Erfahrungen im
Corona-Impfzentrum

Versuch einer Zusammenfassung
COVID-19-Pandemie

Dies ist ein kurzer Erlebnisbericht. Vorausschicken möchte ich, dass sich alle Mitarbeiter große Mühe gaben und dies keine Kritik darstellen soll.

Ein Fehler ist es sicherlich, wenn jemand erwartet, hinzugehen, einen Pieks zu bekommen und nach 5 Minuten wieder weg zu sein. Es ist eben schwierig, eine solche Einrichtung innerhalb kurzer Zeit aus dem Boden zu stampfen, und da muss man einfach auch mal ein bisschen improvisieren. Bei der Ankunft ein gut gefüllter Parkplatz, aber kein Problem.

Das Gebäude wurde durch ein angebautes Zelt vergrößert, davor eine kurze Menschenschlange. Manche bibbern schon, ich hatte zum winterlichen Ostern 2021 eine dicke Jacke ins Auto gelegt, die brauchte man bei -2° und Wind. Im (natürlich kalten) Zelt kann man sich kurz setzen. Schließlich fragt ein Mann mit einer großen Liste: »Für wann sind Sie denn bestellt?« Suchen, erneutes Suchen. »Sie stehen nicht drauf!« Der Corona-Abstand schrumpft. Von weitem hatte ich schon die Umrisse eines mir bekannten Namens entdeckt. »Blättern Sie mal eins zurück!« »Ach, da sind Sie ja!« Der Mann kann nichts dafür, in jeder kleinen Arztpraxis steht ein PC, der die Termine verwaltet, aber hier gibt's nur Papier und Abhaken mit einem Stift.

Dann durfte ich ins Gebäude, endlich warm. »Setzen Sie sich!« Bei der Anmeldung im Internet konnte man schon einen Impfbogen mit Anamnese ausdrucken. Schließlich nimmt ein Mann meine Unterlagen: Impfeinladung, Impfbogen, und die Bestätigung meiner Vorerkrankung. Dafür bekomme ich ein Formular. Auf einem DIN-A-4-Blatt muss man tatsächlich zwei mal seine komplette Adresse schreiben. Warum ein mal nicht reicht, erschließt sich mir nicht. Dann kommt die Anamnese. Habe ich die nicht gerade mit den gleichen Fragen schon abgegeben? Egal, als Rentner muss man ja Zeit haben. Den Zettel holt eine blutjunge Frau, wundert sich: »Einen Impfbogen haben Sie doch schon abgegeben, oder?« Das scheint ungewöhnlich zu sein, da das Durchschnittsalter der Impflinge nicht gerade auf Computer, Internet und Drucker schließen lässt. Sie nimmt den mühevoll ausgefüllten zweiten Impfbogen und schmeißt ihn mit einem entschuldigenden Lächeln weg. Sehr sympathisch!

Jetzt darf ich ins Innere, ein größerer, etwas verwinkelter Raum mit vielen Stühlen, größtenteils besetzt. Ein Soldat der Bundeswehr organisiert. »Setzen Sie sich bitte dorthin!« Er braucht keinen Computer, scheint alles im Kopf zu haben. Die Neulinge werden der Reihe nach, nach und nach, auf zwei Ärzte in zwei Zimmern zur Beratung verteilt, wer wieder rauskommt, setzt sich auf andere Stühle und wird nach und nach auf die verschiedenen Impfkabinen verteilt. Das alles hat er prima im Griff, bei der Bundeswehr lernt man es eben, viele Leute zu organisieren. Eine Frau erscheint, energisch und mit viel gesunder Energie. Sie meint, sie fühle sich hier drin nicht wohl und müsste sofort drankommen. »Setzen Sie sich, dauert nicht lange!« Stimmt auch, obwohl lange oder kurz natürlich relativ sind.

Nach der kurzen Audienz beim Doktor noch mal setzen, dann geht's ab in eine Kabine, zur Nadel. Ein Sanitäter fragt »Geht's Ihnen gut?« Ich sage »Nicht schlechter als sonst.« Und beim Lachen piekst's auch schon. Und eh' man sich versieht, ist man auch schon fertig. Eine unterhaltsame Dreiviertelstunde! Manch ein Fernsehfilm ist langweiliger!

Vielen Dank an alle Mitarbeiter, die jeden Tag diese Menschenmassen bewältigen!

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24.3.2019




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