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Dialektik der Aufklärung: Philosophische Fragmente. (Fischer Wissenschaft) Max Horkheimer, Theodor W. Adorno Sondereinband, 1. Mai 1988 Verkaufsrang: 1445 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfaßte Dialektik der Aufklärung ist der wichtigste Text der Kritischen Theorie und zugleich eines der klassischen Werke der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Philosophische Kritik, Auseinandersetzung mit dem Faschismus und die Resultate langjähriger empirischer Untersuchungen in den USA verschmelzen hier zu einer Theorie der modernen Massenkultur. Mit äußerster gedanklicher Schärfe beleuchten die Autoren die...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
Das Manifest gegen den einseitigen Positivismus 5 von 5 Punkten Das Buch in einer praegnanten Rezension zusammenzufassen moechte ich mir nicht zumuten, allzuviele Subideen geistern darin herum. Diese Rezension soll also vielmehr einordnen, in welche Richtung dieses Buch weist und dem interessierten Leser somit einen ersten Zugang ermoeglichen. Horkheimer und Adorno schreiben in ihrer "Dialektik der Aufklaerung" ein Manifest gegen den aufkeimenden Positivismus der 20er Jahre (Wiener Kreis) und der Folgezeit (Popper). Waehrend die logischen Empiriker und Positivisten sich allzusehr dem Gegebenen, dem Empirischen verschrieben und alle Metaphysik a priori verdammten ("was nicht messbar ist, davon ist nicht zu sprechen"), wandten sich Horkheimer und Adorno noch einmal der Frage zu, inwiefern dieser scheinbar wissenschaftliche Zweig der Philosophie als solcher ueberhaupt gerechtfertigt ist - und somit der Frage, ob denn der Positivismus nicht in sich auch eine Metaphysik sei, also ein durchaus austauschbarer Zweig, eine 'Moeglichkeit' statt eine 'Wahrheit'. In ihrem hier vorliegenden Werk stellen sie dar, inwiefern die moderne wissenschaftliche Philosophie sich selbst begrenzt und inwiefern sie - zumindest in der einseitig extremen Form des Positivismus - eine Rueckkehr darstellt, mehr als einen Fortschritt. Das Buch ist schwierig zu lesen - finde ich zumindest - da es keine Einleitung in das Gebiet darstellt, sondern von Anfang an eine erhitzte subjektive intrinsische Debatte bietet, in die ein allzu sorglos wandernder Leser vielleicht ein wenig verloren blicken mag. Liest man aber mutig weiter und ergaenzt die Lektuere vielleicht mit einigen Schriften beispielsweise des Wiener Kreises, so versteht man bald, aus welcher Haltung Adorno und Horkheimer das Werk verfassen mussten, und lernt es schaetzen. Lesenswert.
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Der Untergang des Abendlandes Oswald Spengler Gebundene Ausgabe, Januar 2007 Verkaufsrang: 3758 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Über die Philosophie des Schicksals Kaum ein anderes geschichtsphilosophisches Werk ist in der Welt und vor allem in Deutschland so heftig diskutiert und so gründlich missverstanden worden wie Oswald Spenglers "Untergang des Abendlandes", ein Werk, dessen Titel zum - meist oberflächlich gebrauchten - Schlagwort wurde. Zum ersten Mal hatte hier ein großer Denker den Versuch gewagt, eine "Philosophie des Schicksals" vorzulegen, in der die abendländische Kultur in ihrer Zivilisationsphase und damit in ihrer Endphase erklärt wurde. Für Spengler zeigen die Kulturen, denen jeweils eine Lebensdauer von einem Jahrtausend beschieden ist, einen schicksalhaften, den Jahreszeiten entsprechenden Verlauf. Diese Sicht führte ihn zu faszinierenden Vergleichen und Prognosen, die inzwischen zum Teil schlagend bestätigt wurden. Spengler fühlte sich Goethe und Nietzsche verpflichtet. In seinem Vorwort zur überarbeiteten Auflage von 1922 schrieb er über sein Verhältnis zu Nietzsche, er habe "aus seinem Ausblick einen Überblick gemacht". Die ungewöhnliche Wirkung, die Spenglers Werk erzielte, beruhte sowohl in seinem imponierenden, konsequenten Gedankengang wie in seiner bildhaften Sprache, die es auch dem Laien ermöglicht, dem Text zu folgen. Anton Mirko Koktanek analysiert in seinem kundigen, abgewogenen Nachwort Spenglers Werk vor dem geistesgeschichtlichen Hintergrund seiner Zeit, zeigt aber ebenso, welche Bedeutung ihm auch heute und künftig zukommt.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 18 Bewertungen)
Fundiert und noch immer Top-Aktuell 5 von 5 Punkten Spengler versucht zu beweisen dass alle grossen menschlichen Zivilisationen ein ähnliches Entwicklungsschema aufweisen. Grundlage ist die Idee dass eine Zivilisation einen Prozess durchlebt, ähnlich dem Lebensprozess eines Menschen. Geburt - Wachstum - Produktivität - Senilität - Tod. Die Idee dieses Prozesses ist nicht neu, aber Spengler hat es soweit ich weiss zum ersten mal in dieser fundierten Form und mit zahlreichen zusätzlichen Basis-Überlegungen auf Papier gebracht. Grundlage für die Überlegungen bieten die Zivilisationen der Griechen / Römer / Chinesen / Inder und unsere "faustische" Zivilisation. Dabei versucht Spengler anhand der Mathematik/Kunst/Spiritualität/Religion/Kunst etc etc einen Vergleich zwischen den verschiedenen Kulturen zu ziehen. Dabei wird klar dass unserer faustischen Kultur grundsätzlich andere Werten und Betrachtungsweisen innewohnen als beispielsweise der indischen,chinesischen oder griechischen. Dies ist noch nicht verwunderlich, verwunderlich ist dass trotz all der Verschiedenheit jeder Kultur/Zivilisation ein gewisser "Lebensplan" zugrunde liegt. So etwas wie eine biologische Uhr die tickt. Nach Spengler durchleben wir in der faustischen Zivilisation gerade die letzte Phase, und bis ins Jahr 2200 wird unsere Kultur in dieser Form untergegangen sein. Wohlgemerkt: Spengler ist kein Untergangs-Prophet. Sein Werk würde ich als geschichts-philosophisch betrachten. Und auch wenn es bereits 90 Jahre alt ist so sind die Betrachtungen und Schlüsse in keinster Weise veraltet. Im Gegenteil: es wird klar wie stark das Schicksal einer Zivilisation vom Grund-Denken eines Menschenschlages bestimmt wird. Einem