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| Zeitgenössische Literatur | Inhaltsangaben Kurzbeschreibungen Zusammenfassungen | |
Die Fermate Nicholson Baker Taschenbuch, Februar 2006 Verkaufsrang: 27373 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Unser Held Arno Strine verfügt über die phantastische Gabe, mit einem Fingerschnippen die Zeit anhalten zu können. Eine herrliche Chance, Frauen auszuziehen! Doch zugleich ist Arno ein Produkt des Medienzeitalters und ein Mensch, der nichts mehr ersehnt als ein bisschen echte Intimität.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein erotisch provokanter Spass 4 von 5 Punkten Diese Rezension stammt von: Die Fermate. (Taschenbuch)
Mir hat alleine die Vorstellung, mal eben so mit einem Fingerschnipp die Zeit anhalten und sich dann frei bewegen zu können, schon sehr gefallen.
Der Held des Buches nutzt es entweder, um seine Umwelt zu beeindrucken, in dem er zeitraubende Arbeit im Handumdrehen erledigt, oder er geht seinen erotischen Phantasien und Gelüsten hemmungslos nach. Da wird einer Frau ihrer Unterwäsche entledigt oder einer anderen Frau, die im Stau neben ihm steht eine Cassette mit anzüglichen Texten ins Autoradio gesteckt. Dies sind die erotisch vergnüglichen bis teilweise derben "Höhepunkte" dieses Buches. Leider werden diese Versatzstücke teilweise sehr langatmig miteinander vebunden, in einer Sprache und einer Wortwahl, die teilweise doch sehr ermüdet. Ich bin dazu übergegangen, einige Seiten querzulesen.
Wenn man von manchen Längen absieht, ein erotisches Buch mit Pfeffer und Phantasie. |
Ragtime E. L. Doctorow Taschenbuch, April 2000 Verkaufsrang: 30072 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Eines der wichtigsten und zugleich witzigsten Stücke amerikanischer Literatur." Der Spiegel Vor dem gesellschaftlichen Panorama Amerikas zu Beginn dieses Jahrhunderts erzählt E. L. Doctorow die Geschichte von Coalhouse Walker, einem schwarzen Jazzpianisten. Coalhouse Walker hat es zu Ansehen gebracht und ist, ungewöhnlich für seine Zeit, stolzer Besitzer eines Fords Modell T. Als sein Auto von Rassisten mutwillig beschädigt wird, fordert er verbissen Wiedergutmachung...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Rhythmus, Rhythmus, Rhythmus 5 von 5 Punkten Dieser Roman ist atemlos. In gutem Sinne. Ein rasantes Gemälde der Zeit, kurze Kapitel, kurze Sequenzen, kurze Sätze - alles rennet, rettet, flüchtet von Szene zu Szene, stürzt auf das spannende Ende zu. Ohne dabei hektisch zu werden. Wie guter Ragtime eben.
Was mich besonders ansprach, ist diese zwecklose Erzählfreude. Keine aufdringeliche Botschaft, kein erhobener Zeigefinger - und doch Moral, und doch Parteilichkeit. Aber keine Einseitigkeiten.
Ich hatte die Freude, einige Seiten einmal öffentlich lesen zu dürfen. Das Publikum war gepackt, der Beifall groß. Manche Seiten müssten in der Tat auch laut gelesen werden, um die Stimmung und den Rhythmus nacherleben zu können.
Also: Buch besorgen, Pork And Beans (gibt's auch bei amazon) in den CD-Player legen, und eintauchen in den Strom einer zerrissenen Zeit.
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Die Informanten Bret Easton Ellis Taschenbuch, Januar 2001 Verkaufsrang: 119447 Auch im Nachfolgebuch zu seinem international erfolgreichen und umstrittenen Roman »American Psycho« bestätigt Ellis einmal mehr seine herausragende Stellung als literarischer Chronist der Gegenwart. In zwölf miteinander verwobenen Geschichten zeichnet der Autor das Bild einer sanften Apokalypse im Los Angeles der 80er Jahre: Braungebrannte Teenagerstudenten kreuzen mit ihren Porsches durch die Straßen zwischen Bel Air und Malibu Beach, immer auf der Suche nach dem ultimativen Kick, der ihrem kreditkartengesicherten Leben etwas Authentizität verleiht. Ob Drogendealer oder höhere Tochter, alle sind sie Konsumexperten MTV, In- Restaurants, Drogen und Armani man trifft sich zum Essen, zur Koksline, zum Sex, und man hat sich doch nichts zu sagen. Ihre Eltern stehen ihnen dabei in nichts nach, frustrierte Ehefrauen aus dem Filmbusiness halten sich Liebhaber im Alter ihrer Söhne, ein Vater nötigt seinen Sohn zum Wochenendtrip nach Hawaii, der sich als Fahrt ins blanke Nichts entpuppt. Ein Rockstar auf Welttournee schändet im Drogenrausch Zimmermädchen und Groupies, um dann von seinem Manager zu verlangen, was der Wunsch all dieser saturierten Upper-Class- Figuren zu sein scheint: »Bring mir meine Träume in Ordnung.«
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 10 Bewertungen)
Bret Easton Ellis, André Pilz und Irvine Welsh 5 von 5 Punkten Die Bücher dieser Autoren MUSS man gelesen haben, sie sind allesamt voller Sex, Gewalt, aber auch Gefühl und Sarkasmus. Und selbst wenn diese Autoren ein wenig schwächeln, übertreffen sie die langweiligen 08/15-Bestsellerautoren um Längen. Was soll ich noch groß zu "Die Informanten" schreiben. Man liebt Ellis oder man liebt ihn nicht. Die Hasser werden sich nicht überzeugen lassen, die anderen haben schon das Buch.
