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Seite 24

Die Schöne Schrift - Rafael ChirbesDie Schöne Schrift
Rafael Chirbes

Broschiert, Juli 2007
     Verkaufsrang: 68450      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Ana, eine einfache spanische Frau, lebt in Bovra, in der Gegend von Valencia. Am Ende ihrer Tage zieht sie für ihren Sohn ihr Resümee. In einem inneren Monolog, in kurzen Episoden, deren Abfolge ihr die Erinnerung diktiert und nicht die Chronologie der Ereignisse, erzählt sie vom Krieg und wie sie seinen Vater kennengelernt hat.

Als ihr Ehemann von der Front zurückkehrt, wird sein jüngerer Bruder Antonio von den Falangisten verhaftet. Die hungrigen, armseligen Nachkriegsjahre in Spanien beginnen und Ana und ihr Mann ahnen noch nicht, daß ihr Leben auf etwas Unvermeidbares zuläuft.

Antonio kommt frei aus der Haft und zunächst scheint das Glück im kleinen Rahmen denkbar. Doch eines Tages bringt er Isabel mit. Sie ist die Frau, die englisch spricht, mit wunderschöner Schrift melancholische Tagträumereien in ihrem Tagebuch festhält und Antonio seiner Familie entreißt, da die beiden beschlossen haben, den steilen Weg des finanziellen Wohlstands zu erklimmen.

Rafael Chirbes beschreibt das harte, schwere Leben einer einfachen spanischen Frau in skelettartigen Sätzen. Schlaglichtartig leuchtet er kurze Episoden ihres Lebens aus.

Mit ungeheurer Raffinesse macht Chirbes deutlich, daß häufig die großen, historischen Umwälzungen für die Betroffenen eine Menge Leid und Not mit sich bringen, doch in der Solidarität im gemeinsam erlittenen Elend läßt sich alles ertragen. Viel schwieriger und hoffnungsloser ist der Kampf im Kleinen innerhalb der Familie. Hier ist oft das Zusammentreffen zweier Personen gleich einem Tropfen Gift, der das Mahl für alle ungenießbar macht. --Manuela Haselberger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Geschichte vom wahren Leben...      5 von 5 Punkten
Eine einfache, ehrliche Frau schreibt ihr Leben auf. Ein hoffnungsloses Leben voller Entbehrungen und Enttäuschungen.
Dennoch jammert sie nicht, sondern erzählt von diesem Leben, als läge sie eine Beichte ab, als wäre das ganze Unglück ihre eigene Schuld.
Keine Hoffnung, die nicht doch enttäuscht wurde, keine Verletzung, die ihr erspart blieb, keine Lüge, die folgenlos geblieben wäre, keine HappyEnds.
Sie erzählt von Jahren des Hungers, des Krieges, der Kälte und Angst, von aufkeimender leiser Hoffnung und das vielleicht bald schon alles besser würde und dem dann umso schmerzlicheren enttäuscht werden. Sie erzählt von ihren Toten, den geliebten, vermissten, gehassten und gefürchteten.
Die Geschichte guter, ehrlicher Menschen, die nicht belohnt werden.


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Menschenkind - Toni MorrisonMenschenkind
Toni Morrison

Broschiert, Januar 2007
     Verkaufsrang: 24513      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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1885, zwanzig Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Sethe hat den Tod ihrer Lieblingstochter nie verwunden. Deren Geist treibt nun, achtzehn Jahre später, in ihrem Haus sein Unwesen. Als Paul, ein alter Leidensgenosse von der Plantage, sie besucht, ruft er dunkle Erinnerungen wach, aber er weckt auch Hoffnung auf einen Neuanfang.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Preisgekröntes Meisterwerk      5 von 5 Punkten
Toni Morrisons Roman "Menschenkind" ist düster und unheimlich. Die Negerin Sethe versucht, nach ihrer Flucht vor ihrem Herrn ein normales Leben in Freiheit zu führen. Doch ihre Vergangenheit holt sie ein. In ihrem Haus scheint es zu spuken, ein Mädchen taucht wie aus dem Nichts auf und macht Denver, der jungen Tochter Sethes, und Paul, ihrem alten Freund und Liebhaber, das Leben schwer. "Menschenkind", so nennt sich das Mädchen, nimmt Sethe immer mehr für sich ein, und dafür scheint ihr jedes Mittel recht. Sethe beginnt zu verstehen und versucht, das Unentschuldbare wieder gutzumachen...
Das Buch ist viel subtiler und besser als der Film, das Lesen lohnt!


Der Prinzipal - Bodo KirchhoffDer Prinzipal
Bodo Kirchhoff

Gebundene Ausgabe, 21. Februar 2007
     Verkaufsrang: 137519      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 15,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Nach einem Ausflug ins italienische Meer kehrt der Prinzipal an Bord des luxuriösen Boots zurück. Dort erwartet ihn bereits der Enkel, mit der unerbittlich laufenden Videokamera, und mit einer ganz besonderen Geburtstagsüberraschung: einer fast nackten, unglaublich verführerischen Frau, die er, der Enkel, kurz zuvor vor dem Ertrinken gerettet hat. Der Prinzipal muss nicht lange überlegen, um zu entscheiden, was zu tun ist. In der Nähe vor Assenza gäbe es eine kleine Insel, informiert er den Enkel, auf der er die unbekannte Schönheit für die offizielle Rettung deponieren wolle. Proteste des Enkels werden abgeschmettert. „Man muss Herr der Lage bleiben und seine Entscheidungen treffen“, heißt es in der Erzählung Der Prinzipal des deutschen Bestsellerautors Bodo Kirchhoff. Und sich entscheiden bedeutet, sich das geplante Fest nicht kaputt machen zu lassen. „Wir haben nachher einen Tisch am schönsten Platz der Welt, wir haben eine ganze Loggia für uns, direkt am Wasser. Sollen wir uns das nehmen lassen?“

Kirchhoffs Prinzipal ist ein Souverän, der sich den fast schon beendeten Lebensweg durch Zufälle nicht verstellen lassen will. Das ist ihm schon einmal passiert, in der so genannten Salsa-Affäre, die ihm mit einem Schlag die einflussreiche Karriere zerstört hat. An seinem Geburtstag blickt er auf sein Leben zurück und entdeckt, dass er seine Frau, die Tochter und den inzwischen 18 Jahre alten Enkel erst noch kennenlernen muss. Aus der ungewöhnlichen Perspektive des Monologs eines unabhängigen Erzählers entwickelt Kirchhoff seine Geschichte, die lange Zeit gemächlich vor sich hinplätschert, bevor sie in einem dramatischen Finale mündet: gut gemacht und schön erzählt.

„Dein Großvater hat sich immer nur von Vernunft leiten lassen“, schreibt Kirchhoff einmal in Der Prinzipial, „und wenn dies nach Regeln geschah, die nicht die Regeln der Mehrheit waren, so war auch das vernünftig!“ Bei seinem Buch hat sich Kirchhoff der klassischen, „vernünftigen“ und nach klaren Regeln konzipierten Form der Novelle angenommen. Und gerade diese Strenge gibt ihm die Freiheit zu einem kleinen Meisterwerk. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de