Grund-Denken dass sich in dunkler Vorzeit gebildet hat, vor Jahrtausenden, und weiterbesteht ohne dass dieser Zusammenhang in der Zivilsation wirklich zum Ausdruck käme, respektive ohne dass sich die einzelnen Teile einer Kultur, der einzelne Mensch, darüber im klaren wären. Insofern ist Spenglers Werk ein Aufklärungswerk und jedem zu empfehlen der sich Gedanken über unsere Zivilisation macht. Es ist interdisziplinär und wirkt in folgenden Disziplinen: Meta-Mathematik / Geschichte / Philosophie / Soziologie / Ahnenkunde / Psychologie / Zukunftsforschung / Kunstgeschichte etc. Kantianer aufgepasst, Spengler ist ein Goethianer. Er versucht zu erkennen, nicht zu verlogifizieren. Das Buch kann vom Laien verstanden werden. Spengler bleibt in der Sprache klar und bemüht sich um Verständlichkeit. Ein Studium der Geschichte wäre natürlich vorteilhaft, aber rudimentäres Wissen über die Gesamt-Zusammenhänge genügen auch. Kein leichtfertiges Werk. Zu Empfehlen? Auf jeden Fall.
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Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit Rüdiger Safranski Taschenbuch, Dezember 2006 Verkaufsrang: 101248 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "Hier schreibt einer über Heidegger ohne Zorn und ohne schülerhafte Demut, mit einer soliden Distanz: die also schweigt, wo es nur Vermutungen gäbe, die kritisiert, ohne zu denunzieren, die ironisiert, ohne zu lästern, und breitet hin und wieder die Arme aus und sagt: So ist es eben." Die Zeit
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)
"Der Sinn ist die Zeit, aber die Zeit 'gibt' keinen Sinn" (178). 5 von 5 Punkten Kein deutscher Philosoph des 20. Jahrhunderts polarisiert bis heute derart wie Martin Heidegger. Seine Schriften, allen voran sein Hauptwerk "Sein und Zeit", gelten vielen als notorisch unverständlich und intellektuell selbstverliebt, anderen wiederum als zu den bedeutendsten philosophischen Produkten überhaupt, die unter anderem den Existentialismus mitbegründeten. Viele verdammen ihn aufgrund seiner Parteinahme für den Nationalsozialismus, dem er sich begeistert abschloss, um sich später nur halbherzig und voller Entschuldigungen von seiner Vergangenheit zu distanzieren. Ebenso wird seine kleinbürgerliche Doppelmoral angeprangert, die er in zahlreichen Affären, am bekanntesten wohl die mit seiner jungen Studentin Hannah Arendt, auslebte. Eine Biografie über diesen Mann und sein Denken zu schreiben, stellt also eine große Herausforderung dar. Doch Rüdiger Safranski gelingt es hervorragend, Heideggers Philosophie packen, mitreißend und mit der nötigen kritischen Distanz darzustellen. "Primitiv sein heißt aus inneren Drang und Trieb dort stehen, wo die Dinge anfangen, primitiv [zu] sein, getrieben [zu] sein von inneren Kräften. Gerade deshalb, weil der neue Student primitiv ist, hat er die Berufung zur Durchführung des neuen Wissensanspruch" (262). So Martin Heidegger am 30. November 1933 vor der Tübinger Studentenschaft als glühender Anhänger Adolf Hitlers und des Nationalsozialismus. Safranski legt dar, wie Heideggers politisches Engagement mit seiner Philosophie zusammenhängt. 1927 erschien sein philosophisches Hauptwerk "Sein und Zeit", dessen Grundgedanke lautet, dass der menschlichen Existenz kein wie auch immer gearteter Sinn zu Grunde liegt: "Der Sinn von Sein ist die Zeit; die Zeit aber ist kein Füllhorn von Gaben, sie gibt uns keinen Gehalt und keine Orientierung. Der Sinn ist die Zeit, aber die Zeit 'gibt' keinen Sinn" (178). Im Erkennen der eigenen Sinnlosigkeit sieht Heidegger die Verpflichtung des Menschen, sein Leben selbst zu gestalten. Nach Heidegger liegt der Kern des Menschseins "beim Bewußtsein des eigenen Seinkönnens, bei der Freiheit also im Sinne von Spontaneität, Initiative, Schöpfertum" (191). Diese Freiheit zur Selbstgestaltung ist bei Heidegger an keine moralischen Prämissen gebunden. Safranski fasst Heideggers Prinzip folgendermaßen zusammen: "Tu, was du willst, aber entscheide dich selbst und laß dir von niemanden die Entscheidungen und damit auch die Verantwortung abnehmen" (ebd.). Heidegger wurde damit zum Begründer des Existentialismus und zum Vorbild für Denker wie Jean-Paul Sartre, der an Heidegger anknüpfend legendär formulierte "[W]ir sind zur Freiheit verurteilt" (Sartre, in: Das Sein und das Nichts, S. 838). Woher nun rührt Heideggers Begeisterung für Hitler und den Nationalsozialismus? Hierfür muss man zwei Konzepte, die Heidegger entwickelt hat, verstehen: Die Konzepte der Eigentlichkeit und der Uneigentlichkeit. Die Uneigentlichkeit ist ein grundlegender Zustand unserer Existenz bevor der Mensch sein schöpferisches Potential in sich entdeckt. Den Machtantritt der Nazis sieht Heidegger nun als Flucht aus der Uneigentlichkeit in die Eigentlichkeit: "Mit der Revolution von 1933 war für ihn der geschichtliche Augenblick der Augenblick gekommen" (265), schreibt Safranski. Safranski beschränkt sich in seiner Darstellung nicht auf die Verbindungen Heideggers zu Hitler, auch wenn das natürlich einen wichtigen Punkt in seiner Biografie darstellt. Des Weiteren legt Safranski klar und verständlich die Grundzüge von Heideggers Philosophie dar, die als notorisch schwierig zu verstehen gilt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Heideggers vielfältigen Kontakten und Diskussionen mit Zeitgenossen, die anhand von Briefwechseln zu rekonstruieren sind. Karl Jaspers, Hannah Arendt, Arnold Gehlen und Jean-Paul Sartre sind hier an erster Stelle zu nennen. Fazit: Safranski gelingt es, die schwierigen Sachverhalte verständlich und in klarer Sprache darzustellen. Dass er wie kaum ein anderer in der Lage ist, das Denken großer Philosophen einer breiten Massen von Interessierten nahe zu bringen, ohne dabei über die Maße zu vereinfachen, hat Safranski auch in seinen Biografien Schopenhauer und Die wilden Jahre der Philosophie und Nietzsche: Biographie seines Denkens bewiesen. "Heidegger" ist ein anspruchsvolles Lesevergnügen, welches ohne Einschränkungen zu empfehlen ist.
