Gefallen
im Ersten Weltkrieg

1893 bis 1917
Ein ganzes Leben
in 24 Jahren

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Betritt man den Marktleuthener Friedhof, fällt gleich rechts ein altes Soldatengrab auf. Der Grabstein teilt mit, dass hier Robert Purucker, ein Unteroffizier des königlich bayerischen 3. Fußartillerie-Regiments liegt, den nach dreijähriger schwerer Kampfzeit am 14. Mai 1917 bei Laon eine feindliche Granate traf. Eine Woche später starb er im Lazarett Mathildenstift zu Metz in Lothringen. Er stammte aus der Flaschner-Familie Purucker in der Ziegengasse (heute Webergasse) und war mit Ida Preiss aus der Fleischgasse (spätere König in Kirchenlamitz) befreundet.

Einige Fotos von ihm und Feldpost-Postkarten an sie sind erhalten, die zeigen, mit welcher Zuversicht damals die deutschen Soldaten an der Front im östlichen Frankreich kämpften. Offenbar rechneten die Deutschen schon 1915 mit einem baldigen Sieg. Aber der Krieg sollte noch drei lange Jahre dauern!

Die nahe Siegeshoffnung geht aus einer Postkarte vom 20. August 1915 hervor:
Zum Beginn des Ersten Weltkrieges
Liebe Ida! Dein liebes Kärtchen vom 17. in meinem Besitz. Recht vielen Dank. Du fragst mich, ob ich nicht auch einmal in Urlaub komme. Ich hätte wohl schon einen Urlaub haben können, verzichte aber lieber darauf. Will hier bleiben bis die Sache zu Ende ist. So Gott hilft, aber dann - - . Voraussichtlich treffe ich am Sonntag Franz Purucker (aus der Angergasse). Sonst recht viele herzliche Grüße, auf baldiges Wiedersehn, dein Robert
Zwei Jahre später starb er an den Verletzungen durch eine feindliche Granate und selbst da sollte der Krieg noch über ein Jahr dauern. Sein Leichnam wurde trotz der Kriegswirren nach Marktleuthen überführt und hier begraben. Er war der Sohn meines Großonkels, des Flaschners Georg Purucker aus der Ziegengasse und seiner Frau Anna Wächter, außerdem der Bruder der bekannten Flaschner's-Babett' und des „Herrn Hans“, der 1945 im nächsten Weltkrieg vermisst blieb. Eine kleine Gedenktafel für Hans steht auf dem Grab von Robert Purucker.

Aus dem Kriegsstammrolleneintrag für Robert Purucker (entdeckt von  Harald Stark):
Dienstgrad: Unteroffizier
Vor- und Familienname: Purucker Robert
Religion: protestantisch
Ort und Datum der Geburt: Marktleuthen, B.A. Wunsiedel, Bayern, 9. 1. 1893
Lebensstellung: Installateur
Wohnort: Marktleuthen
Vor- und Familienname der Gattin, Zahl der Kinder: ledig
Eltern: Georg Purucker und Anna geb. Wächter, Flaschner, Marktleuthen
Dienstverhältnisse: Ab 23.10.13 zum 3. Fußartillerie-Regiment 5 als Rekrut, aktive Dienstzeit 9 Monate 9 Tage
Nach der Mobilmachung:
02.08.14 zur mobilen Batterie
01.11.14 zum übz. Obergefreiten befördert
(übz. = überzählig, also ohne Bedarf wegen besonderer Verdienste befördert)
11.12.14 zum Unteroffizier befördert
06.01.16 zum 3. Fußartillerie-Regiment II. R. S. versetzt
07.01.16 zur 5. Batterie 3. Fußartillerie-Regiments II. R. S. versetzt
Orden und Ehrenzeichen:
15.11.14: Preußisches Eisernes Kreuz 2. Klasse
02.02.15: Bayerisches Militärverdienstkreuz mit Schwertern