Eine persönliche Erfahrung - Kenzaburo OeEine persönliche Erfahrung
Kenzaburo Oe

Taschenbuch, Januar 1991
     Verkaufsrang: 42609      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Mit der Geburt seines ersten Sohnes verändert sich für den Lehrer Bird schlagartig das Leben: Das Baby leidet an einer Gehirnhernie, und der junge Vater sieht sich mit der Frage konfrontiert, ob lebenserhaltende Maßnahmen eingeleitet werden sollen. Wer soll diese Entscheidung über Leben und Tod fällen? 'Eine persönliche Erfahrung' erzählt das Schicksal von Kenzaburo Oes Sohn, über dessen Leben der Autor zu entscheiden hatte. Heute ist Oes Sohn ein erfolgreicher Komponist und Musiker.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Von Träumen, Whisky und Monsterbabys      5 von 5 Punkten
Bird ist Ende zwanzig, ein abgebrochener Literaturstudent im Tokio der frühen sechziger Jahre. Durch die Stadt irrend fühlt er, wie seine Jugend zu Ende geht, ohne dass er seinen Lebenstraum, nach Afrika zu fahren, verwirklicht hat. Die bevorstehende Geburt seines ersten Kindes erscheint ihm als das endgültige Ende seiner Freiheit und seine Befürchtungen steigern sich zum Entsetzen, als er wenig später erfährt, dass sein neugeborener Sohn an einer schweren Gehirnanomalie leidet. Allein, ohne Kontakt zu seiner Frau, die unwissend und isoliert in einem Krankenhaus liegt, steht er vor den Trümmern seiner bisherigen Existenz. Er versucht, vor der Realität des „Monsterbabys“ zu fliehen: in Alkoholexzesse und zu Himiko, einer alten Freundin, die seine Geliebte wird. Er hofft, dass sein Kind stirbt und als Folge davon seine Frau die Scheidung verlangt. Aber das Baby zeigt einen zähen Lebenswillen und übersteht sogar Birds Versuch, es mit Hilfe der Ärzte an Mangelernährung sterben zu lassen. Damit Bird wieder frei wird und sie gemeinsam nach Afrika gehen können, fassen Himiko und er einen neuen Plan…
Mit schonungsloser Wahrheitsliebe und einer krassen, sezierenden Genauigkeit setzt sich der Autor in diesem autobiografisch geprägten Roman über Tabus und Klischees hinweg und legt ohne jede Moralisiererei eine existenzielle Entscheidungssituation offen: Bird steht zwischen den eigenen Träumen und Wünschen und der Verantwortung für sich und sein Kind. Ein Buch, bei dem das Lesen selbst zur Erfahrung wird, denn jeder, der mal jung war oder es noch ist, wird Bird mit seiner Unsicherheit und seiner Sehnsucht nach einem freien Leben verstehen. Witzig ist es übrigens auch immer wieder. Und die Beschreibung von Birds Elend nach einer durchzechten Nacht ist die beste, die ich bisher zu diesem Thema gelesen habe.


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Was bleibt: Erzählung - Christa WolfWas bleibt: Erzählung
Christa Wolf

Broschiert, 26. September 2007
     Verkaufsrang: 212320      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der morgendliche Blick durch die Vorhänge zeigt es: Wieder steht das Auto mit den unauffälligen Männern von der Stasi vor der Tür. Die Ich-Erzählerin, eine Schriftstellerin aus Ostberlin, weiß sich unter ständiger Beobachtung, in ihrer Wohnung, beim Telefonieren, auf dem Weg zu einer Lesung. Doch am Ende dieses Tages werden sich auch Lücken im System gezeigt haben, die Anlaß zu Hoffnung geben.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 15 Bewertungen)

noch immer aktuell      5 von 5 Punkten
Die von der Autorin 1976 gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR mitinitiierte Unterschriftensammlung endete für sie in einer Umwandlung einer schon seit 1969 bestehenden verdeckten Überwachung durch die Stasi in eine offene. Von dieser Zeit berichtet die Erzählung.
Sie handelt von den Folgen der Beobachtung und der dadurch entstehenden Gefühle, Verunsicherungen und Veränderungen im alltäglichen Leben einer Schriftstellerin. Diese befindet sich in einem ständigen inneren Monolog, in einer permanenten Selbstbefragung und - prüfung. Ziwschenzeitlich wird in drei Personenebenen erzählt, die sich dem Leser schnell erschließen.
Ein Alltag wird erzählt, der keiner mehr ist, wenn man sich ständig der Observation bewusst ist und verschiedenste Wege finden muss, sich doch zu verständigen.
Die erzählten Methoden der Stasi lassen sich gut nachvollziehen und erwecken beim Lesen ein beklemmendes Gefühl.


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Bis ich dich finde - John IrvingBis ich dich finde
John Irving, Dirk van Gunsteren, Nikolaus Stingl

Gebundene Ausgabe, Januar 2006
     Verkaufsrang: 39566     

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Fast möchte man John Irving bedauern. Kaum legt er einen neuen Roman vor (noch immer ein Ereignis, bei dem die literarische Welt den Atem anhält), stürzt sich die vergleichende Irving-Wissenschaft auf das Werk. Ist er wieder in Form? Ein neuer Garp? Besitzt er gar die Größe von Gottes Werk und Teufels Beitrag? Kann er Owen Meany toppen, Zirkuskind und Die vierte Hand, diese vorübergehende schriftstellerische Talsohle, vergessen machen? Amerika ist, wie man hört, enttäuscht. Aber, warum nur? Vielleicht ist es an der Zeit, die Irving-Richterskala der völlig überzogenen Erwartungen auf Null zurückzustellen, um den Zauber erneut empfinden zu können. Dann nämlich stellte sich sehr schnell heraus, mit welch magischen Erzählkräften Irving uns im Handumdrehen in seine Welt hineinzuziehen vermag. Die traurige Welt von Alice, der schottischen Tätowiererin und Jack Burns, ihrem vierjährigen Sohn. Ein treuloser Liebhaber und Vater wird gesucht.

1.140 Seiten, eine Langstrecke, die bei einem solchen Erzfabulierer leicht ins Uferlose führen kann. Auf Alice' und Jacks einjähriger Spurensuche durch Nordeuropas Hafenmetropolen, Kirchen und Bordelle, in denen der Orgelvirtuose William Burns seine Duftmarke hinterließ, präsentiert Irving -- typisch -- ein Panoptikum skurriler Figuren. Amsterdams Prostituierte, Helsinkis Tätowierer und unzählige blutjunge Chormädchen können ein Lied singen von der Spur, die der charmante Organist hinterlassen hat, der sich auf jeder seiner unseligen Stationen zum lebenden Notenblatt tätowieren lässt. Die schöne Alice, selbst eine Meisterin der Nadel, interviewt deflorierte Mädchen und Orgelnovizen (deren Auskünfte sie schon mal mit kostenlosen Tattoos und Liebesdiensten belohnt). Das Phantom des sexbesessenen flüchtigen Vaters aber ist stets einen Schritt voraus. Zwischen Tatovør-Ole, Herzensbrecher-Lars, Bach, Händel, sowie der halben Amsterdamer Rotlichtbesetzung, wächst der vierjährige Jack in eine merkwürdige Welt hinein.

Im zweiten Teil des Romans findet Klein-Jack sich als einer der wenigen männlichen Schüler in der St. Hilda Mädchenschule in Toronto wieder, Gelegenheit für den in erotischen Dingen ohnehin nie zaghaften Irving, seinem Affen gehörig Zucker zu geben. In dieser sexuell ausgehungerten Umgebung erschließt Emma Oastler, Jacks Tutorin, dem Jungen die tiefere Bedeutung eines der Lieblingsmotive seiner Mutter: Jack darf die "Rose von Jericho" entblättern. Eine Kindheit an der Seite starker älterer Frauen findet seine Entsprechung. Nach Schultheater und einem Ausflug ins Softpornogewerbe (erneut ein Irving-Festival), landet der schöne Jack schließlich als gefeierter Transvestiten-Darsteller in Hollywood (ein Irving-Eldorado der großen Namen). Jahre später wird der erfolgreiche Schauspieler den Auftrag seiner inzwischen verstorbenen Mutter erfüllen. Die Suche nach dem Vater geht weiter. Und zeitigt überraschende Ergebnisse.

Ein überschäumender, zuweilen überkonstruierter und vor allem überlanger Lebensbogen. Dennoch -- vergesst Garp und alle Bären! Wäre dies der Erstling eines unbekannten Schriftstellers, die Jubelfeiern nähmen kein Ende! --Ravi Unger

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 91 Bewertungen)

Irving - auf immer Irving !      5 von 5 Punkten
Ich für meinen Teil habe das Buch verschlungen und hatte nicht ein einziges Mal das Gefühl, auf langatmige Passagen zu stoßen. Die letzten 300 Seiten habe ich an einem Abend gelesen und nur deshalb gemerkt, dass es viel ist, wiel ich danach zwei Tage nicht mehr auf dem Stuhl sitzen konnte, auf dem ich beim Lesen saß.
Die Charaktere sind so lebendig, dass ich auch jetzt nach einigen Monaten noch immer das Gefühl habe, mit ihnen in einem Raum zu stehen, sie agieren zu sehen und zu fühlen, was sie in ihrem Inneren ausmacht.
Für mich ist dieser Irving besonders gut gelungen, doch da ich die anderen Bücher von ihm qualitativ nicht darunter ansiedeln würde bleibt mir nur zu sagen: Irving - auf immer Irving !


