Die Frau von Jesus Christus - Maria Magdalena?


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von Erwin Purucker

Wer ist auf dem Bild "Das Letzte Abendmahl" von Leonardo da Vinci abgebildet?
Vor zwanzig Jahren wäre die Antwort noch ganz einfach gewesen:
Jesus und seine zwölf Jünger!

Warum ist es jetzt nicht mehr so einfach?
Sicher ist es Menschen, die genauer hinschauen, schon früher aufgefallen:
Vom Betrachter aus gesehen links von Jesus sitzt eine Frau!

Leonardo da Vinci Leonardo da Vinci - Bücher malte das Bild an die Wand des Speisesaals (Refektoriums) der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand in den Jahren 1494 bis 1498. Es handelt sich um eine sogen. Seccomalerei (Sekkomalerei), die auf die trockene Wand aufgebracht wurde. Im Gegensatz zu Fresken (Freskomalerei), die auf den feuchten Putz gemalt wurden, ist Sekkomalerei weniger haltbar, deshalb ist das Bild schon sehr beschädigt.

Da neben Jesus nur zwölf Personen abgebildet sind, meinte man einfach, es müsse sich um einen der Jünger (Johannes) handeln. Schaut man sich das Bild genauer an, muss man eindeutig feststellen, dass es sich um eine Frau handelt. Obwohl es mehrfach restauriert wurde, glaube ich nicht, dass es nachträglich so verändert wurde und wenn doch, hätte man das sicher bei der neuesten Renovierung 1978 bis 1999 gemerkt. Da die Erklärung absolut nicht befriedigt, bleibt die Frage: Warum malte Leonardo da Vinci hier eine Frau?! Seit das Buch Sakrileg von Dan Brown Dan Brown - Bücher ein Bestseller und als The Da Vinci Code verfilmt wurde, fragt sich das die ganze Welt. Dan Brown stellt in seinem Roman die Behauptung auf, es handle sich um Maria Magdalena, Maria Magdalena - Bücher die in Wirklichkeit Jesu Frau war und sogar ein Kind mit ihm hatte.
Maria Magdalena?
Leonardo da Vinci - Das letzte Abendmahl
Abb: Public Domain (Gemeinfrei) nach Wikipedia, bearbeitet von Erwin Purucker


Während es bei Leonardo da Vincis Wandgemälde mit der weiblichen Darstellung des Jüngers Johannes wenigstens einen, wenn auch unbefriedigenden Erklärungsversuch gibt, war ich völlig verblüfft, als ich das Abendmahlsbild in der Andreaskirche in Weißenburg sah: Es macht obige Erklärung völlig unsinnig, denn hier sind es nicht zwölf, von denen eine(r) weiblich dargestellt ist, sondern es zeigt die Zwölf plus eine Frau! Und sie befindet sich auch noch direkt bei Jesus, scheint auf seinem Schoß zu sitzen! Das Bild trägt eine Inschrift mit der Jahreszahl 1606, macht aber nicht den Eindruck, als hätte sich der Künstler Leonardo da Vincis Wandgemälde als Vorbild genommen.

Was hat die Künstler vor Jahrhunderten veranlasst, eine Frau an Jesu Seite zu malen? Noch dazu in einem so ernsten Augenblick, in dem er den Jüngern sagt: "Einer unter euch wird mich verraten!" (Mattäus 26, Vers 21) Außerdem wird sie vor allem in den folgenden Bildern entweder schlafend oder sich sogar lasziv räkelnd dargestellt, was auch überhaupt nicht zu den meist ernsten oder erstaunt wirkenden Mienen der anderen Apostel passt.

