Zeitgenössische Literatur

Inhaltsangaben
Kurzbeschreibungen
Zusammenfassungen
Seite 22

Schnee, der auf Zedern fällt - David GutersonSchnee, der auf Zedern fällt
David Guterson

Broschiert, April 2006
     Verkaufsrang: 101331      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

David Guterson ist ein junger amerikanischer Autor, der gleich mit seinem ersten Roman einen Volltreffer gelandet hat. Schauplatz der Handlung ist eine kleine Insel im Puget Sound, an der Nordwestküste der USA. Ganz nebenbei bemerkt, auch David Guterson lebt dort mit seiner Familie.

Den Rahmen des Romans bildet eine Gerichtsverhandlung. Es ist das Jahr 1954 und der Lachsfischer Kabuo, japanischer Abstammung, ist des Mordes angeklagt. Er soll seinen früheren Freund Carl Heine umgebracht haben. Der Journalist Ishmael Chambers ist Beobachter und Berichterstatter des Prozeßverlaufs. Er kennt die beiden Hauptpersonen schon sein ganzes Leben.

Mit der heutigen Frau des Angeklagten verbindet ihn eine Jugendliebe, doch der Zweite Weltkrieg hat die ehemaligen Freunde auseinandergerissen. Die Japaner auf der Insel, die sich als Amerikaner fühlten und auf der Seite der Amerikaner in den Krieg ziehen wollten, wurden von diesen zurückgewiesen und in Internierungslager gebracht. Auch neun Jahre nach Kriegsende sind die damals geschlagenen Wunden noch nicht vernarbt.

David Guterson beschreibt das schwierige Verhältnis zwischen Amerikanern und Japanern mit sehr leisen Tönen, bedächtig, behutsam und informativ. Der Roman ist kein Reißer und verlangt das Zuhören, das genaue Hinhören. Das Erzähltempo gleicht den Schneeflocken, die langsam auf die Zedern außerhalb des Gerichtssaals herabgleiten. --Manuela Haselberger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 43 Bewertungen)

Atmosphärische Dichte      5 von 5 Punkten
Die Kurzbeschreibung von Amazon klingt eher banal. Vielleicht mag das auf den Handlungsstrang der Geschichte zutreffen. Das ist es aber nicht, was diesen Roman ausmacht.
Interessant ist die Beschreibung der Situation der auf der vor der Westküste der USA gelegenen Insel lebenden Personen, insbesondere der sich als Amerikaner fühlenden Japaner, die durch den Zweiten Weltkrieg auf eine Seite der Gesellschaft gestellt wurden, wo sie nicht hingehörten.
Das eigentlich Beeindruckende ist aber, wie der Autor mit seiner leichten, flüssigen Erzählweise eine atmosphärische Dichte schafft, die ich selten in Romanen vorgefunden habe. Hier geht es weniger um die Geschichte, als vielmehr um einen Zustand, eine Atmosphäre voller Ruhe und Ausgeglichenheit, wie er auf der Insel vorherrscht und prägend für das ganze Buch ist. Dieses sich mir vermittelte Gefühl, das diesen Roman für mich zu etwas ganz Besonderem werden ließ, lässt sich eigentlich nicht in Worte fassen, am ehesten noch mit dem Titel selbst, wie eben wenn Schnee lautlos auf Zedern fällt. Manch einer mag das langweilig finden. Wenn man sich aber auf diesen Roman einlässt wird man zunehmend merken, was ich meine, hier wird das Lesen zum Genuss.


 Weitere Lesermeinungen



Chronik eines angekündigten Todes. Roman - Gabriel García MárquezChronik eines angekündigten Todes. Roman
Gabriel García Márquez

Broschiert, 1986
     Verkaufsrang: 47493     

Bei Amazon direkt z.Zt. nicht lieferbar,   Bei anderem Anbieter bestellen

Noch in der Hochzeitsnacht wird sie von ihrem Mann nach Hause geschickt: Angela Vicario ist nicht mehr unberührt. Gefangen im Netz jahrhundertealter Traditionen, haben ihre Brüder keine Wahl...
Es hat nie einen öfter angekündigten Tod gegeben.Gabriel Garcia Marquez, 1927 in Aracataca, Kolumbien, geboren, arbeitete nach dem Jurastudium zunächst als Journalist. Er hat ein umfangreiches erzählerisches und journalistisches Werk vorgelegt. 1982 erhielt Garcia Marquez den Nobelpreis für Literatur.
Gabriel Garcia Marquez wurde am 6. März 1928 in Aracataca (Kolumbien) geboren, schrieb zunächst Filmdrehbücher, dann Erzählungen, Romane und Reportagen.
1982 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 34 Bewertungen)

Schicksal oder "Tradition"?      5 von 5 Punkten
In "Chronik eines angekündigten Todes" verarbeitet Gabriel García Márquez sein vielleicht schmerzhaftestes Jugenderlebnis, den Mord an seinem Freund Cayetano Gentile Chimento. Beinahe 30 Jahre lang dauert es, bis er die Geschichte aufschreiben kann, da er seiner Mutter versprechen musste, dies zu unterlassen, solange die Mutter des Opfers lebe. Dennoch bleibt er von diesem Ereignis so besessen, dass er auch nach Jahren nichts vergessen hat.

Im Gegensatz zu klassischen Kriminalromanen ist in diesem Buch von der ersten Seite an klar, wer das Opfer und wer der Mörder ist. Die schöne Angela Vicario wird in der Hochzeitsnacht von ihrem Mann nach Hause geschickt, da sie nicht mehr unberührt ist. Unter Zwang gibt sie ihren Brüdern den Namen des vermeintlichen Täters bekannt: Santiago Nasar. Um die Ehre der Familie wiederherzustellen haben die Gebrüder Vicario nur eine Möglichkeit, sie müssen Santiago Nasar töten.

Viele Jahre später rekonstruiert der Ich-Erzähler, ein Freund Santiagos, in allen Einzelheiten den Tag des unfassbaren Geschehens. Er versucht, "den zerbrochenen Spiegel der Erinnerung mit Hilfe von so vielen verstreuten Scherben wiederherzustellen." Er analysiert, wie und warum es möglich war, dass ein so offen angekündigtes Verbrechen geschehen konnte. Zudem schien es Niemanden zu interessieren, ob die Anschuldigungen überhaupt der Wahrheit entsprachen. Stück für Stück wird ein Geflecht aus Ignoranz, Passivität, falschen Interpretationen und Verkettung unglücklicher Zufälle aufgedeckt.

Großartig ist der Erzählstil Gabriel Garcia Marquez. Er ist in der Lage, die Schicksale seiner Protagonisten so lebendig zu beschreiben, dass man meint, mitten im Geschehen zu stehen und mit eigenen Augen zuzuschauen.

Fazit:
Gabriel Garzía Marquez offeriert in dieser kurzen Erzählung ein wahres Panoptikum südamerikanischen Lebens. Er schafft es, Stimmungen, Empfindungen, ja mitunter sogar Geräusche und Gerüche vor den Augen des Lesers zu entfalten. Er gewährt Einblicke in uralte Traditionen und Gesetze und zeigt die Unfähigkeit der Menschen, diese abzustreifen.

Das Buch wirft viele Fragen auf: Was ist Schicksal, wozu ist eine menschliche Gemeinschaft fähig und was für Konsequenzen haben alte Traditionen.

Für alle, die dieses Kleinod noch nicht kennen - es ist auch ein wunderbarer Einstieg in das Werk des Literaturnobelpreisträgers, in seine Welt des magischen Realismus.