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Der Freund und der Fremde - Uwe TimmDer Freund und der Fremde
Uwe Timm

Gebundene Ausgabe, August 2005
     Verkaufsrang: 151270      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 16,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Eine Beschreibung des berühmten Fotos steht auch am Beginn von Uwe Timms 68er-Roman Heißer Sommer: Benno Ohnesorg liegt auf dem Boden, eine schöne junge Frau, ihre Hand unter seinem blutenden Kopf, blickt ratlos in die Kamera. Schon gleich damals, bekennt Uwe Timm, wollte er über den Schulfreund, dessen skandalöser Tod zum Fanal der Studentenbewegung wurde, unbedingt schreiben. Aber es gelang nicht, auch ein zweiter Versuch Jahre später scheiterte. "Es blieb aber der Vorsatz, mehr noch, die Verpflichtung über ihn zu schreiben. Ein Erzählen, das nur gelingen konnte -- und diese Einsicht musste erst wachsen --, wenn ich auch über mich erzählte". Über 40 Jahre nachdem sich Timm und Ohnesorg in einem Braunschweiger Kolleg, auf dem man das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachholen konnte, kennen lernten, gelang es: ein wunderbares Buch über eine kurze, intensive Freundschaft. Und wie in Am Beispiel meines Bruders nimmt Timm tatsächlich diesen Umweg über das eigene Ich. Mehr noch als über Benno Ohnesorg und die Freundschaft zu ihm erfahren wir über den jungen Uwe Timm, der nach dem frühen Tod des Vaters mit 18 dessen Kürschnerbetrieb übernehmen muss, aber eigentlich und unbedingt Schriftsteller werden will.

Keine chronologische Erzählung, sondern ein Erinnerungsmosaik, Bilder und Fragmente, Anekdoten, geschickt komponiert, die ein lebendiges Bild ergeben vom Jungsein in den 60ern, dem Hunger nach Bildung, dem jugendlich-idealistischen Streben nach Kunst, Literatur, Philosophie, erste eigene Texte und Gedichte, die man sich gegenseitig vorliest: "Einmal, im Sommer des zweiten Jahres, als wir an der Oker saßen, in der Stille eines sich langsam auftürmenden, durch keinen Windstoß sich ankündigenden Gewitters, und uns über Gefühl und Sprache unterhielten, über uns, in dem eben noch blauen Himmel, grauschwarz das tiefhängende Gewölk, las er mir, was er sonst nie tat, ein nicht fertiges Gedicht vor. Noch fehlte die letzte Strophe. […] Als er geendigt hatte, sagte keiner von uns ein Wort, und wir sahen den Regen näher kommen, eine dicht fallende gesträhnte graublaue Front, in der die Blitze niederfuhren, und der Donner rollte über die Wiesen und Felder heran, mit einer Wucht, die sich auf die Brust legte, einen Moment gelähmt, nicht vor Schreck, sondern innig beglückt standen wir und wurden in diese Flut eingetaucht."

Da ist viel Poesie in Timms Worten, ein bisschen Wehmut, aber auch Erinnerungsfreude an den Gefühlsüberschwang der jungen Jahre. Und auch wo Timm für das Buch wie ein Journalist recherchiert -- er spricht mit Freunden und Verwandten Ohnesorgs, findet sogar die fremde Frau von dem Foto --, bleibt er ganz Dichter, wird nie zum sachlichen Chronisten. Einerseits also die unvermeidliche Distanz der verstrichenen Jahrzehnte, andererseits dieser persönliche Ton -- diese Mischung macht das Buch zu einem der berührendsten und eindrucksvollsten Werke Uwe Timms -- das zudem beweist: In der Literatur ist später manchmal besser. --Christian Stahl

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)

Abtauchen in eine nachwirkende Zeit      5 von 5 Punkten
Uwe Timms Erzählung ist von vielen Ort- und Zeitwechseln geprägt und lässt die Zeit der 60er Jahr enoch einmal so richtig aufleben.
Die Stimmungen in der Politik und in der Gesellschaft, die Nachwirkungen des Krieges und die widersprüchlichen Darstellungen und Postenbesetzungen in der Nachkriegszeit werden hier zu einem interessanten Bündel zusammengetragen. Besonders hervorzuheben sind die vielen literarischen und politischen Querverweise sowie die anrührige und respektvolle Art, mit der Uwe Timm seine Erinnerungen an Begegnungen mit Benno Ohnesorg aufbereitet. Wie sehr gesellschaftspolitische Ereignisse ins Private hineinwirken macht er auf phänomenale Weise deutlich. Und sicherlich wird man auch die wehmütige Stimmung als Leser/-in einfangen, wenn deutlich wird, was alles nicht mehr möglich ist, weil es für vieles keine zweite Chance gibt.
Sowohl für Literaturbeflissene als auch vor allem für Menschen, die sich mit Politik- und Gesellschaftsfragen befassen, ist dieses Buch eine sehr hilfreiche und weiterführende Lektüre, die auf jeden Fall nachwirkt...


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Schwarze Flut - Yasushi InoueSchwarze Flut
Yasushi Inoue

Broschiert, Februar 2007
     Verkaufsrang: 63936      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Spät erst wurde Yasushi Inoue (1907-1991) hierzulande mit den Meistererzählungen Das Jagdgewehr und Der Stierkampf bekannt. Nun ist mit Schwarze Flut endlich sein Debütroman von 1950 erschienen, der mit den beiden erstgenannten Texten eine Art Triptychon bildet. Im Zentrum steht das Psychogramm des Journalisten Hayami Takuo, der über den grausamen Mord an dem Generaldirektor der japanischen Staatsbahn Shimoyama Sadanori schreiben soll (der Fall schockierte 1949 tatsächlich ganz Japan) -- und im Zuge dessen an den Tod seiner Frau erinnert wird, die mit ihrem Geliebten Jahre zuvor ins Wasser ging.

Dabei ist die Schwarze Flut nicht nur Name jenes Gasthauses am Kap Shionomisaki, wo der Doppelselbstmord geschah, sondern zugleich (und vor allem) vielschichtige Metapher für den "schwarzen, riesigen Strom aus unzähligen anmaßenden Augen" einer sensationslüsternen Öffentlichkeit ebenso wie für die Welle alptraumhafter Bilder und Erinnerungen, die an die Oberfläche drängen und Hayami überfallen. Zugleich ist sie auch Symbol der "entsetzlich unbestimmten" Bedrohung, die das düster-nebulöse Geschehen auf jeder Seite des Romans bestimmt -- und die im Verlauf der Handlung stetig weiter wächst.

Zur Logik dieser geheimnisvoll-emotionalen Unbestimmtheit gehört es auch, dass Schwarze Flut offen endet: "und mit diesem Gefühl, den Blick seltsam distanziert, verließ er das Zimmer". So ist Inoues frühes Meisterwerk nicht zuletzt ein grandioser Vorläufer des Nouveau roman, der den Vergleich mit den besten Büchern von Claude Simon, Alain Robbe-Grillet, Maurice Blanchot oder Marguerite Duras nicht zu scheuen braucht. --Thomas Köster

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Kriminalfall als Spiegel seelischer Vorgänge - gelungen!      5 von 5 Punkten
Konkret geht es in "Schwarze Flut" um den mysteriösen Tod des japanischen Staatsbahnpräsidenten Shimoyama im Jahr 1949 und darum, wie die Redaktionen der einzelnen großen japanischen Tageszeitungen an der Aufklärung des Falles arbeiten. Während die anderen Zeitungen vertreten, daß Shimoyama ermordet wurde aufgrund der von ihm angekündigten Massenentlassungen bei der Staatsbahn, propagiert die K-Zeitung (hinter der sich die Mainichi-Tageszeitung verbirgt) unter der Federführung des Redakteurs Takuo Hayami - trotz Kritik seitens der Leserschaft und der Verlagsleitung - beharrlich die Theorie, daß sich Shimoyama selbst getötet habe und ficht damit einen einsamen Kampf aus.