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Ein springender Brunnen Martin Walser Taschenbuch, März 2000 Verkaufsrang: 183350 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden So sieht also ein Meisterwerk aus! Oh, Martin Walser, was hat man ihm nicht alles vorgeworfen in den letzten Jahren! Nationalistisch sei er geworden, linkes Hemd abgelegt, rechtes übergestreift. Jetzt hat er, endlich, den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten, schon gibt es neuerliche Mißverständnisse. Gottseidank hat er uns etwas an die Hand gegeben, das schwerer wiegt als all die Anfeindungen: Ein Springender Brunnen. Dieses Buch wird nicht vergehen, so viel steht fest. Das langgeplante, quasi autobiografische Alterswerk des inzwischen 71-jährigen tuscht Bilder in uns hinein, Bilder von solcher Zartheit und Erinnerungsgenauigkeit, die unweigerlich im Leser die eigene Kindheit wiedererstehen lassen. Erzählt wird aus der Sicht des kleinen Johann ab seinem fünften Lebensjahr. Ort der Handlung ist Wasserburg am Bodensee im Jahr 1932. Johanns Eltern betreiben eine kleine Gastwirtschaft, immer am Rande des Ruins entlangschlitternd. Der Vater, ein Schöngeist, aber geschäftlicher Unglücksrabe, wird zur wichtigsten Figur in Johanns Dasein. Er weckt die poetische Ader des Jungen, indem er immer neue, phantastische Vokabeln in seinen Wörterbaum hängt. Die Mutter hingegen eine bigotte, lebensunfrohe, aber tüchtige Person, ohne die die Gastwirtschaft längst ruiniert wäre. Dazu läßt Walser noch jede Menge bizarres Dorfpersonal aufmarschieren. Wundervoll beschrieben ist Johanns erste Liebe zu einem Artistenmädchen aus einem Wanderzirkus (er klebt ihr Abziehbildchen auf die Oberschenkel, her mit dem Nobelpreis für solche Beschreibungen!). Das erste Auftauchen der Braunhemden im Dorf, der Eintritt seiner Mutter in die Partei, das wird völlig unaufgeregt und ohne Rechtfertigungen dargestellt. Das mag vielleicht nicht politisch korrekt sein, aber Walser berichtet eben strikt aus der Sichtweise des Jungen. Und so begleiten wir Johann, der in den Krieg zieht, seine Gedichte verfaßt, wieder zurückkehrt in sein Wasserburg, das ihm doch die Welt ist; schließlich zu Martin Walser wird, den wir schätzen gelernt haben und der uns diese Geschichte so ergreifend nahegebracht hat, und wir stellen erstaunt fest: So sieht also ein Meisterwerk aus! --Ravi Unger
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 12 Bewertungen)
Erinnerungsbuch - Hitlerdeutschland in der Provinz 5 von 5 Punkten Martin Walser wählt in seinem autobiographischen Roman den Knaben Johann als Perspektivfigur und Protagonist. Aus Johanns Kindheit und Jugend, zu Zeiten des dritten Reichs, werden drei kurze Lebensabschnitte (Johann als 5-, 10- und 18- jähriger) aufgegriffen und detailliert geschildert, während die dazwischenliegenden Zeiträume nur indirekt durch Johanns Erinnerungen und Reflexionen dargestellt werden. Im schwäbischen Wasserburg am Bodensee wächst Johann zunächst unbeschwert in einer Gastwirtfamilie auf. Die tüchtige aber sehr strenge Mutter kümmert sich um die „Restauration" und kämpft um das finanzielle Überleben der Familie, während dem Vater das Klavierspiel sowie philosophische und spirituelle Literatur wichtiger sind. Durch den zunehmenden Einfluss der Nazis, treten in Wasserburg Veränderungen auf, denen sich auch Johann nicht entziehen kann. Die Mutter tritt schon früh, im Jahre 1932, in die Partei (NSDAP) ein. Nun werden die Parteiversammlungen in der Restauration abgehalten, wodurch Johann die Reden der Nazis zwangsläufig mitbekommt. Der Vater weiß schon sehr früh: „Die Katastrophe heißt Hitler", und zieht sich zunehmend in seine Theosophie zurück. Johann ist in dieser Zeit sehr oft mit seinem besten Freund Adolf zusammen. Gegensätzlicher könnten Freunde kaum sein: Johann ist eher zurückhaltend und liest seinem Vater aus Nietzsches Zarathustra vor, Adolf hingegen klopft Sprüche und verwendet Vokabular, das er von seinem strammen >Nazi-Vater< übernommen hat. Durch etliche weitere Szenen des Dorflebens wird klar, wie sich die Verhältnisse durch die Macht der Nationalsozialisten komplizieren. Johann findet über seinen Vater den ersten intensiveren Zugang zur Sprache. Er lernt Wörter zu buchstabieren, die der Vater ihm aufgibt und aus denen er sich einen imaginären „Wörterbaum" wachsen lässt. Ein persönlicher Rückblick ist demnach niemals vor subjektiven Verfälschungen und Auslassungen gefeit. Es lässt sich vermuten, dass Walser die fiktive Figur Johann deshalb zum Protagonisten wählt, weil er den Wahrheitsanspruch, schreibe er biographisch von „Martin", ohnehin nicht erfüllen könnte.
