Zecken

Der Holzbock, Ixodes ricinus

Zecken
Vergleichen Sie die beiden Bilder oben und unten. Das obere zeigt eine Zecke vor dem Trinken, das untere vollgesaugt. Anhand der Beine kann man sehen, dass die Vergrößerung durch das Foto etwa gleich ist, die vollgesaugte Zecke ist eher noch zu klein dargestellt. Es ist übrigens mein Blut, ich hab sie zu spät bemerkt.
Zecken - Gemeiner Holzbock

Der Holzbock (Ixodes ricinus) gehört zu den Spinnentieren, ernährt sich als Parasit und ist der Überträger der Krankheiten Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Auch wenn es früher immer behauptet wurde, er lässt sich nicht von Sträuchern und Bäumen auf Menschen und Tiere fallen, sondern lauert im hohen Gras, an niedrigen Sträuchern oder Stauden.Von dort wird er beim Hindurchlaufen abgestreift und krabbelt oft mehrere Stunden auf der Körperoberfläche auf der Suche nach einem geeigneten Platz für den Einstich. Der Stich schmerzt nicht, deshalb bleibt er oft unbemerkt und so kann sich die Zecke stundenlang in aller Ruhe vollsaugen. Nach der Blutmahlzeit bilden sich bis zu 5000 Eier. Nach der Eiablage schlüpfen daraus zunächst unscheinbare Larven, die sich erst in Nymphen und dann in das erwachsene Tier verwandeln. Jedes Entwicklungsstadium braucht eine Blutmahlzeit. Die Larven und Nymphen saugen meistens an kleinen Nagetieren. Die erwachsene Zecke ist, wie die meisten Spinnen, ein Hungerkünstler und kann monatelang, evtl. sogar jahrelang auf eine Gelegenheit zum Blutsaugen warten.

Die vollgesaugte Zecke von unten:
Vollgesaugte Zecke
Eine saugende Zecke auf meiner Haut:
Zecke auf meinem Arm
Mit der Zeit rötet sich die Einstichstelle:
Saugende Zecke auf meiner Haut
Die sogenannte Zeckenplage ist kein neues Phänomen. Schon immer traten die Holzböcke an bestimmten Orten gehäuft auf, oft auch an Wegen, die von hohem Gras umgeben sind und wo Hundebesitzer ihre Vierbeiner ausführen. In der  Oberpfalz gibt es sogar eine Ortschaft mit dem Namen Zeckenberg, es ist ein Ortsteil von Ebnath.
Zeckenberg, Ortsteil von Ebnath in der Oberpfalz
Heinz Spath, ein Naturfotograf aus Marktleuthen, berichtete mir, dass es auch bei uns im Fichtelgebirge, dem sogenannten Bayerisch-Sibirien andere Zeckenarten gibt als den Holzbock. So fand er neben der verbreiteten Igelzecke (Ixodes hexagonus) in letzter Zeit die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) und sogar die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), die es früher nur am Rhein und um Berlin gab. Möglich, dass die Auwaldzecke und die Hundezecke nicht dauerhaft bei uns leben, sondern durch Touristen mit Hunden oder Tiertransporte von Schafen immer mal vorübergehend eingeschleppt werden. Die Auwaldzecke überträgt unter anderem das Q-Fieber, auch Queensland-Fieber oder Balkangrippe genannt, das als Zoonose vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann.


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