"Unser Leben ist nicht das, was geschah, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern".
Gabriel García Márquez


 Weitere Lesermeinungen


Laubsturm - Gabriel Garcia MarquezLaubsturm
Gabriel Garcia Marquez

Broschiert, April 2004
     Verkaufsrang: 127929      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Gabriel García Márquez' erster Roman, den er bereits mit 19 Jahren schrieb, führt in die unverwechselbare Welt von Macondo. Ein alter unbeugsamer Oberst, seine Tochter Isabel und sein neunjähriger Enkel erzählen von den Geschehnissen, nachdem Bürgerkriege, Bananenboom und Naturkatastrophen über das in der Hitze verfallende Dorf hinweggefegt sind. " Ein Roman, durchaus eigenständig, knapp und brillant, auf dem Weg zur Meisterschaft." Frankfurter Rundschau

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Der Erstling eines Nobelpreisträgers - alle Achtung!      4 von 5 Punkten
Manchmal sind Bücher wie Wegweiser, die einen auf andere Bücher führen. An den "Laubsturm" kam ich durch die Lektüre des ersten Bandes von Garcia Marquez Autobiographie "Leben um davon zu erzählen", einer poetisch gestalteten Lebensbeschreibung, in der die dreißig ersten Lebensjahre des kolumbianischen Nobelpreisträger vorgestellt werden. Im letzten Teil dieses bemerkenswerten und ungemein unterhaltsamen Buches berichtet Garcia Marquez von seinem Werdegang als Schriftsteller, von der mühsamen Suche nach dem magischen Realismus, seinen Kafka- und Faulkner- Lektüren, und auf nicht weniger als fünfzig Seiten ( 456-510) wird der Leser zum Zaungast von Gesprächen des damals noch recht jungen Autors mit seinen literarischen Kumpanen über sein erstes wirkliches Buch - eben den "Laubsturm". Donnerwetter, dachte ich, erst gut zwanzig Jahre alt ist der künftige Nobelpreisträger, doch er schwadroniert über die Literatur bereits wie ein Großer. Kann sein Erstling "Laubsturm" diese Ambition auch wirklich decken? Eben das wollte ich wissen, und so marschierte ich, da das kleine Buch vergriffen war, ins Antiquariat und besorgte mir den 120- Seiten Roman in einer Insel-Ausgabe aus dem Jahre 1955 und begann zu lesen. "Laubsturm" ist die erste Geschichte in der Garcia Marquez das berühmte Macondo aus "Hundert Jahre Einsamkeit" entstehen lässt, die literarische Dublette seiner Heimatstadt Aratacata, die in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg durch die Aktivitäten einer Bananengesellschaft und den Bau der Eisenbahn vorübergehend zu ein wenig Wohlstand gekommen war, ehe sie im allgemeinen Niedergang des kolumbianischen Lebens wieder versank. Inmitten dieses kurzen Intermezzos einer kolumbianischen Erbaulichkeit kommt ein Fremder in die Stadt, ein vermeintlicher Arzt, der sich bei Obert Buenita ( Freunde von "Hundert Jahre Einsamkeit": aufgepasst!) niederlässt, nach und nach das ganze Dorf vergrault, jedermann, der ihm Gutes tut, vor den Kopf stößt und schließlich völlig vereinsamt sich das Leben nimmt. Der Oberst, seine Tochter und sein Enkel sind die einzigen, die dem Widerling ein christliches Begräbnis ausrichten wollen, was auf Unverständnis und Befremden bei der Nachbarschaft stößt, weil der Doktor selbst die Dorfgemeinde in einem entscheidenden Augenblick die Hilfe versagte. Aber das ist nur der Rahmen einer dreifach erzählten Geschichte von Macondo, seinen Menschen, Leidenschaften und Verhängnissen. Ganz gleich ob der Oberst, die Tochter oder der Enkel erzählen, ist es frappierend wie es der blutjunge Garcia Marquez versteht, eine üppige und zugleich morbide karibische Welt vor den Augen des Lebens in alle ihrer Größe und Verfallenheit entstehen zu lassen. Wie die Geschichte ausgeht, wird natürlich nicht verraten, aber soviel ist schon mal sicher: der junge "Gabito" aus "Leben, um davon zu erzählen" hat sein Handwerk schon in den frühen Zwanzigern beherrscht. Für alle Garcia Marquez Fans, insbesondere für die Leser der Autobiographie ein unbedingtes muss. Und der Leser von "Leben, um davon zu erzählen" kann beruhigt weiter lesen. Der junge Gabito weiß wovon er spricht.




Das Messingherz: Oder Die kurzen Beine der Wahrheit - Herbert RosendorferDas Messingherz: Oder Die kurzen Beine der Wahrheit
Herbert Rosendorfer

Taschenbuch, März 2001
     Verkaufsrang: 80242      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen



Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Ein einziger Spaß      5 von 5 Punkten
Ich möchte zunächst mal einige Irrtümer beseitigen, die hier andere Rezensenten geäußert haben.
1. Das Buch schildert nicht die Aktivitäten des Geheimdienstes BND. Das schreibt der Autor hinten in einem Nachsatz: Das Beschriebene hat mit dem heutigen BND nichts zu tun.
2. Das Buch spielt nicht in den 80ern, sondern zwischen 1976 und 1978.
3. Ja, es geht zwar um eine Liebe, die unerfüllt zu bleiben scheint, aber die schönste deutschsprachige Liebesgeschichte ist es bestimmt nicht. Da gibt es noch den Griechen Dürrenmatts, der seine Griechin sucht und findet, oder die Ansichten eines Clowns von Böll, und viele andere Bücher.Aber was wir hier haben, das ist eine brillante Posse um ein Filou. Albin Kessel ist ein verarmter Künstler, nachdem er ein Millionenvermögen durchgebracht hat, das er mit dem Verkauf von Pornoheften an katholische Geistliche verdiente. Jetzt ist er zum drittenmal verheiratet, und dann kommt plötzlich die potthässliche, saudämliche und hinterhältige Tochter seiner dritten Frau ins Haus. Da nutzt er das Angebot des Onkels seiner Frau, für den Geheimdienst zu arbeiten, doch auch da läuft nicht alles glatt.Das Buch wimmelt von skurilen Begebenheiten und Personen. Da ist der Gymnasiallehrer, dem es gelingt, in ein musikwissenschaftliches Buch die Biographie eines nicht existierenden Komponisten einzuschummeln. Da ist die Redakteurin des Bayerischen Rundfunks, der es gelingt, ein Filmdrehbuch von Kessel über die erste Kommune Deutschlands, deren wesentliche Tätigkeit in ausgeprägten Gruppensexorgien bestand, zu verfilmen. Da bringt es ein Agent, der für drei Geheimdienste spioniert hat, zum BND-Abteilungsleiter. Und, und, und.Dieses Buch ist phantastisch, im wahrsten Sinne des Wortes. Es macht einfach Spaß. Rosendorfer hat ein wahnsinnig unterhatendes Buch geschrieben, das immer wieder durch seine geschickten Handlungswendungen und durch immer neue Schelmeneinfälle zum weiterlesen reizt. Einfach klasse!


eine Satire über den BND      4 von 5 Punkten
Albin Kessel schreibt für Rundfunk und Fernsehen und nimmt das Leben wie es kommt: Änderungen der Familienstruktur, finanzielle Höhen und Tiefen, berufliche Angebote und die Liebe. Die Kernphase des Buches ist seine Mitarbeit im BND. Auch hier wurschelt er sich mit einer Portion Witz und Geist durch die Seminare und Einsätze.
Die Figur des Albin Kessel ist vielschichtig und auch die Gespräche mit seinen Freunden sind unterhaltsam. Die Schilderungen des BND in den 80iger Jahren sind jedoch das Besondere an dem Buch. Als Satire verpackt vermitten sie eine Vorstellung von dieser Behörde zur damaligen Zeit.
Interessiert man sich für dieses Thema ist das Buch, auch wegen der Hauptperson und der Rahmenhandlung, lesenswert, selbst wenn die Geschichte an manchen Stellen etwas zu konstruiert erscheint.