Es gibt zwar auch Quellen, die von 13 (männlichen) Aposteln sprechen, da es für Judas Iskariot, der sich gemäß der Apostelgeschichte nach dem Tod Jesu am Kreuz erhängt haben soll, einen Nachfolger gab. Es soll sich um Matthias, einen Schriftgelehrten und Jünger Jesu gehandelt haben. Es gab die 13 Apostel also nicht gleichzeitig, aber der Künstler könnte sie symbolisch alle dreizehn an dem Tisch platziert haben.
Maria Magdalena?
Hier ist die Person bei Jesus eindeutig kein Mann oder Jugendlicher, sondern eine Frau.
Viele Künstler stellten Männer oft androgyn dar, nahmen Frauen als Modelle, um den Männern weiche Gesichtszüge zu verleihen, wie zum Beispiel Leonardo da Vinci mit seinem Bild Johannes der Täufer. Beim Betrachten solcher Bilder ist jedoch praktisch immer klar, dass es sich um einen Mann handelt, anhand der Kleidung, der Gestik und der Situation. Bei dem Bild aus Weißenburg ist es jedoch nicht nur das Gesicht, sondern auch die Mimik und Gestik, ja die ganze Erscheinung, die eindeutig und sogar betont weiblich ist.
Das Abendmahl - Gemälde in der Andreaskirche zu Weißenburg



In der Klosterkirche im Kloster Banz sind außer Jesus, der hier nicht in der Mitte sitzt, ebenfalls 13 Personen abgebildet. Versteht man unter "Jünger" die Menschen, die Jesus auf seinen Wanderungen folgten, kommt man natürlich auf mehr als die zwölf, die Jesus unmittelbar aufforderte, ihm zu folgen und auch diese Zahl ist im Neuen Testament nicht eindeutig. Traditionsgemäß wurde ihre Zahl aber immer mit zwölf angegeben, was man in jeder (alten oder neuen) katholischen Kirche sehen kann. Unter den Menschen die ihm folgten, waren natürlich auch Frauen, so neben Maria Magdalena (Lukas 8,2-3) z.B. eine weitere Maria und Martha, Schwestern von Lazarus (Lukas 10,39) und eine Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira (Apostalgeschichte 16,14-40). Die Schlafende trägt ebenfalls weibliche Züge.
Eine Besonderheit ist, dass eine Person (Mitte, am rechten Türrahmen) so aussieht, als sei sie nachträglich eingefügt worden, vielleicht sogar von einem anderen Künstler. Tat er das als Botschaft an die Betrachter?
Deckenfresko im Kloster Banz von Melchior Steidl
Deckenfresko in der Klosterkirche des Klosters Banz


... weitere Beispiele:
Ein Holzschnitt
von Albrecht Dürer
Holzschnitt von Albrecht Dürer
(Quelle: PM Magazin, Juni 2006)
Ein Gemälde von
Jean Fouquet
(1420 bis ca. 1480)

Gemälde von Jean Fouquet Ein deutsches Gemälde
aus dem 13. Jahrhundert

Deutsches Gemälde aus dem 13. Jahrhundert

Stefan Jäger
(1877-1962)

Stefan Jäger

Aus einem Freskenzyklus
im Dominikanerkloster
San Marco in Florenz

San Marco in Florenz
Josef Anton Zoller,
1780,
Kirche in Absam

Josef Anton Zoller
Johann Georg Höttinger,
1746,
Kirche in Ellmau

San Marco in Florenz
Letzte 6 Abbildungen: Veröffentlicht nach der  GNU-Lizenz für freie Dokumentation.



Im März 2009 fand ich eine mögliche Erklärung, warum die weiblich dargestellte Person oft schlafend oder im Gegensatz zu den anderen Jüngern betont desinteressiert dargestellt wurde:

Einer Überlieferung nach soll Maria Magdalena mit Martha und Lazarus aus Israel geflohen sein und 30 Jahre bis zu ihrem Tod in einer Höhle in der Nähe von St-Maximin-la-Ste-Baume bei Aix-en-Provence in Südfrankreich, der Grotte Ste-Baume, gelebt haben. Die bekannteste Legende über die Reise Marias nach Süd-Frankreich entstammt einer Legendensammlung aus dem 13. Jahrhundert, der Legenda aurea, verfasst von dem Dominikanermönch und Erzbischof Jacobus de Voragine aus Genua. Der Ort dieser Legende wurde Heiligtum und Wallfahrtsstätte. In der nahe gelegenen Stadt  St-Maximin-la-Ste-Baume steht die Basilika Ste-Madeleine. Am Aufgang zur Kanzel entdeckte ich ein Holzrelief von ca. 1750. Auf den ersten Blick hielt ich es auch für eine Darstellung des Abendmahls kurz vor Jesu Gefangennahme. Eine Frau liegt zu Füßen der Männer, und mein erster Eindruck in der dunklen Kirche war, sie schläft wieder. In der Erklärung erfuhr ich jedoch, dass es sich um das Essen handelt, zu dem Jesus bei dem Pharisäer Simon eingeladen war, lange vorher. Der lokalen Überlieferung nach liegt hier die spätere Jüngerin und Apostelin Maria (Magdalena) zufüßen von Jesus, benetzt seine Füße mit ihren Tränen, trocknet sie mit ihrem Haar und salbt sie anschließend mit einer Salbe aus einem Glas, das sie bei sich trug. Die Geschichte steht bei Lukas 7, 36-50. In der Bibel wird hier nur "eine Sünderin" beschrieben. Ob es sich bei dieser Sünderin und Maria von Bethanien, der Schwester des Lazarus, (Evangelium des Johannes, Kapitel 11) und Maria Magdalena um die selbe Person handelt, ist meiner Meinung nach unklar, sogar eher unwahrscheinlich. Erst Papst Gregor I. (Gregorius oder Gregor der Große) erklärte im 6. Jahrhundert die drei Frauen für ein und dieselbe! Viele Orte auf der Welt nehmen für sich in Anspruch, ihr Zufluchtsort gewesen zu sein, teilweise auch mit ihren Kindern, den Nachkommen von Jesus. In Ephesus gab es das Grab der Maria Magdalena, Vezelay in Burgund zeigte ebenfalls ihre Reliquien und geht man nach ihren Knochen, die überall verehrt werden, muss sie viel mehr Körperteile besessen haben, als ein normaler Mensch.

Jedoch wird in den Abbildungen und Schnitzereien überdeutlich, wo vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert der Platz der Frau war. Die männlichen Jünger sind in ein ernstes Gespräch vertieft. Unvorstellbar, dass da eine Frau mitredet. Sie langweilt sich, versteht gar nicht, worum es geht! Deshalb wird sie fast immer so unbeteiligt dargestellt. Bei einem so ernsthaften Gespräch hatten Frauen nichts zu sagen, sie waren irgendwo zwischen Haustier und Mensch (Mann!) angesiedelt. Und wohlgemerkt, wir reden nicht nur von der Zeit Jesu, sondern über zwei Jahrtausende Kirchengeschichte bis ins 19. Jahrhundert! Wir Mitteleuropäer mokieren uns gern über die Unterdrückung der Frauen im Islam, vergessen aber dabei, dass die Gleichberechtigung auch bei uns noch gar nicht so alt ist. In Deutschland zum Beispiel wurde das Frauenwahlrecht erst 1918 eingeführt, im 20. Jahrhundert! Und die katholische Kirche schließt Frauen bis heute von ihren Ämtern aus. Wie lange wird sie das noch durchhalten?

 Frauenrecht und Frauenforschung im Büchershop meiner Tochter
Holzrelief in der Basilika Ste-Madeleine in St-Maximin-la-Ste-Baume in Südfrankreich, eine Abbildung nicht des Heiligen Abendmahls, sondern des Mahls bei Simon
Schädel der Maria Magdalena in Südfrankreich
Im Jahr 2012 entdeckte Professor Karen King in Harvard auf einem koptischen Papyrus-Fragment aus dem 4. Jahrhundert, gefunden in Ägypten, den Textteil Jesus sagte zu ihnen: »Meine Frau...«

Ausführliche Beschreibung: www.hds.harvard.edu... Natürlich ist das kein Beweis, dass Jesus tatsächlich verheiratet war, höchstens ein Hinweis. Aber es ist einer von vielen Beweisen dafür, dass die Menschen in der frühen Kirche der ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt dies als selbstverständliche Tatsache ansahen.