Es ist jedoch nicht unbedingt Sturheit, die Hayami zu diesem Verhalten führt, sondern seine eigene Vergangenheit. Im Jahr 1933 verlor er seine damalige junge Frau Harumi durch Selbstmord. Obwohl die beiden Liebe verband, waren sie damals mit Mitte zwanzig noch zu jung, um ihre starken Gefühle in ihren Alltag einzuordnen. Als Halt empfindet Harumi daher die Bekanntschaft zum dem älteren Schlägersänger Masahiko - mit dem sie dann auch gemeinsam in den Tod geht. An dieser Stelle ist ein wenig Wissen über die Bedeutung des Selbstmordes in Japan hilfreich - dort hat dieser eine andere Bedeutung als im christlich geprägten Europa.

Je weiter die Aufklärung der Shimoyama-Affäre voranschreitet, desto stärker wird Hayami von den Gefühlen zu seiner verstorbenen Frau eingeholt. Für ihn ist alles nur noch eine schwarze Flut, die ihn zudeckt. Der Kontakt zu seinem früheren Zeichenlehrer Usan und vor allem dessen schöner Tochter Keiko, die Usan Hayami zur Frau geben möchte, ändern daran nichts. Die Geschichte des Romans wird somit mehr und mehr zum Psychogramm Hayamis, das man hier als äußerst gelungen bezeichnen kann, darin vergleichbar mit Inoues Roman "Die Eiswand". Schließlich überlagert seine Reflexion über seine verstorbene Frau die Realität völlig; als die Behörden offiziell die Selbstmordtheorie bestätigen, nimmt Hayami dies kaum mehr wahr, geschweige denn als persönlichen Erfolg.

Das Ende bestätigt diesen Rückzug ins private ebenfalls - Hayami trifft die Entscheidung, Keiko nicht zu heiraten, da er seine Gefühle für Harumi nicht überwinden kann. Diese Hinwendung ganz auf Hayamis Inneres unterstreicht finalement die - für japanische Literatur typische - Subtilität im Denken eines Menschen und wie diese das Handeln eines Menschen lenkt. Sehr eindrucksvoll - vielleicht auch nachahmenswert für unsere westliche Lebensweise, in der doch mitunter alles andere als subtil gedacht und miteinander umgegangen wird.

Mordtheorie oder Selbstmordtheorie?      5 von 5 Punkten
Als ich letzthin in der Bahnhofsbuchhandlung auf der Suche nach Lesestoff für eine längere Fahrt in den Regalen herumstöberte, stach mir der ebenso schlichte wie schöne Rücken von "Yasushi Inoue - Schwarze Flut" in die Augen. Der Bibliothek Suhrkamp sei Dank! Inoue ... ein alter Bekannter ... warum nicht?
Das Buch erschien, so lesen wir im Nachwort, als erster Roman Inoues im Jahre 1950, also nach dem fulminanten Start mit "Das Jagdgewehr", einer der bedeutendsten Erzählungen des 20. Jahrhunderts.
In "Schwarze Flut" kreuzen sich zwei völlig konträre Handlungsstränge und Zeiten. Einerseits die hektische Reportage über den mysteriösen Tod des Generaldirektors der japanischen Staatsbahnen, die aus der Perspektive einer Zeitungsredaktion photorealistisch nachgezeichnet wird. Andererseits die dumpfen Erruptionen der Ratlosigkeit, des erfolglosen Ergründens und der Melancholie der Hauptfigur Hayami, dessen Frau vor 16 Jahren völlig unerwartet mit einem zweitklassigen Schlagersänger von einer Klippe in den Tod sprang. Hayami ist die Klammer dieser beiden Geschichten. Ihm obliegt die Hauptverantwortung für die Berichterstattung über den Tod des Generaldirektors. Schon am folgenden Tag quellen in den verschiedenen Tageszeitungen des Landes übertriebene Mutmassungen über die Ursachen des Todes des Generaldirektors. Die Mordthese gewinnt zunehmend an Anhängerschaft, doch Hayami und sein Team bleiben bei einer vorsichtigen Berichterstattung, die eher auf einen Selbstmord hindeutet. Je weniger sich der Fall auflösen lässt und je verbissener die Reporter nach der Wahrheit suchen, desto mehr verlangt die Öffentlichkeit nach einer simplen Erklärung. Doch Hayami weigert sich, diese zu "erfinden", genauso wie sich der Tod seiner Frau für ihn letztlich nicht enträtselt. Ein packendes Buch!
PS: Ein Äquivalent zu Inoues Sprache findet sich in den Bildern des Regisseurs Hirokazu Koreeda in "Maboroshi no hikari" (Licht der Illusion). Umwerfend ruhig und zugleich bedrohlich!



Die Schrecken des Eises und der Finsternis - Christoph RansmayrDie Schrecken des Eises und der Finsternis
Christoph Ransmayr

Gebundene Ausgabe, Januar 2007
     Verkaufsrang: 95788      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Hamburg 1967. In einer alten, abbruchreifen Villa im feinen Harvestehude wacht Alma Schiefer liebevoll und unerbittlich über das Leben ihrer Familie. Fania ist 13, ihre zickige Schwester 17. Die Töchter wissen, dass ihre jüdische Mutter nur mit Hilfe des Vaters überlebt hat. Und die Großmutter, auch sie eine Überlebende, hält einmal im Monat mit ihren Freundinnen ein "Theresienstädter Kränzchen" ab.
"Von den Schwierigkeiten, ein Trauma zu begreifen, handelt mit Witz, Bildkraft und Wärme dieser deutsch-jüdische Familienroman." »DIE ZEIT«
"So unsentimental. So sinnlich. So schrecklich schön." >Hamburger Abendblatt


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 19 Bewertungen)

Ein tolles Buch      5 von 5 Punkten
Vor einiger Zeit las ich das Buch schon einmal. Ein Bekannter lieh es mir mit der Empfehlung: 'Das musst du gelesen haben.'
Leider konnte ich seine Begeisterung nicht teilen. Ich musste mich durch das Buch quälen. Vor ein paar Wochen hörte ich mir das Hörbuch zwei Mal an, gelesen von Ransmayr selbst. Auch das gefiel mir nicht besonders.
Nun kaufte ich mir den Band aus der SZ-Reihe. Warum, weiß ich auch nicht recht. Ich begann also zu lesen und legte es erst weg, als ich das gesamte Buch und einige Abschnitte ein zweites Mal gelesen hatte. Viele Punkte, die ich bisher kritisiert hatte, waren jetzt genau die Punkte, die mich begeisterten, nämlich das Springen durch die Zeiten und der Wechsel zwischen Dokumentation, Biographie und Fiktion. Die Erlebnisse der k.u.k.-Nordmeerexpedition sind so fesselnd beschrieben, dass man die Schrecken des Eises zu spüren beginnt.
Nebenbei bemerkt ist das Buch mit den vielen Zeichnungen wirklich schön anzuschauen.
Das Hörbuch würde ich eher mit drei als mit fünf Sternen beurteilen. Das liegt nicht an Ransmayr, der das Buch selbst vorträgt, ganz im Gegenteil, er liest hervorragend. Ich denke, das Buch eignet sich einfach nicht zum Hörbuch. Es werden immer wieder Tagebucheintragungen eingestreut, die im Buch kursiv erscheinen und damit sofort zu erkennen sind. Im Hörbuch ist dieses Stilmittel nicht möglich. Am Ende einer Passage hört man plötzlich einen Namen, z.B. Julius Payer. Nun weiß man, dass der Abschnitt ein Tagebucheintrag war, aber wo hat er begonnen?