Roman über die (un-)erfüllte Liebe      5 von 5 Punkten
Es gibt Bücher, die lassen den Leser am Ende betroffen zurück und es gibt Bücher, die sind so schön, das man sich wünscht, sie würden nie beendet werden. Die Figuren in ihnen hat der Leser so lieb gewonnen, sich mit ihren Erlebnissen, Gefühlen, Gedanken und Sehnsüchten identifiziert, sich darin vielleicht selbst wiedererkannt. Das Messingherz gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Man kann es mit einem einzigen Wort beschreiben: wunderschön. Der so sympathische Held, Albin Kessel ist ein von gelegentlichen Honoraren mehr schlecht als recht lebender Schriftsteller und Fernsehautor, der schon bessere Tage gesehen hat. Er war Herausgeber eines Informationsdienstes, der katholische Geistliche mit pornographischen Publikationen versorgte, wurde damit sogar Millionär und auch als Mitarbeiter des BND erwies sich sein Tarngeschäft -völlig unbeabsichtigt und ohne das sich jemand dafür interessierte - als Goldgrube. Er ist verheiratet in dritter Ehe mit Renate, die er nur geheiratet hat, weil sie seiner früheren Kollegin Julia so ähnlich ist. Damals hat er sich - und wer von uns würde sich hier nicht wiedererkennen - nicht getraut, ihr seine Liebe zu gestehen, sie haben sich aus den Augen verloren und er trauert ihr immer noch hinterher, getragen von einem Messingherz, was er einmal auf einem Spaziergang mit Julia gefunden hatte. Und so spinnt Rosendorfer die meineserachtens schönste deutsche Liebesgeschichte fort, bis zu einem leicht traurigen, aber traumhaft schönen Ende. Unbedingt lesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

Ein hübscher Roman      4 von 5 Punkten
Ein hübscher, amüsanter, ironischer Roman mit dem einzigen Fehler, daß Eckhard Henscheid auf diesem Gebiet nicht zu schlagen ist.

Großartige Satire      5 von 5 Punkten
Eine großartige Satire über den Bundesnachrichtendienst zur Zeit des Kalten Krieges, eine Liebesgeschichte, eine Familiengeschichte, ein Berlin-Roman und, und, und. Habe schon lange nicht mehr so gelacht, am Ende sogar geweint und stelle mir vor: Ja, genau so könnte es gewesen. Herbert Rosendorfer schreibt einmalig!


Eleanor Rigby - Douglas CouplandEleanor Rigby
Douglas Coupland

Gebundene Ausgabe, Oktober 2006
     Verkaufsrang: 125871      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 18,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Ob Eleanor Rigby, die Heldin aus dem gleichnamigen Beatlessong, auch stark übergewichtig war, wir wissen es nicht. Gewiss ist nur, dass sie eine verdammt einsame Person war. Derart isoliert, dass Liz Dunn, die Heldin in Douglas Couplands Roman, ihre E-Mail-Adresse wie ein Markenzeichen der Verlorenheit benutzt. Couplands Eleanor Rigby, irgendwo in den Vierzigern, führt in ihrer schmucklosen Wohnung in Vancouver seit Jahren ein freund- und freudloses Leben. Nette Idee, just in dem Moment, als sie ihre Weisheitszähne verliert, gerät ihr eintöniger Alltag ins Taumeln. Jeremy, ein fremder junger Mann, erwacht im Krankenhaus aus seinem Drogenrausch und begehrt sie zu sprechen. Liz Dunn schwant nichts Gutes. Nach dreißig Jahren meldet sich das Ergebnis ihres einzigen erotischen Abenteuers in ihrem Leben zurück!

Der Autor des Kultbuches Generation X und sein Thema: Die postmoderne Welt des schönen Scheins und ihr trübes Spiegelbild, die Verlorenen und Abgehängten, die dieses Leuchten nur von draußen betrachten dürfen. Couplands Entscheidung, Liz mit Galgenhumor und sarkastischer Selbstanalyse auszustatten, bewahrt den Roman einerseits vor grämlich bitterem Lamento, birgt aber auch die Gefahr, den Aspekt der Vereinsamung zu verniedlichen. Jeremy, die Frucht eines Vollsuff-Quickies seiner damals 16-jährigen Mom mit einem unbekannten österreichischen Schüler auf einer Studienfahrt nach Rom, wurde sofort nach seiner Geburt zur Adoption freigegeben. Der charmante und blendend aussehende verlorene Sohn, den Liz nun halb verstört, halb mütterlich gerührt in ihre Arme schließt, erweist sich bald als Mann mit eigenartigen Visionen. Und -- er ist todgeweiht!

In Jeremys rasch fortschreitender Multipler Sklerose bildet Coupland sein sinnstiftendes Anliegen ab. Liz' selbstgerechtes Einsamkeitsdrehbuch muss plötzlich größeren Dingen weichen. In Krankheits-schüben von düsteren Visionen erleuchtet, wird Jeremy zum Lebenselixir für seine Mutter. Dass die Lektüre im Schlussfurioso nicht zur quasireligiösen Erbauungsschrift abrutscht, liegt am ironischen Grundton, den Coupland trotz stark überkonstruierter Ereignisse eisern durchhält. Jenseitiges wird sarkastisch abgefedert. Als Liz gar noch einen Anruf von der österreichischen Polizei erhält, die einen lang gesuchten religiösen Eiferer und Stalker am Wickel hat, schließt sich ein magischer Kreis. Ihr Leben beginnt zu tosen! Und Coupland kriegt noch einmal die Kurve. --Ravi Unger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Einsamkeit      5 von 5 Punkten
Ein tolles Buch über die Einsamkeit. Sehr leise und berührend, doch manchmal auch zum Schmunzeln.D. Coupland beschreibt sehr einfühlsam wie ein großes Geheimnis das Leben seiner Protagonistin (landläufig unattraktiv, aber sehr sympathisch) durch das Platzen ihres Geheimnisses auf einmal spannend und lebenswert wird.
Der Mensch ist nicht nur für sich selbst gemacht.

"Aah, look at all the lonely people!"      5 von 5 Punkten


Wie kann eine todtraurige Geschichte so skurril und unterhaltsam sein? Liz Dunn ist einsam und fett. Ihre eMail-Adresse ist bezeichnenderweise Eleanor Rigby, das Sinnbild für Einsamkeit aus dem berühmten Beatles-Song. Schon als Kind war Liz so verloren und allein, dass sie durch den Hintereingang in die Häuser fremder Leute eindrang und dort stundenlang saß, um die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.

Liz denkt viel über Kometen und Meteoriten nach. Und wie ein Komet bricht ihr Sohn Jeremy in ihr Leben ein. Sie hatte ihn als 16jährige zur Adoption freigegeben. Er war das überraschende Produkt einer Klassenfahrt nach Italien. Liz kann noch nicht mal sagen, wer sein Vater ist. Sie kann sich an nichts erinnern. Jeremy erhellt ihren trostlosen Alltag und verglüht nach kurzer Zeit an einer unheilbaren Krankheit. Liz lässt sich auf seine absonderlichen Ideen ein, kriecht mit ihm auf allen Vieren eine Autostraße lang und entdeckt, dass sie wie er rückwärts singen kann. Das Buch wimmelt von witzigen Formulierungen und sonderbaren Einfällen. Allein, wie Liz es schafft, dass ihretwegen der Großflughafen Frankfurt lahmgelegt wird, ist amüsant und gleichzeitig bizarr. Das Ende des Buches kommt etwas überraschend. Der Leser hätte nicht vermutet, dass die dicke und einsame Liz so begütert ist, dass sie all die Jahre schon hätte kurzweilig und vergnügt leben können. Immerhin hat der Komet, der durch ihr Leben gezogen ist, eine glänzende Spur hinterlassen, die alles ändert.

Selten genug fesselt mich ein Buch so, dass ich sauer bin, wenn ich es beende. Glücklicherweise hat Douglas Coupland vorher noch zwei andere Bücher geschrieben, die ich mir sofort besorgt habe: Generation X und Girlfriend in a Coma.



Über Liebe und Tod - Patrick SüskindÜber Liebe und Tod
Patrick Süskind

Broschiert, November 2006
     Verkaufsrang: 149959      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Die Liebe und ihr ewiger Gegenspieler, der Tod, sind das Thema von Patrick Süskinds provokantem Essay. Mit Beispielen aus Philosophie und Literatur (von Platon über Kleist bis Thomas Mann) wie aus dem modernen Leben führt er Ihnen die Liebe als Himmels- und Höllenmacht vor. Und er vergleicht die Schicksale von Jesus und Orpheus, die beide den Tod durch die Liebe zu überwinden versuchten.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ein kleines Buch zu großen Themen      4 von 5 Punkten
Ein schmaler Essay über die beiden Themen, um die alle Kunst kreist: Die Liebe und der Tod. Süskind stöbert dabei kurz in der Geschichte des Erzählens und Musizierens: Ein Schuss Platon, etwas Stenhal, eine Prise Thomas Mann, die Bibel, natürlich, dann noch ein Löffelchen Goethe - und das waren noch nicht alle.