Mitgemachte Gefechte, Bemerkenswerte Leistungen:
18./19.08.14Gefecht bei Saarburg
20.-22.08.14Schlacht in Lothringen
22.08. - 14.09.14Schlacht vor Nancy, Epinal
26.-27.08.14Einnahme von Fort Mannonviller
19-09.14Kämpfe auf den Maashöhen
22.-25.09.14Camp de Romaines
16.-18.11.14Gefecht bei Courancourt
05.04.-28.09.15Kämpfe im Ailly-Wald
Feldzug gegen Serbien
23.-26.II.16Ailly Wald
27.II. - 01.07.16Schlacht um Verdun
04.07. - 26.11.16Schlacht an der Somme
27.11.16 - 15.03.17Stellungskämpfe an der Somme
21.4. - 14.5.17Doppelschlacht Aisne-Champagne

Zusätze zu den Personal-Notizen:
Am 14.5.17 schwer verwundet (rechte Hüfte, Seite) und in Hauptverbandplatz Lavel eingeliefert.
Am 21.5.17 nachmittags 3.20 Uhr im Lazarett Mathildenstift Metz gestorben.
Leiche wurde in die Heimat überführt.

Ein kurzes Leben:

Schule - Ausbildung - Beruf - Freundin Erster Weltkrieg Tod und Grab
Robert Purucker 1911, vor dem 1. Weltkrieg 1915 im 1. Weltkrieg in Frankreich Soldatengrab, Friedhof Marktleuthen im Fichtelgebirge
Er war der Neffe und das Patenkind meines Großvaters, Robert Purucker, müsste mein Groß-Cousin o.ä. sein. Im 1. Weltkrieg, am 14. Mai 1917 wurde er bei Laon in Frankreich, ca. 100 km nordöstlich von Paris, durch eine Granate schwer verletzt und starb am 21. Mai 1917 im Lazarett zu Metz im Alter von 24 Jahren. Sein Grab findet man auf dem Marktleuthener Friedhof gleich als erstes auf der rechten Seite.

Rekrutierungsstammrolle, Kriegsstammrolle Seiten aus der
Rekrutierungsstammrolle oder Kriegsstammrolle
für Robert Purucker, Marktleuthen im Fichtelgebirge
Gruß aus dem Krieg Gruß aus Metz an seine Freundin,
gleichbedeutend mit
»Gruß aus dem Krieg«
Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges - Siegeshoffnung Hoffnung auf ein
baldiges Ende des Krieges,
aber auch Siegeshoffnung:
Verzicht auf Urlaub von der Front,
um den Sieg nicht zu verpassen,
am 20. August 1915!
Heute betrachten wir es als selbstverständlich, nach  Frankreich zu fahren und dort Freunde zu treffen oder ans Mittelmeer in den Urlaub zu fahren. Nie habe ich dort auch nur im Entferntesten einen Groll auf uns Deutsche gespürt.

Man braucht aber nur einmal bewusst die Nachrichten zu hören, um zu begreifen, welches Glück unsere Generation hat, in solch einer friedlichen Welt zu leben. Auch bei der Betrachtung der Geschichte fällt auf, dass sie eine Geschichte von Kriegen ist und diese fallen immer größer aus, je mehr Menschen es auf der Welt gibt und je dichter sie zusammen leben. In der Steinzeit gab es sicher auch bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen benachbarten Sippen oder verschiedenen, damals noch kleinen Kulturkreisen. Alleine die Existenz moderner Waffen erklärt nicht die immer größer werdenden Kriege, es ist auch die Tatsache, dass die Weltbevölkerung immer mehr wächst, zur Zeit um 70 Millionen pro Jahr. Wenn wir dieses  Bevölkerungswachstum nicht stoppen und zu einer vernünftigen Zahl der Weltbevölkerung zurückkehren, wird es auch in Zukunft Kriege geben, größer und schrecklicher als wir sie uns heute vorstellen können.


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