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Billy Bathgate E. L. Doctorow, Angela Praesent Broschiert, März 2006 Verkaufsrang: 37578 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Billy Bathgate erzählt die mitreißende Geschichte eines New Yorker Straßenjungen, der als Lehrling und Vertrauter des Gangsterbosses Dutch Schultz Glanz und Brutalität der Unterwelt erlebt. Ein Klassiker der amerikanischen Literatur. New York 1935. Im Schatten der schäbigen Mietskasernen der Bronx begegnet Billy Bathgate, ein vaterloser Straßenjunge mit einer verrückten Mutter, seinem Idol, dem großen Gangster Dutch Schultz. Dutch, wie Billy ein Kind der Bronx, hat während der Prohibition durch Bierschmuggel ein Vermögen angehäuft, das er nun durch illegale Wetten und dubiose Geschäfte kräftig vermehrt. Die großen Limousinen, die grobschlächtigen Leibwächter, die bestechende Macht des Geldes all das fasziniert Billy. Mit List dient er sich als Lehrling an, um den Traum vom Aufstieg irgendwann einmal selbst verwirklichen zu können. Auch Dutchs schöne Freundin, die träumerische Drew Preston, weckt Billys Fantasien. Als Dutch von mehreren Seiten bedrängt wird und zu immer brutaleren Mitteln greift, muss sich Billy entscheiden. Der Roman, 1989 in den USA erschienen, gilt mittlerweile als Klassiker der Gangsterliteratur und wurde 1991 mit Dustin Hoffman und Nicole Kidman in den Hauptrollen verfilmt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Die 30er 5 von 5 Punkten Dutch Schultz war einer der skrupellosesten Unterweltgrößen der 30er Jahre. Dass Docotorows Romanheld ausgerechnet ihm begegnet, seine Odyssee durch die Hinterhöfe und Gosse in der Prohibition mündet, ist Mahnmal und Versuchung zugleich. Einerseits verlockt in Schultz der Aufstieg zu fadenscheinigem Ansehen und schnellen Reichtum, wenn man nur gewissenlos genug ist, andererseits schreckt seine Hinrichtung als Preis für ein solches Leben ab. Dass ein Junge, der vaterlos an der Seite einer überdrehten Mutter eine neue Vaterfigur sucht, die ihm Halt bietet, ist verständlich. Doctorow schafft es, uns in die Faszination des Jungen für die Welt der Gangster hineinzuziehen. Wo alles möglich erscheint, wenn man es sich zutraut und keine Skrupel kennt, kommt man sich wie auf dem Rummelplatz vor, wo man nur den Mut aufbringen muss aufs Riesenrad zu steigen, um sich hoch über die Köpfe anderer zu erheben. Billy erschleicht sich Schultz Vertrauen, findet als jugendlicher Bewacher für dessen Liebschaft Drew Verwendung und erhält nach und nach Einsicht in die Schattenwelt von illegalen Wetten, Bars, Schmuggel, Prostitution. Es ist die schillernde Geschichte über das Maß an Verführung, das einem in aussichtsloser Situation befallen kann, und es ist der allmähliche Zusammenbruch der Maskerade. Tat für Tat hin zur nackten Wahrheit. Wer sich fragt, wieso einer auf die schiefe Bahn geraten kann, ist in diesem Roman gut aufgehoben. Billy Bathgate hat Glück, dass Dutch Schultz erschossen wird. Ob er sich dem Kreislauf der Gewalt hätte entziehen können, wenn Schultz nicht geplant hätte, Drew zu ermorden, ist eine Frage, die offen bleibt. Billy Bathgate bewahrt sich die Naivität, die ihn am Ende retten wird. Sei es aus Liebe, sei es Einsicht, sei es aus blankem Entsetzen.
Der Untergang eines Mafiabosses literarisch anspruchsvoll dargestellt Das geht! 4 von 5 Punkten Mafiaromane beschrieben in der Regel eine derbe Männerwirklichkeit, bevölkert von deftigen Charakteren, deren Leben und Sterben an die Triumphe und den Untergang großer Hordenführer erinnert. Kein Wunder, dass man sich seit Mario Puzos "Paten" daran gewöhnt hat, dass dieser herben Realität auf der Ebene der Literatur eine schnörkellose Sprache und Handlungsführung entspricht.
Der vorliegende Roman über "Bathgate im Zeitalter von Dutch Schultz" (S. 422) ist ein Beispiel für das Gegenteil. Mit großem psychologischem Einfühlungsvermögen, Liebe zum Detail und einer über weite Strecken poetischen Sprache entfaltet E.L. Doctorow die Geschichte vom Untergang eines Mafiaimperiums, dargestellt aus der Perspektive des heranwachsenden Straßenjungen Billy Bathgate, den der Zufall und die Lebensgier in den Dunstkreis der Unterwelt verschlagen haben. Im Mittelpunkt einer dieser Unterweltprovinzen steht Dutch Schultz, eine der übelsten Erscheinungen des organisierten Verbrechens, ein jähzorniger, aber auch facettenreicher Psychopath, der Gefolgsleute und Feinde gleichermaßen in Angst und Schrecken versetzt. Seinen ehemaligen Partner Bo Weinberger lässt er die Füße in einem Blecheimer einbetonieren, eher er ihn in das Hafenbecken wirft, einen Brandschutzinspektor, der ihm zur falschen Zeit über den Weg läuft, schlägt er eigenhändig tot und seinen Verhandlungspartner schießt er einfach in den Mund, als er Widerworte gibt. Leidlich handzahm wir der nur gegenüber der schönen Drew, einer Frau aus besseren Kreisen, die mit Millionären und Gangstern gleichermaßen klarkommt und den kleinen Billy schnell mal nebenbei vernascht.
Was unter normalen Umständen ein todeswürdiges Vergehen gewesen wäre, bleibt jedoch ungesühnt, da Dutch Schultz alle Energien benötigt, um sich gegen die Gangsterkonkurrenz und den Zugriff des Sonderermittlers Thomas E. Dewey zu wehren. Doch umsonst, die unkontrollierte Mordlust des Mafiabosses macht ihn sogar für die korruptesten Polizisten untragbar, so dass ihn schließlich seine eigenen Mafiagenossen unter der Regie von Lucky Lucchiano auf einer Restauranttoilette erschießen. Zu diesem Zeitpunkt ist die schöne Drew längst über alle Berge, und auch der kleine Billy kommt davon, wobei es ihm sogar gelingt, sich den Großteil des herrenlosen Gangstervermögens unter den Nagel zu reißen. Mit Hilfe des Verbrechergeldes gelingt Billy der Ausstieg der Unterwelt und die Begründung einer respektablen bürgerlichen Existenz, an deren Ende er sich gedankenvoll und versonnen an seine wilde Jugendzeit an der Seite des schrecklichsten aller Mafiabosse erinnert.
Soweit die Handlung - was aber ist die Moral von der Geschicht? Keine, der Autor vermeidet jeden erhobenen Zeigefinger und beschränkt sich stattdessen auf die Anschaulichkeit und Introspektion. Kurz: Doctorow erzählt ganz einfach eine gute und spannende Geschichte nach allen Regeln der literarischer Kunst. Das ist mehr als man über die meisten Bücher sagen kann. |
City of Glass Paul Auster Taschenbuch, März 2001 Verkaufsrang: 136614 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)
that's chance! 4 von 5 Punkten Packender Krimi in dem sich die Anhäufung oder das blosse Erscheinen von Zufällen zu einem wesentlichen Teil der Geschichte entwickelt. Das Aufeinanderprallen von Handlungssträngen und Treffen kurioser Charaktere formt hier den Verlauf der Dinge. Mit interessanten Aussagen und Wesensformen der Akteure treibt der Autor ein oft witziges und überraschendes Spiel, das immer wieder auf Höhepunkte oft mittels unvorhesehbaren Wendungen hinzuläuft. Hier bringt der Zufall die Gruppe zusammen und trennt sie auch wieder. Neben der Handlung finden sich dann aber auch immer wieder packende Theorien und sozialkritische Beobachtungen. Hegen die Personen visionäre Gedanken und passen die Fakten scheinbar zufällig zueinander, erzählt der Autor stets mit einem Fluss, der den Leser mit sich reisst. Zum besseren Verständnis und Erklärung der zeitweilig benutzten slang-Wörter findet man am Fuß der Seite stets hilfreiche Angaben.
