Verschwörungstheorien, Wandermärchen, Moderne Mythen,
Urbane Legenden, Moderne Sagen, Großstadtlegenden, Fake News

Früher nannte man so etwas Ammenmärchen oder Schauermärchen, was man alles unter all diesen Begriffen vereint, darüber kann man heftig streiten. Viele Menschen glauben eben lieber etwas Geheimnisvolles oder gruseliges, als eine einfache Erklärung zu akzeptieren. Das wäre ja langweilig. Die mit den einfachen Erklärungen sind die Verschwörer, Abwiegler, die uns Sand in die Augen streuen wollen, obwohl die esoterischen Erklärungen doch klar vor Augen liegen. Diese Neigung gibt es weltweit. Die Resultate werden von Psychologen, Soziologen etc. als Verschwörungstheorien, Wandermärchen, Moderne Mythen oder Urbane Legenden bezeichnet. Den Menschen in der Antike oder sogar den Naturvölkern blieb jedoch gar nichts anderes übrig. Sie kannten keine wissenschaftlichen, profanen Erklärungen, so haben sie natürliche Phänomene, die sie nicht erklären konnten, mystifiziert, also Götter erfunden. Nun kann man auf diese "primitiven" Ureinwohner herunterschauen, und behaupten, wir wüssten das heute alles besser und mit unserer modernen Wissenschaft ließe sich fast alles erklären. Warum tauchen trotzdem auch heute noch immer wieder Geschichten auf, die einfache offensichtliche Erklärungen in Frage stellen und mystische esoterische Behauptungen aufstellen?

Legendenbildung, Legendenentstehung

Die Leute wollen es glauben! Wissenschaftliche Erklärungen sind ja langweilig.

Nehmen wir als erstes Beispiel mal ganz leicht zu durchschauende Bilder:
Gravitationsanomalie auf dem Kornberg im Fichtelgebirge
Hier muss man nicht lange überlegen,
um den Trick zu durchschauen:


Natürlich hat die Fotografin die Kamera nicht waagrecht, sondern parallel zur Skiabfahrt gehalten, und ich hab mich halt an den Baum gelehnt, um etwa den gleichen Winkel zu erreichen. Den gleichen Effekt nutzte ich bei dem Bild rechts, indem ich meine Tochter in San Francisco mit schräg und parallel zur steilen Straße gehaltener Kamera fotografierte.

Daraus wird höchstens ein Running Gag werden, keine esoterische Legende. Es ist einfach zu offensichtlich. Aber wäre es nicht viel interessanter und gruseliger, tief im Granit des Kornbergs im Fichtelgebirge etwas geheimnisvolles zu vermuten, das die Bäume schräg wachsen lässt? Oder unter San Francisco zerstörerische tektonische Kräfte, die die Häuser im Boden versinken lässt?

Auch ohne Foto-Trick entstehen solche Täuschungen: Fährt man zum Beispiel auf einer nur sehr leicht ansteigenden Straße, die in Sichtweite stark an Steigung zunimmt, hat man den Eindruck, man würde bergab fahren. Vielerorts, wie zum Beispiel am Albaner See bei Rom, wird das Bustouristen vorgeführt, indem der Busfahrer anhält, den Motor ausmacht und die Bremse löst. Mit den Worten: »Sehen Sie, hier rollen die Fahrzeuge bergauf!« werden mystische Gravitationsanomalien beschworen. Obwohl es sich tatsächlich um eine optische Täuschung handelt, verbreiten sich diese Geschichten von  geheimnisvollen Kräften im Untergrund legendenartig.
Zerstörerische tektonische Kräfte unter San Francisco
Doch wenden wir uns nun
nicht so leicht zu durchschauenden Phänomenen zu.

Die Seele wiegt 21 Gramm

Schon im Jahr 1901 behauptete der amerikanische Arzt und Wissenschaftler Duncan MacDougall aus Haverhill in Massachusetts, das Bett von Sterbenden auf eine Waage gestellt und zum Zeitpunkt des Todes eine Gewichtsabnahme von durchschnittlich 21 Gramm festgestellt zu haben. Diese Behauptung ist einfach so gut, dass sie sich sofort verbreitete. Damals noch langsamer, das Internet gab's ja noch nicht. Seitdem wird dieses "Forschungsergebnis" von Esoterikern immer mal wieder als bewiesene Tatsache ins Spiel gebracht.