Durchaus lesenswert. Aber schrecklich kurz, zu kurz für ein ganzes Buch. Deshalb sollte, wer selber liest, eher zu "Vom Suchen und Finden der Liebe" greifen. Diesem Buch ist der Essay nämlich entnommen. Kostet nur unwesentlich mehr, dafür wird auch das Drehbuch zum titelgebenden Film mitgeliefert.

Wer aber etwas zum Verschenken sucht, der ist bei diesem Bändchen gut aufgehoben.

Den Punktabzug gibt's, weil ich's nicht mag, wenn Altes frisch gebunden wird, ohne dass wir auch etwas dazubekommen, das wir noch nicht gelesen haben.


Im Frühling der Tau: Östliche Reisen - Cees NooteboomIm Frühling der Tau: Östliche Reisen
Cees Nooteboom

Taschenbuch, November 1997
     Verkaufsrang: 72837      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

"Ich könnte nicht leben, wenn ich mich nicht von Zeit zu Zeit irgendwo völlig aus dem verschwinden lassen könnte, zu dem ich angeblich gehöre..." Cees Noteboom, der niederländische Dichter und "heitere Philosoph", war in Asien unterwegs. Als Beobachter auch kleiner Details erzählt er von dem, was er zwischen Isfahan und Macau erlebt hat.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

... wie wenn man selbst auf Reisen wäre      5 von 5 Punkten
... ja, genauso liest sich Nootebooms Buch "Im Frühling der Tau", in dem er über seine zwischen 1975 und 1992 unternommenen Reisen nach Nah- und Fernost (von Persien über Thailand bis hin nach Japan) berichtet.

Bereits im ersten Kapitel über Persien taucht man als Leser gewissermaßen in die orientalische Welt ein, die sich für einen Fremden (so auch Nooteboom selbst) nicht gleich erschließen will, aber deswegen gerade umso geheimnisvoller und anziehender ist und auch so beschrieben wird. Die lebendig dargestellte Schönheit Isfahans, verbunden mit dem für Nooteboom so typischen Blick fürs Detail, läßt einen quasi selbst mit dabei sein, wenn die vielen alten Moscheen mit ihren goldüberzogenen Kuppeln ihren Zauber auf den Betrachter ausüben. Bereits hier zog mich das Buch in seinen Bann. Dies änderte sich auch während der weiteren Lektüre nicht, im Gegenteil, die Erlebnisse Nootebooms aus anderen asiatischen Ländern bereichern die Eindrücke des Anfangs noch um eine ganze Anzahl von Facetten.

Wer hier allerdings denkt, es handele sich also nur um einen weiteren 08/15-Reisebericht, wo von einer Schönheit zur nächsten geschwelgt wird, irrt; denn Nooteboom verschweigt auch die Beschwernisse und Unbequemlichkeiten seiner selbst organisierten Reisen nicht, vor allem in die ärmeren Länder wie Birma und Malaysia: Sprachprobleme bei der Bahnhofssuche, um den letzen wichtigen Zug zum Flughafen zu bekommen, erschlagene Fliegen auf der Hotelzimmertapete, Ungeziefer im Badezimmer usw. Auf solches jedoch gefaßt, beeinträchtigt dies Nootebooms positive Reiseeindrücke keineswegs und somit auch nicht die (imaginären) des Lesers. Und wer sich tatsächlich auf Nootebooms Spuren und auf die Suche nach den Schönheiten und Eigentümlichkeiten ferner Ländern begeben möchte, für den kann dieses Buch eine gute Reise-Einstimmung sein!

Darüber hinaus kann man mit diesem Buch nicht nur in ferne Länder aufbrechen, sondern man kann daraus auch etwas lernen - wußten Sie etwa, daß sich in Japan eine freundliche und eine unfreundliche Aussage nicht unbedingt durch den Tonfall, sondern vor allem durch die Wortwahl unterscheiden? Oder daß Macau im sprichwörtlichen Sinne das "Tor" zu China ist?

Wunderbares Buch      5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist der Vorläufer von der "Dame mit dem Einhorn".
Wenn sich jemand für die fernöstliche Welt begeistern kann, dann ist dieses Buch mindestens zehnmal so schön zu lesen, als die Dame mit Einhorn. Man schwelgt in diesen Reiseberichten. eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.


Paloma - Friederike MayröckerPaloma
Friederike Mayröcker

Gebundene Ausgabe, Februar 2008
     Verkaufsrang: 164398      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 16,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Paloma: Das Buch trägt den Namen der Tauben im Flieder, der geflügelten Boten im Azur. 99 Briefe auf der Kreisbahn eines Jahres, von Mai 2006 bis April 2007: "lieber Freund, die weiszen Lilien, die du mir zur Tür gelegt hast, sind eine grosze Lust mein Schreibzimmer voll Glanz und Duft : das wird mich anfeuern zu schreiben", hebt der erste von ihnen an, in den Frühling geschrieben, den dichtenden Vögeln nach. "Fern Schreiben" sind es, an den Freund, den Leser und an ihn, den abwesenden Verbündeten, der dahin ist und doch nie gegangen. Während draußen die Gegenstände wie Bühnenkulissen wechseln und das Leben sich im Fenster vis-à-vis spiegelt, hält Friederike Mayröcker Zwiesprache mit sich selbst: "bin den ganzen Tag am Lauschen : Worte, Wortbilder, Sätze, (...) fliege immer wieder auf und nieder, hierhin und dahin."
Paloma ist ein kühnes, poetisches, wildes Buch über den Umgang mit sich und die "Menschen Verhältnisse", die Generalinventur einer großen Dichterin. Über das Schreckgespenst des Alters, die Geisteszerrüttung, den Schwindel siegt eine tiefe Lebenslust, die Glut des Schreibenwollens und die rücksichtslose Hingabe an die alles verwandelnde, tragende, die zum Himmel auffahrende Sprache: "Möchte saphirene Texte schreiben tatsächliches Blau."




Das Tagebuch der Jane Somers - Doris LessingDas Tagebuch der Jane Somers
Doris Lessing

Taschenbuch, August 1997
     Verkaufsrang: 62998      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Jaine Somers ist eine Karrierefrau. Den Tod ihrer Mutter und ihres Mannes hat sie fast teilnahmslos hingenommen. Da lernt sie die rund vierzig Jahre ältere Maudie kennen und beginnt, Tagebuch über eine außergewöhnlich tiefgründige Beziehung zu führen.-Es ist eine Geschichte mit einer Moral, sehr lesbar und oft witzig, mit wichtigen Aussagen und voll herzlicher Wärme.- (Financial Times)Doris Lessing wurde 1919 in Persien geboren und zog 1924 mit ihrer Familie nach Rhodesien. 1962 legte sie mit dem Roman -Afrikanische Tragödie- den Grundstock zu ihrem unfangreichen literarischen Werk, das sie zu einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen machte. Seit 1949 lebt sie in England.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Tagebuch mit Selbstbetrachtung      5 von 5 Punkten
Die Protagonistin, Jane oder auch Janna genannt, betrachtet sich und ihre Umwelt mit wachsendem Interesse. Sie ist eine Frau in den besten Jahren, kinderlos, doch bemuttert sie ihre kindhafte Nichte. Eine andere Nichte hat sie bereits zur Blüte gebracht, ihr ähnlich, erfolgreich, zielbewußt.
Nun, im Alter matronenhaften Wohlseins aber auch wachsender Neugier, befällt sie die Liebe aufs neue und, obwohl innerlich durchaus stark, wirft sie manches um. Das bemerken die Umstehenden.

Durch tagebuchartige Abläufe, Wiederholungen, Eingehen auf besonders weibliche Gefühle (wie sollte es auch bei einer Autorin anders sein!) entsteht so ein Gespinnst feinster Art.

Durchaus amerikanisch- englische Einsichten, also über den Tellerrand gehende Gedanken, Vorstellungen (z.B. das psychisch-menschliche Phänomen, gerne ein Sieger zu sein!) wird empfindsam und deutlich ausgearbeitet. Blos sich nicht gehen lassen, immer tiptop im Beruf und zuhause sowieso. Nur in ihrem Schlafzimmer erscheint sie dem Geliebten offensichtlich nicht identisch, was immer das heißen mag.