Strange, but great 5 von 5 Punkten In my opinion, City of Glass is a very strange, but great book. I read it once, then twice, but I didn`t really understand it. What does Auster want to tell us? Does he want to tell us anything at all? Why this confusion with the names? What happens in the end? Lots of questions that remain unanswered, that you have to answer yourself. So I don't really know what to think about this book- and that's what might make it so great. You have to get nearly all the answers by your own imagination, have to reflect and to cogitate a lot in order to answer the questions correctly.
It's the Process, Not the Ending 5 von 5 Punkten From the first page, you're just sucked into the world of the main character, the detective Quinn. One of the best American writer today, Paul Auster's works are mainly based on his real life's experience. That is why his characters are so real. I disagree with the reader who said that his endings tend to be weak. It is very clear that Auster intended to avoid any closure in the endings of his stories. If you've read his other books, you'll realise that most of the time, his characters would just disappear or go on to lead another life, just like the character in Knut Hamsun's Hunger, who just decided to leave on a ship at the end of the novel without giving us any reason.
An intriguing and engrossing post-modern whodunnit 5 von 5 Punkten The wonderful thing about "City of Glass" is that as a post-modern work, it is open to a number of different interpretations. While many read it as a fictional detective story, I found that it could also be read as Auster's autobiography.
city of glass, poem of loneliness 5 von 5 Punkten CITY OF GLASS OR CITY OF LONELINESS ARE TWO FACES OF VIRTUAL DETECTIVE QUINN. ACTUALLY, HE DOESN'T LIVE AND OPERATE IN THE SUBURBIAN ENVIRONMENT: HE LIVES AND OPERATE INSIDE HIS OWN SOUL, IN THAT LONELY UNIVERSE WHERE TIME IS...BUT SOMETIMES IT IS NOT. THE OLD STILMAN, THE YOUNG PETER, THE DOUBLE AUSTER AND QUINN HIMSELF ARE INDEED FOUR SIDES OF THE SAME ENTITY; PETER CRUMBLES THE WORLD, STILMAN PICKS THE FRAGMENTS UP, QUINN TRIES TO REORDER IT, THE OLD AUSTER DESTROY IT AGAIN. IN THE VAGUENESS OF THE CINESE BOXES PLOT, QUINN REVEALS REFLECTED PICTURES OF A MODERN POEM....WHERE LINES ARE STREETS WITH NO ACCENT AND NO RHYME, NO APPARENT LIFE... A POEM OF GLASS, WHOSE FRAGMENTS ARE PIECES OF LONELINESS.
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Robert Gernhardts Katzenbuch Robert Gernhardt Broschiert, Dezember 2007 Verkaufsrang: 99862 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Von frechen, vorwitzigen, neugierigen, abenteuerlustigen, schüchternen und nachdenklichen Katzen handelt Robert Gernhardts Katzenbuch. Mit Humor und Wortwitz erzählt er von großen und kleinen Sorgen im Katzenalltag und von Abenteuern auf Samtpfoten: von Pumpis anstrengender Woche und ihrer Reise in den Süden, von ihrer Freundin Missu und deren Entdeckungstouren und von der besonderen Verantwortung des Katzenpräsidenten. Illustriert wurden diese Geschichten und Gedichte von Almut Gernhardt.
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Mikado Botho Strauß Gebundene Ausgabe, September 2006 Verkaufsrang: 59631 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Zu einem Fabrikanten" - so beginnt eine Geschichte dieses Buches -, "dessen Gattin ihm während eines Messebesuchs entführt worden war, kehrte nach Zahlung eines hohen Lösegelds eine Frau zurück, die er nicht kannte und die ihm nicht entführt worden war." Zufall, Schicksal, Fügung? Die Kalendergeschichten, Märchen und Träume erzählen von Merkwürdigkeiten, die selten gut ausgehen, in denen die geringste Bewegung oftmals in einem katastrophalen Erdbeben endet. Wunderbare Erzählungen, die mit dem Zufall spielen, der Doppelbödigkeit und dem Unheimlichen.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Vertrautes in Fremdes 5 von 5 Punkten Der inzwischen zurückgezogen in einem Dorf in der Uckermark lebende Dramatiker, Essayist und Prosaautor Botho Strauß (geb. 1944) hat nach "Paare, Passanten" oder "Der Untenstehende auf Zehenspitzen" mit "Mikado" einen neuen Prosaband vorgelegt, in dem er, entsprechend der Anzahl der Spielstäbe, 41 Kurztexte versammelt. Der gewählte Sprachton, eine Verbeugung vor Kleists Anekdoten und Hebels Kalendergeschichten, verstärkt seinen inhaltlichen Ansatz ("Mir ein unfassliches Gesetz, das so Vertraute wieder in Fremde verwandelt", notierte er bereits in "Paare, Passanten") aufgrund des Überraschungseffekts. Der Autor beginnt seine extrem verdichteten Geschichten stets in der allen bekannten Realität, hinter der das Unbegreifliche, Unfaßbare, Verstörende lauert. "Zu einem Fabrikanten, dessen Gattin ihm während eines Messebesuchs entführt worden war, kehrte nach Zahlung eines hohen Lösegelds eine Frau zurück, die er nicht kannte...", beginnt die Titelgeschichte. Oder: Ein Mann kommt nach Hause - nichts ist mehr, wie es zuvor war - er geht weg und kommt nach einer Weile wieder - alles ist, wie es immer war; mit einer kleinen Ausnahme... Oder: Ein Mann tötet seine Frau, als er Anlaß zu der Vermutung sieht, daß sie ihn vor 20 Jahren mit einem Freund betrogen hat - weil ...
