Corona-Maßnahmen, Corona-Einschränkungen

Fotos und Reiseberichte, Informationen und Bilder

Mein Corona-Blog
COVID-19, Corona-Pandemie

Versuch einer Zusammenfassung
Pest → Cholera → SARS → COVID-19-Pandemie

Corona-Pandemie
Wie sich die Bilder gleichen:
Spanische Grippe 1918 - Corona-Pandemie 2020/2021

Update Anfang April 2021

Die dritte Welle. Hohe Zahlen. Die Intensivbetten füllen sich, jetzt mit jüngeren Menschen, da die Alten größtenteils geimpft sind. Als ob sich das Virus unseren Maßnahmen anpasst. Folgen der britischen Mutation? Und nach der Mutation ist vor der Mutation. Wird die nächste unsere Impfungen aushebeln? Viel mehr Fragen als Antworten. Angst.

Bei deutschlandweiten Inzidenzen um die 120 gelangen unsere Krankenhäuser an ihre Grenzen. In manchen Ländern spricht man von teilweisen Inzidenzen von um die 1000. Wie machen die das mit den Krankenhäusern, wenn doch unser Gesundheitssystem angeblich eines der besten der Welt ist und die anderen viel weniger Intensivstationen haben? Widersprüchliche Meldungen. Statt Lockerungen neue Einschränkungen. Vorschriften, bei denen keiner mehr durchblickt und die schon in der Vergangenheit kaum etwas gebracht haben. Wird so unser zukünftiges Leben aussehen? Werden wir überhaupt mal wieder normal leben können? Vielleicht leben wir zu hygienisch, bräuchten ab und zu etwas mehr Kontakt zu wenigen Viren unterhalb der Infektionsschwelle, um unser Immunsystem zu trainieren. Auch das ist möglich. Wie's aussieht, weiß keiner den richtigen Weg. Ein riesiges weltweites Experiment. Mal sehen, welche Länder und Gesellschaften den besseren Weg hindurch eingeschlagen haben.

Das Impfen nimmt Fahrt auf.  Erfahrungen im Corona-Impfzentrum (Erlebnisbericht, Glosse)

Update Ende März 2021

Wie war das vor einem Jahr, März/April 2020? Erinnern wir uns an den Info-Spot im Fernsehen: Flat the curve, die Infektionskurve abflachen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, dann können wir zum Hochsommer mit Herdenimmunität zur Normalität übergehen. Es kam anders, ganz anders. Die Wissenschaftler und Ärzte hatten Unrecht. Im November erzählte man uns »Lieber jetzt einen Lockdown, dann haben wir zu Weihnachten Lockerungen.« Auch das kam anders. Trotzdem genießen die gleichen Leute, Ärzte wie Politiker, mit ihren Statistiken, Einschränkungen und Sanktionen die gleiche Aufmerksamkeit und gottähnliche Verehrung wie vor einem Jahr. Warum? Weil sie immernoch das einzige sind, woran sich die Menschen klammern können. Es gibt keine Alternativen.

Beim Impfen hätten wir eigentlich einen Vorteil. Einer der besten Impfstoffe wurde zu einem großen Teil in Deutschland entwickelt und wird hier auch noch hergestellt, was bei Medikamenten inzwischen eine große Ausnahme darstellt. Wer hat bis jetzt den größten Bevölkerungsanteil mit genau diesem Impfstoff versorgt? Israel. Ich gönne ihnen das. Sie haben schnell reagiert und ihre Bevölkerung geschützt. Das ist gut.

Aber wir Deutschen? Neben einem gesunden nationalen Selbstbewusstsein fehlt uns vor allem eine kleine vernünftige Portion an Egoismus. Wir schauen nur zu, während andere Länder sich vor uns bedienen. Das gilt nicht nur weltweit, sondern auch innerhalb der Europäischen Union. Der Umweg über die EU hat uns zurückgeworfen, weil wir auch dort ausgetrickst werden. Während sich die halbe Welt die besten Impfstoffe sichert, müssen wir uns zum großen Teil mit den zweitbesten begnügen, und das auch noch verzögert. In Amerika werden wir deshalb schon zur Lachnummer. German Angst ist auf der Welt schon lange ein geflügeltes Wort und German disease, das früher für die Syphilis stand, hat schon lange eine neue Bedeutung bekommen.

Wir ignorieren das in unserer Überheblichkeit und behindern uns selbst mit unserem Bürokratismus. Seit zwei Jahrzehnten haben wir alle maschinenlesbare Personalausweise und bei der Ausgabe von Atemmasken arbeiten wir immernoch mit Kugelschreiber und gleich zwei Zetteln, die ganze Aktenschränke füllen. Bei Corona-Tests wird teilweise nichtmal die Identität überprüft. Da kann man einfach den virenfreien Freund schicken.

Warum? In unserem globalisierten Weltwirtschaftssystem ist eine gesunde Portion an Egoismus erforderlich, sonst geht man unter. Sie ist die Triebfeder der Evolution. Aber mit jedem Weltkriegs-Gedenktag oder Holocaust-Jubiläum wird unseren Kindern erzählt: »Eure Vorfahren waren alle Verbrecher, deshalb müsst ihr jetzt vor aller Welt kuschen!« Wenn wir so weitermachen, rutschen wir weltweit in die zweite Liga ab. Bisher zehren wir immernoch vom deutschen Image des 20. Jahrhunderts als Nation des Wirtschaftswunders und des wundersamen "Made in Germany". Wir meinen uns ständig vor aller Welt als deutsche Gutmenschen darstellen zu müssen und sehen nicht, wie das ausgenutzt wird. Das gilt auf allen Ebenen. Was nützt es zum Beispiel global gesehen, wenn wir unsere Atomkraftwerke und demnächst auch Kohlekraftwerke abschalten, dafür aber Atomstrom und Kohlestrom teuer von unseren Nachbarn importieren müssen, und schließlich unsere Konkurrenzfähigkeit verlieren. Die anderen lachen uns aus und für den weltweiten Klimawandel ist es höchstens der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Auch völlig unverständlich: In den Corona-Jahren 2020/2021, als man zum Beispiel hier in Nordostbayern lange Zeit nicht mal 20 km ins nahe tschechische Asch innerhalb der EU fahren durfte, wurden über 100 000 Asylanträge von Einwanderern gestellt. Für die gibt's wohl keine Reisebeschränkungen? Ist der Asyltourismus davon ausgenommen?

Update Anfang März 2021

Vorsichtige Lockerungen. Das Grundproblem ist immer noch das gleiche. Statistische Werte wie Infektionszahlen oder Inzidenzien sollten eigentlich die objektive Lage wiedergeben. Sie sind ja die Grundlage für gravierende Einschränkungen. Die Zahl der positiven Ergebnisse im Verhältnis zu z.B. 1000 Testungen wäre objektiv. Das macht man jedoch nicht. Jetzt wird jedem Bürger wöchentlich ein kostenloser Corona-Schnelltest angeboten. Das erhöht die Zahl derer, die von ihrer Infektion wissen, eben nicht die Zahl der wirklich Infizierten. Deshalb sind sowohl die Infektionszahlen als auch Inzidenzien willkürlich beeinflusst. Bezeichnet wird es aber als eine Erhöhung der Infektionszahl, was wiederum die Inzidenz erhöht, was wiederum eine Normalisierung des Lebens verhindert.

Mit Aktionen wie "Testen, testen, testen…" oder kostenlosen Schnelltests für jeden erzeugt man künstlich eine Dritte Welle, aber nur auf dem Papier, nicht die tatsächlichen Infektionen, sondern nur positiven Tests sind gestiegen, ohne die Anzahl der negativen Tests gegenzurechnen!

Dem Namen nach objektive Zahlen sind also willkürlich veränderbar, was einfach falsch ist. Nur ein Wert, der die positiven Testergebnisse ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Testungen setzt, würde objektiv die wirkliche Lage darstellen. Repräsentativ ist auch dieser nicht, denn verschiedene Bevölkerungsgruppen werden unterschiedlich häufig getestet. Aussagekräftig wäre die Zahl der Infizierten bezogen auf die Bevölkerung eines Gebiets. Dazu wären repräsentative Reihentestungen nötig. Diese wären nur schwer durchzusetzen. Wer es nicht riskieren möchte, die nächsten Wochen zu Hausarrest verurteilt zu werden, würde nicht hingehen. Da ich davon ausgehe, dass unsere Statistiker nicht dumm sind, muss es einen Grund geben, dass man objektive Zahlen nicht errechnet oder zumindest nicht veröffentlicht. Das klingt zwar nach Verschwörungstheorie, aber vielleicht kann mir jemand erklären, warum. Noch bin ich lernfähig.

Warum macht man's nicht? Maximale Angst erzeugen? Ins Bild passen Skandale wie Provisionen an Politiker für die "Vermittlung von Maskengeschäften" in sechsstelligen Euro-Beträgen. Unsere Politiker haben ja zur Zeit so viel zu tun, dass sie offenbar in ihrer Freizeit einer "Arbeit" für 250 000 Euro nachgehen können. Der Stundenlohn würde mich mal interessieren! Wenn das unter Umständen nur die Spitze des Eisbergs ist, wäre es eine Erklärung. Wie es scheint, gibt es viele Leute, die an der Katastrophe verdienen oder andere Vorteile daraus ziehen. Die Anbetung der wenig aussagekräftigen "Infektionszahlen" und Inzidenzien nimmt langsam religiöse Formen an, und unser aller Grundrechte werden dadurch beschnitten.

Damit meine ich ausdrücklich nicht, dass man vor Corona keine Angst haben muss. Die Krankheit ist eine Gefahr, eine von vielen Gefahren, denen wir täglich ausgesetzt sind. Ich meine die künstlich erzeugte Angst, um das feudalistische Regieren zu rechtfertigen, ein Regieren wie im Mittelalter, und mit möglichst viel Angst, damit die Leute ruhig bleiben. Jemand, der nicht mehr vor die Tür geht, weil das Leben da draußen so gefährlich ist, weil der böse Verkehr in töten könnte, oder was auch immer, kommt mit einer Angststörung in die Psychiatrie, aber bei Corona wird genau das staatlich verordnet.

