hase, großer Held: Die schönsten Hasengeschichten und Hasengedichte - JanoschKleiner Hase, großer Held: Die schönsten Hasengeschichten und Hasengedichte
Janosch

Broschiert, 18. Februar 2008
     Verkaufsrang: 112468      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Um es gleich vorweg zu sagen: Kleiner Hase großer Held ist ein Buch für alle Hasenfans. Es ist ein Buch für alle, die zu Ostern noch ein passendes Geschenk suchen. Aber es ist nur bedingt ein Buch für alle Janosch-Fans. Das liegt nicht daran, dass Janoschs Bücher inzwischen nicht mehr zu den ganz großen, zum Klassiker taugenden Meisterwerken der Bilderbuch-Kunst gehören würden. Es liegt schlichtweg daran, dass Kleiner Hase großer Held ein Sammelband ist, der deshalb aber vor allem doch eine gute Einstiegsdroge zum Werk des genialen, inzwischen 75-jährigen Zeichners ist. Versammelt sind zum Beispiel Kleiner Hase Baldrian, Circus Hase, Wenn der Hase baden geht oder Hasenkinder sind nicht dumm sowie bekannte, fast schon zum Volksgut gehörende Hasenlieder und ?gedichte. Und da wird das Lesen und Zuhören, dank der vielen bunten, typischen Bilder, trotz des "enggesteckten" Themas auf keiner Seite langweilig. Werfen Sie einen Blick ins Buch.
Kleiner Hase großer Held enthalte "die schönsten Hasengeschichten und Hasengedichte", heißt es vollmundig auf dem Buch-Cover. Das soll einfach einmal unkommentiert hier stehen bleiben. Fest steht allerdings, dass der Sammelband zumindest die schönsten Hasengeschichten aus Janoschs Feder enthält. Und der schafft es sogar, klassische Kinderreime über andere Tiergattungen durch seine Illustrationen quasi "auf hasisch" umzudichten. So findet sich in Kleiner Hase großer Held auch das Gedicht "Hopp hopp hopp, Pferdchen lauf Galopp". Und da sieht man dann einen Hasen, der im freien Fall vom Schaukelpferd hechtet. Da solle einmal einer sagen, Janosch habe keine Phantasie. Für Kinder ab vier Jahre. -Isa Gerck


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Einfach super süß und lesenswert      5 von 5 Punkten
Die für Janosch typische witzige und vor allem freie schreibweise zeichnet dieses Buch aus. Ich lese mit vorliebe Kinderbücher und habe mich nach den ersten Sätzen schon in dieses Buch verliebt. Liebevolle Geschichten von kleinen mutigen oder ängstlichen Hasen.
Erleben Sie allein oder mit ihrem Kind eine fantastische Reise in die Welt von Janosch.
Viel Spaß


Glamorama - Bret Easton EllisGlamorama
Bret Easton Ellis

Broschiert, 22. Februar 2010
     Verkaufsrang: 57096      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Glamorama ist ein satirisches Massenmord-Opus, das noch kühner ist als Bret Easton Ellis' American Psycho von 1990. Es beginnt als eine ironische Persiflage auf den Unternehmer Victor Ward, Schauspieler-Dressman und Inbegriff des Zeitgeists, der sich bestenfalls für eine Fortsetzung von Flatliners eignen würde. Ellis trifft den Schickimicki-Jargon genau und gibt dem Nachtleben das Aufregende, das Tempo und den Glanz, die ihm in der tristen Realität fehlen. Promi-Namen und Modeausdrücke zitieren kann jeder, aber Ellis' Erzählstil verleiht der Sprache der Bussi-Clique, die dem Ruhm hinterhereilt, literarischen Glanz. Er besitzt einen betont kühlen Humor: Als Victors Freundin versucht, ihm die von ihm beschlossene Trennung auszureden, schnupft sie wütend sechs Häufchen Koks, hält kurz inne und murmelt "falsches Fläschchen", schnupft vier korrigierende Dosen von was auch immer sie in ihrer anderen geballten Faust hält und nimmt dann Anstoß an einer Rivalin auf der Party, die das gleiche Kleid trägt wie sie.
Man muß dabeigewesen sein, und Ellis vermittelt einem das Gefühl, daß man es war. Aber eine solche Satire ist wie eine sehr intelligente Bombe, die auf ein besonders breites Scheunentor zusteuert. Ellis' an Tom Wolfe erinnernder Sachverstand hat jedoch mehr verdient als sich nur mit der Statusangst von Models zu befassen, und Glamorama legt erst richtig los, als Victor für eine mysteriöse Gruppe von Dressman-Terroristen rekrutiert wird, die 747-Jumbos und das Ritz in Paris in die Luft sprengen und dabei Kevlar-gefütterte Armani-Anzüge tragen. Sie benehmen sich immer noch wie seichte Snobs; sprechen "cool" aus, als hätte es zwölf "o". Aber jetzt, wenn einer von ihnen ein Glas Cristal kippt, kann es sehr wohl sein, daß es vergiftet ist - mit einer entsetzlichen Wirkung, die Ellis fachmännisch und emotionslos beschreibt. Sein Enfant-terrible-Debüt Unter Null (engl. Originaltitel Less Than Zero) versuchte, Joan Didion nachzuahmen. Nun hat sich Ellis zu einer kleineren Ausgabe eines Don DeLillo gemausert - und das ist ein großes Lob. -Tim Appelo