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Späte Familie - Zeruya ShalevSpäte Familie
Zeruya Shalev

Gebundene Ausgabe, August 2005
     Verkaufsrang: 57348      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 22,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Der Zerfall einer Ehe, eine Lebenskrise, ein hoffnungsvoller Neuanfang
Eine Frau beschließt von einem Tag auf den anderen, ihre kriselnde Ehe zu beenden, sich von ihrem Mann zu trennen. Obwohl sie eine selbstständige, selbstbewusste Frau ist, sieht sie sich in der von ihr herbeigesehnten Freiheit zunächst mit einer lähmenden Angst vor der Einsamkeit konfrontiert. Sie leidet unter Depressionen und dem furchtbaren Schuldgefühl ihrem Kind gegenüber, dem sie den Vater, die Sicherheit der Familie genommen hat. Dann kommt eine neue Liebe. Eine neue Familie mit Kindern aus einer ebenfalls geschiedenen Ehe entsteht, ein hoffnungsvoller Neuanfang, der Behutsamkeit, Mut und Geduld von allen Beteiligten erfordert.


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 17 Bewertungen)

Weltliteratur!      5 von 5 Punkten
Das ist Literatur! Shalevs Erzählstil ist nicht nachzuahmen, atemlos, und sie schafft es gleichzeitig in ihrer Protagonistin zu versinken, aus ihr heraus zu schreiben und einen feinen Hauch von verzweifelt-witziger Ironie aufrecht zu erhalten, der alle Charaktere, so sehr sie seelisch verkrüppelt sein mögen, unwiderstehlich macht. Die indirekte Rede verschmilzt auf perfekte Weise mit der Erzählung und schafft einen nicht aufzuhaltenden Gedankensog, der nie trivial erscheint. Die Erzählung begeistert mich umso mehr, als es der Übersetzerin offensichtlich gelungen ist, diesen grossartigen Text so erfahrbar zu machen, als sei er so geschrieben worden, wie wir in vorfinden. Ein Meisterwerk der Gegenwartsliteratur! Sechs Sterne.


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Ohne einander: Roman - Martin WalserOhne einander: Roman
Martin Walser

Broschiert, Februar 2007
     Verkaufsrang: 92339      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Ellen, die Mutter und Redakteurin, Silvio, der Vater und Schriftsteller, die beiden Kinder - eine deutsche Familie wird von Turbulenzen zersprengt. Der rasante Roman beschreibt ihre Tragödie und zugleich die einer ganzen Gesellschaft.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

Zusammen ist man nicht selten sehr allein      4 von 5 Punkten
Die nicht enden wollende Gier nach Sex, Anerkennung, Ruhm, Unsterblichkeit, Schönheit, Jugend und, und, und.....lässt die Menschen am Ende mit leeren Händen zurück.

Ein privilegiertes, "modernes" Ehepaar mit Toleranz bis zum Kotzen; er erfolgreicher, selbstverliebter Schriftsteller, sie elitäre Redakteurin am Verwelken, zwei Kinder, ein Junge, erwachsen, ein Mädchen, fast erwachsen, im Millionärsparadies am Starnberger See. Alle verfolgen rücksichtslos ihre Ziele. Die Kinder missbilligen das Treiben der Eltern, haben aber gut von ihnen gelernt. Reichtum, Intellektualität und eine nach außen hin perfekte Familienfassade im idyllisch gelegenen Domizil am See können jedoch nicht vor Einsamkeit, Verlorenheit und tief sitzenden Versagensängsten schützen.

Der Schriftsteller Martin Walser hat mit leichter Hand ein schwergewichtiges Buch geschrieben, das beim Lesen amüsiert und unterhält. Man ist auch anderes von ihm gewohnt.

Bleibt ihm zu wünschen, dass die Starnberger Verhältnisse nicht auf den Bodensee übergeschwappt sind.


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Eros und Asche. Ein Freundschaftsroman - Bodo KirchhoffEros und Asche. Ein Freundschaftsroman
Bodo Kirchhoff

Gebundene Ausgabe, September 2007
     Verkaufsrang: 104514      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Chronik einer großen Freundschaft      5 von 5 Punkten
Bodo Kirchhoff ist ein deutscher Erfolgsschriftsteller der vornehmliche Erzählungen, Romane und Drehbücher veröffentlicht. "Eros und Asche" ist eine "Trauerarbeit" des überlebenden Schriftstellers Bodo Kirchhoff. Es ist ein Freundschaftsroman, bei dem in der Verschränkung von Gegenwart und Erinnerung, das Bild einer großen Freundschaft entsteht. Der Tod dieses Freundes war für den Autor eine Zäsur, sich über sein eigenes Schreiben und seine eigene Haltung Rechenschaft abzulegen.

Es gibt nicht viele Zeitpunkte im Leben, wo so etwas möglich ist. Dieser Moment war gekommen, als er die Nachricht von dem Tod seines Jugendfreundes erhielt. Mit ihm hat er einen intimen Freund verloren, den er seit den ersten Schultagen kannte, mit dem er Reisen unternommen hat, Bücher besprochen und die ersten Liebeserfahrungen ausgetauscht hat und den er später nach dem Studium, aus welchen Gründen auch immer, aus den Augen verloren hat.

Bodo Kirchhoff geht es um die Beschwörung des Abwesenden, die grundsätzliche Vergegenwärtigung der eigenen Existenz und deren Lebensphasen die eng verbunden sind mit denen des Jugendfreundes M., einem tragisch Begabten, der im Laufe der Jahre immer melancholischer wird, erkrankt, schließlich einsam und verarmt im Alter von 58 Jahren stirbt. Kirchhoff erzählt nicht isoliert von diesem Freund, denn das wäre ein Bericht über ein zersplittertes und zerfasertes Leben gewesen, denn es hat eigentlich nach der Jugend geendet und so konnte der Autor die Kontinuität nur dadurch herstellen,in dem er die Kontinuität seiner eigenen Gegenwart zur Messlatte genommen hat.

Das Zentrum des Buches, der eigentliche Glutkern, ist quasi die erotische, fast sexuelle, aber nie homosexuelle, - das betont der Autor ausdrücklich-, Beziehung zu diesem Freund, eine Jugendfreundschaft, die eine Intensität gewinnt, die man eben später nie mehr haben und erreichen kann. Man erkennt das Bemühen des Autors, diese Intensität in das Buch und vor allen Dingen in die Sprache hinein zu tragen. Das war sicher die Anstrengung des Buches, der Rückblick und die Passagen, wo der Autor auf sich selbst schaut und versucht sein Leben sehr offen darzustellen. Anders wie in Büchern mit Sujets, die einen fiktionalen Charakter haben, wo die vermittelnde Person etwas zurücktritt, lernt der Leser hier einen Helden kenn, der sich der "Autor" nennt und mit Bodo Kirchhoff identisch ist. Das ist der lebende Held und den zweiten Helden den beerdigt er so zu sagen gleich mit. So schonungslos offen ist Bodo Kirchhoff bisher noch nicht mit sich umgegangen. Er hat in den letzten dreißig Jahren sehr viel geschrieben, sehr viele fiktionale Dinge, aber hier finden wir eine Chronik der Erinnerung und eine Chronik des laufenden Geschehens, die erst der Tod eines nahe stehenden Menschen häufig zu öffnen vermag. Daraus ist dann dieser bewegende Freundschaftsroman entstanden.

Die Erzählstruktur erinnert an die von Max Frisch, wie wir sie aus seiner großartigen Erzählung "Montauk" kennen. Ähnlich wie Frisch, besitzt Bodo Kirchhoff die unglaubliche Begabung, mit nur wenigen Worten, unter Vermeidung jeglicher Redandanz, das erlebnisreiche Fluidum gelebter, ereignisreicher Augenblick darzustellen.

Ein zutiefst berührender,unsentimentaler, mit viel Selbstironie versehender Freundschaftsroman. Dabei ist der "sehnende" Mann der "verwandelte" Mann, das entwirft für den Leser in gewisser Form ein eucharistisches Bild, wo Brot und Wein als Erinnerung an den Freundeslaib verabreicht werden.

Die Kritik ist sehr unterschiedlich mit diesem Buch umgegangen. Zweifellos ist es das wohl intimste Buch das Bodo Kirchhoff je geschrieben hat. Eine Kritik hat prophezeit, dass dieses Buch ein großer Erfolg wird, fraglos enthält es wunderschöne Jugendepisoden und schon allein aus diesem Grunde ist es zum Lesen sehr zu empfehlen, ich tue es mit Nachdruck und Leidenschaft, auch deshalb, weil es so unendlich viele hilfreiche Reflektionsebenen besitzt.