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Kampf der Kulturen: The Clash of Civilizations. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert Samuel P. Huntington Taschenbuch, 21. Februar 2006 Verkaufsrang: 100687 Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. Der amerikanische Politikwissenschaftler Huntington stellt in seinem Buch die Frage nach den weltpolitischen Entwicklungen im 21. Jahrhundert. Statt eines harmonischen Zusammenwachsens in einer zunehmend vernetzten Welt sieht er neue Konflikte globalen Ausmasses entstehen: Konflikte zwischen den Kulturen. Er unterscheidet die zeitgenössische Welt in sieben grosse Zivilisationen: die chinesische, japanische, hinduistische, islamische, westliche, lateinamerikanische und afrikanische. Die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts wird nicht von Auseinandersetzungen ideologischer oder wirtschaftlicher Natur bestimmt sein, sondern vom Konflikt zwischen Völkern und Volksgruppen unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeit. Mit seiner aufsehenerregenden These vom "Clash of Civilisations" hat Huntington eine neue Formel für die künftige Weltordnung gefunden.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 47 Bewertungen)
Kulturdiskussion 4 von 5 Punkten Sehr interessante thesenhafte Darstellung der Entwicklug der Weltgemeinschaft, seit Ende des kalten Krieges. Aufschlußreiche Darstellung der Zusammenhänge sowohl zwischen den einzelnen Kulturbereichen als auch innerhalb. Sehr zu empfehlen, wenn man die Hintergründe der aktuellen Konflikt- und Machtbereiche auf dieser Erde verstehen möchte.
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Feministische Theorien zur Einführung Regina Becker-Schmidt, Gudrun-Axeli Knapp Broschiert, November 2007 Verkaufsrang: 43138 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Nur für Fortgeschrittene geeignet 3 von 5 Punkten Man (frau) merkt diesem Buch an, daß es von Anhängerinnen des psychoanalytischen Feminismus geschrieben wurde, dem ich selbst etwas skeptisch gegenüber stehe. Trotzdem hat mir dieses Buch neue Erkenntnisse und Einsichten, neue Blickpunkte vermittelt. Allerdings bin ich der Meinung, daß man dieses Buch nur dann verstehen kann, wenn man bereits über Grundkenntnisse der feministischen Theorie, ihrer verschiedenen Strömungen und ihrer Grundpositionen verfügt. Ansonsten ist die Einordnung der verschiedenen Autorinnen und Argumente nur schwer möglich. Für Fortgeschrittene ist dieses kleine Büchlein eine interessante Erweiterung der Perspektive, für Anfänger jedoch nur bedingt geeignet, daher auch nur 3 Sterne. |
Ach, Europa Jürgen Habermas Broschiert, 16. März 2008 Verkaufsrang: 36880 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Ach Europa! 1987 konnte Hans Magnus Enzensberger seinen Reisebildern noch ein optimistisches Ausrufezeichen mit auf den Weg geben, 20 Jahre später ist es mit dem europapolitischen Optimismus vorbei. Ach, Europa, es bleibt allein der seufzende Ton. Jürgen Habermas entwickelt in einer Rede, die er aus Anlass einer Diskussion mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hielt, politische Alternativen für den Kontinent. Er plädiert für eine Politik der abgestuften Integration und für eine "bipolare Gemeinsamkeit" des "alten Europa" mit den USA. Neben Habermas' jüngsten europapolitischen Interventionen versammelt dieser Band der Kleinen Politischen Schriften philosophische Portraits langjähriger Weggefährten wie Jacques Derrida und Richard Rorty sowie zwei Texte zum Fortschreiten des Strukturwandels der Öffentlichkeit.