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 30 Bewertungen)

Saugut!      5 von 5 Punkten
Ich hab Glamorama in zwei Tagen weggelesen, so sehr hat es mich geflasht. Die ersten hundert Seiten sind zwar noch anstrengend- aber mit einem Schlag wendet sich das Blatt und die Szenerie ist beherrscht von fast surrealer Brutalität. Nicht nur die geschilderte Gewalt mutet surreal an; einige Handlungsstränge wirken kafkaesk. Die Gesellschaftskritik und der offenbarte Zynismus könnten unser Zeitgeschehen widerspiegeln. Das alles, lockerleicht geschrieben, macht dieses Buch zu einem Muß für jeden Hobby- Misantrophen.
"Prominente sind die perfekten Attentäter- sie werden nie verdächtigt."


 Weitere Lesermeinungen


Die gefährliche Frau - Thommie BayerDie gefährliche Frau
Thommie Bayer

Broschiert, Juli 2007
     Verkaufsrang: 61234      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

"In Wirklichkeit tut Liebe weh. Das wissen alle, aber alle träumen weiter.? Nur Vera Sandin träumt schon lange nicht mehr von den Wundern der Liebe. Sie verdient sogar ihren Lebensunterhalt mit der Desillusionierung: Als Treuetesterin verführt sie im Auftrag von zweifelnden Ehefrauen deren Gatten. Das ist schon deshalb unfähr, weil Vera als Frau so reizvoll ist, dass Mann ihr so gut wie nicht widerstehen kann. Umso gekränkter ist ihr professioneller Stolz, als sie auf den Schriftsteller Axel Behrendt angesetzt wird: Der zeigt sich erotisch unempfänglich und interessiert sich viel mehr für die Geschichten und Erinnerungen in ihrem Kopf als für ihren schönen Körper.
Liebe tut weh, in Thommie Bayers Romanen tat die Liebe schon immer weh. Nur wurde das früher mit einer guten Portion Tragikomik abgefedert, etwa in seinem Kultroman aus den 80er Jahren Das Herz ist eine miese Gegend. Zu lachen gibt es in Die gefährliche Frau nichts mehr. Andererseits ist der Roman auch kein Erotikthriller, wie Titel und Plot vielleicht sugerieren mögen, sondern das erstaunlich einfühlsame Porträt einer ungewöhnlichen Frau. Das Risiko, als Mann eine weibliche Ich-Erzählerin zu wählen, ist Thommie Bayer erfolgreich eingegangen. Und auch wenn es kein Thriller ist, legt man das Buch doch ungern vor der letzten Seite aus der Hand. Die Pointe am Schluss ist gut gewählt - sie verleiht der Ich-Erzählung Vera Sandins im Rückblick noch andere Nuancen -, aber für aufmerksame Leser vielleicht doch nicht ganz unvorhersehbar.
Das Herz ist wirklich eine miese Gegend, und Thommie Bayer beweist einmal mehr, dass er diese Gegend wie seine Hosentasche kennt und dem ewigen Thema Liebe und Eros immer wieder eine frische Geschichte abtrotzen kann. Kein literarischer Höhenflug zwar, aber sehr gute Unterhaltung, die viele Leser ansprechen wird. -Christian Stahl


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)

Thommie Bayer ist immer gut      4 von 5 Punkten
Nicht beirren lassen von negativen Rezensionen.Auch dieses Buch zeichnet sich wieder durch wunderbare Menschenkenntnis, Spannung und Originalität aus.Ab dem "Spatz in der Hand" schrieb Beyer durchweg gute Bücher.
Ich ertappe mich ständig dabei mit Lächeln im Gesicht zu jubeln:
Ja das kenne ich, so gehts es mir auch!!! Dann fängt man an über seine eigenen Erlebnisse nachzudenken.Erotisches gibts auch hier wieder...
Viel Spaß dabei.(Toll auch das Aquarium, Singvogel,Geschichte vom Glück)


 Weitere Lesermeinungen


Der Zitronentisch - Julian BarnesDer Zitronentisch
Julian Barnes

Taschenbuch, 5. Februar 2007
     Verkaufsrang: 127555      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

„Erzählungen von großer Meisterschaft, mit Witz, mit Tempo, mit Frechheit.“ (Elke Heidenreich in "LESEN!" )

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Zitronen      5 von 5 Punkten
11 Erzählungen über das Leben, gewürzt mit schwarzem Humor und Melancholie. Die Titelgeschichte schildert Männer, die am Zitronentisch sitzen und über ihr Alter nachdenken. Dass die Zitrone in China als Todessymbol gilt, war mir nicht bekannt. "Der Obstbaumkäfig" ist sehr spannend, Julian Barnes bereichert den Leser kurzweilig.