Eine wunderbar spröde Liebeseinlassung mit fast keinen Folgen oder vielmehr mit eigenartig mädchenhafter und somit schöner Färbung erscheint auf dem Papier.
Es fließen Tränen zur Unzeit oder vielmehr zur rechten Zeit, verständnisvoll respektiert von der und dem usw.

Alles in allem ist dies ein Roman, der tief in das Menschsein eindringt, das Alter und die Jugend betrachtet und beruhigend wirkt in unserem hektischen Leben, das getrieben ist von Ungewissheit und oft auch Bösem.

Somit hat Doris Lessing den Nobelpreis wohl verdient, obwohl gerade von literaturkritikpäpstlicher Seite etwas anderes gehört wurde kürzlich.
Aber das kennt man ja.
Doris Lessing macht auf jeden Fall Mut, mehr von ihr zu erfahren.


 Weitere Lesermeinungen


Theaterstücke: Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaften / Clara S. musikalische Tragödie / Burgtheater / Krankheit oder Moderne Frauen - Elfriede JelinekTheaterstücke: Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaften / Clara S. musikalische Tragödie / Burgtheater / Krankheit oder Moderne Frauen
Elfriede Jelinek

Taschenbuch, August 1992
     Verkaufsrang: 197284      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Elfriede Jelinek ber ihre Bhnenwerke: "Ich bemhe mich nicht um abgerundete Menschen mit Fehlern und Schw„chen, sondern um Polemik, starke Kontraste; eine Art Holzschnittechnik. Ich schlage sozusagen mit der Axt drein, damit kein Gras mehr w„chst, wo meine Figuren hingetreten sind."

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Schwierig, aber es lohnt sich ...      4 von 5 Punkten
Mich hat in dieser Sammlung von vier (!) Theaterstücken besonders das über Clara S. berührt - überzogen dargestellt, aber Jelinek trifft den richtigen Ton. Die Darstellung des irren Robert Schumann und der hin- und hergerissenen Clara Schumann gelingt.
Interessant auch Jelineks "Fortsetzung" des "Nora" Stückes von Henrik Ibsen. In der Schlußszene bei Ibsen verlässt Nora das Haus, um das Leben und sich selbst kennen zu lernen - Jelinek zeigt, wie diese Suche verlaufen sein könnte. Nora arbeitet, sie unterwirft sich wieder, wird benutzt - zwar zeichnet Jelinek damit nicht unbedingt ein positives Bild - aber vielleicht ein realistisches ?!


 Weitere Lesermeinungen


Die Identität - Milan KunderaDie Identität
Milan Kundera

Gebundene Ausgabe, September 2006
     Verkaufsrang: 84551      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Was macht unsere Persönlichkeit aus? Wann spielen wir welche Rolle und gibt es die magischen Augenblicke, in denen sich unsere Identität entwickelt? Diesen Fragen geht Milan Kundera in seinem neuen Roman nach.

Chantal, zum zweiten Mal verheiratet, hat in ihrer ersten Ehe ihren Sohn verloren und sucht jetzt bei Jean-Marc Rückhalt. Eines Tages stellt sie erstaunt fest, daß die Männer auf der Straße aufgehört haben, ihr hinterherzusehen. Da fängt sie an, über das drohende Alter nachzugrübeln. Jean-Marc möchte ihr über ihre Depression hinweghelfen und schickt ihr einen anonymen Brief. Doch die Geschichte entwickelt sich völlig anders, als er es erwartet hatte. Chantal hält den Brief geheim und beide beginnen, sich gegenseitig zu belauern.

Kundera spielt virtuos mit den Möglichkeiten der unterschiedlichen Identitäten in wunderschön gedrechselten Sätzen. --Manuela Haselberger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)

fesselnde Materie      5 von 5 Punkten
Mir hat das Buch sehr gut gefallen; es war interessant zu lesen, anregend und inspirierend.

Die Motive Kunderas sind dabei nicht neu: Liebesbriefe eines "Unbekannten", die in Wirklichkeit der eigene Geliebte/Mann schreibt, um seine Frau aufblühen zu sehen, der gleichzeitig aber seine plötzliche Eifersucht nicht unterdrücken kann - und dann diese Sexparty mit lauter Fremden.

Die Handlungsmotive der Protagonisten jedoch, ihre Unsicherheiten, ihr Misstrauen und ihr Verfolgungswahn - und nicht zuletzt das grundlegende Missverständnis zwischen ihnen - das bis zu einem gewissen Zeitpunkt noch aus dem Weg zu räumen gewesen wäre - das alles nimmt im Verlauf des Romans pathologische Ausmaße an. Und hier wird's interessant und ziemlich schräg.

Beide Personen verlieren den Bezug zur Realität und sich selbst in ihren Mutmaßungen. Das Bild, das sie vom jeweils Anderen haben und ihr Selbstbild sind zunehmend verzerrt, ihre Identität verwischt, verschwimmt vor ihren Augen.

An einer Stelle heißt es, Freunde seien dazu da, einem den Spiegel vorzuhalten. Sie sind "unser Spiegel, unser Gedächtnis" und die "notwendige Voraussetzung dafür, die Integrität des Ichs zu wahren". An dem Punkt, wo beide anfangen, eine andere Identität hinter der bisher gekannten des Partners zu vermuten, gerät auch die eigene durcheinander. Das (neue) Bild, das ein Betrachter von Jemandem hat, fällt immer auch auf den Betrachteten zurück.

Parallelen sah ich unter anderem zu: Die Traumnovelle (Arthur Schnitzler, verfilmt in Eyes Wide Shut), Le Zèbre (Alexandre Jardin), Missverständnisse an der Moskwa von Simone de Beauvoir.


 Weitere Lesermeinungen



Place de la Bastille - Leon de WinterPlace de la Bastille
Leon de Winter

Broschiert, März 2008
     Verkaufsrang: 81357      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Absichtlich bringt er sich an den Rand eines physischen Zusammenbruchs, um Erinnerungen an die Vergangenheit zu vernebeln. Wie ein Süchtiger gibt sich Paul de Witt Nacht für Nacht tröstenden Fernsehbildern hin und trotzdem beschäftigt ihn eine Frage pausenlos: Warum mussten seine Eltern sterben -- damals in Auschwitz? Was bedeutet Kausalität oder ist nicht doch alles Zufall?

Wenn Paul schon nicht die Geschichtsschreibung einer Änderung unterziehen kann, so tut er es wenigstens in seiner eigenen fiktiven Geschichte. Seit Jahren schreibt er über die misslungene Flucht Ludwigs XVI. nach Varennes während der französischen Revolution. In seiner Version gelingt sie, denn das hätte alle folgenden Geschehnisse beeinflusst -- vielleicht wäre Auschwitz dann niemals Realität geworden? Pauls Frau will seiner Rastlosigkeit nicht länger zusehen und überredet ihn, erneut in Paris über Ludwig XVI. zu recherchieren. Sie ahnt nicht, dass es dort für Paul eine Frau gibt, die ihm tatsächlich Ruhe zu schenken vermag. Sie weiß auch nichts von dem Foto, das Paul bei seinem letzten Parisbesuch auf der Place de la Bastille von seiner jüdischen Geliebten Pauline geschossen hat und das Pauls Gedanken nicht mehr loslässt. Er meint nämlich einen Mann im Hintergrund zu entdecken, der ihm selbst ungewöhnlich ähnlich sieht. Könnte das sein verloren geglaubter Zwillingsbruder sein? Um das herauszufinden bleibt ihm nichts anderes übrig, als auf eine fast hoffnungslose Suche zu gehen ...