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Das Reich der Zeichen Roland Barthes Taschenbuch, 11. Januar 2008 Verkaufsrang: 74997 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Semiologie Dekonstruktion Autobiographie 5 von 5 Punkten R. Barthes Reich der Zeichen ist eine schöne Erzählung über die japanische Welt der Zeichen, die Zeichen der Zeit wie die Zeichen der Schrift, ein kleines Buch als auch autobiographische Schrift eines Europäers in einer nicht lesbaren Welt, einer illisiblen Textwelt (vgl. Derrida), die der Autor wie der Leser erst textsemiotisch erschließen muß. Die ganz persönlichen Spuren eines europäischen Denkers durch die geheimnisvolle Welt der Zeichen, der Symbole, der Metaphern, der Architekturen. Zum Vergleich möchte ich hier noch hinweisen auf eine Textarchitektur in und aus Wien als ein ebensolches und gleichzeitig sehr anderes Reich der Zeichen(=Sem): Concic, G.A.: Semeion Aoristicon oder zur Autobiographie Sem Schauns. Wien 1994ff.; hier wie dort wird das Zeichen, das Sem, zum tragenden Element für den Leser, die Leserin, die durch den Text wandern und die Architexturen bestaunen. Peter Iser, Genf |
Quellen des Selbst: Die Entstehung der neuzeitlichen Identität Charles Taylor Taschenbuch, 2. April 2009 Verkaufsrang: 24359 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Charles Taylor Arbeit gegen den Gedächtnisverlust der Modern 5 von 5 Punkten In einer Welt der Unübersichtlichkeiten und der Sehnsucht nach Identitätsgewißheiten versucht der kanadische Sozialphilosoph Charles Taylor in seinem 900 Seiten starken Werk die Geschichte der neuzeitlichen Identität durch Beschreibung ihrer Genese zu bestimmen. So sind für ihn die einstig moralischen Ideale zur Travestie verkommen:er zeigt beispielsweise auf, daß die zentrale Idee von der menschlichen Freiheit in einen Individualismus der Selbstverwirklichung gemündet ist, die eine Gesellschaft der Gleichgültigen hervorgebracht hat. Ohne ein Wissen um uns selbst sind wir nichts. Dieses Wissen ist dem Menschen für Taylor abhanden gekommen. Das Wissen um die Quellen, aus denen sich unser Selbst nährt, ist versiegt. Denn zu wissen wer man ist braucht mehr als Name und Herkunft. Ziel Taylors:eine Rekonstruktion dieses Wissens und zugleich eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Moderne. Dieses Monumentalwerk schafft es, die gewichtigen Umgestaltungen unserer Kultur und Gesellschaft der letzten drei bis vier Jahrhunderte zu begreifen, und uns dadurch auch selbst zu verstehen. So rollt er vor dem Leser das gesamte metaphysische, philosophische und kulturelle Erbe der Neuzeit aus, buchstäblich all ihre "Quellen", um den heute drohenden Gdächtnisschwund der Moderne entgegenzuwirken. Er will unseren hedonistischen, dem Spiel der Eitelkeiten verfallenen westlichen Gesellschaften zeigen, daß die Moderne voller "Güter" ist und er zeigt damit zugleich, daß auch unser heutiges, vermeintlich individuelles Handeln sehr wohl durch den Wertekanon der Moderne motiviert ist und erst dadurch seinen Ort findet. Der Leser dieses Werkes findet hier eine höchst komplexe Darstellung abendländischer, besonders neuzeitlicher Kultur.
Ein Werk, das subjekttheoretische Maßstäbe setzt. 5 von 5 Punkten Dieses Buch ist ohne Zweifel eine der wichtigsten Veröffentlichungen überhaupt zum Thema moderner Subjektivität und Identität. Charles Taylor, langjähriger Professor of Social and Political Theory in Oxford, jetzt Professor of Political Science and Philosophy an der McGill University in Montreal, erweist sich mit diesem Werk als einer der bedeutensten Philosophen unserer Zeit. Auf der Basis einer ausgreifenden historischen Rekonstruktion, die bei Platon beginnt und mit der Postmoderne endet, gelingt es Taylor, die wesentlichen Momente moderner Subjektivität und modernen Selbstverständnisses offenzulegen, indem er in zwei - von jedermann persönlich nachvollziehbaren - Linien die Entstehung einer Dimension subjektiver Innerlichkeit rekonstruiert: einerseits sind wir als Personen bestimmt von der Fähigkeit rationaler Selbstkontrolle - wir vermögen unsere spontanen Wünsche und Eingebungen bewußt zu machen und sie zu kontrollieren, was eine wesentliche Voraussetzung des Zusammenlebens in modernen Gesellschaften darstellt. Andererseits sind wir geprägt von dem unabweisbaren Gefühl einer 'inneren Natur', eines Selbst, das nach kreativem Ausdruck verlangt und insofern der rationalen Kontrolle entgegensteht. Die so dargebotene Geschichte der neuzeitlichen Identität vermag aufzuzeigen, in welcher Weise wir uns als handelnde menschliche Wesen selbst begreifen. Dem Leser eröffnet sich die seltene Erfahrung eines zutiefst philosophischen Werkes, das zugleich unmittelbar das eigene Selbsterleben widerspiegelt - eine aufregende Reise zu den Grundlagen der eigenen Existenz. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Faktizität und Geltung: Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaates Jürgen Habermas Taschenbuch, 24. Mai 2006 Verkaufsrang: 157514 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Auch in den etablierten Demokratien sind die bestehenden Institutionen der Freiheit nicht mehr unangefochten, obgleich die Bevölkerungen hier eher auf mehr ', denn auf weniger Demokratie zu drängen scheinen. Ich vermute allerdings, daß die Beunruhigung noch einen tieferliegenden Grund hat - die Ahnung nämlich, daß im Zeichen einer vollständig säkularisierten Politik der Rechtsstaat ohne radikale Demokratie nicht zu haben und nicht zu erhalten ist. aus dieser Ahnung eine Einsicht zu machen, ist das Ziel der vorliegenden Untersuchung.