Als Symbol ist diese Seelenwägung uralt. Schon in ägyptischen Totenbüchern wird dargestellt, wie der Gott Anubis das Herz, als Sitz der Seele, wiegt und das Gewicht mit der Feder der Maat aufwiegt, der Göttin für Gerechtigkeit, Weltordnung und Wahrheit. Rechts ein Bild aus dem Totenbuch des Schreibers Ani aus dem 13. Jahrhundert vor Christus. Das Wiegen der Seele in der Halle der Vollständigen Wahrheit wird auch Psychostasie genannt. War das Herz zu schwer, war das ein Zeichen, dass der Verstorbene unzulänglich war und das Herz wurde von der Totenfresserin Ammit verschlungen.

Darunter ein Bild von Rogier van der Weyden aus dem 15. Jahrhundert nach Christus, also um 2800 Jahre jünger, das den Erzengel Michael mit der Seelenwaage zeigt. Die Ähnlichkeit zeigt, wie hartnäckig sich gute Geschichten festsetzen. Für den Erfolg dieser Legende ist eine zusätzliche Wirkung verantwortlich: Mit der Behauptung, nach dem Tod würde unsere Seele beurteilt, erzeugt man Angst, und mit dieser Angst lassen sich Menschen beherrschen! Die Hersteller der Totenbücher nutzten das genauso aus, wie Kirchenmänner in den 2000 Jahren der Kirchengeschichte. Die Menschen unserer Tage lassen sich zwar nicht so leicht Angst machen, aber die Ungewissheit, was mit uns nach dem (irdischen) Tod geschieht, lässt uns noch immer gruseln.

In dem Spielfilm Isenhart – Die Jagd nach dem Seelenfänger von 2011 wird die Seelenwägung aufgegriffen. Hier werden die Menschen zum Zeitpunkt ihres Todes um 45 g leichter, weil die Seele entweicht. Ende des 12. Jahrhunderts war jedoch das Gramm noch nicht genau definiert. Ob die Zahl der Fantasie Holger Karsten Schmidts, des Autors, entspringt oder historische Wurzeln hat, weiß ich nicht. Der Sitz der Seele wird dort ebenfalls im Herzen vermutet, möglicherweise auch im Kopf hinter den Augen.

Bemerkenswert ist, dass in dem Film auch ein sterbender Hund an einer Waage hing und bei seinem Tod "nicht ein Gramm" leichter wurde. Auch MacDougall ließ Hunde auf seiner Bettwaage verenden und stellte keine Veränderung fest. Warum sprach vor allem die Kirche traditionell den Tieren keine Seele zu? Klar, weil die Mönche, Nonnen, Priester und Päpste auch gern Fleisch aßen. Sonst wäre das ja Sünde, weil man das fünfte Gebot »Du sollst nicht töten« auch auf Schlachttiere anwenden müsste.

Der Gewichtsverlust beim Sterben taucht auch heute noch immer mal wieder in "ernsthaften" Diskussionen auf. Obwohl man längst das Gegenteil bewiesen hat, ist diese Legende nicht auszumerzen, ist sie doch zu gruselig-schön. Fast schon Kultstatus hat der Vorspann zu den Bloch-Filmen, wo ein Kind sagt: »Die Seele ist in einem ganz tief drin, im Herzen. Manchmal kann man sie spüren, nachts, wenn man alleine ist. Wenn die Seele krank ist, geht man ins Krankenhaus oder zum Hautarzt. Die Seele wiegt ein und'n halben Kilo.«
Wägung des Herzens, der Seele im Totenbuch eines Ägypters

Wägung des Herzens, der Seele im Totenbuch eines Ägypters
Erzengel Michael mit der Seelenwaage

