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Einfach intelligent produzieren: Cradle to cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Gebrauchsanweisungen für das 21. Jahrhundert - Michael BraungartEinfach intelligent produzieren: Cradle to cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Gebrauchsanweisungen für das 21. Jahrhundert
Michael Braungart, William McDonough

Broschiert, Januar 2005
     Verkaufsrang: 10559      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Autos aus Autos? Schuhe als Düngemittel für unsere Balkonblumen? Zukünftig gibt es nur noch zwei Arten von Produkten: Verbrauchsgüter, die vollständig biologisch abgebaut werden können, und Gebrauchsgüter, die sich endlos recyclen lassen. Die Devise lautet: Nicht weniger müssen wir produzieren, sondern verschwenderisch und in technischen und biologischen Kreisläufen. Eine ökologisch-industrielle Revolution steht uns bevor, mit der Natur als Vorbild. Und was die beiden Fachleute in anschaulicher Weise darbieten, ist keineswegs nur graue Theorie, sondern das Ergebnis eigener praktischer Erfahrungen: Michael Braungart und William McDonough erproben seit Jahren mit Firmen wie Ford, Nike, Unilever und BP erfolgreich die Realisierbarkeit ihrer Ideen.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)

Kaufen und lesen!      5 von 5 Punkten
Trotz sperrigen Titels ein Buch das JEDER gelesen haben sollte. Es ist leicht verständlich und inhaltlich überragend. In Zeiten einer sich anbahnenden Weltwirtschaftskrise ist es aktueller denn je. Es zeigt der Hausfrau und dem Manager den Weg der Zukunft.


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Dialektik der Aufklärung: Philosophische Fragmente - Max HorkheimerDialektik der Aufklärung: Philosophische Fragmente
Max Horkheimer, Theodor W. Adorno

Sondereinband, Mai 1988
     Verkaufsrang: 2944      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Dialektik der Aufklärung
OA 1947 DE 1969Form Sachbuch Bereich Philosophie
Die von Max Horkheimer und Theodor W. R Adorno gemeinsam in den USA geschriebene Dialektik der Aufklärung ist der vermutlich wichtigste Text der kritischen Theorie und ein Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts.
Entstehung: Die Publikationsgeschichte hat dem Text früh eine geheimnisvolle Aura verliehen. 1944 aus Anlass des 50. Geburtstags von Friedrich Pollock (1894-1970) in hektografierter Form publiziert, kursierte lange Zeit nur eine erweiterte Fassung als Raubdruck (Amsterdam 1947). Erst 1969 entschlossen sich die Autoren, den Text weitgehend unverändert wieder zu veröffentlichen.
Inhalt: Es gibt wohl kaum eine fulminantere Entlarvung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse und eine in ihrem wortgewaltigen Pathos düsterere Abrechnung mit dem westlichen Fortschrittsglauben als die Dialektik der Aufklärung. Der einzelne Mensch wird gegenüber den ökonomischen Mächten annulliert, vom Apparat verschlungen, zum Teilchen einer unmündigen Masse degradiert. Der verdinglichte Geist stirbt in der Flut von Information und Amüsement ab, wird zur bloßen Ware. Die Kulturindustrie trägt in subtiler Weise dazu bei, sich der eigenen Verdummung und Versklavung nicht einmal mehr bewusst zu werden. So erweist sich "Aufklärung als Massenbetrug". Diese alles beherrschende Form eines bloß instrumentellen Verstandes unterdrückt jenes Subjekt, das sich gerade mittels Verstandes von Mythos und Irrationalität befreien und so zum Herrn über sich selbst machen wollte. Am Bild des an den Mast gefesselten Odysseus verdeutlichen Horkheimer und Adorno den ursprünglichen Zusammenhang der Herrschaft des Verstands und Unterdrückung menschlicher Natur.
Die Dialektik der Aufklärung ist nicht nur eine kritische Theorie der modernen Massenkultur, sondern auch radikale Sprach- und Wissenschaftskritik sowie negative Geschichtsphilosophie. Aufklärendes Denken, das untrennbar mit gesellschaftlicher Freiheit verbunden ist, hat in einem dialektischen Prozess die völlige Unfreiheit einer verwalteten Welt hervorgebracht. Dialektik bedeutet hier das (notwendige) Umschlagen einer sich entwickelnden Sache, der Aufklärung, in ihr Gegenteil, in die Unvernunft einer irrationalen Welt. Die dramatische Konsequenz dieser Annahme liegt in der Ausweglosigkeit des erreichten Zustands.
Wirkung: Für die deutsche Soziologie war die Dialektik der Aufklärung von prägender Bedeutung, für die Studentenbewegung bildete sie das elektrisierende Manifest der eigenen Revolte. Philosophisch nüchterner ist sie in die breite Kritik an der wissenschaftlichen Rationalität und ihrer Verengung der Vernunft auf instrumentelles Denken einzuordnen. Wenn die beinahe düstere Prophetie und das pessimistische Pathos der Dialektik spätestens im Laufe der 1980er Jahre gleichsam aus der Mode gekommen sind, so wäre dies für die beiden kritischen Denker wohl nur eine Bestätigung ihrer Theorie gewesen. C. S.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Ein Klassiker      5 von 5 Punkten
Ein Klassiker der modernen Kulturtheorie. Ich verstehe mich selbst nur als Laie, aber allein die Tatsache, dass die einschlägige Literatur immer wieder auf dieses Werk verweist, lässt darauf schließen, dass es sich um ein wichtiges Werk handelt.
Bis jetzt kann ich noch nicht zuviel über den Inhalt sagen, aber für philosophische Maßstäbe liest sich das Buch ganz gut und die Autoren vermitteln wirklich sehr frische und zeitgemäße Gedanken.


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Der Untergang des Abendlandes - Oswald SpenglerDer Untergang des Abendlandes
Oswald Spengler

Gebundene Ausgabe, Januar 2007
     Verkaufsrang: 16136      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Der Untergang des Abendlandes
OA 1918 / 22 (2 Bde.)Form Sachbuch Bereich Philosophie
Mit seinem Buch Der Untergang des Abendlandes (Untertitel: Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte) prägte Oswald Spengler das moderne Geschichtsbild nachhaltig.
Entstehung: Das Werk entstand aus einer kleineren politischen Schrift Spenglers aus dem Jahr 1911. Im Lauf seiner Recherchen seien ihm die "zuweilen berührten, nie begriffenen" Beziehungen - zwischen Formen der bildenden Künste und des Kriegs, zwischen "politischen und mathematischen Gebilden" - aufgefallen. Spengler setzt sich - wie im Untertitel des Werks angekündigt - zum Ziel, eine Morphologie der Weltgeschichte zu umreißen.
Inhalt: Spengler entwirft eine Entwicklungsgeschichte der Kultur, gemäß der alle Hochkulturen (die indische, antike, arabische und abendländische) in ihren "Altersstufen" eine frappierende Parallelität aufweisen. Als Beweis hierfür führt Spengler so genannte "homologe Bildungen" an; hierunter versteht er kulturelle Erscheinungen, deren Entstehung zwar Jahrhunderte auseinander liegt und die sich äußerlich unterscheiden (wie die "antike Plastik und die abendländische Instrumentalmusik, die Pyramide des 4. Dynastie und die gotischen Dome, der indische Buddhismus und der römische Stoizismus"), die aber denselben Platz in der Phasenaufteilung einnehmen. Ähnlich verhält es sich mit dem vom Autor geprägten Begriff der "Gleichzeitigkeit": "Ich nenne ‘gleichzeitig' zwei geschichtliche Tatsachen, die, jede in ihrer Kultur, in genau derselben - relativen - Lage auftreten und also eine genau entsprechende Bedeutung haben. Gleichzeitig vollzieht sich die Entstehung der Ionik und des Barock. Polygnot und Rembrandt, Polyklet und Bach sind Zeitgenossen. Gleichzeitig erscheinen in allen Kulturen die Reformation, der Puritanismus, vor allem die Wende zur Zivilisation." Durch die Einordnung solcher funktionsgleicher "Tatsachen" in die entsprechenden historischen Epochen der vier Kulturen entsteht ein komplexes Raster von jeweils "gleichzeitigen" Geistes-, Kunst- und politischen Epochen.
Diese Interpretation, die als eine der frühsten Erscheinungen der strukturalistischen Methode gelten darf, hat nach Spenglers Ansicht nicht nur den Vorteil, dass man im Stil eines Paläontologen die fehlenden Stücke des Entwicklungspuzzles verschollener Kulturen rekonstruieren, sondern auch die Weiterentwicklung einer bestehenden Kultur, namentlich der abendländischen, vorherbestimmen könne. So sagt Spengler für das westliche Europa nach der momentanen "Herrschaft des Geldes" (der "Demokratie") die "Ausbildung des Cäsarismus" und den "zunehmend primitive(n) Charakter der politischen Formen" voraus.
Aufbau: In der sprachlichen Ausführung bisweilen brillant, scheint die Analyse jeder Chronologie und Systematik zu entbehren. Die teilweise künstlich anmutenden Definitionen und Periodisierungen der behandelten Kulturen erscheinen willkürlich eingestreut. Auf der anderen Seite untermauert Spengler seine Argumentation mit Erklärungen philosophischer Begriffe wie Ausdehnung, Zeit, Raum, Takt und Tempo sowie mit der Unterscheidung der Prinzipien des Schicksals und der Kausalität in der Geschichtsschreibung.
Beeindruckend ist die Vorgehensweise Spenglers, in einzelnen Kapiteln nicht nur den bildenden Künsten und den Staatsstrukturen, sondern auch dem mathematischen Wissen der einzelnen Kulturen eine besondere Bedeutung beizumessen. Als wichtigstes Unterscheidungskriterium zwischen Kulturen kommt Spenglers Vorstellung von Kulturseelen zum Tragen. So sei die antike Kultur in ihrem Wesen apollinisch, die ägyptische mystisch, die abendländische in ihrem Streben nach dem Unendlichen faustisch.
Bestimmender als dieser Seelencharakter sei indes die unaufhaltsame Entwicklung einer Kultur hin zur Zivilisation, mit der Spengler den Verfall des abstrakten Denkens, die schaffende Kunst sowie den geordneten Staat verbindet.
Wirkung: Die deutlich fatalistische, antidemokratische und daher letztlich konventionelle Zivilisationskritik Spenglers erfuhr in rechten Kreisen der Weimarer Republik den größten Zuspruch und verzerrte das Gesamtbild des Werks bis heute. B. A.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)

