Ich gehöre nicht zu den Klimaskeptikern, welche die inzwischen recht fundierten
wissenschaftlichen Erkenntnisse anzweifeln und oft in die Nähe von
Verschwörungstheorien rücken. Der Klimawandel im Prinzip findet statt. Aber
die Gefahren durch die Globale Erwärmung werden leider oft missbraucht und in
falsche Zusammenhänge gesetzt,
und zwar so allgegenwärtig, dass man das Wort schon nicht mehr hören kann.
Der erforderlichen sachlichen und seriösen Aufklärung darüber erweist man damit
einen Bärendienst, da diese dadurch unter Umständen nicht mehr ernst genommen
wird. Man provoziert damit geradezu Totalverweigerer und rückt das gesamte
Problem in die Nähe unseriöser Panikmache.
... und eine konsequente und erforderliche Maßnahme, die aufgrund der verschiedensten Umweltprobleme auf lange Sicht erforderlich und wirksam wäre wird total ausgeblendet. 1. Beispiel: In einer Fernseh-Dokumentation über die Weichsel wurden an deren Quelle flächig abgestorbene Fichten-Monokulturen gezeigt und im Kommentar erklärt, dass dieses Waldsterben in den Mittelgebrigen Tschechiens, der Slowakei und Polens zeigt, wie sich die Globale Erwärmung schon jetzt hier auswirkt. Es ist doch praktisch, immer alles auf den Klimawandel zu schieben, plötzlich ist
2. Beispiel: Flüsse überschwemmen manchmal Täler, zur Schneeschmelze oder bei starken Regenfällen. Das ist seit Jahrmillionen so. Das Elbe-Hochwasser im Jahr 2002 war sicher katastrophal, folgendes Schlüsselerlebnis gab mir allerdings zu denken: Da konnte man in der Tagesschau einen Politiker sehen, leider weiß ich nicht mehr wer es war, der seelenruhig folgendes sagte: "Wir werden nie mehr Industriegebiete in Überschwemmungsgebieten genehmigen." Denken Sie mal drüber nach, was der da gesagt hat! Er hat gesagt, sie hätten Industriegebiete in Überschwemmungsgebieten genehmigt und gebaut!!! Kann man noch dümmer sein? Im Kommentar erfuhr man ein paar Minuten vorher, dass in diesem Gebiet der höchste Wasserstand seit ... Jahren erreicht wurde. Das heißt, dieser Wasserstand wurde früher auch schon mal erreicht. Man hätte es also wissen können und müssen! Hinzu kommen natürlich Faktoren wie das Waldsterben im Erzgebirge, die Fluss-Begradigungen und "Hochwasserschutzmaßnahmen" an den Oberläufen, die alle das Wasser schneller abfließen lassen und die Hochwässer in den Unterläufen mitverursachen und häufiger machen. Aber dafür wäre man ja lokal verantwortlich, deshalb ist man in den letzten Jahren dazu übergegangen, alles auf die Globale Erwärmung zu schieben. Wie praktisch, dann ist "die Menschheit" dafür verantwortlich und allen wird ein schlechtes Gewissen eingeredet.
In diesem zweiten Beispiel sind wir schon bei einer Aussage angelangt, die zwar
schön sachlich und folgerichtig klingt, aber kritisch hinterfragt werden muss:
"Die Schäden durch Naturkatastrophen werden immer größer und häufiger". Dieser
Satz erweckt den Eindruck, die Naturphänomene selbst würden immer stärker und
häufiger. Das ist jedoch eine Täuschung! Nehmen wir als Beispiel mal ein
beliebiges Tal mit einem naturbelassenen Fluss, der ab und zu
über die Ufer tritt, selten mal auch weit über die Ufer. Ein ganz normaler,
natürlicher Vorgang, der in keiner Statistik auftaucht.
Nun möchte die Stadt expandieren, baut Industrie- und Wohngebiete ins Tal, der
Fluss wird begradigt, auch Hochwasserschutzmaßnahmen werden ergriffen.
Diese schließen aber ein sogenanntes "Jahrhunderthochwasser" oft nicht ein!
Nun kommt ein Jahrhunderthochwasser, und was früher ein normaler Vorgang war,
wird zur Katastrophe. Noch dazu treten die "Jahrhunderthochwässer" eben nicht
nur alle hundert sondern vielleicht alle fünf Jahre auf. Warum? Weil andere
Städte flussaufwärts natürlich das gleiche gemacht haben, den Fluss begradigt
und eingezwängt. Aber worauf wird es abgeschoben, Sie können sich's denken: Die
Globale Erwärmung, wie praktisch!