Erzengel Michael mit der Seelenwaage

Beide Abbildungen: Gemeinfrei

Ein Topf voll Gold am Ende des Regenbogens

In unseren Zeiten des Internet mittels Facebook und Twitter im Nu über die ganze Welt. Vielleicht dreht jemand auch ein Video darüber und stellt es auf Youtube. Von dort wird es wieder auf Facebook geteilt usw. Genau so entstehen Verschwörungstheorien wie die mit der selbst-initiierten Zerstörung der World-Trade-Center-Türme oder dem angeblichen Anschlag auf Lady Diana, über die getürkte Mondlandung reden wir lieber gar nicht erst. Früher war es auch schon so, es ging nur langsamer. Die Begegnungen mit Außerirdischen vor 70 Jahren gehören genauso dazu wie die Göttergeschichten der antiken Griechen und der alten Römer, alles virale Legendenbildung. Genauso ließen sich über Jahrhunderte immer wieder Leute von Freunden an die Stelle dirigieren, an der ein Regenbogen scheinbar den Boden berührt, weil dort ja der Legende nach ein Topf voll Gold auf sie wartet. Von einem irischen Kobold soll diese "Information" stammen. Zu schön um wahr zu sein, aber auch phantastisch genug um immer wieder erzählt zu werden. Heute glauben so etwas nur noch Kleinkinder, früher waren solche Geschichten für viele die Realität. Ist die Natur nicht auf Schritt und Tritt voller nicht zu verstehender Wunder? Warum also nicht auch ein Topf voll Gold am Ende des Regenbogens?
Regenbogen im Fichtelgebirge

UFOs

Viele zählen auch die UFO-Phänomene zu diesen nicht realen Verschwörungstheorien ( UFOs). Für die meisten Berichte mag dies gelten, vor allem für die Begegnungen mit Aliens. Aber über die Zeiten vom Alten Testament bis in die Gegenwart lassen manche Begebenheiten auch zweifeln. Da werden Dinge beschrieben, die die Menschen damals nicht wissen konnten. Wie zum Beispiel das Zurückweichen des Jordanwassers, als das Himmelsgefährt des Elia herabschwebt und wieder startet.  Anti-Gravitation?

Erich von Däniken hat jedoch in seinen ersten Büchern berechtigte Fragen gestellt. Leider hat er später stark übertrieben, Dinge hinzugedichtet, um die Auflagen zu erhöhen, und sich dadurch unglaubwürdig gemacht. Kritisch gelesen entdeckt man vieles in seinen Büchern, das einen stutzig macht.

Klarträume

Ein weiteres Beispiel sind die Berichte über sogenannte Klarträume. Menschen beschreiben, dass sie sich während des Tges möglichst oft fragen: »Träume ich jetzt, oder bin ich wach?« Hat man sich daran gewöhnt, taucht diese Frage auch irgendwann in einem Traum auf. Anhand unlogischer Vorkommnisse kann man dann darauf schließen, dass man gerade träumt und dann die Handlung des Traumes bewusst und absichtlich beeinflussen. Das ist eine schöne Geschichte. Das würde sich doch jeder wünschen. Und weil es eine so schöne Geschichte ist, wird sie immer mehr ausgeschmückt. Der nächste behauptet vielleicht, er sei im Traum ins Bett gegangen und habe im Traum geträumt. Wie mit diesen Traum-im-Traum-Geschichten gewinnen die Aussagen immermehr an Umfang. Der hat das gesagt, dieser hat jenes gesagt, und wenn es so viele sagen, dann muss es doch wahr sein, oder? Sogar angebliche wissenschaftliche Beweise werden angeführt, wo Psychologen untersucht hätten, wie schlafende Klarträumer während des Träumens mittels Augenbewegungen Botschaften aus dem Traum übermittelten.

Alles ein modernes Märchen?

Ich behaupte: Das ist alles frei erfunden! Wunschdenken, Phantasie. Es ist genau so unmöglich, als im Kino durch starren auf die Leinwand mit Beschwörungsformeln die Handlung des Films zu beeinflussen. Auch die erwähnten Untersuchungen und "Beweise" sind erfunden oder zumindest unwissenschaftlich. Wenn eine Geschichte gut genug ist, erreicht man Folgendes: Erzählt man es zum Beispiel zwanzig Leuten, und erreicht, dass nur zwei davon es anderen weitererzählen, die es dann wiederum ihren Freunden und Bekannten erzählen, verbreitet sich die Legende in Windeseile über das ganze Land.

Verbreitung von Fake News und Verschwörungstheorien übers Internet

Die Anzahl der erreichten Menschen erhöht sich exponentiell und in Zeiten des Internets geht das inzwischen so schnell, dass bei schädlichen Nachrichten und Fake News kein Einschreiten einer ordnenden Macht mehr möglich ist. Die Verbreitung erfolgt viral. Nachträgliche Widerrufe werden nicht mehr geglaubt, selbst wenn man sie beweisen kann. Die Massen können weder die erfunden Beweise noch die wirklichen Gegenbeweise wirklich überprüfen. Bei entsprechend vielen Klicks auf Teilen oder Like bei Facebook oder Retweets bei Twitter verbreitet sich eine Geschichte, wenn sie sehr gut ist, in Windeseile über den ganzen Erdball, eine virale Verbreitung. Gegenbeweise werden ignoriert. Die Massen können weder die erfunden Beweise noch die wirklichen Gegenbeweise wirklich überprüfen, wollen sie auch nicht. Die Geschichte zu glauben, ist ja viel interessanter.