Jetzt kann man sich im Internet zur Impfung anmelden. 68 Jahre alt und eine Lungenerkrankung, mal sehen, wann ich dran bin. Man bekommt eine Bestätigungs-Mail mit der Bemerkung, man möge von Nachfragen absehen. Das ist durchaus verständlich, angesichts der allgegenwärtigen Corona-Panik. In jedem kleinen Online-Shop kann man sich einloggen, und nachschauen, was die Bestellung macht, und wann man ungefähr mit einer Lieferung rechnen kann. Die Software dazu ist bei fast jedem Hosting-Paket kostenlos inbegriffen. Bei unserer Regierung funktionierte das zuerst lange nicht, möglicherweise überlastete Server, jetzt geht's endlich, tatsächlich! Termin gibt's natürlich noch keinen. Hoffentlich bin ich auf keine Fake-Seite hereingefallen, die nur meine Daten haben wollte.

Update Februar 2021

Irgendwie kann man das C-Wort nicht mehr hören. Wenn man zwei alte Häuser zu unterhalten hat, ist die Schließung der Baumärkte ein Problem. Die großen Hallen mit viel Platz und Luft sollten weniger ein Problem sein, als die Supermärkte. Von einem Hotspot durch einen Baumarkt hat man noch nichts gehört. Ein Politiker sagte sinngemäß, »Die Heimwerker mit ihren Hobbies können warten!«. Wie bitte? Natürlich, mit deren Gehalt könnte ich auch Firmen beauftragen, die damit kein Problem haben. Ich kann mir das nicht leisten. Meine Arbeit deshalb als "Hobby" zu bezeichnen, nur weil ich kein Gewerbe habe, grenzt an Beleidigung! Unsere Politiker leben eben in einer ganz anderen Welt.

Gleichzeitig kann jeder mit Gewerbeschein fröhlich in den Baumärkten einkaufen. Da ist reger Betrieb und jeder zweite schaut nach allem, aber nicht nach "Handwerker" aus, weil jeder Gewerbeschein zählt, egal, ob Handwerker oder nicht, egal ob Waren für's Gewerbe oder privat, niemand kontrolliert's.

Dass Seniorenheime und Krankenhäuser riskanter sind, ist einsehbar, schließlich ist naher körperlicher Kontakt dort nicht zu vermeiden. Die gemeldeten statistischen "Infektionszahlen" verzerren jedoch die Situation zusätzlich, weil in Seniorenheimen und Krankenhäusern eben auch mehr getestet wird. Eine realistische Darstellung erhält man nur, wenn man die positiven Tests pro Zahl der Tests angibt, also zum Beispiel Infektionen pro 1000 Tests in einem Bereich. Das gleiche mit den Todeszahlen: Man vergleicht in den Medien die Todeszahlen der USA mit denen von Deutschland! Und zwar die Gesamtzahlen. Natürlich hat ein großes Land mehr Tote als ein kleines. Nur eine Angabe "pro 100 000 Einwohner" wäre aussagekräftig!

Gerd Pöhlmann greift in einem Kommentar in der Frankenpost vom 13. Februar das gleiche Thema auf: Auch die heiligen Inzidenzien sind abhängig von der Zahl der Testungen. So gibt es im Grenzgebiet zu Tschechien eben auch deshalb mehr Infektionen, weil durch die vielen Grenzübertritte viel mehr getestet wird als zum Beispiel in München. Also auch hier: Örtlich vergleichbar sind die Zahlen nur, wenn man sie lokal ins Verhältnis zur Anzahl der Testungen setzt!

Jeder denkende Mensch fühlt sich von dieser Statistik zum Narren gehalten. In den Medien machen sich angsterregend hohe Zahlen natürlich gut, »Bad News are good News!« Und warum ergreift unsere Regierung Maßnahmen aufgrund nicht vergleichbarer Zahlen? Es ist der Versuch, maximale Angst zu erzeugen, um die Leute ruhig zu stellen. Ein Regieren mit Angst und Drohungen, das hatten wir in vergangenen Jahrtausenden schon zur Genüge, und glaubten es überwunden ‐ Bis Corona kam!

Update Januar 2021

Deutschland hat zur Zeit, gemeinsam mit den USA, die höchsten Todesraten weltweit. Man kann natürlich den Statistiken misstrauen, manche Länder beschönigen gern, andere, besonders Deutschland, machen das Gegenteil. Aber trotzdem muss man nach den Ursachen fragen.

Gemäß Robert Koch-Institut waren 88 % der Toten über 70 Jahre, während der Anteil dieser Gruppe nur 14 % der Bevölkerung beträgt. Betrachtet man die Maßnahmen des Shutdowns, belasten diese vor allem Menschen jungen und mittleren Alters. Warum sind zum Beispiel Baumärkte mit ihren großen hohen Hallen und guter Belüftung geschlossen, während kleine Einzelhandelsgeschäfte, in denen vor allem Senioren ohne Auto einkaufen, geöffnet sind? Einkaufsdienste für ältere Menschen wären hier viel sinnvoller, als nach dem Gießkannenprinzip das aktive Leben und die Wirtschaft lahmzulegen. Eine Änderung nach diesem selektiven Prinzip würde zwar die Infektionszahlen etwas steigern, aber die tatsächlich Gefährdeten schützen und damit die Todesraten senken.

Die Politiker scheinen sich auf die Infektitonszahlen als einzige Leitlinie zu beschränken. Die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen findet kaum Erwähnung. Welche langfristigen Schäden die Einschränkungen verursachen, darüber redet kaum jemand. Es sind nicht nur die wirtschaftlichen Schäden, sondern auch die gesundheitlichen. Vereinsamung, Depressionen, Suchtprobleme und Bewegungsmangel finden im Verborgenen statt, (noch) nicht sichtbar durch die Isolation und Angst. Auch die Angst, im Krankenhaus eigentlich notwendige Behandlungen und Operationen durchführen zu lassen, kostet Menschenleben. Diese Folgen zeigen sich nur langfristig und werden statistisch kaum zu erfassen sein. Im Gegensatz zu Corona betreffen sie vor allem auch die Jüngern und sogar die Kinder, die Leistungsträger der nächsten Jahrzehnte.

In die gleiche Kerbe schlug die FDP bei ihrer Winterklausur im Januar: Spätestens wenn die Bevölkerungsgruppen mit dem hohen Sterberisiko geimpft sind, sollte man damit aufhören, Inzidenzzahlen und "Infektionszahlen" anzubeten, da sie dann nicht mehr die tatsächliche Gefahr abbilden. Für Diskussionsstoff sorgten überall auch Überlegungen zur Impfpflicht. Für bestimmte Berufsgruppen wären Pflichtimpfungen sicher angebracht. Sollten irgendwann genügend Impfmöglichkeiten zur Verfügung stehen, sollte man auch eine allgemeine Impfpflicht erwägen. Wenn es erforderlich ist, um aus dieser Katastrophe herauszukommen, wäre das auch verhältnismäßig, aber bis dahin wird's sowieso noch einige Monate dauern. Impfverweigerer erhöhen die Gefahr von Virus-Mutationen und gefährden damit alle.

Ab dem Zeitpunkt, an dem jeder zumindest die Gelegenheit hat, sich impfen zu lassen, sollten auf jeden Fall alle Maßnahmen und Einschränkungen aufgehoben werden. Wer sich dann nicht impfen lässt, muss die Verantwortung für seine Gesundheit selbst tragen. Auf die Herdenimmunität sollten wir damit nicht warten, wenn gerade die Impfverweigerer sie verhindern.

Update Dezember 2020

Die zweite Welle, gleichzeitig die Drohung mit der dritten Welle. Harter Lockdown. Gleichzeitig meldet China seit langem das Ende der Pandemie in seinem Land. Wie kann's das geben? Zahlenmanipulation?

Oder sind die Chinesen schon immun, weil sie am Anfang mehr Infektionen zugelassen haben? Fragen, auf die wir keine Antworten bekommen. Nur Drohungen mit weiteren Lockdowns. Im Vergleich mit China könnte man schließen, dass unsere rigorosen Maßnahmen nicht nur nichts gebracht haben, sondern das Gegenteil bewirkten! War alles umsonst? Was machen wir falsch? Wo ist die Verhältnismäßigkeit zwischen den rigorosen Maßnahmen und dem offenbar nicht vorhandenen Erfolg? Ist der Schaden der Maßnahmen größer als der Nutzen?

Die Lösung der Chinesen:
  • Ein Überwachungsstaat mit Freiheitseinschränkungen, die bei uns undenkbar sind, mit eiserner Disziplin gegenüber der Obrigkeit
  • Propaganda und Manipulation der Medien und der Zahlen, wodurch die wahren Verhältnisse nur schwer zu beurteilen sind. Das Diagramm rechts oben ist wahrscheinlich so wahr wie die "Wahlergebnisse" der DDR!
Corona-Statistik China
Corona-Statistik Weltweit

Update Ende November 2020

Alle Zahlen steigen. Was bleibt, ist ein Misstrauen gegen die Statistiken. Spricht man von Amerika, werden beeindruckende Gesamtzahlen genannt, bei kleineren Ländern die Zahlen pro 100 000 Einwohner. Um als Bürger Vergleichbarkeit herstellen zu können, müsste man anfangen zu rechnen. Der Journalismus scheint unkritisch, aber wahrscheinlich gilt eben wieder mal der Satz »Bad news are good news!«. Zum Beispiel eine Überschrift in der Frankenpost vom 27.11.2020: "Eine Million Infizierte". Was? Welche Superspreader waren denn da am Werk? Die Zeitung hat nur ein Wort "vergessen": "Seit März". Erst im Text wird es als Gesamtzahl der bis jetzt infizierten erklärt.

In meiner kleinen Heimatstadt (3000 Einwohner) sind die Zahlen moderat und seit August nur wenig gestiegen. Von an Corona verstorbenen konnte mir keiner berichten, nicht mal von schwer erkrankten. Die kritische Einstellung mancher Leute kommt wahrscheinlich davon, dass man von der Katastrophe selbst kaum etwas merkt, wenn man nicht zufällig schwer erkrankte oder gestorbene Menschen im Bekanntenkreis hat. Oder wenn man im Gesundheitssystem oder der Pflege arbeitet, Bereiche, die im Normalbetrieb schon ausgelastet, jetzt überlastet sind, nicht nur durch die Krankheit, sondern vor allem auch durch die zeitraubenden Hygienemaßnahmen.

Was eben jeder gravierend merkt, sind die Maßnahmen und Einschränkungen, die von vielen als belastender empfunden werden, als die Bedrohung selbst. Bedrohungen gibt es viele. Auch in diesen Corona-Zeiten sterben Menschen an Krebs und an Verkehrsunfällen, nur daran sind wir gewohnt, und keiner lässt sein Auto stehen, weil der Verkehr gefährlich ist.