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Was ist Gerechtigkeit? Hans Kelsen Taschenbuch, August 2000 Verkaufsrang: 130256
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Ein Bud Spencer der Demokratie 5 von 5 Punkten Hans Kelsen geht die beiden führenden Theoriebildungen über die Gerechtigkeit an, wie ein routinierter Kirmesboxer übermütige Teenager, die sich zu ihm in den Ring trauen. Ohne erkennbare Mühe streckt er erst die metaphysischen (namentlich religiösen) Gerechtigkeitstheorien nieder, denen er nachweisen kann, dass sie das Problem der Relativität von Werten nicht lösen können. "Wissenschaftliche" Gerechtigkeitsheorien folgen den metaphysischen auf die harten Bretter, denn sie sind auf bereits gesetzte Aussagen über Recht und Unrecht angewiesen. "Wenn wir aus der geistigen Erfahrung der Vergangenheit irgend etwas lernen können, ist es dies, dass die menschliche Vernunft nur relative Werte begreifen kann," schlussfolgert Kelsen aus dieser philosophischen Rauferei. Und das Erstaunliche ist: dass diese Erkenntnis ausreicht, um doch so etwas wie eine Lösung anzubieten: Toleranz ("Toleranz bedeutet Gedankenfreiheit"). Diesen Text hätten wir von Kindergarten bis zum letzten Schultag lesen lesen und wieder lesen sollen. Warum liest in unserer Demokratie keiner Kelsen? Man sollte. Dringend. Denn hier ist der Anwalt der Demokratie, als der Kelsen auftritt, kein verhuschter Bürokrat, sondern ein wahrer Bud Spencer (der übrigens von Juristen Carlo Pedersoli gespielt wurde).
Auf Wiedersehen, Gerechtigkeit? 5 von 5 Punkten Hans Kelsen wurde ob seines Werterelativismus oft eine Art Opportunismus unterstellt. Theorien wie die seine, so hieß es, machten Systeme wie das der Nationalsozialisten erst möglich. Als Liberaler jüdischer Herkunft sollte dieser Vorwurf abwegig genug erscheinen. Es geht Kelsen nicht um Legitimation, sondern um Reinheit. Sein Hauptwerk, die "Reine Rechtslehre", zeigt den Juristen seinen Wurzeln treu. Eigentlich wollte Kelsen Mathematik, Physik und Philosophie studieren. "Was ist Gerechtigkeit?" ist als Beiwerk seines Gesamtopus zu verstehen. Hier begründet er, warum er nach der Maxime handelt, die ihm stets negativ ausgelegt wird: Warum er von einer Verflechtung der Gerechtigkeit in ein System des Rechts nicht hält. Im Buch werden alle gängigen Gerechtigkeits-Theorien widerlegt und als Legitimatoren der jeweiligen Kultur entlarvt. Nicht auf Gerechtigkeit sind sie aus, sondern auf Konservierung des Bestehenden. Freilich hat die Philosophie nach Kelsen nicht aufgehört und mit ihr die Frage nach Gerechtigkeit. Als Nachfolgeliteratur für Gerechtigkeitssucher seien Jacques Derrida und Emmanuel Lévinas empfohlen, die eine postkelsen'schen, konstruktivistischen Gerechtigkeitbegriff statuieren.
Abzug wegen des problematischen Relativismus... 4 von 5 Punkten Mit diesem schmalen Aufsatz habe ich ein Problem. Kelsen vertritt den Ansatz, dass jeder Begriff der Gerechtigkeit abhängig ist von den Werten, die wir setzen. Sein Text lässt jedoch den Eindruck entstehen, dieses "Werte-Setzen" vollziehe sich willkürlich, sei sozusagen rein kulturabhängig und Kultur wiederum sei ein Spiel mit beliebigen Regeln. Dem kann aber nicht so sein, weil es a.) eine allgemeine Conditio Humana gibt, die wir alle teilen und b.) allen Menschen mitgegebene Verhaltens- und Wahrnehmungsdispositionen, die definieren, was wir möglicherweise als Gut/Schlecht, Glück/Unglück definieren. Man lese hierzu die groÃ?en Humanethologen (Eibl-Eibesfeldt) und Evolutionspsychologen und befasse sich auch mit den kulturübergreifenden Ã?hnlichkeiten aller Menschen-Gesellschaften, wie sie von den Ethnologen gefunden wurden, um zu verstehen, welche Unterschiede möglich und welche übereinstimmungen notwendig gegeben sind. Deshalb nur 4 Sterne. Ansonsten ist das Buch sein Geld wert und bietet auch einige interessante Differenzierungen.
Hans Kelsen zieht der Gerechtigkeit den Zahn! 5 von 5 Punkten Hans Kelsen gehört unbestritten zu den größten Denkern des 20. Jahrhunderts. In seiner ihm eigenen Denkweise, die an Präzision und Schärfe kaum zu überbieten ist, geht er im vorliegenden Buch dem ewigen Problem der Gerechtigkeit nach. Kaum jemand anders hat es je fertig gebracht, diese Frage so umfassend und zugleich kurzweilig in all ihren Aspekten zu erörtern. In klarer und verständlicher Sprache zeigt er, daß alle Bemühungen scheitern müssen, die Frage, was Gerechtigkeit ist, in einem absoluten Sinne zu beantworten. Die Folgerichtigkeit seiner Schrift hat manch einen Philosophen in Resignation sagen lassen, daß Kelsen die Gerechtigkeitsfrage als Scherbenhaufen hinterlassen habe. Das bedeutet zugleich, daß kein Weg an dieser grundlegenden Analyse vorbeiführt. Jeder, der der Gerechtigkeit auf den Grund gehen möchte, sollte sich daher diese kurze Abhandlung unbedingt kaufen. Absolut lesenswert!! |
Gerechtigkeit als Fairneß: ein Neuentwurf John Rawls Broschiert, 20. September 2007 Verkaufsrang: 15094 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Politische Gerechtigkeit muß fair sein. Dies war die Kernaussage von John Rawls' Versuch einer Erneuerung der Theorie vom Gesellschaftsvertrag aus dem Jahre 1971. Binnen weniger Monate avancierte sein Werk zu den meistdiskutierten moral- und staatsphilosophischen Programmen der neueren Zeit. Rawls' Gerechtigkeitspostulate und der Aspekt ihrer Durchführbarkeit in bezug auf Institutionen wie auch die Ansprüche an den einzelnen sind als Entwurf einer Gesellschaft, in der...