Natürlich gibt es auch Hinweise dagegen, in Matthäus, Kapitel 19, Vers 12 zum Beispiel, spricht Jesus nach der neuen Einheitsübersetzung der Bibel über die Ehelosigkeit, aber ganz allgemein, nicht unbedingt auf sich bezogen. In der Übersetzung von Martin Luther hört sich das allerdings ganz anders an.

Die frauenfeindliche Tendenz in der frühen Kirche setzte erst Jahrzehnte nach Jesu Kreuzigung ein. Man musste den Menschen ein schlechtes Gewissen einreden und ihnen Erlösung versprechen, um sie zu binden und sie gefügig zu machen. Nachdem die Zehn Gebote dazu nicht ausreichten, entdeckte man etwas, das nicht erst seit Sigmund Freud in allen Köpfen herumspukt, die Sexualität. Schuld und das Versprechen der Erlösung wurden zum Erfolgsrezept der Kirche. Ein Beispiel unter vielen ist die gnostische Schrift Pistis Sophia, in der Jesus nach seiner Auferstehung angeblich noch elf Jahre auf Erden lebte und unter anderem 32 fleischliche Begierden aufzählt, die der Erlösung im Weg stehen. Die Entwicklung führte schließlich über viele Jahrhunderte unter anderem zu den Ablasszahlungen, denen wir die großartigen Kirchenbauten und Kirchenschätze verdanken, und die erst dank Martin Luther in der Versenkung verschwanden. Die  Hexenverfolgungen begrüßte Luther übrigens noch als notwendig und gut und erst in der beginnenden Neuzeit erlebten die Hexenverbrennungen ihren Höhepunkt.

Nach einer alten Legende führte Maria Magdalena bei ihrer Flucht aus Israel einen Gegenstand mit sich, der ihr sehr wichtig war. Seit vielen Jahrhunderten kennt man ihn als Heiliger Gral. Manche dieser Grals-Legenden vermuten, dass es sich um einen Kelch handelt, der beim letzten Abendmahl verwendet wurde, und mit dem Jesu Blut aufgefangen wurde, als er am Kreuz verletzt wurde. Viele Grals-Ritter suchten nach ihm, da er große Macht verleihen soll. Auch heute zieht die Legende allerlei Abenteurer magisch an. Als Anfang des 20. Jahrhunderts ein Dorfpfarrer in Rennes-le-Chateau in Südfrankreich viel Geld ausgab, vermuteten viele, er habe einen Schatz gefunden, vielleicht sogar den Heiligen Gral. Von überall her kamen Schatzsucher und gruben die ganze Gegend um.




Bei den folgenden Gemälden, Reliefs und Kirchenfenstern kann durchaus auch ein junger Mann gemeint sein.
Vielleicht war Johannes noch sehr jung? Neben einigen Bibelstellen, vor allem in apokryphen Evangelien, sind solche Bilder sicher auch der Grund, dass man dem historischen Jesus mögliche Homosexualität nachsagt. Damit würde obige Erklärung allerdings sinnlos, warum er (sie?) so teilnahmslos, oft sogar schlafend, dargestellt wird.
Anton Kirchebner,
1735,
in der Kirche von
Hart im Zillertal
Eher ein Jugendlicher?

Anton Kirchebner
Jacopo Bassano,
1542,
in der Galleria
Borghese in Rom
Frau oder Mann?

Jacopo Bassano
Marmorrelief in der Kirche St. Jakobi in Lübeck
Schlafender Jüngling bei Jesus?