Fundiert und noch immer Top-Aktuell      5 von 5 Punkten
Spengler versucht zu beweisen dass alle grossen menschlichen Zivilisationen ein ähnliches Entwicklungsschema aufweisen.
Grundlage ist die Idee dass eine Zivilisation einen Prozess durchlebt, ähnlich dem Lebensprozess eines Menschen.
Geburt - Wachstum - Produktivität - Senilität - Tod.
Die Idee dieses Prozesses ist nicht neu, aber Spengler hat es soweit ich weiss zum ersten mal in dieser fundierten Form und mit zahlreichen
zusätzlichen Basis-Überlegungen auf Papier gebracht.
Grundlage für die Überlegungen bieten die Zivilisationen der Griechen / Römer / Chinesen / Inder und unsere "faustische" Zivilisation.
Dabei versucht Spengler anhand der Mathematik/Kunst/Spiritualität/Religion/Kunst etc etc einen Vergleich zwischen den verschiedenen Kulturen zu ziehen.
Dabei wird klar dass unserer faustischen Kultur grundsätzlich andere Werten und Betrachtungsweisen innewohnen als beispielsweise der indischen,chinesischen oder griechischen.
Dies ist noch nicht verwunderlich, verwunderlich ist dass trotz all der Verschiedenheit jeder Kultur/Zivilisation ein gewisser "Lebensplan" zugrunde liegt.
So etwas wie eine biologische Uhr die tickt.
Nach Spengler durchleben wir in der faustischen Zivilisation gerade die letzte Phase, und bis ins Jahr 2200 wird unsere Kultur in dieser Form untergegangen sein.
Wohlgemerkt: Spengler ist kein Untergangs-Prophet.
Sein Werk würde ich als geschichts-philosophisch betrachten.
Und auch wenn es bereits 90 Jahre alt ist so sind die Betrachtungen und Schlüsse in keinster Weise veraltet.
Im Gegenteil: es wird klar wie stark das Schicksal einer Zivilisation vom Grund-Denken eines Menschenschlages bestimmt wird.
Einem Grund-Denken dass sich in dunkler Vorzeit gebildet hat, vor Jahrtausenden, und weiterbesteht ohne dass dieser Zusammenhang in der Zivilsation wirklich zum Ausdruck käme, respektive ohne dass sich die einzelnen Teile einer Kultur, der einzelne Mensch, darüber im klaren wären.
Insofern ist Spenglers Werk ein Aufklärungswerk und jedem zu empfehlen der sich Gedanken über unsere Zivilisation macht.
Es ist interdisziplinär und wirkt in folgenden Disziplinen: Meta-Mathematik / Geschichte / Philosophie / Soziologie / Ahnenkunde / Psychologie / Zukunftsforschung / Kunstgeschichte etc.
Kantianer aufgepasst, Spengler ist ein Goethianer.
Er versucht zu erkennen, nicht zu verlogifizieren.
Das Buch kann vom Laien verstanden werden.
Spengler bleibt in der Sprache klar und bemüht sich um Verständlichkeit.
Ein Studium der Geschichte wäre natürlich vorteilhaft, aber rudimentäres Wissen über die Gesamt-Zusammenhänge genügen auch.
Kein leichtfertiges Werk.
Zu Empfehlen?
Auf jeden Fall.


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Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit - Rüdiger SafranskiEin Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit
Rüdiger Safranski

Taschenbuch, 19. Juli 2001
     Verkaufsrang: 66430      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Hier schreibt einer über Heidegger ohne Zorn und ohne schülerhafte Demut, mit einer soliden Distanz: die also schweigt, wo es nur Vermutungen gäbe, die kritisiert, ohne zu denunzieren, die ironisiert, ohne zu lästern, und breitet hin und wieder die Arme aus und sagt: So ist es eben."
Die Zeit


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)

heidegger verstehen      5 von 5 Punkten
Sein und Zeit zu lesen ist für Anfänger schwer wenn nicht gar unmöglich.Safranskis Buch bietet mehr als eine Einführung in Martin Heideggers Denken.Ebenso wird das Handwerkszeug Heideggers verständlich, d.h. vor allem die phänomenologische Methode Husserls.Daher ist das Buch für Anfänger UND Kenner eine geeignete Lektüre, die durch Klarheit, Verständlichkeit und/deswegen auch Anspruch.
Sehr empfehlenswert!


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Das Reich der Zeichen (edition suhrkamp) - Roland BarthesDas Reich der Zeichen (edition suhrkamp)
Roland Barthes

Taschenbuch, 3. August 1981
     Verkaufsrang: 112267      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Roland Barthes (1915-1980), einer der bedeutendsten Kritiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist als einer der Initiatoren und Vorkämpfer der semiologischen Revolution bekannt geworden - und für ein Werk, in dem sich biographisches Material und wissenschaftlicher Ansatz miteinander verflechten. Einen heute relativ unbekannten Teil seines Werkes verfaßte er in den fünfziger Jahren. Zu dieser Zeit war Roland Barthes aktiv beteiligt an der Gründung und dem Erscheinen der Zeitschrift "Teatre populaire", eines ebenso ästhetischen wie politischen Phänomens. Anfang der sechziger Jahre gibt Barthes das Theater auf, er besucht es nicht mehr, er schreibt so gut wie keinen Artikel mehr über Aufführungen. Aber er ist langfristig von seiner Erfahrung geprägt: "Im Herzen meines Werks, das Theater".

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Semiologie Dekonstruktion Autobiographie      5 von 5 Punkten
R. Barthes Reich der Zeichen ist eine schöne Erzählung über die japanische Welt der Zeichen, die Zeichen der Zeit wie die Zeichen der Schrift, ein kleines Buch als auch autobiographische Schrift eines Europäers in einer nicht lesbaren Welt, einer illisiblen Textwelt (vgl. Derrida), die der Autor wie der Leser erst textsemiotisch erschließen muß. Die ganz persönlichen Spuren eines europäischen Denkers durch die geheimnisvolle Welt der Zeichen, der Symbole, der Metaphern, der Architekturen. Zum Vergleich möchte ich hier noch hinweisen auf eine Textarchitektur in und aus Wien als ein ebensolches und gleichzeitig sehr anderes Reich der Zeichen(=Sem): Concic, G.A.: Semeion Aoristicon oder zur Autobiographie Sem Schauns. Wien 1994ff.; hier wie dort wird das Zeichen, das Sem, zum tragenden Element für den Leser, die Leserin, die durch den Text wandern und die Architexturen bestaunen.
Peter Iser, Genf


Quellen des Selbst: Die Entstehung der neuzeitlichen Identität (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) - Charles TaylorQuellen des Selbst: Die Entstehung der neuzeitlichen Identität (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Charles Taylor