Austerlitz - Winfried G. SebaldAusterlitz
Winfried G. Sebald

Taschenbuch, Januar 2003
     Verkaufsrang: 89308      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Willkommen im Universum des W.G. Sebald. Der Besuch lohnt sich. Man tritt ein in den schmuckvollen Bahnhof von Antwerpen, einem Monument des belgischen Kolonialismus, wo der unbenannte Erzähler gerade mit einem Gefühl des Unwohlseins aus England ankommt. Nachdem er den großäugigen Tieren im benachbarten Nocturama einen kurzen Besuch abgestattet hat, spricht er im prunkvollen Wartesaal jenen Jacques Austerlitz an, der dort gerade zeichnet und fotografiert -- und ab nun der Held des Romans sein wird. Erst viele Jahre später und nach vielen Reisen quer durch Europa wird der -- inzwischen weiser und nachdenklicher -- gewordene Leser vor der Festung Breedonk bei Antwerpen entlassen.

Austerlitz ist ein sehr europäisches Buch, mit Aufenthalten in Wales, London, Prag, Theresienstadt, Marienbad und Paris. Ortsbeschreibungen verraten viel über die Austerlitzsche Seele. Als er in den 50er-Jahren einmal in Nürnberg aus dem Zug aussteigt und deutschen Boden betritt, beobachtet er Schuhwerk und Schweigsamkeit der vorübergehenden Menschen in den Fußgängerparadiesen. Die Architektur wird zum Seelenzustand, zu etwas, das psychologische Rückschlüsse zulässt -- für welche Art Mensch zum Beispiel haben die Architekten das Sicherheitssystem der Pariser Bibliothèque Nationale entwickelt?

Sebalds Sprache erinnert in ihrer Klarheit und Bestimmtheit gelegentlich an Thomas Bernhard, wenngleich die schlimmsten Ereignisse ohne Übertreibung beschrieben werden. Wo kommen die Waren her, die im Theresienstädter Laden auf den Tischen ausliegen? In diesem Buch ohne Kapitel oder Absätze sind Fotos ein wichtiger Bestandteil.

Statt des Exils beschreibt Sebalds Roman auf bewegende Weise die Suche nach der eigenen Vergangenheit. Wie kann Austerlitz die Heimat verlassen, wenn er sich an sie nicht erinnern kann, nicht mal weiß, wo sie gewesen ist? Der ausführliche Mittelteil des Buches beschreibt die Reise nach Prag, Theresienstadt und das dazugehörige dunkle Kapitel mitteleuropäischer Geschichte. Den Stillstand der Zeit zwischen Kindertransport (von Prag nach England, 1939, als Fünfjähriger) und der Abreise aus Prag mit wiedergefundener Identität in den 50er-Jahren.

Austerlitz versucht, "das Bild der von dem Wanderer durchquerten beinahe schon in der Vergessenheit geratenen Landschaft" heraufzubeschwören. Dabei empfindet er ein Gefühl des Widerwillens und des Ekels. Die Exkurse zu den verschiedensten Themen sind wertvolle Anregungen und wichtiger Teil dieser seelischen Landschaft. Was bleibt, ist die Frage: Werden im Nocturama nach Feierabend die Lichter eingeschaltet, damit die Tiere schlafen können? --Richard Foster

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)

wo hinzusehen wir nicht gewohnt sind      5 von 5 Punkten
Abgesehen vom Foto auf dem Umschlag, das gewissermaßen auf eine falsche Fährte führt, versteht es Sebald hier besser als in den meisten seiner Erzählungen, die Fotografie zur Intensivierung seiner ungewöhnlichen Beobachtungen einzusetzen.
Bald kann der Leser nachvollziehen, wie sich die Bedeutung aller menschlichen Vorhaben mit jeder Veränderung der Welt verliert oder sich ganz am Rande befindet, wo hinzusehen wir nicht gewohnt sind.


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Stille Zeile Sechs - Monika MaronStille Zeile Sechs
Monika Maron

Taschenbuch, September 1993
     Verkaufsrang: 165529     

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Die DDR Mitte der achtziger Jahre: Rosalind Pokowski, zweiundvierzigjährige Historikerin, beschließt, ihren Kopf von der Erwerbstätigkeit zu befreien und ihre intellektuellen Fähigkeiten nur noch für die eigenen Interessen zu nutzen. Herbert Beerenbaum, ein ehemals mächtiger Funktionär, bietet ihr eine Gelegenheitsarbeit: Rosalind soll ihm die gelähmte rechte Hand ersetzen und seine Memoiren aufschreiben. Trotz Rosalinds Vorsatz, nur ihre Hand, nicht aber ihren Kopf in den Dienst dieses Mannes zu stellen, kommt es zu einem Kampf um das Stück Geschichte, das beider Leben ausmachte, in dem der eine erst Opfer dann Täter war, und als dessen Opfer sich Rosalind fühlt. Die Auseinandersetzung mit Beerenbaum läßt sie etwas ahnen von den eigenen Abgründen und den eigenen Fähigkeiten zur Täterschaft. Stille Zeile Sechs ist die Adresse Beerenbaums, eine ruhige gepflegte Gegend für Priviligierte, weit entfernt von dem, was in den Straßen der DDR vor sich geht.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 16 Bewertungen)

Am Ende wird abgerechnet      5 von 5 Punkten
Es gibt wenige Bücher zeitgenössischer ostdeutscher Autoren, die sich der eigenen Vergangenheit derart ehrlich stellen wie die Monika Marons.

Denn, was der eine oder andere Rezensent übersehen haben mag, Monika Maron rechnet in diesem Roman kurz nach der "Wende" nicht etwa nur mit ihrem ehemaligen Staat, der DDR, ab, sondern auch mit sich selber, ihrer Arbeit, ihrem Elternhaus.

Wie Siegfried Lenz kürzlich in einem Interview der "ZEIT" schrieb, gibt es als Schriftsteller keine Möglichkeit, von sich selber abzusehen: "Was immer du schreibst, du gibst etwas von dir selbst preis. Man kann nicht über andere schreiben, ohne zugleich über sich selbst zu schreiben. Und also durchblicken zu lassen, was einen selbst zutiefst bedrückt."

Und genau das tut Maron in teilweise selbstquälerischer aber enorm ehrlicher Auseinandersetzung. Monika Maron beschönigt, rechtfertigt nichts. Sie versucht stattdessen Zusammenhänge herzustellen, zu verstehen.

In diesem Sinne dürfen wir Monika Marons "Stille Zeile Sechs" als "Aufarbeitung" eigener individueller Geschichte begreifen - und genau deshalb ist dieses Buch überaus lesenswert. Dass ihr dieses eigene Anliegen handwerklich und intellektuell als Roman auf hohem Niveau gelingt, spricht einmal mehr für Ihr Können.

Die Frage, ob Maron in den 70er Jahren "IM" war, spielt für die Beurteilung ihres Werks m. E. keine Rolle. Entscheidender als unsere Handlungen in der Vergangenheit ist doch unsere Fähigkeit, diese zu reflektieren. Und genau das tut Maron in diesem Buch. Wir Westdeutschen tun in Abrechnung mit den "realsozialistischen Staaten" gerne so, als ob hier jeder, ob Schriftsteller, Politiker oder Wirtschaftsführer, moralisch integer eine weiße Weste hätte. Das Gegenteil ist meist der Fall. Deshalb hat auch Günter Grass meinen Respekt verdient. Nur wer selber frei ist von Schuld, möge Steine werfen.

Fazit: Eine bedrückende, quälende aber notwendige und daher lesenswerte Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit in der DDR. Um das Leben in der DDR wirklich zu verstehen, dazu kann dieses Buch einen großen Beitrag leisten. Ein Kompliment der SZ für die Aufnahme in die zweite Staffel ihrer "Bibliothek der 100 großen Romane des 20. Jahrhunderts", denn genau da gehört es hin.