Feinfühlig beschreibt Leon de Winter in Place de la Bastille einen verzweifelten Mann, verfolgt vom Schicksal seiner jüdischen Eltern. Diese Thematik ist für de Winter-Leser nichts Neues, zieht sie sich doch durch das Gesamtwerk des niederländischen Schriftstellers. Allerdings ist die Umsetzung in Place de la Bastille -- die Originalausgabe erschien bereits 1981 -- weit weniger überzeugend als in späteren Romanen. Dennoch -- der Roman gewinnt sicherlich durch ungeahnte Wendungen und geniale Beobachtungen! --Fenja Wambold

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)

L'histoire n'est qu'une fable convenue      5 von 5 Punkten
Als ich dieses Buch in der Buchhandlung entdeckte und die Rückseite las, war ich als erstes davon beeindruckt, wie viele Empfehlungen und wie wenig Inhaltsangabe dort drauf passten. Ich kaufte es, und als ich das Buch las änderte ich sehr oft meine Meinung, ob ich es gut fand oder schlecht. Was ich zu Beginn schlecht fand, wurde mir im Nachhinein als gelungenes, erzählerisches Stilmittel offenbart und so kann ich diesem Buch nur eine gute Bewertung, inklusive Empfehlung (die leider nicht mehr auf den Buchrücken passt) aussprechen. Eine schöne, nicht zu lange Lektüre, die genau im richtigen Moment endet und trotzdem einiges an Eindruck beim Leser hinterlässt.


 Weitere Lesermeinungen



Saturday - Ian McEwanSaturday
Ian McEwan

Gebundene Ausgabe, Juli 2005
     Verkaufsrang: 44536      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

In der Tradition von Mrs. Dalloway und Ulysses spielt sich die Handlung von Ian McEwans Roman Saturday an einem einzigen Tag ab. Der erfolgreiche Neurochirurg Henry Perowne erwacht am Samstag, den 15. Februar 2003, ungewöhnlich früh. Sein Leben ist nahezu perfekt. Er ist Ende vierzig, schon lange verheiratet und noch immer in seine Frau verliebt, hat einen angesehenen Beruf und zwei wohlgeratene talentierte Kinder. An diesem Samstagmorgen liegt etwas in der Luft, das über die angekündigte Demonstration gegen die Teilnahme der Briten am Irakkrieg hinausgeht. Trotzdem freut Perowne sich auf seinen freien Tag, auf sein wöchentliches Squash-Spiel und auf den Besuch seiner Kinder.

Wie so oft bei Ian McEwan bringt ein kleiner Vorfall, in diesem Falle ein harmloser Autounfall, Prozesse ins Rollen, deren Nachwirkungen die Beteiligten bis ins Mark erschüttern -- und manchmal sogar für immer zeichnen. Das Leben Henry Perownes, das sich in der gehobenen Mittelklasse abspielt, wird von einem Eindringling gestört, der nicht nur akut das Wohl der Familie bedroht, sondern auch die Fragilität der zwischenmenschlichen Beziehungen der Familienmitglieder offen legt. All dies passiert vor dem Hintergrund des drohenden Konfliktes der westlichen mit der islamischen Welt, deren Beziehungen ebenfalls auf Messers Schneide stehen. Sowohl Perownes Familie als auch die Welt werden in diesem Moment vom Terror bedroht.

Durch die Anschläge in London vom 7. September 2005 hat Saturday einen beängstigend prophetischen Aspekt bekommen. Der Roman dreht sich um die Frage, wie man in dem Bewusstsein leben kann, dass der Terror unweigerlich im eigenen Leben ankommt. Dennoch sollte Saturday nicht nur als Vorausdeutung des Terrors oder als politischer Roman verstanden werden. Denn Saturday ist auch ein Zeitgemälde und eine fesselnd erzählte Familiengeschichte, die dem Leser in McEwans unnachahmlichen Stil, der auch in der Übersetzung von Bernhard Robben gut zur Geltung kommt, ein fast schon rauschhaftes Erlebnis beschert. Weniger zynisch als in seinen frühen Werken, scheint es fast, als sei „Ian McNasty“, wie er hin und wieder vom britischen Feuilleton genannt wurde, wenn schon nicht weich oder gar harmlos, so doch zumindest ein wenig menschlicher geworden. Es steht ihm gut. --Nathalie Schwering

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 60 Bewertungen)

"Doch wenn ich klein denke [...] -      5 von 5 Punkten
... an ein Mädchen, das ich gerade kennen gelernt habe, an den Song [...] oder ans Snowboarden nächsten Monat, dann sieht's phantastisch aus."
Denn "Je größer man denkt, desto beschissener sieht es aus. [...] die politische Lage, globale Erwärmung, weltweite Armut [...], nichts wird besser, und es gibt nichts, worauf man sich freuen kann." (Seiten 52 f., gebundene Ausgabe)

"Saturday" ist ein schleichendes Buch in großartigstem Schreibstil.
Nichts offensichtlich Bahnbrechendes geschieht an diesem Samstag, dem 15. Februar 2003. Die Veränderungen und Erkenntnisse sind leiser, aber kontinuierlich. Bei keinem Buch hatte ich bisher so häufig das Bedürfnis, mir Zitate herauszuschreiben.

Henry Perowne hat das, was man als "zufriedenes Leben" bezeichnen kann: eine glückliche Ehe und mit seiner Frau Rosalind zwei Kinder in den Anfangszwanzigern - Daisy, die Dichterin ist und Theo, den erfolgreichen Blues-Gitarristen. Hinzu kommt der Erfolg im Beruf als Neurochirurg.
Anlässlich Daisys Heimkehr ins Hause Perowne nach einem halben Jahr in Frankreich ist ein besonderes Abendessen geplant. Der Rezipient begleitet Henry Perowne zum Squash, zur Bandprobe Theos und auf Besorgungswegen, wobei schon am Morgen seine Planung aus den Fugen gerät bzw. unterbrochen wird. Das erscheint zunächst nicht weiter dramatisch. Nicht zuletzt liegt es an der größten Friedensdemonstration aller Zeiten des Handlungsortes London, die an diesem Tag stattfindet.
Vor allem aber begleiten wir oder begleiten uns seine Gedanken und Erinnerungen, von denen der Roman lebt.

Unter anderem wird natürlich über den aller Wahrscheinlichkeit nach anstehenden Krieg debattiert und nachgedacht, dennoch handelt es sich kaum um ein politisches Buch. Vielmehr lernen wir so die Personen näher kennen: "Kann es ein Verbrechen sein, ein, zwei Millionen abzuschlachten, wenn allen übrigen damit eine glückliche Zukunft beschieden wird?" (Seite 52, gebundene Ausgabe), kommt es Perowne in den Sinn.

Ian McEwan denkt sich wunderbar und absolut überzeugend in das Hirn eines gebildeten Neurochirurgen, Vaters, Ehemanns, Schwiegersohns und fühlenden Menschen.

Nach "Abbitte" und dieser Lektüre steht nun für mich fest, dass ich erstmals einen Lieblingsautor, nicht nur ein Lieblingsbuch, gefunden habe. Weniger liegt das an den wohlüberlegten Geschehnissen als an McEwans Stil - grandios ausgefeilt, dabei niemals affektiert und voller Erkenntnisse, Hypothesen und vor allem Denkanstöße:

"Und welch ein Luxus ist es doch, daheim in der Küche über geopolitische Schachzüge und militärische Strategien zu philosophieren, ohne dafür von Wählern, der Presse, Fremden oder gar der Geschichte verantwortlich gemacht zu werden. Wenn keine Konsequenzen drohen, ist es nur ein interessanter Zeitvertreib, wenn man sich irrt." (Seite 269, gebundene Ausgabe)

Dieses Buch ist eine Bereicherung!


 Weitere Lesermeinungen



Einsam, Zweisam, Dreisam - Thommie BayerEinsam, Zweisam, Dreisam
Thommie Bayer

Broschiert, Juni 2007
     Verkaufsrang: 64158      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Von seiner langjährigen Freundin Karin verlassen, bricht Sig zu neuen Ufern auf. Da begegnet er der rätselhaften Regina, die nicht einmal ihre Telefonnummer preisgibt. Die müsse er selbst herausfinden, meint sie. Doch das Schicksal kommt ihm zur Hilfe und führt ihn wieder zu ihr. Schon bald kommen sich die beiden immer näher. Aber Regina ist von einem seltsamen Geheimnis umgeben, hinter das Sig erst kommt, als es zu spät ist ...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Feine Lektüre      4 von 5 Punkten
Lekker Buch!
Dieses Buechlein will gelesen sein! Die Art, wie zwei Geschichten (im Himmel und auf Erden) parallel zueinander aufgebaut werden und sich dann kreuzen, ist zwar nicht ganz neu, aber durchaus unterhaltsam. Besonders gefallen haben mir natuerlich wieder diverse Dialoge oder nuechterne Schlussfolgerungen mit Ironie und Witz auf den Punkt gebracht.
Einen einzigen Haken hat das Buechlein allerdings: Kurz nachdem beide Parallelgeschichten aufeinandertreffen, endet das Buch - das "schreit" foermlich nach einer Fortsetzung, auf die ich sehr gespannt waere.