Euphorisch werden Erfolge der Impfstoff-Forschung gefeiert, die Impfungen mit einer Wirksamkeit von bis zu 95% meldet. Worüber man allerdings nichts hört, und was überhaupt noch nicht erforscht werden konnte, ist, wie lange der Schutz anhält. Müssen wir uns in Zukunft einmalig drei mal, alle paar Jahre, alle paar Monate oder alle paar Wochen impfen lassen? Keiner weiß es bis jetzt. Langzeitstudien lassen sich eben nicht in kurzer Zeit machen.
Corona-Teststau aufgrund der Corona-Maßnahmen
Stau vor der Teststelle in der Kleinstadt Marktleuthen Für manche Anlässe brauchte man ein negatives Testergebnis, nicht älter als zwei Tage! Wenn der Stau die Hauptstraße erreichte, mussten Leute abgewiesen werden. Durch mehr Tests erhöhen sich die Infektionszahlen, nicht die Infektionen! Und von den Zahlen hängen unsere Freiheitseinschränkungen ab!!!

Update Mitte November 2020

Der Bundestag hat Änderungen des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. 413 Abgeordnete stimmten mit Ja, 235 mit Nein, 8 Enthaltungen. Die Änderungen sind so umfangreich, dass eine synoptische Gegenüberstellung in Word kopiert 46 DIN-A-4-Seiten ergibt. Die Materie mag kompliziert sein, aber Gesetze für die Bürger, für die sie ja gelten, sind das schon lange nicht mehr, die geben beim Lesen spätestens auf der zweiten Seite auf. Dass der Bundesrat nicht nur am gleichen Tag, sondern kurz darauf zustimmt, kann man nicht nur als Schnellverfahren bezeichnen, sondern ist schon handstreichartig. Die Proteste auf den Straßen erinnern mich an die Demonstrationen gegen die sogenannten Notstandsgesetze, die Grundgesetzänderungen von 1968. Manche sprechen vom Ermächtigungsgesetz, was sicher polemisch und stark übertrieben ist.

Seltsam ist folgendes:
  • Den ganzen Herbst wurde immer wieder betont, wie gut Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern durch die Corona-Pandemie kam. Wenn angeblich alles so gut war und ist, warum muss dann eine so umfangreiche Gesetzesänderung her?
  • Seit Jahren nervt es uns, bei jeder Gelegenheit, bei der wir unsere Adresse etc. angeben, eine Datenschutzerklärung ausfüllen zu müssen. Eine Papierflut, die bei Ärzten und anderen öffentlichen Einrichtungen Schränke voll Aktenordnern füllt. Bei jedem Fehler muss man mit einer Abmahnung rechnen.

    Zur Zeit müssen wir überall unsere Kontaktdaten hinterlassen, einschließlich Telefonnummer, in jeder Gaststätte, jedem Museum usw., und kein Mensch fragt nach Datenschutz. Meist ist nicht mal ein Hinweis darauf zu finden. Was mit diesen Mengen an Formularen und unseren Daten in der Folgezeit passiert, ist völlig unkontrolliert. Niemand fragt, wie das mit der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vereinbar ist.
Corona-Gesichtsmasken sind nichts Neues: Pest-Doktor mit Schnabel-Maske
In Italien und Frankreich trugen die sogenannten Pest-Doktoren Schnäbel als Gesichtsmaske, in denen sich wohlriechende Kräuter befanden, in Mitteleuropa eher Duftschwämme oder Kräuterbeutel. Die Düfte sollten die Miasmen vertreiben, übel riechende, durch die Gassen wabernde krankmachende Nebel, welche Krankheiten übertragen sollten. In der Neuzeit und Aufklärung wurden diese Pestdoktoren auch verspottet. Ob unsere heutigen Gesichtsmasken recht viel mehr gegen die Corona-Viren helfen als damals die Kräuter gegen die Pest-Bakterien, ist zweifelhaft.
Abb.: Paul Fürst, Der Doctor Schnabel von Rom, Kupferstich als Karikatur von Paul Fürst, 17. Jahrhundert, public domain

Ende Oktober bis Anfang November 2020

Wie im Winterhalbjahr erwartet, steigen die Infektionszahlen wieder, die Wörter Shutdown und Lockdown sind wieder präsent, auch wenn sie mit der Vorsilbe Teil- etwas abgeschwächt werden. Die Plätze in den Intensiv-Stationen sind wieder besser belegt, aber die Todeszahlen nehmen nur moderat zu. Vergleicht man die gesamten Sterbefälle pro Monat, ist eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr schlimmstenfalls zu erahnen, auf keinen Fall signifikant. Anscheinend haben sich die Therapien verbessert oder unser Immunsystem ist langsam trainiert (außer bei denen, die zu hygienisch leben, bei diesen ist das Immunsystem möglicherweise degeneriert, es braucht ständiges Training). Dennoch reagierte die Regierung mit einem sehr harten Lockdown. Ob das noch verhältnismäßig ist, kann man bezweifeln, aber angesichts der ständig geschürten Angst vor dem unsichtbaren Gegner Corona halten sich die Proteste in Grenzen. Wir laufen Gefahr, dass der Niedergang unseres gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens chronisch wird und die langfristigen Folgen nicht mehr im Verhältnis zu den Gefahren stehen.

Selbst nach Ende der Pandemie und überwiegend geimpften Menschen wird es schwer werden, uns wieder umzugewöhnen, und in unseren Mitmenschen nicht nur Virenschleudern und Bakterienschleudern zu sehen. Ob wir jemals wieder unserem Gegenüber zwanglos die Hand reichen können, ohne uns zu fragen, ob der vielleicht lieber ausreißen möchte, weil er nur daran denkt, wie viele gefährliche Keime und Mikro-Lebewesen er sich bei einem Händedruck einfangen könnte? Werden wir auf Dauer wie die Zombies vor Menschenansammlungen flüchten, weil die Angst chronisch geworden ist?

Gleichzeitig verhalten sich manche Persönlichkeiten so, dass es einem schwerfällt, sie noch ernst zu nehmen. Während man vom Bürger verlangt, nur noch aus wichtigem Grund zu reisen, fahren ein Münchner, ein Hamburger und ein Berliner Arzt für eine große Pressekonferenz an einen Ort, um gemeinsam Angst zu verbreiten und den Menschen zu erzählen, dass sie gefälligst daheim bleiben sollen. Das hätten sie auch über eine Videokonferenz von zu Hause aus machen können, dann wäre es glaubhafter gewesen. Ein Video aus einem Fernsehstudio zeigt unseren Bundespräsidenten, Frank-Walter Steinmeier, der nach Ende der Sendung sofort seinen Mundschutz abnimmt, obwohl er dem Aufnahmeteam noch genau so nahe ist wie bei der Sendung. Alles nur Show für die Leute?

Besonders die einschneideneden Maßnahmen der sogenannten Zweiten Welle erschüttern vor allem in Deutschland den Glauben an Wissenschaft und Forschung, möglicherweise dauerhaft. Menschen sterben natürlich auch in dieser Zeit. Ist einer davon Corona-positiv, wird er als Corona-Opfer gezählt, nach wie vor überprüft niemand die Todesursache. Dass Ärzte und Krankenhäuser Angst vor Überlastung haben, ist verständlich. Von den häufigsten Todesursachen wie Herz-Kreislauf-Versagen, Verkehrsunfällen und anderen redet allerdings zur Zeit keiner mehr, aber fängt einer in der Öffentlichkeit an zu husten, bricht Panik aus.

Von den kurz- und langfristigen psychischen und gesellschaftlichen Folgen des Sicial Distancing trauen sich nur wenige zu reden, wie zum Beispiel Professor Andreas Rödder, der sagte, »Wenn soziale Nähe verloren geht, droht Entsolidarisierung.« Was nützt es, wenn wir das Leben von Seniorenheim-Bewohnern verlängern, wenn sie gleichzeitig nur noch vereinsamt dahindämmern.

Oktober 2020

Die Proteste gegen die Corona-Einschränkungen werden immer lauter. Leider kann man auch eine Polarisierung beobachten. Die Erbsenzähler melden 20 Neuinfektionen wie eine Katastrophe, obwohl keiner davon ernsthaft krank ist, die anderen befürworten eine schnelle Verbreitung des Virus in der Bevölkerung mit dem Ziel, das Immunsystem zu trainieren und möglichst schnell wieder zur Normalität zurückzukehren. In dieser möglichst kurzen Verbreitungsphase sollten Menschen mit hohem Risiko, wie Alte und chronisch Kranke, gezielt geschützt werden.

Aufsehen erregte in diesem Zusammenhang unter anderem die Great Barrington Erklärung. Da beide Lager auch von Ärzten und hochrangigen Spezialisten unterstützt werden, ist es für den Laien schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Wahrscheinlich liegt, wie so oft, der beste Weg wieder einmal in der Mitte.

Ende Oktober wurde gebetsmühlenartig die Zweite Welle beschworen, die Maßnahmen verschärft und mit einem zweiten Lockdown gedroht, gleichzeitig ein Impfstoff zum Jahreswechsel in Aussicht gestellt, um die Leute ruhig zu stellen. Länder, die höhere Infektionszahlen zuließen, wie Spanien, wurden von deutschen Politikern offen diffamiert, was sie zu Änderungen zwang. An Amerika prallten solche Versuche ab und China feierte gleichzeitig, die Pandemie überwunden zu haben.

September 2020

Im September bestätigte der Virologe Hendrik Streeck die jetzt geringeren Stodeszahlen im Verhältnis zu den Infektionszahlen (Quelle: Frankenpost vom 14.09.2020). Die Nachrichten von Welt meldeten am 25.9.20, dass 300 Covid-Intensiv-Patienten über 30 000 freie Plätze auf Intensiv-Stationen gegenüberstehen (1% Belegung!). Gleichzeitig werden ein paar neue Infektionen in einer Region wie der Beginn der Apokalypse behandelt.

Es wird Zeit, dass die Politik reagiert und größere Infektionszahlen zulässt, ohne gleich mit rigorosen Maßnahmen zu reagieren. Wegen der geringen Todeszahlen sind die Maßnahmen unverhältnismäßig. Die Bezeichnung als "Krise", also etwas zeitlich begrenztes, vorübergehendes, ist eine Verharmlosung. Die dauerhaften Zerstörungen durch die lang andauernden Maßnahmen werden erst nach und nach erkennbar werden. Ganze Branchen leiden nach wie vor erheblich, genauso wie kleine Firmen und Gewerbetreibende, Existenzen sind in Gefahr und werden vernichtet, und das gesellschaftliche Leben liegt seit einem halben Jahr am Boden.