Taschenbuch, 27. Februar 1996
     Verkaufsrang: 36569      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 22,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Charles Taylor ist Professor of Political Science and Philosophy an der McGill University in Montreal.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Charles Taylor Arbeit gegen den Gedächtnisverlust der Modern      5 von 5 Punkten
In einer Welt der Unübersichtlichkeiten und der Sehnsucht nach Identitätsgewißheiten versucht der kanadische Sozialphilosoph Charles Taylor in seinem 900 Seiten starken Werk die Geschichte der neuzeitlichen Identität durch Beschreibung ihrer Genese zu bestimmen. So sind für ihn die einstig moralischen Ideale zur Travestie verkommen:er zeigt beispielsweise auf, daß die zentrale Idee von der menschlichen Freiheit in einen Individualismus der Selbstverwirklichung gemündet ist, die eine Gesellschaft der Gleichgültigen hervorgebracht hat. Ohne ein Wissen um uns selbst sind wir nichts. Dieses Wissen ist dem Menschen für Taylor abhanden gekommen. Das Wissen um die Quellen, aus denen sich unser Selbst nährt, ist versiegt. Denn zu wissen wer man ist braucht mehr als Name und Herkunft. Ziel Taylors:eine Rekonstruktion dieses Wissens und zugleich eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Moderne. Dieses Monumentalwerk schafft es, die gewichtigen Umgestaltungen unserer Kultur und Gesellschaft der letzten drei bis vier Jahrhunderte zu begreifen, und uns dadurch auch selbst zu verstehen.
So rollt er vor dem Leser das gesamte metaphysische, philosophische und kulturelle Erbe der Neuzeit aus, buchstäblich all ihre "Quellen", um den heute drohenden Gdächtnisschwund der Moderne entgegenzuwirken. Er will unseren hedonistischen, dem Spiel der Eitelkeiten verfallenen westlichen Gesellschaften zeigen, daß die Moderne voller "Güter" ist und er zeigt damit zugleich, daß auch unser heutiges, vermeintlich individuelles Handeln sehr wohl durch den Wertekanon der Moderne motiviert ist und erst dadurch seinen Ort findet. Der Leser dieses Werkes findet hier eine höchst komplexe Darstellung abendländischer, besonders neuzeitlicher Kultur.

Ein Werk, das subjekttheoretische Maßstäbe setzt.      5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist ohne Zweifel eine der wichtigsten Veröffentlichungen überhaupt zum Thema moderner Subjektivität und Identität. Charles Taylor, langjähriger Professor of Social and Political Theory in Oxford, jetzt Professor of Political Science and Philosophy an der McGill University in Montreal, erweist sich mit diesem Werk als einer der bedeutensten Philosophen unserer Zeit. Auf der Basis einer ausgreifenden historischen Rekonstruktion, die bei Platon beginnt und mit der Postmoderne endet, gelingt es Taylor, die wesentlichen Momente moderner Subjektivität und modernen Selbstverständnisses offenzulegen, indem er in zwei - von jedermann persönlich nachvollziehbaren - Linien die Entstehung einer Dimension subjektiver Innerlichkeit rekonstruiert: einerseits sind wir als Personen bestimmt von der Fähigkeit rationaler Selbstkontrolle - wir vermögen unsere spontanen Wünsche und Eingebungen bewußt zu machen und sie zu kontrollieren, was eine wesentliche Voraussetzung des Zusammenlebens in modernen Gesellschaften darstellt. Andererseits sind wir geprägt von dem unabweisbaren Gefühl einer 'inneren Natur', eines Selbst, das nach kreativem Ausdruck verlangt und insofern der rationalen Kontrolle entgegensteht. Die so dargebotene Geschichte der neuzeitlichen Identität vermag aufzuzeigen, in welcher Weise wir uns als handelnde menschliche Wesen selbst begreifen. Dem Leser eröffnet sich die seltene Erfahrung eines zutiefst philosophischen Werkes, das zugleich unmittelbar das eigene Selbsterleben widerspiegelt - eine aufregende Reise zu den Grundlagen der eigenen Existenz. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)


Werke und Nachlaß. Kritische Gesamtausgabe: Band 19: Über den Begriff der Geschichte - Walter BenjaminWerke und Nachlaß. Kritische Gesamtausgabe: Band 19: Über den Begriff der Geschichte
Walter Benjamin

Gebundene Ausgabe, 19. Juli 2010
     Verkaufsrang: 79734      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 34,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Die Aufzeichnungen Walter Benjamins Über den Begriff der Geschichte, an denen er bis zum Frühjahr 1940 schrieb, sind zugleich nüchterne Bilanz eines leidenschaftlichen Intellektuellen und steile Konstruktion eines kühlen Theoretikers. Der Intellektuelle legt Rechenschaft darüber ab, wie es um das altehrwürdige Unternehmen, die Welt in eine menschenwürdigere zu transformieren, bestellt ist - zumal in einer Zeit, in der die Kräfte, denen man dies bislang zugetraut hatte, zerfallen und die Hoffnungen zerstört sind. Der Theoretiker nimmt dies zum Anlaß, die verheerenden Folgen der bisherigen Geschichtsphilosophie aufzudecken und eine Alternative zu entwerfen, die die Kritik am linearen Fortschritt nicht mehr allein dem Irrationalismus überläßt. Diese Kritik hat bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt, ebensowenig wie die daraus abgeleitete Erkenntnis, daß die Katastrophe nicht der Ausnahmezustand ist, sondern die Regel. In der neuen Edition werden alle Fassungen der "geschichtsphilosophischen Thesen" integral abgedruckt - darunter eine nicht abgeschlossene, von Benjamin selbst verfaßte französische Version. Zusammen mit sämtlichen Vorstufen und weiteren Texten bieten sie eine umfassende Dokumentation des Entstehungsprozesses. Darüber hinaus werden die französische Fassung und das sogenannte Hannah-Arendt-Manuskript vollständig als vierfarbige Faksimiles gegeben. Die Edition zeigt, mit welcher Intensität Benjamin bis zum Schluß an seinem philosophischen "Vermächtnis" gearbeitet hat. Und sie eröffnet eine neue Deutungsperspektive: Über den Begriff der Geschichte, so wird hier erstmals sichtbar, ist kein abgeschlossenes Werk, sondern ein klassisches work in progress.



Gerechtigkeit als Fairneß: Ein Neuentwurf (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) - John RawlsGerechtigkeit als Fairneß: Ein Neuentwurf (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
John Rawls

Taschenbuch, 27. März 2006
     Verkaufsrang: 62831      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Buchnotiz zu : Die Zeit, 08.05.2003
Ob man nun für "Umbau, Abbau oder Ausbau" sei, ausnahmslos alle Beteiligten am Diskurs um Sozialreformen argumentieren für die unterschiedlichsten Positionen mit dem "Verweis auf Gebote der Gerechtigkeit". So scheint es für Rainer Forst an der Zeit zu sein, den Philosophen John Rawls zu lesen, um endlich zu erfahren, was "politische und soziale Gerechtigkeit" denn eigentlich heißt. Bei dem vorliegenden Band handele es sich um eine Neufassung Rawls' "Theorie der Gerechtigkeit" von 1971, die er zeit seines Lebens weiterentwickelte. Rawls' zentrale Idee sei, "dass die Gesellschaft ein faires System der Kooperation sein solle, das von allgemein geteilten Prinzipien geregelt wird." Diese Prinzipien bedeuten aber nicht bloße "Umverteilung", sondern sollen Strukturen "reiner Hintergrund-Verfahrensgerechtigkeit" herstellen können. Wesentliche Unterschiede zwischen der philosophischen Theorie und politischer Realität sieht Forst darin, dass Rawls verlangt, "wenn Güter ungleich verteilt werden, dann darf dies nur so geschehen, dass es den am schlechtesten Gestellten den größtmöglichsten Vorteil bringt." Gleichzeitig fühle sich Rawls aber auch nicht dazu berufen ein "praktisches Rezept für die Reform des Sozialstaats" zu liefern, aber nach der Lektüre sei einem auf jeden Fall "klarer", wann eine "Art der Politik das Prädikat 'gerecht'" verdiene, resümiert Forst.
© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003
Mit seinem letzten Werk hat der 2002 verstorbene John Rawls das Buch beendet, das vor mehr als drei Jahrzehnten seinen Ruf begründete, schreibt Martin Bauer. Denn in "Gerechtigkeit als Fairness" entwerfe er noch einmal, Kritiken aufgreifend und den eigenen Ansatz überdenkend, die Prinzipien seiner Gerechtigkeitstheorie, die er in "A Theory of Justice" erstmals formulierte. Demnach ist die Grundlage für eine gerechte Gesellschaft in den Modalitäten eines ideellen Gesprächs zu suchen, in dem sich die Beteiligten in auferlegter Ungewissheit über ihre eigene Identität und Stellung innerhalb der Gemeinschaft auf eine institutionelle Ordnung einigen. Indem er solchermaßen die "Gerechtigkeit des Gesellschaftsvertrages" mit der "Fairness des Verfahrens" begründe, erweise sich Rawls als Konstruktivist kant'scher Prägung. Bauer hebt hervor, dass Rawls, in Abgrenzung zum metaphysisch umfassenden Ansatz des ersten Buches, "ein praktisch-politisches Plädoyer für einen egalitär akzentuierten Liberalismus" verfasst hat. Er lobt außerdem die Übersetzung des Buches, in dem "jeder Satz argumentativen Scharfsinn, systematische Strenge und bürgerschaftliches Ethos versöhnt". Allerdings - und bedauerlicherweise - sei die Ethik des Amerikaners, die "menschliches Glück und soziale Existenz verwebt" sehen wolle, gegenwärtig passé; die Bürger verlangt es zuallererst nach Sicherheit, und so ist "nicht der milde John Rawls, sondern der trockene Thomas Hobbes der Mann der Stunde", glaubt unser Rezensent.
© Perlentaucher Medien GmbH