 Weitere Lesermeinungen


Der Hauptmann und sein Frauenbataillon - Mario Vargas LlosaDer Hauptmann und sein Frauenbataillon
Mario Vargas Llosa

Taschenbuch, 23. August 2005
     Verkaufsrang: 155111      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Ein heikler Geheimauftrag reißt den untadeligen Hauptmann Pantaleon aus der militärischen Routine und seinem brav bürgerlichen Familienleben. Unter dem Einfluß des schwülheißen Dschungels versetzen die Soldaten der Kasernen im hinteren Amazonas-Gebiet die Bevölkerung mit ihren sexuellen Eskapaden in Panik und schaden so dem Ruf der glorreichen peruanischen Armee. Also wird der untadelige Kommißkopf Pantaleon mit der Planung und Durchführung einer...

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Von einem biederen Hauptmann, der zum größten Zuhälter Perus wurde.      5 von 5 Punkten
Leicht verdaulicher, unterhaltsamer und skurriler Schwank aus der Amazonasregion um Iquitos.

Die Führung der peruanischen Armee hat im schwülen Amazonas-Gebiet damit zu kämpfen, dass ihr Ruf durch die massenhaften sexuellen Übergriffe der einfachen Soldaten auf die weibliche Zivilbevölkerung gefährdet ist. Auf oberster Ebene entwickelt man einen delikaten Plan: Eine "Spezialeinheit", der sogenannte "Truppenbetreuungsdienst" soll den scheinbar unzügelbaren Gelüsten Abhilfe schaffen. Mit der Durchführung dieser Aufgabe betraut man ausgerechnet den tadellosen und züchtigen Hauptmann Pantaléon Pantoja. Mit größter Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit führt dieser den ihm angetragenen Befehl aus. Der etwas steif wirkende Pantoja berechnet, kalkuliert und plant minutiös die Durchführung der Dienstleistungen, bezieht sogar sein eigenes Liebesleben in diese Kalkulationen mit ein - großartig grotesk!! Der Erfolg bleibt nicht aus: Der Truppenbetreuungsdienst wird zur am besten funktionierenden Einheit des peruanischen Heeres, der biedere Hauptmann zum größten Zuhälter des Amazonas-Gebietes. Doch daran droht seine Ehe und die Beziehung zu seiner Mutter zu zerbrechen, besonders als er sich in eine der Betreuerinnen verliebt...

Der Erzählstil ist sehr experimentell; erzählende Kapitel, in denen nahtlos drei Handlungsstränge verwebt sind, wechseln sich ab mit schriftlichen Rapports und Befehlen, Zeitungsartikeln, Radioansprachen und Briefen. Steht die delikate Geschichte um organisierte sexuelle Betreuung der Soldaten im Vordergrund, so denke ich, dass Vargas Llosa auch durchaus kritische Töne bezüglich der alltäglichen Verhältnisse in Südamerika anschlägt. Wie in "Das grüne Haus" sticht Kritik am Machismus und der abschätzigen Behandlung von Frauen ins Auge, blinder militärischer Gehorsam und religiöse Verblendung komplettieren das Bild.


 Weitere Lesermeinungen


Flugasche - Monika MaronFlugasche
Monika Maron

Taschenbuch, Januar 1986
     Verkaufsrang: 183063      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Flugasche ist keine Metapher. 180 Tonnen davon schleudert das Kohlekraftwerk in B(itterfeld) täglich auf die Stadt und ihre Menschen. Die Reportage der Journalistin Josefa Nadler, die diese Zusammenhänge aufdeckt, darf in der damaligen DDR (1981) nicht erscheinen. Nach dem Verbot verläßt Josefa den Freund, den Kollegenkreis und die große Gemeinschaft der Organisierten. Der andere Teil der Geschichte ist Josefas private Geschichte. Die junge Reporterin schwankt ständig zwischen Sehnsucht nach Geborgenheit und Freiheit und einer immerwährenden Angst vor Einsamkeit und Zwang. Wie leben, daß man sich selbst, seinen Gefühlen und seinen Ansprüchen gerecht wird?

»...ein bemerkenswertes literarisches Debüt. Weil es in der DDR geschrieben wurde, dort keinen Verleger fand und nun in der Bundesrepublik gedruckt wird? Bemerkenswert ist dieses Buch ist vor allem in Hinblick auf seine erzählerischen Qualitäten, im Hinblick auf die Perspektive, die es wählt, um Wirklichkeit zur Sprache zu bringen.«
Franz Josef Görtz, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Preise:
Irmgard-Heilmann-Literaturpreis (1990)
Brüder-Grimm-Preis (1991)
Kleist-Preis (1992)
Solothurner Literaturpreis (1994)
Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Bad Gandersheim (1994)
Buchpreis des Deutschen Verbandes evangelischer Büchereien (1995)


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

die geschichte einer frau, die angst vor zuviel nähe hat..      5 von 5 Punkten
...sich aber gleichzeitig auch nach geborgenheit sehnt. die erzählerin hat ihren großvater zwar nie kennengelernt, aber er ist dennoch ihr großes vorbild. "die verrückheit meines großvaters war verlockend. verrückte menschen erschienen mir freier als normale. sie entzogen sich der lästigen bewertung durch ihre mitmenschen, die es bald aufgaben, die verrückten verstehen zu wollen. die sind verrückt, sagten sie und ließen sie in ruhe. bald nach dem entschluß, die verrücktheit meines großvaters geerbt zu haben konnte ich schon die ersten symptome an mir beobachten, die ich aus den erzählungen meiner mutter und tante ida kannte. als ich das erste mal hörte, wie ida meiner mutter zuflüsterte: das muss sie von opa haben, genoß ich meinen erfolg".

die geschichte handelt von einer reportage über die stadt b(itterfeld), die dreckigste stadt europas. die reporterin josefa schwankt zwischen dem gehorsam gegenüber den ddr-funktionären, die eine wohlgefällige geschichte von ihr erwarten und dem drang danach ihre eigenen eindrücke von der fahrt nach bitterfeld zu berichten. in letzterem wird sie unterstützt von ihrer chefin luise und ihrem jugendfreund christian.

parallel zu dieser handlung wird immer wieder über die zerklüftete gefühlswelt der heldin josefa berichtet. sie sehnt sich nach geborgenheit, nach wärme, nach aufmerksamkeit und ist sich doch nicht sicher, ob sie sie auch ertragen könnte, wenn sie sie denn hätte. das thema "wärme" ist nebenbei auch ein ganz reales: josefa heizt mit kohle und muss sie im gegensatz zu ihrer charmanten nachbarin, die das ihre verehrer machen lässt selbst nach oben schleppen. "ich müsste in den keller gehen, kohlen holen. wenn ich am donnerstag komme, ist die wohnung kalt, und ich bin müde. aber das licht im keller brennt nicht und ich graule mich zuweilen.... bis donnerstag ist lang, lass es kalt sein....diese dreimal verfluchte warterei. worauf denn? auf den berühmten märchenprinzen, der klingelt: guten tag, schöne frau, sie fahren morgen nach b und fürchten sich vor der einsamkeit? bitte erweisen sie mir die huld und verfügenüber mich."

gleichzeitig aber eben auch: "ich vergesse langsam, wie es war, als jemand auf mich wartete. es kostet schon mühe, konkretes zu erinnern aus fünf jahren. nachsichtige verklärung breitet sich darüber, manchmal sogar schon der gedanke, es könne so schlimm nicht gewesen sein, wie ich es vor drei jahren empfunden haben muss, als ich mein gelübde ablegte: ich will alleine leben. ich weiss nur, ich wollte das alles nicht mehr gefragt werden: wasdenkstdu, woherkommstdu, wohingehstdu, wannkommstduwieder, warumlachstdu. ich wollte kein siamesischer zwilling sein, der nur zweiköpfig denken kann, viefüßig tanzen, zweistimmig entscheiden und einherzig fühlen. aber emanzipierte frauen frieren nicht, heulen schon gar nicht und das wort sehnsucht haben sie aus ihrem vokabular gestrichen."

ganz nebenbei bietet die geschichte auch noch einen gelungenen einblick in die welt des real-existierenden sozialismus. da wird berichtet von christians vater, der als bürgermeister eines vergesenen provinzdorfes es mit einer mischung aus hinterlist und vorzeige-sozialismus schafft die bürgesteige zu asphaltieren. da geht es um menschen in bitterfeld, die täglich 180 tonnen dreck auf sich rieseln lasen müssen und aus verzweiflung eine vorliebe für strahlendweisse hemden entwickelt haben.