Die Medien sollten aufhören, die Ansteckung von 24 Leuten wie in Garmisch-Partenkirchen wie eine Katastrophe zu melden. Bisher ist meines Wissens kein einziger davon gestorben. Auch sollten wir Deutschen nicht weiter andere Länder, die höhere Infektionszahlen zulassen, schulmeisterlich rügen. Vielleicht werden sie im Winter durch ein trainiertes Immunsystem im Vorteil sein. Das ist allerdings nur anhand aktueller Todesraten und schweren Verläufe zu beurteilen, und davon redet seit Monaten keiner mehr, höchstens als Gesamtzahl seit März, nicht die aktuellen. Nur die sogenannten Infektionszahlen und Reproduktionsraten sind noch aktuell.

August 2020

Im August ging ein Diagramm um die Welt, das von offiziellen spanischen Stellen stammen soll und zeigen soll, dass die Infektionszahlen in Spanien fast wieder den Stand vom März erreicht haben, aber die Todeszahlen kaum gestiegen sind und weit unter denen des März liegen. Wie seriös diese Informationen sind, ist schwer zu beurteilen. Wenn sie zutreffen, zeigen sie eindeutig, dass unser Immunsystem lernt, auch wenn keine Antikörper nachweisbar sind. Dann wäre es der beste Weg, jetzt im Spätsommer mehr Infektionen zuzulassen, um unser Immunsystem zu trainieren und Impfstoffkandidaten testen zu können, bevor in der kalten Jahreszeit alles noch viel schlimmer wird.

Das merkwürdigste ist, dass unsere deutschen Stellen zu diesen Zahlen einfach schweigen. Sie dementieren sie aber auch nicht. Das sorgt für Unsicherheit und das Gefühl, nicht die Wahrheit gesagt zu bekommen. Der größte Schock war für mich, dass Politiker schon jetzt laut darüber nachdenken, wie man die Wahlen im Herbst 2021 (!) unter Corona-Bedingungen durchführen könnte. Hat die CDU/CSU-Regierung vielleicht gemerkt, dass sie unter Angst-Bedingungen die besten Wahl-Chancen hat?

Juli 2020

Nachdem von einer Durchseuchung mit Antikörper-Immunität offenbar nicht viel zu erwarten ist, starren alle auf einen zukünftigen Impfstoff. Milliarden-Investitionen und 150 gestartete Impfstoff-Projekte machen Hoffnung. Sebastian Ulbert vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) prophezeit, dass es im kommenden Jahr mehrere zugelassene Impfstoffe geben wird. Der Dämpfer folgt auf dem Fuß: »Der große Wurf wird da aber wahrscheinlich noch nicht dabei sein.« (Quelle: Frankenpost vom 21.07.2020). Dass die Leute solch gegensätzlicher Aussagen von Optimisten und Pessimisten langsam überdrüssig sind, ist kein Wunder.

Juni 2020

Im März und April hat man uns groß erzählt, wir müssten nur die Infektionskurve abflachen (flatten the curve), um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, und wenn dann eine Durchseuchung von ca. 70% erreicht ist, können wir wieder zum Normalzustand übergehen. Dann waren die Corona-Maßnahmen aber so drastisch, dass die Kurve nicht abgeflacht, sondern fast unterbrochen wurde, so dass die Durchseuchung und der Normalzustand in weite Ferne rücken. Alles schielt nun auf eine Impfung, von der keiner weiß ob sie im Herbst, im Winter, in ein paar Jahren oder überhaupt nicht kommt. Es gibt viele Gefahren, Corona ist nur eine davon, wir müssen lernen, damit zu leben, normal zu leben. Wir verhalten uns wie Menschen, die nicht mehr vor die Haustür gehen, weil sie Angst haben, von einem Auto überfahren zu werden.


Mai 2020 und früher:



Epidemien in der Geschichte

Rund um das Hochmittelalter, zwischen 900 und 1400 nach Christus, herrschte ein warmes, für die Landwirtschaft günstiges Klima in den nördlichen gemäßigten Zonen, das sogenannte Mittelalterliche Klimaoptimum. Es führte zu einer starken Vermehrung der Bevölkerung mit teilweiser Zusammenballung in den mittelalterlichen Städten. Als dann im 14. Jahrhundert die ersten Vorboten der Kleinen Eiszeit Missernten und Hungersnöte brachten, hatte die Pest in der engen Besiedelung, bei den durch Hunger geschwächten Menschen, leichtes Spiel.

Die Pest-Bakterien waren vorher auch schon da, sie waren schon drei Jahrtausende vor Christus aus Zentral-Asien eingeschleppt worden und löschten die damaligen in Europa lebenden dunkelhäutigen Völker nahezu aus. Reitervölker aus Zentralasien ersetzten sie und diese sind größtenteils unsere Vorfahren. Sie waren gegen die Pest bereits weitgehend immun. Ab und zu gab es einzelne Pestopfer. Nur in Zeiten von Hungersnöten oder Überbevölkerung konnten große Pest-Epidemien ausbrechen.

Ähnlich erging es den Einwohnern Londons Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Cholera-Epidemie, 1892 erwischte die Cholera Hamburg. Das Influenzavirus A/H1N1, das im Jahr 1918 von Amerika aus die berüchtigte Spanische Grippe verursachte und mehr Menschen tötete, als der gesamte Erste Weltkrieg, war vielleicht nur wenig gefährlicher als andere Grippeviren, aber es traf auf eine Bevölkerung, die durch den  Ersten Weltkrieg und seine Folgen wie Hungersnöte und erzwungene Mobilität extrem geschwächt war. Der Winter 1916-1917 ging als Hungerwinter, Steckrübenwinter oder Kohlrübenwinter in die Geschichte ein.

Neben der bloßen Anwesenheit der Erreger sind also meist noch zusätzliche, die Bevölkerung schwächende Faktoren erforderlich, damit sich eine Krankheit zur Epidemie, Pandemie und zur Katastrophe ausweiten kann.

Das Corona-Virus 2019 / 2020

Und das Corona-Virus? Wie kann es sich ausgerechnet in unserer modernen Zeit mit fortschrittlicher Medizin und Wissenschaft zu einer Pandemie ausweiten? Die Epidemie begann in einer Stadt, von der bis dahin die wenigsten von uns auch nur den Namen kannten, und trotzdem eine Millionenstadt, acht Millionen Menschen auf engstem Raum! Möglicherweise ist die Corona-Pandemie nur der Vorbote und eine Warnung, dass wir trotz Medizin und Wissenschaft die Weltbevölkerungszahlen nicht in den Himmel wachsen lassen dürfen. Ein weiterer Faktor ist unsere Mobilität. Durch den Flugverkehr können Infizierte innerhalb der Inkubationszeit, ohne es zu merken, die ganze Welt erreichen, und entlang unserer Autobahnen binnen Stunden das ganze Land. Das heißt, unser moderner Lebensstil, die Globalisierung und die hohe Bevölkerungszahl machen uns angreifbarer gegenüber Epidemien und Pandemien.

Die Maßnahmen der Regierungen zur Verlangsamung der Ansteckungsraten, wie Abstandsgebot und das Verbot von Veranstaltungen und Menschenansammlungen, zeigen zwar Wirkungen, werden aber nicht lange aufrecht erhalten werden können. Irgendwann spielen die Menschen nicht mehr mit. Vereinsamung ganzer Bevölkerungsgruppen, Lagerkoller in den Wohnungen und eine Art kollektive Depression bedrohen ebenfalls die Gesellschaft und unsere Wirtschaft. Schon nach zwei Wochen Shutdown mehrten sich die Stimmen, die verlangen, den Schaden an unserer Gesellschaft durch die einschränkenden Maßnahmen stärker zu berücksichtigen.

Auch die psychischen Folgen der Isolation verbunden mit der monatelangen Angst müssen bedacht werden. Jürgen Schöberlein von der Diakonie Hochfranken sagte, dass es manchen Menschen während der Krise sogar besser gehe. Die Reiz-Reduzierung täte ihnen gut (Theorie?). Dem hält Markus Hannweber von der Integrierten Leitstelle Hochfranken aus der Praxis entgegen, dass es Sanitäter oder Ärzte, wenn sie bei Patienten einträfen, häufig mit massiv verunsicherten Menschen zu tun bekommen (Quelle: Frankenpost 15. Mai). Reiz-Reduzierung kann wie Einzelhaft für manche Menschen auch ein Folterwerkzeug sein, mit bleibenden psychischen Schäden. Die Stimmung in der anfänglich sehr disziplinierten Gesellschaft kann auch plötzlich umschlagen, wenn immer mehr von einer irrationalen planetarischen Hysterie und einer Weltpanik die Rede ist.

Auch nach einem Abflauen der Infektionen und einer Normalisierung des Lebens werden sich die Menschen und unsere Gesellschaft in ihrem Sozial-Verhalten geändert haben, und das nicht nur zum Schlechten, "anders" eben. Was wir bisher nur aus Thrillern und Spielfilmen kannten, und weit weg schien, kam uns plötzlich und unvorbereitet sehr nah. Die Unbekümmertheit ist weg, niemand weiß, inwieweit sie wiederkehren wird. Vielleicht müssen wir unsere Zeitrechnung demnächst in eine Pre- und eine Post-Corona-Ära einteilen. Wie diese aussehen wird, weiß (noch) niemand, vielleicht ein "Zurück zu den Wurzeln" oder doch ein "Jetzt erst recht!".

Statistiken

Ein völliges Chaos erzeugten Statistiken mit verschiedenen Ergebnissen. Nehmen wir nur mal die Todesraten, die Mortalität, andere nennen es Letalität. Sie setzt die Zahl der Gestorbenen ins Verhältnis zu der Zahl der Infizierten. Da viele Infektionen ohne Symptome verlaufen, konnte bei den Infizierten nur die Zahl der gemeldeten Fälle berücksichtigt werden, die Bezeichnung ist also falsch. Nach ersten Reihentests auf Antikörper ergab sich bei der Zahl der Infizierten ein viel höherer Wert, was die Todesrate um ein Vielfaches senkte. Allerdings waren diese Tests noch so unspezifisch, dass sie auch auf andere Corona-Antikörper ansprachen, die nur eine einfache Erkältung verursachen. Bei der Zahl der Toten zählte man alle Gestorbenen, die Corona hatten. Ob die Infektion mit SARS-CoV-2 tatsächlich direkt ursächlich für den Tod war, wurde nur selten überprüft. Beide Zahlen waren also völlig falsch.