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Den Liberalismus auf eine zukunftfähige Basis stellen      5 von 5 Punkten
John Rawls entwirft in diesem Buch ein völlig neu fundiertes, liberales Gesellschaftsmodell. Jenseits der unmenschlichen Auswüchse radikaler Marktmodelle (wie in Europa des 19. Jahrhunderts oder auch in den sich entwickelnden Staaten der dritten Welt) entwirft Rawls ein Modell, welches die Fairneß ins Zentrum der Überlegungen stellt.
Die Fairness fordert insbesondere Zugangsmöglichkeiten aller zu politischen und wirtschaftlichen Institutionen; d.h. die Gewährleistung von Chancen ist sicherzustellen. Dem Staat werden somit anstatt weitgehender verteilungspolitischer Aufgaben, in erster Linie ordnungspolitische Aufgaben zugewiesen. Natürlich werden dabei die wesentlichen Erfolge des Liberalismus wie persönliche Freiheit, Rechtssicherheit und rechtliche Gleichstellung weiterhin betont. Es werden darüber hinaus jedoch auch Grundprinzipien des politischen Konsenses moderner Gesellschaften, insbesondere die Forderung nach Gerechtigkeit in wirtschaftlichen Fragen, welche sich erst nach der Hoch-Zeit des klassischen Liberalismus etablierten, mit aufgenommen.
Methodisch lehnt Rawls die wirklichkeitsfernen Modelle der klassischen liberalen Denker wie die 'Urgesellschaft' ab und bezieht sich konsequent auf reale, moderne Gesellschaften. Damit gelingt es ihm, dem Liberalismus ein neues, zukunftfähiges Fundament zu geben, welches ihm erlauben, Antworten auf Probleme moderner Staaten, insbesondere der Überforderung etwa im Bereich Versorgung, zu geben.
Insgesamt eröffnet Rawls dem Liberalismus durch seinen Neuentwurf, sich als ein Gesellschaftmodell des 21. Jahrhunderts neu zu etablieren.


Recht und Moral: Texte zur Rechtsphilosophie - Recht und Moral: Texte zur Rechtsphilosophie

Taschenbuch, 1986
     Verkaufsrang: 107809      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Norbert Hoerster, geboren 1937, lehrte von 1974 bis 1998 Rechts- und Sozialphilosophie an der Universität Mainz. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Ethik und Rechtsphilosophie, u. a.: "Klassische Texte zur Staatsphilosophie" (Hrsg., 10. Aufl. 1999, dtv 30147); "Klassische Texte zur Ethik" (Hrsg. zus. mit D. Birnbacher, 11. Aufl. 2000, dtv 30096).



Anti-Ödipus: Kapitalismus und Schizophrenie I (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) - Gilles DeleuzeAnti-Ödipus: Kapitalismus und Schizophrenie I (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Gilles Deleuze, Félix Guattari

Taschenbuch, 6. Januar 1977
     Verkaufsrang: 33850      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Deleuze und Guattari begreifen den Ödipus-Komplex als ein kulturspezifisches, nämlich abendländisch-bürgerliches Phänomen. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist die Wunschproduktion "normaler" und "schizophrener" Menschen in der gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaft, wobei insbesondere die Analyse des "Schizo" die Mechanismen der Gesellschaft erhellt, die ihn ausstößt. In einem umfangreichen Exkurs zeigen Deleuze und Guattari verschiedene Formen von Vergesellschaftung und Schizophrenie auf und gewinnen dabei erste Kategorien für eine "Schizo-Analyse", die im Kern eine Sozio-Analyse ist.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Anti-Ödipus      5 von 5 Punkten
Der erste Band von Kapitalismus und Schizophrenie "Anti-Ödipus" ist eine Kritik an der Psychoanalyse von Sigmund Freud. Die Psychoanalyse wird hier als ein Instrument der Aufrechterhaltung von Dominanz und Repression beschrieben. Ihre Wirkung entfaltet sie durch die Unterwerfung des Subjekts unter Strukturen wie den "Ödipuskomplex", der die Wirkungen der menschlichen Psyche auf die familiären Instanzen "Mutter" und "Vater" beschränkt. Dagegen entwerfen Deleuze und Guattari das Konzept der Wunschmaschinen, eines maschinell gedachten Unbewussten, welches, anders als in der Psychoanalyse, vielfältige Einflüsse erfährt. Das Subjekt ist so nicht vom negativen Mangel gekennzeichnet, sondern durch das positive Wünschen bestimmt.


 Weitere Lesermeinungen


Faktizität und Geltung: Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats: Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des ... (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) - Jürgen HabermasFaktizität und Geltung: Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats: Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des ... (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Jürgen Habermas

Taschenbuch, 27. April 1998
     Verkaufsrang: 30135      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 20,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Auch in den etablierten Demokratien sind die bestehenden Institutionen der Freiheit nicht mehr unangefochten, obgleich die Bevölkerungen hier eher auf mehr ', denn auf weniger Demokratie zu drängen scheinen. Ich vermute allerdings, daß die Beunruhigung noch einen tieferliegenden Grund hat - die Ahnung nämlich, daß im Zeichen einer vollständig säkularisierten Politik der Rechtsstaat ohne radikale Demokratie nicht zu haben und nicht zu erhalten ist. aus dieser Ahnung eine Einsicht zu machen, ist das Ziel der vorliegenden Untersuchung.



Philosophie der Gerechtigkeit: Texte von der Antike bis zur Gegenwart (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) - Philosophie der Gerechtigkeit: Texte von der Antike bis zur Gegenwart (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)

Taschenbuch, 24. Juni 2002
     Verkaufsrang: 106950      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,00 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Studium von Philosophie, Griechisch und Theologie in Freiburg, München und Paris; Promotion 1993 in München: Habilitation 1999 in Tübingen. 2000-2001 Professor für Philosophie an der Universität Gießen. Seit 2001 Professor für Antike und Praktische Philosophie in Bonn. 2003-2004: Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Funktionen: Herausgeber Archiv für Geschichte der Philosophie (mit W. Bartuschat, Hamburg, und Christia Mercer, New York); Geschäftsführer der Gesellschaft für antike Philosophie e.V. (GANPH); Direktoriumsmitglied des Instituts für Wissenschaft und Ethik e.V., Bonn; Mitherausgeber der Augustinus-Werkausgabe   Buchpublikationen (Auswahl):   Selbständige Bücher -  Plotin über Sein, Zahl und Einheit. Eine Studie zu den systematischen Grundlagen der Enneaden, Stuttgart/Leipzig 1995: Verlag B.G. Teubner, Reihe ‘Beiträge zur Altertumskunde’, Bd. 62. - Augustinus, München 1995: Verlag C.H. Beck, Reihe DENKER (ital. Übers. Bologna 2005). - Paradigmen mittelalterlicher Philosophie, Kurseinheit 1: Augustinus, Studientext für die Fern-Universität Hagen, 1997, 148 S. - Antike Lebenskunst. Glück und Moral von Sokrates bis zu den Neuplatonikern, München 1998: Verlag C.H. Beck, Beck’sche Reihe 1271. - Einführung in die Politische Philosophie, Darmstadt 2003: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. - Grundlegende Güter. Untersuchungen zu einer handlungsteleologischen Ethik (Habilitationsschrift in Manuskriptform).   Herausgegebene Bücher - Augustinus, De civitate dei (Reihe ‚Klassiker Auslegen‘, Bd. 11), Berlin 1997: Akademie Verlag. - (mit Christof Rapp, Hgg.) Wörterbuch der antiken Philosophie, München 2002: Verlag C.H. Beck. - (mit Nico Scarano, Hgg.) Philosophie der Gerechtigkeit. Texte von der Antike bis zur Gegenwart, Frankfurt a.M.: Suhrkamp (stw 1563) 2002. - (mit Dieter Schönecker) Groundwork for the Metaphysics of Morals. New Essays, Berlin/ New York: de Gruyter: 2006. - (mit Ada Neschke) Politischer Aristotelismus. Hauptstationen seiner Rezeption vom Hellenismus bis zum 19. Jahrhundert, Stuttgart/Weimar 2007 (im Erscheinen).    