Marmorrelief in der Kirche St. Jakobi in Lübeck
Kirchenfenster in
Schwarzenbach an der Saale,
junger Mann bei Jesus

Kirchenfenster in Schwarzenbach


Hat man sich mal etwas damit beschäftigt, achtet man natürlich darauf und entdeckt ähnliches an ganz überraschenden Stellen:
Das Altarbild in unserer kleinen evangelischen Kirche, praktisch vor meiner Haustür, habe ich schon oft gesehen.
Erst jetzt fällt mir auf, Sie können sich's denken:
Eine Frau (oder ein Jüngling?) bei Jesus. Es trägt die Jahreszahl 1643. Der Künstler ist unbekannt.
Altarbild in der evangelischen Kirche Marktleuthen Altarbild in der Nikolaus-Kirche Marktleuthen



Bei näherer Betrachtung fiel mir noch was ins Auge:
Was essen die denn da? Da liegt was auf dem Teller...
Nach der Bibel sollte es das Osterlamm sein.
Aber allein schon die Größe stimmt nicht.
Es sieht eher aus wie eine Ratte!
Und sie scheint auch noch den Kopf zu heben!
Die Frau schaut darauf, und man könnte ihren
Gesichtsausdruck durchaus als Erstaunen deuten.

Ich will ja nicht lästern, aber
ein paar Fragen müssen erlaubt sein:
Was dachten bloß die Maler damals!?
Warum gönnt die Kirche Jesus keine Frau?
Sieht so ein gebratenes Lamm aus?
Wussten bestimmte Leute in früheren Jahrhunderten
etwas, das wir heute nicht (mehr) wissen?
Warum wurde (wird) es geheimgehalten?
Essen auf dem Altarbild des Abendmahls



Dan Brown stellt in seinem Roman Sakrileg (übrigens nicht als erster!) die Behauptung auf, Maria Magdalena wäre Jesu Frau, Jesus hatte ein Kind mit ihr und seine Nachkommen lebten noch immer unter uns. Der Heilige Gral wäre demnach die Blutlinie und die Nachkommenschaft von Jesus Christus! Eine alte Legende ordnet das Königsgeschlecht der Merowinger als Nachkommen von Jesus und Maria Magdalena ein. Da weit zurückreichende Stammbäume für Königsfamilien schon immer sehr wichtig waren, hätten sie damit den israelischen König David zu ihren Vorfahren zählen können! Auch andere behaupten, Geheimorganisationen wie die Prieuré de Sion oder die Tempelritter (Templer), Opus Dei oder gar die katholische Kirche selbst hüteten noch immer das Geheimnis um die Nachkommenschaft Jesu. Dan Brown bezieht sich auch auf einen Geheimbund, die Prieuré de Sion (Die Bruderschaft vom Berg Zion), von dem allerdings bekannt ist, dass er erst 1956 von dem Franzosen Pierre Plantard gegründet wurde und Dokumente, die eine jahrhundertealte Tradition der Geheimloge nachweisen sollten, gefälscht waren. Die alten Künstler hätten solchen Geheimbünden angehört und haben in ihren Werken ihr Wissen angedeutet, weil sie es aus Angst vor gedungenen Mördern oder gar der Inquisition nicht öffentlich sagen konnten.

Auch im 19. Jahrhundert gingen manche Menschen in der Kirche bemerkenswert freizügig mit dem Thema um.
So schreibt 1820 ein "Prediger Zietz" in einer Beschreibung des Triumphkreuzes im Lübecker Dom:
... auf einem Queerbalken ... mit mehreren knieneden und stehenden Figuren...
nebst einer Magdalena, unter welcher Gestalt, der Sage nach,
seine Beischläferin dargestellt ist.
(Quelle: Wikipedia)

Deutlich steht es im apokryphen gnostischen Philippusevangelium aus den Nag-Hammadi-Schriften im Spruch 55:
Die Sophia, die man "Die Unfruchtbare" nennt, sie ist die Mutter [der] Engel.
Und die Gefährtin von [Christus] ist Maria Madgalena.
Der [Herr liebte] sie mehr als [alle] (anderen) Jünger, und er küßte sie [oftmals] auf ihren [Mund].
Die übrigen [Jünger ...], sie sagten zu ihm: »Weshalb liebst du sie mehr als uns alle?«
Es antwortete der Erlöser, er sprach zu ihnen: »Weshalb liebe ich euch nicht (so) wie sie?«