SARS-CoV-2-Antikörpertests

Anfang Mai stellte schließlich der Healthcare-Konzern Roche in Penzberg einen Antikörpertest vor, der spezifischer auf die SARS-CoV-2-Antikörper reagieren soll. Daraufhin verschob das Robert Koch-Institut (RKI) die eigentlich für Mai angekündigte repräsentative Antikörper-Studie auf September und die Veröffentlichung der Ergebnisse auf November, und begründete es mit dem Erfolg, den man bei der Eindämmung habe. Der gesellschaftliche Schaden dieser verlängerten Eindämmungsmaßnahmen scheint dabei keine Rolle zu spielen (Quelle: deutsche-apotheker-zeitung.de).

Todesraten

Da alle Gestorbenen mit Infektion gezählt wurden, ohne feststellen zu können, ob das Corona-Virus ursächlich für den Tod ist, muss man auch die Anzahl der Verstorbenen mit Vorsicht genießen. Von den Menschen mit Vorerkrankungen oder den sehr alten wäre so mancher vielleicht auch ohne Corona in dieser Zeit gestorben, wird aber mitgezählt. Zieht man auch diese ab, sinkt die Todesrate fast schon in den Bereich einer normalen Grippe-Epidemie.

Ebenfalls Anfang Mai kam eine (nicht nach Altersgruppen repräsentative) Studie von Professor John Ioannidis an der renommierten Stanford Universität mit 3 300 getesteten Personen auf eine Sterblichkeitsrate von knapp 0,2 %, was ebenfalls der einer normalen Influenza-Epidemie entspricht. Ein gezielter Schutz von Seniorenheimen und anderen Risikogruppen würde dem Rest der Menschen ein normales gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben ermöglichen. Nach dem schwedischen Epidemiologen Johan Giesecke verschiebt der Lockdown die Zahl der Corona-Toten nur in die Zukunft. Es sollten nur Maßnahmen ergriffen werden, deren Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen ist. Es hilft nicht, eine Grenze zu schließen, wenn sich das Virus schon beiderseits verbreitet hat, und es hilft auch nicht, mit einem Lockdown die Wirtschaft eines Landes zu zerstören.

Außerdem variiert die Erhebung der Zahlen in den verschiedenen Ländern stark. In den Industrieländern wird viel getestet, was auch viele Infizierte bedeutet, in manchen Ländern wenig, was den Eindruck erweckt, dort gäbe es kaum Corona, aber viele Tote. In Gesellschaften mit einem hohen Anteil junger Menschen, wie in Afrika, ist die Todesrate automatisch geringer als in Gegenden mit einem hohen Anteil älterer Bewohner, das ist nachvollziehbar. Aber auch in Europa gibt es gravierende Abweichungen der Todesrate von 0,5 bis 13 %. In den Medien wird die Zahl der gemeldeten Infektions-Fälle oft als Zahl der Infizierten bezeichnet, was einfach falsch ist.

Hinzu kommen die zwei Test-Arten: Der Test auf Virengenom (was übrigens nicht aussagt, ob die Viren noch aktiv und damit infektiös sind) und der Test auf Antikörper, der wiedergibt, ob jemand die Krankheit COVID-19 schon durchgemacht hat, genesen, und wahrscheinlich auch immun ist. Das Ganze ergibt ein Zahlen-Wirrwarr, bei dem man sich aussuchen kann welche Zahlen man nennt, um tendenziös bestimmte Ziele zu erreichen oder die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Nahezu grotesk war die Meldung, dass die USA am stärksten betroffen sind, da sie die meisten Infizierten haben. Da kommt zu den o.g. Abweichungen noch hinzu, dass eine Nennung der Gesamtzahl bei einem großen Land mit hoher Bevölkerungszahl natürlich höhere Zahlen ergibt, als in einem kleinen Land. Man muss diese Zahlen unbedingt ins Verhältnis zur Bevölkerungszahl setzen, sonst sagen sie rein gar nichts aus.

Rückkehr zur Normalität

Als Mitte April die ersten Lockerungen der Quarantäne-Maßnahmen anstanden, betonte man immer wieder, man wolle die weitere Entwicklung der Infektionszahlen abwarten, um die Lockerungen anzupassen und mit der Zeit eine kontrollierte Durchseuchung zu erreichen. Als Infektionszahlen benutzte man aber die Zahl der Meldungen, und diese ist wieder abhängig von der Zahl der Testungen. Testet man viel, steigen die Zahlen und umgekehrt. Die Zahlen können also willkürlich gesteuert werden.

Das schrittweise Aufheben der Maßnahmen mag im Prinzip eine Gratwanderung sein. Das immer wieder beschworene Abflachen der Infektionskurve bewirkt aber auch eine Verlängerung der Zeit bis zum Erreichen der Herdenimmunität (ausführliche Erklärung unter www.gesundheitszentrale.eu/corona-herdenimmunitaet). Durch die Einschränkungen im privaten, wirtschaftlichen und sozialen Leben erleidet unsere Gesellschaft Schaden, nicht nur wirtschaftlicher Art. Die Lockerungen sollten deshalb nicht zu vorsichtig erfolgen, sonst wird die Geduld der Menschen überstrapaziert, was ebenfalls unübersehbare Folgen haben kann. Einerseits begründet man die Vorsicht mit der begrenzten Zahl der Beatmungs-Einrichtungen, andererseits melden sich erfahrene Ärzte zu Wort, dass bei Infizierten mit schweren Symptomen und gleichzeitigen schweren Vorerkrankungen eine künstliche Beatmung keinerlei Aussicht auf Heilungserfolg verspricht. In die Statistik fließt das allerdings als "Bedarf" ein.

Nicht nur die Infektionszahlen und Todesraten, sondern auch die Quarantäne-Maßnahmen unterscheiden sich stark von Land zu Land und von Gegend zu Gegend. Die einen führen Maskenpflicht in bestimmten Bereichen ein, die anderen (z.B. Belgien) empfehlen sie nicht mal. Keiner weiß genau, was wie viel bewirkt. Viele Menschen empfinden das als organisatorisches Chaos und Willkür, und sind frustriert. Diese Ungewissheit erzeugt Angst. Noch bewirkt diese Angst, dass sich viele der allgemeinen Lethargie in den eigenen vier Wänden hingeben. Was geschieht, wenn das Ventil dieses siedenden Kessels geöffnet wird, darauf kann man gespannt sein, vielleicht müssen wir es auch fürchten.

Die inzwischen wohlbekannten Aufforderungen zur Abflachung der Infektionskurve führten zu Erwartungen nach dem Muster: Ein paar Wochen Einschränkungen, dann ist sie flach, und wir können wieder zur Normalität übergehen. Die Absage des Oktoberfests im April (!) schockiert nicht nur wegen der Entscheidung an sich, sondern vor allem wegen des Zeitrahmens. Von wegen ein paar Wochen! Mit Normalität können wir offenbar vielleicht nächstes Jahr rechnen. Wie auch immer diese Normalität aussehen wird. Vielleicht sollten wir doch etwas mutiger sein, um die Erreichung der Herdenimmunität nicht zu sehr hinauszuzögern. Das kollektive Trauma dieser Pandemie wird uns dauerhaft verändern. Und Traumatisierung bedeutet eben oft auch eine Senkung der Gewaltschwelle.

Im Mai folgten Lockerungen, die auf lokaler Ebene wieder außer Kraft gesetzt werden sollten, wenn zum Beispiel in einem Landkreis mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner auftreten. Das klingt auf den ersten Blick einleuchtend, birgt jedoch den gleichen Fehler wie oben unter Statistiken beschrieben: Es handelt sich eben nicht um die Zahl der Neuinfektionen, sondern um die Zahl der Meldungen, und die hängt davon ab, wie viel man testet. Nachdem im Landkreis Greiz zuvor ein Massentest mit 855 Abstrichen durchgeführt worden war, sprang dort der Wert auf 80. Nicht, weil es dort so viele Neuinfektionen gab, sondern eben, weil viel getestet wurde. Würde man in Greiz also die Lockerungen aussetzen, würde das auf falscher oder falsch angewandter Statistik beruhen. Außerdem gab es in der Presse zunächst Chaos: Handelt es sich um Neuinfektionen pro Tag, in den letzten 7 Tagen, oder um Infektionen insgesamt? Jeder schrieb etwas anderes! Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern davon hängt ab, was wir dürfen oder nicht.

Gefahren

Grundsätzlich muss man feststellen, dass nicht nur die Krankheit, sondern auch die Maßnahmen dagegen, Gefahren enthalten.

Betrachtet man die Schwerpunkte, die Hotspots, starker und plötzlicher Infektionswellen zu Beginn der Epidemie, fällt auf, dass es sich um ganz bestimmte Arten von Veranstaltungen handelt: Après-Ski-Party in Ischgl, Starkbierfest in Mitterteich und der Karneval in Nordrhein-Westfalen, wie in Gangelt im Landkreis Heinsberg. Alle haben sie gemeinsam, dass es sehr eng und laut zugeht und dass man sich sehr nahe gegenseitig anschreien muss, um verstanden zu werden. Dabei verpasst man seinem Gesprächspartner Wolken von Infektionströpfchen mitten ins Gesicht.

Im Umkehrschluss kann man daraus folgern, dass die Infektionsgefahr in Geschäften, Parks und auf der Straße evtl. wesentlich geringer ist, vor allem wenn man Abstand wahrt, was nach einer Gewöhnungsphase doch recht gut klappt. Die wirklich wichtigen Dinge des öffentlichen Lebens könnte man also wahrscheinlich relativ schnell wieder freigeben, wenn man auf die gefährlichsten verzichtet. So könnte man auch Restaurants stufenweise öffnen, z.B. Speisegaststätten bis 20.00 Uhr, und nur höchstens einem alkoholischen Getränk pro Person. Sie hätten geschlossen, bevor die Lautstärke steigt und sich wieder Betrunkene auf geringe Distanz anschreien müssen.

Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Nutzung oder gar die Pflicht eine Coronavirus-Tracking-App (Corona-App) mehr als zweifelhaft. Bei einer kurzen Begegnung mit einem Infizierten ist die Infektionsgefahr nahe Null. Wir können nicht jedesmal zwei Wochen in Quarantäne gehen, nur weil wir kurz einem Infizierten nahe waren. Die Überwachung, ob Erkrankte auch zu Hause bleiben, ist verfassungsrechtlich sehr bedenklich und erinnert schon sehr an Fußfesseln und an George Orwells Roman "1984", der einen totalitären Überwachungsstaat beschreibt, eine Horror-Vision. Solche Pläne kann man nur als Panikreaktion einstufen. Eine vorübergehende Einschränkung von Freiheitsrechten mag gerechtfertigt sein, aber blinder Aktionismus ist der falsche Weg und kann uns in Zukunft auf Wege führen, die wir nicht beschreiten sollten. Das Unwort von der Corona-Diktatur macht schon die Runde.

Es mag auf den ersten Blick zynisch klingen, aber vergleicht man die Zahlen der Toten durch Corona COVID-19 mit anderen Bedrohungen, denen wir Tag für Tag ausgesetzt sind, muss man sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, im Verlauf eines Tages durch einen Verkehrsunfall, Herzinfarkt oder andere Ursachen umzukommen, im Durchschnitt für die meisten Menschen größer ist, als durch das Corona-Virus zu sterben. Aber daran sind wir gewöhnt. Viele Menschen lehnen Grippe-Impfungen ab, obwohl sie wissen, dass auch die Influenza gefährlich ist. Jeden Morgen, wenn wir aufstehen, beginnen wir eine neue Runde Russisch Roulette mit den verschiedensten Gefahren, ob wir wollen oder nicht.

Dass wir den Verkehr nicht abschaffen können, ist klar, aber unsere Politiker schaffen es nicht einmal, eine vernünftige Tempobeschränkung auf, sagen wir mal, 130 km/h einzuführen. Auch das würde Menschenleben retten und die negativen Folgen wären fast gleich Null. Die Zahl der dadurch rettbaren Unfalltoten ist zwar gering, aber wichtig ist das Verhältnis zwischen Lebensrettung und Belastung durch die Maßnahmen. Dieses Verhältnis ist bei einem maßvollen Tempolimit sehr gut, im Gegensatz zu Corona: Die sehr einschneidenden Einschränkungen gehen für viele an die Substanz und werden bei so manchem die Existenz gefährden oder vernichten. Hier muss man den Eindruck gewinnen, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Durchaus möglich, dass die  Geschichte eines Tages feststellen wird, dass mit manchen Maßnahmen mehr Schaden als Nutzen angerichtet wurde.

Fazit: Wir müssen seit Menschengedenken mit den verschiedensten Gefahren leben und wir müssen lernen auch mit neuen Gefahren umzugehen. Viele Menschen lassen sich nicht gegen Influenza impfen, obwohl sie die Gefahren kennen, andere rauchen, obwohl die Warnungen auf den Zigarettenschachten eindringlicher nicht sein können. Das Corona-Virus wird uns in Zukunft genauso begleiten wie das Grippe-Virus und andere Gefahren. Wir werden uns daran gewöhnen (müssen).

Im Juni wurde bekannt, dass mehr als die Hälfte der Corona-Toten in Senioren-Heimen lebten. Das sind abgeschlossene Bereiche, die sich relativ gut schützen lassen. Für den Rest der Bevölkerung sollten wir dafür sorgen, dass vor dem Winter mit den verminderten Abwehrkräften und der nächsten Grippewelle die meisten Menschen immun oder zumindest teilimmun sind. Auch wenn keine Antikörper nachweisbar sind, und das Immunsystem Bekanntschaft mit dem Virus gemacht hat, verläuft die Krankheit zumindest weniger schwer oder sogar ohne Symptome. Das heißt, die Einschränkungen außerhalb bestimmter Bereiche wie Heimen und Krankenhäusern aufheben, um eine Durchseuchung zu erreichen. Die Todesraten dadurch wären zunächst nicht höher als die durch andere Gefahren, und auf lange Sicht vielleicht sogar geringer. Wir Menschen müssen sterben, alle, ob einem Unfall, irgendeiner Krankheit oder eben an Corona. Das sollten wir akzeptieren, anstatt unsere gesamte Kultur kaputtzumachen.

Der Super-GAU

Die größte denkbare Katastrophe wäre, dass das Coronavirus so schnell mutiert, dass eine Impfung nicht sinnvoll ist und eine Immunität nach überstandener Krankheit COVID-19 nur kurz anhält. Dann wäre das Virus dauerhaft unter uns und die Menschheit könnte sich nur zeitverzögert durch Mutation und Selektion daran anpassen. Ein Abgleiten in die Anarchie wäre ein denkbares Horrorszenario. Schon heute unterscheidet man drei Typen des Coronavirus: Typ A ist der, welcher als erstes von Tieren, möglicherweise Fledermäusen, durch Mutation auf Menschen überspringen konnte. In Ostasien, auch in Wuhan dominierte der Typ B, der sich aber seltsamerweise nicht in die Welt verbreitete, sondern ein anderer mutierter Typ A, den man in Amerika und Australien fand. In Europa dominiert der Typ C. Die Unterschiede im Genom dieser drei Typen ist für eine Impfung oder Immunität unbedeutend, zeigen aber die Mutationsfreudigkeit, was nichts Gutes verheißt (Quelle: Uni Cambridge).

Die Gegenmaßnahmen

Maßnahmen und Vorschriften zur Gefahrenminimierung sind natürlich grundsätzlich gut und richtig. Abstand halten, Hygiene beachten, keine großen Menschenansammlungen mit Gedränge, alles nachvollziehbar und sinnvoll. Es gibt aber auch seltsames. Nicht alles was geschrieben wird, ist richtig und das möchte ich auch nicht wiedergeben, aber ein Beispiel wurde durch ein TV-Interview mit einer Polizistin bestätigt: Es war in einem Park in einer Stadt. Wenn man sich als Familie am Kiosk was zu essen kaufte, und sich ins Gras setzte, um es zu essen, war das erlaubt. Brachte man das Essen von zu Hause mit und aß es, war das ein Picknick, und das kostete 250 € Strafe, obwohl die Infektionsgefahr so kleiner ist als im ersten Fall. Wer versteht denn sowas? Wenn ich Handwerker beauftragt hätte, um etwas im Haus zu arbeiten, durften die das, auch das Material dazu einkaufen. Muss ich das selber machen, weil ich mir Handwerker nicht leisten kann, konnte ich mir das Material nicht kaufen. Wer denkt sich sowas aus? Klar, Politiker können sich Firmen leisten, die können "machen lassen". Danke, dass wir 4 Wochen länger auf einer Baustelle leben mussten!

Hat Markus Söder bis Ende April immer wieder gebetsmühlenartig dem Schutz von Leben oberste Priorität eingeräumt, mehren sich nun die Stimmen für eine Relativierung. Beispiele: »Der Schutz von Leben rechtfertigt nicht alles. Er steht nicht automatisch über allen anderen Grundrechten. Wir dürfen Lebenslänge nicht grundsätzlich über Lebensqualität stellen.« Das sind ganz neue Töne um den 1. Mai. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble bekam Zustimmung aus ganz unerwarteter Richtung, von Peter Dabrock, einem evangelischen Theologen und Professor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Ähnlich äußerte sich die ehemalige Verfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolff, dass die Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Staates und der Gesellschaft ebenfalls ein sehr hohes Rechtsgut ist (frei nach  Oldenburger Onlinezeitung).

Und sie haben recht. Auch ein Zusammenbruch der staatlichen Ordnung mit Abgleiten in Anarchie fordert Menschenleben, das hat die Geschichte über Jahrtausende gezeigt. Nur weil die meisten von uns solche Zeiten nicht mehr (oder noch nicht) erlebt haben, dürfen wir nicht meinen, plötzlich dagegen immun zu sein. Wenn der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans meint, ihnen »falsch verstandene Güterabwägung zwischen Leben und Geld« vorzuwerfen, ist das viel zu kurz gegriffen. Was passiert, wenn die Folgen der Corona-Beschränkungen deutlich werden, und aufgestauter Ärger und Wut sich Bahn brechen, weiß niemand. Es geht eben nicht nur ums Geld, sondern um unsere Kultur, und unsere Freiheit.

Der deutsche Philosoph  Julian Nida-Rümelin, der sich intensiv mit ökonomischen und ökologischen Krisen befasst, monierte Ende April die Corona-Einschränkungen nach dem Gießkannenprinzip. Wenn die Sterblichkeitsrate für gesunde Menschen unter 65 Jahren etwa der einer normalen Influenza-Grippewelle entspricht, oder sogar geringer ist, macht es keinen Sinn, das ganze Land lahmzulegen. Im Gegenteil: Man sollte gezielt die Risiko-Gruppen stärker schützen und mit allen anderen das öffentliche und kommerziellen Leben sofort normalisieren. Denn nur mit einer intakten und starken Gesellschaft und Wirtschaft können wir die Krise überstehen. Auf diese Weise wird auch schneller eine Herdenimmunität erreicht und dieser Horror überwunden. Lt.  Spiegel Online vom 24. April haben sich weitere Persönlichkeiten öffentlich der Meinung von Julian Nida-Rümelin angeschlossen: Alexander Kekulé, Boris Palmer, Christoph M. Schmidt, Thomas Straubhaar und Juli Zeh.

Man muss auch eines sehen: Die weltweiten dramatischen Folgen wie die Zerstörung von Existenzen durch die wirtschaftliche Krise sind nicht die Folge der Corona-Krankheit, sondern die Folge der Gegenmaßnahmen. Im April/Mai sicher gerechtfertigt und noch verhältnismäßig, aber im Sommer sollten wir die Corona-Hysterie beenden und zur Normalität zurückkehren, auch um für den Winter eine Durchseuchung mit Immunität, zumindest mit Teil-Immunität, aufzubauen. Denn ohne diese kommen im Winter, in Kombination mit Influenza-Wellen und jahreszeitlich geschwächtem Immunsystem noch größere Gefahren auf uns zu. Ob bis dahin eine Impfung für alle kommt, ist sehr zweifelhaft.

Europäische Union, die Schuldenunion

Je länger die gravierenden Einschränkungen dauern, um so mehr dauerhafte Schäden verursachen sie. Noch lähmt die Sorge vor Arbeitslosigkeit, Privatinsolvenzen und Firmenpleiten die Menschen. Was passiert, wenn die Stimmung umschlägt, davor muss man auch Angst haben. Die vielen Milliarden Euro, die in die Wirtschaft gepumpt werden, müssen wir alle in den Folgejahren mit Steuergeldern bezahlen.