Auf diese Weise entstehen Grafiken wie diese rechts, erschienen in Le Monde diplomatique vom 11.2.05. Sie soll angeblich alle Naturkatastrophen weltweit im 20. Jahrhundert wiedergeben. Glauben Sie vielleicht, im Jahr 1920 wäre in diese Statistik eingegangen, wenn Bangladesh oder Pakistan überschwemmt wird? Eben das hat sich geändert, nicht die Natur-Phänomene! Solche Statistiken sind nicht gemacht, um die Wahrheit wiederzugeben, sondern um bestimmten Zwecken zu dienen. Damit will ich die mit der Klimaerwärmung verbundenen Gefahren nicht kleinreden, sondern vor allem den missbräuchlichen Umgang mit diesen Phänomenen und die manchmal völlig falschen Darstellungen in den Medien aufzeigen. Schlechte Nachrichten verkaufen sich nunmal besser als gute, und wenn es dann auch noch keinen Schuldigen gibt, der sich mit Rechtsanwälten und viel Geld wehren könnte, ist dieses Thema ideal als öffentliches Menetekel geeignet. Betrachtet man nicht nur das Klima, sondern alle Gefahren für die Menschheit, und damit für unsere Kinder und Enkel, fällt auf, dass die Problematik oft nicht zu Ende gedacht wird, was ich langfristig für eine der größten Gefahren halte. Dazu wieder ein Beispiel: Alle ernstzunehmenden Wissenschaftler versichern uns, dass, selbst wenn wir sofort weltweit sehr einschneidende Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen würden, der Anstieg des Meeresspiegels schon in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr zu verhindern wäre. Die Konsequenz ist eigentlich klar: Alle wichtigen oder teuren Einrichtungen und unwiederbringlichen Kulturschätze in Küstennähe müssen demnächst gesichert oder verlegt werden. Aber was tut man? Wenige Meter über dem Meeresspiegel baut man sogar neue Einrichtungen! Beispiel: Im Nordosten Schleswig-Holsteins entsteht ein Freizeithafen mit Eigentumswohnungen und Eigentumshäusern, zweifellos wunderschön, für eine halbe Milliarde Euro(!). Den Bildern nach liegen viele der Bauten nur knapp über dem Meeresspiegel! Denkt man nur in Geld, ist die Sache klar: Ein Gebäude aus Mauerwerk oder Beton hat lt. AfA-Tabelle für Anlagegüter eine Nutzungsdauer von 33 Jahren. Danach ist es nichts mehr wert! Die Zeiten als man ein Haus noch für die nachfolgenden Generationen gebaut hat, sind endgültig vorbei. New Orleans hat man auch wieder aufgebaut, obwohl es schon heute teilweise unter dem Meeresspiegel liegt. Was sollen wir tun, wenn
Gerade auch auf diesem Gebiet verhält sich die Berichterstattung wie oben beschrieben: Dokumentationen über Afrika südlich der Sahara führen uns vor Augen, wie der Hunger und die Seuchen, allen voran AIDS, die Bevölkerung dort hinwegraffen. Danach hat man den Eindruck, das mittlere und südliche Afrika wäre demnächst menschenleer. Betrachtet man jedoch offizielle Zahlen, sieht man genau das Gegenteil! Gerade die Länder mit dem größten Leid haben den größten Bevölkerungszuwachs: |
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Natürlich kann man dem Bauern in einem übervölkerten Land nicht vorwerfen, die
Weltbevölkerungszahl nach oben zu treiben. Er betrachtet seine Kinder als seine
Altersvorsorge. Der erste Schritt wäre ja schon mal, wenn wir das Gegenteil
sein ließen. Z.B. wenn der Papst endlich aufhören würde, in den
Entwicklungsländern gegen Verhütung zu wettern. "Seid fruchtbar und mehret
euch" ist in vielen Gebieten der Erde nunmal völlig unangebracht! Gerade die
Kirchen, aber auch
die Entwicklungshilfe hätten die Möglichkeit, in dieser Hinsicht zu wirken.
Die Gelder, die aus aller Welt in die Entwicklungshilfe fließen, wären auch ein
Druckmittel. Man muss es nur als solches gebrauchen, es wäre ja zum Besten
aller! "Brot für die Welt" ist im Prinzip ja gut und richtig, jedoch muss
gleichzeitig darauf hingewirkt werden, dass wir gerade damit nicht
Menschenmassen erzeugen, die in ein paar Jahrzehnten niemand mehr ernähren kann.
Was nützt eine unterstützte und ernährte Familie, die zehn Kinder erzeugt, aber
nur für eines Land besitzt, wenn die restlichen neun im Slum der nächsten
Zig-Millionenstadt dahinvegetieren, oder im schlimmsten Fall als Kriminelle um
die Welt ziehen, denen das eigene Leben nichts gilt.
Provozierend? Noch nicht genug: Was wäre denn die ideale Weltbevölkerungszahl? Für ein einigermaßen problemloses Leben auf der Erde müssten wir eine Weltbevölkerung erreichen, wie sie vor 1000 Jahren herrschte: 500 000 000 - Ist diese Zahl nicht groß genug? In Worten: Fünfhundert Millionen. Aber das ist uns ja viel zu wenig, nicht zu erreichen, völlig utopisch. Die Erde wird's schon richten, je höher wir steigen, um so tiefer fallen wir. Das gilt auch dafür! Spricht man das Thema an, hört man immer das gleiche: Das Problem ist bekannt, alle Appelle helfen nichts, die Entwicklung ist nunmal so, da wirst du nichts ändern ... Wie ist es denn beim Klimawandel? Die Wissenschaftler betonen es immer wieder: Selbst wenn wir utopischerweise sofort weltweit die drastischsten Maßnahmen ergreifen, wird die Erwärmung und der Anstieg der Meere nicht zu verhindern sein - und trotzdem erscheint der Begriff jeden Tag millionenfach in den Medien! Warum ist es mit der Überbevölkerung nicht ebenso? Das Thema ist nicht im Bewusstsein der Menschen. |
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| © 2009 by Erwin Purucker |
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