Nichts für Leute, die sich nicht gern langweilen      3 von 5 Punkten
Ich muss sagen, dass ich liebend gern Gedanken von anderen Leuten lese und mich gern in sie versetze, was bei diesem Buch echt super ist, aber ich muss auch sagen, dass ich mich ziemlich viel gelangweilt habe oder einfach nicht wusste ob die 30 jährige Reporterin Josefa Nadler das träumt, was da steht oder es wirklich passiert ist, außerdem sind viele Sprünge drin, bei denen man total verwirrt ist, was aber auch daran liegen kann, dass ich mit den Gedanken oft woanders war.Das Thema des Buches ist aber sehr interessant, die Situation der Frauen in der damaligen DDR zu erfahren.Sie beschreibt toll, in welcher Krise man steckt, wenn man sich eingeschränkt oder unterdrückt fühlt. Nebenbei lästert sie über Arbeitskollegen oder Vorgesetzte, und wie soll es anders sein, geht es auch um Liebe. Ich konnte gut verstehen, wie sich eine Frau mit vaterlosem Kind fühlt, die einen Liebhaber ( Christian )hat und nicht weiß, ob sie ihn liebt oder nicht und dadurch unter Depressionen leidet, die sie mit Tabletten versucht zu stillen. Als sie einen Bericht über eine Stadt schreiben soll, die durch ein altes Kraftwerk total verpestet ist, und sich entscheidet, die Wahrheit zu schreiben und nach langem Hin und Her der Artikel nicht erscheinen darf, sie Probleme mit der Partei und den Mitarbeitern bekommt, lässt sie sich gehen und kündigt. Das Happy End dieses Buches wird nicht verraten...



Professor der Begierde - Philip RothProfessor der Begierde
Philip Roth

Taschenbuch, November 2004
     Verkaufsrang: 154459      Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 5 Tagen.

Preis: € 8,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Der Professor der Begierde ist der Literaturwissenschaftler David Kepesh, Kenner von Tschechow und Kafka, der vom Suchen des Menschen nach Lust und zugleich nach Würde berichtet, von der Jagd nach dem erotischen Glück - und dessen Verlust. David kommt mit seiner Begierde - und auch mit der der Frauen, die ihm begegnen - nicht zurecht. Sein Leben ist eine Kette peinigender und grotesker Erfahrungen, bis er seinen Sinn schließlich mit Claire, dem 'ungewöhnlichsten gewöhnlichen Menschen, dem ich je begegnet bin', in einer Art elegischer Heiterkeit zu begreifen beginnt. Mit der burlesken Seite des Romans korrespondiert eine phantastische. Zu seinem Höhepunkt gehört - auf einer Reise mit Claire nach Europa und nach einem Besuch an Kafkas Grab in Prag - Davids Traum von seiner Begegnung mit 'Kafkas Hure'.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Der Gute und das Biest      4 von 5 Punkten
Professor Kepesh, der sich nichts Schöneres vorstellen kann, als in einem Hörsaal jungen Menschen die Welt der Literatur zu eröffnen, ist seiner Frau Helen verfallen, einem hohlen Wesen, so eitel wie schön, das den lieben langen Tag nichts anderes mit sich anzufangen weiß als sich zu schminken, zu baden zu pflegen. Kapriziös und anspruchsvoll, die Bluse so voll wie das Gehirn leer, hält sie ihren Mann, einen ambitionierten aber sensiblen Literaturwissenschaftler, Jahr für Jahr in Trab, bis die Ehe schließlich noch einer skandalösen Hongkong Reise auseinander bricht. Verlassen, einsam und ausgebrannt bleibt Professor Kepesh zurück, vergebens versucht er sich mit Tschechow und einer ganzen Galerie von Geliebten zu trösten, ehe er im zweiten Teil des Buches die Lehrerin Claire Ovington kennen lernt, die ihn aus seiner Einsamkeit erlöst. „Ach Claire," sagt der Professor an einer Stelle des Buches: „Es ist als ob die Vergangenheit mir nichts mehr anhaben könnte. Es ist einfach nichts mehr da von dem, was mir Kummer machte. Alle meine Ängste sind verschwunden, und das liegt nur daran, dass ich dich gefunden habe." Ja, ja, so kanns gehen, denkt der Leser, nur schade dass es mir nicht passiert. Das ist im Wesentlichen die Geschichte des Buches, und das ganz am Ende noch Helen Kepesh mit ihrem zweiten Mann auftaucht um Professor Kepesh zum Zeugen ihrer Vernichtung und ihres Unglück aufzurufen, verstärkt nur den Eindruck, es mit einem modernen Märchen zu tun zu haben. Doch es ist ein Märchen, das wie immer bei Philip Roth seine Kraft aus den Details schöpft, aus der Vielzahl von Gedankenblitzen, Verweisen, Aphorismen und Charakterisierungen, die den Leser mühelos in ihren Bann ziehen. Mehr noch: ein wenig geht es den Lesern des vorliegenden Buches wie Professor Kepesh mit Tschechow, sie sehen ihre eigenen Leiden im „Professor der Begierde" abgespiegelt und erfahren eine Katharsis durch die Kraft des Wortes. Danke, Herr Professor. .

Kepesh lebt kaum kosher.      2 von 5 Punkten
Na bitte, da haben wir's: Roth wird von Reich-Ranicki auf dem Einband für seinen ungewöhnlichen Witz gelobt. Also muß das Buch schon mal gut sein. Ist das schon alles, was er zu bieten hat? Nein: wir bekommen mit diesem Buch auch noch therapeutische Hilfe, sexbesessene schwedische College-Mädchen, Schicksen vom schlimmsten Format und im Gegensatz dazu das etwas pummelige schüchterne Mädchen aus Davids Tschechov-Seminar, das, als es von Kepesh angesprochen wird, bekennt, daß sich sonst ja niemand um sie kümmere... Autsch; und das Schlimmste ist, daß das Ganze von der Wirklichkeit wahrscheinlich gar nicht allzu weit entfernt ist. Was bringt uns die Zukunft? Für Geliebte ermordete Ehepartner? Aufgetaute Gerichte, die Mama noch kurz vor ihrem Dahinscheiden für ihren gescheiterten Sohn zubereitet hat? Das Buch ist ein Blick in die amerikanische Gegenwart und enthüllt, warum 99 Prozent aller Amerikaner über 20 bereits einen Therapeuten besucht haben...

Die literarische Qualität läßt dagegen ziemlich zu wünschen übrig - aber das verzeihen wir, weil es ja inzwischen Mode geworden ist. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, nun hat es uns eingeholt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)



Muttersprache. Roman - Josef WinklerMuttersprache. Roman
Josef Winkler

Broschiert, 1984

Verkaufsrang: 206233

Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar!



Das Jahr der Liebe - Paul NizonDas Jahr der Liebe
Paul Nizon

Gebundene Ausgabe, 28. April 2006

Verkaufsrang: 198507
Gewöhnlich versandfertig in 3 bis 4 Tagen.

Preis: € 14,80
(versandkostenfrei nach D, CH und A, ,
 Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren





Geflüster auf Seide gemalt: Reisen in Asien - Cees NooteboomGeflüster auf Seide gemalt: Reisen in Asien
Cees Nooteboom

Broschiert, Juni 2008

Verkaufsrang: 130249
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,90
(versandkostenfrei nach D, CH und A, ,
 Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren



 


Vorige SeiteSeiten:
 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21  22  23 24 25 26 
Nächste Seite