Hinweis: Die Großartigkeit der Texte erschließt sich, mir jedenfalls, nur dann,wenn man bereit und in der Lage ist, sich hinreichend Lese-und Nachdenkzeit zu gönnen. |
Roman eines Schicksallosen. Großdruck Imre Kertesz Taschenbuch, Januar 2004 Verkaufsrang: 62134 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Imre Kertesz ist etwas skandalöses gelungen: die Entmystifizierung von Auschwitz. Es gibt kein literarisches Werk, das derart konsequent, ohne zu deuten, ohne zu werten, der Perspektive eines staunenden Kindes treu bleibt. Wohl nie zuvor hat ein Autor seine Figur Schritt für Schritt bis an jene Grenze begleitet, wo das nackte Leben zur hemmungslosen, glücksüchtigen, obszönen Angelegenheit wird.
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Roman eines Schicksallosen. Großdruck Imre Kertesz Taschenbuch, Januar 2004 Verkaufsrang: 62134 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Imre Kertesz ist etwas skandalöses gelungen: die Entmystifizierung von Auschwitz. Es gibt kein literarisches Werk, das derart konsequent, ohne zu deuten, ohne zu werten, der Perspektive eines staunenden Kindes treu bleibt. Wohl nie zuvor hat ein Autor seine Figur Schritt für Schritt bis an jene Grenze begleitet, wo das nackte Leben zur hemmungslosen, glücksüchtigen, obszönen Angelegenheit wird.
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Kopfjäger Uwe Timm Taschenbuch, Dezember 2001 Verkaufsrang: 88445 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden »Um es gleich zu sagen: ich werde gesucht.« Peter Walter, des millionenschweren Betrugs mit Warentermingeschäften angeklagt, hat sich mit Frau und Tochter an die spanische Costa del Sol abgesetzt. Hier hat er Zeit, seinen Hobbys zu frönen und sein Leben Revue passieren zu lassen. Vom Fassadenputzer zum Broker und Geschäftsführer einer eigenen Anlagefirma hat es der Sohn einer Hamburger Friseuse und vieler Väter gebracht. Abonnentenwerber und Drücker war er, bevor er einem Headhunter in die Finger geriet und sein nobles Büro mit Alsterblick bezog. Sein rasanter Aufstieg wird zum Zustandsbericht aus dem »Inneren des Landes« Ende der 80er Jahre: Alles scheint möglich.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Stilistische Lesensfreude! 5 von 5 Punkten Wer Spaß an Phantasie, geschliffenem Stil und Lebensironie hat, wird dieses Buch beim Lesen lieben lernen. Nun, zum 2. Mal gelesen, fasziniert Uwe Timm (im Gegensatz zu einigen anderen seiner Bücher, Ausnahme "Currywurst") wiederum mit seiner sprudelnden Erzählung mitten aus dem Leben. I. Ortmann
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Morgen in der Schlacht denk an mich Javier Marias Taschenbuch, Juni 1999 Verkaufsrang: 133705 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Sie ist noch nicht 33, hat sowohl Mann als auch einen zweijährigen Sohn sowie ein paar außereheliche Verhältnisse. Als Martas Mann für ein paar Tage in London ist, lädt sie Víctor in ihre Wohnung ein. Noch bevor sie beide vollständig entkleidet sind, stirbt Marta unvermittelt in Víctors Armen. Das Zögern, den Ehemann zu benachrichtigen, die Furcht, die Tote und den kleinen Jungen einfach so in der Wohnung zu lassen, die Scham, Martas Ruf durch seine Existenz zu beschädigen - all das über-fordert Víctor. Er flüchtet ... »In Morgen in der Schlacht denk an mich ist wieder alles zu bewundern, was auch die anderen Bücher von Javier Marías auszeichnet: der geschliffene Stil, die präzisen Beschreibungen, die kalte Ironie.« Paul Ingendaay in derFAZ
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)
Und das Kind? 5 von 5 Punkten Was für ein Anfang. Die ersten achtzig Seiten reißen einen so mit, daß man allein wegen ihnen den Roman rühmen möchte. Die Idee ist so simpel, daß man sich fragt, warum ist vor Marías noch nie niemand darauf gekommen. Nicht nur das. In welche Richtung kann die Handlung danach überallhin aufsplittern. Marías Stil, seine Sprache, sein kalter Blick wird zumeist hervorgehoben, doch sollte man sich ruhig auch einmal dem Kern seiner Geschichten annehmen, dem was man genretypisch im Kriminalroman Plot nennt.
Ein Mann will mit einer Frau ins Bett gehen, doch sie stirbt. Sofort läuten die Alarmglocken: Wieso, warum, wer hat sie ermordet, ist sie freiwillig aus dem Leben geschieden? Nichts von alldem. Sie stirbt einfach beim ersten Rendezvous. Und was wird aus dem Kind, nachdem der Mann die Wohnung verlassen hat? Marías hält das Niveau des Anfangs. Wie er nicht nur in diesem Roman Geheimnisse entblättert, beeindruckt.
Ein sinnliches Buch des Unheimlichen. Wie eine Fahrt durch die Nacht. In den Straßen brennen Laternen. In den Wohnungen Licht. Überall Menschen mit einem Geheimnis.