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Den Liberalismus auf eine zukunftfähige Basis stellen 5 von 5 Punkten John Rawls entwirft in diesem Buch ein völlig neu fundiertes, liberales Gesellschaftsmodell. Jenseits der unmenschlichen Auswüchse radikaler Marktmodelle (wie in Europa des 19. Jahrhunderts oder auch in den sich entwickelnden Staaten der dritten Welt) entwirft Rawls ein Modell, welches die Fairneß ins Zentrum der Überlegungen stellt. Die Fairness fordert insbesondere Zugangsmöglichkeiten aller zu politischen und wirtschaftlichen Institutionen; d.h. die Gewährleistung von Chancen ist sicherzustellen. Dem Staat werden somit anstatt weitgehender verteilungspolitischer Aufgaben, in erster Linie ordnungspolitische Aufgaben zugewiesen. Natürlich werden dabei die wesentlichen Erfolge des Liberalismus wie persönliche Freiheit, Rechtssicherheit und rechtliche Gleichstellung weiterhin betont. Es werden darüber hinaus jedoch auch Grundprinzipien des politischen Konsenses moderner Gesellschaften, insbesondere die Forderung nach Gerechtigkeit in wirtschaftlichen Fragen, welche sich erst nach der Hoch-Zeit des klassischen Liberalismus etablierten, mit aufgenommen. Methodisch lehnt Rawls die wirklichkeitsfernen Modelle der klassischen liberalen Denker wie die 'Urgesellschaft' ab und bezieht sich konsequent auf reale, moderne Gesellschaften. Damit gelingt es ihm, dem Liberalismus ein neues, zukunftfähiges Fundament zu geben, welches ihm erlauben, Antworten auf Probleme moderner Staaten, insbesondere der Überforderung etwa im Bereich Versorgung, zu geben. Insgesamt eröffnet Rawls dem Liberalismus durch seinen Neuentwurf, sich als ein Gesellschaftmodell des 21. Jahrhunderts neu zu etablieren. |
Technik in Deutschland: Vom 18. Jahrhundert bis heute Joachim Radkau Gebundene Ausgabe, 9. Oktober 2008 Verkaufsrang: 81409 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Technik, Mensch und Umwelt seit dem 18. Jahrhundert Deutschland ist Exportweltmeister Produkte ¯Made in Germany® stehen nach wie vor für Qualität. Joachim Radkau zeigt in seinem einzigartigen Überblick über mehr als 200 Jahre deutscher Technikgeschichte, welche Rolle die Technik seit dem 18. Jahrhundert in der deutschen Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft spielt. Technikgeschichte umfasst hier nicht nur die Geschichte der Maschinen und technologischen Entwicklungen, sondern ebenso die Wechselwirkung zwischen Technik, Mensch und Umwelt. Joachim Radkau thematisiert daher stets auch die Bewertung der menschlichen Arbeitskraft in den unterschiedlichen Epochen, er berichtet von Problemen durch knapper werdende Ressourcen, vom Aussterben alter und Entstehen neuer Berufszweige und der Veränderung der Lebensweisen durch neue Technologien. Seine zentrale These ist dabei die eines eigenen deutschen Weges in der Entwicklung der Technik. Technisierung um jeden Preis hat es in Deutschland nie gegeben. Und so ist auch dieses Buch ein Plädoyer für die ¯vernünftige Langsamkeit® technischen Fortschritts und damit für die Rücksichtnahme auf Mensch und Umwelt.
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Nichts: Abschied vom Sein /Ende der Angst Ludger Lütkehaus Taschenbuch, Oktober 2004 Verkaufsrang: 54996 Eindrucksvolle philosophische Anstiftung zur Gelassenheit. Kann man mehr als 750 Seiten über das "Nichts" schreiben? Und lässt sich das lesen? Auf beide Fragen ein klares Ja. Denn der Philosophie-Professor und Herausgeber der Schopenhauer-Werke letzter Hand Ludger Lütkehaus hat hier alle Register seines Könnens und Wissens gezogen und nicht nur ein Standardwerk über den philosophischen Nihilismus geschaffen, sondern zugleich ein lesenswertes Buch über die europäische Geistesgeschichte der Moderne. Ein solches Buch müsste eigentlich noch viel länger sein, meinen die, die es gelesen haben. Denn: Ihm zu begegnen zählt zu den raren Glücksfällen des Lebens! Scharfsinnig, geistreich und mit köstlich funkelndem Sprachwitz rückt der Autor dem Nichts auf den Leib. Mag sein, dass der Weise dem Nichts ruhigen Sinnes entgegensieht. Der Leser dieses Buches tut es gelegentlich mit lautem Lachen. Ein Lesegenuss ersten Ranges. Und dabei versteht es der Autor, die Untiefen der Banalisierung einer so tiefsinnigen Frage wie der um Sein und Nichts elegant zu umschiffen. Bei aller Schwere durchzieht das "Nichts" eine gewisse Heiterkeit. Mit Misanthropie hat diese Philosophie von der puren Nichtigkeit des Nichts nichts zu tun.