Wenn wir dann über die Europäische Union auch noch die Schulden anderer bezahlen müssen, die seit Jahrzehnten unseriös wirtschaften, ist es kein Wunder, wenn die Geduld mit der Politik irgendwann zu Ende geht und Radikalisierung einsetzt. Bereits Ende Mai wurden einflussreiche Persönlichkeiten, welche eine weitere Verlängerung der Einschränkungen forderten, bedroht und angegriffen, wie zum Beispiel Christian Drosten, Karl Lauterbach und andere. Die Rückzahlung der europäischen Corona-Schulden, die Schuldentilgung über den EU-Haushalt, soll laut Ursula von der Leyen im Jahr 2028 beginnen und 2058 abgeschlossen sein! Das klingt wie ein Witz. Wir machen's jetzt unseriös wie viele, und schieben die Last auf unsere Kinder ab. Ob sie uns das danken werden? (Quelle: Frankenpost vom 28. Mai)

Solidarität muss eben auf Gegenseitigkeit beruhen, und bedeutet nicht, dass immer die einen für die anderen bezahlen, die schon seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebten und nicht bereit waren, erforderliche unbequeme Maßnahmen zu ergreifen. Wenn wir das Geld hätten, wär's ja kein Problem, dann gibt man gerne. Aber letzlich müssen wir Schulden aufnehmen, um die Schulden anderer zu bezahlen. Schulden mit Schulden abzubezahlen ist unseriös, dazu muss man nicht BWL studiert haben. Vielleicht sollte sich die Mafia auch an der Schuldentilgung beteiligen. Wer weiß, wie viel EU-Gelder in deren Kanälen versickert sind.

China

So wie im Mittelalter Europa Brennpunkt der Pest war, scheint es heute  China für neue Virenstämme und Bakterien zu sein. Wenig bekannt ist, dass von der eng besiedelten chinesischen Provinz Yunnan Ende des 19. Jahrhunderts eine Pest-Epidemie ausging, die weltweit 12 Millionen Menschenleben forderte. In Mitteleuropa hatte diese Dritte Pest-Pandemie wenig Chancen, da man schon von Bakterien und ihrer Ausbreitung wusste, grundlegende Hygiene kannte, und der Erreger Yersinia pestis 1894 von dem Schweizer Arzt Alexandre Yersin entdeckt wurde.

Nachdem jedoch 100 Jahre später, im Jahr 2003, von der südchinesischen Provinz Guangdong SARS, das Schwere Akute Atemwegssyndrom, ausging, dessen Erreger auch zu den Coronaviren gehören, gegen die Antibiotika nicht wirken, stellte sich in den Folgejahren heraus, dass es von Zibetkatzen, einer Schleichkatzen-Art, und Fledermäusen übertragen wird, die in China als Delikatesse verkauft und verspeist werden. Ihr Kot wird sogar in der traditionellen chinesischen Medizin als Heilmittel verwendet.

Durch das enge Zusammenleben der Fledermaus-Kolonnien findet seit jeher ein ständiger Kampf zwischen Viren und dem Immunsystem der Tiere statt, wodurch die Viren ihre Wandelbarkeit, ihre starke Mutationsfähigkeit erworben haben. Man hätte also gewarnt sein müssen, dass die Gefahr nicht einfach so verschwindet. Doch statt den Handel mit diesen Tieren und die Verwendung zu verbieten, machte man nichts, verkaufte sie weiterhin auf Märkten als Delikatesse.

Die neue Corona-Pandemie COVID-19, die 2019 vom Markt in Wuhan ausging, war also nur eine Frage der Zeit und hätte wahrscheinlich verhindert werden können. Das richtet sich ausdrücklich nicht gegen das chinesische Volk, sondern gegen die Regierung, welche die entsprechenden Maßnahmen damals hätte anordnen müssen. Behauptungen, dass das Virus absichtlich in Laboren so verändert wurde, dass es Menschen befällt, halte ich für falsch, und man muss sie als Verschwörungstheorie ablegen.

Ursache oder Schuld?

Spätestens im Jahr 2005, als Schleichkatzen, Fledermäuse und der Umgang mit ihnen als Quelle des Übels bekannt wurden, und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon 2003 SARS als weltweite Bedrohung eingestuft hatte, hätte China, und zwar die chinesische Regierung, reagieren können und müssen. In einem diktatorischen System wäre das sogar leichter gewesen, als in der freiheitlichen westlichen Welt. Der Handel und die Verarbeitung der betreffenden Tiere hätte verboten werden müssen. Muss man denn lebendige Tiere auf Märkten verkaufen, um Fledermaussuppe zu kochen? Und das alles unter denkbar unhygienischen Bedingungen. Durch das Ignorieren dieser Warnung durch SARS 2003 kann man China für die Corona-Pandemie nicht nur als die Ursache bezeichnen, man muss auch von Schuld der Regierung sprechen.

Statt dessen verbreitet das chinesische Außenministerium, dass die Amerikaner das Virus nach Wuhan eingeschleust hätten, um China zu schaden! (Quelle: tagesspiegel.de vom 16. März). Der Versuch,  Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen, mit den USA als Ziel, dürfte jedoch so lächerlich abwegig sein, dass sie sich damit eher selbst schaden. Glauben werden das wohl nur die Chinesen, und auch von denen nicht alle.

Eine weiteres Tier ist dabei in Verruf geraten. Das Schuppentier (Pangolin), von dem man seit Jahren weiß, dass es Corona-Viren beherbergt. Der Verkauf der Schuppentiere, die in Afrika auch als Delikatesse verzehrt werden, ist in China zwar seit 2017 aus Naturschutzgründen verboten, da Pangolin-Schuppen in der traditionellen chinesischen Medizin jedoch als Heilmittel verwendet werden, findet immer wieder illegaler Handel mit den Schuppen statt. Im Juni 2020 wurden die Schuppen plötzlich von der Liste der traditionellen chinesischen Medizin gestrichen.

Auf den Wildtier-Märkten, auch in Wuhan, werden viele Wildtiere oft lebend verkauft, die Pangolin-Schuppen getrocknet einzeln. Einerseits laufen Asiaten schon bei einem Schnupfen mit hygienischem Mundschutz herum, andererseits werden lebende Wildtiere neben offenen Lebensmitteln auf Märkten angeboten, Hygiene findet praktisch nicht statt!

Viren-Versuchslabore

Immer mal wieder wird ein Viren-Versuchslabor in Wuhan ins Gespräch gebracht. Die Betreiber widersprechen und argumentieren mit ihren Sicherheitseinrichtungen. Einerseits soll sicher sein, dass die normalerweise in chinesischen Fledermäusen vorkommenden Corona-Viren nicht direkt auf den Menschen überspringen können, da ihnen dafür entsprechende Schlüsselproteine fehlen, um an menschlichen Zellen andocken zu können, andererseits betont man aber auch die große Wandlungsfähigkeit dieser Viren oder die Mutation in einem Zwischenwirt. Oder hat doch jemand gefährlich experimentiert? Auch bei guten Sicherheitsvorkehrungen reicht die kleinste Unachtsamkeit, und die Viren sind frei. Dann kann man sie nicht mehr zurückholen.

In den letzten 50 Jahren neu aufgetretene Krankheiten wie Aids, Ebola, Sars und Mers sind durch Wildtiere auf den Menschen übertragene Krankheiten, sogenannte Zoonosen. Die HIV-Viren, die Aids verursachen, sollen zum Beispiel von bestimmten afrikanischen Affen stammen. Auch in Mitteleuropa haben wir natürlich Zoonosen. Die Tollwut zum Beispiel konnte man fast ausrotten, durch großflächige Tier-Impfungen mit ausgelegten Ködern. Da das Tollwutvirus (Rabiesvirus) offenbar nur wenig mutiert, und eine Ansteckung von Mensch zu Mensch sehr unwahrscheinlich ist, haben wir damit vielleicht nur Glück gehabt. Völlig unmöglich sind von Europa ausgehende Pandemien auch nicht, wenn auch unwahrscheinlicher. Die verheerende Epidemie unter den amerikanischen Ureinwohnern, den Indianern, durch das Pockenvirus aus Europa im 16. Jahrhundert ist nur ein Beispiel in der Geschichte.

Verschwörungstheorien

Ich möchte keine Fake News in die Welt setzen, aber manchmal gibt es Effekte, die sich nur schwer mit Zufall erklären lassen. So waren wir es seit dem Wirtschaftswunder der 50er Jahre sechs Jahrzehnte lang gewohnt, als Normalverdiener wichtige Dinge einfach und zuverlässig kaufen zu können, vor allem Medikamente. Dass sich die Leute bei einer weltweiten Pandemie wie Corona 2020 Vorräte anlegen und hamstern, ist verständlich, und dass dadurch Engpässe an Medikamenten entstehen, auch. Aber …

Seltsamerweise gab schon im Jahr vorher, Mitte 2019, als noch niemand etwas von Corona wusste, viele Lieferengpässe an gängigen Medikamenten, vor allem für chronisch Kranke ( www.deutsche-apotheker-zeitung.de 29. Juli 2019). Wenn so etwas ein halbes Jahr vorher plötzlich auftritt, fragt man sich im Nachhinein natürlich, gab es Insiderwissen bestimmter Kreise, die damals schon von der bevorstehenden Gefahr wussten und Medikamente spekulativ aufkauften? Kann es wirklich Zufall sein, dass so etwas nach 60 Jahren plötzlich auftritt, obwohl angeblich keiner von der drohenden Gefahr wusste?

Im März wurde verbreitet, dass die Bevölkerung nach Erreichen der sogenannten Herdenimmunität wieder zum Normalzustand zurückkehren kann. Nach den langjährigen weltweiten Erfahrungen mit der Grippe müsste das selbst mit den einschneidenden Gegenmaßnahmen in wenigen Monaten der Fall sein. Dass bereits im April das Oktoberfest abgesagt wurde, nährt den Verdacht, dass "die da droben" mehr wissen und es uns nicht sagen. Offenbar warten sie auf die Entwicklung eines Impfstoffs oder einer Therapie. Also doch keine Immunität nach überstandener Corona-Infektion?