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Witwe für ein Jahr John Irving Gebundene Ausgabe, Februar 1999 Verkaufsrang: 190644 John Irving-Fans dürfte es wohl kaum verwundern, daß Witwe für ein Jahr eine weitläufige Mischung aus Farce und Tragödie ist, in der es nur so wimmelt von Schriftstellern. Gleich zu Beginn ertappt die 4jährige Ruth Cole ihre melancholische Mutter Marion in flagranti mit dem 16jährigen Eddie, nachdem dieser Ted -- Ruths liebestollen Vater, dessen Ehe mit Marion nur noch auf dem Papier existiert -- nach einer von Teds Sauftouren wieder einmal nach Hause gefahren hat. Eddie schreibt den Rest seines Lebens Romane wie "Sechzig Mal", seinen Schlüsselroman über die 60 Mal, die er Marion verführt hat. Ted ist ein gescheiterter Romanschriftsteller, dem die auf Ruths Gute-Nacht-Geschichten basierenden Kindermärchen, wie z.B. "Die Maus, die zwischen den Wänden krabbelt", zu Reichtum und Ruhm verholfen haben. Marion verläßt Ruth, Ted und Eddie und entpuppt sich schließlich als erfolgreiche, unter einem Pseudonym schreibende Schriftstellerin. Von all den vorkommenden Schriftstellern ist Ruth am Ende jedoch die erfolgreichste, dank Ted, der sie frühzeitig in die Kunst des Schreibens eingeweiht hat. Er erzählt ihr nicht nur Märchen, sondern hilft ihr auch dabei, ihre eigenen Geschichten zu erfinden, die die vielen Photos in ihrem Haus erklären, auf denen ihre Brüder zu sehen sind, die in einem Autounfall ein Jahr vor ihrer Geburt ums Leben gekommen sind. Der Schmerz über den Verlust ihrer Söhne ist der Grund für Marions Unfähigkeit, Ruth zu lieben. Äußerst gelungen ist die Figur der Ruth, Irvings erste weibliche Hauptfigur. In beiden Rollen -- der des phantasievollen Kindes, das in dem Versuch, mit seiner Familie ins reine zu kommen, stark an die Werke Salingers erinnert, und der der Erwachsenen, die die Beweggründe ihrer Mutter zu verstehen oder diese zumindest zu ergründen sucht -- ist sie eine wahre Glanzleistung. Ted ist eine beißend-lustige Karikatur, dessen finstere Art und selbstgerechtes Verhalten in den unmöglichsten Situationen mysteriös und verständlich zugleich wirken. Eddie ist ein liebenswerter Schelm, doch ohne Weichzeichner gezeichnet. Was für gewaltige Szenen Irving immer wieder zu schaffen vermag! Die Geschichte vom Tod der Jungs ist nicht nur grauenerregend, sie stellt auch auf wirkungsvolle Weise den Charakter Teds dar, der sie erzählt. Der Mordversuch einer abgewiesenen Liebhaberin an Ted ist ebenso rasend komisch wie die VW-die-Marmortreppe-runter-Szene in Owen Meany (die von den Disney-Studios verfilmt wurde), allerdings nicht ganz auf einer Stufe mit der berühmten Episode von "Pension Grillparzer" in Garp und wie er die Welt sah (neu erschienen in einer Jubiläumsausgabe anläßlich des zwanzigjährigen Bestehens des Modern Library Verlags). Mit seiner Dreistigkeit kommt Irving mit praktisch jeder Szene, die ihm in den Sinn kommt, beim Leser durch: Ruth wird in Amsterdam zufällig Zeugin des Mordes an einer Prostituierten, ein holländischer Detektiv stellt ihr nach (natürlich gerade zu dem Zeitpunkt, als Ruth Marion auf den Fersen ist), und schließlich münden die verschiedenen Handlungsstränge alle in einer Schlußszene, die beinahe mit der Anfangsszene des Buches identisch ist. Erzählt wird die Geschichte im maßlos zufälligen und dennoch absolut realistischen Stil eines Charles Dickens, begleitet von einer reflektierten Scherzhaftigkeit, die an Irvings Mentor, Kurt Vonnegut, erinnert. --Tim Appelo
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 94 Bewertungen)
Was will man mehr? 5 von 5 Punkten Eine Message an alle Kraft-Fahrenden: Schlage als Linksabbieger nie die Räder vorzeitig ein! Es könnte ein Auffahrer daherbrausen, der dich unverhofft auf die Gegenfahrbahn befördert, und das Schicksal nimmt seinen verhängnisvollen Lauf &
So auch in diesem Opus aus Irvings Bestsellerwerkstatt. Die Folgen eines Autounfalls sind zu einem phantasiereichen Gespinst spannender Begebenheiten verknüpft. Die Akteure Schriftsteller, ein erwartungsvoller Praktikant, Prostituierte, Polizisten, unglückliche Mütter und Journalistinnen agieren auf Schauplätzen wie Long Island, Paris, auf der Frankfurter Buchmesse und in den legendären Rotlichtvierteln von Amsterdam. Und alles dreht sich um die Liebe, der man von Herzen ein Happy-End wünscht. Kann ein Leser mehr verlangen?
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Sehr blaue Augen Toni Morrison Taschenbuch, März 2000 Verkaufsrang: 33681 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Ich zerstörte weiße Babypuppen." Die Reaktion eines kleinen Mädchens, das nicht versteht, warum es nicht so blaue Augen hat, wie die Puppen (die es nicht besitzt) oder wie die Kinder in der Schulfibel. Und warum haben alle, die das kleine Mädchen kennt, braune Augen und braune Haut - Mutter, Vater und Schwester, angesehene Gemeindemitglieder und Prostituierte? Nobelpreisträgerin Toni Morrison hat in ihrem Romandebüt mit eindringlicher Schlichtheit beschrieben, was es heißt, als Schwarze in einer schwarz-weißen Welt aufzuwachsen, einer Welt mit Ein- und Ausgrenzung, Wundern und Schrecken...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
schmales Bändchen, große Literatur 5 von 5 Punkten Dies ist wirklich ein großartiger Roman. Auf wenigen Seiten erzählt Toni Morrison so viel - das allein ist hohe Kunst.
Auch ich habe länger für die Lektüre gebraucht, weil sie intensiv ist, weil man jedes Wort dieser Sprache genießen möchte, aber auch, weil es eine harte Geschichte ist. Dabei fühlt sich Morrison in jeden Charakter so ein, dass es weh tut: Man spürt nicht nur die Schmerzen und das Unverständnis der gehassten, sich selbst hassenden und missbrauchten Pecola. Am Beispiel der anderen Protagonisten kann man nachvollziehen, wie es ein wenig Erleichterung verschafft, den erfahrenen Hass weiterzugeben oder aber auf zerstörerische Art nach Liebe und Anerkennung zu suchen. Man versteht, warum ein kleiner Junge (Junior) Pecola misshandelt, warum Mrs. Breedlove sich an ihrem trinkenden Mann vergeblich abarbeitet (eine bessere Beschreibung von Co-Abhängigkeit habe ich nie gelesen!), und selbst die Handlungen des Vergewaltigers kann man irgendwie nachvollziehen - das macht es so hart.