Das Philippusevangelium wurde wahrscheinlich aber erst im 3. Jahrhundert nach Christus geschrieben, und wie gesichert die Wörter in den Klammern sind, weiß ich nicht. Grundsätzlich muss man jedoch sehen, dass auch die vier Evangelien in unserer Bibel keine historischen Werke sind. Man kann sich natürlich dafür entscheiden, sie als Gottes Wort zu betrachten und wörtlich zu glauben. Objektiv gesehen enthalten auch sie legendenhafte Geschichten, die nicht geschrieben wurden, um historische Wahrheiten zu überliefern, sondern um eine neue Sekte oder Religion zu gründen. Keiner der Evangelisten war ein Augenzeuge. Sie schrieben die Geschichten nach mündlicher Überlieferung erst einige Jahrzehnte nach Jesu Tod. Letzlich waren es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon Legenden.
Walter-Jörg Langbein Walter-Jörg Langbein - Bücher und Michael Baigent Michael Baigent - Bücher schreiben zum gleichen Thema.
Aktuelle fundierte Forschung über den historischen Jesus betreibt und beschreibt James D. Tabor. James D. Tabor - Bücher


Neuerdings ist das Thema "Jesu Frau" wieder in den Schlagzeilen:
Schon 1980 entdeckte der israelische Archäologe Amos Kloner eine Grabstätte mit zehn Steinsärgen im Stadtteil Talpiot im Südosten Jerusalems. Es handelte sich um sogenannte Ossuarien, also Knochenkästen. Einige der eingeritzten Inschriften lauteten:

  • Jesus, Sohn des Josef (Jesua oder Jeshua bar Josef)
  • Maria (Mariamne e Mara)
  • Jehuda, Sohn des Jesus (Jehuda bar Jesua)
  • Juda, Sohn des Jesus (Judah bar Jesua)
  • Josef (Yose oder Jofa)
  • Matthäus (Matia)
Da Jesus (Jesua) vor 2000 Jahren in dieser Gegend kein seltener Name war, erregte der Fund zunächst wenig Aufsehen. Nun aber drehte der Oscar-Preisträger James Cameron mit dem Filmemacher Simcha Jakobovici einen Dokumentarfilm mit dem Titel "The Lost Tomb of Jesus", in Deutschland zu sehen am Karfreitag 2007 unter dem Titel "Das Jesus-Grab", der schon vor seiner Ausstrahlung heiße Diskussionen verursachte. Eine DNA-Analyse ergab, dass die genannte Maria nicht die Mutter des Jesus sein kann. Deshalb liegt die Folgerung nahe, dass es sich hier um die Frau des Jesus handelt. Jehuda und Juda wären demnach seine Söhne, Josef sein Bruder.

Der Entdecker, Amos Kloner selbst, steuert eines der gewichtigsten Gegenargumente bei: Die Familie des biblischen Jesus lebte in Galiläa, warum sollte sie in einem Familiengrab in Jerusalem beigesetzt worden sein? Geht man allerdings davon aus, dass die erwähnte Maria nicht seine Mutter und der erwähnte Josef nicht sein Vater ist, sondern die beiden seine Frau und sein Bruder waren, wird die Sache schon logischer, denn Jesus war ja zum Ende hin in der Gegend von Jerusalem.

Wie die kontroversen Diskussionen zu dieser Dokumentation auch ausgehen mögen,
einen endgültigen Beweis wird es wohl nie geben.

... es sei denn, irgendeine Geheimorganisation wartet nur auf ein bestimmtes Datum
oder Ereignis und unterbreitet der Welt dann die seit 2000 Jahren gehüteten Geheimnisse ...

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