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Eine essenzielle Sammlung      5 von 5 Punkten
Dieses Werk ist für jede Person unentbehrlich, die sich über die Gerechtigkeitsdebatten in der europäischen Geistesgeschichte interessiert. Besonders instruktiv sind die Überblickstexte, die in die jeweiligen Epochen einführen. Die Ausschnitte aus philosophischen Werken sind gut gewählt und geben einen schönen Einblick nicht nur in den Inhalt der Debatten, sondern auch in die Art des Philosophierens.

Das Standartwerk zum Thema Gerechtigkeit      4 von 5 Punkten
Das Buch führt den Leser in alle wichtigen Theorien von der Gerechtigkeit ein. Es werden die verschiedenen Antworten auf die Frage nach Gerechtigkeit im eigentlichen Sinne aufgeführt und unterschiedliche Definitionen von 'Gerechtigkeit' erklärt und begründet. Der Leser entdeckt auch neue Aspekte, welche meist nicht sofort mit dem Begriff "Gerechtigkeit" assoziiert werden.
Da alle bedeutenden Theorien der Gerechtigkeit von der Antike bis zur Gegenwart aufgeführt werden, vermittelt der Band einen eindrucksvollen Überlick über die Theorie- und Indeengeschichte dieser Thematik.
Zu Empfehlen ist dieses Buch für jeden, der sich einen Überblick über das Spektrum der Theorien zur Gerechtigkeit verschaffen will. Der Band ist auch bestens als Basislektüre zum Einstieg in das Thema oder als Nachschlagewerk geeignet!


Der Wille zur Lust: Pornographie und das moderne Subjekt - Svenja FlaßpöhlerDer Wille zur Lust: Pornographie und das moderne Subjekt
Svenja Flaßpöhler

Taschenbuch, 12. März 2007
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15.12.2009 / Zeitschrift für Sexualforschung: "Ein gelungenes und anregendes Buch"



Sprache und Geschichte: Philosophische Essays - Walter BenjaminSprache und Geschichte: Philosophische Essays
Walter Benjamin

Taschenbuch, 1992
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Mit einem Essay von Theodor W. Adorno



Prozeß und Realität: Entwurf einer Kosmologie (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) - Alfred North WhiteheadProzeß und Realität: Entwurf einer Kosmologie (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Alfred North Whitehead

Taschenbuch, 24. November 1987
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1861 geboren am 15. Februar in Ramsgate/Kent als Sohn des Privatschulleiters und Pastors Alfred Whitehead und der Maria Sarah Whitehead, geb. Buckmaster. 1875 Eintritt in das Internat Sherborne in Dorsetshire, England, das Whitehead für seine Ausbildung in den klassischen Sprachen lobt. 1880 Eintritt ins Trinity College, Cambridge zum Studium der Mathematik. 1884 B. A. im Trinity College, Ernennung zum Fellow und zum Dozenten für angewandte Mathematik. 1890 Heirat mit Evelyn Willoughby Wade. 1891 Geburt des Sohnes Thomas North. 1893 Geburt der Tochter Jessie Marie. 1898 A Treatise on Universal Algebra. Geburt des Sohnes Eric Alfred. 1900 Zusammen mit Bertrand Russell Besuch des Ersten Intemationalen Kongresses für Philosophie in Paris. Bekanntschaft mit Peano. 1903 Whitehead gibt die Pläne für einen zweiten Band des Treatise on Universal Algebra auf, ebenso wie Russell seinen Plan einer Fortsetzung der Principles of Mathematics. Whitehead und Russell entscheiden sich zur Zusammenarbeit. Wahl zum Fellow der Royal Society (F.R.S.). Senior Lecturer für angewandte Mathematik. 1905 D. Sc. des Trinity College. 1910 Principia Mathematica, Bd. I (Bd. 11 1912, Bd. 111 1913, der vierte wird fallengelassen). Niederlegung der Dozentur am Trinity College, Umzug nach London. 1911 Dozent für angewandte Mathematik am University College, London, später Professor für angewandte Mathematik am Imperial College of Science and Technology, London. 1914 Besuch des ersten Kongresses für Mathematische Philosophie in Paris. Vortrag über die relationale Theorie des Raumes. 1919 Senator (seit 1921 Dekan) der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität London. Principles of Natural Knowledge, Tarner Lecturer; diese Vorlesungen erscheinen 1920 unter dem Titel The Concept of Nature. D. Sc. der Universität Manchester. 1922 The Principles of Relativity with Applications to Physical Science. 1924 Niederlegung der Londoner Professur und Annahme eines Rufes auf einen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Harvard in Cambridge, Massachusetts. 1925 Lowell Lecturer, Science and the Modern World. 1926 Lowell Lecturer, Religion in the Making. 1927 Barbour-Page Lecturer der Universität Virginia, Symbolism. Its Meaning and Effect. 1927/28 Gifford Lecturer an der Universität Edinburgh. Die Vorlesungen erscheinen unter dem Titel Process and Reality. An Essay in Cosmology im darauffolgenden Jahr. 1929 Louis Clark Vanuxem Lecturer der Universität Princeton, The Function of Reason. 1929/30 Mary Flexner Lecturer am Bryn Mawr College. Diese Vorlesungen werden zusammen mit anderen, die Whitehead am Dortmouth College und als Davis Lecturer in Columbia gehalten hat, 1933 unter dem Titel The Adventures of Ideas veröffentlicht. 1931 Fellow der British Academy (F.B.A.). 1933 Vorlesungen an der Universität Chicago, die später unter dem Titel Nature and Life veröffentlicht und in der Sammlung Modes of Thought aufgenommen werden. 1937 Emeritierung in Harvard. 1937/38 Vorlesungen am Wellesley College, die zusammen mit denen in Chicago als Modes of Tought veröffentlicht werden. 1941 Ingersoll Vorlesung an der Universität Harvard, unter dem Titel "Immortality" in dem Whitehead gewidmeten Band der Library of Living Philosophers wiedergegeben. Darin auch eine autobiographische Notiz. 1945 Order of Merit. 1947 Herausgabe einer Aufsatzsammlung unter dem Titel Essays in Science and Philosophy. Whitehead stirbt am 30. Dezember in Cambridge, Massachusetts. Seine Asche wurde am 6. Januar 1948 auf dem Friedhof der Harvard Memorial Church verstreut.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Whitehead sollte man lesen nicht Heidegger      5 von 5 Punkten
Irgendwie bekommt man den Eindruck nicht los, dass Whitehead in unseren Breiten und damit meine ich Deutschland, immer noch nicht entdeckt und anerkannt ist.
So eine Anhängerschaft wie sie Heidegger in Deutschland hat, möchte man Whitehead wünschen und er hätte es auf alle Fälle mehr verdient.
Da wird in Sein und Zeit all möglicher Unsinn reingedeutet, in Prozeß und Realität braucht man nichts rein deuten, es ist klar und deutlich formuliert. Das ist Philosophie nach meinem Geschmack.