Die Weizenkornlegende, ein Beispiel exponentiellen Wachstums

Ein gutes Beispiel exponentieller oder viraler Vermehrung ist die Geschichte mit dem Reiskorn (Weizenkorn) auf dem Schachbrett, die sogenannte Weizenkornlegende: Der indische Brahmane Sissa ibn Dahir hatte im 4. Jahrhundert nach Christus einer Legende zufolge das Schachspiel erfunden. Der indische Tyrann Shihram lernte daraus, dass auch der König als mächtigste Figur ohne seine Untertanen nichts ausrichten kann. Zum Dank für diese Weisheit gewährte der Herrscher dem Brahmanen einen freien Wunsch. Dieser wünschte sich Weizenkörner, und zwar so viele dass auf dem ersten Feld eines Schachbretts ein Korn liegt, auf dem zweiten zwei, auf dem dritten vier, usw., auf jedem Feld jeweils die doppelte Anzahl.

Der König war erfreut über die vermeintliche Bescheidenheit seines Untertanen. Dass dies ein Trugschluss war, merkte er, als es seine Rechenmeister selbst nach einigen Tagen noch nicht geschafft hatten, die geschuldete Anzahl zu errechnen. Der Verwalter der Kornkammer meldete schließlich, es würden gut 18 Trillionen Weizenkörner benötigt, und eine solche Menge wäre im ganzen Reich nicht vorhanden. Als Ausweg empfahl der Rechenmeister, Sissa in die Kornkammer zu lassen, und sich die benötigten Weizenkörner (Reiskörner) selbst herauszuzählen, was auch diesem natürlich nicht möglich war.

Götterlegenden, Mythen, Religionen

Kehren wir wieder zurück zu den Anfangszeiten der Religionen. Was hindert uns daran, obige Erkenntnisse auch auf die Religionsentstehung anzuwenden? Vor allem Angst! Viele Religionen drohen bei Fehlverhalten mit der Strafe der Götter (oder des Gottes). Auch unsere Kirchen. Im gleichen Atemzug bieten die Religionen Erlösung bei Wohlverhalten. Nun sind wir mal mutig und behaupten, die christliche Religion wäre eine Urbane Legende, hervorgerufen durch Fake News. Die Bibel bietet ja tatsächlich eindrucksvolle Geschichten, die es wert sind, verbreitet zu werden. Sieht man Jesus als Philosophen, wäre es gut für alle Menschen, auf seine Worte zu hören. Aber das ist eben Gesellschafts-Philosophie, von allen Kanzeln gepredigt, und zweifellos gut und richtig.

Schwieriger wird es beim spirituellen Aspekt: Der Tod Jesu, um uns zu erlösen. Aber nicht nachhaltig. Wäre die Erlösung dauerhaft und vollständig, könnten wir ja sündigen wie wir wollten, nein, da muss die Angst vor dem Fegefeuer, verursacht durch Todsünden und anderes Fehlverhalten herhalten, sonst wären die Menschen ja frei. Schon vor Jahrtausenden wurden die Menschen in den Bann der Religionen gezogen, ob durch Medizinmänner, Druiden, Schamanen, Imame oder eben Priester. Im Namen ihrer Religion fielen sie in Kriegen über andersgläubige her, töteten und raubten, von den Kreuzzügen über den Dreißigjährigen Krieg bis in unsere Zeit. Mystische Legenden und Religionen sind also alles andere als harmlose Gruselgeschichten!