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Campo Santo - Winfried G. SebaldCampo Santo
Winfried G. Sebald

Broschiert, Januar 2006
     Verkaufsrang: 90427      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Das Vermächtnis von W. G. Sebald. Werke aus dem Nachlaß des großen Erzählers, der im Dezember 2001 bei einem Autounfall in seiner englischen Wahlheimat Norwich starb. Im Mittelpunkt stehen Teile aus jenem großen unvollendeten Prosawerk, an dem Sebald lange Zeit gearbeitet hat: eine Spurensuche, die auf einem korsischen Friedhof ihren Anfang nimmt.
"Sebald hat den Rang eines Vladimir Nabokov, dieselbe rigorose und zugleich gewichtlose Souveränität." >Chicago...


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Weit mehr als eine Nachlaßsammlung      5 von 5 Punkten
Als W.G. Sebald 2001 bei einem Autounfall tödlich verunglückte, starb einer der größten deutschen Gegenwartsautoren. Das in zwei Teile gegliederte Buch "Campo Santo" sammelt die bei seinem Tode noch nicht veröffentlichten Stücke, darunter ein Romanfragment, eine Erzählung über Korsika und einige kurze Prosastücke im Ersten. Den zweiten Teil bildet eine Sammlung von Artikel und Essays Sebalds, die noch nicht in Buchform erschienen sind. Mehrere kleine Meisterwerke über Nabokov, Handke und Kafka und einen weiteren Text zu seinem großen Thema "Luftkrieg und Literatur", die dieses Buch zu weit mehr als einer bloßen Nachlaßsammlung machen, sondern erneut Zeugnis von Sebalds großem literarischen Können ablegen.


Meine Mutter - Yasushi InoueMeine Mutter
Yasushi Inoue

Taschenbuch, August 2008
     Verkaufsrang: 189291      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

stimmt nachdenklich      4 von 5 Punkten
Meiner Meinung nach war das Buch schnell zu lesen - allerdings ohne Spannungsmomente oder besonderen Höhepunkten - es ist schlicht Inoues Wiedergabe der Alterung seiner Mutter. Die beschriebenen Situationen sind nachvollziehbar und stimmten mich zum Teil nachdenklich. Es war mitreißend zu lesen, wie Verwandte unter dem Altersverfall eines geliebten Menschen leiden können.
Ich finde, es zu lesen ist eine gute Erfahrung.

Bücher über das Sterben...      5 von 5 Punkten
... haben es schwer. Dieses Buch aber empfehle ich jedem, der zushause seine alten Eltern pflegen möchte. Ich bin diesen Weg gegangen und mir hat dieses Buch viel aufgezeigt, in dem ich mich und meine Situation wiedererkannt habe. Es ist ein tiefes und ehrliches Buch, das einen auch lange nachdem man es gelesen hat nicht loslässt.


Niemand, der mit mir geht - Nadine GordimerNiemand, der mit mir geht
Nadine Gordimer, Friederike Kuhn

Taschenbuch, 20. Februar 1997
     Verkaufsrang: 198990      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 4,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Nadine Gordimers Roman spielt in Südafrika nach Aufhebung der Apartheid. Vera Stark, die Hauptgestalt, engagiert sich als Juristin immer mehr beim Aufbau des neuen Staatswesens. Diese Arbeit für das Allgemeinwohl bringt ihr innere Befriedigung, stärkt ihr Selbstbewußtsein, führt aber gleichzeitig in die Einsamkeit.Nadine Gordimer, 1923 in Transvaal geboren, beschäftigt sich in ihren Erzählungen mit dem Leben in Südafrika unter den Bedingungen der Apartheidpolitik. Bekannt wurde sie durch Romane wieFremdling unter Fremden, Der Ehrengast, Burgers Tochter, Julys Leute. Im Jahre 1991 erhielt Nadine Gordimer den Nobelpreis für Literatur.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

"Letztlich bewegt sich jeder auf sich selbst zu"      5 von 5 Punkten
Bald nach der an anderer Stelle beschriebenen Enttäuschung des Romans "Berittener Bogenschütze" von Brigitte Kronauer nahm ich mir den nächsten Band einer Schriftstellerin, erschienen in der zweiten SZ-Reihe, zur Hand und wurde reichlich belohnt. Selten las ich Passagen so gebannt wie in "Niemand, der mit mir geht" von der Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer.

Die Hauptfigur Vera Stark erscheint in der Erzählung, die auf zwei Zeitebenen spielt, als junge Frau in den Zwanzigern oder Dreißigern und als gereifte Gestalt des öffentlichen Lebens am Ende der Apartheid in den frühen neunziger Jahren. Vera Stark muss starke autobiographische Züge von Nadine Gordimer aufweisen, davon bin ich überzeugt. Die Handlung beschreibt den Einsatz einer weißen, gut situierten Frau gegen die Gesetze der Rassentrennung in Südafrika. Der aus meiner Sicht interessantere Strang beschäftigt sich mit den Gedanken einer sich immer mehr isolierenden Frau, die im Laufe der Jahre sich von ihrem (zweiten) Ehemann, sowie von ihren beiden Kindern entfernt, zum einen einem erfolgreichen, in London lebenden Banker und zum anderen einer etliche Jahre jüngeren Tochter, die ihre Eltern mit der Liebe zu einer Frau überrascht und an die Grenze der gegenseitigen Sprachlosigkeit bringt.

Vera Starks persönliche Beziehungen in ihrer Familie verhalten sich reziprok zu ihrem Engagement für die Landverteilung in Südafrika. Ihre selbst gewählte Isolation gipfelt für mich in dem Satz: "Letztlich bewegt sich jeder auf sich selbst zu". Am Ende bleibt eine einsame Frau zurück, die man dafür jedoch nicht bedauern muss, denn die Einsamkeit ist der Zustand, den sie als den passenden für sich gewählt hat.

Ob die Vergabe des Nobelpreises im Jahre 1991 an Gordimer ihrem Werk oder mehr der politischen Lage und ihres persönlichen Einsatzes gegen den Zustand der Apartheid geschuldet war, vermag ich nicht zu sagen. Mit "Niemand, der mit mir geht" bestätigt sie aus meiner Sicht jedoch die Richtigkeit der Auszeichnung.

etwas enttäuschend, trotzdem nicht schlecht      4 von 5 Punkten
"Niemand, der mit mir geht" von Nadine Gordimer ist die Geschichte von Vera Stark, einer weißen Anwältin, die bereits auf die siebzig zugeht. Ort der Handlung ist natürlich Südafrika, Heimat auch der Autorin. Die Handlung selbst ist eng verwoben mit den historischen Ereignissen in Südafrika, doch irgendwie bleibt alles etwas distanziert - es ist kein Roman, der uns mitten in die Ereignisse versetzt. Auch die Charaktere werden uns nicht sehr nahe gebracht. Es ist trotzdem ein beeindruckendes Werk, welches uns nachdenken lässt, doch bei weitem nicht Gordimers bestes. Interessant ist, wie Veras Beziehungen zu ihren Mitmenschen, schwarz oder weiß, beschrieben werden, zu ihrem Ehemann, ihrem Ex-Mann, ihren Kindern, den MitarbeiterInnen etc., und wie sie trotz allen einsam bleibt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


Das Tempeldach: Ein historischer Roman - Yasushi InoueDas Tempeldach: Ein historischer Roman
Yasushi Inoue

Gebundene Ausgabe, März 2007
     Verkaufsrang: 196922      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Das Tempeldach schildert zwei China-Gesandtschaften, mit denen sich die japanische Regierung um engere Verbindung mit dem Weltreich der T'ang bemühte und möglichst umfassende Kenntnisse der bewunderten chinesischen Kultur ins Inselreich herüberzubringen suchte. Der ersten Gesandtschaft im Jahr 731 gehörten zwei buddhistische Mönche an, die einen Meister zur Reise nach Japan bewegen sollten - was ihnen auch gelang. Mit der zweiten Gesandtschaft fuhr Chien-chên, einer der bedeutendsten Geistlichen, mit ihnen nach Japan.



