Astronomie: Unser Sonnensystem
Der Mond,
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Abb: GNU-Lizenz von
Luc Viatour
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Wenn wir sagen »Der Mond«, meinen wir natürlich unseren Erdmond.
Auch andere Planeten haben ihre Monde, mit bloßen Augen sind sie jedoch nicht
zu erkennen. Nach der Sonne ist er der auffalendste Himmelskörper am Firmament.
Obwohl er wesentlich kleiner ist als die Erde und damit natürlich kleiner als
die Sonne, bedeckt er etwa die gleiche Fläche am Himmel. Die Ursache ist klar:
Er ist uns westentlich näher. Diesem Umstand verdanken wir, dass wir
bei einer Sonnenfinsternis um den Mond gerade die Korona der Sonne sehen können.
Neben messbaren physikalischen Einflüssen hat er allein durch sein
Erscheinungsbild seit jeher einen großen Einfluss auf die Menschen.
Die Einflüsse reichen von physikalisch messbaren wie den Gezeiten, kulturellen
wie die Einteilung des Jahres in Monate, bis zu anderen, möglicherweise
nachvollziehbaren oder völlig esoterischen.
Von Physik bis Esoterik Betrachten wir zunächst die physikalischen Einflüsse: Jeder hat es schon einmal gehört: Der Mond mit seiner Anziehungskraft in seiner Umlaufbahn um die Erde ist die Ursache für die Gezeiten. Die Erde dreht sich unter dem Mond in 24 Stunden einmal um die eigene Achse, es müsste also einmal am Tag je eine Ebbe und eine Flut geben. Es gibt aber zwei. Die Erklärung ist einfach: Auf der mondzugewandten Seite zieht die Gravitation des Mondes am Wasser, also herrscht Flut. Die entgegengesetzte Seite der Erde ist weiter vom Mond weg, die Summe der Gravitation von Erde und Mond ist also geringer, also auch Flut? Diesen Effekt gibt es tatsächlich, aber er ist zu klein, um eine ebenso hohe Flut wie auf der anderen Seite zu erklären. Oft kann man dann das Argument hören: »Na ja, die Erde schirmt eben die Anziehungskraft ab. Woher soll das Wasser auf der mondabgewandten Seite auch wissen, dass auf der anderen Seite der Erde der Mond steht!« Klingt logisch, aber so geht's natürlich nicht, wir wissen ja, Gravitation lässt sich nicht abschirmen, sie ist eine Eigenschaft des Raumes. Die Lösung ist einfach: Erde und Mond drehen sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt, der allerdings noch unterhalb der Erdoberfläche liegt, sie eiert also. Dadurch entsteht auf der mondabgewandten Seite eine Fliehkraft, die hier die Flut erzeugt. Und dazwischen, wo keine Flut ist, da ist eben Ebbe. So einfach ist das. Erstaunlich ist, dass die Abweichung der Schwerkraft durch die Mondanziehung extrem gering ist. Wie kann dann der Einfluss so groß sein? Das liegt an der riesigen Menge an Wasser in den großen Ozeanen. Die Summe der Kräfte ist so gigantisch, dass selbst eine kleine Änderung eben doch wieder große Auswirkungen haben kann. Ein gutes Beispiel ist das Mittelmeer: Hier gibt es kaum Ebbe und Flut! Warum? Na klar, das riesige Mittelmeer ist zu klein! Da ist also nichts Geheimnisvolles oder Esoterisches dran, das haben wir alle schon irgendwie mal in der Schule gelernt. |
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Was ist dann von Bauernregeln zu halten, nach denen Karotten
bei zunehmendem Mond gesät werden sollten, aber Kartoffeln sollte man lieber
bei abnahmendem stecken – oder umgekehrt? Tiere sollen sich bei Vollmond
anders verhalten als bei Neumond. Und sogar Menschen! Von Werwölfen will ich
an dieser Stelle erst mal nicht reden, wir sind noch nicht bei der Metaphysik!
Hier lässt sich zumindest ein nachvollziehbarer Zusammenhang erkennen. In
Vollmondnächten ist es nunmal heller und Pflanzen und Tiere reagieren auf
Licht, das steht fest. Wie, das ist eine unendliche Geschichte, aber
ausschließen kann man's nicht, ganz einfach!