 Weitere Lesermeinungen


Junges Licht: Roman (suhrkamp taschenbuch) - Ralf RothmannJunges Licht: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Ralf Rothmann

Taschenbuch, 27. Februar 2006
     Verkaufsrang: 103994      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Wie junges Licht muten sie an, die glitzernden Salzkristalle, die ihm im Schein seiner Grubenlampe im Bergwerksstollen entgegenleuchten. Die ständige Schicht in ewiger Lichtlosigkeit hat dem Vater allmählich die Sinne betäubt. Sein Sohn, der 12-jährige Julian, ist zuhause unterdes von den erotischen Lockungen des Nachbarmädchens Marusha, einer Art Ruhrpott-Lolita, mehr irritiert denn angefacht. Als schließlich die Mutter allein mit Julians kleiner Schwester in die Sommerfrische fährt, brechen sich lang verschüttete Gefühle unheilvolle Bahn. Am Ende der erotisch aufgeladenen Geschichte wird eine Lampe erloschen sein ? und das Licht am Ende des Tunnels der Kindheit wird erheblich an Glanz eingebüßt haben.
Mit jedem Buch ist Ralf Rothmanns Ruf als Poet unter den Schreibern gewachsen. Immer wieder diente ihm dabei das Ruhrgebiet als ruß? und seelengeschwängerte Dramenbühne. Schwitzige Maloche, unausgelebte Träume, ungelebtes Leben, quälende Sehnsucht. Auch in seiner neuesten Erzählung, angesiedelt in den dumpfigen 60er-Jahren, muss das Revier als Folie eines Familiendramas im Kleinformat herhalten. Um sein feinfühlig und souverän dahinfließendes, aber etwas handlungsarmes Soziodrama anzureichern, setzt Rothmann auf den geballten Einsatz pittoresker Accessoires der Sechziger. Vom "Loewe Opta" bis zur "Constructa", in der natürlich die damals stets grauen und ausgeleierten Feinrippunterhosen rotieren ? an gängigen Markenartikeln der Epoche herrscht wahrhaftig kein Mangel.
Was Julian auf seiner nächtlichen Pirsch um die Nachbarwohnung an Lauten zu hören bekommt, gleicht einem rätselhaften und kaum entschlüsselbaren Code. Zu allem Überdruss muss der irrlichternde Junge feststellen, dass Marushas Stiefvater Gefallen an ihm gefunden hat und ihm merkwürdige Avancen macht. Völlig ahnungslos den sexuellen Duftmarken Marushas folgend, stellt Julian schließlich schockiert fest, dass in der Rangordnung der Frühreifen jemand gänzlich anderes den Vorzug erhalten hat. Das Ende eines Sommers und einer unbeschwerten Kindheit scheint vorprogrammiert. ?Ravi Unger


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Ein (wiedermal) toller Roman von einem tollen Autor      5 von 5 Punkten
"Junges Licht" war der erste Roman, den ich von Ralf Rothmann gelesen habe und der mich zu einem großen Fan des Autors gemacht hat.
"Junges Licht" ist der vierte Roman Rothmanns, der (hauptsächlich) im Ruhrgebiet der 60er/70er Jahre spielt - und ein Teil seiner sogenannten Ruhrgebiets-Tetralogie. Der erste Teil ist "Stier", "Wäldernacht" der zweite und "Milch und Kohle" der dritte Roman aus dieser Reihe.
Wie auch die anderen Werke Rothmanns ist "Junges Licht" ein wahrer Lesegenuss. Das Buch zieht einen sofort in seinen Bann und liest sich leider viel zu schnell - am Ende jedes Buches habe ich mir gewünscht, dass es noch ein paar Kapitel mehr gehabt hätte.
Rothmanns Schreibstil ist einzigartig. Er schreibt bildreich, treffend und nur scheinbar leichtfüßig. Nicht umsonst hat Rothmann zahlreiche Preise erhalten und zählt zu den bedeutendsten deutschen Gegenwartsautoren.
Für jeden, der Rothmann noch nicht kennt, könnte "Junges Licht" - aber auch jedes andere seiner Bücher (vor allem die Romane) - ein guter Einstieg sein.


 Weitere Lesermeinungen


Vorige SeiteSeiten:
 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20  21  22 23 24 25 26 
Nächste Seite