Philip und die anderen - Cees NooteboomPhilip und die anderen
Cees Nooteboom

Taschenbuch, Januar 2005
     Verkaufsrang: 91897      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 6,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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Ein junger Mann, Anfang 20, reist auf der Suche nach seinem Glück durch halb Europa. Einmal meint er, es am Strand von Calais in der Gestalt eines chinesischen Mädchens zu sehen. Er reist ihr nach, findet sie, sie reisen und leben eine Weile gemeinsam. Doch sie wird nicht bei ihm bleiben: "Du bist der einzige, bei dem ich wohnen könnte -- aber ich will es nicht, ich will allein bleiben, und du weißt das." Das ist, wenn man so will, die ganze Geschichte dieses wunderbar poetischen Romandebüts von Cees Nooteboom. Geschrieben vor 50 Jahren und nun rechtzeitig zu seinem 70. Geburtstag neu aufgelegt.

Wenn ein Autor in späten Jahren auf seinen Erstling zurückblickt, dann tut er dies selten mit der Überzeugung, dass ihm damals wirklich etwas Großes gelungen ist. Das ist bei Cees Nooteboom nicht anders, den der Erfolg bisweilen befremdet, den Philip und die anderen auch heute noch in vielen Ländern hat. Doch wer das Buch liest, weiß sehr schnell, was seinen Zauber ausmacht: Man liest Philips Bericht, als erinnere man sich. Als seien es unsere eigenen Gefühle und Hoffnungen, von denen uns da erzählt wird, als habe man sich damals selbst auf die Reise gemacht, dieses Mädchen zu finden, das "zu mir gehörte und trotzdem weggehen würde, allein".

Wie der damals erst 21-jährige Nooteboom das Erleben seines Romanhelden in uns auferstehen lässt, ist ein Zeugnis früher Meisterschaft. Für Rüdiger Safranski, der für diese Ausgabe das Nachwort verfasst hat, ist Philip und die anderen sein "persönliches Kultbuch". Dass es dies in Zukunft noch für viele deutsche Leser werden wird, dafür wird die sehr gelungene Neuübersetzung sorgen. --Andreas Vierecke

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Die Sehnsucht nach dem Paradies!      5 von 5 Punkten
Nootebooms Protagonist Philip ist ein junger Mann mit vielen Sehnsüchten.
Von seinem lebensklugen Onkel Antonin Alexander erfährt er , dass das imaginäre Paradies für einen aufgeschlossenen Menschen gleich nebenan zu finden sei. Der Onkel lebt trotz seines Alters seine Träume und hat insofern den Zugang zu diesem vermeintlich surrealen Platz niemals verloren.
Neugierig macht sich Philip auf die Suche und trampt durch Europa um seinen persönlichen Zugang zum Ort der schönen Träume zu finden, der für den jungen Philip natürlich das Gesicht einer Frau hat.
In der Provence lernt er einen ehemaligen Benediktinermönch kennen, der ihm von einem chinesischen Mädchen erzählt, die von nun an in Philips Kopf herumspukt. Nach dieser Frau beginnt er sich zu sehnen. Sie will er finden.
Er trampt vom Süden aus nach Paris, dann nach Calais, von dort aus nach Luxembourg, lernt immer neue Menschen kennen, gewinnt viele Eindrücke und sammelt erotische Erfahrungen.
Seine sexuellen Abenteuer hindern ihn allerdings nicht daran sich weiterhin nach seiner Traumfrau zu sehnen.
An der dänischen Grenze begegnet sie ihm schließlich tatsächlich und er fühlt, dass er genau diese Frau liebt.
Lieben bedeutet für Philip das Gefühl zu haben " ineinander zu passen wie Hände " . Ein wunderbares Bild!
Der verliebte Jüngling kann das Mädchen nicht halten. Die Wege der beiden jungen Menschen trennen sich. Philip kehrt daraufhin in sein Kindheitsparadies zu seinem Onkel zurück.
Philip hat einen Traum verloren, doch er weiß , dass nur derjenige , der die Lust am Spielen verliert, das imaginäre Paradies nebenan nicht mehr finden kann. Dies hat sein weiser Onkel ihn gelehrt, der zwar nicht bezweifelt, dass der Garten Eden für immer verloren ist, man sich jedoch glücklicherweise dem imaginären Paradies immer wieder nähern kann, wenn auch stets nur für eine kurze Weile.....
Ein wahrlich tröstender Gedanke!
Für den Philosophen Rüdiger Safranski wurde dieser Roman, den Nooteboom als sehr junger Mensch verfasste, zu seinem persönlichen Kultbuch. Im Nachwort lässt er die Leser wissen, weshalb.
Ein schöner Roman. Empfehlenswert!


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Mao II - Don DeLilloMao II
Don DeLillo

Taschenbuch, Februar 2000
     Verkaufsrang: 114942      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, , Versandbedingungen s.o.)
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"Dieser Roman ist ein Juwel."
Thomas Pynchon
Don DeLillos Roman "Mao II", der bereits zu den Klassikern der modernen amerikanischen Literatur gehört, schildert den Gegensatz von Individuum und Masse, von Gewalt und Kreativität. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein berühmter Schriftsteller, der von New York in den Libanon reist, um sich für die Freilassung einer politischen Geisel einzusetzen. Er gerät in ein aberwitziges Spiel auf Leben und Tod."Mao II ist ein bedrohliches Buch - aber trotzdem ein Lesevergnügen. Seine strenge Architektur, seine genau kalkulierten inneren Parallelen und Symmetrien zeugen von einem Kunstverstand, der den Schrecken nicht verharmlosen, sondern in eine Form bringen und also fassbar machen will. Einer chaotischen Welt hält Don DeLillo einen brillant gebauten Roman entgegen. 'In der Antike', schrieb er in Sieben Sekunden, 'inszenierten die Menschen Scheinschlachten, um den Stürmen der Natur etwas entgegenzusetzen und ihre Angst vor den Göttern zu verringern, die sich im Himmel bekriegten.' Mao II zählt zu den besten Scheinschlachten, die in den letzten Jahren geschlagen wurden."
Uwe Wittstock, Süddeutsche ZeitungDon DeLillo, 1936 in New York geboren, hat ein umfangreiches, mit Preisen ausgezeichnetes Werk vorgelegt. Der Roman "Unterwelt" wurde weltweit als eines der wichtigsten Bücher des Jahres 1998 gefeiert. "Valparaiso", Ein Theaterstück, 2000. "Bluthunde", Roman, 1999. "Die Namen", Roman, 1994. "Sieben Sekunden", Roman, 1991. "Mao II", Roman, 1992. "Weißes Rauschen", Roman, 1987.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Vieles in kurzen Sätzen      5 von 5 Punkten
Es ist gute amerikanische Erzählweise und Schreibtradition, die uns Lesern zeigen und erklären will, wie Erzähltes oder gar Lyrik uns weiterhelfen kann im Leben.
Das kommt auch alles daher wie gestochen und doch so natürlich entwickelt, das Gute nämlich und das Böse.

Und es ist auch ein Krimi, der sich auftut und es ist eine Tragödie, die Komödienhaftes in sich birgt wie das Leben, es ist das Leben selbst.

Es ist Langatmigkeit, also auch Langeweile und Eingehen auf Intimes, auf Geräusche und auf sich selbst. Es ist der Ausblick auf die Menschenmassen unserer Erde, auf China und auf Vergleiche mit anderen Völkern, Nationen.
Es ist Mao, der betrachtet wird, wie er schwimmt und wie und warum er gedichtet und geschrieben hat und wie und warum die Menschen das lesen.

Dann wiederum ist es die spannende Geschichte einer Befreiung, einer Geiselbefreiung und es ist die Geschichte vom bösen Terrorismus, den Menschen entstehen lassen können, wenn sie wollen und der Ursachen hat.

Es ist die Sache mit den Beziehungen unter den Menschen, also die wichtigeste Sache der Welt und somit gibt es neben der politischen Lage, die immer und überall eine Rolle spielt, wo Staatsgebilde entstanden sind (und entstehen), gibt es neben dieser auch Beziehungen unter Menschen, die glänzend sein können und von Liebe umkränzt wie ein Heiligenschein.

Ja, so werden viele ihr Leben sehen und so werden manche es zu bestehen wissen, dieses buntgewürfelte Leben.

Mao II von Don DeLillo ist offenbar eine Offenbarung für den Autor wie für die Leser.

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