In einer Leitlinie des Robert Koch-Instituts (RKI) vom März 2020 über den Umgang mit Corona-Infizierten Verstorbenen wird von einer Obduktion abgeraten. Hier wittern Verschwörungstheoretiker natürlich sofort Geheimnisse, die vertuscht werden sollen. Besonders die schlechte Prognose für Patienten mit künstlicher Beatmung steht im Verdacht, nur wenig zu nützen, besonders bei bestehenden schweren Vorerkrankungen. Nach Protesten, auch von Ärzten, wurde die Empfehlung widerrufen.

Wenn die einschneidenden Beschränkungen noch lange dauern, wird das auch Auswirkungen auf den sozialen Frieden haben. Schon jetzt ist zu hören: »Die Reichen, die meinen, ständig um die Welt fliegen zu müssen, und anschließend in Ischgl Après-Ski feiern, haben das Virus eingeschleppt und verteilt und der Kleine Mann, der vielleicht noch nie ein Flugzeug von innen gesehen hat, muss drunter leiden!« Es wird auch bei dieser Krise Gewinner und Verlierer geben.

Die Pleitewelle wird kommen, Geschäfts- und Privatinsolvenzen, und mit ihr die Wut. Die Regierenden schmeißen mit Milliarden geradezu um sich. Dabei werden die Großen auf jeden Fall gerettet, ob das Geld bei den kleinen Gewerbetreibenden ankommt, oder sie rettet, muss man bezweifeln. Das gleiche gilt für den Hypotheken abstotternden Häuslebauer in Kurzarbeit oder demnächst vielleicht Arbeitslosigkeit. Die soziale Brisanz ist durchaus vorhanden. Im Moment überwiegt noch die Angst, aber das wird sich ändern. Schon hört man Stimmen, welche die Corona-Einschränkungen als "Ermächtigungsgesetz" bezeichnen.

Extreme

Da es für ein Szenario wie die Corona-Pandemie kein modernes Konzept in der Schublade gibt, muss improvisiert werden. Dabei prallen die Meinungen von Medizinern, Wirtschaftsvertretern, Politikern und Philosophen aufeinander und die Regierungen müssen wohl oder übel entscheiden. Dabei den richtigen Weg zu finden erinnert an Keffeesatzleserei. Bei zu laschen Maßnahmen werden ihnen unnötige Todesopfer vorgeworfen, bei zu restriktiven eine Beschädigung von Gesellschaft und Wirtschaft.

Der italienische Philosoph Giorgio Agamben soll zum Beispiel die Ausgehverbote als »hysterische Reaktionen auf die erfundene Bedrohung durch das Virus« bezeichnet haben. In die gleiche Kerbe schlägt der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk, der das Virus zu einer stinknormalen Grippe bagatellisiert haben soll und vor einem Überwachungsstaat warnt. Im krassen Gegensatz dazu wirft der französische Philosoph Alain Finkielkraut den beiden vor, mit Menschenleben zu spielen, und man sollte lieber zivilisatorische Standards und Moral hochhalten, nach denen das Menschenleben über allem steht. (Quelle:  zeit.de)

Die beiden Extreme lauten also:
1. Das Virus ist relativ harmlos und wird nur benutzt, um uns unsere Freiheit zu nehmen.
2. Das Virus ist gefährlich und wurde von einer Geheimorganisation freigesetzt, die sich selbst immunisiert hat, um die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Wie so oft dürfte die Wahrheit wohl wahrscheinlich in der Mitte liegen — wahrscheinlich!

Fazit

Es muss damit Schluss sein, die "Zahl der gemeldeten Fälle" als "Zahl der Infizierten" zu bezeichnen und gleichzusetzen, und alle gestorbenen mit dem Virus im Körper als Opfer von Corona zu zählen. Nur mit representativen Reihenuntersuchungen auf Viren und Antikörper kann man die Zahl der aktuell oder vorher Infizierten feststellen, und mit Obduktionen die wirkliche Todesursache. Es ist zu erwarten, dass ein solches Vorgehen die Todesraten stark schrumpfen lässt. Das könnte jedoch die öffentliche Meinung kippen, nach dem Motto: »Seht ihr, es war doch nicht so schlimm, und schaut, was ihr für einen Schaden angerichtet habt!«, es ist aber der einzig richtige Weg.

Wir sollten tatsächlich gezielter die Risikogruppen schützen und für den großen Rest der Bevölkerung und die Wirtschaft normale Verhältnisse herstellen, um den langfristigen weltweiten Schaden für die Menschheit zu dämpfen. In der Frankenpost vom 23. April wird schon von zu vielen leeren Krankenhausbetten berichtet, nicht nur weil es zu wenige Corona-Kranke gibt, sondern weil sich andere Schwerkranke und dringend Behandlungsbedürftige nicht mehr ins Krankenhaus trauen, aus Angst vor Corona-Infektionen. Auch das wird Todesopfer kosten. Ende Mai berichtete die Kassenärztliche Vereinigung Bayern von einem Rückgang der Früherkennungsuntersuchungen um 80 %! Auch hier ist eine Normalisierung für Nicht-Risiko-Patienten dringend geboten, anstatt bei jungen gesunden Menschen lähmende Corona-Angst zu schüren.

Viren - Bakterien

Vor der heutigen Corona-Pandemie war die Tuberkulose (Tbc) die Infektionskrankheit der Lunge mit den meisten Todesopfern. Wahrscheinlich wird sie das auch bleiben. Obwohl Robert Koch, nach dem das heutige Robert-Koch-Institut (RKI) benannt ist, schon 1882 den Erreger der Tuberkulose, das Tuberkelbazillus, entdeckt hatte, gab es lange Zeit kein Heilmittel. In seinem 1924 erschienenen Roman Der Zauberberg von  Thomas Mann, der vor dem  Ersten Weltkrieg spielt, werden den Patienten in einem Lungensanatorium bei Davos als Heilmittel gegen Tbc unter anderem  Kulmbacher Bier, kräftiges Essen und Liegekuren verordnet! Erst 1928 fand man ein Heilmittel gegen die Tuberkulose, als Alexander Fleming das Penicillin (wieder-)entdeckte und einführte. Mit den Multiresisten Keimen scheinen zur Zeit allerdings auch die Bakterien zurückzuschlagen.

Bei Viren gestaltet sich die Heilmittelsuche noch viel schwieriger. Entweder sie mutieren ständig, weshalb Impfungen oft schon nach Monaten wirkungslos sind, so dass man nicht mal den banalen Schnupfen ursächlich behandeln kann, oder sie verstecken sich unerreichbar für Medikamente in Nervenzellen, wie das Herpesvirus, um dann unvermittelt zuzuschlagen. Wie sich das Corona-Virus langfristig verhalten wird, ist heute noch nicht absehbar. Ich habe den Eindruck, dass wir uns mit der Erforschung von Viren heute in einem Stadium befinden wie bei Bakterien vor 100 Jahren.

Bevölkerungsdichte

Sowohl SARS als auch das Corona-Virus von 2019 gingen von sehr dicht besiedelten chinesischen Gebieten aus. SARS von der Provinz Guangdong mit Foshan (7 Millionen Einwohner) und Guangzhou (11 Millionen Einwohner) und COVID-19 bekanntlich von Wuhan (7 Millionen Einwohner). Überträgt man das auf die ganze Welt, werden wir irgendwann eine Bevölkerungsdichte erreicht haben, bei der sich immer wieder Epidemien zu Pandemien ausweiten, die im schlimmsten Fall irgendwann nicht mehr zu kontrollieren sind.

Hier laufen zwei Entwicklungen aufeinander zu: Einerseits werden die Menschen immer mehr, andererseits steigt der Meeresspiegel, was den Siedlungsraum verkleinert, ausgerechnet an den flachen Küsten mit ihrer dichten Besiedelung. Wir müssen beide Faktoren ändern, sonst werden die Menschen immer enger zusammengepfercht, eine ideale Brutstätte für mutierende Viren, die uns Epidemien und Pandemien völlig neuen Ausmaßes bringen werden. Mit der Zunahme dieses Ausmaßes hat keiner gerechnet. Sie hat uns kalt erwischt. Wenn wir nicht gegensteuern, könnte es sich um den Beginn eines Trends handeln. Neben dem gebetsmühlenartigen Predigen gegen die Treibhausgase muss der Zunahme der Weltbevölkerung die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Vermehrung muss gestoppt werden und auf lange Sicht müssen wir eine Reduzierung auf vernünftige Bevölkerungsdichten anstreben.

Gerade die Corona-Viren haben uns die Hilflosigkeit unserer modernen Medizin und Wissenschaft gegenüber Viren wieder einmal eindringlich vor Augen geführt. Auch deshalb ist eine Reduzierung der Weltbevölkerungszahl dringend geboten und so wie uns die Treibhausgase jeden Tag vorgeworfen werden, muss man die Afrikaner und Asiaten jeden Tag an die Gefahren der explosiven  Bevölkerungsvermehrung erinnern. Die Bemühungen der Entwicklungshilfe und der Kirchen mit ihren Lenkungsversuchen haben in den letzten Jahrzehnten im Großen und Ganzen absolut nichts gebracht, so gut sie auch gemeint waren. Nach wie vor nehmen die Menschen jedes Jahr um 70 Millionen (!) zu. Wenn wir es nicht tun, wird die Welt und die Natur sich der Überzähligen irgendwann entledigen.

Persönlich sollten wir wohl nicht nur auf Hygiene und Abschottung starren, sondern auch tun, was Sebastian Kneipp empfahl: »Das Beste, was man gegen Krankheiten tun kann, ist etwas für seine Gesundheit zu tun!« Auch unser Immunsystem braucht ständiges Training.
Würden Sie diesen Artikel bitte in den sozialen Medien teilen?
Bitte beachten Sie: © 2020 von Erwin Purucker

Was auch nach Corona so bleiben kann: Ein Himmel ohne Kondensstreifen!
Der Staffelberg bei Bad Staffelstein unter einem kondensstreifenfreien Himmel
Der Staffelberg bei Bad Staffelstein
unter einem kondensstreifenfreien Himmel
Vogelfreistätte Großer Rußweiher bei Eschenbach unter einem Himmel ohne Kondensstreifen
Vogelfreistätte Großer Rußweiher bei Eschenbach
unter einem Himmel ohne Kondensstreifen


Bücher über Gesundheit
24.3.2019




 🏠 Gesundheitsthemen:
 Epidemien, Pandemien, Corona
Natürliche Mineral-Therme Saturnia
24.3.2019