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Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert: The Clash of Civilizations. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert - Samuel P. HuntingtonKampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert: The Clash of Civilizations. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert
Samuel P. Huntington

Taschenbuch, 1. Dezember 1998
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Clash und Crash mit Huntington
Es lohnt sich, mit Professor Samuel Phillips Huntington zu streiten. Es macht klüger - und man erlebt so seine Überraschungen beim Kampf der Argumente.
Harvard, im November 1996. SPIEGEL-Kollege Siegesmund von Ilsemann und ich sitzen im bescheidenen Büro des Professors in Boston, das so gar nicht zu dem pompösen Titel unseres Gesprächspartners passt (äEaton Professor of the Science of Government and Director of the John M. Olin Institute for Strategic Studies at Harvard University"). Ist er bereit für Gegenargumente zu seiner These vom kommenden Kampf der Kulturen, der in einen Weltkrieg münden könnte, äthe Rest against the West"? äNur zu, versuchen Sie, Löcher in mein Gedanken¬gebäude, in meine Landkarte für eine neue Ära der Politik zu bohren", sagt er mit blitzenden Augen. Er hat Freude am Zündeln, genießt die intellektuelle Auseinandersetzung. Und er gibt sich kämpferisch gegenüber jeder Kritik. Neunzig Minuten höchste Konzentration, während das Tonband läuft. Nur ab und zu, und nur für jeweils eine Sekunde, lässt Huntington den Blick hinaus aus seinem Fenster schweifen, auf die Bäume und Rasenflächen des schönen Harvard-Campus, wo sich auf Parkbänken einige seiner Studenten auf die nächste Vorlesung vorbereiten.
äUnd jetzt gehen wir in meine Kneipe hier gleich um die Ecke", sagt er, als wir uns gerade für das offizielle Interview bedankt haben. äDenn ich glaube, zu diesem und jenem Punkt sollten wir noch etwas vertiefen."
Es gibt alle paar Jahre mal intellektuelle Diskurse, originelle Denkstücke von Politikern oder Professoren, die große Aufmerksamkeit erregen. Der amerikanische Publizist Francis Fukuyama etwa, lange Zeit bekennender (und erst neuerdings bekehrter) Neokonservativer, hat 1989 so ein Traktat geschrieben. Er nannte es äDas Ende der Geschichte?" und meinte damit, alle ideologischen Auseinandersetzungen seien durch den Zusammenbruch des real existierenden Kommunismus in Osteuropa beendet, der Westen und seine Vorstellungen von Demokratie hätten für alle Zeiten gesiegt, von ein paar kleineren Störfällen abgesehen, sei der permanente Frieden ausgebrochen. Bald war Fukuyamas Gedankengebäude durch weltpolitische Entwicklungen als hoffnungslos überoptimistisch widerlegt. Selbst in Europa sollte wieder ein Krieg toben, und auch weit über den Balkan hinaus ging ädie Geschichte" durchaus weiter, terrorblutig und in bitteren Verteilungsschlachten um Rohstoffvorräte.
In der Sommer-Ausgabe 1993 der hoch angesehenen außenpolitischen Fachzeitschrift äForeign Affairs" hat dann Huntington seinen nur zwölf Seiten langen, mit einem scheuen Fragezeichen versehenen Aufsatz veröffentlicht: äThe Clash of Civilizations?" Schnell wurde klar, dass der Harvard-Wissenschaftler mit dem äKampf der Kulturen" (der in seiner korrekten Übersetzung eher ein äZusammenprall" sein sollte, was sich aber zugegeben nicht besonders griffig liest) ein langlebigeres und tiefer gehendes Erklärungsschema für die Zukunft der Weltpolitik lieferte als Fukuyama. Der frühere amerikanische Außenminister Henry Kissinger pries es, der führende arabische Linksintellektuelle Edward Said rammte es in Grund und Boden; Politiker begannen bald die griffige Formel zu benutzen, um ihre Vorstellungen über Präventivkriege, Abgrenzung von anderen Religionen oder regionale Zusammenschlüsse zu begründen. Immer wieder wurde vor dem äkommenden Kampf der Kulturen" gewarnt: ein fast schon klischeehaft wiederholtes Mantra vor allem der Erzkonservativen aller Länder. Nach jedem islamistischen Terroranschlag, nach jedem Scheitern einer diplomatischen Vereinbarung, nach jedem unbequemen Regierungswechsel in der Dritten Welt: Ist es nun so weit, haben wir ein weiteres Zeichen erlebt für den äClash of Civilizations"? Eine Chiffre, von der bald nicht mehr so klar war, wofür sie eigentlich stand. Und ob jeder, der sie benutzte, auch wirklich die Argumentation des Autors kannte.
Als Huntington dann 1996 sein Buch vorlegte - der äKampf der Kulturen" nun schon selbstbewusst ohne Fragezeichen, und statt einem Dutzend Seiten mehrere hundert lang -, war endgültig klar, dass es sich nicht wie beim Kollegen Fukuyama um eine intellektuelle Einjahresfliege handelte. Das Werk stürmte die Bestsellerlisten weltweit und setzte sich dort fest, wurde in Politiker- wie in Literaten- und Kirchen-Zirkeln zu einer wegweisenden weltpolitischen Bibel. Vergleichbar ist dieser bis heute andauernde Hype um Huntington allenfalls noch mit einer anderen Epoche machenden Schrift, schon damals fast ein halbes Jahrhundert alt: George Kennan hat in seinem Essay 1947 über die äUrsprünge des sowjetischen Verhaltens" die äEindämmung" des Kommunismus gefordert - die Forderung eines äContainment" wurde zu einem der intellektuellen Schlüsseltexte der amerikanischen Politik für den Kalten Krieg. Und zu einer in die Alltagssprache übergehenden Floskel.
Huntingtons Erklärungsmodell für die Zeit nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, für die Zeit nach dem Kalten Krieg ist in mehrfacher Weise außergewöhnlich: Er geht über den Staat als Grundeinheit der Weltpolitik hinaus. Und er verbannt politische Ideologien wie große ökonomische Auseinandersetzungen als geschichtsträchtige Komponenten in den Hintergrund. Der Harvard-Professor verkündet den Paradigmenwechsel. Eine völlig neue Form der internationalen Auseinandersetzungen beherrscht seiner Meinung nach das internationale Geschehen: Unterschiedliche Kulturkreise, die einander feindlich gegenüber stehen, prägen die Konfliktszenarien. Die Bruchlinien zwischen diesen äCivilizations" sind für ihn die Schlachtfelder der Zukunft - besonders blutig: die Grenzregionen des Islam. Dem Westen, dank seiner Wissenschaft und Technologie derzeit noch mächtigster Kulturkreis der Welt, droht laut Huntington der Abstieg, vor allem infolge äAufweichung" seiner Werte durch die überall nachdrängenden Immigranten.
Aber ist Samuel Huntingtons äClash of Civilizations" wirklich ein schlüssiges Erklärungsmuster? Oder überwiegen gar die Ausnahmen in seinem Modell, in seinem Paradigma zur globalen Politik, und führen es so ad absurdum?
Zurück in das Studierzimmer des Harvard-Lehrers für Internationale Beziehungen, zu unseren Diskussionen in der Bostoner Kneipe, November 1996, im Erscheinungsjahr des Buches. Versuche, das Modell nach allen Seiten auf seine Tauglichkeit abzuklopfen. Er bestellt sich einen Saft, wir entscheiden uns angesichts der vorgerückten Nachmittagsstunde für ein Bier. Die Kneipe mit dem holzgetäfelten Interieur hat sich geleert; nur ab und zu nickt ein Gast herüber, der den Raum verlässt. Bald sind wir allein mit dem Barkeeper und den hübschen Bedienungen.
Professor Huntington, Sie sprechen davon, die USA könnten der Sowjetunion in den äMülleimer der Geschichte" folgen. Washington hat mehr Waffen und dadurch vermutlich auch mehr Einfluss denn je. Sie bezweifeln die Loyalität der Immigranten in Europa und den USA - ist das nicht Panikmache?
äGerade Amerikas Einheit beruht auf einer gemeinsamen Kultur und einem gemeinsamen Vorrat politischer Prinzipien, die gegenwärtig von verschiedenen Seiten attackiert werden. Wir müssen die Flut der Immigranten eindämmen, weg von der Vorstellung einer multikulturellen Gesellschaft, weg von der Entwestlichung. In der Außenpolitik heißt das: Wir sollten Menschenrechte unterstützen, aber wir sollten nicht versuchen, andere Kulturen nach unserem westlichen Modell zu formen. Wir müssen akzeptieren, dass verschiedene Kulturen einen unterschiedlichen Wertekodex haben, dass individuelle Freiheiten nicht überall an der Spitze stehen."
Professor Huntington, die schlimmsten Auseinandersetzungen der letzten Jahrzehnte gab es doch innerhalb der Kulturkreise: Stalins Säuberungen, Pol Pots kambodschanischer Genozid - alles im Wesentlichen Kriege gegen das eigene Volk. Und kaum jemand ist doch nach dem Kalten Krieg so zerstritten wie die islamische Staatengemeinschaft. Zudem kommt uns die Aufteilung der Welt in sieben oder acht große Kulturen reichlich willkürlich vor - man könnte Lateinamerika mit seiner spanisch geprägten Kultur, anders als Sie, beispielsweise auch zum Westen zählen.
äBei Lateinamerika war ich mir nicht sicher bei der Zuordnung, darüber lässt sich streiten - aber darauf kommt es gar nicht an. Entscheidend für mich ist: Die Kraftfelder auf dem Globus verschieben sich, weg vom Westen, zu anderen Kulturkreisen. Besonders Religion schafft dabei ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, aber auch Abgrenzung gegenüber anderen. Deshalb gewinnen die Fundamentalisten des Islam, aber auch die Fundamentalisten des Christentums und des Hinduismus an Boden. Wenn aber die Welt künftig durch die Wechselbeziehungen zwischen sieben oder acht großen Kulturen geprägt wird, dann stellt sich die Frage nach einer neuen intellektuellen Landkarte für dieses Zeitalter. Es ergeben sich neue Fronten: Die Volksrepublik China ist dabei, wirtschaftlich und militärisch eine Weltmacht zu werden. Peking hat Iran und Pakistan Atomtechnologie verkauft. Die militärische Verbindung der wichtigsten Staaten des Konfuzianismus mit dem Islam stellt die größte Herausforderung für den Westen dar."
Professor Huntington, heizt nicht die ungleiche Verteilung von Reichtum auf der Welt die Konflikte mehr an, als es unterschiedliche Kulturen vermögen? Siegt nicht statt der Bedenken um kulturelle Kluft doch die Habgier von Nationen?
äNatürlich existieren wirtschaftliche Interessen, aber sie sind nicht von primärer Bedeutung. Die Menschen kämpfen und sterben für ihren Glauben und identifizieren sich mit ihrem Kulturkreis - das hält sie mehr zusammen denn je. Das Wesen der westlichen Kultur ist die Magna Charta, nicht der Big Mac. Darum geht es, und darum ist mein Gedankenmodell zwar nicht perfekt, aber es liefert die entscheidenden Anhaltspunkte, die Leitlinien. Es ersetzt den Kal