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Philosophie als Lebens- und Sterbehilfe 5 von 5 Punkten Mit diesem außergewöhnlichen Werk von Ludger Lütkehaus ist einmal mehr deutlich geworden, dass nichts auf der Welt so interessant und zugleich essentiell ist wie philosophische Grundfragen. Zu Studienzeiten hat man die Repräsentanten des Faches oft eher als Philosophieverweser und Kathedergelehrte in ideologischem Gewand denn als praktische Philosophen im Sinne Kants erlebt, denn sie waren auf die Lebensdienlichkeit ihres Faches eher weniger bedacht. Nicht so Lütkehaus: Er stößt mit diesem großartigen, wie eine Philosophiegeschichte angelegten Werk, wie nur wenige ins Mark der Grundfrage menschlichen Daseins vor dem Horizont des 21. Jahrhunderts. Sprachgewaltig, immer wieder ergreifend und humorvoll zugleich, entwickelt er in chronologischer Perspektive nuanciert die Positionen der größten Denker zur Frage aller Fragen nach dem Sein oder Nichtsein. Dem Leser eröffnet sich nicht nur ein interessanter und abwechslungsreicher Zugang zu den wichtigsten Stationen der Philosophiegeschichte. Er begegnet großen Philosophen als Menschen, die wie Hamlet mit den letzten und zugleich entscheidenden Fragen des Lebens mehr oder weniger verzweifelt gerungen und sich dabei zum Teil in unauflösbare Paradoxien verstrickt haben. Die Spurensuche führt den Autor freilich zu den herausragenden Denkern auf diesem schwierigen Terrain (Schopenhauer, Nietzsche, Camus u.a.), aber auch zu jenen, deren Denken unverdienterweise eher in Vergessenheit geraten ist (z.B. Philipp Mainländer). Wer nun aber behauptet, der von Lütkehaus intendierte "vollendete Nihilismus" habe etwas Bedrohliches, mag die Botschaft nicht verstanden haben. Im Gegenteil: Die Erkenntnis unseres definitiven Nichtwissens vor der Frage, ob dem seiner Natur nach immer begrenzten (Da)sein überhaupt vor dem Nichts der Vorzug zu geben ist, bringt Lütkehaus dazu den Blick in die Leere neu zu wagen. Wenn in unserem Jahrhundert Machbarkeitswahn, Wellnessindustrie und "Global-Player-Mentalität" den Rhythmus vorgeben, während gleichzeitig unabwendbare Krankheit, Leid und Vergänglichkeit ignoriert oder verdrängt werden, scheint das Nichts kein Thema mehr zu sein. Doch der Schein trügt: Dem Menschen der Postmoderne wird das Fehlen metaphysischer Letztgewissheiten neuerdings wieder unheimlich. Dieser Bewußtwerdungsprozess mag schmerzlich sein. Dessenungeachtet könnten wir allerdings in den seltenen nachdenklichen Stunden, in denen wir uns wirklich auf Wesentliches besinnen, mit Lütkehaus lernen, dass Leben Enttäuschung und Sterben bedeutet und man dennoch gelassen und heiter zugleich sein kann. |
Philosophie der Menschenrechte
Taschenbuch, 1. April 2007 Verkaufsrang: 120844 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Über Menschenrechte wird in jüngster Zeit nicht nur politisch, sondern auch philosophisch gestritten. In diesen Streit will der vorliegende Band mit begrifflichen Klärungen eingreifen, insbesondere aber durch Zusammenarbeit von Philosophie, Rechts- und Politikwissenschaft die entscheidenden Streitpunkte herausheben und diskutierbar machen. So geht es zunächst um konzeptionelle Fragen, darum, ob die Menschenrechte moralisch oder juridisch verstanden werden, um Fragen ihrer Begründbarkeit und ihres Geltungsbereiches. Je nach der moralischen Deckung der Menschenrechte werden die Ansprüche der sozialen und/oder internationalen Gerechtigkeit und die Spannungen zwischen Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten anders gewichtet. Schließlich weisen auch die Diskussionen um die Universalität oder Kulturrelativität der Menschenrechte und die Fragen nach ihrer geschlechtsspezifischen Neutralität auf einen konzeptionellen Klärungsbedarf hin.
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Anti-Ödipus: (Kapitalismus und Schizophrenie I) Gilles Deleuze, Felix Guattari Taschenbuch, 25. Januar 2008 Verkaufsrang: 112997 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Anti-Ödipus 5 von 5 Punkten Der erste Band von Kapitalismus und Schizophrenie ?Anti-Ödipus? ist eine Kritik an der Psychoanalyse von Sigmund Freud. Die Psychoanalyse wird hier als ein Instrument der Aufrechterhaltung von Dominanz und Repression beschrieben. Ihre Wirkung entfaltet sie durch die Unterwerfung des Subjekts unter Strukturen wie den ?Ödipuskomplex?, der die Wirkungen der menschlichen Psyche auf die familiären Instanzen ?Mutter? und ?Vater? beschränkt. Dagegen entwerfen Deleuze und Guattari das Konzept der Wunschmaschinen, eines maschinell gedachten Unbewussten, welches, anders als in der Psychoanalyse, vielfältige Einflüsse erfährt. Das Subjekt ist so nicht vom negativen Mangel gekennzeichnet, sondern durch das positive Wünschen bestimmt.
Das Hauptwerk 5 von 5 Punkten der beiden. Was sie hier zusammen schaffen ist zwar nur ein Philosophiebuch, aber es hält sich wenig an Konventionen (bis auf dieses massenhafte Zitieren anderer Autoren), so das es sich an seinen besseren Stellen, wie ein Roman liest. Später haben die beiden selber eingeräumt den Ödipuskomplex nicht ganz "verdrängt" zu haben -haben ihn meiner Meinung nach sogar verstärkt-, aber darum geht es nicht. Ein so großes Vorhaben mußte scheitern, aber es mußte ebenso gewagt werden.