Sprachlich reine Poesie, wirklich große Literatur - und dabei politisch: Es geht um ein System von Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Klasse und Geschlecht, was das mit dem Einzelnen macht und wie sich dieses System auf fatale Weise selbst reproduziert. Ich bin mir sicher, der Leser soll eine Art Schock erleiden - um dann dieses System aufzubrechen, daraus auszubrechen. Aber dann ist es eben doch "nur" Literatur; sie kann zu nichts zwingen, kann beiseite gelegt und im Bereich der Fiktion verortet werden.
Ich habe Bücher bisher nie zwei Mal gelesen, aber mit "Sehr blaue Augen" feiere ich sicher Premiere.
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Selim oder Die Gabe der Rede Sten Nadolny Sondereinband, Juli 2007 Verkaufsrang: 141288 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Der eine will um jeden Preis ein großer Redner werden, obgleich ihm nichts schwerer fällt als das freie Sprechen. Der andere träumt von einem sorglosen Leben inmitten einer Schar von Freunden. Nichts scheint Alexander, den neunzehnjährigen Studenten aus Rosenheim, und Selim, den einundzwanzigjährigen Amateurringer aus der Südtürkei, zu verbinden - bis Alexander in Selim den geborenen Erzähler und seinen möglichen Lehrmeister entdeckt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Die Rede, Das Erzählen, Deutschland und die Türkei 4 von 5 Punkten Ein sehr langatmiges Buch, das von den 60er Jahren bis in die 90er den Lebensweg der Hauptperson Alexander schildert. Das ganze wechselt von Tagebucheintragungen bis zu der erzählten Geschichte, über die in den Tagebüchern wiederum als Roman geschrieben wird, den unsere Hauptperson schreiben will. Diese Schreibform hat durchaus etwas erfrischendes, weckt das Gefühl, als hätte der Autor hier selbst mitgespielt, und gleichzeitig als wäre dieser Alexander sehr lebendig, ehrlich, wie er da schreibt. Inwiefern sich der Autor hier selbst mit seiner Hauptperson identifizieren kann, interessant wäre es, wenn auch nicht unbedingt wichtig, man stellt sich diese Frage bei diesem Roman jedenfalls leicht aufgrund der Art wie es geschrieben ist.
Inhaltlich wird zum einen das Leben, die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland in genannter Zeitspanne geschildert. Hier erzeugt das Buch eine durchaus gelungene Atmosphäre, allerdings ist der Blickwinkel nicht sehr allgemein gehalten, eher immer aus Sicht der jeweiligen Personen der Handlung, hier natürlich auch aus der der Türken.
Zum anderen werden Gedanken über die Rede, über das Erzählen an sich, über Diskussionen, über politisches Erörtern geformt, treiben durch das ganze Buch dahin, berühren hier und da philosophische Grenzen, um sich schliesslich auch in einfachen Lebensweisheiten wiederzufinden.
Zum dritten wird am Schluss des Romans die Türkei in den Mittelpunkt gerückt. Und die Türken. Hier wird die Atmosphäre gleich noch besser, diesen Schluss habe ich sehr genossen, und gegenwärtig ist die Türkei durch Orhan Pamuk als Literaturnobelpreisträger wieder brandaktuell, und dadurch auch eventuell dieses Buch hier von Sten Nadolny.
Dennoch hat es neben seiner Langatmigkeit auch andere Schwächen. An den im Buch erwähnten Spruch "Man soll eine gute Geschichte nicht durch die Wahrheit verderben" wird sich scheinbar mit Absicht nicht gehalten, was zwar eine gute weil gewagte Idee ist, aber den Leser doch irgendwie ein bisschen enttäuscht zurücklässt. Die Ideen der Hauptperson wandeln sich durch seine launige Art fast zu extrem, zu sehr ein hin und her bei dem man die Richtungen manchmal nicht deutlich ausmachen kann.
Fazit: Trotz kleiner Schwächen ist dieses Buch sehr lesenswert, vor allem für Leute die dieser Generation angehören (ich selbst bin ein zwei Generationen jünger, dennoch war die Atmosphäre auch für mich noch gut fühlbar). Zudem ist wie erwähnt die Türkei ein aktuelles Thema, auch wenn hier die in Deutschland lebenden Türken eher im Mittelpunkt stehen und nicht die Türkei selbst. Eine schöne Beschreibung Istanbuls findet sich dennoch.
Ein wunderbares Buch! 5 von 5 Punkten Sten Nadolny schildert in seinem Buch nicht nur die Geschichte des türkischen Einwanderers Selim und die des jungen Deutschen Alexander, sondern vermittelt auch ein Bild der BRD von den 60er bis zu den 80er Jahren. Dabei verfolgt Nadolny einen ganz eigenen Standpunkt, der z.B. die Geschehnisse von 1968 in einem anderen Licht erscheinen lässt als man das normalerweise gewohnt ist. Nadolny versteht es so gut, sich in seine Charaktere hineinzuversetzen und ihren Gefühlszustand mal ernst mal lustig und ironisch zu schildern, dass man dieses Buch kaum aus der Hand legen kann. Ganz wunderbar beschreibt Nadolny u.a. die Ankunft türkischer Gastarbeiter in Deutschland. Man kann dabei herzlich lachen und mitfühlen, bekommt aber auch gleichzeitig ein Bild der BRD aus anderer Perspektive vermittelt. Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen! |
Das normale Leben Dieter Wellershoff Broschiert, April 2007 Verkaufsrang: 198967 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Männer, Frauen, Katastrophen zehn brillante Erzählungen vom Meister des psychologischen Realismus. Ein Mann macht sich aus seinem langweiligen Leben davon, ein dem Herztod Entronnener will nicht in den normalen Alltag zurück
Nuancenreich, eindringlich und berührend führt der große Erzähler Dieter Wellershoff in seinen Erzählungen Wendepunkte des Lebens vor, berichtet von ergriffenen und verpassten Chancen, kühlen Phantasien und kleinmütigen Fluchten. Ein so unterhaltsames wie weises Buch von der ewigen und ewig vergeblichen Suche nach dem Glück.