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Was ist Gerechtigkeit? - Hans KelsenWas ist Gerechtigkeit?
Hans Kelsen

Taschenbuch, August 2000
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Hans Kelsen 1881-1973, einer der bedeutendsten Verfassungs- und Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts, erörtert in seiner kleinen Schrift von 1953 Gerechtigkeit als Problem der Lösung von Interessen- und Wertkonflikten und als Problem der Rechtfertigung menschlichen Verhaltens.

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Ein Bud Spencer der Demokratie      5 von 5 Punkten
Hans Kelsen geht die beiden führenden Theoriebildungen über die Gerechtigkeit an, wie ein routinierter Kirmesboxer übermütige Teenager, die sich zu ihm in den Ring trauen. Ohne erkennbare Mühe streckt er erst die metaphysischen (namentlich religiösen) Gerechtigkeitstheorien nieder, denen er nachweisen kann, dass sie das Problem der Relativität von Werten nicht lösen können. "Wissenschaftliche" Gerechtigkeitsheorien folgen den metaphysischen auf die harten Bretter, denn sie sind auf bereits gesetzte Aussagen über Recht und Unrecht angewiesen.
"Wenn wir aus der geistigen Erfahrung der Vergangenheit irgend etwas lernen können, ist es dies, dass die menschliche Vernunft nur relative Werte begreifen kann," schlussfolgert Kelsen aus dieser philosophischen Rauferei. Und das Erstaunliche ist: dass diese Erkenntnis ausreicht, um doch so etwas wie eine Lösung anzubieten: Toleranz ("Toleranz bedeutet Gedankenfreiheit"). Diesen Text hätten wir von Kindergarten bis zum letzten Schultag lesen lesen und wieder lesen sollen. Warum liest in unserer Demokratie keiner Kelsen? Man sollte. Dringend. Denn hier ist der Anwalt der Demokratie, als der Kelsen auftritt, kein verhuschter Bürokrat, sondern ein wahrer Bud Spencer (der übrigens von Juristen Carlo Pedersoli gespielt wurde).


 Weitere Lesermeinungen


Ach, Europa: Kleine politische Schriften XI (edition suhrkamp) - Jürgen HabermasAch, Europa: Kleine politische Schriften XI (edition suhrkamp)
Jürgen Habermas

Taschenbuch, 17. März 2008
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"Wieso ist ein politisch stärker integriertes Europa für einen Philosophen ein so reizvolles Projekt? Zunächst: Auch ein Philosoph darf politische Interessen haben und sich über die eklatanten Demokratiedefizite der EU-Institutionen empören oder die Hoffnung hegen, dass ein geeintes Europa zu einem "global player" werde, der das Seine – beispielsweise – dazu beitragen könne, das Verhältnis von Politik und Markt wieder in eine vernünftige Balance zu bringen. ...Die Vereinigten Staaten bleiben in einem Szenario reformierter internationaler Politik nicht nur als faktische Supermacht unentbehrlich, sondern auch, weil sie für Habermas "eine aus historischer Sicht unwahrscheinliche Supermacht sind – nämlich jene älteste Demokratie auf Erden, die von idealistischen Traditionen lebt und sich im Geist des 18. Jahrhunderts dem Universalismus mehr als irgendeine andere Nation geöffnet hat".  Am Horizont dieses Universalismus zeichnet sich auch ab, was einen Philosophen als Philosophen an einem solchen Europa-Projekt wohl faszinieren mag. Es ist die sozusagen welthistorische Möglichkeit, der Vernunft Geltung zu verschaffen und Verständigungsverhältnisse zu befördern, in denen die Bürger als Diskursteilnehmer etwas zu sagen und zu gestalten haben." (Uwe Justus Wenzel Neue Zürcher Zeitung )



Was von Auschwitz bleibt: Das Archiv und der Zeuge. Homo sacer III (edition suhrkamp) - Giorgio AgambenWas von Auschwitz bleibt: Das Archiv und der Zeuge. Homo sacer III (edition suhrkamp)
Giorgio Agamben

Taschenbuch, 22. September 2003
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Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 23.09.2003
Schon das Vorgängerbuch "Homo Sacer" des italienischen Philosophen Giorgio Agamben muss bei Niels Werber auf großen Respekt gestoßen sein. Agambens neuer Essay schließe dort an, erklärt Werber: erneut befasse sich der Autor mit der "biopolitischen Spaltung" unserer Gesellschaft, die Menschen und Nichtmenschen unterscheide. Historisch mache Agamben diese Unterscheidung am Beispiel von Auschwitz fest, führt Werber weiter aus, wobei Agamben seine Aussage soweit zuspitze, dass er behaupte, im Lager hätten überhaupt keine Menschen existiert, sondern nur "Nichtmenschen und Unmenschen". Doch jede moderne Gesellschaft produziert heutzutage solche Ausnahmezonen, die alle Gefahr liefen, zum Normalzustand erklärt zu werden, lautet nach Werber die Kernaussage Agambens. Als solche erscheine sie nicht besonders sensationell, setzt Werber hinzu und meint, das Provozierende bei Agamben läge in dessen Fähigkeit zur Zuspitzung und Generalisierung seiner Aussagen. Werber legt in seiner Rezension schlüssig die Gedankengänge Agambens dar, ohne dabei etwas über Sprache und Stil des Autors zu verraten. Den kann man nur erahnen: sachlich und literarisch bewandert.
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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003
Schon der erste Satz ist dem Rezensenten Tim B. Müller schlecht bekommen. Dort behauptet Giorgio Agamben nämlich, "das Problem der historischen (...) Umstände der Vernichtung der Juden" sei "ausreichend geklärt". Wie bitte? Dass Agamben über "keinerlei Kenntnis der Historiografie des Holocaust" verfügt, stellt für Müller nicht nur einen "großen", sondern einen entscheidenden "Makel" dar, da doch mit den "historischen Fakten" Agambens Vorhaben, die Unmöglichkeit einer Ethik nach Auschwitz zu begründen, "steht und fällt". Agambens "homo sacer" kehre wieder als "der 'Muselmann' in Auschwitz", der Muselmann, das heißt der seiner "ethisch-politischen Menschlichkeit beraubte" Mensch, der zur schlicht "biopolitischen Substanz" geworden ist. Gegen Agambens Versuch, mit Hilfe der "vertrauten Meisterdenker" eine "unkorrumpierte" Ethik zu entwickeln, äußert der Rezensent jedoch zahlreiche Einwände. Unter anderem: Dass Agamben vergisst zu fragen, ob der Mensch überhaupt, unter welchen Umständen auch immer, auf das "nackte Leben" reduzierbar ist, dass er vor "Gedankenarbeit" flüchtet und zu oft der "Aporie" den Vorzug gibt, dass seiner "Täter-Opfer-Beziehung" jegliche "Dynamik" fehlt, dass er Auschwitz zum "philosophischen Lehrstück" und den Muselmann zur "condition humaine" reduziert, und dass das "Versagen der Ethik in Auschwitz" nicht das "Versagen aller Ethik" bedeutet. Nach dieser Vorwurfslawine klärt sich der Himmel ein wenig auf, und der Rezensent geht zu den Stärken des Buches über, die er vor allem darin sieht, dass der kritische Leser, sprich jener, der Agambens "Logik des Alles oder Nichts" widerstehen kann, "zahllose Denkanregungen" erhält, wie etwa die - sprachtheoretische - Verknüpfung der ethischen Fragestellung mit der Figur des "Zeugen". Mit diesem Buch, so Müller, ist Agamben ein "großer, erschütternder" Beitrag zur "Trauma-Diskussion" gelungen, auf keinen Fall aber eine "neue Ethik".
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Die Kultur der Freiheit: Der Westen gerät in Gefahr, weil eine falsche Idee der Freiheit die Alltagsvernunft zerstört - Udo Di FabioDie Kultur der Freiheit: Der Westen gerät in Gefahr, weil eine falsche Idee der Freiheit die Alltagsvernunft zerstört
Udo Di Fabio