Bei den Mondkalendern und Bauernregeln kann man jedoch eine verblüffende Abweichung feststellen: Bei den einen dauert ein voller Zyklus, bis die Regeln wieder von vorn beginnen, 27,3 Tage, bei den anderen 29,5 Tage! Und beides soll stimmen, wie gibt's denn das? Fragt man einen Astronomen, ist's ganz einfach: Die erste Zahl: Siderischer Monat, die zweite Zahl: Synodischer Monat. So ist das eben, Punkt! Alles klar? Zur Erklärung muss man bedenken, dass während eines Umlaufs des Mondes um die Erde diese sich ja ebenfalls auf ihrer gekrümmten Bahn um die Sonne bewegt. Betrachtet man den feststehenden Raum bezogen auf die Fixsterne, braucht der Mond 27,3 Tage für einen vollständigen Umlauf. Da sich in dieser Zeit aber die Erde mitsamt der Mondbahn bewegt hat, und zwar mit sagenhaften 30 Kilometer pro Sekunde (= 107 000 Kilometern pro Stunde!), ist der Blickwinkel zur Sonne nach 27 Tagen ein anderer und wir müssen noch 2,2 Tage warten, bis die Mondphase, also z.B. Vollmond oder Neumond, wieder die gleiche ist. Was hat das für Auswirkungen auf unsere Karotten? Geht man davon aus, dass der Zusammenhang zwischen dem Mond und den Pflanzen und Tieren in der Helligkeit der Nacht besteht, müssen wir natürlich von einem Zyklus von 29,5 Tagen ausgehen. In diesem Zeitraum schwankt die Helligkeit, was noch nachvollziehbar ist. Bei Vollmond und Neumond kommt hinzu, dass dann jeweils Sonne, Erde und Mond in einer Geraden stehen, was den Einfluss auf die Gravitation noch gering verstärkt. Trotzdem gibt es Mondkalender, die sich auf einen Zyklus von 27,3 Tagen und noch ganz andere Zeiträume beziehen. Diesen Regeln liegt zugrunde, vor welchem Teil des Nachthimmels sich der Mond befindet oder welche Sternzeichen des Tierkreises er berührt. Während der 29,5-Tage-Zyklus zumindest noch irgendwie nachvollziehbar ist, kommen wir hier zur Astrologie, also zur Esoterik. Hier ist die Frage nicht Ursache → Wirkung, sondern glauben oder nicht glauben. Natürlich gibt es bestimmt viel, von dem sich unsere Schulweisheit (noch) nichts träumen läßt, aber ich persönlich halte mich lieber an Nachvollziehbares. Ich behaupte jetzt mal einfach, dass meine Karotten nicht wissen, ob der Mond im Wassermann oder in den Fischen steht, lasse mich aber auch gern vom Gegenteil überzeugen, wenn mir jemand die geheimnisvolle kosmische Energie, den unentdeckten Einfluss oder die magische Verbindung zeigt, die unser Leben astrologischen Zusammenhängen unterwirft. |
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Die Behauptung, bei Vollmond würden mehr Unfälle passieren, ist längst
widerlegt. Man muss nur in die Statistiken schauen und stellt fest: Es stimmt
nicht! Warum schlafen manche Menschen bei Vollmond schlecht?
Auf dem Land und zu früheren Zeiten ist das noch nachvollziehbar. Dass man
schlecht schläft, wenn der Vollmond durch's Fenster scheint, das kann schon
sein. Warum aber behaupten heute viele Menschen, trotz dichter Vorhänge und dem
vielen künstlichen Licht in unseren Städten den Effekt zu spüren?
Das Stichtwort heißt
selektive Wahrnehmung.
Wir sind nun mal keine Maschinen. Was wir wahrnehmen oder nicht, entscheiden
wir nicht nur selbst, sondern auch unser Unterbewusstsein oder feste
"Verdrahtungen" in unserem Nervensystem. Der oben genannte Effekt des
schlechten Schlafs, wenn der Mond ins Bett scheint, wurde überliefert und
daraus entsteht eine Art Erwartungshaltung, bei Vollmond schlecht zu schlafen.
Jeder schläft mal besser und mal schlechter. Werden wir nachts wach und können
nicht gleich wieder einschlafen, ärgern wir uns vielleicht ein bisschen,
schlafen irgendwann wieder weiter und vergessen das ganze.
Ist aber
zufällig
gerade Vollmond, nehmen wir das als Bestätigung der Überlieferung und merken es
uns. Zusätzlich bewirkt dieser Rückkopplungseffekt, dass wir erst recht nicht
mehr einschlafen können. Der Vollmond ist also nicht die Ursache, sondern eine
psychologische Verstärkung durch das überlieferte irrationale Wissen.
Im Volksmund äußert sich die selektive Wahrnehmung oft mit dem Satz »Du siehst nur, was du sehen willst!« Hier ist aber eher die Tatsache gemeint, dass Frauen die Welt oft anders sehen als Männer, oder zumindest die Prioritäten meist anders setzen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel! Die Wissenschaft fasst unter Kognitive Verzerrung eine Vielzahl solcher Effekte zusammen, wie Bestätigungsfehler, Rückschaufehler, Illusorische Korrelation, anthropische Voreingenommenheit und vieles mehr. Das gleiche gilt übrigens auch für die "Beobachtung", dass es im Winter bei Vollmond oder zumindest zunehmendem Mond kalte Nächte gibt. Hier ist es klar: Sind im Winter keine Wolken im Himmel, wird die Wärme ins kalte Weltall abgestrahlt. Wolken wirken dagegen wie eine Bettdecke, so dass klare Nächte im Winter kälter sind, aber nur dann sehen wir den Mond. Auch in warmen Winternächten gibt es Vollmonde, aber wir sehen sie nicht und nehmen sie nicht wahr. |
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Der Mond und seine Götter im alten ÄgyptenThoth war der Mondgott im alten Ägypten. Er hat die Gestalt eines Pavians oder Ibises und ist in der ägyptischen Mythologie zuständig für Wissenschaft und Magie, was damals nicht so eindeutig getrennt war, außerdem für Weisheit und den Kalender. Auch wurde er als Erfinder der Hieroglyphen verehrt und wacht über die Zeitabläufe und die Gesetze. Beim Totengericht ist er der Schreiber und notiert in seinen Protokollen, wer würdig ist, ins Reich der Wiederkehr zu kommen oder ins Totenreich. Auch ein Tarotkartendeck wurde dem Mondgott gewidmet.Eine weitere Mondgottheit in Ägypten war der Gott Chons. Seine Eltern waren der Sonnengott Amun und die Himmelsgöttin Mut. Er tritt manchmal in Menschengestalt, aber auch als Falke auf. In der griechischen Mythologie wurde Thoth zu Hermes Trismegistos und Chons zu Herakles (Herkules).
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Charon | Xena |
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