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Day A. L. Kennedy Gebundene Ausgabe, August 2007 Verkaufsrang: 118093 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 'Day' ist ein großer Roman über die Brutalität des Kriegs und seine Schrecken, über Freundschaft, die im Angesicht ständiger Todesgefahr entsteht und über die Unwägbarkeiten und Verwicklungen der Liebe. Erstaunlich leicht und ungezwungen erzählt A. L. Kennedy von der Last der Geschichte und von denen, die sie überlebten. Alfred Day kam der Krieg sehr gelegen. Auf der Suche nach Lebenssinn und Erfüllung fand er hier endlich seine große Aufgabe, echte Freunde und die große Liebe. Sein Leben begann und endete mit dem Zweiten Weltkrieg. In der Air Force ist er zum Mann gereift, als Heckschütze eines Lancaster-Bombers fand er seine Bestimmung, in der Crew seine Familie und in Joyce seine große Liebe. Worauf er nicht vorbereitet war, ist die Zeit danach, die Kriegsgefangenschaft und die Leere, die sich mit dem Frieden einstellt. Seine Crew ist tot, und Joyce hat er offenbar verloren.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Großartiger Roman über die Grausamkeiten des Krieges 5 von 5 Punkten Die schottischen Erfolgsautorin A. l . Kennedy hat mit Day" wieder einen großen Roman geschrieben. Sie schildert darin, neben allen Brutalitäten und Grausamkeiten eines Krieges, die Geschichte des Bordschützen Alfred Day, dem der Krieg zunächst, auf seiner Suche nach Lebenssinn, scheinbar die Erfüllung zu sein schien. Doch sein Leben begann und endete mit dem Zweiten Weltkrieg, denn er verlor schließlich seine Lebensaufgabe, seine Freunde und seine große Liebe. Zunächst reifte er in der Air Force zum Mann, dann als Heckschütze eines englischen Lancaster-Bombers wurde er zum Helden. Die Crew seines Bombers war eigentlich seine Familie", wenn er auch in Joyce seine große Liebe fand. Worauf er nicht vorbereitet war und womit er nicht fertig werden konnte, war die Zeit nach dem Krieg.
Day gehörte zu der Besatzung, die unter anderem Hamburg bombardiert hat und diese schreckliche Bombardierung von Hamburg spielt eine große Rolle in diesem außergewöhnlichen Roman. Nach dem Krieg ist seine Crew tot, Joyce hat er scheinbar verloren. Die Kriegsgefangenschaft und die absolute Leere nach Ende des Krieges, die Unmöglichkeit die Kriegserlebnisse zu verarbeiten, davon handelt die Story. Kennedy erzählt vom Kampf gegen Hitler-Deutschland und liefert mit der Geschichte über die immer gleichen schrecklichen Kriegerlebnisse einen psychologischen Vergleichsmaßstab für den Irakkrieg unserer Tage.
Ein großartiges Buch mit einer extremen Klarsichtigkeit und fiebrigen Empfindsamkeit geschrieben. Die Autorin ist in Deutschland sehr erfolgreich, zumindest bei der Kritik.
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Buch der Illusionen Paul Auster Taschenbuch, Oktober 2003 Verkaufsrang: 88632 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Professor David Zimmer ist ein gebrochener Mann, seit seine Frau und seine Kinder bei einem Flugzeugabsturz starben. Nur die Arbeit an einem Buch über einen 1929 verschollenen Stummfilmkomiker namens Hector Mann erhält ihn am Leben. Dann geschieht Seltsames: Eines späten Abends taucht eine attraktive junge Frau bei Zimmer auf und verlangt von ihm, sofort mit ihr nach New York zu fliegen. Mann lebe noch und wolle ihn sprechen. Als Zimmer ablehnt, zückt die Frau einen Revolver... Auch als Hörbuch erhältlich
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 24 Bewertungen)
Bester Auster 5 von 5 Punkten Vielleicht lag es ja daran, dass dieses Werk mein erster Auster war - doch es ist trotzdem unschlagbar. Es kommt nur selten vor, dass ein Buch mich zum Weinen bringen kann, und auch zum Lachen, aber Auster ist es mit diesem Buch gelungen. Unglaublich einfühlsam geschrieben und voll Spannung! Also nur jedem zu empfehlen!
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Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause Frederic Beigbeder Taschenbuch, November 2001 Verkaufsrang: 195831 Der Held dieses Romans ist ein großer Dürrer mit zwei Nasen. Er studierte Jura und Politikwissenschaften und liebte immer schon Feste. Mit dieser Neigung verdient er dann als Gesellschaftschronist auch sein Geld. Zur Vervollständigung seines Bildes müsste man noch erwähnen, dass er übermäßig Alkohol konsumiert, Drogen mag er nicht, dass er sich für Comics interessiert, in einer dynamisch jungen "leichten" Beziehung lebt und mit seinen Freunden als "Spöttischer Heuchler" die Pariser Gesellschaft aufmischt. Zu der Zeit war alles "groß", es gab keinen Grund zur Klage. Kurz: Das Leben war leicht für Marc Maronnier. Bis er auf unkonventionelle Weise Anne kennen lernt und sich daraus eine weniger unkonventionelle Liebesgeschichte entwickelt. Zu seiner Kristallisation, heute auch Flash genannt, zählen ein vergeigter Antrittsbesuch beim Vater Annes, aufwändiges ihr Hinterherlaufen, das selbstverständlich als solches nicht zu erkennen sein darf, lächerliche Eifersuchtsszenen und in Prag dann "das Fühlen, wie lehr sein Leben ohne sie wäre". Frédéric Beigbeder, bekannt durch seinen Roman "39,90", in dem er kritisch mit der Werbebranche abrechnet, präsentiert mit seinem ersten Roman Lesung, Spieldauer: ca. 104 Minuten, 2 CD. Mit Booklet. -- culture.text
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)
Amüsant 5 von 5 Punkten Der ganz normale Wahnsinn und die Zufälle des Lebens auf knapp 100 Seiten. Manche Menschen sollte man einfach nicht verlieren... Tolles Buch !
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Leere umkreist von Land. Australien: Reisen in Australien Cees Nooteboom Taschenbuch, 18. Juni 2008 Verkaufsrang: 197180 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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