Ausdehnung der Psychoanalyse auf die Gesellschaft 5 von 5 Punkten Ausgehend von den Problemen, die auftreten, wenn man Schizophrenie mit den klassischen psychoanalytischen Begriffen beschreiben will, entwickeln der Philosoph Gilles Deleuze und der Psychiater Félix Guattari eine umfassende Theorie des sogenannten "Unbewußten", seiner historischen Entwicklung und seiner freudschen Deutung. Die Kernthese: "Das Unbewußte ist so wenig struktural wie imaginär, noch symbolisiert, imaginiert oder figuriert es. Es läuft, es ist maschinell." Was die Psychoanalyse beobachtet, so Deleuze/Guattari, ist nicht das Unbewußte, sondern die Spuren seiner Unterdrückung, genau wie eine abgrenzbare Persönlichkeit überhaupt erst entsteht durch Verbote, die den Wunschmaschinen aufgezwungen werden. Also ist auch der ganze Ödipuskomplex ein Scheinproblem, bei dessen Lösungen wir vor verschiedene Arten der Unterdrückung gestellt sind: Die Freiheit haben wir verloren, als wir den Konflikt zu unserem Hauptproblem gemacht haben. Aus der verengten familiären Sichtweise befreit, versuchen Deleuze/Guattari eine Art gesellschaftliche Psychoanalyse, eine Betrachtung von möglichen Organisationsformen der Psyche in Zusammenhang mit Machtstrukturen, Medien und Produktionsverhältnissen. Man hat beim Lesen große Probleme, den sprunghaften Gedanken zu folgen, und ganz sicher ist es nicht das Vorhaben der Autoren, eine stringente Theorie zu schaffen. Wenn man sich aber auf den oft verwirrenden, immer lebendigen Text einläßt, spürt man, daß die Abwesenheit von Logik schon ein Stück Abschied vom theoretischen Terrorismus ist. Oder wie sagen die Autoren: "In Wirklichkeit gibt es keine Widersprüche, weder scheinbare noch reale, sondern nur Stufen des Humors". (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
Philosophie der Gerechtigkeit: Texte von der Antike bis zur Gegenwart
Taschenbuch, 22. September 2005 Verkaufsrang: 75498 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Das Standartwerk zum Thema Gerechtigkeit 4 von 5 Punkten Das Buch führt den Leser in alle wichtigen Theorien von der Gerechtigkeit ein. Es werden die verschiedenen Antworten auf die Frage nach Gerechtigkeit im eigentlichen Sinne aufgeführt und unterschiedliche Definitionen von 'Gerechtigkeit' erklärt und begründet. Der Leser entdeckt auch neue Aspekte, welche meist nicht sofort mit dem Begriff "Gerechtigkeit" assoziiert werden. Da alle bedeutenden Theorien der Gerechtigkeit von der Antike bis zur Gegenwart aufgeführt werden, vermittelt der Band einen eindrucksvollen Überlick über die Theorie- und Indeengeschichte dieser Thematik. Zu Empfehlen ist dieses Buch für jeden, der sich einen Überblick über das Spektrum der Theorien zur Gerechtigkeit verschaffen will. Der Band ist auch bestens als Basislektüre zum Einstieg in das Thema oder als Nachschlagewerk geeignet! |
Marx. Eine kurze Einführung Wolfdietrich Schmied-Kowarzik Audio CD, 12. Oktober 2006 Verkaufsrang: 86091 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Karl Marx (1818-1883) hat als Vordenker der Arbeiterbewegung wie kein zweiter Philosoph den Ablauf des 20. Jahrhunderts beeinflusst. Sein unbestrittener Hauptverdienst besteht in der Erkenntnis der immensen Bedeutung der ökonomischen Verhältnisse für die Gesellschaft und den Verlauf der Geschichte.
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Vom Nutzen und Nachteil der Historie Friedrich Nietzsche Taschenbuch, 1986 Verkaufsrang: 19035 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Nietsches streitbare Mahnung, die Gegenwart nicht zugunsten der Vergangenheit zu vergessen Dass Historie, Hingabe der Gegenwart an das Vergangene, nicht ohne weiteres nur von Nutzen sei, ist eine Lehre, die uns nicht erst bei Nietzsche begegnet. Schon in der Renaissance empfehlen manche, man sollte lieber als in geschriebenen Büchern im ewigen Buch der Natur lesen. Und der Aufklärung vollends gilt alles zeitlich Gewordene nur als bloße Kuriosität gegenüber dem vernunftmäßig zu Konstruierenden. Freilich ist das Motiv der Abwehr gegen die Historie für Nietzsche ein anderes. Nicht weil die durch sie zu gewinnende Erkenntnis gegenüber anderer Erkenntnis minderwertig wäre, sondern weil ihm die Substanz des Lebens selbst durch sie bedroht scheint, wendet er sich gegen sie und empfindet er sie sogar direkt als ein Werkzeug der Destruktion.
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
über 3 Länder zugestellt 5 von 5 Punkten Buch total guter Zustand, Lieferung sehr schnell (ging zuerst nach Österreich dann nach Schweden), fairer Preis.
Welches Wissen braucht der Mensch über die Geschichte? 5 von 5 Punkten In einer Zeit, als die auf Objektivität gründenden Wissenschaften ihren Siegeszug antraten, warf Nietzsche die Frage auf, welches Wissen die Menschen eigentlich brauchen, um ein Leben auf höherer Ebene zu führen. Er wandte sich gegen die gezielte Nutzung des Menschen für die Zwecke der aufblühenden Industrialisierung und gegen die Zerstörung von Kultur und Religion durch eine schonungslose, destruktive historische Analyse. Gerade der Geschichtswissenschaft sprach er die Objektivität ab, weil die wahren Sinnzusammenhänge für ihn nur durch ein gefühltes, gereiftes Verständnis der menschlichen Triebkräfte erfasst werden konnten und nicht durch eine Ansammlung vieler für die Lebenspraxis belangloser Fakten. Er lehnte die seinerzeit vorherrschende Atmosphäre eines "Endes der Geschichte" ab, weil sie die Lebenskräfte lähmte. Statt der Jugend durch eine derartige Erziehung ihre Instinkte zu rauben, verlangte er ein Erziehungssystem, das wieder Authentizität und Begeisterung fördern würde. Mit seiner Forderung nach ganzheitlicher und Sinn vermittelnder Bildung und seiner Verurteilung der Instrumentalisierung des Menschen im Namen der objektiven Wissenschaft spricht Nietzsche wohl auch vielen Zeitgeistern des 21. Jahrhunderts noch aus der Seele.
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Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften Wilhelm Dilthey Taschenbuch, 3. März 2006 Verkaufsrang: 180344 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
| Die Legitimität der Neuzeit Hans Blumenberg Taschenbuch, 18. Oktober 2007 Verkaufsrang: 87618 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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