Gebundene Ausgabe, 26. Juli 2005
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Wir sollten den Aufbruch in eine neue bürgerliche Epoche wagen, mit einem Bürgerbegriff ohne soziale Schranken, mit weniger staatlicher Bevormundung, mehr eigener Leistungsfreude. Das alles fordert Udo Di Fabio in seinem Buch. Stärker als bisher sollten alle den Zusammenhang von individueller Freiheit und unentbehrlichen Gemeinschaften wie Familien, Nationen, Religionsgemeinschaften beachten. Der Autor möchte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit mehr als zwei Jahrhunderte nach der Französischen Revolution mit dem immer aktuellen Thema der kulturellen Richtung einer Gesellschaft verbinden. Die Kultur der Freiheit lebt von hohen Erwartungen an den einzelnen Menschen. Und neue Kraft entsteht, so folgert Di Fabio, wenn Menschen aufhören, wirtschaftliches, kulturelles und politisches Geschehen wie Zuschauer und Besucher eines Einkaufsparadieses zu betrachten. Sie sollten fragen, wie man etwas besser machen kann und - vor allem - was sie selbst dazu beitragen können.
Der Jurist und Hochschullehrer, seit 1999 Richter am Bundesverfassungsgericht, hat seine Gedanken über das Individuum, dessen Chancen und Grenzen, den Wert der Familie und die Verantwortung der Gesellschaft klug formuliert. Behutsam, moralisch, anregend. Keine lähmende Besserwisserei, sondern Ermunterung für den Leser nachzudenken. Nachzudenken über das eigene Dasein und dabei nicht den Blick zu verlieren für eine interessante, aber wenig geordnete, ja gefährliche Welt.
Wichtig sei bei alldem ein solides kulturelles Fundament. Nationen und Weltreligionen, die sich darauf gründen, werden in diesem Jahrhundert in Führung gehen. Davon ist Di Fabio überzeugt. Sie werden sich auch deshalb behaupten können, weil sie zu einer dynamischen Weltwirtschaft passen. - Hans Jürgensen


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Weckruf eines Berufenen      5 von 5 Punkten
Die Grundwerte und Normen, auf denen eine Verfassung beruht, gleichen einem lebendigen Organismus, der ohne Nährstoffversorgung verkümmert und abstirbt. Ihr Lebenselixier sind Menschen, als Individuen und Gemeinschaft, die ihr Leben im Geist dieser Werte führen und dadurch für ihr Fortbestehen sorgen. In diesem Sinne wäre die Verfassung das Plebiszit eines jeden Tages, wie es Ernest Renan von der Nation gesagt hat. Insofern aber die für die Verfassung konstitutiven Werte aus bestimmten kulturellen Wurzeln hervorgehen, bedarf es einer Rückbindung der die besagten Werte am Leben erhaltenden Menschen an eben dieses Kulturgut.
Das ist ? etwas verkürzt und abstrahiert ? der thematische Ankergrund von Di Fabios Mahnschrift, die das Land alarmieren sollte. Denn der Richter am Bundesverfassungsgericht sieht das Grundgesetz gleich in doppelter Hinsicht grundsätzlich gefährdet: Wegen rückläufiger Geburtenraten droht in Deutschland schon aus rein biologischen Gründen der schleichende Verfassungstod mangels Nachkommenschaft, die für ein Fortleben grundgesetzlicher Normen und Werte eintreten könnte. Kinder- und Familienfeundlichkeit samt einem Bewusstseinswandel in Richtung auf mehr Bindungsbereitschaft und soziale Verantwortungsübernahme hält Di Fabio also für die erste Bürgerpflicht und Gemeinschaftsaufgabe in der gegebenen Lage.
Doch nicht nur aus demographischen Gründen steht der Wertekanon des Grundgesetzes heute auf tönernen Füßen. Die vergangenen Jahrzehnte der Abkehr von gutbürgerlicher Lebensart, von Bildungsbeflissenheit und Leistungsbereitschaft im Zeichen einer allzu rücksichtslos begriffenen Freiheit des Individuums zu beliebiger Selbstverwirklichung im privaten und öffentlichen Raum, in Verbindung mit einer teils fremdgesteuerten, teils selbstverschuldeten Auslieferung an Medienwelt, Konsumofferten, Erlebnisspektakel und Fernreiserummel, haben nach Di Fabio mehr oder minder unversehens dazu geführt, dass die in der Gesellschaft gelebten Werte nicht mehr zu dem kulturellen Quellgrund passen, der das Grundgesetz hervorgebracht hat und für dessen Fortbestehen nötig ist. Zu fordern ist daher Besinnung auf das, was eine Kultur der Freiheit im Sinne des Grundgesetzes ausmacht.
Bis zu dieser Einsicht wird Di Fabio folgen, wer sich den Realitäten einigermaßen stellt: Der Identifikationskern eines geläuterten, im Kreise der Völker zu neuem Ansehen gelangten Deutschland, dieses Grundgesetz (das sogar bereits zur Projektionsfläche eines Verfassungspatriotismus geworden ist) wird nur Bestand haben und fortwirken können, wenn der gesellschaftliche Unterbau das erlaubt und fördert. Allerdings gilt das in gleicher Weise für Verfassungen und Gesellschaften aller demokratischen Länder. Und die für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland maßgeblichen Werte sind ja zum überwiegenden Teil solche, die auch anderen westlichen Demokratien zugrunde liegen. Ähnliche gesellschaftliche Entwicklungstendenzen vorausgesetzt (die drei ersten Kapitel in Di Fabios Abhandlung (S. 1-70) stehen explizit unter diesem Eindruck), dürften anderwärts demnach näherungsweise gleichartige Disparitäten zwischen Verfassungsintentionen und Lebensalltag zu finden sein.
Wenn aber Deutschland mit diesem Problem nicht allein ist und wenn auch die Problemursachen nicht nur spezifisch deutsche sind (nebenbei: die vorläufig aus historischen Gründen hierzulande noch wirksame Immunreaktion der öffentlichen Meinung gegenüber nationalem Überschwang und Deutschtümelei soll man nicht fahrlässig auf den Müllhaufen der Geschichte werfen), dann muss auch die Besinnung auf die kulturellen Wurzeln unserer westlich-demokratischen Verfassung nicht allein, nicht einmal primär, am deutschen Stamme stattfinden. Di Fabio liegt sicher richtig damit, die positiven Seiten unserer nationalen Kultur und Geschichte für den gemeinten Reorientierungsprozess fruchtbar zu machen; doch geht das ergiebige kulturelle Spektrum über den nationalen Rahmen weit hinaus und endet nicht einmal an den Grenzen des von Di Fabio argusäugig betrachteten EU-Europa (Di Fabio selber zählt allein zum "Westen", zu den Erben des "christlichen Abendlands", sowohl Europa als auch Nordamerika, Neuseeland und Australien (S. 2f.); und ein im Ganzen national verengter Blickwinkel ist ihm auch nicht etwa vorzuhalten). Man wird daher z.B. nicht unbedingt das immer noch affektbeladene Preußen bemühen müssen (S. 222ff.), um die Gesellschaft, für die das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschaffen wurde, mit Kulturgehalten versorgen zu können.
Fazit: Di Fabios Weckruf darf weder ungehört verhallen noch als rückwärtsgewandte Spinnerei billig abgefertigt werden. Der Problemaufriss überzeugt; die Dringlichkeit der Bearbeitung ist gegeben; über die adäquaten Lösungswege sollte in demokratischer Offenheit beraten und danach schleunigst gehandelt werden. Und wegen der Bedeutung der Nachwuchsfrage, die zu vernachlässigen keiner Gesellschaft bekömmlich sein kann, haben Familienförderung sowie Bildungs- und Integrationsanstrengungen oberste Priorität.


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