Aberglauben

Wir belächeln gern, an welchen Unsinn unsere Vorfahren in den letzten Jahrtausenden geglaubt haben, aber sind wir heute immun gegen Aberglauben? Manche alte Verhaltensregeln muten heute skurril an, sind aber im Grunde harmlos. Zum Beispiel kommt es vor, dass ein Huhn ein kleines, fast rundes Ei ohne Dotter legt. Bei uns im Fichtelgebirge nannte man diese Urigerl, im westlichen Oberfranken Urichala, benannt nach dem biblischen Urija (Urias), der im Auftrag von König David getötet wurde, weil dieser scharf auf seine Frau Bathseba war. Um die schändliche Tat des edlen David zu entschuldigen wurde Urija von Kirchenmännern oft verteufelt. Nach alten Überlieferungen sollte man ein solches Ei, ein Urigerl, über das Hausdach werfen, um einen eventuellen Hexenfluch zu beseitigen. Besonders schlimm war es, wenn dieses dotterlose Ei von einem schwarzen Huhn gelegt wurde, denn dann hatte sich diese Henne mit dem Teufel in Gestalt einer Schlange gepaart. Ein italienischer Aberglaube bezeichnet dotterlose Eier als Hahnenei. Auf einem normalen Hühnerhof hätte es ja auch passieren können, dass auch ein Hahn mal ein Ei ins Nest legt. Jedenfalls muss man ein solches Ei zertreten und den betreffenden Hahn erwürgen, denn würde er solche dotterlosen Eier unbemerkt ausbrüten, könnte daraus ein Basilisk entstehen, und das Basiliskengift ruft bekanntlich die Syphilis hervor!1

1 Handwörterbuch zur Deutschen Volkskunde, Abteilung 1, Aberglaube, 1930
Angsteinflößender menschenfressender Teufel in Florenz
Angsteinflößender menschenfressender Teufel in Florenz

Angst

Andere Legenden sind weniger harmlos und wurden oft zu einem bestimmten Zweck erfunden, nämlich den Menschen Angst zu machen. Mit Angst lassen sich Menschen beherrschen. Eine düstere Rolle spielte dabei über fast zwei Jahrtausende die Kirche, die Angst vor Hölle und Fegefeuer schürte und schließlich mit ihrer Inquisition Andersdenkende verfolgte. Obwohl die Unterdrückung und Gängelung durch Martin Luther teilweise aufgehoben wurde, wirken die Drohungen mit Fegefeuer und ewiger Verdammnis bis heute nach. Während Jesus die Vergebung der Sünden durch Reue predigte, nahm die Kirche das Monopol der Sündenvergebung ein und zwang die Menschen in ihren Bann. Da die Zehn Gebote nicht ausreichten, um jedem genug schlechtes Gewissen einzureden, suchte man Dinge, die man fast jedem vorwerfen konnte und erfand die sieben Todsünden.

Als Beispiel die Todsünde der Wollust: Sexuelle Aktivität ohne den Zweck der Kinderzeugung, Befriedigung oder sogar sexuelle Phantasien führen direkt ins Fegefeuer, außer man kauft sich bei der Kirche frei. Das ganze gipfelte im Ablasshandel, dem wir zwar großartige Kirchenbauten und Kirchenschätze "verdanken", der die Menschheit jedoch mit düsteren Drohungen gängelte. Regeln der Sexualmoral sind sicher sinnvoll, aber das ist pure Machtausübung durch Angst! Noch heute wirken diese Drohungen nach, die besonders Frauen an einem natürlichen ungezwungenen Ausleben ihrer Sexualität hindern. Wenn ein Mann mit seiner Potenz und seinen Eroberungen prahlt, ist das in Ordnung, äußert sich eine Frau ähnlich, ist sie verdorben. Nymphomanie und Promiskuität, »Um Gottes Willen!« Von wegen Gleichberechtigung! Viele stellen  Maria Magdalena in diese Ecke, obwohl es in der Bibel dafür keine eindeutigen Anhaltspunkte gibt.

Um diese Angst loszuwerden, konnte man früher nicht nur Ablass zahlen, sondern auch Messen lesen lassen, auch für verstorbene Angehörige. Dieses Verhalten konnte bei manchen Menschen zur Sucht werden und in den Ruin führen wie die Spielsucht oder Alkoholsucht. Psychische Abhängigkeit, die zur Zerstörung mancher Familien führte. Hungernde oder sogar verhungernde Kinder, weil der Vater das Geld für Messen und Ablass ausgab. Die Vergebung der Sünden als einträgliches Geschäft der Kirche. Der Pfarrer von Rennes-le-Chateau, dessen plötzlicher Reichtum durch Dan Brown und Michael Baigent in die Schlagzeilen geriet, hat das Geld wahrscheinlich auch durch das Lesen von Messen verdient, für die er durch geschicktes Marketing Aufträge aus dem ganzen Land erhielt.




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